1
leib,
der
, vereinzelt
das
;
-(e)s
, auch
/-e, -er, -en, auch
;
zu
mhd.
līp
›Leib‹
(Lexer
1, 1930
).
– Außerordentlich dicht vernetztes Bedeutungsfeld; Zuordnung der Belege in vielen Fällen diskutabel.
1.
›Körper des Menschen (sehr vereinzelt von Tieren) als biologischer Organismus; Medium, mit dem der Mensch die Welt kognitiv und sinnlich wahrnimmt und in ihr handelt‹; damit auch: ›Ort der Triebe, der Fleischeslust‹; falls auf den toten Körper bezogen: ›Leichnam‹; metaphorisch am ehesten an erstere Variante anschließbar: ›Gemeinschaft der Gläubigen, Kirche‹.
Phraseme:
sich seines leibes gewaltig sein; bei gesundem / lebendigem leibe
›körperlich und geistig gesund, damit uneingeschränkt rechtsfähig‹;
was man leibes mag
›was man nur kann‹;
des leibes kün / stark
(o. ä.)
werden
;
von mannes leib
›männlichen Geschlechtes‹;
nicht wol bei leib sein
›krank sein‹;
in leib und blut
›mit Fleisch und Blut‹;
zu leibe kommen
›zu Kräften kommen, von einer Krankheit genesen‹;
den leib über sich ziehen
›sich den fleischlichen Gelüsten hingeben, sich mästen‹;
recht man seines leibes sein
›selbstbewußt, tapfer sein‹.
Bedeutungsverwandte:
, (
der
1,  1.
Syntagmen:
den l. baden / beflecken / bekleiden / bestatten / bestreichen / erhalten / erfrischen / ernären / formieren / hitzigen / kasteien / kurieren / morden / nemen / peinigen / reinigen / schwächen / stelen / trauten / üben / waschen / zämen / zerrütten / zurichten, zu asche machen, jm. den l. versagen
›jn. abweisen‹;
l.
(Subj.)
beben / gehen / krachen / ruhen / zittern, im grabe liegen; des l. empfinden / warten; dem l. dienen / folgen / wehe tun, abbruch tun, schaden bringen; jn. an den l. drücken, an dem l. erkaltet sein, faulen, jn. an dem l. bescheren / kästigen / verletzen, sich mit etw.
(z. B.
mit balsam
)
an dem l. streichen, etw. am l. tragen, jn. am l. ritzen / schürfen / verletzen, etw.
(z. B.
ein gschwer
)
im l. haben, jm. etw.
(z. B.
die were / wunde, das schwert
)
in den l. drücken / hauen / laufen / stossen, jm. etw.
(z. B.
das herz
)
aus dem l. schneiden, etw.
(z. B.
angstschweis
)
von dem l. ausgehen, jm. etw. vom l. reissen / schneiden, jn. über den l. waschen, jm. etw.
(z. B.
blut
)
zum l. herausdringen; der l. Christi, des mannes / menschen, der tiere; der abgebrauchte / abgestorbene / ausgemergelte / baufällige / blöde / elende / faule / feuchte / geschwollene / gesunde / hagere / keusche / kranke / lebende / mänliche / tote / schwache / stolze / träge / ungesunde / unkeusche / unvergrabene / viehische / wassersüchtige / werte / wiederwärtige / zarte / zergängliche l.; der abfal / abgang / auslauf / ausrat / sak / schatten / teil, die abbrechung / abnemung / anfechtung / arbeit / auswarterin / bewegung / proportion / gebrestenheit / gesundheit / hülle / narung / not(durft) / ordnung / ruhe / schwachheit / speise / übung / unkraft / wollust, die enden / gebärden / glieder / läufe / schmerzen / siechtage / werke des l.; das geschwer / herz, die läufe im l., har am l., gesücht / krankheit an dem l
.
