haupt,
(besonders md.)
heupt,
(v. a. alem. gelegentlich
hopt,
rib.
hoft
)
das
,
selten
die
(gehäuft 7), vereinzelt
der
;
-(e)s,
selten
/-er, -e, -
Ø
(gehäuft 5);
auch als
Präfixoid
(16). – Die Bedeutungspositionen 1-5 gehen vom Kopf als Teil des Körpers aus und sind auf Menschen (1-3) und Tiere bezogen (4-5), 6-9 verbindet das Merkmal des Obersten bzw. Äußersten (Anfang und Ende), 10-14 und 16 das Merkmal des Zentralen, Übergeordneten, Vorzüglichen. 15 bezieht sich auf ein Flächen- oder Längenmaß. Das Bedeutungsspektrum von
haupt
stimmt weitgehend mit dem des lat.
caput
(
Georges
1, 989-992
) überein.
1.
›Kopf eines Menschen (einerseits anatomisch als Teil des Körpers, andererseits als Sitz des Geistes, v. a. des Verstandes)‹; gelegentlich bezogen auf Skulpturen und Reliqiuen; als Metonymie: ›Leben‹; selten metonymisch auch für einzelne Teile des Kopfes, z. B.: ›Gesicht‹, ›Mund‹.
Phraseme:
das haupt werfen
›sich umdrehen‹;
das haupt legen
›sterben‹;
die füsse das haupt regieren; etw.
(Subj.)
kostet jn. das haupt
›jm. geht etw. ans Leben‹;
etw. auf js. haupt legen
›jm. die Verantwortung für etw. übergeben‹;
sein haupt an etw. setzen
›sein Leben für etw. einsetzen, opfern‹;
auf dem haupt gehen / tanzen
›verrückt sein vor Freude oder Übermut‹;
jn. vom haupt tun
›jn. enthaupten‹;
etw.
(Subj.)
geht jm. über / an das haupt
›etw. wächst jm. über den Kopf, wird ihm zu viel‹.
Bedeutungsverwandte:
 4; vgl.  1, .
Syntagmen:
das h. beschweren / (empor)heben / höhen / neigen / salben / waschen / wiegen, zu einem pfand setzen, in gold verwirken, jm. das h. abschlagen / abschmeissen / abschneiden / abschiessen / abschwingen / spalten
;
das h.
(Subj.)
jm. bedekt sein, we tun, das h. einen kranz tragen
;
etw.
(Subj.)
dem h. wol dienen
;
zwei finger auf das h. legen
(bei einem Schwur),
asche auf das h. legen
(als Zeichen der Trauer und der Klage),
einen mantel über das h. haben, hüte auf den häuptern haben, ein kreuz mit dem h. machen, im h. verirt sein, j.
(Subj.)
abgang in dem h. haben, den helm zu h. binden, jm. dornen in das h. drücken, einen streich auf das h. geben, etw.
(Subj.)
bei / zu js. häupten liegen / stehen
;
h. und gliedmassen
;
das h. eines menschen
;
das bare / blosse / entblöste / geneigte / heilige / hochwürdigste / hölzerne / niedergesenkte / schwache / silberne h.
;
der wirbel des hauptes, die blödigkeit / reinigkeit / verlierung des hauptes
.
Wortbildungen:
hauptband
›Kopfschmuck, Kranz‹ (a. 1478),
hauptbinde
›Kopfbinde, Kopftuch‹ (a. 1561),
hauptblater
›Geschwür am Kopf‹ (a. 1616),
hauptblössen
›Entblößen des Kopfes‹ (M. 14. Jh.),
hauptbret
›Brett am Kopfende des Bettes‹,
hauptgat
›Halsausschitt an einem Kleidungsstück‹ (a. 1584; dazu bdv.: ,  1), ˹
hauptgescheide
(a. 1621),
hauptgeschein
(a. 1497)˺ jeweils ›Kopfweh, Schwindel‹,
hauptgeschir
›Kopfteil des Harnischs‹ (a. 1471),
hauptgold
›Krone, Stirnreif‹ (14. Jh.),
haupthar
,
hauptharnasch
›Helm, Sturmhaube‹ (dazu bdv.: ,
1
),
haupthelm
(15. Jh.),
haupthofstat
›Richtstätte‹ (a. 1373) (dazu bdv.: vgl.  2),
hauptkleid
›Kopftuch, Kopfbedeckung‹ (um 1400),
hauptkompanie
1 (a. 1633),
hauptlaus
(a. 1561),
hauptlene
›Kopfstütze; Kopfende des Bettes‹,
hauptlocke
›Haarlocke‹ (a. 1466),
hauptmütze
(a. 1612),
hauptneigung
(um 1480),
hauptnet
›Kopfende des Bettes‹ (a. 1623),
hauptnicke
›Neigen des Kopfes‹,
hauptpille
›Mittel gegen Kopfschmerz‹ (um 1560),
hauptpolster
›Kopfkissen‹ (dazu bdv.: , ),
hauptsalbe
›Salbe für die Anwendung am Kopf‹ (a. 1400/33),
hauptschale
›Hirnschädel‹ (2. V. 15. Jh.) (dazu bdv.: vgl.  1),
hauptschlappe
›Kopfbedeckung‹ (a. 1563),
hauptschleier
(a. 1596),
hauptschwindel
,
hauptschuppen
›Schuppen auf dem Kopf‹ (a. 1561),
hauptstich
›Stichwunde am Kopf‹ (a. 1527/28),
haupttaub
›geistesschwach‹ (a. 1571),
hauptwasen
›Hinrichtungsstätte‹ (a. 1514),
hauptwirbel
›Scheitel im Haar des Menschen‹ (a. 1561),
hauptwund
›am Kopf verletzt‹ (a. 1497),
hauptwurm
›Wurm, der angeblich Kopfschmerzen verursacht‹ (a. 1328/30),
hauptzierde
›Kopfschmuck‹ (a. 1561),
hauptzopf
›Haarlocke‹ (2. Dr. 15. Jh.); Diminutiv:
häuptchen
,
häuptel
(3. Dr. 15. Jh.),
häuptlein
1 (a. 1678).

