herre,
her,
der
;
-n/-n
.
– Das Bedeutungsspektrum gliedert sich vor allem nach einzelnen gesellschaftlichen Bereichen, in denen
herre
verwendet wird: 1 im allgemeinen Sinn, 2-5 im religiösen Bereich, 6 im Bereich von Dienst- und Arbeitsverhältnissen, 7 im politisch-administrativen Bereich, 8 im Bereich des Lehnswesens, 9 im militärischen Bereich, 10 im Bereich des Privathaushalts, 11 und 12 im sozial-ständischen Bereich, 13 als Anrede, 14 und 15 als spezielle Bedeutungen.
1.
›Herrscher, Machthaber, Befehlshaber, Gebieter‹; im allgemeinen Sinne.
Bedeutungsverwandte:
1
 1; vgl.  2, , ,  3,  2,
2
 4,  1.
Syntagmen:
j.
(Subj.)
ein h. sein
,
der h.
(Subj.)
etw. tun
;
jn. zu einem h. machen, für einen h. anbeten, j.
(Subj.)
als ein h. beschaffen sein, j. zu einem h. werden
;
ein h. der welt, des baues / erdreichs, aller dinge / herren / werke, über den sabbat / die tochter / dreissig ritter / tausend man, im himmelreich
;
der natürliche / neue / rechte / starke h
.
Wortbildungen:
herrentum
›Herrschaft‹,
herrin
 1.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
634, 4013
(
Magdeb.
1608
):
Jch
[Mäusekönig]
wil euch selbst fuͤhren die Strassen / | Vnd Leib vnd Leben bey euch lassen / | Odr nach dem Sieg zu Herren machen.
Quint, Eckharts Trakt.
289, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der mensche sol sîn vrî und ein herre aller sîner werke und unzerstœret und ungetwungen.
Köbler, Ref. Wormbs
280, 13
(
Worms
1499
):
ob auch der her des buwes nit gegēwertig were.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
88, 8
(
Frankf.
1535
):
Goldt ist allen leiblichen dingenn das edelst auff erden / vnnd ist in allen andern dingen ein koͤnig vnd ein herr.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
16, 26
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Chaam, [...], das bedutit also vil als eyn herre der herren allir herren.
Dietrich. Summaria
20v, 19
(
Nürnb.
1578
):
Des menschon Son ist ein Herr auch vber den Sabbath.
Dasypodius
55v
(
Straßb.
1536
):
Domina, Ein herrin.
Rennefahrt, Statut. Saanen
51, 14
(
halem.
,
1434
):
das die dickgenanten von Sanen den vorgedachten herren von Gruͥers hulden und schweren soͤllent, inen alz iren rechten nattürlichen herren in allen zimlichen sachen gehorsam und gewertig ze sind.
Plant u. a., Main. Naturl. 299v, d,
3
(
ohalem.
, Hs.
E. 14. Jh.
):
dc si so vūf iar vzgiengent golt ze cinse brahtent zeime zeichen dc svͥ heren werent.
Koller, Ref. Siegmunds
107, 30
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Also sehe man aber, wie es umb die oͤrden sy; sie haltent schier weder bobest noch bischof, sie sint herren des erteriches worden.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
25r, 6
(
Zürich
1521
):
Begert ein fürst her sin über sine tochterē / hab er aller meist frydē lieb.
Morrall, Mandev. Reiseb.
15, 24
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
so fert man durch ain ynsel die haisset Colles, und ain haisset Longedes; das was Yppocras herre.
Sappler, H. Kaufringer
3, 66
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
der pfarrer huob ze reden an: | „richter, [...], | ain baur ist in der pfarre mein, | der will nur selber herr sein | und wigt mich und ew gering.
Ebd.
23, 51
(Hs.
1472
):
wann sollt die statt dann krieg han, | es künd ir nicht wol ergan, | wann iederman will herre sein.
Schmitt, Ordo rerum 85, 3.
1
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Monarchia herentumb der welt.
Peil, a. a. O.
571, 2044
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 613, 5
;
Franck, Klagbr.
232, 8
;
Rennefahrt, a. a. O.
151, 19
;
Goldammer, Paracelsus
5, 178, 18
;
Koller, a. a. O.
243, 45
;
Sappler, a. a. O.
16, 460
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
400
;
Kummer, Erlauer Sp.
1, 10
;
Schmitt, a. a. O. 103, 38.
1
;
Voc. Teut.-Lat.
o iiijr
;
o vjv
;
Schwäb. Wb.
6, 2156
.
Vgl. ferner s. v.  5,  4.
2.
als Bezeichnung für den christlichen Gott in seinen drei Naturen als den Herrscher schlechthin, häufig mit Bezug auf Gott den Vater: ›Gott, Herr, Herrscher‹; auch als Anrede Gottes, verdeutlichend in den Wendungen
got und herre, got der herre, got herre, herre got
; zur Problematik von
herre
als Gottesnamen vgl. Biblisch-historisches Handwörterbuch
2
, Göttingen 1964, 704-706.
Gehäuft theologische und erbauliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. (s. v.  1), (s. v. ),  3,  1, , ,  1,  1,
1
 1.
Syntagmen:
den h. anrufen, um etw. bitten
;
der h.
(Subj.)
anbeginnen, etw. hinwegtun / sprechen, jn. abwendig machen, ein name sein, die stimme hören lassen, jm. etw. geben / gebieten / tun, an jm. ein greuel haben, mit jm. sein, sich über jn. erbarmen
;
bei dem h. kein unrecht sein, sich in dem h. freuen
;
h. und schöpfer / vater
;
ein h. aller götter, der h. der herscharen, aller freuden, der allmächtige / almügende / almügige / gnädige / himlische / mächtige h.
;
des herren hilfe / wille, der tempel, die furcht / gewalt / menschwerdung / rechte des herren, im namen des herren
.
Wortbildungen:
herrengebet
1 ›Vaterunser‹ (a. 1491).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Soph.
3, 15
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
der herre hat hinwecgetan din gerichte, er hat abwendic gemachit dine viende.
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
79, 18
(
preuß.
,
1437
/
8
):
1 buch das hebit sich an „herre got schepper“.
Luther. Hl. Schrifft.
2. Chron. 19, 7
(
Wittenb.
1545
):
bey dem HERRN vnserm Gott ist kein vnrecht / noch ansehen der Person / noch annemen des Geschencks.
Große, Schwabensp.
40a, 3
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
HERE, himelesche vater, duͦrch dine milte geschuͦfes tuͦ den minschen in drivaldeger werdeheyt.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
40, 16
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
got herr, du bist | ein balsam vür unvlâtes mist.
Quint, Eckharts Pred.
2, 531, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dâvît sprichet: ,der herre ist sîn name‘. ,Herre‘ sprichet als vil als ein übersetzunge einer hêrschaft; ,knecht‘ ist ein undersetzunge.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 171, 4
(
Köln
1582
):
da der Herr hat anbegunnen, | Vnd hoͤren lassen seine stimm, | Ist alle welt fuͤr seinem grimm | Erzittert.
Hübner, Buch Daniel
1344
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Waz du uns, herre, tete | Und Jerusalem der stat | Die unser vetre an trat, | Von rechte tete du daz.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
9, 4
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Der milte got, der mechtige herre, gereche mich an euch, arger traurenmacher!
Gille u. a., M. Beheim
82, 208
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wann sich der herr und schäpfer schon, | geber des pacz macht undertan | dem gepat in der zeite.
Reichert, Gesamtausl. Messe
146, 20
(
Nürnb.
um 1480
):
gesegnet sey der, der da kumpt in dem namen des Herren.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
63
(
Nürnb.
1517
):
Die höchsten barmherzikeit glouben wir mit bestendigstem gemuet die menschwerdung des herren sein.
Franck, Klagbr.
219, 34
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Sihe die blutgirigen vnd schalckhafftigen / an denen der Herr ein grewel hat.
Bihlmeyer, Seuse
72, 1
(
alem.
,
14. Jh.
):
ach herr und vater mine, wel ein kleglicher tag der waz, der mich in dis ertrich ie brahte.
Schmidt, Rud. v. Biberach
36, 15
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Wie sint herre dine wort minem geist als gar suͤzze.
Wyss, Luz. Ostersp.
2869
(
Luzern
1583
):
O ewiger Gott vnd Herr, | all welltt dem kind sol geben eer.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
36, 1
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Herr, got allmechtig, drei person, | ain got, drei namen fron.
Bauer, Imitatio Haller
51, 2
(
tir.
,
1466
):
,die pösen menschen die haben nicht frid, spricht got der herr‘ durch den weissagen.
Dies., Zist.-Pred. Haller
81, 39
(
tir.
,
1466
):
Das gepot, das vns der herr gepieten ist, das ist der rat vnsers hailes.
Piirainen, Stadtr. Sillein
35v, 3
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
HEr ich ste hevt vor dir alz eyn schuldiger mensche.
Quint, Eckharts Pred.
1, 67, 5
;
1, 375, 4
;
2, 161, 4
;
2, 236, 2
;
ders., Eckharts Trakt.
21, 13
;
Rosenthal. Bedencken
20, 10
;
Hübner, a. a. O.
2847
;
Anderson u. a., Flugschrr.
22, 3, 10
;
Logau. Gott
157, 3
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
9b, 19
;
Gille u. a., a. a. O.
69, 145
;
Langen, Myst. Leben
165, 6
;
Reichert, Gesamtausl. Messe
96, 23
;
zu Dohna u. a., a. a. O.
191
;
Wyss, a. a. O.
467
;
Sappler, H. Kaufringer
27, 60
;
Ruh, Bonaventura
337, 22
;
Memminger Chron. Beschr.
12, 27
;
Klein, Oswald
8, 46
;
Bauer, Imitatio Haller
49, 8
;
dies., Zist.-Pred. Haller
39, 25
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
35v, 2
;
35l, 21
;
35r, 7
;
Schwäb. Wb.
6, 2155
.
Vgl. ferner s. v.
1
 2,  5,  2,
1
 3, ,  1, ,  2,  3, ,  4,  4,  1.
3.
als Bezeichnung für Jesus Christus: ›Herr‹; oft dem Namen als Titel oder Anrede vorangestellt, auch als Apposition nachgestellt; häufig mit dem Possessivpronomen
unser
.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  3,  3,  2, ,  2, , (
das
6,  1,  6,  2,  2.
Syntagmen:
Judas
(Subj.)
den h. verkaufen
;
der h.
(Subj.)
etw. sagen / sprechen, etw. haben / leiden, zur tafel sitzen, am kreuz hängen, gefangen werden, jn. aus dem tempel treiben, sich von jm. scheiden
, [wohin]
gehen, zu himmel faren
;
j. dem h. an der linken seite hängen
;
j. mit dem h. auffaren
;
der herre Jesus Christus, Christus / Jesus der / unser herre
;
der gekreuzigte / liebe h.
;
des h. auffart / brust / grab / leib / leichnam / marter / nachtmal / tod, das blut / leiden, die glieder / nägel unseres herren
.

