abschlagen,
V., unr. abl.
– Äußerst differenziertes Bedeutungsfeld, aus dem sich folgende Gruppen als zusammengehörig herausheben: 1-12 ›schlagen‹ und Ütr.; 15-17 ›vermindern‹; 18-21 ›Richtung verändern‹; 22-26 ›ablehnend handeln‹. Es bestehen aber mannigfache Wechselbeziehungen zwischen den Einzelbedeutungen über die Gruppen hinweg.
1.
›(Bäume) fällen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5, .

Belegblock:

Dierauer, Chron. Zürich
192, 14
(
halem.
,
15. Jh.
):
das die lút ze tod erfrurent und fogel und tierli, und reben und nussboͤm, das mans abslůg.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
21, 31
(
m/soobd.
,
1590
):
demnach solten die selben ainiches holz ohne vorwissen [...] der 4 bestelten nit abschlagen.
2.
›jm. etw. (meist: ein Körperglied) abschlagen (als Gewalttat, als Straftat, zur Strafe)‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, ; vgl.  7.
Syntagmen
das haupt, den hals / kopf / grind / kragen a.
(dazu bdv.: , ),
den arm, das har / or, die hand / haut a.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
154 a, 7
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Jst iz aber drier pennige wert, man sol im hůt vnde har abe slan.
Chron. Köln
3, 907, 19
(
Köln
1499
):
liessen die van Deventer me dan hondert van den gevangen voisknechten vurß scheffenurdel wederfaren ind deden ire helse afslain.
Wyss, Limb. Chron.
85, 12
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
det nun der aller richesten unde mogesten ir haubt abeslan unde det der endeiles virteilen.
Feudel, Evangelistar
74,
V 72 (
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Malchyo sluk her abe daz ore gar.
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
117, 12
(
nobd.
,
1391
):
daz sie auch Andres dem spenglerkneht einen arm nahant abgeslagen haben.
Päpke, Marienl. Wernher
8757
(
halem.
,
v. 1382
):
mit dem selben schlůg er dar | Aim ain or abe in der schar.
Weitz, Albich v. Prag
145, 18
(Hs. ˹
oobd.
,
A. 16. Jh.
˺):
Wem ain arm ab geschlagen ist oder ain ander glid, da das plůt nit versten wil.
Große, a. a. O.
103 a, 21
;
203 a, 39
;
Pyritz, Minneburg
2598
;
Gille u. a., M. Beheim
99, 15
;
453, 422
;
Chron. Augsb.
1, 45, 11
;
106, 19
;
2, 28, 30
;
88, 17
;
6, 28, 3
;
Welti, Stadtr. Bern
48, 12
;
49, 32
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
968
;
Roth, E. v. Wildenberg
83, 11
;
Turmair
4, 369, 11
;
5, 294, 22
;
Kummer, Erlauer Sp.
5, 160
;
Schöpper
69 a
;
Maaler
5 v
;
185 v
.
3.
›etw. durchschlagen, durchtrennen‹; hierzu wohl als Ütr.: ›jm. etw. (z. B. den Nachschub) abschneiden, etw. unterbrechen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8.

Belegblock:

Keil, Peter v. Ulm
133
(
nobd.
,
1453
/
4
):
dem adern sind abgeslagen.
Maaler
5 v
(
Zürich
1561
):
Den feyndẽ die profiant Abschlahen / weeren das jnen kein speyß zůkom̃e [...] Einem zeerung Abschlahen / Einen vm̃ die zeerung bringen.
4.
›etw. (z. B. Handlungen) kürzen; abbrechen‹.