Belegblock:

Schorer, Sprachposaun
73, 17
(o. O.
1648
):
wie sie [Weibsbilder] das Haͤuptchen von einem Ort zum andern wackeln lassen / als wans sonst am Gewicht hienge.
Lappenberg, Fleming. Ged.
201, 138
(
1683
):
Solt‘ Alexander ruhn und schlafen mit Vergnügen, | so musten Buch und Dolch zu seinen Häupten liegen.
Luther, WA
33, 111, 26
(
1531
):
wie reimet sich das? die treppen hinein uber heubt undt rucken? Es scheinen diese wortt, als weren sie lauter lugen?
Ebd.
51, 635, 223
:
Gehestu aüff dem heǔpt?
Fischer, Brun v. Schoneb.
111
(
md.
, Hs.
um 1400
):
konig Salomo hete ouch ein bette | [...] | sine houbitlene was guldin.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
134, 13
(
preuß.
,
1439
):
1 holczen houpt mit eyner sulberen cronen.
Quint, Eckharts Pred.
273, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Her umbe sint die man gelîchet den obersten kreften, wan sie alle zît blôzes houbetes sint, und die vrouwen den nidersten kreften, wan in daz houbet alle zît bedecket ist.
Dat nuwe Boych
441, 3
(
rib.
,
1396
):
her heinrich vnd heytgin wurden namaltz gevangen vnd lyessen yn ouch yre houft vpme heumarte afslain.
J. W. von Cube. Hortus
84, 53
(
Mainz
1485
):
alle zyt sal man camillen blomen haben in der laugen dienet dē heupt woͤl vn̄ macht guͦt vernunfft.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
84, 2
(
Frankf.
1535
):
Das haupt geweschen mit alaun wasser toͤdtet die leuß vnd die niß.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 201, 11
(
Frankf.
1602
):
Herr, ich hab es jo gestern gesagt, daß meine haupthaar viel älter seynd, denn die im barte.
Hübner, Buch Daniel
6642
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
do du [Danyel] din hel | Hattes in dem gebete | Blibende daran stete | Vor gotlichem anblicke, | Vasten, knyen mit houbtnicke.
Strauch, Par. anime int.
22, 1
(
thür.
,
14. Jh.
):
sente Paulus sprichit: ,diz houbit und dise gelidimese sint ein lichame, und ein lichame hait einen geist‘.
Ermisch, Sächs. Bergr.
8, 24
(
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
So sal der vinder treten uf syne hengebang und sal czwene vingere legen uf syn houpt unde sal swern, das daz syne rechte funtgrube sy.
Gille u. a., M. Beheim
48, 18
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wann aber due | Vastest, so salb | dein hǎbt mit ol | und wasch vil schon | dein antlucz allenthalb.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
105, 12
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
so man der feindt gewar wurdt, so kan ein jglicher von seynem knabenn sein hauptharnisch vnd spis one beschwerung vnd behennde [...] nemen.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
2, 31
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
do sie [die kinder von israhel] sahen ir heiligtum czustort [...], do weynten sie mit großer clag und legten den aschen auf ir hawbt.
Dietrich. Summaria
19r, 31
(
Nürnb.
1578
):
sintemal auch alle herlin auff jrem haubt gezelet sind.
Harsdoerffer. Trichter
3, 253, 26
(
Nürnb.
1653
):
Das Haupt gleicht einer umgekehrten Waage / die Augen sind die Waagbalken / die Ohren die Waagschalen nach welcher Gewichtung / das Zuͤnglein den Ausspruch machet.
Geier, Stadtr. Überl.
15, 14
(
nalem.
,
14. Jh.
):
swer dem andern sin boͤm abehoͧwet, ald sin reben ushowet aldir zert [...], den sol man vom hoͧpt tuͦn.
Menge, Laufenb. Reg.
3034
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
In allem schloffe sunder zwor | Lege din houpte hohe enbor.
Vetter, Pred. Taulers
93, 24
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
so wellent soliche lúte dis durchbrechen rechte mit gewalte in eime gestúrme und machent boͤse hoͮbeter.
Chron. Strassb.
515, 3
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
Urbanus der fünfte [...] verwirkete sant Peters und sant Paulus höubeter in golt und edelgesteine mit grosser gezierde.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
724, 25
(
halem.
,
1471
):
Wir fuͤgen úch, zuͦ wissen, daz wir an úwerm harnaschen oder blattenmacher gefrúmpt habent, [...] ob er ettwaz mer von hoptgeschier oder ruggen, daz uns eben waͤr, machte.
Plant u. a., Main. Naturl. 302r, a,
25
(
ohalem.
, Hs.
E. 14. Jh.
):
Nach der heiden geloͮbe ianus dc ist dez iares got der het zwei hoͮbet dc er hindene vn̄ vorne gesehe.
Maaler
213v
(
Zürich
1561
):
Das Hauptbraͤtt an einer bettstatt.
Ebd.
214r
:
Hauptschwindel (der) oder vmbtrümblung / als wenn die truncknen vnnd auch die krancknen waͤnend es gange als vnderobsich / der ofen tantze / das hauß lauffe vmb / vnd standend zwey liechter auff dē tisch / so doch nur eins ist.
Lauater. Gespaͤnste
13r, 30
(
Zürich
1578
):
[ein man̄] sagt es were jm nie baß gewaͤsen dann do er jm houpt also verirret.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 46, 18
(
Luzern
1597
):
Johanni thuͦt mans houpt abschlan | Darumb, das er die laster strafft.
Morrall, Mandev. Reiseb.
9, 6
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
satztend im die kron in soͤllicher mäß uff daz sie im die dorn drucktend in daz houpt.
Sappler, H. Kaufringer
13, 66
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
du werdest dann des zans beraubt, | der übel stinkt aus deinem haubt.
Anderson u. a., Flugschrr.
23, 8, 30
([
Augsb.
]
1525
):
wie ains yeden haupt nitt gefallen mag / das sollichs seyne füeß regieren wolten.
Buijssen, Dur. Rat.
28, 19
(
moobd.
,
1384
):
Pey dem haup ist zwͦ vorsten daz gemuet und dıͤ verstentnuͤzz, die das obrer ist under allen werkchen der sel.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
405, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Hector was grimmes muetes – | dem künig thet er sein haupt inn mitten spalten.
Munz, Füetrer. Persibein
158, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Her künig, ich [Persibein] flech, das ir mir das erlaubet, | zue reitten gen der fraise, | ich gesig oder ich secz dar an mein haubet.