Belegblock:

Schöpper
66a
(
Dortm.
1550
):
zum Sacrament gehen sich communicieren lassen des Herrn nachtmal essen.
Große, Schwabensp.
204a, 23
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
des suͦntages do wart vnser here Ihesus Christus von Sente Gabriele gekuͦndeghet vnser vrowen Saͤntte Marien.
Quint, Eckharts Pred.
2, 13, 3
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Unser herre sprichet in dem êwangeliô: ,mîn lêre enist niht mîn lêre, mêr des, der mich gesant hat‘.
Ebd.
2, 151, 2
:
Daz vierde rîche ist unsers herren Jêsû Kristî; daz suln wir überwinden mit kraft der minne.
Wunderlich, Fierrabr.
5, 8
(
Simmern
1533
):
Er [Fierrabras] gewan eyns mals Rome vnnd nam darauß / die heylige doͤrnen Crone / auch die Naͤgel vnsers lieben Herren.
Froning, Alsf. Passionssp.
49
(
ohess.
,
1501 ff.
):
das schone spyell, | das man hie begynnen well | vonn dem lyden unsers herren.
Mathesius, Passionale
35r, 23
(
Leipzig
1587
):
das thewre Rosinfarben Blut des Sohnes GOttes / vnsers HERRN vnd Heylandes Jesu CHristi.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
535, 40
(
noobd.
,
1364
):
daz [ain pfunt Haller] sol er [...] geben an dem ahten tag nach unsers herren leichnamtag den priestern an dem mal ze stiwer.
Reichert, Gesamtausl. Messe
25, 8
(
Nürnb.
um 1480
):
Nun ist gewoenlich in einem yeden tempel Gottes gemalet der herre Ihesus, hangent an dem kreutz.
Ebd.
26, 9
:
Der Herre treyb auß dem tempel die kauffer und verkauffer.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
66
(
Nürnb.
1517
):
Darumb bistu komen zu erfordern die sünder, nit die gerechten, o here Jesu Christe.
Wyss, Luz. Ostersp.
10437
(
Luzern
1545
):
Lieben schwesternn, komend mit mir | zuͦ dess herren grab.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
26, 49
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Wares / liecht du, herre, pist | augen und sin, süesser Christ.
Kummer, Erlauer Sp.
5, 289
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
Ir ritter, ıͤr swaiget und lat eur schallen sein, | sueße so slafet Jhesus der herre mein.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
211, 31
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Am sambstag nach Vnnsers Herrn Auffart haben die von Pruck den Romischen kunig Maximilian aus der versorgnus in ain haws getan.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz E (
mslow. inseldt.
,
1492
):
solche betrachtu(n)gk ist bestelß Noch Cristi gepurdt vnßers lib(e)nn herr(e)nn vierczeh(e)nnhunderth: vnd darnach ÿnn dem czwaÿ vnnd Neunczigist(e)nn Jar(e)nn am Montag nechst sannd Kathrein tagk.
Fellmann, Denck. Schrr.
2, 109, 34
;
Große, a. a. O.
95a, 13
;
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
261, 29
;
Quint, Eckharts Pred.
1, 296, 2
;
2, 89, 1
;
2, 272, 1
;
2, 614, 7
;
ders., Eckharts Trakt.
273, 1
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
102
;
768
;
Jahr, H. v. Mügeln
106, 318
;
127, 1924
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
15, 2
;
Mathesius, a. a. O.
56r, 15
;
Langen, Myst. Leben
162, 4
;
Franck, Klagbr.
221, 33
;
Rupprich, Dürer
1, 153, 184
;
Gille u. a., M. Beheim
78, 63
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
15, 36
;
Vetter, Pred. Taulers
65, 10
;
84, 25
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel,
214
;
Wackernell, Adt. Passionssp. Pf. I,
727
;
Schöpper
65b
.
4.
im Pl.: ›die zur Triade der mittleren Engelschöre gehörenden Herrschaften (Dominationes)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (s. v.
1
 1), ,  3.

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers
374, 34
(
els.
,
1359
):
der erste kor von den [engelen] der heisset potestates. Und der ander principatus. Und der dritte dominaciones. Dise drije heissent die gewaltigen und die fúrsten, und die heissent die herren.
5.
›Geistlicher, Inhaber eines kirchlichen Amtes; Prediger, Pfarrer; Ordensbruder, Mönch; Mitglied einer geistlichen Bruderschaft‹.
Syntagmen:
der h.
(Subj.)
eine predigt tun
;
der her im konvent, die herren des domstifts / ordens
;
der erbare / geistliche / heilige / junge h.
;
das kirchenlehen der herren
.
Wortbildungen:
herrenpacht
›Rente für den Unterhalt (eines Vikars)‹ (a. 1402),
herrentrippel
›Podium im Stiftsspeisesaal, wo die hohen Herren assen‹ ( Schwäb. Wb.
3, 1494
, a. 1599); die folgenden Wortbildungen jeweils mit Bezug auf die Brüder des Deutschen Ordens:
herrenbeutel
›Mehlbeutel‹,
herrenbier
(a. 1516),
herrenbruch
›Hose‹ (a. 1434),
herrenerweis
›Erbse(n)‹ (a. 1447),
herrenfirmarie
›Krankenstube‹,
herrengewand
(a. 1437),
herrengrau
›graues Tuch‹,
herrengrütze
,
herrenhandtuch
,
herrenhemd
(a. 1418),
herrenhengst
(a. 1418),
herrenhut
,
herrenkäse
›bessere Käsesorte‹,
herrenkofent
›(dünnes) Bier‹,
herrenkogel
›Kopfbedeckung, Kappe oder Kapuze‹,
herrenkost
›Speise‹,
herrenlaken
›Stoff für die Kleidung‹,
herrenlaterne
(a. 1437),
herrenleinlach
›Leinentuch, Bettuch‹ (a. 1407),
herrenleinwand
,
herrenmantel
,
herrenmanteltuch
(a. 1377),
herrenmel
(a. 1406),
herrenmelbeutel
(a. 1415),
herrenpelz
,
herrenrok
›Obergewand‹,
herrensattelbaum
,
herrenschild
(a. 1385),
herrenschmalz
,
herrenschuh
,
herrenspeiseschmalz
,
herrentischlaken
(a. 1404),
herrentischtuch
,
herrentuch
(a. 1414),
herrenwaffenrok
(a. 1396),
herrenweis
›weißes Tuch‹,
herrenweisgrau
›hellgraues Tuch‹,
herrenwinterrok
(a. 1412).

