kopf,
der
 ;
-(e)s/-e
+ Uml.;
aus
lat.
cuppa
›Becher‹
(Kluge/S.
2002, 528
).
1.
›schalenförmiges Gefäß, Becher‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 1,  1, (
das
1, ,  6, ,  1,  1, , , .
Syntagmen:
einen k. aufheben / beschlagen / füllen / loten / machen / vergolden / verkaufen / waschen / zerschlagen; aus einem k. trinken, etw. bei dem k. schencken, etw. in einen k. giessen; k. mit or(en), k. von gold / silber; k. vol bier(s) / salz(es) / wasser(s) / wein(s); beschlagener / fiechtener / fläderner / gestürzter / gläserner / goldener / grosser / hölzerner / hübscher / knorreter / köstlicher / kristallener / minniglicher / schlechter / silberner / sinweler / übergoldeter / verdekter / voller / wächsener / ziemlicher / zweifältiger k.
Wortbildungen:
kopfdrechsler
,
kopfdreher
,
kopfhaus
›Küchenschrank‹,
kopfkorb
(a. 1380),
kopfträge
›einen Becher mit Wein durch die Stadt tragende Person‹ (um 1600).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
35, 5
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
[Jeremias] satzte vor di sone des huysis der Rechabiten koppe vol winis und nepphe unde sprach zu in: trinkit win.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
324, 41
(
preuß.
,
1404
):
2 scot unsers homeisters cop zu loten.
Altmann, Wind. Denkw.
82, 16
(
wmd.
,
um 1440
):
Dis sint die cleinöter: item zwo gulden kannen, ein gulden kopf.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 82, 121
(
Frankf.
1557
):
Doch solt man schwerlich ein bekommen, | Der dem Gast [...] | Ein Kopff von Silber oder Golt | In sein Sack heimlich stecken solt.
Wolf, Gesetze Frankf.
170, 9
(
hess.
,
1419
):
so heiszet ein zwyfeltig koph, der zu ein gehorit, ein dringfasz.
Karnein, Salm. u. Morolf
285, 5
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
so sollent ir uß drincken dißen win, | den kopff wil ich uch zu eigen geben.
Palm, Veter Buoch
41, 33
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Do goz er wazzer in einen kopf vnd sprach: Sehet in das wazzer.
Chron. Nürnb.
3, 399, 11
(
nobd.
,
1440
/
4
):
Dem von Wallsee ein zwifach vergült knorrat koppflein mit eym einfachen ör.
Adrian, Saelden Hort
6959
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
wie vil si kopf guldin | und edelr næpf flederin | [...] | da funden, daz ist an zalen.
Rieder, St. Georg. Pred.
123, 23
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
alle [...] die trunkent und assent usser silbrinen koͤphen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 149, 6
(
Straßb.
1522
):
Der uͤberwand den Kuͤnig [...] und nam sein Hirnschal, und ließ sie heimlich in Silber fassen und macht ein Kopff daruͤber.
Barack, Teufels Netz
11173
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Darzuo schüsslan- und kopf tregen | Die machends das alla tuond zerschraien.
Welti, Stadtr. Bern
156, 19
(
halem.
,
1382
):
wellen wir, daz silberin geschirre varndes guͦt sie, aber hoͤltzin koͤpphe, sy sint beslagen mit silber oder nit, sol husrät sin.
Argovia
4, 246, 31
(
halem.
,
1535
):
der wirt sol [...] lantwin schenken by dem kopf.
Sappler, H. Kaufringer
1, 138
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er hett ain kopf, was maisterleich | mit gold und silber beslagen.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 294, 14
(
schwäb.
,
1435
/
6
):
Graff Herman [...] fürt anweg [...] 5 bett und vil ander blunder und tisch und kopfhuss.
Chron. Augsb.
2, 384,
A. 1 (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
wir haben geschenkt unserm herren dem künig ainen gestürtzten übergüllten kopff.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
242, 6
(
oobd.
,
1349
/
50
):
wer ainen wähseinen kopf in daz mer senket [...] und læzt in tag und naht dar inn, der vint in vol süezes wazzers.
Gereke, Seifrits Alex.
4877
(
oobd.
, Hs.
1466
):
sy funden auch unmassen | vil von trinkchvassen, | von nepphen und von chopphen, | von schusseln und von topphen.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 737, 8
(
moobd.
,
1368
):
[wegen einer Brandstatt] di Seifrids, des chophendrechsels, gewesen wer.
Drescher, Hartlieb. Caes.
10, 28
(
moobd.
,
1456
/
67
):
der vorgenannt truncken schirmer [...] mit einem koppf vol pyers enkegen gangen und erpot im den kopph mit pyeer zetrincken.
Turmair
4, 454, 11
(
moobd.
,
1522
/
33
):
schluegen auch [...] Posthumio das haupt ab, zogen die haut drab, teten das hirn herauß, machten ain kelich und kopf drauß.
Zingerle, Inventare
201b, 2
(
tir.
,
1493
):
Item ainen schlechten vergulten zwifachen koph, des bistumbs wappen darauff.
Qu. Brassó
5, 457, 10
(
siebenb.
,
1613
):
Diesen Tag hat man den Abdy Aga [...] verehret mit 3hundert fl., item 2 schöne Paar Kopf.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
878, 3
;
Chron. Magdeb.
2, 4, 5
;
Blümcke, Hans. Gesandtsch.
61, 41
;
Chron. Köln
3, 897, 18
;
Ermisch, UB Chemnitz
422, 11
;
Bihlmeyer, Seuse
24, 25
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 145, 22
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3968
;
Österley, Steinhöwels Äsop
58, 31
;
Leidinger, V. Arnpeck
597, 13
;
Voc. inc. teut. n
iiijr
;
Alberus
dd iiijv
;
Maaler
516r
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
203
;
Schwäb. Wb.
4, 613
;
621
/2;
Schweiz. Id.
3, 452
;
14, 579
.
Vgl. ferner s. v.
1
 1,  1.
2.
als Maßangabe: ein Flüssigkeitsmaß, auch ein Trockenmaß für Getreide; nicht immer klar von 1 zu trennen.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
 2,
1
 2.
Syntagmen:
k. dinkel / habers / korns / weins, kernen
.
Wortbildungen:
kopfflasche
,
kopfkanne
(a. 1476).