Belegblock:

Schlosser, H. v. Sachsenh. Mörin
3247
(
schwäb.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ich kans nit gemessen naͮch der snůr, | Vil red die wil ich schlahen ab.
Ebd.
5607
:
Ich wil verkürczen hie min wort | Und vil der tayding schlahen ab.
Ebd.
4998
:
Daß er zů stund uffpfiffen hais | Und gancz ab schlach des stechens fraiß!
5.
›jn. verprügeln, hart zurichten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Sudhoff, Paracelsus
10, 593, 3
(
1536
):
ein rüetlin [...] dir [...] dein rucken abschlahen wird.
Qu. Brassó
5, 527, 12
(
siebenb.
,
1615
):
Worden etliche Kaufleut [...] von Räubern abgeschlagen und sehr hart verwundet.
Preuss. Wb. (Z) 1, 58.
6.
›jn. hinabstürzen, hinabschlagen; etw. herunterschlagen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4, ,  17,  2,  1.
Gegensätze:
 2.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
355, 438
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
aber der ewig got, | So er ersicht den spot | dez lasterlichen hundes, | mit dem gaist seines mundes | slecht er in ab zu tal.
Brandstetter, Wigoleis
212, 1
(
Augsb.
1493
):
wie der wurm den ritter über einen velsen abgeschlagenn vnd zuo eines sees gestat geworfen hete.
Pfälz. Wb.
1, 80
.
7.
›jm. etw. abgewinnen, entreißen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 11.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
627
(
preuß.
,
1. H. 14. Jh.
):
den [heidenischin scharn] er den sic dô abeslûc.
Luther, WA
41, 711, 27
(
1536
):
Istud nostrum harnisch et Apostolos et alle dem Teufel abgeschlagen, ut totus mundus Christen worden.
Ebd.
41, 709, 19
;
49, 518, 39
;
Schmidt, Falknerei.
1909, 89
.
8.
›jn. (auch Gruppen) erschlagen, töten, vernichten‹.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. , (V.) 7,  1,  1.

Belegblock:

Behrend, Magd. Fragen
185, 30
Anm. (
omd.
,
um 1400
):
Die frawe die geclogit hot das ir ir man abegeslagin ist.
Chron. Köln
1, 3829
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
ouch wil wirt (den) van dem Kreichmarte sagen | ind den ir vrunt synt aue geslagen, | dat sy neit van vns en wichen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
144, 15
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Do slueg ir der hertzog Ornold mit den seinen gar vil ab.
Turmair
4, 597, 32
;
Voc. inc. teut. a III v;
Preuss. Wb. (Z) 1, 57.
9.
›(Tiere) schlachten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8.

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
1, 203, 9
(
moobd.
,
um 1532
):
wo aber ainem guten man die hüener nit grieten, das ims ettwo die soldner abschluegen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
498, 18
(
m/soobd.
,
16.
/
17. Jh.
):
allen andern soll daß abschlagen genzlich verbotten sein, allain waß auf ihre haußnotturft, und nit auf hochzeiten [...] erlaubt sein.
10.
›etw. zerschlagen, zerstören‹.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 3840
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Men sal die molen aue slain | ind laissen sy zo dale gain.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
116, 21
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
den feinden die spis aus denn feusten reyssenn, oder die spis abschlagenn.
11.
›(Heu o. ä., mit Verschiebung des Obj.: Wiesen o. ä.) mähen; (Krautköpfe) abschlagen, ernten‹; zu ersterer Nuance wohl auch das im Pfälz. Wb.
1, 81 b
elegte: ›(Grundstücke) abweiden‹.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Konventsb.
117, 28
(
preuß.
,
1404
):
15 1/2 m [...] die campwesze [...] abeczuslan.
Boos, UB Aarau
46, 18
(
halem.
,
1334
):
ob dekeines hoͤwe oder emde fruͤcher dann eins andern zitig abzeslahenne wurde.
Mell u. a., Steir. Taid.
238, 25
(
smoobd.
,
1638
):
Die burger [...] seint auch schuldig zu robaten zum pfarhof in pauen, eggen, mäen, in dörren, schneiden, die hoffer kraut abschlagen, rueben abschneiden und heraus raufen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
314, 26
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 58.
12.
›etw. (z. B. Staub) abklopfen, herunterklopfen‹.

