anbeten,
V.;
vgl. das Bedeutungsfeld von .
1.
›zu jm. (Gott)/ etw. (das man religiös verehrt) beten, die Gebetshandlung vollziehen‹; in besonderem Maße offen zu 2.
Vorw. religiöse Texte.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,  1.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 25, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Alsô schiere sô dû got anebetest umbe die crêatûre, sô bitest dû umbe dînen eigenen schaden.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
28, 24
(
hess.
,
14. Jh.
):
In allen den zu kummenden und inweg varenden gesten sal man mit geneigedem heubit oder mit nider gestregteme licham den heilgen Crist ane beden.
Feudel, Evangelistar
19, 28
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
mit beslozzener tur ane bete heymelichen dynen vater.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 170, 10
(
Köln
1582
):
Du wirst zů einem Herren | Den tewren helden immer han, | Vnd solt mit hohen ehren | Ihn niderfallend betten an.
Mayer, Folz. Meisterl.
80, 52
(
nobd.
,
1517
/
18
):
[Sie]
Kniten vür sein füs da | Und in anpetten fleisigkleiche.
Päpke, Marienl. Wernher
2790
(
halem.
,
v. 1382
):
Dú baide [esel und das rind] erkantent wol das kint | Und bugend sich uf irú knie, | Als si Got anbettend hie.
Quint, a. a. O.
1, 318, 11
;
2, 24, 2
;
Gille u. a., M. Beheim
124, 573
;
Chron. Strassb.
1, 256, 10
;
Goldammer, Paracelsus
4, 113, 12
;
Maaler
16v
;
Dietz, Wb. Luther
68
/69.
2.
›jn./etw. religiös verehren, als Gott anerkennen‹, im Unterschied zu 1 als religiöse Praxis von längerer zeitlicher Dauer.
Vorw. religiöse, didaktische, vereinzelt chronikalische Texte.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1, (V.) 2 ›Ehre erweisen‹, ; vgl.  2.
Syntagmen:
den abgot / baal / Mahomet / got / vater / herren / leib Christi / teufel / man / baum / stein / schuh / ochsen, das sakrament / kalb / rind / holz / metal / feuer, die farbe / säule / schlange / kuh a.; jn. vor den schöpfer a., jn. für got / den herren a.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
3794
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Man huret ouch an Gotes gebote, | Swen wir irdische abtgote, | Die sich glichen ubeln kreten, | Vor unsen schepfer anebeten.
Ebd.
15803
:
[Sie] anebeteten Baal.
Große, Schwabensp.
172a
, 8 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Swer ander gote ane betet den got von heimmellriche, den tote.
Rupprich, Dürer
3, 438, 46
(
nobd.
,
1527
/
28
):
Es ist auch kein abgöttereÿ jnn dieser kunst, man wöll dann mutwillen mit geprauchen. Ich glaub auch, dos nÿmand so unsinig seÿ, der holtz, stein, metall oder farben anpette.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1486
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Do sÿ das kalb gar ungesund | Hatten gemacht uss goldes letten | Und das begunden an betten.
Andreae. Ber. Nachtmal
30r
, 19 (
Augsb.
1557
):
den natürlichen leyb Christi [...] welchen er den vmbstehenden zaiget / vñ anzubaͤthen auffhebet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
493, 1
(
oobd.
,
1349
/
50
):
anpetent si [frawen] ir aigen man sam ir götinn.
Primisser, Suchenwirt
39, 60
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Wir christen scholden halden paz | Die gottes gepot [...] | Wenn iuden, haiden taten, | Die aͤpgot anepaten.
Quint, Eckharts Pred.
2, 25, 4
;
Hübner, Buch Daniel
1293
;
2564
;
3316
;
5575
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
6, 6
;
9, 8
;
65, 14
;
Schönbach, Adt. Pred.
25, 15
;
Dienes, E. Gros. Witwenb.
20, 27
;
Bell, G. Hager
175, 2, 5
;
556, 3, 4
;
Vetter, Pred. Taulers
20, 18
;
387, 33
;
Rieder, St. Georg. Pred.
1, 10
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
27, 20
;
105, 7
;
121, 21
;
130, 19
;
177, 15
;
Sappler, H. Kaufringer
16, 460
;
Chron. Augsb.
4, 5, 22
;
Eschenloher. Medicus
9, 24
;
Lindqvist, a. a. O.
2745
;
Dietz, Wb. Luther
68
/9.
3.
›jn. inständig, flehentlich (um etw.) bitten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3, .

Belegblock:

Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Marc.
5, 23
(
osächs.
,
1343
):
Jaîrus [...] anbette en vile und sprach.
Chron. Strassb.
1, 258, 28
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
dise zehen bruͤder koment in Egiptenland zů Josep und bettetent in ane umb korn.