2
bei,
Präp.
(1-18; 24),
Adv.
(19-23). – 1-4 zur Angabe der Raumstelle (1-3) und Raumrichtung (4); 5 und 6 zur Angabe der Zeit; 7-20 zur Angabe modaler (im weitesten Sinne), instrumentaler und kausaler Verhältnisse. Die Raumpräposition kann als Ausgangspunkt für Übertragung auf zeitliche, modale (usw.) Verhältnisse angesehen werden. In Position 24 sind diejenigen Phraseme zusammengetragen, die sich schwer an eine der Einzelbedeutungen anschließen lassen.
– Zur Wortgeschichte von
bei
und zu den semantischen Zusammenhängen vgl. Desportes, Das System der räuml. Präpositionen im Dt.
1984
.
1.
kennzeichnet mit folgender Angabe (im Dat.) einer Person oder Sache die räumliche Nähe des durch das Verb ausgedrückten Geschehens oder Zustandes; je nach genauer Situierung und nach der vom Verb verlangten Präp.: ›auf, an, unter, bei, neben jm. / etw., in räumlicher Nähe von jm. / etw.‹.
Phraseme:
bei handen
›zur Hand‹;
bei hause
›zu Hause‹;
bei land
›anwesend, zu Hause‹;
bei leuten
›zu Hause‹;
bei dem wege
›bequem‹;
sich selber bei der nase nemen
›sich an die eigene Nase fassen‹.
Bedeutungsverwandte:
(Präp.) 1.
Syntagmen:
bei jm. / etw. bleiben / leben / liegen / ruhen / schlafen / sein / sitzen / stehen / wesen / wonen, gesindet sein, bei dem mere wandern, bei js. füssen sitzen, bei dem gestade, bei den wassern wonen, sich bei jm. aufhalten, bei jm
. (z. B.
bei Lukas
)
stehen, bei jm
. (z. B.
bei Kepler
)
(etw.) sehen, jm. bei dem altar opfern, jn. bei
(einer Stadt, z. B.
Bockenheim
)
niederwerfen, etw. bei dem herzen tragen, mit den gedanken bei got sein, jn. bei der zehe zur ader lassen, etw. bei dem feuer wärmen, bei dem kopfe hin gehen, bei dem wald / schlosse / wasser, bei der krippe / linde / mauer / schläfe / stat, bei dem In / Jordan
;
pfalzgraf beim Rhein
.

Belegblock:

Rosenthal. Bedencken
12, 20
 (
Köln
1653
):
wie dann auch dem eintzigen wahren Gott beym Altar zu opfferen.
Wyss, Limb. Chron.
80, 12
(
mfrk.
, zu
1388
):
unde worfen den bunt nider bi Bockenhem.
Rueff, Rhein. Ostersp. 
1844
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
ich were alhier by uch gesessen.
Kurz, Waldis. Esopus 
2, 20, 10
(
Frankf.
1557
):
thu dich nicht erheben, | Laß ander Thier auch bey dir leben.
Jostes, Eckhart
102, 7
 (
14. Jh.
):
swer mit sinem gedenken […] dik ist bi got in dem himel, den erkennet got.
Luther, WA
51, 652, 24
(
um 1535
):
Es gieng yhm bey dem kopf hin
(›es hätte ihn fast getroffen‹).
Opitz. Poeterey
22, 8
 (
Breslau
1624
):
was ich von dergleichen sachen bey handen habe.
M. Cunitia. Ur. Prop. 
184, 13
(
Öls
1650
):
massen beym Kepplero in der Epitome […] zu sehen ist.
Keil, Peter v. Ulm
248
 (
nobd.
,
1453
/
4
):
ein wol schmeckenden apfel, den werm pey dem feur vnd leg in an daz ore.
Ebd.
249
:
laß jm zu der adern auf der großen zehen oder pey der minsten auf dem fuß.
Cirurgia H. Brunschwig
14va, 5
(
Straßb.
[
1497
]):
das da foͤrnã od’ an beidẽ sitẽ by den schleffen des hoptz das ist ein grose wund.
Bachmann u. a., Volksb.
191, 7
 (
alem.
,
15. Jh.
):
das ich by minen herczen trag, das ist so groß, das ich wol weis, das ich nüd geleben mag.
Sappler, H. Kaufringer
15, 45
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ob ain man läg bei mir hinn | hie an dem pett umb weiplich minn.
Anderson u. a., Flugschrr.
29, 12, 13
([
Augsb.
]
1524
):
sy nemens nit an / vnd sprechen / wir soͤllen vns selber bey der nasen nemen.
Lauater. Gespaͤnste
16v, 15
(
Zürich
1578
):
wie bym h. Luca stadt / meintend sy sy saͤhind einen geist.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Bei dem weg / ad viam […], oportunè. Freund seind gut bei dem wege.
Munz, Füetrer. Persibein
517, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
sach er vnferre | ain linden prait, da pey ain ritter klar.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
185, 7
 (
moobd.
,
1473
/
8
):
wolt er durch zucht bey ew̃ hie sein gesindet.
Bauer, Imitatio Haller
53, 5
 (
tir.
,
1466
):
so würd Jesus gern pey dir wonen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
339, 22
(
m/soobd.
,
16. Jh.
, Hs.
A. 17. Jh.
):
ain jeder mag sein pichsen bei haus behalten.
Piirainen, Stadtr. Sillein
72a, 18
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Der schultez sol beileuͤten sein.
Rechn. Kronstadt
3, 76, 37
(
siebenb.
,
1541
):
von wegen alles Einnemens vnd auch auszgebens der Zeg Mÿlen peym Schlos Thyrtsch.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 107, 3
;
311, 54
;
2, 719, 35
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
4, 18
;
Dubizmay, kurß zu Teutze
19, 10
;
Henschel u. a., Heidin
642
;
Schmidt, Rud. v. Biberach 
3, 24
;
Sappler, a. a. O.
5, 120
;
Eschenloher. Medicus
34, 4
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
140, 27
;
150, 14
;
151, 31
;
180, 13
;
243, 4
;
458, 6
;
Weber, Füetrer. Poyt.
264, 3
;
Fichtner, a. a. O.
555, 6
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
25, 11
;
27, 24
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
25, 18
;
Ukena, Augsb. Hl. Kreuzsp. 
70
;
Maaler
67r
/v;
Dietz, Wb. Luther
1, 237
;
Schwäb. Wb.
1, 786
;
Öst. Wb.
2, 815
;
Schweiz. Id.
4, 901
.
Vgl. ferner s. v. ,  2,  1, ,
1
 1,  1,  10,  1.
2.
kennzeichnet mit folgender Angabe (im Dativ) einer Person, daß diese etw. in, bei sich behält: ›bei jm.‹.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
58, 19
(
Frankf.
1535
):
ist sie ein reyne jungfrawe / so hellt sie den [steyn] bei jr.