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
561, 1
(
preuß.
,
1391
):
in der trappenie: 10 groͤ tucher, item 1 breit engelisch laken czu herrenmenteln.
Ebd.
686, 39
(
1391
):
1 gro herenlaken czu coventrocken.
Ebd.
586, 20
(
1392
):
200 elen lynwat, item 16 elen herrenwis, item 16 elen herrengro.
Ebd.
688, 8
(
1396
):
2 halbe laken czu herrenkogiln, item 1 laken czu herrenrocken.
Ebd.
430, 35
(
1397
):
23 elen herrenwysgro, item 396 elen lynwat.
Ebd.
14, 17
(
1410
):
in das satilhus gibt der huskompter [...] 2 m. vor herrensatilbowme.
Ebd.
137, 34
(
1422
):
in der kochen: [...] 3 tonnen hernspisesmalcz, 3 tonnen potter, 800 herrenkese.
Ebd.
750, 28
(
1438
):
4 herrentischtucher, 2 junckertischtucher, 2 herrenhandtucher, 2 junckerhandtucher.
Ebd.
145, 14
(
1441
):
Bachaws: item 5 leste und 12 scheffel mel, 1 gros kessel, 2 herrenbewtel, 2 thorkappilbewtel.
Ebd.
244, 20
(
1452
):
Uff der herrenfirmaria in der kamer: item eine crumme gritthe, eine schawe und ein morser.
Ebd.
198, 8
(
1490
):
der erszame her Johan Scherffichen compthur zcu Ragnit in seinem abscheden zcum Rein glassen: 27 fassze mertzsch bir unnd 12 thonnen, 12 fassze und 4 thonnen covent, 8 vassze hernbir, 3 vasse herncovent, 2 fassze alten methe.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
174, 15
(
preuß.
,
1402
):
10 scot vor 100 herrenkese.
Ebd.
442, 35
(
1407
):
Huskompthur zu Konigisberg: item 16 scot vor 2 grose herrenhuͤte und 4 filze zu Ruͤsschen huten zu machen.
Ebd.
443, 8
(
1407
):
se [zymermannen] hatten herren kost und zogen us am frytage vor Viti und Modesti.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
140, 16
(
preuß.
,
1406
):
420 par herren-, junghern- und jungenschu.
Ebd.
136, 8
(
1408
):
150 lampfel, item 21 herrenpelcze, item 18 korschin, item 9 junkerpelcze.
Ebd.
15, 19
(
1419
):
In der kochin: [...] 1 tonne herrensmalcz, 2 czobir, 1 marser.
Ebd.
50, 9
(
1438
):
Keller: [...] 1 herrentischtusch, 2 dinertischtucher, eyn hanttuch.
Ebd.
133, 6
(
1439
):
1 kleyn topptcheyn das man leget vor das cruce noch ostern. item uff die bencke, alsz die herren steen, seint 15 banclaken.
Ders., Marienb. Konventsb.
221,
Anm. 2 (
preuß.
,
1408
):
2 m. den jungen herren czu Elbinge.
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
55, 11
(
preuß.
,
1437
/
8
):
1 last grutcze, hern grutcz czum grutczmecher.
Ebd.
61, 16
:
In der trapenie. item 7 hundeschos den hern zcu mentelen, item 600 elen hern leiwand.
Kollnig, Weist. Schriesh.
93, 32
(
rhfrk.
,
1546
):
Es sollen die herrn des domstifts ein schiff her gen Feudenheim stellen an den staden.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
253, 30
(
halem.
,
1488
):
es sol herr im Gsteig jetz und ins künfftig in anzogner capellen tauffwaßer und hl. öl für die schwachen [...] uffbehalten.
Eschenloher. Medicus
4, 15
(
Augsb.
1678
):
Gehet derentwegen zu dem Hochwuͤrdigen Gottseeligen Herren vnd Vatter Bertholdo / dazumahlen Probsten deß Closters zum H. Creutz.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
118, 24
(
oobd.
,
1349
/
50
):
wie ain guot predig der herr heut tet.
Dirr, Münchner Stadtr.
337, 27
(
moobd.
,
1340
):
Swer ein leipgeding hingeit fuͤr aigen, das eines gotzhaws ist, uͤberwint in dez der herr, der zuͦ dem gotzhaws gehoͤrt.
Hör, Urk. St. Veit
95, 21
(
moobd.
,
1368
):
Wir Fridrich [...] bekennen offenlich mit dem brief, daz wir den erbern herrn, dem couent gemainlich dez klosters ze sand Veitt ze dem Newͤnmærckt, die genad vnd fuͤderung getan haben.
UB ob der Enns
9, 47, 25
(
moobd.
,
1376
):
daz dannoch dhain abgankch sey an den priestern vnd herren, die daselbs ze fridaw pey der pharr von recht sein sullen.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 497, 11
(
moobd.
,
1461
):
die ersamen geistlichen herrn maister Hanns Sewer vnd maister Kristoff Schlitawer, die zeit baid gesellen in vnnser lieben Frawen pfarrkirchen zu Muͤnchen.
Wilkes, Sta. Xanten
197, 30
;
Pfeiffer, Nic. Jerosch. Chron.
173
;
Thielen, a. a. O.
36, 31
;
61, 16
;
78, 31
;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
9, 21
;
15, 8
;
80, 1
;
141, 16
;
164, 9
;
266, 39
;
269, 4
;
294, 11
;
331, 11
;
347, 2
;
382, 41
;
383, 25
;
646, 27
;
684, 26
;
688, 9
;
696, 32
;
698, 38
;
707, 39
;
ders., Marienb. Konventsb.
281, 13
;
ders., Marienb. Ämterb.
131, 33
;
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 110, 3
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
16a, 10
;
Loose, Tuchers Haushaltb.
122, 7
;
Koller, Ref. Siegmunds
236, 29
;
Hör, a. a. O.
78, 14
;
Vogel, a. a. O.
1, 339, 4
;
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
382, 2
;
Schwäb. Wb.
3, 1494
.
Vgl. ferner s. v. ,  4, .
6.
›j., der jm. übergeordnet ist und einen Anspruch auf eine spezielle Leistung hat; Vorgesetzter; Dienstherr, Dienstgeber, Brotherr; Handwerksmeister; Gefolgsherr‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
2
 3,  1.
Gegensätze:
(
der
1, (
das
23,  3.
Syntagmen:
den h. fürchten / vertumen, einen h. haben
;
der h.
(Subj.)
jn. etw. heissen, jm. etw. geben / raten, einen knecht haben, zu etw. lust haben, sich knechten
;
der knecht
(Subj.)
dem h. entgehen, dem h. adulieren / anhangen / dienen, etw. anbieten / geben / sagen / zeugen, den dienst ablaugnen, etw. pflichtig sein, zu dienen loben
;
etw. für den h. geben, j.
(Subj.) [wo]
one h. sitzen, zu dem h. laufen
;
der fromme / geduldige / getreue / kleine / nachfolgende / rechte / zeitliche h., die ungleichen herren
;
des herren gebot / ungnade
.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
390, 12
(
Lübeck
1639
):
Herren heissen offt ein anders vnd wollen ein anders / dagegen thun die Diener nicht was der Herr heist / so thun sie doch was er wil.
Ebd.
391, 12
:
Halt dich zum Haupt vnd nicht zum Schwantz / dem Herren sol man anhangen / nicht dem Diener.
Luther, WA
30, 3, 397, 14
(
1531
):
Getrewer Herr, getrewer Knecht.
Große, Schwabensp.
169a, 15
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Stichet iz [eyn rint] aber sinen knecht oder sine dernen, Man sol den heren vortuͦmen vnde den ochsen.
Klett, J. v. Soest
10, 971
(Hs. ˹
wmd.
,
1470
/
80
˺):
dy knecht dy sol yrn herren vochten.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
259
(
Köln
1476
):
Dar zo syn wyr Van vnsen heren | Geschyckt alhyr.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
126, 15
(
rhfrk.
,
um 1435
):
ir syt myn rechter herre / darvmb sal ich üch die warheyt sagen.
Hajek, Guͦte spise
87
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
gib in [fladen] also heiz fuͤr die herren.
Behrend, Magd. Fragen
204, 4
(
omd.
,
um 1400
):
Wenne nu der man synis herren ungenade vorchte unde vorterbnisz synis leibes.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
6, 5
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Doch gelauben wir: knecht knecht, herre beleibet herre.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
74, 24
(
omd.
,
1487
):
Es dÿnt mancher mitt grosser mu̇he sorge vnd arbeitt eÿnem zceitlichen hern von dem er wenig ere adder guttes entphangen.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
64, 11
(
nobd.
,
1422
):
Wer da kommbt gein Kennicken und jar und tag do sitzt on nachfolgenden herren, der ist unsers gnedigen hern von Meintz.
Lemmer, Brant. Narrensch. 18, Bildunterschrift V.
2
(
Basel
1494
):
Der ist eyn narr der vnderstot | Der welt zuͦ dienen / vnd ouch got | Dann wo zwen herren hat eyn knecht | Der mag jn nyemer dienen recht.
Sappler, H. Kaufringer
5, 524
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
Der knecht da des nicht enließ, | er dett, als in der herre hies.
Müller, Stadtr. Ravensb.
70, 10
(
oschwäb.
,
1326
/
30
):
Swer sime herren lopt ze dienende.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 145, 7
([
Augsb.
]
1548
):
Ain Herr der zuͦ lugen lust hat / deß diener seind alle gotloß.
Bastian, Runtingerb.
2, 50, 10
(
oobd.
,
1383
):
so gab mein hern dem Hans Chargen 8 guldein.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
560, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Schnell theten s’ dannen gahen, | paid heren und gesind.
Mell, Steir. Weinbergr.
123, 20
(
smoobd.
,
1543
):
Das perkrecht ist ain jeder seinem herrn phlichtig und schuldig zu fuern.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
12, 36
(
tir.
,
um 1519
):
wan ainer mit gotsgwallt beladen oder sünst in herrn gebot ist.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
295, 15
;
Große, a. a. O.
179a, 39
;
229a, 27
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 47, 7
;
2, 122, 4
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1028
;
Karnein, Salm. u. Morolf
63, 1
;
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 144, 4
;
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
20, 5
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
229, 30
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
231, 4
;
237, 4
;
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 68
[a], 1;
Edlib. Chron.
2, 13
;
Koller, Ref. Siegmunds
215, 28
;
Wyss, Luz. Ostersp.
6934
;
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
393, 14
;
Sappler, a. a. O.
16, 300
;
Wolf, Norm im sp. Ma.
59, 70
;
Gilman, a. a. O.
2, 111, 15
;
2, 121, 21
;
Dirr, Münchner Stadtr.