Belegblock:

Luther, WA
30, 3, 519, 3
(
1532
):
so weren sie entschuͤldigt fuͤr Gott und moͤchten als denn von jren fuͤssen den staub abschlahen.
Geier, Stadtr. Überl.
479, 7
(
nalem.
,
1551
):
So sollen auch die küefer nit den weinstain abböllen, sonder allain mit dem schlegel außwendig ain vaß abschlachen.
13.
›etw. (Waren) abladen, lagern‹.
Bedeutungsverwandte:
 16, ; vgl.
1
 1.

Belegblock:

Welti, Stadtr. Bern
147, 26
(
halem.
,
um 1400
):
wirt es [oͤly] aber in vͥnserm kofhus abgeslageu [...], der git vngelt.
Ebd.
304, 17
.
14.
in der Wendung
das wasser abschlagen:
›urinieren, Wasser lassen‹.
Vorwiegend obd.
Bedeutungsverwandte:
, , , .

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
354, 137
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
so sol wir mit urlab | daz wasser slahen ab.
Turmair
4, 904, 29
(
moobd.
,
1522
/
33
):
da er von dem pferd stieg, das wasser wolt abschlahen.
Schottenloher, Flugschrr.
60, 2
(
Landshut
1523
):
ich wolt das vil mer noch erzeln, so muesz ich hinaus vor das wasser abschlagen.
Deinhardt, Ross Artzney
112
(
oobd.
,
1598
):
nimb ain neu gelegt ayr vnnd fach deinen harm, so du gegen tag abschlegsts.
Turmair
1, 427, 18
;
Schöpper
114b
;
Maaler
5 v
;
486 r
;
Wrede, Aköln. Sprachsch.
39 a
;
Schwäb. Wb.
1, 62
.
15.
›im Preis fallen, billiger werden (von Waren)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 314, 8
(
rib.
,
1575
):
der firn win hat ein jar lank und mehe 7 alb. gegolten, war eiz uff 5 alb. abgesclagen.
Chron. Mainz
1, 224, 6
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
was der habern of die zit abegeslagen, also das er minner galt, dann er inkauft wart.
Mon. Boica, NF
2, 1, 293, 10
(
nobd.
,
1464
):
wann kesz und hoͤner uf- und abslagen.
Chron. Augsb.
2, 147, 17
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
Es ward darnach [...] wider wolfail, es galt 1 schaff roggen 1 fl. und schlueg korn, wein und alle ding wider ab.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 162, 13
;
Chron. Nürnb.
1, 403, 5
;
4, 316, 4
;
Chron. Strassb.
1, 489, 20
;
Schirmer, Kaufmannsspr. 4.
16.
›den Preis (einer Ware) senken, (eine Ware) billiger verkaufen; den Wertgehalt (einer Münze) verringern‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. zur 2. Nuance  5,  11 und 12,  16, .

Belegblock:

Mon. Boica, NF
2, 1, 275, 34
(
nobd.
,
1464
):
Alzo wer allzeit anzwͤslagen nach aufslag des gulden und abzwͤslagen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 375, 7
(
Straßb.
1522
):
wan ein Faß in zweien Tagen nit ußgieng, so můst man in umb ein Heller abschlagen.
Koller, Ref. Siegmunds
347, 18
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Wenn man sleht einen güldin für ein pfund werung, so bestot er nit lang; man sleht uff oder ab.
17.
›(jm.) etw. (einen Teilwert von einem Gesamtwert) abziehen, in Abzug bringen, abrechnen‹.
Bedeutungsverwandte:
 3,
2
 3,  23,  2; vgl.  2.
Syntagmen:
den zins, die schicht, das geld
(häufig)
a.; etw. an der schuld, an dem hauptgeld a.; etw. von der summe, an dem dienst a.

