ausraufen,
ausräufen,
V.
1.
›etw. (Gewachsenes) aus seiner natürlichen Verankerung herausreißen, herausziehen, ausrupfen‹.
Syntagmen:
äheren / gras / heu, die hester / pflanzung, die federn / wurzeln, das har
(mehrmals) /
herz, den bart / zopf / flügel / baum / raten a.
Wortbildungen:
ausraufung
1.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 254, 3
(
Köln
1582
):
Wie gras das wechset auff dem tach, | Das duͤrr vnd steiff ist anzůgreiffen, | Eh seine zeit kuͤmt auszureuffen.
Ziesemer, Proph. Cranc. Ez
17, 9
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
wirt er nicht syne wurcziln uzroyfin und sine vrucht pressyn?
Luther. Hl. Schrifft.
Esr. 9, 3
(
Wittenb.
1545
):
DA ich solchs höret / zureis ich meine Kleider [...] / vnd raufft mein heubthar vnd bart aus.
Feudel, Evangelistar
32, 14
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
eyn ycliche pflanczunge dy myn hemelyscher vater nicht hat gepflanczit dy wirt uz gerouft.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
240, 19
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Wann die eckerhester gros genung seind auszuheben oder auszureufen und zu pflanzen.
Roloff, Brant. Tsp. n.
890
(
Straßb.
1554
):
als sie sehen die FRAW weynen und ir har auß rauffen.
Gille u. a., M. Beheim
449, 442
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
als ob sy [kroten] in
[Menschen im Fegefeuer]
auff snellem strich | ire herczen auss welten răffen.
Fastnachtsp.
634, 5
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Sie liept mir für har auß raifen
[Entrundung] |
Und liept mir für die haut ab straifen.
Mayer, Folz. Meisterl.
43, 34
(
nobd.
,
v. 1496
):
do kamenn uber yn gelauffen | Und gunden im sein federnn all auß rauffen.
Dietrich. Summaria
20v, 2
(
Nürnb.
1578
):
die Phariseer straffen die Juͤnger Jesu / das sie am Sabbath ehern außraufften / vnd assen.
Löffler, Columella/Österreicher
1, 62, 8
(
schwäb.
,
1491
):
die emsig ussroͮffung des farns mag geschechen mit dem pflůg.
Feudel, a. a. O.
126, 1
;
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
7598
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 139
;
Stedtfeld, Roger-Glosse
125
;
Gille u. a., a. a. O.
99, 193
;
Kehrein, a. a. O.
1, 353, 7
;
371, 7
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
6, 391, 8
;
Adrian, Saelden Hort
9690
;
Klein, Oswald
111, 93
;
Schmitt, Ordo rerum
645, 12
;
Diefenbach
216b
;
Voc. Teut.-Lat.
a iiijv
;
c ijr
;
c iijv
;
Voc. inc. teut. b
viijr
; f
viijr
;
Maaler
44v
;
203r
;
521v
;
Dietz, Wb. Luther
1, 177
;
Schweiz. Id.
6, 643
.
2.
›jn./etw. vernichten, vertilgen‹; Ütr. zu 1.
Wortbildungen:
ausraufung
2.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
297, 146
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
welcher | selcher | wallüsten fürt, | würt | auss geraufft, | straufft | und verwelket.
Ebd.
161
:
Sechs | graut | [...], | an diesem ort | nun | wurt wachsen fun | strauffung | und aussrauffung | der | laster.
3.
›etw. (eine Waffe) zücken, aus der Scheide ziehen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.
Syntagmen:
den degen, das messer / schwert a.

Belegblock:

Schweiz. Id.
6, 643
(a.
1464
;
1465
).