395, 15
;
425, 4
;
Bischoff, Steir. Landr.
85
.
Vgl. ferner s. v.  3, , ,  1,  35,
1
 1.
7.
in politisch-rechtlicher Funktion: ›j., der obrigkeitliche Gewalt ausübt, Inhaber eines Amtes, Rechtsperson, Inhaber der (sowohl niederen als auch höheren) Verwaltung oder Gerichtsbarkeit‹; im einzelnen: ›Richter, Schöffe, Bürgermeister, Stadtherr, Ratsherr, Dorfherr‹; die genaue Position ist aus den Belegen oft nicht erschließbar; mit Bezug auf die höhere Verwaltung auch: ›Fürst, Landesherr, König‹; im Pl. meist: ›Obrigkeit, Herrschaft‹.
Gehäuft Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
, , , , , ;
1
 1, .
Syntagmen:
der h.
(Subj.)
richten, etw. verordnen, jm. etw. erlauben, etw. gesezt haben, einen tag ansehen
;
jn. zum h. haben, vor dem h. rechtssachen haben
;
herre und fürst / meister / vogt, herren und obere / prälaten
;
herre dieses landes, der reussen, die herren der stat, des dorfes / gerichts
;
der abgeordnete / allerdurchlauchtigste / edle / ersame / gekorene / gnädige / grosse / kluge / oberste / regierende / scharfe / weltliche h.
;
mit herren hand / urlaub, des herren heis / land / willen, die gnade der herren, one wissen der herren
.
Wortbildungen:
herrenbote
(2. H. 15. Jh.),
herrendiener
,
herrenfriede
›Frieden, dessen Verletzung durch die Obrigkeit bestraft wird; von der Obrigkeit gebotene Friedenspflicht‹,
herrengeding
›Gericht(sverhandlung) innerhalb eines Herrschaftsbezirks‹,
herrengericht
,
herrenpein
›Strafe durch die Obrigkeit‹,
herrensak
›den Ratsherren gehörender Mehlsack‹,
herrenwette
›an die Obrigkeit zu zahlendes Bußgeld‹.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
144a, 18
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
der stete Jngesegel hant ouch Craft vber ander luͦte gewerb, hant ses mit des heren willen.
Helbig, Qu. Wirtsch.
3, 121, 37
(
md.
,
1455
):
wer ein solchs nicht enheldt unnde bricht, der ist den hern dasselbe gut vorfallin.
Aubin, Weist. Hülchrath
281, 10
(
rib.
,
1555
):
Hernwette: Die kleine ist 7½ ℔ Colsch, die große 5 mark.
Ebd.
282, 34
(
1615
):
Die herrengeding und andere gerichtstage werden jederzeit in presentia domini camerrarii pro tempore (qui amptmannus a capitulo vocatur) gehalten.
Ebd.
108, 5
(
1619
):
Daß der hochwurdigster erzbischof darzu ein gekorner herr seie.
Behrend, Magd. Fragen
23, 3
(
omd.
,
um 1400
):
Wolde ouch keyn herre geistlich adir wertlich synen undirsessen dirlouben, das sy uwer stadrecht mete gebruchen wolden, den mogit ir ouch uwer recht mete teilen.
Ermisch, Sächs. Bergr.
3, 13
(
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
Dys ist bergrecht yn unsers hern lande des margrefen czu Mißen.
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
62, 8
(
nobd.
,
1319
):
Es hant auch gesetzet unsre herren, der schulthaize, der rat, die scheppfen und die genanten, das ewiclich von der stat suln sein.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
22, 6
(
15. Jh.
):
man weyst zu dem rechten, das unßer gnediger herr von Rineck oberster herre und vogt ist und anders nymant.
Ebd.
24, 8
(
um 1430
):
zum ersten haben die hern des dorfs ein ungepoten gerichte jerlichen uf sant Johanns welczeltagk.
Chron. Nürnb.
2, 305, 1
(
nobd.
,
1449
/
50
):
Auch ist zu wissen, daz die becken stalen und vertrugen die seck sie selbs aneinander, und wurden auch vil herrnseck verloren.
Rupprich, Dürer
1, 158, 110
(
nobd.
,
1520
):
der man ist 18 schuh lang gewesen, hat zu Antorff geregiert und groß wunder than, das die herren der statt in einen alten buch viel von jm geschrieben haben.
v. Birken. Erzh. Österreich
81, 8
(
Nürnb.
1668
):
weil die verbitterte Burgerschafft Gr. Heinrichen durchaus nicht zum Herrn haben wolten.
Koller, Ref. Siegmunds
126, 19
(Hs.
um 1474
):
Sehent an, was yetzunt byschoff thunn: sye kriegen und furen allen unfride als weltlich herren.
Ebd.
296, 14
:
Es soll gar ein scharpffer herre werden richten, der balde wirt kommen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
157, 8
(
halem.
,
1525
):
Uf söllich vilfaltig anrüfen und nach vil handlung so haben unser herren und obern einen tag gen Rapperschwil angsehen und gsetzt.
Edlib. Chron.
5, 10
(
ohalem.
,
um 1500
):
Nach dem vnd vnsser herren vnd obren von stetten vnd lendren vns obgenantten botten gewisst habend unss mit den stössen zu beladen.
Maaler
219v
(
Zürich
1561
):
Herr vnd meister seyn über die statt betraͤffend sachen.
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
49, 32
(
schwäb.
,
um 1435
):
Waͤr aber, das die, die aͤchter enthalten hetten, fürsten oder herren diener wären.
Chron. Augsb.
7, 491, 7
(
schwäb.
, zu
1563
/
4
):
als nun unsere herren, ain ersamer rat, ain haus verordnet hat, darinnen die armen, mit diser kranckhait beladen, erhalten werden sollen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 58, 34
(
schwäb.
,
1639
):
so der amptman, anwalt oder die vierer befehlen, trewlich und gehorsamblich nachkommen und diejenigen, die muottwilig außbleiben oder uhngehorsamb sich erzaigen, mit herrengericht vorgenomen werden.
Dreckmann, H. Mair. Troja
12, 23
(
oschwäb.
,
1393
):
Lamedon, ditz landes küng und herr, wundert ser iur kunft.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 119, 29
([
Augsb.
]
1548
):
Vil Herren / übel Regiert.
Rintelen, B. Walther
24, 7
(
moobd.
,
1552
/
8
):
wann ein Hold vor dem Herren noch unvertragne Rechtsachen het, so ist in der Herr abzulassen nit schuldig, so lang biß er solliche Rechtsachen ausfüert.
Winter, Nöst. Weist.
2, 181, 4
(
moobd.
,
1489
):
ob aber zwen wärn die zu einander veintschaft hietn, so schulln si gutn herrenfrid haben pei dem fewr.
Ebd.
1, 931, 42
(
E. 16. Jh.
):
ob die vierer durch freuntschaft oder gunst willen anderst theten wann si zu recht sollen, so sein si herrenpeen hinwider pflichtig die man in pflichtig ist.
Meisen u. a., J. Eck
36, 27
(
Ingolst.
1526
):
diewil nun offtgemelte disputation sich lenger verzogen hatt dann unnser gnädigen herrnn und obern, ouch wir geachtet hetten.
Bischoff, Steir. Landr.
98
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Ez sullen alle phant verseczt werden mit herren hant, oder mit richter oder mit pergmaister hant.
Mell u. a., Steir. Taid.
46, 24
(
m/soobd.
,
n. 1590
):
wort auch durch die hernach regirenden herrn [...] mit merern absonderlichen freihaiten als wochenmärkt und andern begabt.
Moscouia
B 2v, 7
(
Wien
1557
):
Wer erstlichen der Reissen Herr gwest / ist zweiffelich.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
728
(
schles. inseldt.
,
1481
):
ir weÿssenen vnd clwgen irssamnen herren, wir bitten ewer lipliche ere vnd trewe, das ir woldet dem czeÿger desses briffes gẅtte wellen dirczeygen.
Helbig, a. a. O.
3, 143, 34
;
Dinklage, a. a. O.
15, 33
;
49, 18
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
1, 42
;
Kollnig, Weist. Schriesh.
123, 35
;
Behrend, a. a. O.
52, 13
;
53, 6
;
53, 15
;
203, 31
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
13, 3
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
210, 3
;
Goldammer, Paracelsus
5, 180, 3
;
5, 179, 13
;
Roloff, Brant. Tsp. Widmung
48
;
Welti, Stadtr. Bern
53, 19
;
Rennefahrt, Recht Laupen
65, 38
;
260, 31
;
Koller, Ref. Siegmunds
271, 29
;
Chron. Augsb.
7, 159, 5
;
9, 249, 29
;
Herzog, Landsh. UB
418, 14
;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 278, 13
;
Bischoff, a. a. O.
252
;
Doubek u. a., a. a. O.
101
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
134
;
ders., Recht Schemnitz.
1986, 299
;
Schmitt, Ordo rerum
107, 30
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 213
 f.;
Pfälz. Wb.
3, 869
;
Rwb
5, 787-793
.
8.
›Grundbesitzer, Grundherr, Gutsherr‹; damit meist auch: ›Lehnsherr (von verliehenem Grundbesitztum)‹ und oft: ›Herr von Leibeigenen‹; anschließbar an 6 und 8.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
der nachfolgende herre
›Herr, der die Rückkehr seines weggezogenen Leibeigenen verlangt‹ ( Dinklage, Frk. Bauernweist.
130
).
Syntagmen:
den h. abrechten
;
der h.
(Subj.)
güter haben, etw. bessern / verneuen
;
j.
(Subj.)
h. sein im dorf, zu felde
;
etw.
(Subj.)
dem h. heimfallen, etw. dem h. anfeilen
;
das lehen
(Subj.)
von dem h. sein, von dem h. lehen haben, hinter dem h. sitzen, etw. auf den h. fallen
;
der h. des gutes, von dem lande
;
der erbare / mächtige / rechte h.
;
des herren diener / eigen / eigenleute / gut / urbar, die gewonheiten der herren
.
Wortbildungen:
herrenfisch
1 ›Fisch als Abgabe‹ (a. 1546),
herrenfron
›Frondienst‹,
herrenhand
›Verfügungsbereich- und Gewalt eines Grundherren‹,
herrenhof
(a. 1456),
herrenhun
›Huhn als Abgabe‹,
herrenkelter
›Traubenpresse des Grundherren‹,
herrenkreuzer
wie
herrengeld
,
herrenküche
(a. 1642),
herrenlehen
›Lehen von einem (Grund-)Herren‹ (a. 1374),
herrenmas
›spezielles Maß für Abgaben an den Grundherren‹,
herrenmüle
›Mühle einer (Grund-)Herrschaft‹ (a. 1567),
herrenrolle
›Verzeichnis der Abgaben‹,
herrenschaf
›Schaf eines Grund- oder Gutsherren‹,
herrenschäfer
›für einen Grundherren arbeitender Schäfer‹,
herrenschäferei
›einem Grundherren gehörende Schäferei‹,
herrenstal
›(Pferde-)Stall eines Grundherren‹,
herrenstro
›Stroh als Abgabe an den Grundherren‹,
herrenwald
,
herrenwein
vielleicht: ›Wein des Grundherren‹,
herrenwiese
(a. 1642).