Kummer, Erlauer Sp.
3, 581
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
so hat er dann alz vil hars auf dem haupt als auf der zungen.
Wackernell, H. v. Montfort
5, 211
(
soobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
der sach wirt nieman nie verlorn, | dann grosse hoptprälaten: | die blasent iren âten | zuo der sach durch gitikeit.
Moscouia
B 4v, 37
(
Wien
1557
):
Diser Volodimer hat [...] dem Obristen ain Silbrens haupt auff einen hültzen Pottich machen lassen.
Ebd.
D2r, 39
:
Er [der Metropolit] aber nebē dem Jungē sitzund mit nider gesen̄gcktem haupt bett.
Zingerle, Inventare
66b, 16
(
tir.
,
1472
):
acht hawptpöllster mit köllischen tziechen.
Qu. Brassó
5, 427, 19
(
siebenb.
,
1612
):
Den 22. Augusti sein die Haiduken [...] von den Cronern geschlagen, also dass man 35 Haubter brocht.
Schorer, Sprachposaun
73, 17
;
Mieder, Lehmann. Flor.
441, 23
;
Luther, WA
33, 107, 6
;
49, 622, 14
;
Ziesemer, Proph. Cranc Jes.
22, 12
;
Große, Schwabensp.
160a, 13
;
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
129, 36
;
Buch Weinsb.
1, 102, 17
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 163, 3
;
Quint, a. a. O.
2, 584, 4
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
147, 4
;
Karnein, Salm. u. Morolf
387, 4
;
Wyss, Limb. Chron.
88, 14
;
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
11, 33
;
Dubizmay, kurß zu Teutze
71, 12
;
Perez, Dietzin
1, 316, 15
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
18, 25
;
Welti, Pilgerf. v. Walth.
29, 33
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
14, 11
;
Eggers, Psalter
43, 26
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
39, 21
;
Mathesius, Passionale
42v, 20
;
Leman, Kulm. Recht
2, 2, 66
;
M. Cunitia. Ur. Prop.
149, 27
;
Rupprich, Dürer
2, 199, 120
;
Fischer, Folz. Reimp.
25, 315
;
Reichert, Gesamtausl. Messe
31, 3
;
145, 6
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
75
;
Sachs
20, 393, 4
;
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 46, 12
;
Bachmann u. a., Volksb.
65, 10
;
326, 15
;
Rieder, Gottesfr.
23, 13
;
Lauchert, Merswin
12, 15
;
Chron. Strassb.
431, 2
;
Sudhoff, Paracelsus
5, 382, 5
;
Ott-Voigtländer, Rezeptar
203r, 6
;
Brett-Evans, Bonaventuras Leg. S. Francisci
91, 24
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
8, 15
;
Boner, Urk. Aarau
546, 4
;
Wyss, a. a. O. v.
21
;
Heidegger. Mythoscopia
2, 19
;
Rohland, Schäden
442
;
Chron. Augsb.
1, 308,
A. 9;
Morrall, Mandev. Reiseb.
106, 9
;
Sappler, H. Kaufringer
18, 126
;
Chron. Augsb.
8, 363, 8
;
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
170, 12
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz
192, 2
;
Heydn. maister
10r, 3
;
Brandstetter, Wigoleis
204, 40
;
Eschenloher. Medicus
19, 6
;
Klein, Oswald
117, 49
;
Bäumker, Geistl. Liederb.
29, 1, 2
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
48, 35
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 1062,
A. 24;
Fichtner, a. a. O.
13, 7
;
Munz, a. a. O.
372, 3
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 5276
;
Mell u. a., Steir. Taid.
121, 21
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
19, 19
;
Zingerle, Inventare
60b, 3
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
58
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
140r, 30
;
Bremer, Voc. opt.
46035
;
Schmitt, Ordo rerum
334, 6
;
335, 7
;
Voc. rerum
1r
;
2r
;
Brack
a 4v
;
Maaler
213v
;
214r
;
214v
;
Mylius
B 5v
;
Henisch
408
;
Schwäb. Wb.
3, 1252
;
3, 1255
;
3, 2160
;
6, 2119
;
6, 2121
;
Öst. Wb.
2, 185
;
Foltin, Kopfbedeckungen.
1963, 198
.
2.
als Synekdoche zu 1: ›Mensch, Person‹.
Phraseme:
ein graues haupt
›ein alter Mensch‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,
1
 4,
1
 2,  456.
Syntagmen:
das alte / gemeine / grosse
(häufig)
/ lebende / obere / oberste h
.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
374, 20
(
Wolfenb.
1594
):
Was mag es doch vor ein vnuerschemet Hertz vnd gemüth gewesen sein, Das sich nicht geschemet, An ein solch alt graw Haupt seine Hände zulegen.
v. Birken. Erzh. Österreich
85, 26
(
Nürnb.
1668
):
wie er [der Papst] [...] zu behuff dieses Kriegs / alle Geistlichen um den Zehenden ihres Einkom̄ens und jedes Haupt in der Christenheit [...] jaͤhrlich um einen Pfennig angelegt hatte.
Koppitz, Trojanerkr.
21657
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Man gab ze spisse im alle tag | Nach der aventure sag | Vier lebnde hobett.
Köbler, Stattr. Fryburg
173, 21
(
Basel
1520
):
das dieselben kindskind / glichlich miteinandern erben / vnd das verlassen guͦt nit in stam̄teil / sonder vnder sy / nach den houptern vnd vile der personen geteilt werden sol.
Klein, Oswald
112, 24
(
oobd.
,
1438
):
da sein vil höpter schuldig an.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
183, 34
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Es mues die straf von erst uber die grossen hewbt gen, darnach uber die gemain.
Koller, Ref. Siegmunds
52, 8
;
Göz. Leichabd.
189, 13
;
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
166v, 43
;
168r, 17
;
Gille u. a., M. Beheim
98, 16
;
Fuchs, Murner. Geuchmat
4285
;
Grossmann, a. a. O.
205, 10
.
3.
›Oberhaupt (einer Gemeinschaft, Institution, eines Staates u. ä.), Vorsteher, Anführer; (politischer) Herrscher‹; häufig bezogen auf das Verhältnis von Christus zur Kirche als Gemeinschaft aller Gläubigen; speziell: ›Heeresführer, Befehlshaber‹; pejorativ: ›Rädelsführer‹; Ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
, ,  7,  3, , , , .
Syntagmen:
ein h. erwälen, jm. ein h. zugeben
;
der man
(Subj.)
des weibes h. sein, j.
(Subj.)
ein h. auf erdreich sein
;
jn. unter ein h. bringen, j.
(Subj.)
sich selbst für ein h. aufwerfen, jn. zum h. über alle machen
;
ein h. über die kristenheit, ein h. aller geschöpfe / schanden, ein volk one h.
;
das h. der aposteln / kirche / kristenheit, die häupter des rates
;
das algemeine / einzige / geistliche h.
;
der gewalt eines hauptes
.