Eis u. a., G. v. Lebenstein 
63, 10
 (
oobd.
,
15. Jh.
):
die selb [fraw] trinck peyfues wasser; wann das pey ir peliben ist, das kumbt von ir zw stundt.
3.
bezeichnet mit folgendem Substantiv (im Dat.) die Stelle, an der eine Handlung angesetzt wird: ›am‹, teilweise mit instrumentaler Komponente, dann offen zu 17.
Syntagmen:
bei dem stab gehen, beim stam hinaufsteigen, jn. beim mantel halten, jn. bei der hand nemen, beim kleide erwischen, beim har aufheben, bei dem bart fassen, bei schopfe greifen, etw. beim zipfel ergreifen
.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus 
4, 91, 91
(
Frankf.
1557
):
Fuͤr alter geht man bey dem Stab.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 97, 15
(
Frankf.
1563
):
Wenn dich ein schalck beim mantel helt.
Luther. Hl. Schrifft. 1. Mose
39, 12
(
Wittenb.
1545
):
sie erwischt jn bey seinem Kleid.
Voc. Teut.-Lat. D vijv (
Nürnb.
1482
):
Bye od’ bey als er nam in bey der handt.
Schlosser, H. v. Sachsenh. 
1352
(
schwäb.
,
1453
):
Der hencker mich bim saile nam | Und zoch mich berlich für gericht.
Ebd.
4840
:
Bym zipffel ich ain sack hergraiff.
Barack, Zim. Chron. 
1, 417, 4
 (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das er den thorhüeter bim haar aufgehaben und die stiegen zu nechst darbei hinab geworfen hat.
Siegel u. a., Salzb. Taid. 
78, 25
(
smoobd.
,
1654
/
60
):
so mag er woll beim stamb hinauf steigen.
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 20
;
Dietz, Wb. Luther
1, 238
;
Schweiz. Id.
4, 902
;
Öst. Wb.
2, 815
/6.
4.
bezeichnet mit Angabe (im Akk.) einer Person oder Sache (z. B. einer Stadt) die Richtung, auf die hin ein Geschehen abläuft: ›zu jm. / etw. hin, auf jn. zu, in etw.‹.
Phraseme:
bei stelle
›zur Stelle‹;
sich bei die dinge fügen
›sich e. S. annehmen‹;
bei die hand
›zur Stelle‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
bei jn. faren / kommen / laufen / (ein)ziehen / sitzen / treten, sich bei jn. / etw. legen / setzen / stellen, bei das bette / rad treten, bei die brücke / müle gehen, bei den hund, die stat, das gebiet / vorwerk kommen, jn. bei das volk senden / bei seine väter begraben, jn. bei jn. bringen / füren, jn. bei das feuer bringen, etw. bei den weg fallen
.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
1072
(
mrhein.
,
um 1335
):
An daz cruze sal man in henken | vnd zwen schacher auch bi in.
Froning, Alsf. Passionssp. 
914
(
ohess.
,
1501 ff.
):
myn thochter […] | […] seczt sich auch al her by mich!
Kurz, Waldis. Esopus 
3, 93, 16
(
Frankf.
1557
):
Ein alter Wolff dasselb ersach, | Kam bey den Hundt.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh.
4, 5
(
osächs.
,
1343
):
dô her quam bî di stat Samâriê di do heizet Sichâr, bî daz vorwerc daz Jâcob gegebin hatte Jôsêphe.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe 
696, 18
(
thür.
,
1421
):
die jungen lewte lieffin uss der stat uf die wesin bey sie.
Opel, Spittendorf
94, 22
(
osächs.
,
um 1480
):
ist eyn abscheyt gewest, das seyne gnad nach der hernmesszen sich widder bey die ding fugen solde.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
21, 29
(
omd.
,
n. 1474
):
der legate […] was mit den frawen […] bie die brucke an den Rodan spaczczire(n) gegangen.
Luther. Hl. Schrifft. 1. Mose
49, 29
(
Wittenb.
1545
):
Begrabt mich bey meine Veter / in der Höle.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
17, 19
(
Straßb.
1650
):
Jhrer fünf […] sind bey die Astrologos […] geführet worden.
Bachmann u. a., Volksb.
17, 26
 (
alem.
,
15. Jh.
):
den sun, den sy bi im hat bracht.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. 
19574
;
Chron. Köln
2, 107, 21
;
169, 5
;
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2838
;
Kurz, a. a. O.
2, 11, 35
;
Bechstein, a. a. O. Mt.
13, 4
;
Hübner, Buch Daniel
5587
;
Moscherosch. a. a. O.
24, 7
;
Qu. Brassó
 4, 49, 38
;
5, 431, 25
;
Dietz, Wb. Luther
1, 237
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 486/7;
Schweiz. Id.
4, 902
;
Byland, Wortsch. Zürcher AT.
1903, 31
.
5.
kennzeichnet mit folgendem Substantiv (im Dat.) die Zeitspanne, (bei Personenangaben:) die Amtszeit der Person, innerhalb der sich ein Geschehen vollzieht: ›während, in, zu, innerhalb; unter jm.‹; in den Phrasemen oft mit Betonung der Zeitdauer; offen zu 7.
Phraseme:
bei seinem leben, bei allen meinen tagen
›zeitlebens‹;
bei tag und nacht
›jederzeit‹;
bei nachts
;
bei nacht und nebel
›im Schutze der Dunkelheit‹;
heutbeitage, heut bei tagen
›heutzutage‹;
bei zeit, bei zeite, bei zeiten
›rechtzeitig, beizeiten‹;
bei der har
›für längere Zeit‹.
Syntagmen
(oft mit offener Grenze zu den Phrasemen):
bei jare(n) und tage(n)
›binnen Jahr und Tag‹,
bei js. leben / tagen / zeiten
›im Laufe von js. Leben, zur Zeit von jm.‹,
bei kleinen tagen
›in früher Jugend‹,
bei dem rate
›solange der Rat amtiert‹,
bei (der) nacht
›in der Nacht‹,
bei tage
›am hellen Tage‹;
heut bei tage
›heute‹,
bei (dem) abt / bischof / keiser
(+ Name) ›unter jm., in der Amts-, Regierungszeit von jm.‹.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron.
63, 8
(
mfrk.
, zu
1372
):
daz he den krig nit sonen enwolde bi jaren unde dagen.
Ebd.
65, 11
:
bi dem selben bischofe in sime virden jare […] geschach daz geschichte uf den heiligen cristag.
Froning, Alsf. Passionssp. 
1334
(
ohess.
,
1501 ff.
):
der hot uns dissen born gegeben | und drangk des selber by sym leben | myt synen kyndern.
Kurz, Waldis. Esopus 
3, 26, 1
(
Frankf.
1557
):
EJn Wuchrer het bey seinen tagen | Viel Gelt vnd Gut zusamen gschlagen.