Wortbildungen:
leibbeiwonung
›körperliche Nähe‹,
leibbidmen
›Schüttelfrost‹ (Grundwort zu mhd.
bidemen
›beben, zittern‹; Lexer
1, 264
),
leibbrest
,
leibbrüchig
›mit einem körperlichen Schaden behaftet‹ (a. 1592),
leibeslust
,
leibfutter
›Nahrung, Essen‹,
leibgeduldig
›den leiblichen Begierden nachgebend‹,
leibgeist
1 ›magnetische Kraft im Inneren des Menschen, die die Kräfte der Gestirne an sich zieht‹,
leibgemäs
›dem körperlichen Wohlbefinden angemessen und nützlich‹,
leibgesundheit
,
leibgezeug
›das zum Lebensunterhalt (oft einer Witwe oder einer geschiedenen Frau) zur Verfügung stehende Vermögen‹,
leibheit
›Körperlichkeit‹,
leibkrankheit
›innere Krankheiten‹,
leiblege
(dazu bdv.: ),
1
leiblein
(
das
) 1 ›kleiner Körper‹,
leibloch
›Schweißpore der Haut‹ (dazu bdv.: , ),
leibpelz
›Pelzbekleidung, Tierfell mit den Haaren nach außen‹,
leibpensie
›Rente‹,
leibplunder
›Leibwäsche‹ (um 1460),
leibreiche
›Beleibtheit‹ (16. Jh.),
leibsalbe
poetisierend für den Wein gebraucht,
leibs(an)gehörde
›was man am Leibe trägt‹ (a. 1623),
leibsbeschwerden
,
leibsbewegung
›Anstrengung, Bemühen‹,
leibsbresten
›körperliches Gebrechen‹ (a. 1561),
leibsbusse
›Körperstrafe‹ (16. Jh.),
leibserhaltung
›Lebensunterhalt‹,
leibsfarend
›was man am Leibe trägt‹ (a. 1523),
leibsfreund
›Blutsverwandter‹,
leibsfudung
›Ernährung‹,
leibskraft
,
leibslänge
›Körpergröße‹,
leibsmangel
›körperliche Behinderung‹,
leibsram
›Körpergröße‹ (1. V. 16. Jh.; dazu bdv.: ,
die
; Luther
1545
zur Stelle:
lenge
),
leibsstärke
,
leibstrübe
›Not‹,
leibsvermögen
›Lebenskraft‹ (16. Jh.),
leibsvermöglichkeit
(16. Jh.),
leibsvisitation
,
leibswollust
,
leibswunde
,
leibtracht
›Kleidung‹,
leibtrog
›Kleidertruhe‹ (a. 1495),
leibverloren
›tot‹.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged.
21, 221
(
1632
):
Der Leib ist Beulen voll.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
7672
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Das Crist den blintgebornen | Und ouch den lib vorlornen | So wider ir genist gab.
Ebd.
10814
:
Die sich nach dem vridesamen | Criste cristenen hie namen, | [...] | Die werden allentsamt ein lip.
v. Ingen, Zesen Rosenw.
75, 33
(
Hamburg
1646
):
sihe dich wohl fuͤhr / mein sohn / [...] wo die [...] wunderseltsamen leib=trachten / und neue kleider=ahrten im schwange gehen.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
285, 34
(
Wolfenb.
1593
):
wenn man mir eine Wunde ins Leib gehawen.
Ders., H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
365, 13
(
Wolfenb.
1594
):
Dem [Hurkindt] wil das Hertze aus dem Leibe lebendig schneiden.
Ebd.
387, 18
:
Setzet die Wehren vor die Brust, vnd leufft sie dem Bruder ins Leib, das er zu bodem fellet.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
56, 403
(
Magdeb.
1608
):
ALs das Maͤnlein von Baußback hort / | So viel freundlicher ehren wort. | Wuchs jhm das Hertz im Leib so gros / | Das [...].
Ebd.
300, 1219
:
Er vbt auch selbst sein eigen Leib / | Das er nicht zart vnd muͤssig bleib.
Luther, WA
8, 539, 33
(
1521
):
Alßo ist auch seyn opffer eyn lebendig opffer, seyn leyb am creutz eyn mal unnd unßer leybe alle tage geopffert, eyn lebendig, heylig opffer.
Ebd.
10, 1, 2, 240, 32
(
1522
):
Ich neme ein weib, mache mich gefangen, warumb thuͦ ich das? das ich [...] also meinen leib zeme.
Ebd.
1, 2, 380, 28
(
1526
):
Das leben ist nicht ewer, der leib auch nit.
Ebd.
10, 2, 457, 30
(
1528
):
O herre versorge auch den leib, gib uns narung.
Ebd.
12, 481, 8
(
1523
):
die Tyrannen, die peinigen den leyb.
Ebd.
41, 696, 9
(
1536
):
debeo [...] mirari eius beneficium, loben und danken [...] springen et helffe halten und ziehe meinen leib ein, ut zuchtig, messig leben
(bildhaft für ›fasten‹).
Ebd.
54, 118, 14
(
1544
):
Wo der Teuffel einen Fus einsetzt, da gehet er hinach mit dem gantzen Leibe.