Belegblock:

Große, Schwabensp.
182a, 13
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Jst aber iz len, so gebe in der richter einen tach vor ir beider heren.
Aubin, Weist. Hülchrath
162, 4
(
rib.
,
1555
, Hs.
1693
):
alle diejenige, so korn, haber, hoener, [pen]ningsgelt auf diesen hof gelden, sollen solches lieberen mit der sonnen auf verleuß der güter und nach ausweisung der herrenrollen.
Kollnig, Weist. Schriesh.
148, 47
(
rhfrk.
,
1496
):
Item herenhuner erkennen sy unserm gnedigsten hern schuldig sin zu geben uf erfordern eines hunerfauts.
Ebd.
118, 31
(
1535
):
in Ladenburger gemark uff die brachacker [...] durch daß ganze jahr zu weiden, wie dan andere herrenschäffer von vielen jahren gebraucht haben.
Ebd.
239, 15
(
1571
):
wer es, das ein wirt do wer oder mehr, die do wein schenken, die solten dieselb zeit iren wein zustoßen, biß das der herrenwein auß were.
Ebd.
15, 6
(
1602
):
derowegen [...] gebetten, sie allein der hernfrohn zue befreyen.
Ebd.
171, 40
(
1610
):
Von dem lemmerzehenden auß der herrnschöferei diß orts hat die pfarr 7 lemmer jars stendig fallen.
Ebd.
227, 18
(
1619
):
Der weinzehenden wirt in 3 ganze teil geteilet; wirt der erste teil zur herrnkelter geliefert.
Ebd.
172, 24
(
1642
):
Erstlich ist die gemeind Kefferthal ihr gebürend herrenstroh nacher Heydelberg in herrenstall zu lifern schuldig.
Ebd.
263, 6
(o. J.):
Die gemeind allhier hat auch die nutzung der aichel und buchel wie auch den waidgang durchs ganze jahr im herrenwald zue genießen.
Küther, UB Frauensee
102, 19
(
thür.
,
1340
):
Waz ouch von unsem herren von Hersfelde an deme gutde zu leͤne geit, da wisen wir sıͤ an unsen herren.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
262, 38
(
thür.
,
1474
):
dyeselbigen gutter derselbe here lange zcyt unde viel jar [...] gehabit habe.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
26, 10
(
nobd.
,
1413
):
das ein iclicher probst zu Hauge sey rechter herre in dorff und zu felde zu Ürfelt.
Ebd.
25, 1
(
um 1430
):
wenn man in [der in das Dorf zeuget] dann zü hawßgenossen einnympt, so fregt man in, ab er keinen nachfolgenden hern habe oder nit.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 79, 11
(
schwäb.
,
1653
, Hs.
1698
):
es ist auch ein ganze gemaind der herrschaft schuldig ein malter habers herrenmaß.
Auer, Stadtr. München
450, 4
(
moobd.
,
1347
):
Swaz ain gepaur ab seines herren guot verkauft, daz mag der herr aftermaln nit an sprechen.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 175, 21
(
moobd.
,
1374
):
die lehen ist von dem erbern herren, her Hansen dem Frawnwerger von Prunn.
Rintelen, B. Walther
30, 15/17
(
moobd.
,
1552
/
58
):
so hat derselb Grundtherr seine Grundtholden an andere mechtige Herren und Landtleuth angevogt.
Bischoff, Steir. Landr.
100
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
stirbt ain mensch an erben, waz da verlehents guts lêt, daz wirt dem herrn ledig, da ez von ze lehen ist.
Ebd.
117
:
Wann ain man ain gût verseczt an herren hant.
Ebd. Anh.
2, 17
:
Es sullen auch der herrn vnd landlewt diener vnd all annder, so bey dem rechten nichts zu schigken noch ze thuen haben, vor der thur beleiben vnd sein.
Mell, Steir. Weinbergr.
110, 1
(
smoobd.
,
1543
):
ain jeder herr schol sein perkchnossen an dem perktaiding darin sezen.
Ebd.
131, 14
:
welcher ainen weingarten ain jar ungeschniten lässt, der ist dem herrn mit recht ain ander jar haimbgefallen.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
29, 27
(
tir.
,
1523
):
als die underthanen antzaigen, sy werden hart beswǎrt des aǔfwechsels halben, daz sy neǔn fierer gemaine mǔntz fǔr ainen herrnkreǔtzer geben sollen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
486
(
schles. inseldt.
,
1472
):
von den hunner sal Clos Schal dŷ herren ap rechten.
Piirainen, Igl. Bergr.
37, 21r
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
auf wölliches herren aigen funden wirt, perckhwerch vnd gemessen erkhenndt, dauon d(a)z dritte tail d(er) vrbarr vnd was dasselb Perckhwerch holz bedarf, inn den Gruebn vnd Gärtten, zuezunemen.
Große, Schwabensp.
126a, 3
;
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
344, 1
;
Kollnig, a. a. O.
229, 22
;
261, 24
;
Ermisch, Sächs. Bergr.
35, 16
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 13, 14
;
Welti, Stadtr. Bern
43, 30
;
Hipper, Urk. St. Ulrich
320, 6
;
Bastian u. a., Regensb. UB
412, 38
;
Dirr, Münchner Stadtr.
369, 22
;
Hör, Urk. St. Veit
209, 2
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
114, 30
;
Bischoff, a. a. O.
105
;
116
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
24
;
631
;
Bad. Wb.
2, 641
;
Pfälz. Wb.
3, 869
 f.;
Schwäb. Wb.
3, 1487
;
3, 1492
;
6, 2156
; .
Vgl. ferner s. v. , ,  1,  1, , .
9.
im militärischen Bereich: ›Heerführer, Truppenführer, Offizier, Anführer‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,  1,  1.