Ralegh. America
23, 29
(
Frankf.
1599
):
es were gewiß geschehen / wa wir bey Nacht den Weg zu ruͤck hetten gewust.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
28, 16
(
omd.
,
1487
):
das Adam allen tÿren vnd vogeln namen gegebenn dÿ ÿn noch hewt beÿ tagenn bleÿbenn.
Opel, Spittendorf
187, 22
(
osächs.
,
um 1480
):
ob iemandt solch gelt bey dem rathe nicht zu geben hette.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
483, 1
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Von […] auflassung, die ein man seinen kindern tut, und sich der nicht eußert pei seinem leben.
Opitz. Poeterey
40, 27
 (
Breslau
1624
):
wo das schwache Schiff auch bey der nacht hingeht.
M. Cunitia. Ur. Prop.
258, 1
(
Öls
1650
):
das sie [vertunckelung der Sonnen] auch bey Tage / naͤchtliche Finsternuͤs verursachen werde.
Wiessner, Wittenw. Ring
3742
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Was schol er dann der witzen haben, | Ein junger knab pei chlainen tagen.
Welti, Stadtr. Bern 
433, 9
(
halem.
,
1491
):
als dann […] mercklich můtwillenn by nacht vnd naͤbell mit vngehurem geschrey, geleuff vnd vffruͤrigem anzeugenn.
Maaler
67r
(
Zürich
1561
):
Bey heyterem tag / Offentlich am tag vñ vor yederman.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Bei nachts wenn es thawet / ist es am besten mehen.
Ebd.
255
:
Bei zeiten / bald / fruͤ / gnug zeitlich […]. Halt bei zeit rath […]. Wer will alt werden / der thuͤ bey zeit darzu. Wer alles bedenckt bei der zeit / der sattelt ehe er reitt.
Munz, Füetrer. Persibein
469, 5
 (
moobd.
,
1478
/
84
):
Persiben iach: ,diss lasst ergan pey zeyte.‘
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
91, 5
 (
moobd.
,
1473
/
8
):
das weibes minn mich nie spat oder frue | so ser betzwang pei allen meinen tagen.
Roth, E. v. Wildenberg 
19, 23
(
moobd.
,
v. 1493
):
also ward die welt underworfen dem römischen geschlächte bei keiser Octaviano.
Siegel u. a., Salzb. Taid. 
285, 11
(
smoobd.
,
1494
):
und sind auch von dem alten Seyboten […] bei erzbischof Bilgreims zeiten […] erzellt worden.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
389, 3
(
m/soobd.
,
1561
):
in ansechen das bei disen jarn der angefell […] sich nit woll erraichen mag.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
56
 (
mslow. inseldt.
,
1537
):
also mit den seinigen mit beraÿter gewer beÿ tag vnnd nacht zu aller stund, beÿ gueter warnung sein.
Chron. Köln
2, 11r, 38
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
1236
;
Lemmer, Brant. Narrensch. 
112, 27
;
Kurz, Murner. Luth. Narr
3852
;
Chron. Augsb.
1, 306, 17
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
172, 31
;
Roth, a. a. O.
63, 12
;
Serranus
29v
;
Maaler
67r
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 486;
Schwäb. Wb.
1, 786
;
Schweiz. Id.
4, 902
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 20
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 196
.
Vgl. ferner s. v.  2,  1, , .
6.
kennzeichnet mit folgendem Zeitausdruck die Zeitspanne oder den Zeitpunkt, seit der / dem (aus der Sicht nach rückwärts), nach der / dem (aus der Sicht nach vorne) oder vor der / dem sich ein Geschehen vollzieht oder ein Zustand besteht: ›nach; seit; vor‹.
Phraseme:
bei langem
›nach langer Zeit‹;
bei menschen gedächtnis
›seit Menschengedenken‹;
bei langer weile
›lange vor einer angesetzten Zeit‹.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb. 
562
(
md.
, Hs.
um 1400
):
bi einer wile di brut entwachte.
Lappenberg, Fleming. Ged.
112, 38
(
1631
/
9
):
Dem Kriege zieh’ ich nach nun bei so vielen Jahren, | ich weiß des Krieges Brauch.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 368, 6
 (
Nürnb.
1631
):
Das gschah jetzt bey zwoͤlff Jahren, | Drey Koͤnig ritten daher.
Roth, E. v. Wildenberg 
41, 5
(
moobd.
,
v. 1493
):
und ist der ander stamen im Beyrnlande bei Christi geburd.
Preuss. Wb. (Z) 1, 486;
Schweiz. Id.
4, 903
.
7.
kennzeichnet mit folgender Angabe (im Dat.) der sozialen Verhältnisse die Einbettung der durch das Verb genannten Handlung oder des Zustandes in diese Verhältnisse: ›bei, innerhalb, für, am‹.
Phraseme:
nicht bei eiden sitzen
›nicht vereidigt sein‹.
Syntagmen
(zum Teil wohl ansatzweise phrasematisch):
beim trunk / wein, bei gastung sitzen, bei der ehe sein, bei der confession / lere / meinung bleiben, bei leben bleiben, bei armut guten rat finden, sich beim gebet nicht leiden, jn. bei einem turnei finden, jn. bei einer not erhalten
;
bei einer gelegenheit, bei einem fal, bei gemeinem markt, bei rechter haushaltung, bei frölicher jugend, bei der tafelrunde
.

Belegblock:

Opel, Spittendorf
235, 25
(
osächs.
,
um 1480
):
die hinauff wurden gebeten und nicht bey eyden sassen uff die zeit.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann 
14, 7
 (Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Ir [fraue] ist gütlich und genediglich geschehen: bei frölicher jugent, bei stolzem leib, bei besten lebtagen, an besten wirden, an bester zeit, mit ungekrenkten eren.
Opitz. Poeterey
4, 31
 (
Breslau
1624
):
freundschafft / mit welcher ein ietweder von den Herren mir bey aller vorgehenden gelegenheit zum offtersten begegnet.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
70, 1
(
Nürnb.
1548
):
Wiewol solcher zorn / beym Gebett sich auch nicht leyden will.
Bell, G. Hager, Vorrede
1, 37
(
nobd.
,
1588
):
wie man siczt peim drunck, zum deill | peÿ gastung, auch in der werck statt.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
83, 60
(
Basel
1494
):
By armůt fand man bessern ratt | Dann richtům ye gegeben hat.
Bachmann u. a., Volksb.
339, 5
 (
alem.
,
15. Jh.
):
dos ein jar by der e waren gesin, da gebar sy einen sunn.
Anderson u. a., Flugschrr.
10,
 8, 20 (
Zürich
1524
):
min meinũg anzeigt / by dero blyb ich styff.
Reu, Süddt. Kat.
1,
 156, 26 (
Zürich
1580
):
daß wir bey vnser […] Confession bleyben.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Der Hanff wirt beim liecht geschelt.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
212, 19
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Noch zog er pei allen seinen veinten in der veint landt.
