abschiessen,
V., unr. abl.
1.
›hinabstürzen, -fließen, -schießen (z. B. von Wasser)‹.

Belegblock:

Lohmeyer, K. v. Nostitz
48, 8
(
preuß.
,
1578
):
mussen vil graben [...] gemacht werden, das daß wasser abscheust.
Wrede, Aköln. Sprachsch.
38a
.
2.
›etw. abladen‹.
Wortbildungen:
abschiesstat
›Abladestelle‹.

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
2, 375, 1
(
moobd.
,
1582
):
Wann ein frembder einen wein im dorf abschiest und ein zeit ligen last.
Rwb
1, 251
.
3.
›jm. (ein Körperglied) abschießen‹.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
453, 1191
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der [weib] wart nur alter aine | ab geschossen ain paine.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
1071, 2
(Hs.
A. 15. Jh.
):
mit einem dilen snelle daz hobet man im abeschos | und stecket es an die zinnen.
4.
›etw. nieder-, herunterschießen, durch Beschuß zerstören‹.
Bedeutungsverwandte:
 2.

Belegblock:

Schmitz, Schiltb.
155, 18
(
Frankf.
1597
):
wann Schuͤtzen vnter jn weren so were am besten / dz man es mit einem Pfeil abschuͤsse.
Chron. Nürnb.
5, 728, 5
(
nobd.
,
1490
):
da legert er sich villeicht mit 600 mannen für Winsheim und ließ inen einen turn vor irer stat [...] abschießen.
Gille u. a., M. Beheim
453, 1723
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der wart geordiniret in | die abgeschossen luken hin.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
54, 29
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Er lyeß dye statmawr vast abschyessen.
Chron. Nürnb.
5, 679, 6
;
Grossmann, a. a. O.
61, 27
;
Tarvainen, Wortsch. Unrest.
1966, 103
.
5.
›etw. (z. B. Fallen) zuschnellen lassen; (Waffen o. ä.) auslösen, losgehen lassen, losschießen, abfeuern‹.
Bedeutungsverwandte:
 4.
Syntagmen:
oft ohne Obj., vereinzelt mit Richtungsangabe.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
437, 19
(
m/soobd.
,
17.
/
18. Jh.
):
soll sich keiner [...] unterstehen [...] cleng und fallen aufzurichten und abzuschiessen.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
116, 20
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das dan die jcz geordenten schuczen von stund gegenn deyner feindt spiczenn [...] einsprengten vnd vff sie abschussenn.
Chron. Augsb.
8, 145, 20
(
schwäb.
, zu
1562
):
der ander hat auch auf den postknecht abgeschossen.
Welti, Urk. Rheinfelden
859, 54
(
halem.
,
1534
):
pauren [...] die gegen mir mit gewerter hand geloffen vnd mir min buxen, die ich nach nit abgeschossen, abgethrungen.
Skála, Egerer Urgichtenb.
156, 9
;
Gille u. a., M. Beheim
453, 1929
;
Chron. Augsb.
7, 96, 4
;
Maaler 5v;
Pfälz. Wb.
1, 79
.
6.
›etw. / jn. erlegen, töten‹.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
67, 20
(
m/soobd.
,
1537
):
Ob ainer [...] wilpräd abschuß, abvieng, auslöset, abtrueg oder gericht zerbräch.
7.
›nachbleichen, verschießen (von Farben)‹.

Belegblock:

Trübner, Dt. Wb.
1, 29
.