Alberus, Barf.
9, 4
(
Wittenb.
,
1542
):
Wem hat Gott jemals seine Heiligen funff Wunden in seinen Leib gedruckt / als S. Francisco.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
347, 3894
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
daz si gar abesnittin | allin iren wibin | di bruste von den libin.
Quint, Eckharts Trakt.
17, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ist er siech und in grôzem smerzen sînes lîbes.
Jostes, Eckhart
24, 26
(
14. Jh.
):
Di gemeinschaft des leibs irret, daz dein sel nicht alz lauter versten mak alz der engel.
Reissenberger, Väterb.
19488
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Du enhabest din so wol gepflogen | Unde uber dich den lip gezogen.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
1, 23, 3
(
Köln
um 1490
):
Myn lijp ist wol halp doit.
Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
2, 1, 187, 11
(
Waldriel
,
1533
):
Der kirchen renten sin 6 malder roggen und moess herus geven van lifpensie 3 malder roggen.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
209
(
mrhein.
,
um 1335
):
Der lip ist dir von alter kalt.
Ebd.
1315
:
Wan wir sin druͦ cranke wip, | die nit hant starken lip.
Karnein, Salm. u. Morolf
113, 3
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
ich lige hie uff des libes noht
(›in Ketten‹).
Ebd.
361, 5
:
wann er sie [die ring] an dem libe trug.
Ebd.
622, 1
:
Die fuße er an den lip
[des Pferdes]
czwang, | in eines schemelers wise.
Köbler, Ref. Wormbs
41, 15
(
Worms
1499
):
die Frawen die offenlich tzu vnküschem gebruch ires lybes wonen.
J. W. von Cube. Hortus
75, 72
(
Mainz
1485
):
Wer sich vßwendig an dem lybe strichet mit balsam der wirt nit vßsetzig.
Franz u. a., Qu. hess. Ref. Bd.
2, 69, 18
(
hess.
,
1528
):
das er Jacob zemliche und notturftige libsfudung und underhaltung auch seiner arbeit pillichen genossen hab.
Alberus
C iv
(
Frankf.
1540
):
Cadauer, funus [...] todter leib / schelm / aß.
v. Keller, Amadis
387, 34
(
Frankf.
1571
):
er setzt jhm [...] ein solchen streich mit dem Schwerd, daß daß rote blut jm zum leib herauß drange.
Kurz, Waldis. Esopus
1, 22, 5
(
Frankf.
1557
):
Der Hundt lieff, was er leibes mocht.
Ebd.
2, 46, 4
:
MAn sagt von einem geylen Weib, | Die hat jren vnkeuschen Leib | Mit einem jungen Gselln vermischt.
Ebd.
4, 92, 71
:
Der Blindt gundt, sich hoch auff zulupffen, | Sprang, was er mocht leibes, daher.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
25, 23
(
Frankf./O.
1557
):
Am leibe aber bringets schaden / denn dadurch wird der gantze leib / alle gliedmas / alle adern / geschwecht.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
3, 361, 21
(
Frankf.
1602
):
auch hat ein glied mit dem andern ein mitleiden und gedult, sonst könte der leib nit erhalten werden.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
25, 33
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Da sint in dem munde zene, alles leibfuters tegelichs malende einsacker.
Wolf, Norm im sp. Ma.
43, 41
(
omd.
,
v. 1496
):
von dem lone der erbeit sullen sy nemen des libes nottorft vor sich.
Strauch, Par. anime int.
35, 12
(
thür.
,
14. Jh.
):
kunst und wisheit ist ein luter liecht bekentnisse daz gezogin ist von lipheit und von allin deme daz da lipheit anegevallin mac, alse groize, lenge, licht und swer, daz ein aneval ist lipheit
(möglicherweise auch zu 10 stellbar).
Neumann, Rothe. Keuschh.
2772
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
begert si eines mannes lip.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt
6, 22
(
osächs.
,
1343
):
ein lucerne dînes lîbes ist dîn ouge.
Mathesius, Passionale
44v, 10
(
Leipzig
1587
):
das sein Leib so [...] erbermlich zugerichtet ist.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 175, 20
(
Bautzen
1567
):
Die namen mit ehrn den Leib Jesu, vom Creutz herab.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
1, 4
(
schles.
,
1370
):
das vor vns gestandin hat der Erber Nicklos [...], gesunt am libe vnd an synnen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
7
(
schles. inseldt.