Belegblock:

Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
75, 16
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
do stundt er [hertzog Maximilian] ab von seinem phardt und tett sich zw den fuessknechten. Da was er herr und hawbtman und tet als ain mandlicher furst.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
398, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Dy seinen do mit schwerten | beschutzten iren heren
[Hector].
Thür. Chron.
7r, 16
.
10.
›Ehemann, Gemahl‹; daneben seltener: ›Hausherr, Familienoberhaupt‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  1,  3; vgl.  2,  2,  12.

Belegblock:

Thür. Chron.
3r, 23
(
Mühlh.
1599
):
Dieser Ninus bawete die grosse Stadt Niniue / vnd sein Weib Semiramis fuͤhrete nach jhres Herren Todt / viel Kriege.
Roloff, Brant. Tsp.
732
(
Straßb.
1554
):
In meiner behausung würt sie sein | Herr und meister in allen dingen.
Henisch
163
(
Augsb.
1616
):
Baal / ein geschnitzter abgott / ist in Hebreischer vnd Syrischer sprach so vil / als ein habender oder Herr vnnd Haußvatter.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
95, 14
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Ir solt auch wissen, das ir mein rechter herr und eelicher gemachel seidt.
Ebd.
46, 17
:
Mit sölicher ir tugent und güetigkait bracht auch sy [die edel fürstin] den herren, das er zue nam in aller tugent und sich von tag zu tag pesserte.
Qu. Brassó
5, 440, 35
(
siebenb.
,
n. 1646
):
Welsche [Weiber] ihre Herren nicht haben können auslösen der großer Summa Gel[d]s wegen, die haben die Wallachen alsbald zum Tor hinaus geführt auf die Misthaufen und niedergehauen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
657, 12
;
Perez, Dietzin
1, 409, 8
;
Wickram
4, 6, 8
;
Brandstetter, Wigoleis
210, 38
.
11.
›Mann höheren Standes, (sozial) Höherstehender; Adliger, Edelmann, Fürst‹; im Pl. auch: ›Adel; Adelsgeschlecht‹; seltener: ›Patrizier‹.
Gegensätze:
armer man
(s. v. , Adj., 4),
1
 2.
Syntagmen:
den h. rufen, um hilfe anschreien, die herren aus der stat weisen
;
der h.
(Subj.)
etw. lesen, jm. etw. sagen, zu dem hof komen, eine tugend an sich haben, ein beisitzer sein, sich von dem wein abferren, um jn.
(z. B.
eine frau
)
werben, stolz werden, sich befleissen etw. zu tun, die herren
[woher]
kommen, feindschaft / neid gegeneinander haben
;
etw. dem h. klagen
;
der krieg
(Subj.)
mit den herren angehen, etw. bei dem h. tun, etw.
(Subj.)
bei den herren wildbret sein, zu einem h. kommen, die herschaft von dem h. abledigen
;
der erbare / grosse / hochgeborene / hohe / wolgeborene h.
;
nach des herren empfelnis, der herren werk, der zorn der herren
.
Wortbildungen:
˹
herrenessen
,
herrenmal
 ˺ ›köstliche, üppige Speise / Mahlzeit (wie bei Höherstehenden üblich)‹,
herrenfisch
2,
herrengrab
,
herrenherberge
(M. 17. Jh.),
herrenleilach
›feineres Bettuch (für die Herrschaft)‹,
herrenpot
›für höhere Stände angefertigter (Ton-)Topf‹,
herrenschale
›für höhere Stände angefertigte Schale‹,
herrenstand
›Adelsstand‹; dazu metonymisch: ›Grundbesitz einer Adelsfamilie mit Wohnsitz‹,
herrenwirt
›Gastwirt für die Herrschaft‹ (a. 1587),
herrin
2 (a. 1596).