Belegblock:

Schmidt, St. Kastorst.
2, 279, 37
(
mosfrk.
,
1480
):
vier flessen, eyn halffirtels fleß, eyn quarte, eyn halff und eyn kopffleßgin.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
43, 18
(
nobd.
,
1451
):
die herschaft hat das recht uber kopf, uber metzen und uber pfinnecht fleiß und über unrecht gewicht.
Dierauer, Chron. Zürich
199, 3
(
halem.
,
15. Jh.
):
Der win, der Zǔrich, ward as unwerd, das ein kopf galt 4 haller vom zapfen.
UB Zug
701, 112
(
halem.
,
1427
):
sol ein herr, wenn ein knab geboren wirt uff des gotzhuß guͦt, der frowen in die kindbett geben zwen kopf wins, und einer tochter ein kopf.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
650, 7
(
halem.
,
1459
/
60
):
ich bin dir iij kopff gichtig.
Rennefahrt, Recht Laupen
182, 5
(
halem.
,
1529
):
Ze Natterß hüß [...] an pfennigen 5 lb 18 ß, an roggen 24 ½ kopf, an dinckel 50 koͤpf 1 meß.
Bächtold, H. Salat
64, 25
(
halem.
,
1531
/
51
):
schenktend mir d’herren 3 kopf korn, galt mir 1 kr. 3. lib.
Rennefahrt, Statut. Saanen
180, 3
(
halem.
,
1555
):
[hatten sie] die gewonlichen usagien zebezalen, namlich jede bewonte fürstat ein kopf habers, ein cappunen und ein groß für die wacht.
Bastian u. a., Regensb. UB
26, 15
(
oobd.
,
1353
):
dasselb maz halbs ist genant ein chopf, und der suͦllen gen 60 an dem emer.
Ders., Runtingerb.
2, 273, 27
(
oobd.
,
1393
):
12 Amber umb 4 chopf lanntwein zu suͦlcz.
Chron. baier. Städte. Regensb.
44, 3
(
noobd.
,
1521
):
maister Jörg, ein schnitarzt, ein alter pürger, het zwen kopff wein von Oberminster geholt.
Rennefahrt, a. a. O.
124, 20
;
V. Anshelm. Berner Chron.
6, 37
;
Bastian u. a., Regensb. UB
204, 14
;
UB ob der Enns
9, 66, 7
;
Schwäb. Wb.
4, 613
;
Schweiz. Id.
3, 411
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 171
.
3.
›Schröpfkopf (zum Aderlaß)‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
jm. einen k. setzen; jn. mit köpfen lassen
.