A. à S. Clara. Deo Gratias
26, 18
 (
Wien
1680
):
wir zu Wienn seyn bey einer grossen Sterbens⸗Noth beym Leben erhalten worden.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
251, 27
(
m/soobd.
,
17.
/
18. Jh.
):
bei solchen fall ein magistrat und bürgerschaft verbunden sein solle.
Große, Schwabensp.
214a, 25
;
Kurz, Waldis. Esopus 
1, 63, 16
;
Opitz. a. a. O.
4, 25
;
Reu, a. a. O.
1,
 383, 45;
Reichmann, a. a. O.
69, 7
;
Bachmann u. a., a. a. O.
334, 25
;
Schlosser, H. v. Sachsenh. 
504
;
Munz, Füetrer. Persibein, Überschr.
26, v
or Strophe 403;
Mell u. a., Steir. Taid.
16, 31
;
Maaler
56r
;
67v
;
Schweiz. Id.
4, 902
.
Vgl. ferner s. v.  14,  4,  1.
8.
kennzeichnet mit folgender Angabe (im Dat.) einer Person / Personengruppe oder eines Sozialbereichs den persönlichen, geistigen, sozialen Ort, an dem sich das durch das Verb genannte Geschehen vollzieht bzw. der dort genannte Zustand gilt: ›bei, im Kreise von, unter‹.
Phraseme:
Der Ausdruck
bei sich selbst
o. ä. ansatzweise phrasematisiert.

Belegblock:

Dubizmay, kurß zu Teutze
67, 15
(
hess.
,
1463
):
Wann bey got ist Barmhertzigkeit | vnd bey im ist groß erlosung.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 172, 3
(
Bautzen
1567
):
Er wuchs auff vnd nam zu an gnad, | Vnd weißheit bein menschen vnd Gott.
Opitz. Poeterey
38, 4
 (
Breslau
1624
):
Erhalt vns Herr bey deinem wort.
Langen, Myst. Leben 
180, 29
 (
nobd.
,
1463
):
daz man dy pater noster mit andacht spricht pey den krancken.
Maaler
67r
(
Zürich
1561
):
Bey jm selbs sinnen vnd betrachten. […]. Bey mir gilt es gar nüt. […]. Bey vnseren altforderen braucht vnd offt geschaͤhen. […]. Er ist Bey dem zeug / oder im heer.
Barack, Zim. Chron. 
3, 497, 2
 (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
darin doch pei keinem rechten, verstendigen mentschen einiger wollust sein kan.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Bei sich selbst gedencken / apud animum cogitare […]. Jch weiß es wol bei mir selbs […]. Bei wem die Tugent ist (wer Tugent hat) der hat alle guͤter.
Piirainen, Igl. Bergr. 
36b, 34
 (
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
was von anegenng, bey den allten perckhleütten, ain Recht gewösen ist.
Ders., Stadtr. Kremnitz
50
 (
mslow. inseldt.
,
1537
):
wie […] durch böse gewonhait, paÿ aller welt Im prauch ist.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
119, 28
;
Dubizmay, a. a. O.
43, 13
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 20, 7
;
3, 230, 1
;
244, 71
;
Löscher, Erzgeb. Bergr.
70, 9
;
716, 25
;
Lemmer, Brant. Narrensch. 
25, 25
;
Reu, Süddt. Kat.
1,
 384, 41;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
31, 5
;
185, 7
.
Vgl. ferner s. v.  3.
9.
kennzeichnet mit folgender Angabe (im Dat.) einer Person oder Instanz diejenige Größe, der gegenüber sich die durch das Verb genannte Handlung vollzieht bzw. angesichts deren ein Zustand besteht: ›jm. gegenüber, vor, bei‹.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus 
1, 57, 30
(
Frankf.
1557
):
Jr diener offt geniessen lan, | Der trew, die sie bey jn gethan.
Reu, Süddt. Kat.
1,
 717, 5 (
Leipzig
1595
):
[er] sorgt für seine Kirche vnd vertritt sie bey dem Himlischen Vater.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
78, 20
 (
mslow. inseldt.
,
1605
):
betreffent die Schulden, die śie ihr bei gemeiner śtatt außstendig.
10.
kennzeichnet mit folgender Nennung einer geistigen Fähigkeit (o. ä.) oder eines Wertes den Besitz, die Verfügung über diese Fähigkeit, den Wert: ›bei, im Besitz von, seiner (z. B. Sinne) mächtig‹.
Phraseme:
(nicht) bei sich / im / ir selber / selbst
›(nicht) ganz dabei, (nicht) im Vollbesitz seiner Kräfte‹;
bei jm. stehen
›in js. Hand liegen‹.
Syntagmen:
bei der weisheit sein, (nicht) bei sinnen / vernunft sein, nicht bei gelt sein
.

Belegblock:

Opitz. Poeterey
3, 21
 (
Breslau
1624
):
welche / wann es bey jhnen stuͤnde / wuͤnschen wolten / das […].
Langen, Myst. Leben 
217, 36
 (
nobd.
,
1463
):
Sie werden nicht gedrungen […] von kainem widermut, des sind sie statickleichen pey der weißhait.
Wiessner, Wittenw. Ring
1637
 (
ohalem.
,
1400
/
08
):
Daz er noch pei den chreften sein | Beleib.
Maaler
67r
(
Zürich
1561
):
Nit bey sinnen oder vernunfft seyn.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Bei sich selbst sein […]. Ich bin bei meinem gesunden […] verstand.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
70, 21
 (
mslow. inseldt.
,
1602
):
Alhi den 18 APrilis […] Ortnet die Tugendtśame fraw Catharina […], bej guter vernunfft mit vornemlicher teutlicher rete, ihren letzten willen.
Preuss. Wb. (Z) 1, 487;
Schwäb. Wb.
1, 786
.
11.
kennzeichnet mit folgender Nennung (im Dat.) einer religiösen Instanz (oft: Gott), einer rechtlichen, verwaltungsüblichen, sozialen Norm oder unter Berufung auf persönliche Wahrhaftigkeit oder bei Angabe einer gebrauchten Beteuerungsform (z. B. des Eides, Handschlags) die Gegebenheit, die die Aussage des Satzes als wahr garantiert: ›unter Berufung auf jn. / etw., bei jm. (z. B. Gott) / etw. (z. B.
der freundschaft
), unter (Eid), per (Handschlag), auf (Treue und Ehre), unter Vorlage von etw.‹.
Phraseme:
bei nam(en)
›wahrhaftig, fürwahr, wirklich, recht eigentlich, in der Tat; besonders‹;
bei (der) hand
›mit Handschlag‹, wohl auch: ›streng, aufs schärfste‹; ansatzweise Phrasematisierung auch bei Berufung auf die einzelnen Normen.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm
5877
(
preuß.