Belegblock:

Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 350, 8
(
omd.
,
1430
):
dy egenante III firdung czyns sal her abe sloͤn an den XVII guten margken.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
185, 2
(
osächs.
,
1545
):
das solche schicht ein der woche eingefaren werden aber den arbter abgeslagen.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
507, 30
(
osächs.
,
um 1524
):
So sol er moglich dem jungsten bruder widerstattung tun oder sol das in der teilung moglichen an seinem teil abschlaen und rechen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
129, 5, 15
(
schles.
,
1385
):
was ym dorvff wirt, das sal her an den xiij 1/2 mark abeslayn.
Wattenbach, Urk. Czarnowanz
128, 14
(
schles.
,
1454
):
das sal ym nicht abesloen an dem hewptgelde der vorgenante Janko.
Bastian, Runtingerb.
2, 9, 8
(
oobd.
,
1384
):
Dafur wil ich von dem Fuͤrtter nur 50 guldein nemen, di slach ich im ab an dem obe[n] geschriben gelt, daz [ich] im sol.
Klein, Oswald
7, 35
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
also slach ains gein andern ab: | wirdiger got, wie köstlich sind dein gab!
Leman, Kulm. Recht
3, 106
;
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
65, 15
;
159, 15
;
215, 28
;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
78, 5
;
219, 23
;
233, 22
;
26
;
766, 35
;
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
103, 25
;
Wyss, Limb. Chron.
84, 32
;
Chron. Mainz
1, 149, 25
;
150, 8
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
252, 18
;
Bindewald, a. a. O.
162, 9
;
Chron. Nürnb.
1, 183, 13
;
Mon. Boica, NF.
1, 247, 24
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 200, 22
;
Vogel, Pract. Alg. Ratisb.
183, 7
;
Maaler
5 v
;
Schirmer, Kaufmannsspr. 4;
Schmitt, Urkundenspr.
1936, 196
;
Reiner, Terminologie math. Werke.
1960, 45
.
18.
›(Wasserläufe) ableiten, umlenken, in eine andere Richtung bringen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  13.
Syntagmen:
den bach / brunnen, das wasser, die rünne / wiese a.

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle
324, 14
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
das er czwo brucken ubir den ryn gemacht hette, unnd des rins en teyl abe geslagen.
Chron. Nürnb.
4, 290, 24
(
nobd.
,
15. Jh.
):
da was es gar kalt, das man den Vispach ab must slahen.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 10, 2
(
schwäb.
,
1411
/
12
):
daz man den Nekger abschluog.
Rennefahrt, Statut. Saanen
118, 6
(
halem.
,
1470
):
sol nieman dem andren in sinen schwellinen kein schaden toun mit abschlachen oder mit andrem rumen.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 394, 8
(
alem.
,
1446
):
schlůgent sy die Wysen ab und zerbrochen die wůr, das die in der Kleynen Statt nit malen mochten.
Rennefahrt, a. a. O.
367, 8
;
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
2646
;
Bernoulli, a. a. O.
5, 386, 25
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 242, 20
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
70, 24
;
278, 32
;
Maaler
5 v
.
19.
›(stehende Gewässer) durch Abgraben des Deiches auslaufen lassen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Bernoulli, Basler Chron.
4, 273, 24
(
alem.
,
1446
):
sabato post zugend 400 [...] fúr die clein stat, slůgend den tich abe.
20.
›abprallen, abgleiten, abprellen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Oberschw.
31, 14
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Ayner under ynen, der hett ain gespannen bogen, darauf ain stral, der schöß auf in ab [...] schlug sich der stral ab, das er nit in in gieng.
21.
›ausweichen, beiseitegehen, sich entfernen‹.

Belegblock:

Luther, WA
33, 490, 4
(
1531
):
dieweil sie umbhehr gehen und bej seidts abschlagen, das macht uns eine freude.
Sachs
3, 212, 19
(
Nürnb.
1531
):
Des ich erschrack im hertzen mein | Und gieng ein engen holtzweg ein, | Mich von der rechten straß abschlug, | Der mich weyt in dem holtz umb trug.
Preuss. Wb. (Z) 1, 58.
22.
›(jm.) etw. (Gewünschtes) verweigern, abschlagen, ablehnen, zurückweisen; jn. abweisen‹.
Gegensätze:
 9.
Syntagmen:
(jm.) den antrag / befel / gehorsam, das pferd / begeren / gebet / fürnemen, die bitte
(mehrmals) /
hilfe
(mehrmals) /
liebe / minne / verzeihung a.