Belegblock:

Stedtfeld, Roger-Glosse
230rb
(
omd.
, Hs.
15. Jh.
):
zo seczcze em koppfe daruff.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
232r, 24
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
so las ym plut an der andern seyten der gegenn ader secz ym kappffe.
Ebd.
237v, 20
:
soltu czu aderlaßen ann der selbugen seytten, an der dy druß ist, ad mit kopffenn.
Fischer, Folz. Reimp.
45, 272
(
Nürnb.
1482
):
ein loch darein geslagen [...] do der gifftig dunst ligt, den die natur dar getryben hat und [...] einen kopff darauf seczen, dovon ein starcker auszug geschech.
Arndt, biechlin
B jr
(
Freiburg
1523
):
sol man nit getranck nemen / auch nit lassen / dañ nur in dem bad mit koͤpffen / de͂ das not ist.
Bastian, Runtingerb.
2, 24, 25
(
oobd.
,
1392
):
wan mir di augen wellent wetuͤn, so sol ich mir mit choͤppfen an den ellpogen lassen.
Schwäb. Wb.
4, 621
.
Vgl. ferner s. v. (
das
1.
4.
Körperteil von Mensch / Tier: ›Hirnschale, Schädel, Kopf‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.
Syntagmen:
den k. absetzen / bedecken / beugen / halten / schütteln / stossen / verbinden / waschen / zerschlagen / zieren / zutreten, jm. den k. abhauen / abkneipen / ablösen / absäbeln / abschlagen / abzwicken / zersausen / zerschlagen; der k.
(Subj.)
jm. grossen / schlottern; jn. an den k. treffen, etw. am k. zerbrechen, jm. auf / in den k. hauen / schlagen, jm. etw. auf den k. legen, jn. / sich im k. kratzen, mit dem k. nicken, jn. um den k. bleuen / schlagen, etw. um den k. binden / schlagen; blöder / dünner / grauer / grosser / krauser / gemalter / geschnizter / scharfer / seltsamer / spreissiger k.
Wortbildungen:
kopfbein
(1. H. 17. Jh.),
kopfbürste
(seit 1585),
köpfeisen
,
kopffleisch
(a. 1573),
kopfhar
,
kopfkrankheit
(a. 1635),
kopflauge
(a. 1649),
kopfrecht
1 ›Recht die Todesstrafe betreffend‹,
kopfrennen
(seit 1615),
kopfschale
, ˹
kopfstätte
(16. Jh.),
kopfstein
(a. 1608) jeweils ›Richtplatz‹˺,
kopfstreich
›Schlag auf den Kopf‹ (um 1550),
kopftreter
›Christus‹ (vgl. Luther. Hl. Schrifft,
1. Mose 3, 15
),
kopftuch
,
kopfverlieren
›Todesstrafe‹,
kopfwe
(dazu bdv.: ),
kopfweide
›weiße Weide‹.

Belegblock:

Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
860, 3
(Hs.
A. 15. Jh.
):
Sie begunden in bluwen all umbe sinen kopf.
Goedeke, P. Gengenb.
144, 1012
(o. O.
1516
):
Darumb so schlottert dir der kopff, | Wend dich nit tragen me die bein.
Mieder, Lehmann. Flor.
442, 26
(
Lübeck
1639
):
Die Natur hat den Kopff mit Augen / Ohren / Mund vnd Nasen versehen.
Luther, WA
41, 342, 26
(
1535
):
Ex ista tribu sol mir mein kopff zurtretten [...] Ibi hielt er den kopfftretter.
Ders. Hl. Schrifft.
1. Mose 3, 15
(
Wittenb.
1545
):
Der selb
[
Samen
des
Weibes
]
sol dir den Kopff zutretten / Vnd Du wirst Jn in die Verschen stechen.
Mosler, UB Abtei Altenb.
2, 311, 44
(
rib.
,
1499
/
1500
):
Joris sall die kopwyden ind die ander wyden hauwen vur loyn.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
172, 11
(
Frankf.
1535
):
wann den stein einer reibt an dem har auff dem kopff / so zeucht er die rißlenn vnd gestüpen ann sich.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 367, 14
(
Frankf.
1563
):
der lümpel [...] besahe sich, wie er beschmieret und ein loch in kopff gefallen hett.
Knape, Messerschmidt. Bris.
35, 33
(
Frankf./M.
1559
):
Er [ein krokodil] hat auch einen langen scharpffen duͤnnen kopff / mit einem grossen weitē rachen.
Küther, UB Frauensee
379, 17
(
thür.
,
1528
):
da sey er an einen baum komen und mytt einem knuttel umb sich geschlaen und angeferlich ein knaben an den kopff troffen.
Ermisch, Sächs. Bergr.
69, 2
(
osächs.
, Hs.
E. 16. Jh.
):
Schluge auch ir eyner den andern tzu tode [...] ßo mag man im den kopff abeschlahenn.
Gille u. a., M. Beheim
228, 22
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Dem risen auf den kophe | er da mit seinem snabel slug.
Bührer, Kl. Renner
195
(
nobd.
, Hs.
um 1480
):
Die kappen breit, die czipfel lang, | Die sie vmb die keppffe binden.
Fastnachtsp.
446, 27
(
nobd.
,
n. 1494
):
Nun secht an das kepfeisen | [...] | Ich hau im durch sein kragen.
Sachs
4, 34, 31
(
Nürnb.
1534
):
Für das bringst du ir mit der zeyt | On zal macherley brechligkeyt, | Groß kopffweh und ein schwindlet hiren.
Thiele, Minner. II,
13, 81
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
da schlug man im die gigenn an denn kopff, | das sie zerspranng so gar zucleynen stuckenn.
Roloff, Brant. Tsp.
1176
(
Straßb.
1554
):
Das dich ein fraw würt toͤdten lassen | Und dein kopff in dein eigen bluͦt stossen.
Wickram
4, 36, 16
(
Straßb.
1556
):
sicht man [...] das offt die alten ir haͤnd ob den koͤpffen zuͦsamen schlagen muͤssen.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
163, 16
(
halem.
,
1376
/
8
):
H. Berner [...] vij wiss koͧftuͦch.
Schib, H. Stockar
155, 28
(
halem.
,
1520
/
9
):
Uff das jar hatt mian hye 3 man dye kyebf abgehuwen, 3 ubeldetter.
Morrall, Mandev. Reiseb.
44, 18
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Den kopff verbindent sie mit ainem wissen tuͦch.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