Belegblock:

Koller, Ref. Siegmunds
204, 7
(Hs.
um 1474
):
alle pfarkyrchen sollen frey sein mit aller yrer zügehorung, wann sy sein das haupt der cristenheyt.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
16880
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
,In gab Got vater‘ hat her [sente Pauel] geseit | ,Ein houbet ober al die cristenheit, | Die vort sin lichame ist, | Der houbet ist Jhesus Crist | Und wir alle sine gelit.‘
Große, Schwabensp.
51a, 36
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
wan der man des wibes meyster, hobbet vnde voget ist.
Chron. Köln
1, 22, 30
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Rome is hoift der cristenheit.
Rosenthal. Bedencken
22, 34
(
Köln
1653
):
es ist zu allen Zeiten bekant gewesen / daß der Heilige vnd Allerseligste Petrus / der Fuͤrst vnd das Haupt der Apostelen.
Chron. Mainz
1, 30, 21
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
des quam der vorgenant Niklas dar, der ein heybet was.
Ralegh. America
9, 11
(
Frankf.
1599
):
Nach etlichen Monaten [...] richtete dieser Agiri eine Meuterey vnnd Auffruhr an / vnnd warf sich selbst fuͤr ein haupt auff.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
48, 1
(
omd.
,
1487
):
Den cristus ist ein hewbt der kirchen.
Opel, Spittendorf
281, 7
(
osächs.
,
um 1480
):
Des wolten die innungen nicht zugeben, zwar niemandts anders, den die heupte unter den innungen, die meister, wereten das.
Chron. Nürnb.
4, 217, 19
(
nobd.
,
15. Jh.
):
darnach [...] zoch [man] von Nurmberg an die Türcken 1000 man und 86 [...] und man gab in zwen haubt zu: der Schweizer hauptmann und Otten Herdegen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
131, 34
(
Nürnb.
1548
):
Denn der Man ist des weibs haupt / gleich wie Christus der kirchen haubt ist.
v. Birken. Erzh. Österreich
76, 39
(
Nürnb.
1668
):
wolte er [Papst Gregorius X.] selbst / tragenden Amts halber / die Glieder des zerruͤtteten Reichs wider unter ein Haupt zu bringen / fuͤrsehung einwenden.
Chron. Strassb.
424, 18
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
der herren gar vil was die [...] einen keyser möhtent welen, also ein volg in einre frigen stat ime selber mag ein houbet erwelen.
Koller, Ref. Siegmunds
238, 41
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
alle schloß, all zölln, alle wasser, all hochwäld, alle recht [...], die stant alle in dem gewalt ains Römischen haupt.
Köbler, Stattr. Fryburg
206, 28
(
Basel
1520
):
Ob sich aber yemants gewaltiglich dawider setzen / den frid nit halten / vnd ye also vnruͦw stifften woͤlt / den [...] sollent die gemelten vnser burger [...] zuͦ irn handen nemen [...] vnd den houptern als Burgermeister oder obristmeistern diser Statt Fryburg [...] in gevencknuß überantwuͦrten.
Anderson u. a., Flugschrr.
4, 6, 10
([
Straßb.
]
1524
):
wir [...] seynd all ein geystlicher leyb Christi / der vnser aller oberer vñ haupt ist.
Dierauer, Chron. Zürich
176, 3
(
halem.
,
1415
/
20
):
Als nun ain hoͤpt gaistlich, das solt sin ain babst, wesen sol, do warent wol zwen und villicht dri.
Chron. Augsb.
7, 83, 3
(
schwäb.
, zu
1548
):
daß zwen statpflegere seien, die sollen [...] des rats heubter und vorgeer sein.
Turmair
4, 369, 9
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Von den Römern ward ein einigs haupt erwelt, Lucius Papirius Cursor, der nam weiter zu einem hauptman über die geraisigen Quintum Fabium Maximum.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
2, 22
(
tir.
,
1464
):
Souil vnd die geistleichen haübter je höcher vnd je grösser sein vnd je mër gelërt sein, souil sint si ie mër schuldig vor zu gen den menschen mit guten ebenpilden.
Rechn. Hermannst.
383, 2
(
siebenb.
,
1503
):
Mer seyn sÿ geschickt worden myt sampt den andrin zoldner auff das gepurg vnd han brocht eyn hopt vnd och etlige geffangen.
Schade, Sat. u. Pasqu.
181, 202
;
Koller, a. a. O.
54, 8
;
261, 25
;
Helm, a. a. O.
18543
;
Große, a. a. O.
49, a
, 19;
Chron. Köln
1, 163, 17
;
Aubin, Weist. Köln/Brühl
189, 1
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 13, 4
;
Rosenthal. a. a. O.
43, 7
;
v. d. Lee, a. a. O.
30, 15
;
Thür. Chron.
6r, 4
;
Alberus, Barf. Vorr. Alb.,
8, 20
;
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