Belegblock:

Luther, WA
32, 71, 4
(
1530
):
Darumb yhe grosser herr, yhe grosser dieb am hofe.
Große, Schwabensp.
164a, 8
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
wer iz dar vber tuͦt, it si eyn here oder eyn arm man, der ist eyn velschere.
Lau, Qu. Siegburg
116, 42
(
rib.
,
1516
):
De schoin modellen ind herenpoet ind wisse kroichen, eder hundert sall gelden daivan 4 mr.
Ebd.
134, 17
(
1552
):
das hundert schoner herrenschalen 20 wisspenning.
Quint, Eckharts Trakt.
16, 15
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wie manic tûsent der [menschen] sint, hæten sie sehzic mark, [...], sie diuhte, daz sie herren und vrouwen wæren und daz sie vil rîche wæren.
Laufs, Reichskammergo.
99, 10
(
Mainz
1555
):
neben dem cammerrichter acht beisitzer und under denen der graffen oder herrn einer.
Knape, Messerschmidt. Bris.
14, 17
(
Frankf./M.
1559
):
Die Herren beredten sich auff dem Blatz mit einander / also das [...] Brissonetus mit jeglichem Venediger / den beydē rittern drey treffen solt thun.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
6, 1
(
Frankf./M.
1626
):
Als nun daselbst eine grosse Anzahl Ertzbischoffen / Bischoffe / Fuͤrsten / Herrn / Graffen / Ritter / Adelsstandes Personen erschienen / trug der Pabst den Anwesenden Staͤnden die Sache mit einer sehr schoͤnen [...] Rede fuͤr.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
717, 17
(
thür.
,
1421
):
in der zeit was der eldiste bruder von den herren zu Myssen uff dem Ach wege.
Anderson u. a., Flugschrr.
22, 3, 31
([
Erfurt
]
1525
):
Darumb Ernuester Juncker vñ lieber bruder ynn Christo / thut das best bey den herren vnd Edelleuͤtten / durch ewer geschrifft.
Thür. Chron.
9r, 11
(
Mühlh.
1599
):
Zuuoran sollen Fuͤrsten vnd Herrn obgesetzte Tugenden an sich haben / Wo das nicht ist / ist der Hoff ohne Ehr.
Loose, Tuchers Haushaltb.
74, 22
(
nürnb.
,
1509
):
Item mee 1 stuck czu hernleilach, helt 90 steb czu 31 ½ ₰, facit 8 fl. 12 ß.
Sachs
19, 369, 14
(
Nürnb.
1564
):
So endet sich das letzt capitel | Deß buchs der sprüch, darinn on mittel | Zeigt an, daß könig, fürstn und herrn | Sollen sich von dem wein abferrn, | Von uberfluß der schlemmerey.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 493, 6
(
Nürnb.
1631
):
Jhr Heymet Bultenburg man nennt, | Da fuͤhrten sie ein Herrenstand.
Spanier, Murner. Narrenb.
82, 14
(
Straßb.
1512
):
Wem ein herr yetz übel wil, | Die schiessent all des herren zil
[wohl: ›die lügen ihm zu gefallen‹].
Koller, Ref. Siegmunds
176, 46
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Aber soll man wüssen, das die stiften ains tunt, das sy sich zusamen verbindent, vier oder fünf zusamen, als stett und herren tunt.
Fuchs, Murner. Geuchmat
351
(
Basel
1519
):
Es warben umb sy [Penelope] fürsten, herren.
Barack, Zim. Chron.
2, 640
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
dann ainer vor jaren ein herrenmal umb drei creuzer hat zu Oberndorf kinden einnemen.
Müller, Stadtr. Ravensb.
200, 18
(
oschwäb.
,
um 1420
):
Das kain burger kains herren gesworner raut nit sin sol.
Memminger Chron.
15, 7
(
Ulm
1660
):
Vmb diese Zeit gieng der Staͤtt Krieg / mit Graffen vnd Herren an.
Henisch
155
(
Augsb.
1616
):
Einen gebratnen aurhanen / pfawen / vnd zwen fasan in einer schuͤssel auffsetzen / welches bey grossen Herren das herrlichst wildpret ist.
Ebd.
668
:
Wo Herren sind / da sind decklacken / das ist herrligkeit an tapeten / klaidern / vnd andern schmuck gezieret / vnd gehoͤrt den Herren zu.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
245, 4
(
oobd.
,
1349
/
50
):
prât in [æl] schôn und lanksaim, sô wirt er ain herrenezzen.
Schmitt, Ordo rerum
101, 30
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Magnates groß geborne [...] hochgeborn [...] hachparen heren.
Weber, Füetrer. Poyt.
142, 1
(
moobd.
,
1478
/
84
):
ER kam zw ainem herren, | der was ain fürste guos.
Rintelen, B. Walther
83, 22
(
moobd.
,
1552
/
8
):
was den Herrenstand und Adl belangt, bey den selben werden die Weibspersonnen zu erben nit zuegelassen.
Bremer, Voc. opt.
12092
(
mbair.
,
15.
/
16. Jh.
):
Sandapila [...] edelgrab [...] edler herren grab [...] edelherren grab [...] herrengrab.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
356, 2
;
Luther, WA
51, 648, 73
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
690, 5791
;
Große, a. a. O.
138a, 21
;
Thiele, Minner. II,
25, 16
;
Laufs, a. a. O.
142, 4
;
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 29, 3
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
112, 20
;
v. Liliencron, a. a. O.
31, 5
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
36b, 2
;
Henschel u. a., Heidin
581
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 19, 15
;
Engel, Rats-Chron. Würzb.
111, 11
;
Köbler, Ref. Nürnberg
72, 7
;
v. Birken. Erzh. Österreich
64, 18
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
413, 6
;
Wyss, Luz. Ostersp.
2973
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
4, 6
;
132, 19
;
hail. altvaͤter
71v, 22
;
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
87, 7
;
Sappler, H. Kaufringer
2, 92
;
3, 450
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
9, 14
;
Memminger Chron. Beschr.
27, 16
;
Pfeiffer, a. a. O.
169, 30
;
Primisser, Suchenwirt
4, 94
;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 136, 12
;
UB ob der Enns
10, 358, 2
;
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
211, 89
;
Hulsius
H ivr
;
Schwäb. Wb.
3, 1495
.
Vgl. ferner s. v.  1,
1
 3,  1,  3,  1,  3.
12.
gelegentlich wohl auch schon mit partiellem Zurücktreten des Standesbezugs: ›vornehmer, reicher Mann; Mann mit Anstand und guten Sitten‹; anschließbar an 11.
Häufiger seit dem 16. Jh.

Belegblock:

Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
110, 36
(Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
Es wollt ein her spaciern gan, | da begegnet im ein aff inn kurzweile.
Luther, WA
51, 652, 209
(
um 1535
):
Ein ander her / ders besser kan.
Allg. Schau-Buͤhne
39, 51
(
Frankf.
1699
):
Rober de Vieux [...] war nebst seiner hohen Geburt / ein Herr von vortreflichen Gaben und Qualitaͤten.
Skála, Egerer Urgichtenb.
189, 4
(
nwböhm.
,
1577
):
Heern So dieser Inquisition bej geWondt, h.Jorg Steinheuser. h. Christof KlinckerVogl. vnd der Stadt schreiber.
v. Birken. Erzh. Österreich
80, 14
(
Nürnb.
1668
):
Wie er [Rudolphus] nun von Natur ein demuͤtiger Herr ware.
Päpke, Marienl. Wernher
7244
(
halem.
,
v. 1382
):
Und sprach Ihesus zedem werden her, | Den zwain bruͦder, also da.
Sappler, H. Kaufringer
9, 16
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ain pad ward da den zwaien | beraitt in ainen zuber gros. | darein sas der herre plos | und mit im die frawe zart.
Barack, Zim. Chron.
2, 401, 10
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Es ist warlich ain ansehenlicher herr.
Dreckmann, H. Mair. Troja
8, 15
(
oschwäb.
,
1393
):
do sess ain küng, hiez Oetes, der wär ain witzig weiser alter herr.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
1, 4
;
Fastnachtsp.
1346, 9
;
v. Birken. a. a. O.
77, 33
;
Koller, Ref. Siegmunds
218, 8
;
Wickram
4, 28, 20
;
Sappler, a. a. O.
14, 171
;
Bauer, Geiler. Pred.
76, 14
.
13.
als (höfliche) Anrede vor Personennamen oder vor Titeln, auch als höfliche Form der Namensnennung, seltener als direkte Anrede ohne Name und Titel; diese Form der Anrede findet sich im gesamten frnhd. Zeitraum sowohl bei Adligen als auch bei Bürgern, bei Bürgern gehäuft seit dem 15. Jh.; die genaue soziale Stellung des Angesprochenen oder Genannten ist aus den Belegen allerdings nicht immer rekonstruierbar; auch bei der Nennung biblischer Figuren.
Syntagmen:
jn. h. nennen
;
h. Adam / David / Kaiphas / Martinus Opitius / Moses / Salomo / Simeon / Thomas, der h. Erasmus Rotterdamus, h. abgesandter / hauptman / kamergraf / könig / pfarrer / richter / schreiber / vater / vogt / wirt, der h. abt / bruder / dechant / erzbischof / homeister / babst / probst, die herren geistliche, gnädiger / hochansehnlicher / lieber / würdiger h., mein h., der achtbäre h., ir herren (alle), ir brüder und herren
.