12, 31
(wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
wer ain schwach oder bloͤde hirn oder kopff hatt, dem thut dises buchstabens nennung wehe.
Sudhoff, Paracelsus
5, 383, 10
(
1527
/
8
):
id est hat den defect sein lebtag, hat ein blöden kopf.
Ebd.
11, 109, 31
(
1537
/
41
):
da zwei bein an einander stoßen [...] zwischen das or und die kopfschalen.
Stopp, Kochbuch S. Welserin
12, 2
(
Augsb.
1553
):
Ain angelegten schweinskopff zú machen. Nim ain kopff, grosß oder klein, seúd jn jn wasser.
Deinhardt, Ross Artzney
201
(
oobd.
,
1598
):
so rindt im das aitter auß dem khopff Vnndt wirdt gesundt.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
74
(
oobd.
,
1607
/
11
):
2 grosse schöne hirschgestem uff geschnitzten und gemalten köpfen.
Turmair
4, 402, 25
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Der êpruch ist bei kopfverliern verpotten gewest.
Ebd.
5, 317, 19
:
Er [...] besetzt alda das hofgericht mitsambt einem hofrichter, verpot das rauben bei kopfabschlahen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
522, 497
;
Jahr, H. v. Mügeln
2376
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
161, 15
;
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
363, 32
;
Rupprich, Dürer
2, 172, 40
;
v. Birken. Erzh. Österreich
69, 71
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
16, 11
;
Lauater. Gespaͤnste
44r, 8
;
Bauer, Geiler. Pred.
464, 28
;
Anderson u. a., Flugschrr.
6, 4, 33
;
Eschenloher. Medicus
72, 7
;
Schöpper
113b
;
Maaler
249r
;
Mylius
D 3v
;
Stieler
1, 1011/2
;
Schwäb. Wb.
4, 620
;
622
/3;
6, 2350
;
Schweiz. Id.
11, 1973
;
Rwb
7, 1289
.
Vgl. ferner s. v.  1, , ,  8, ,  2, , (
der
3.
5.
phrasematisch an 4 oder seine tropischen Verwendungen anschließbar:
den kopf ablaufen
›sich vergeblich an jm. versuchen‹;
den kopf für etw. darsetzen / geben / zu pfand setzen
›sein Leben für etw. aufs Spiel setzen‹;
den kopf hängen lassen / niederschlagen
›demütig, traurig sein‹;
den kopf strecken
›obenaus, hoch hinaus wollen‹;
die köpfe zusammenstecken / zusammenstossen
›vertraulich reden‹;
jm. den kopf bieten
›jm. Trotz bieten‹;
jm. den kopf zu etw. leihen
›etw. für einen anderen ausführen‹;
jm. den kopf kosten
›jn. das Leben / ein Amt kosten‹;
den kopf aus der halfter / schlinge ziehen
›einer Bestrafung entgehen‹; ˹
auf js. kopf sein, etw. auf js. kopf vergelten
˺ jeweils ˹›für etw. verantwortlich sein, jn. für etw. verantwortlich machen‹˺;
hellisch feur / schweis / teufel auf den kopf
eine Fluchformel;
jn. beim kopf nemen
›jn. gefangennehmen, verhaften‹;
mit dem kopf durch / gegen / wieder etw. / jn. laufen / wollen
›Unmögliches erzwingen wollen‹;
um seinen kopf kommen
›sterben‹;
jn. für / vor den kopf stossen
›jn. beleidigen‹;
kopfes länger werden
›erhängt werden‹;
kopf und schwanz / strumpf / zeil
(›Zagel‹) ›Anfang und Ende, alles‹.