203, 1894
;
Rieder, Gottesfr.
185, 29
;
Andreae. Ber. Nachtmal
81r, 10
;
Moscouia
B 4v, 16
.
4.
›Kopf eines Tieres‹; anschließbar an 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , .
Wortbildungen:
hauptarl
wohl: ›am Kopf eines Zugtieres befestigter räderloser Pflug‹ (a. 1629),
hauptgestüdel
›Kopfgeschirr des Pferdes‹ (dazu bdv.: vgl.  2),
hauptstange
›Ast eines (Hirsch-)Geweihs‹.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
591, 13
(
preuß.
,
1415
):
in der kochin: [...] 24 houpte von swynen.
Alberus, Barf.
247, 4
(
Wittenb.
,
1542
):
Die grossen Fisch hielten sich in der Tieffe / kuckten mit den Heubtern heraus.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
161, 20
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Als das ros dar kame da hube es sin heubt vff.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
20, 23
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Dy andirn [krenyche] sint wys und han czeyle sam dy pfawen unde geougit, das houbt wys und swarc, rot unde spicz.
Loose, Tuchers Haushaltb.
54, 12
(
nürnb.
,
1507
):
dem czaummacher für ein czeug und hauptgestudel und halfftern 7 ℔.
Menge, Laufenb. Reg.
222
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Merke myn lere süsse | Isse weder hopt noch füsse.
Boos, UB Aarau
340, 10
(
halem.
,
2. H. 15. Jh.
):
Weler ein lamberis oder schaͤffis hoͤuptli in sim husz isset.
Deinhardt, Ross Artzney
179
(
oobd.
,
1598
):
So ain pferdt ain khranch haubt hat, es sey gestochen oder sonnst.
Ebd.
358
:
nimb ain hundts haubt, verprenn das zu pulfer in ainem hafen.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
80
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 hirschgestemb, welches 4 hauptstangen auß der wurtzel seiner hirnschal wachsend erscheint.
Palmer, Tondolus
538
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
201, 7
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 80
;
Deinhardt, a. a. O.
80
;
201
;
363
;
Dirr, Münchner Stadtr.
439, 2
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
109v, 36
;
Öst. Wb.
1, 330
.
Vgl. ferner s. v. ,  1, .
5.
als Mengenangabe für (Groß-)Vieh (v. a. bei Rindern); metonymisch zu 4: ›Stück (Vieh), Exemplar‹; einmal auf Menschen bezogen.
Gehäuft obd.; gehäuft Rechtstexte, seltener Chroniken.
Wortbildungen:
hauptviech
.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Konventsb.
260, 30
(
preuß.
,
1411
):
21 m. vor 18 howpte rintfy als 9 kuwe, 4 gewachsen ochsen und 3 ungesneten ochsechen.
Chron. Nürnb.
2, 192, 4
(
nobd.
,
1449
/
50
):
100 haubt vihs, küe, pferd und swein.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
303, 20
(
halem.
,
1559
):
Welcher aber nit mer roß oder vich hat dann ein houpt, das zuͦ der gemeind stat.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
113, 3
(
oobd.
,
1349
/
50
):
alsô sait mir auch maister Pitrolf [...], daz auf ainr hôhen alben in kärnden wol fünzig haupt menschen und rinder hie vor ze stainen worden wærn.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
136, 45
(
m/soobd.
,
1561
, Hs.
1861
):
ein richter soll mit 3 persohnen einen hierten aufnemben und von einem großen haubtvieh die wochen 1 pfening [...] alle sontag zu bezahlen verdingen.
Zingerle, Inventare
70a, 3
(
tir.
,
1484
):
von rossen, ochxsen, küe, wer das fürkauffen treibt, muͦss geben von yedem haubt sex fierer.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
132, 4
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
von der waid geuallent von yedem grossen hawbt 2 den., das legt man der gemain an.
Ebd.
337, 6
:
treibt er viech mit im durich, von chlaim viech von ydem hawbt 1 helbling, von dem grossen von yedem hawbt 1 phening.
Chron. Nürnb.
2, 180, 3
;
260, 19
;
Müller, a. a. O.
218, 29
;
258, 16
;
Leisi, Thurg. UB
8, 519, 28
;
Chron. Augsb.
2, 272, 19
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 1042, 7
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 328, 12
;
Vogel, Pract. Alg. Ratisb.
119, 8
;
Bischoff u. a., a. a. O.
21, 23
;
Mell, Steir. Weinbergr.
135, 18
;
Zingerle, a. a. O.
44b, 36
.
6.
bei Pflanzen: ›oberster Teil einer Pflanze‹; speziell: ›Blütenstand (des Hopfens); Samenkapsel (z. B. des Flachses)‹; meist als Diminutivum; daneben: ›Kohl(-Kopf)‹.