,
1331
):
bis zu dem tag bi nam | Daz Noe in die arke quam.
Gerhard, Hist. alde e
367
(
omd.
,
um 1340
):
Da wart di sintvlut also groz, | Daz di arche da binam | Ho uber den beumen swam.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
15177
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Der sun swur bi dem werden | Vater, […] | […] | Daz her nie dinc uz beschiet.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
188
 (
mrhein.
,
um 1335
):
wir han bi warheit wol virnommen, | daz messias nů ist kommen.
Froning, Alsf. Passionssp. 
3930
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Bye des keyßers gewalt thu ich sweren.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob 
3395
(
omd.
,
1338
):
So quellet uf in im by nam | Musal.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mk.
5, 7
(
osächs.
,
1343
):
Ich beswere dich bî gote, daz du mich nicht druckis!
Opel, Spittendorf
25, 32
(
osächs.
,
um 1480
):
und sprachen auch beide bey waren worten, das sie die mas von ihren eltern hetten.
Luther. Hl. Schrifft. Mt.
5, 34
-36 (
Wittenb.
1545
):
Jch aber sage euch / Das jr aller ding nicht schweren solt / weder bey dem Himel […]. Noch bey der Erden / […] / Noch bey Jerusalem […]. Auch soltu nicht bey deinem Heubt schweren.
Mayer, Folz. Meisterl. 
92, 59
(
nobd.
,
1517
/
8
):
Als es bey hant verboten wer.
Goedeke u. a., Liederb.
328, 113
(
Nürnb.
um 1525
/
35
):
uf meres wag | hab ichs im gschickt bi unser lieben frauen.
Bachmann u. a., Volksb.
184, 2
 (
alem.
,
15. Jh.
):
Und gelobt im das by der hand.
Ebd.
343, 31
:
beswur sie in, daz er nüt seite by gott, was sie im seite.
Ders., Haimonsk.
167, 26
(
halem.
,
1530
):
bin inn willen ŭch zebätten einn yetlichen by sinem nammen.
Maaler
67r
(
Zürich
1561
):
Bey glauben sagen / Warlich vnd gewüßlich bestaͤtten.
Schlosser, H. v. Sachsenh. 
1546
(
schwäb.
,
1453
):
Er swůr ǒch by der Minne kind | Der küngin haimlich iren rǎt.
Chron. Augsb.
1, 158, 1
(
schwäb.
,
1360
):
das sy […] auf medt, win und pyer und bynamen auf allerhand trincken […] ain genant ungelt […] seczen.
Munz, Füetrer. Persibein
364, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
pey nam, in diser nacht er hynn entrunn.
Ebd.
490, 5
:
ins paradeis | in daucht hiet in pey nam das tier getragen.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz 9 (
mslow. inseldt.
,
1492
):
soll allweg daß loch vorpot(e)nn sein beÿ trewen vnnd Eer(e)nn.
Ebd.
12
:
daß der: dem das leh(e)nn […] geweißet word(e)nn ist der mag beÿ dem lehnnstemp(e)l ansicz(e)nn.
Ebd.
46
:
soll er selliches paÿ seinem aÿd nit verschwaigen.
Kochendörffer, a. a. O.
1304
;
2470
;
5453
;
Fischer, Brun v. Schoneb.
2965
;
Chron. Köln
1, 1252
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
128, 23, 11
;
Völker, Antichrist
11, 35
;
Welti, Stadtr. Bern
18, 21
;
Munz, a. a. O.
114, 1
;
Voc. Teut.-Lat. k viijr;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 20
;
Dietz, Wb. Luther
1, 238
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 496;
Schweiz. Id.
4, 906
.
Vgl. ferner s. v.
1
 2,  2.
12.
kennzeichnet mit folgendem Substantiv (im Dat.) die Strafe oder das Ereignis, das im Falle der Verweigerung einer Handlung droht: ›bei Strafe von, auf die Gefahr von, bei Verwirkung von (z. B. Leib und Leben)‹.
Phraseme
bei leibe
›auf jeden Fall, unter allen Umständen‹; mit Verneinung:
nein bei leib, bei leibe nicht
›ja nicht, auf keinen Fall‹.
Syntagmen:
etw. bei schwerem gotteszorn vermeiden, jm. jn. bei leben befelen, beim hals, bei verdamnis / strafe, bei leib und gut, bei drei schillingen, bei haupt abhauen [etw. tun]
.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. 
3, 218, 33
(o. O. o. J.):
Bembus. Herr, vermeren mich nit bei leib!
Reu, Süddt. Kat.
1,
 260, 24 (
Heidelberg
1563
):
sonder allerley liegen vnd triegẽ […] bey schwerem Gotteszorn vermeide.
Luther, WA
32, 45, 11
(
1530
):
Nein bey leib, Sondern las es alls gehen und sthen.
Ders., Hl. Schrifft. 1. Makk.
6, 55
(
Wittenb.
1545
):
Philippus / dem des königs vater Antiochus den jungen König vnd das Reich bey leben befolhen hatte.
Goldammer, Paracelsus
7, 53, 21
(
1530
):
bei verdamnus soll niemants got die seinen anrueren oder antasten.
Maaler
67r
(
Zürich
1561
):
Bey haupt abhawen / Bey verlurst leybs vnd laͤbens.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 715, 6
(
schwäb.
,
um 1600
):
auch kein underthon keinem würth […] nit uffschlagen bei straf es seie würth oder gast 1 ₰ heller.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Bei leibs straffen verbieten.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
59, 8
 (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
wardt in denselben tagen peynn leyb und guet verpotten, das […].
Ukena, Augsb. Hl. Kreuzsp. 
1094
(
stir.
,
v. 1494
/
n. 1520
):
Das sy zu jm komen pey leib vnd gůt | Das stat mir in dem můt.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
318, 5
(
m/soobd.
,
15.
/
16. Jh.
):
und an einander helfen bei leib und gut und ernstlich darzu tun, damit solh freͣvel underkomen werde.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz 8 (
mslow. inseldt.
,
1492
):
soll(e)nn dan baÿde taÿll damit verbund(e)nn sein beÿm halß auch trewen vnd Eren.
Wiessner, Wittenw. Ring
2315
;
Dietz, Wb. Luther
1, 238
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 486;
Schweiz. Id.
4, 906
.
Vgl. ferner s. v. .
13.
bezeichnet mit folgendem Substantiv (im Dat.) die Gemeinsamkeit des Vollzugs der durch das Prädikat benannten Handlung oder eines Zustandes: ›mit, zusammen‹; in einigen Belegen mit räumlicher Komponente, teils auch die Urheberschaft mitmeinend (vgl. 15).
Phraseme:
bei ein
›beisammen, miteinander‹.