Belegblock:

Mannack, Rist. Pers.
164, 12
(
Hamburg
1634
):
kommet doch mir zu huͤlffe [...] daß ich [...] das grosse Vnrecht [...] auff seinen Kopff moͤge vergelten.
v. Keller, Amadis
387, 39
(
Frankf.
1571
):
wie er jhn dann schon dahin genötigt, daß es jm bald den kopff kostet haben würde.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 249, 35
(
Frankf.
1602
):
Las dich nicht stoßen vor den kopff, | Thut dirs noth, komm, such an, und klopff.
Ebd.
251, 27
:
denn wie du es ietzt vornimst, wil ich dir mein kopff dazu nicht leihen.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
354, 18
(
Wolfenb.
1594
):
Man wolle mich gar beym Kopffe nehmen, vnd ins Hundeloch stecken.
Anderson u. a., Flugschrr.
11, 3, 8
([
Leipzig
1521
]):
wer wolt ym dãn vor vbel haben / ob er gleich ewer eyn widerumb vor den kopff stiesse.
Weise. Jugend-Lust
151, 11
(
Leipzig
1684
):
wo hier die geringste Gefahr ist / so will ich meinen Kopff zu Pfande setzen.
Luther, WA
22, 73, 9
(
1522
):
jr eigen verderben ist, weil sie mit jrem kopff lauffen wider die Majestet.
Ebd.
30, 2, 143, 18
(
1529
):
das sie [...] yhe lenger yhe halstarriger werden und wollen mit den kopff hyndurch.
Ebd.
30, 2, 333, 24
(
1530
):
den Teuffel auff jhren kopff (der sie auch reitet) und unser aller ungluͤck auff unsern hals.
Ebd.
30, 2, 355, 29
:
Ewr blut sey auff ewrem kopff, Wir sind und woͤllen unschuͤldig sein.
Ebd.
32, 428, 21
(
1532
):
das sind treffliche heiligen, die [...] daher gehen jnn grawen roͤcken, den kopff hengen, sawr und bleich sehen.
Ebd.
32, 109, 27
(
1530
):
Ja den schweis auff den kopff.
Ebd.
33, 129, 40
(
1531
):
Anders nichts, dan helleisch feur auff den kopff.
Ebd.
33, 411, 5
:
ihr grossen keiser, konige, fursten und herrn stosset die kopff zusamen und gedenckt: so und so wollen wirs machen.
Ebd.
41, 108, 22
(
1535
):
Noch treibt er sie also, das sie mit dem kopff dawider lauffen, als wuͤtend und rasend.
Ebd.
41, 113, 28
:
Er [...] wird [...] also mit jnen handeln, das sie nicht schlecht fur den kopff gestossen oder nidder geschlagen heissen.
Ebd.
41, 143, 6
:
werden auch nicht auff hoͤren, bis sie die koͤpffe abgelauffen und darnider jnn der aschen ligen.
Ebd.
41, 244, 5
:
ubi veri Christiani [...] nihil timent mortem [...] so starck unbd keck, das ehe von Christo, setzten kopff, strumpff et quidquid habent.
Ebd.
51, 656, 306
(
um 1535
):
Kopp und teyl.
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 60
(
obd.
1524
):
füchs [...] der größer teil, so den braten geschmackt, den kopf wider auß der schlingen zogen hat und sich der füchserei gar nit mer wil annemen.
Chron. Nürnb.
4, 312, 13
(
nobd.
,
15. Jh.
):
hieb der Kroner irher dem langen Erhart irher einen fuß ab [...] wards kopfs lenger.
Vetter, Pred. Taulers
405, 32
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
wellent soliche rehte alse sú mit den koͤppfen durch die muren varen wellent.
Barack, Zim. Chron.
1, 306, 18
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Darumb so zoch ain ieder, der mocht, den kopf usser der halster.
Ebd.
3, 632, 39
:
es hetten die pauren die köpf gestreckt, die wolten oben auss und nirgends an.
Turmair
4, 567, 19
(
moobd.
,
1522
/
33
):
kam also der guet man umb sein köpfle.
Moscouia
B 3v, 22
(
Wien
1557
):
Ich will [...] mein Kopf fuͤr mein Vatterland am ersten spitz darsetzen.
Luther, WA
22, 6, 21
;
32, 301, 9
;
32, 316, 35
;
41, 221, 24
;
47, 588, 20
;
49, 448, 6
;
49, 783, 37
;
ders. Hl. Schrifft. Röm.
1, 1, 31
;
Thür. Chron.
22r, 57
;
Vetter, a. a. O.
184, 12
;
Ulner
138
;
Rwb
7, 1284/5
.
6.
mehrfach metonymisch zu 4: ›Auffassungsvermögen‹, ›Denkweise‹, ›Wille‹, ›Gedächtnis‹, ›Intellekt‹, ›Person‹.
Phraseme:
den kopf aufsetzen
›sich stur stellen‹;
eines kopfes sein
›einer Meinung sein‹;
dem eigenen kopf folgen / nachgehen
›eigenwillig handeln‹;
den kopf aufrichten
›selbstbewußt sein‹;
jm. wächst der kopf
›j. bildet sich etw. ein‹;
auf dem kopf bestehen / liegen / verharren
›an seiner Meinung festhalten‹;
etw. aus dem kopf sagen
›etw. aus dem Gedächtnis sagen‹;
bei seinem k. bleiben
›bei seinem Willen beharren‹;
jm. in den kopf kommen
›jm. einfallen‹;
jm. im kopf liegen / stecken
›jn. beschäftigen, jm. bewußt sein‹,
etw. im kopf haben
›etw. wissen‹;
der kopf jm. nach etw. stehen
›etw. im Sinn haben‹;
nach js. kopf hinausgehen
›nach js. willen geregelt werden‹;
über js. kopf (hin)ausgehen
›etw. nicht im Griff haben‹;
jm. etw. über kopf nemen
›etw. ohne js. Einwilligung tun‹;
grosser kopf
›vornehme Person, Obrigkeitsperson‹.
Bedeutungsverwandte:
,
2
 1.
Syntagmen:
böser / eigensinniger / fürwitziger / halsstarriger / öder / sinreicher / toller / tölpischer / wolgeübter k.
Wortbildungen:
kopfgeld
›Personalsteuer‹ (seit 1500),
kopfrecht
2 ›Recht der Vernunft‹,
kopfsteuer
(seit 14. Jh.).