Belegblock:

Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
625
(
rhfrk.
,
1436
):
slahe daru֔mb nicht abe din hilffe.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
58, 23
(
Bamb.
1507
):
solche obgemelte kuntschafftstellung auch dem gefangen oder seinen freunden vff ir begern on gute rechtmessig vrsach nit abgeslagen oder aberkant werden sol.
Turmair
4, 751, 7
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Das römisch regiment [...] war dawider, schlueg sölchs des kaisers fürnemen ab.
Karnein, de amore dt.
79, 78
(
moobd.
,
v. 1440
):
darumb tüstu mir lieb vnd mynn vnpillichen abslachen vnd versagen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
220, 6
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Das schlueg Hertzog Jörg ab.
Koller, Ref. Siegmunds
303, 21
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
sy süllent oͮch gehorsam sin allen, die sie anrieffent, nieman abslahen.
Kehrein, Kath. Gesangb. II,
398, 7
;
v. Keller, Amadis
513, 14
;
Chron. Augsb.
7, 106, 2
;
487, 31
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
17, 3
;
18, 21
;
142, 1
;
Schöpper
95 b
;
Serranus
3 r
;
Maaler
5 v
;
Rot
285
;
304
;
331
;
345
;
Ulner 7;
206
;
Kuchanny, Syn. Huttens Vad.
1915, 136
.
23.
›etw. (Bestehendes, z. B. Bräuche) verbieten, untersagen; etw. (z. B. Steuerauflagen) aufheben, abschaffen‹; spezialisierte Verwendung: ›jm. (die Waage) abschlagen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 536, 10
(
rib.
,
1505
):
Ind asdan sullen die burgermeistere vurs. van stont an dem vurg. ungehoirsamen sine waege overmitz ire gesworen boden doin afslagen ind in daebi vur sulchen boisse doin penden.
Chron. Magdeb.
2, 233, 31
(
nrddt.
,
1505
):
Fürder alle spaciren [...] soll gantz ab und nydder geschlagen sein.
Koller, Ref. Siegmunds
352, 2
(Hs.
um 1475
):
soll man dye bett lauter abslahen und nit lassen gen.
Winter, Nöst. Weist.
3, 525, 28
(
moobd.
,
1519
):
behelt im bevor solh nutzung zu widerruefen und abzuslachn.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 507, 9
.
24.
›etw. (Geplantes, z. B. ein Vorhaben) absagen‹.

Belegblock:

Bachmann, Morgant
277, 16
(
halem.
,
1530
):
Kŭnig Marsillia, noch allem gruotz wŭß, das ich mich ser ab dir verwundern, das du din fart ab gschlagen hast durch zuotragung Blanchardins, und ursächer byst, das Anthea ŏch belyben ist.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
179, 9
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Der kunig hett misvallen, das der von Salltzpurg nicht kam und ward der tag zu Sannd Pollten abgeschlagen.
25.
›jm. etw. ausreden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  6.

Belegblock:

Chron. Augsb.
5, 50, 5
(
schwäb.
,
1523
/
27
):
da wolt der kaiser nicht für sich ziechen. wer im es abgeschlagen hett, [...] das west man nicht.
26.
›jm. etw. (z. B. eine Qualität) absprechen, aberkennen, etw. leugnen‹.

Belegblock:

Chron. Augsb.
7, 126, 10
(
schwäb.
, zu
1548
):
Entgegen ist gleichwol dem armen povel volck, daß sie auch from und erbar sein könnden, nit abgeschlagen.
Maaler
5 v
(
Zürich
1561
):
Glat Abschlahen oder laugnen.
27.
›etw. (Waren o. ä.) prüfen, kontrollieren‹.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
5, 64, 15
(
omd.
,
1521
):
so er [geschworner abschlager] in dem abschlagen erfindet einicherlei anzeige, dadurch er besorgt, die kupfer eisenschossig, das er dasselbige stuck zuschlage.