Syntagmen:
nicht / wol bei einander stehen
(von Sachen),
bei einander schlafen / wonen, bei jm
. (einer Frau)
schlafen, bei einer frauen eine tochter, einen son haben, bei jm
. (einer Frau)
einen son machen, bei dem weibe ein kind überkommen, etw. (liebe) sich bei etw. (müssigkeit) nicht leiden, jn. bei sich haben, etw. bei einander lassen, bei einander sein, bei jm. zu tagen sitzen
.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
585
 (
mrhein.
,
um 1335
):
der meister wil dise osterzit | bi dir sin ane nit.
Ebd.
1133
:
Dů salt bi mir vor warheit | […] | in dem paradyse sin.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
158, 31
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Lassent vns by einander slaeffen / Jr enhant nit mannes.
Foltz, UB Friedb.
1,
 400, 7 (
hess.
,
1389
):
daz er sich geruͤmet hette, daz er bii er geslaffin hette.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
2, 355, 6
(
hess.
,
1541
):
wenn on das u. g. h. beimussen und den adel bei ein
[›zusammen‹]
mocht haben.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
26, 17
(
omd.
,
1487
):
darJnne ehliche lewte nicht vorpflicht, beÿ einander zcu wanen.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
45
(
Nürnb.
1517
):
die lieb, die sich bei der mussikeit nit leidet.
Bachmann u. a., Volksb.
16, 14
 (
alem.
,
15. Jh.
):
Und machet ein sun by ir, der ward geheissen Leo.
Bernoulli, Basler Chron.
6,
 140, 7 (
alem.
,
um 1536
):
so wolten sy by dennen von Zurich und Bern zů tagen sitzen.
Lauchert, Merswin
4, 29
 (
els.
,
1352
/
70
):
daz goͤtteliche minne vnd die creaturen minnen nv́t wol bi einander geston mag.
Roth, E. v. Wildenberg 
129, 7
(
moobd.
,
v. 1493
):
er het bei seiner elichen frawͦen Margaretha […] ein einige tochter.
Turmair
4,
 9, 27 (
moobd.
,
1522
/
33
):
glück und ungelück stêt wol bei einander.
Mollay, H. Kottanerin 
32, 23
 (
moobd.
,
1439
/
40
):
Man solt das edel beslëcht nicht bey einander lassen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
116, 3
;
Sappler, H. Kaufringer
8, 104
;
Chron. Augsb.
4,
 35, 30;
Mollay, a. a. O.
18, 36
;
Crecelius
1, 143
;
Schwäb. Wb.
1, 786
;
Schweiz. Id.
2, 905
.
Vgl. ferner s. v.  6.
14.
bezeichnet mit Angabe (im Dat.) einer sozialen Gruppe die Zugehörigkeit eines Individuums zu dieser Gruppe: ›unter, inmitten‹; in einer Reihe von Belegen ist eine lokale Komponente erkennbar.
Bedeutungsverwandte:
 2.

Belegblock:

Heydn. maister
6r, 19
(
Augsb.
1490
):
dÿe grossen vnd tugentreichen bey den Tÿrãnen seind geleich der raÿpfening.
Ebd.
31r, 6
:
Pÿthagoras ist der erst gewesen beÿ den kriechen der gefunden hat das die sel vntoͤtlich seÿ.
15.
drückt mit folgendem Substantiv (im Dat.) die Urheberschaft von etw. aus: ›von‹.
Syntagmen:
oft in Passivsätzen;
etw. bei jm. anerhaben werden, j. bei jm. erschlagen / genennet werden, bei jm. schwanger gehen, ein kind haben
.

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe 
770, 74
(
thür.
,
1421
):
derselbe bedirman […] wart erslagen bey graven Ernsten.
Chron. Nürnb.
1, 344, 10
(
nobd.
,
um 1420
):
do wart der deutsch orden angehaben bey dem babst Jnnocentio.
Lauater. Gespaͤnste
20r, 14
 (
Zürich
1578
):
bym Nicephoro Callisto wirt die nachtfrauw Gilo geneñet.
Bernoulli, Basler Chron.
5,
 101, 20 (
alem.
,
1411
):
die mit dem schůlherren ze schaffen hatt und by im swanger ginge.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
23, 24
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Priamus swester Esyona gepar den myndern Priamum; ettlich wellen sy hab in gehabt bey Priamo irem prueder.
Opitz. Poeterey
4, 7
;
Schwäb. Wb.
1, 787
;
Schweiz. Id.
4, 905
.
Vgl. ferner s. v. .
16.
kennzeichnet mit folgender Angabe (im Dat.) einer Person die Vermittlerschaft, über die die durch das Prädikat benannte Handlung (selten: der Zustand) erfolgt (bzw. besteht): ›über jn., vermittelst, mittels e. P., durch jn.‹.
Syntagmen:
jm. bei jm. etw. entbieten / verkünden / sagen / wissen lassen / schicken / senden / zalen, bei jm. antworten, das […], jn. bei jm. für jn. laden
.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
33, 10
(
14. Jh.
):
Alle creatur sint pei got.
Kurz, Waldis. Esopus 
4, 27, 16
(
Frankf.
1557
):
Der ließ der Gsell zu gwissen stunden | Beim alten Weib sein willn verkunden.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe 
257, 13
(
thür.
,
1421
):
Demselben keisser Conrado beschiet konigk Rudolff […] seyne konigliche crone […] und sante om die bey seynen dynern.
Loose, Tuchers Haushaltb. 
158, 4
(
nürnb.
,
1509
):
dafur czalt ich dem ungellter pei meinem Kunczen […] 31 fl.
Tittmann, Schausp. 
16
. Jh. 2, 190, 81 (
Nürnb.
1618
):
ich hab ir halt ein brief geschriben | und geschickt bei irer kammer frauen.
Bachmann, Haimonsk.
75, 14
(
halem.
,
1530
):
der enbŭt ŭch by uns, das ir im sine fyend schickend.
Primisser, Suchenwirt 
41, 122
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Daz wort dir, fraw̌, got vater sant | Pei einem engel.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
110, 24
(
moobd.
,
1478
/
81
):
das horn, das Got dem künig Karl bei dem engel gesant hett.
Zingerle, Inventare 
165b, 38
 (
tir.
, wohl
1475
):
dem Pernauer bey seinem knecht geschikt zwai par lychach.
Kurz, a. a. O.
4, 23, 11
;
Opel, Spittendorf
77, 39
;
233, 39
;
Welti, Pilgerf. v. Walth.
83, 19
;
Loose, a. a. O.
82, 15
;
Sachs
16, 268, 36
;
Bachmann, a. a. O.
19, 8
;
Ders. u. a., Volksb.
74, 22
;
203, 34
;
Chron. Augsb.
2,
 85, 21;
4,
 241, 10;
Kummer, Erlauer Sp. 
5, 383
.
17.
kennzeichnet mit folgender Angabe (im Dat.) einer Sache das Mittel, das die durch das Verb genannte Handlung ermöglicht: ›mittels, mit etw.‹.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. Jes.