Belegblock:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
72, 14
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Wo man nicht treber hat, so schneide man die eusersten bletter von kraut, [...]; die häubtlein kan man vorspeisen, die strünke in kellern oder gewelben behalten.
Ebd.
135, 18
:
Einen heisset man augsthopfen, [...], tregt grosse lange heupter, die werden gemeiniglich vierzehen tage fur dem andern hopfen reif.
Loose, Tuchers Haushaltb.
153, 17
(
nürnb.
,
1517
):
36 habt krautt.
J. W. von Cube. Hortus
133, 6
;
Ermisch u. a., a. a. O.
61, 25
;
138, 3
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
406, 6
.
7.
›Erhebung, Anhöhe; Spitze (eines Deiches oder Dammes), Gipfel (eines Berges)‹; wohl auch: ›(Kirchen-)Turm‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,
2
, .
Wortbildungen
(Diminutiv):
häuptlein
2 ›Brustwarze‹.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Konventsb.
197, 34
(
preuß.
,
1407
):
Wydaw. das dorff dedit 6½ . 4 sc., die sie abe arbeyten am howpte bey sante Niclus.
Buch Weinsb.
2, 310, 27
(
rib.
,
1575
):
A. 1575 den 13. sept. ist das dritte heubt zu Poll begunnen worden und man ist wol des vornemens gewest, das man den strank bis uff das Oisterwert sult zumachen.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
197, 13
(
osächs.
,
1570
/
7
):
zum andern will [...] darauf achtung zu geben sein, wo es auf den wassern flache heubter hat, das auf diselben wehre geschlagen [...] werden.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
40, 20
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz dritt zaichen [ob ain fraw ain knäblein trag] ist, daz daz häuptlein an dem prüstel rœter wirt und auch die âdern an dem selben häuptlein werdent rœter wan zuo dem dirnlein.
Buch Weinsb.
3, 136, 15
;
Goldammer, Paracelsus
5, 178, 23
.
8.
›Ende eines Weges‹; im Bergbau: ›Ende des Stollens im Gestein‹ (
Paul, Wb. Bergmannsspr.
1987, 196
).

Belegblock:

v. Tscharner, Md. Marco Polo
41, 16
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Obir eyne tage reyse von Corgagiu an dem houbte des wegis lyt eyne stat, di ist schone unde groz und ist genant Panghi.
Piirainen, Igl. Bergr. 27, r,
20
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
heltet auch ain Stollen sein wasser Saige, auf vnd nider geuerttiget, vnd seine liecht löch(er) recht seubert, vnd das in Iar vnd tage, an dem haubte des Stollen Faren.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 127, 1
.
9.
›Quelle eines Flusses‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
der
1.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
355, 25
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
gewehrt nach der waßersaag über sich auf biß auf den Millpach gar aufs haupt.
10.
›wichtiger Ort, zentrale Stelle, Zentrum; bedeutendster Teil (von etw.)‹; v. a. lokal, gelegentlich ütr. (z. B. auf die Seele).

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 230, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Alsô wirt daz êwige wort gesprochen inwendic in dem herzen der sêle, in dem innersten, in dem lûtersten, in dem houbete der sêle.
Jostes, Eckhart
109, 2
(
14. Jh.
):
In deme heubte der sele, in vernunftickeit, in der bin ich also na ubir tusint mile iensit des meris, alse der stat, da ich iczunt inne stene.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
51, 16
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
di xxx tusint [...] quomen czu schiffe und sigiltin und vundin eyn groze stat und eyn hobt der insuln.
Chron. Strassb.
43, 2
(
els.
,
1362
):
die stat zuͦ Wiene [...] ist ein houbet alles des hertzogentuͦmes von Oͤsterrich.
Roth, E. v. Wildenberg
5, 3
(
moobd.
,
v. 1493
):
also ist gesagt, das die stat Trier ein haubt ist in Galia und Germanj.
Quint, a. a. O.
2, 369, 2
;
Strauch, Par. anime int.
70, 8
;
v. Tscharner, a. a. O.
38, 30
;
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
23, 18
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
7, 22
;
Roth, a. a. O.
8, 14
.
11.
›Kapital‹.

Belegblock:

Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
41
(
schles. inseldt.
,
1453
):
ap her em bekent, das her em [...] het beczalit vnd eyn genugin geton mit gelde, alz erbir leute gemacht habin von des heuptis weyn.
12.
›Fundament, Stützmauer (einer Brücke)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  7,  2,  3, , .

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
293, 27
(
m/soobd.
,
1624
, Hs.
E. 17. Jh.
):
Eß sollen auch die von Knitlfelt an gemelter pruggen daß erste joch zu sambt dem haupt oder andrith gegen ihnen machen.
13.
›übergeordnete Institution‹; speziell: ›gerichtliche Oberbehörde, Obergericht‹.
Gehäuft rib., Rechtstexte.

Belegblock:

Lau, Qu. Neuß
119, 16
(
rib.
,
1435
):
weren wir des ouch nyt wyse, so wysden wir dat an unse heuft, dat wir des wyse wurden.
Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
2, 1, 355, 3
(
Freialdenhoven
1533
):
Ire houft im recht ist Guylich.
Aubin, Weist. Köln/Brühl
98, 42
;
Redlich, a. a. O.
1, 29, 13
;
Lau, a. a. O.
140, 31
;
Rwb
5, 262
 f.
14.
›Hauptbalken am Pflug, der in der Furche läuft und an welchem das Eisen befestigt ist‹ (
Schweiz. Id.
2, 1497
).
Wortbildungen:
hauptblech
(a. 1549).

Belegblock:

Rechn. Kronstadt
3, 460, 40
(
siebenb.
,
1548
):
das sÿ gros kolter an den Landtt Pluch haben erlacht vnd einen Reÿster Haken vnd einen Ryng an das kolter Loch gemacht, mer an das Pluch hoͤfd ein Blech.
Schwäb. Wb.
3, 1429
.
15.
ein Flächen- und/oder Längenmaß.