Belegblock:

v. Bunge, Livl. UB
4, 127, 32
(
nrddt.
,
1396
):
mit drauwe derselben herunge hatte abgekart vil man des stichtes zu Rige von dem vorgenomten herren erzbischofe.
Schorer, Sprachposaun
8, 20
(o. O.
1648
):
Sie koͤnnen keinen kein Herrn mehr nennen / er muß Monsieur heissen / vnd ist das das schlimste an diesem Wort / daß bald ein jeder Bernheuter ein Monsieur geheissen wird.
Große, Schwabensp.
46a, 21
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Nv ist vns gekuͦndeget von der hilligen scrift, daz sich an her Adame de erste werlt irhuͦp.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
350, 16
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
wer half hern Dâvit vürbaz mêr, | daz er Golîas brâhte drâte in swær?
Chron. Köln
1, 7, 6
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Wat is vr wille her konynck here?
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
940
(
mrhein.
,
um 1335
):
Dicat herodes: | Willekomme, ir herren alle.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
117, 27
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Herre [konnig Karle] sprachen die ritterschafft / wir wollen vnser lehen entphahen.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
17, 17
(
Frankf./M.
1626
):
Da doch Herr Martinus Opitius der Fuͤrst aller Teutschen Poeten [...] sich selber vielfaltig das i vnd uͤ [...] zu schliessung der Reymen ohn Vnterschiedt gebrauchet.
Allg. Schau-Buͤhne
33, 34
(
Frankf.
1699
):
Koͤnig Philipp der III. der seinen Herrn Vater an Verstand und Gaben des Gemuͤths nicht gleichte.
Ermisch, Freib. Stadtr.
86, 12
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Her Niklaus, ich mane uch mit dem eide, [...], ab uch daz wizzelich si, daz her Heinrich den vride gebrochen habe an hern Cunrate mit worten unde mit werken.
Ebd.
26, 22
:
Her richter, an dem huse hab ich rechtis erbecinsis also vil alle iar.
Göz. Leichabd.
162, 1
( 
Jena
1664
):
Hochansehnliche Herren / Tugendbegabte Frauen und Jungfrauen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
2, 16
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ouch erte der keyser yn [Marco Polo] unde sinen vatir her Nycklos Polo also grobelichin das die besten in des keysirs hove si vil sere nydin.
Skála, Egerer Urgichtenb.
147, 4
(
nwböhm.
,
1575
):
Ist bej solcher besprachung von Raths Wegen gewesen herr. Adam Keßler, herr Jorg Steinheiser, dan der Stadt Richter beneben dem stadtschreiber.
Rupprich, Dürer
1, 41, 1
(
nobd.
,
1506
):
Dem erberen weisenn her Wilbolt Pirkamer, pürger zw Nörnberg.
Ebd.
1, 160, 124
(
1520
):
es haben herr Hans Ebner und herr Niclas Groland zu Prüssel 8 tag, zu Ach 3 wochen und zu Cöln 14 tag nichts von mir in die cost wollen nehmen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
246, 28
(
els.
,
1362
):
Do sprochent die túfel: „In disen búrnen ist die helle. Do inne siczet vnser herre Beelczebup“.
Vetter, Pred. Taulers
10, 16
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Von disem uzgange vinden wir ein glichnisse in her Moyses buͦche.
Roloff, Brant. Tsp. Widmung.
3
(
Straßb.
1554
):
Dem Erbarn und Namhafftigen Herren Ißrael Minckel dem Bergkherren von Straßburg.
Sappler, H. Kaufringer
32, 83
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
sagt an, her wirt, wen nennt ir gast?
Memminger Chron. Beschr.
18, 6
(
Ulm
1660
):
diese Schulen [...] wie dann besonders die Herren Geistliche nicht nur zu gewissen Jahrszeiten / sondern Wochentlich dieselbe besuchen.
Eschenloher, Medicus
69, 20
(
Augsb.
1678
):
welches villeicht geschehen aus Andeutung ihres Herrn Bruders / so etliche Jahr ein grosse Affection, Lieb vnd Eiffer / gegen vnd bey solchem erzeigt vnd gesucht hat.
Wolf, Norm im sp. Ma.
26, 7
(
oobd.
,
1486
):
Bruder Franciscus gelobt gehorsam vnd erwirdikeit dem herren pabst Honorio.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
158, 13
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Darnach schryb der kayser und sein sun, hertzog Maximilian, herrn Reynprechten Reyhennburger, der hertzog Maximilian inn Burgundi marschalkh gewesen was.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 348, 5
(
moobd.
,
1420
):
dem erbern herrn Jacoben Laendsteter, zu den zeiten pfarrer zu dem heyligen Gaist.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
8, 6
(
tir.
,
1464
):
Was sol ich eüch sagen oder schreiben, ir liebsten prüder vnd hërren, von seinem lob?
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
263, 14
;
Große, a. a. O.
204a, 28
;
Dat nuwe Boych
429, 23
;
Chron. Köln
1, 4819
;
Aubin, Weist. Hülchrath
104, 4
;
Tiemann, a. a. O.
123, 16
;
Karnein, Salm. u. Morolf
26, 2
;
Froning, Alsf. Passionssp.
7439
;
Löscher, Erzgeb. Bergr.
67, 2
;
Behrend, Magd. Fragen
203, 3
;
Küther, UB Frauensee
185, 33
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
147, 18
;
Weise. Jugend-Lust
97, 27
;
Leman, Kulm. Recht
2, 3, 150
;
Skála, a. a. O.
136, 1
;
Anderson u. a., Flugschrr.
30, 6, 25
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
7, 14
;
Kocher, Rechn. Schönenwerd
181, 73
;
Edlib. Chron.
4, 16
;
Koller, Ref. Siegmunds
119, 21
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
58, 12
;
Sappler, H. Kaufringer
17, 102
;
Chron. Augsb.
9, 143, 28
;
Memminger Chron. Beschr.
6, 29
;
Klein, Oswald
5, 10
;
67, 73
;
116, 49
;
Dirr, Münchner Stadtr.
592, 15
;
UB ob der Enns
9, 395, 9
;
Vogel a. a. O.,
1, 444, 11
;
Munz, Füetrer. Persibein
504, 2
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
685
;
613
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
47
;
48
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
34, 2
;
Rechn. Kronstadt
3, 71, 10
.
14.
›Eigentümer, Besitzer von etw.‹; gelegentlich auch bezogen auf den Träger einer Eigenschaft.
Phraseme:
untreue schlägt iren herren
.
Bedeutungsverwandte:
 3, ; vgl.  4,
2
(s. v.  1), , .
Syntagmen:
dem h. etw. geben
;
der h. des ackers / esels, der wiesen, des gutes / hauses
;
der rechte h
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
23, 27
(
Magdeb.
1608
):
habe der Fusgenger dem Reuter seinen Esel vmb ein Geld abgemietet / [...] / darnach sich in seinen schatten gelegt / das doch der Herr des Esels nicht gestehen / sondern den schatten fuͤr sich selber brauchen wollen.
Große, Schwabensp.
198a, 14
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Swer in ban worsten wilt wuͦndet [...], der sol dem heren, des dat wilt ist, sestich scillinge geben.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
130, 2
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Der hunt bleyp by syme herren / vnd hüde yne vor den dieren.
Köbler, Ref. Wormbs
100, 18
(
Worms
1499
):
Aber es gepürt sich vnd ist not das der cleger bewyse das der grundt syn vnd er des nutzlich besitzer oder herr sy.
Sappler, H. Kaufringer
14, 748
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
dunkt mich sein guot und recht, | wenn untrew iren herren slecht.
Köbler, a. a. O.
134, 10
;
ders., Ref. Franckenfort
72, 3
;
Behrend, Magd. Fragen
154, 5
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
198, 18
;
Mayer, Folz. Meisterl.
103, 551
.
15.
›Held‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 2, (
der
13.

Belegblock:

Rot
315
(
Augsb.
1571
):
Herr, soll vom Griechischen wort Heros / hye sein / Ein Tapffer kuͤner Mann / der grosser Tugendt ist / ein Heldt.