45, 3
(
Wittenb.
1545
):
Auff das du erkennest / Das ich der HERR […] dich bey deinem namen genennet habe.
Wiessner, Wittenw. Ring
8761
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Den zagel begraiff er pei der hand.
Klein, Oswald
32, 32
(
oobd.
,
1431
/
2
):
Die dritte kamer tunkelfar, | das man die vinster greiffen mag bei ainem här.
Ebd.
123, 36
(
1. H. 15. Jh.
):
mit schilling ich das abe | must leren pei der wide.
Ebd.
124, 2
:
Ain ellend schid durch zahers flins | mir bei der wid verlegt den zins.
Guth, Gr. Alex. 
384
.
18.
kennzeichnet mit folgender Angabe (im Dat.) einer Sache den Grund einer durch das Verb bezeichneten Erkenntnis oder das Mittel, das die Erkenntnis ermöglicht: ›aufgrund von etw., an / mit / anhand / durch etw. / jn., unter etw. / jm.‹.
Syntagmen:
j. / etw. bei jm. / etw. bedeutet / bezeichent werden, bei e. S. etw. klar werden
;
etw. bei etw. / jm. bekennen / beweisen / verstehen, bei etw. erkennen / verstehen, ob […] / das […]
, [die Henne]
bei den eiern erkennen, etw. bei den kleidern, bei dem grauen har, bei der figur sehen / merken, jn. bei dem fingerlein, bei dem mantel, bei der geselschaft, bei den gesellen, bei seiner sprache, bei seinen früchten (er)kennen, ein exempel bei jm. haben
.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
839
 (
mrhein.
,
um 1335
):
Bi diner sprach irkennen ich dich.
Kurz, Waldis. Esopus 
4, 92, 83
(
Frankf.
1557
):
Bey diesem Blinden werden bdeut | Die tolln vnuerstendigen Leut.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
7, 16
(
osächs.
,
1343
):
Bî iren vruchten sult ir si bekennen.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
11ra, 23
 (
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
pei disem tauwe ist vns gotlichiv gnade bezeichent.
Langen, Myst. Leben 
171, 17
 (
nobd.
,
1463
):
Des wir wol haben ein exempel pey dem krancken zw Iherusalem.
Goldammer, Paracelsus
5, 175, 6
(
1530
):
bei Israhel verstand die menschen, die dann in der verheißung gottes gestanden seindt.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Den Thoren kennet man bei den worten.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
266, 31
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz man pei der mezzer switzen erkant, ob kain ezzen vergift wær.
Buijssen, Dur. Rat.
34, 15
(
moobd.
,
1384
):
pey dem wazzer die peycht, peym salcz die pitterchait umb die sund bedewtt wıͤrt.
Klein, Oswald
1, 17
(
oobd.
,
1431
/
2
):
bei dem ain jeder sol versten, | das lieb an laid die leng nicht mag ergen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
135, 8
(
moobd.
,
1478
/
81
):
erkant sy bei ainem vingerlein, das es die hant ires suns was.
Bechstein, a. a. O. Evang. Lk.
20, 37
;
M. Cunitia. Ur. Prop. 
220, 6
;
Schönbach, Adt. Pred.
14, 39
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann 
34,
Überschr.;
Henschel u. a., Heidin
1555
;
Bachmann, Haimonsk.
110, 5
;
Ders. u. a., Volksb.
135, 8
;
Pfeiffer, a. a. O.
133, 21
;
Buijssen, a. a. O.
11, 14
;
12, 12
;
20, 19
;
Schweiz. Id.
4, 906
.
19.
bezeichnet mit folgender unbestimmter Mengenangabe oder Nennung (im Dat.) eines Maßes oder Meßkriteriums die Einheit oder das Kriterium, nach der / dem die durch das Verb genannte Handlung (oft: ein Kauf o. ä.) vollzogen wird: ›per, nach, zu; -weise‹.
Phraseme
(im einzelnen kaum abgrenzbar von den Synt.):
beim auge
›nach bloßem Augenmaß‹;
bei paren
›paarweise‹;
bei der fiele
›im großen, massenweise‹.
Syntagmen:
bei kleinen körnlein
›körnchenweise‹,
bei haufen
›haufenweise‹,
bei ganzen fassen
›faßweise‹,
bei dem galvei / vierling
(usw.) ›nach dem Maß […]‹,
bei den bürden
›in bestimmten Tragmengen‹,
bei der schwere
›nach dem Gewicht‹.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus 
2, 60, 3
(
Frankf.
1557
):
Das sie bey paren komen zsamen, | Sich mehren muͤssen vnd besamen.
Ebd.
3, 26, 22
:
Die Ameyssen das Golt aufflesen | Bey kleinen Koͤrnlin vnd bey fesen.
Luther. Hl. Schrifft. 1. Mose
7, 15
(
Wittenb.
1545
):
allerley Thier […] / das gieng alles zu Noah in den Kasten bey Paren.
Wiessner, Wittenw. Ring
4478
 (
ohalem.
,
1400
/
08
):
Bei der swär verkauft man swein, | Den menschen nach den witzen sein.
Chron. Augsb.
5, 266, 26
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
aber mit dem emer und bei ganzen fassen mag er wol verkaufen.
Dirr, Münchner Stadtr. 
209, 26
 (
moobd.
,
um 1310
/
12
):
Die vragner […] suͤlen daz obs geben mit aufgehauftem mazze bei dem galvai, […] pei dem viertail, bei dem halben viertail, pei dem vierling.
Rechn. Hermannst.
366, 5
 (
siebenb.
,
1503
):
as ÿst gekaufft worden stol pÿ den turrin vor flor. 0 den. 25.
Chron. Augsb.
2,
 146, 13;
Dietz, Wb. Luther
1, 238
;
Schwäb. Wb.
1, 787
;
Schweiz. Id.
4, 904
.
20.
gibt mit folgender zahlenmäßig bestimmter, meist als hoch eingeschätzter Maß-, Mengen-, Umfangs-, Zeitangabe (im Dat.) an, daß das bezeichnete Maß (usw.) annähernd oder ungefähr erreicht wird: ›annähernd, fast, beinahe; ungefähr‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. 
24193
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Dô wart ein michil îlen, | sô daz bî zwênzic milen | manchir reit bî eime tage.
Chron. Magdeb.
2, 161, 10
(
nrddt.
, Hs.
1601
):
und ist von stundt vom Predigstuel gegangen, er hette den Sermon bey der Helfte zu ende gebracht.
Ebd.
181, 14
:
do sein ihrer wol bey 20 burgern entlauffen.
Wyss, Limb. Chron.
27, 27
(
mfrk.
, zu
1336
):
daz he ein recht inkomen hatte […] bi hondert unde zwenzich gulden geldes.
Ebd.