Belegblock:

Rennefahrt, Statut. Saanen
241, 22
(
halem.
,
1629
):
so jemand der obgedachten castlaneyen hinder einer anderen derselben gantze bergen und weiden, die über zehen haubt inhalts sein werdend.
Vgl. ferner s. v. .
16.
als Präfixoid (in Bildungen mit Substantiven) zur Kennzeichnung eines Elements einer Menge (von Personen oder Sachen) als besonders wichtig, bedeutungsvoll, zentral, übergeordnet, groß, gut u. ä.
Wortbildungen:
hauptaltar
,
hauptbekenner
›Hauptschuldner‹ (a. 1598),
hauptbüberei
(a. 1531),
hauptbuch
›zentrales Buch der Bibel‹,
hauptdam
›Staumauer eines Teiches‹,
hauptfeind
›Erzfeind‹ (a. 1532),
hauptfeindschaft
(a. 1438/52),
hauptfeldschlacht
›Entscheidungsschlacht eines Feldzugs‹ (a. 1626),
hauptflecke
›wichtigster Ort‹ (a. 1629),
hauptforst
›grosser Staatswald‹ (a. 1595),
hauptfron
›hauptsächlicher Frondienst‹ (a. 1669),
hauptfreund
(a. 1680),
hauptfürer
(a. 1699),
hauptgalere
,
hauptgelte
›großes Gefäß (für Flüssigkeiten)‹ (a. 1479),
hauptgeschlos
›Herrschaftssitz in einem Territorium‹,
hauptgesellenschiessen
›Wettschießen einer Gesellschaft‹ (a. 1585),
hauptgewin
›wichtigster Nutzen aus einer Situation oder Tätigkeit gezogen‹,
hauptgrabe
(a. 1369),
haupthandlung
›Hauptsache‹ (a. 1595),
hauptheiligkeit
›absolute Heilswürdigkeit‹ (a. 1548),
haupthecht
›besonders großer Hecht‹ (a. 1578),
haupthistorie
,
haupthort
›höchster Schutz‹ (v. 1496),
hauptinhalt
(a. 1698),
hauptjagd
(a. 1602),
hauptkauf
›Kauf einer großen Menge von Sachen‹,
hauptkaufleute
(a. 1478),
hauptketzer
,
hauptkirche
,
hauptkompanie
2 (a. 1633),
hauptkraft
(v. 1496),
hauptkrieg
,
hauptkriegsbefel
(a. 1626),
hauptläger
›schweres Krankenlager‹ (a. 1540),
hauptland
,
hauptleid
›schweres Leid‹,
hauptleiche
›Leiche eines Erwachsenen‹ (a. 1590),
hauptmarschalk
(dazu ggs.: ),
hauptmeister
›Handwerksmeister‹ (a. 1478),
hauptpar
›Liebespaar als Protagonisten in einem Roman‹ (a. 1698),
hauptpein
,
hauptperson
(a. 1698),
hauptpferd
›das beste Pferd‹ (a. 1628),
hauptprälat
,
hauptprediger
(a. 1548),
hauptregister
(a. 1538),
hauptriegel
,
hauptrindfleisch
›Rindfleisch bester Qualität‹ (a. 1480) (dazu bdv.: vgl.  1),
hauptrodel
›amtliches Hauptverzeichnis‹ (a. 1603),
hauptroman
,
hauptschacht
,
hauptschande
(um 1400),
hauptschaz
(E. 14. Jh.),
hauptschif
,
hauptschlos
(a. 1557),
hauptschule
(Hs. E. 14. Jh.),
hauptschwur
›schwerer Fluch‹ (a. 1475),
hauptsin
(a. 1482),
hauptsprache
,
hauptspruch
(a. 1561),
hauptstein
›kostbarer Edelstein‹ (Hss. E. 14./15. Jh.),
hauptstifter
,
hauptstrich
›dickerer Strich beim Zeichnen‹ (a. 1611),
hauptstokfisch
wohl: ›Stockfisch bester Qualität‹ (a. 1465),
hauptstolle
,
hauptsturm
›große Feldschlacht‹ (a. 1596),
hauptteil
(a. 1359),
haupttema
(a. 1698),
haupttor
(a. 1660),
haupttreffen
(a. 1668),
haupttugend
›Kardinaltugend‹,
hauptursache
,
hauptverkäufer
(a. 1511),
hauptvogt
,
hauptwasser
›wichtiger Wasserlauf‹ (a. 1584),
hauptwind
,
hauptwort
(1. Dr. 16. Jh.),
hauptzaun
(a. 1445),
hauptzeche
(a. 1545),
hauptzug
›Hauptzugstraße der Fische‹ (a. 1481).

Belegblock:

Schorer, Sprachposaun
46, 9
(o. O.
1648
):
daß also die teutsche herrliche Sprach jhre Lauterkeit verlieret / vnd eine Hauptsprach zu seyn auffhoͤret.
Schottelius. HaubtSprache Titel (
Braunschweig
1663
):
Ausfuͤhrliche Arbeit Von der Teutschen HaubtSprache / Worin enthalten Gemelter dieser HauptSprache Uhrankunft.
Ziesemer, Proph. Cranc
260, 34
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
By den vyer hovelin an vyer ortirn vornimmit man vyer houbttogindin, daz ist clucheit, mezekeit, sterke und gerechtikeit.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
9, 21
(
preuß.
,
1578
):
Wen man den teich ablassen wil, muß man am werthamme auch sunderlich fischen, denn das wasser fast so thieff dar sein wirt als fur dem heupthamme.
Fischer, Brun v. Schoneb.
6394
(
md.
, Hs.
um 1400
):
siben houbtpin sint dar inne [in der helle], | da mete ouch des menschen sinne | der tubel pineget zu allen orten.
Allg. Schau-Buͤhne
28, 53
(
Frankf.
1699
):
Daß es sich aber mit dieser letzten Belagerung so lange verzogen / dessen Haupt⸗Ursache ist gewesen / die Lage des Platzes.
Ebd.
36, 54
:
Wie nun die Anlendung des Morgens fruͤhe geschehen solte / konte man die Sicilianische Haupt Galere nirgends zu sehen kriegen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
58, 8
(omd., 1450(?)):
wer eynen houbtschacht mit eynem houbtstollen bauwen welde, das stehet zcu der herschaft gnade, waß und wie vil were man om darzcu vorleyen wil.
Anderson u. a., Flugschrr.
13, 10, 25
(
Leipzig
1522
):
hore dw Luder / der dw bist / eben / diser schedlichen heuptketzer eyner / vor denn vns Christus Jesus [...] warnet.
v. Groote, Muskatblut
85, 2
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Hor werlt wie ich besorget bin | in diesem kranken heubtgewin | den wir mit vns da fuͦren hin | als wir von hynnen scheiden.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 43, 30
(
nobd.
,
1464
):
zwͤ verwuͤndern ist, dann das slos grosz gericht hat und nichtz darvon gefellet, und etlichen untervogt die herrschaft muͤsz lonen, auf das dem hawͤbtvogt nichts an sein fellen abgeet.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz.
197, 13
(
alem.
,
um 1430
):
Hoptmarschalk von Bappenhain undermarschalk des römischen richs.
Koller, Ref. Siegmunds
187, 11
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Es ist zuͦ wissen [...], daz kein orden ist, er hab ein regel und ein hoͮptstiffter.
Bartsch, Reinfrid
4424
(
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
er ist ein wünschelruote | an ritterlîcher krefte, | [...] | ein slôz der stæte niuwe, | scham und mâze ein ingesigel, | der êre ein vester houbetrigel.
Heidegger. Mythoscopia
32, 6
(
Zürich
1698
):
Der Roͤmer Haupt-Roman von Romulo und Remo [...] ist eine natuͤrliche Nachahmung der Griechischen Fabel von den Zwillingen der Philonome.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
231, 6
(
schwäb.
,
v. 1542
):
das mör hat grosse hauptschüff an die gestat ausgeworfen.
Chron. Augsb.
8, 421,
A. 1 (
schwäb.
, zu
1556
):
ain vermögliche, wol versehne stat an reichtum, geschütz und allem, was zuͦ underhaltung ains houbtkriegs von nöten.
Haszler, Kiechels Reisen
308, 13
(
schwäb.
,
n. 1589
):
In gemelter kürchen wurde unns gewüsen neben dem haubtaltar zur rechten handt des chors ein besonder oder nebenaltar, aldo das ortt sein soll, do das kindlin Jhesu ist beschnitten worden.
Bauer, Geiler. Pred.
462, 19
(
Augsb.
1508
):
Wannen her disem sant Johannes der name mit dem guldin mund sey gegeben worden / findet man nit in siner haubt historien. die da genant ist Historia tripartita in lateyn geschriben.
Rauwolf. Raiß
18, 19
([
Lauingen
]
1582
):
Darbey wol abzunem͂en / das wir vnder 4 haupt vnd 4 seyten Winden / fünff fort zufahren / zum besten haten.
Eschenloher. Medicus
6, 7
(
Augsb.
1678
):
der Bischoff [...] empfienge allda selbst von dem Hern Probst das allerheiligiste Sacrament / vnd truge solches mit grosser Reverentz vnd Andacht / [...] in sein Thumb⸗ oder Hauptkirchen zu vnser lieben Frauen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
180, 27
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
die benannten graven sollten dem kunig lassen ir hawbtgeschlos.
Karnein, de amore dt.
74, 24
(
moobd.
,
v. 1440
):
die [...] frewndt der maid werden mer auflügen, dar durch sich der lieb anfanng in hauptlaid vnd veintschafft vil vnd offt zeucht.
Turmair
4, 56, 6
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Ich wil nur die mechtigisten haubtland und künigreich, so si [Schlaven oder Winden] noch in Germanien innen haben, her nennen.
Ebd.
275, 15
:
Alhie diser zeit endt sich auch die heilig schrift und der bibel hauptbüecher, ausgenomen etlich claine püechlein.
Winter, Nöst. Weist.
1, 655, 10
(
moobd.
,
1667
):
ob ein haußfraw einen haubtkauf thet ohn ihres manns wissen und willen, der mag sie wohl rechtlich von demselben kauf nehmen mit 12 ₰ und ist niemant darumb pflichtig.
Wackernell, H. v. Montfort
5, 211
(Hs. ˹
soobd.
, a.
15. Jh.
˺):
der sach wirt nieman nie verlorn, | dann grosse hoptprelaten: | die blasent iren âten | zuo der sach durch gitikeit.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
16635
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
4913
;
Wilkes, Sta. Xanten
63, 31
;
358, 17
;
Lohmeyer, K. v. Nostitz
217, 27
;
Fischer, a. a. O.
6366
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
3, 66, 26
;
Loesch, Kölner Zunfturk.
319, 12
;
319, 25
;
Koeniger, Sendgerichte
20, 12
;
Fuchs, Urb. Göttweig
59, 37
;
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
11, 6
;
13, 23
;
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
182, 6
;
Mathesius, Passionale
56v, 20
;
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 21, 30
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
24b, 16
;
Mayer, Folz. Meisterl.
19, 63
;
33, 133
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
262, 17
;
Dietrich. Summaria
18r, 24
;
Adrian, Saelden Hort
6969
;
Koller, Ref. Siegmunds
128, 6
;
Vetter, Pred. Taulers
182, 13
;
Schib, Urk. Laufenb.
189, 2
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
225, 4
;
Plant u. a., Main. Naturl. 299r, a,
22
;
Heidegger. a. a. O.
18, 8
;
37, 24
;
41, 1
;
59, 2
;
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
37, 12
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 321, 8
;
Kohler, Ickelsamer. Gram.
2, 25
;
Memminger Chron. Beschr.
5, 11
;
Winter, a. a. O.
2, 16, 42
;
Moscouia
B 2v, 6
;
A. à S. Clara. Glori
49, 32
;
Zingerle, Inventare
5a, 17
;
Voc. Teut.-Lat.
m viijv
;
Pfälz. Wb.
3, 709
;
Schwäb. Wb.
3, 1249-1261
;
6, 2120
 f.;
Jones, French Borrowings
218
.
Vgl. ferner s. v.  6,  10.