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 26, 6
(
nrddt.
,
1565
/
6
):
viel Fürsten [...] willigten darin, vielen wart es über kopf genohmen.
Ralegh. America iijv,
19
(
Frankf.
1599
):
nicht desto weniger wolten es etliche nicht glauben / sondern ihrem eigenen Kopff folgen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
3, 126, 22
(
Frankf.
1602
):
Ein fürwitziger kopff oder dochthor [...] wolte gesehen und gerühmet sein.
Mieder, Lehmann. Flor.
625, 9
(
Lübeck
1639
):
Es sind vielerley Recht / Kriegs oder Faustrecht / ist gewalt / Kopffrecht ist Weisheit.
Ebd.
775, 16
:
die Bawern gaben zur Antwort/wir seynd alle eines Kopffs vnd einer meynung.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
12, 2
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Kündestu rechte messen, wegen, zelen oder tichten, aus ödem kopf ließtu nicht soliche rede.
Luther, WA
32, 35, 27
(
1530
):
Das mugen sie wol thun, das sie ein spiel anrichten das uber jhrem kopff ausgehet.
Ebd.
33, 526, 4
(
1531
):
die gottlosen [...] machen ihnen tolle kopff mit den lausigen kappen.
Anderson u. a., Flugschrr.
12, 7, 17
(
Wittenb.
1522
):
Sin vnd merck das du nit werdest aus deine͂ kopff sagen.
Ebd.
26, 7, 17
(o. O. [
1522
]):
So hat mann in bayden Testamenten das nyemandt seinem kopff vñ geduncken nach predigen leren noch glauben sol.
Ebd.
29, 11, 32
([
Augsb.
]
1524
):
sy wissen das Ewangeli / aber sy legens nach jrem Kopff auß.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 65, 23
(
obd.
1521
):
so das groß köpf thuͦnd, so volgen die andern mindern pfaffen all hernach.
Rupprich, Dürer
3, 297, 14
(
nobd.
,
1528
):
dise behendigkeyt macht, das du dich nit lang bedencken darffst, so dir der kopff vol kunst steckt.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
129, 1
(
Nürnb.
1548
):
das ein jedes gern recht haben / seinen kopff fuͤr den bestē achten / vnd vngern dem andern weychen wil.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 120, 22
([
Augsb.
]
1548
):
Es hat muͤhe / wann man soll vil koͤpffe in ainen bringen.
Memminger Chron. Beschr.
29, 8
(
Ulm
1660
):
ob man wol nicht jedem nach seinem Kopff recht thun vnd sprechen kan / so gehet es doch.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
122, 29
;
Dedekind/Scheidt. Grob.
87, 44
;
v. Keller, Amadis
8, 37
;
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
19, 3
;
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
343, 23
;
Luther, WA
32, 300, 35
;
41, 115, 25
;
51, 657, 351
;
Anderson u. a., Flugschrr.
19, 17, 22
;
28, 4, 17
;
Weise. Jugend-Lust
88, 2
;
Schade, a. a. O.
2, 218, 802
;
Roloff, Brant. Tsp.
1149
;
1210
;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
15, 13
;
Bachmann, Haimonsk.
81, 31
;
Qu. Brassó
4, 30, 39
;
Dasypodius
361r
;
Maaler
249r
;
Schweiz. Id.
3, 410
;
Rwb
7, 1286
;
1289
.
Vgl. ferner s. v.  8,  6,  1.
7.
›Bergkuppe‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
k. der berge; hoher / runder k.

Belegblock:

Schweiz. Id.
3, 411
(a. 
1546
);
Vorarlb. Wb.
2, 122
(a. 
1612
).
8.
›Endstück eines Baumstammes‹.

Belegblock:

Schwäb. Wb.
6, 2349
(a. 
1581
).
9.
bedeutungsverwandt zu  3.