66, 19
(zu
1374
):
gaben zu schatzunge ober alle bi zehen dusent gulden.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
583
(
Köln
1476
):
Der storm wart dayr beherdet by sieuen vren lanck.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck 
288, 20
(
thür.
,
1474
):
wesin unde püsche […], dy da wol by dryen hofen landes […] machen.
Luther, WA
30, 2, 271, 5
(
1530
):
yhr habt nu beÿ zehen iaren, ynn dieser sachen ewr weisheit wol versucht.
Ders. Hl. Schrifft. Mk.
8, 9
(
Wittenb.
1545
):
jrer waren bey vier tausent.
Meisen u. a., J. Eck 
28, 19
(
Ingolst.
1526
):
der bey xxviij jaren euch […] christenlich mit grosser muͤe […] gelert hat.
Loose, Tuchers Haushaltb. 
8, 14
(
nürnb.
,
1507
):
an schmalcz 2 new kubel vol, ain jeder uberschlagen pei 140 ℔.
Chron. Strassb.
41, 32
(
els.
,
1362
):
do er kam bi einr halben milen nahe, do zogetent die fürsten gegen im us.
Bachmann, Haimonsk.
130, 8
(
halem.
,
1530
):
Iren wărend wol fŭnfftussend wol gerŭster mannen und by siben hundert schŭtzen.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Bei zehen tagen / plus minus decem dies sunt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
9, 26
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
der ungelawbigen sind gewesen pein 40 tausent.
Chron. Magdeb.
2,
 179, 12;
Wyss, a. a. O.
53, 29
;
92, 8
;
Grosch u. a., a. a. O.
166, 32
;
Luther, WA
30, 2, 271, 5
;
30, 3, 411, 2
;
33, 260, 25
;
Piirainen, Igl. Bergr. 
22b, 17
;
Meisen u. a., a. a. O.
32, 10
;
Bachmann, a. a. O.
7, 22
;
176, 36
;
Grossmann, a. a. O.
89, 36
;
Maaler
67r
;
Henisch
 254
;
Dietz, Wb. Luther
1, 238
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 486;
Schwäb. Wb.
1, 787
;
Schweiz. Id.
4, 902
.
Vgl. ferner s. v. (
die
3.
21.
›in der Nähe, nahe, nahebei; bei etw. anwesend‹.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
235a, 3
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
sůlen se alle bůzen, de da bi waren vnde ime widerstůnden.
Chron. Köln
1, 5636
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Wafene, uch sint die viande by!
Strauch, Par. anime int.
76, 28
(
thür.
,
14. Jh.
):
der hi zu cumin wil, der sal Gode alle zit bi und geginwertic sin.
Palm, Veter Buoch
62, 34
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Ich habe ein mvnster hie nahen bie.
˹Ütr.: Guth, Gr. Alex. 
4134
(Hs. ˹
oobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
Man sagt daz ewr leben sey | Ze mal nit unserm sitten pey
[›ähnlich, in Übereinstimmung mit etw.‹].˺
Dirr, Münchner Stadtr.
351, 28
(
moobd.
,
1347
):
Swaz der man verdient mit seinem pflůg, […] do der man selb […] pey ist, daz heizzet alles gearntz lon.
Ebd.
412, 21
(
um 1365
):
da der richter oder der zwelfer ainer oder mer pei sind gewesen.
Chron. Magdeb.
2, 180, 18
;
Chron. Köln
1, 1415
;
Päpke, Marienl. Wernher
3693
;
4543
;
Strauch, a. a. O.
77, 1
;
17, 4134
;
Öst. Wb.
2, 815
.
22.
›fast, beinahe‹.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. 
2, 215, 673
(
nobd.
1524
):
er hat (hets bei vergeßen) | Ein stuck vom rohen narren freßen.
Chron. Strassb.
326, 14
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
do Hanybal bi hette die stat gewunnen.
Ebd.
737, 16
:
wurdent sü arm, daz sü bi verdurbent.
Ebd.
375, 9
.
23.
als Adv. der Gradierung: ›ziemlich, recht‹.

Belegblock:

Jaeschke, Anna v. Diesb. Arzneib.
1978, 43, 14
(
halem.
,
1658
):
den wÿn bÿ langsam darÿn thuon.
24.
phras.:
bei nicht(s)
›durchaus nicht, um keinen Preis‹;
(al) bei einem / einer
›ganz und gar, ohne Ausnahme‹;
bei dem kürzesten
›aufs kürzeste‹;
bei weitem
;
bei einem haller / pfenning
›bis zum letzten Heller; bis ins kleinste‹;
etw
. (eine Insel)
bei sus aufliegen lassen
›etw. beiseite lassen, umfahren‹;
bei die stätte kommen
›e. S. beikommen, etw., in seinem Sinne lösen‹;
beim
[+ Superlativ, z. B.:]
besten / geschiktesten / köstlichsten
›am besten‹ (usw.).

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe 
684, 25
(
thür.
,
1421
):
der herzoge unde der bischouff […], siw olden alsso bey die stete komen unde die under sich teylen.
Geier, Stadtr. Überl. 
2, 14
(
nalem.
,
2. H. 13. Jh.
/
15. Jh.
):
Der burger sol oͧch swern, das er in binút gehaben moͤhti.
Anderson u. a., Flugschrr.
30, 5, 33
([
Straßb.
1522
]):
es würdt durch die leüdt beschwerdt […] also das bey nichtz nit mer frey ist.
Sudhoff, Paracelsus
9, 466, 14
 (
1531
/
5
):
das ir den grunt asthmatis bei dem kürzesten verstandent.
Bachmann u. a., Volksb.
341, 2
(
alem.
,
15. Jh.
):
da sy sach, dass er sy by nütti wolt by im lan.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 141, 13
 (
halem.
,
1508
/
16
):
die gloggen […] gebot man all bi einer klein und gross ze lüten.
Morrall, Mandev. Reiseb. 
18, 16
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Ob man wil, so laut man es [Rodis] by suß uffligen.
Maaler
67r
(
Zürich
1561
):
Den kosten bey einem haller geben […]. Ad assem impendum reddere. […]. All Bey einem / Nit einer außgenommen.
Adomatis u. a., J. Murer. Hest.
234
(o. O.
1567
):
Biß daß sy sind zerstoͤrt by eim.
Rauwolf. Raiß
28, 23
([
Lauingen
]
1582
):
dieweil sie […] bey weitem nit souil holtz […] verbrennen.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Bei einem pfenning trifft es zu / ad nummum conuenit.
Ebd.
255
:
Thuts jhnen bei weitem (vmb ein guts) vor.
Ebd.
259
:
Nicht beim besten / non bellissimè habet.
Chron. Strassb.
1043, 10
;
Adrian, Saelden Hort
7918
;
8738
;
Maaler
67r
;
Schweiz. Id.
4, 904
.