,
1452
):
do stund Mertin Knofleyn mit gesundim leibe mit wol bedachtem mutte und hot das bekant.
Henschel u. a., Heidin
957
(
nobd.
,
um 1300
):
Sint mir nimant vrevde git | Wan din wunneklich‘ lip.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
216
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
Wan der wille ze helfe hat | den leip, der kreftiklichen stat.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
15, 43
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
das ist arbeit des leibs, smerczen des herczen.
Voc. Teut.-Lat.
x vijv
(
Nürnb.
1482
):
Offenung der leiplocher oder swaißlocher od’ der dunstlocher.
Fastnachtsp.
1334, 32
(
nobd.
15. Jh.
):
Wein gruß. Nu gruße dich got du edele leibsalb | Du ertzneyest mich allenthalb.
Reichert, Gesamtausl. Messe
33, 12
(
Nürnb.
um 1480
):
das tuch [...], in das der heylig todte leyb Cristi Ihesu gewickelt ward.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
248
(
Nürnb.
1517
):
wir sein all in einem geiste in einen leib getouft.
Sachs
3, 425, 16
(
Nürnb.
1548
):
Ist denn sunst nichts, das dich erfrew, | Denn der verderblich leybs-wollust?
Ebd.
15, 82, 29
(
1553
):
Gab sie Phaltiel zu eim weyb, | Daß ich also auß seinem leyb | Gantz weder sön noch töchter hab
(›aus seinem Geschlecht‹).
Ebd.
19, 401, 9
(
1567
):
Ir [todten] gedechtnuß ist vergessen sehr, | Daß man ir leib-beywohnung meidet.
v. Keller, Ayrer. Dramen
818, 5
(
Nürnb.
1610
/
8
):
Daß jhn nicht hindert leibeslust | Weib, Gut noch Gelt.
Ebd.
2886, 18
:
Er reist jhr die Schlüssel vnd Beutel vom Leib.
Ebd.
3006, 29
:
[die Frau] Betet mit so grosser andacht | [...] | Vnd kasteyet hart jhren Leib?
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 593, 12
(
Nürnb.
1631
):
Gute Leibsstaͤrck wer haben wil, | Deßgleichen auch der Jahren viel, | [...] | Der hoͤre Meß.
Harsdoerffer. Trichter
3, 313, 7
(
Nürnb.
1653
):
Leib. Das Reimwort zu dem Weib. Der Leib ist eine kleine Welt / das Haubt vergleicht dem Himmelszelt [...] / Der Leib ist unsre Lieb / und Lieb ist unser Leib / [...]. Der Leib ist ein Geripp mit Fleisch und Haut umhuͤllet / der abgeseelte Leib / wird vieler Wuͤrmer Speise.
Goedeke, P. Gengenb.
127, 404
(o. O.
1516
):
[got] macht vß sinem [man] ryp ein wyb, | Diß sind zwo seel vnd ist ein lyb.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
185, 19
(
els.
,
1362
):
von einem dohterlin der lip in ahzig dagen erst formieret wirt.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 728
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
vnkúsche werke des libes vsser vrloͮp der heiligen kirchen.
Roloff, Brant. Tsp.
626
(
Straßb.
1554
):
das schonst holtzseligst weib | Das ye gewan kheins mannes leib.
Behrend, Spangenb. Anbindbr.
3, 26
(
Straßb.
1611
):
Adam nant hernach sein Weib / | [Die kommen war auss seinem Leib] | Heva.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
24, 32
(
Straßb.
1650
):
daß sie alle ihre Leibs vnd Seelenkräfften, alle ihre sinne vnd verstand allein zu stehlen [...] gebrauchen.
Ebd.
29, 3
:
weil ihr auß mangel eurer Kräfften vnnd deß abgebrauchten Leibs [...] nicht mehr sündigen könnet.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 85, 6
(
Hagenau
1534
):
daß die leutte da selbs weder an leib noch seelen frey seind.
Ebd.
442, 31
:
Wenn nun gleich des menschen leib ruͤwet.
Sudhoff, Paracelsus
1, 187, 10
 ff. (
um 1520
):
unser leib wie ein sê ist und die glider dorin wie die fisch. so das leben, das im leib ligt und in allen glidern.
Ebd.
1, 214, 213
:
das der leuf im leib vier sind, das firmament, die elementen, die complexionen, die humores.
Ebd.
5, 148, 24
(
1527
/
8
):
wie ir sehet, das terrae motus die erden schüttet, also schüttet das nitrum hie den leib. und heißt auf deutsch das leib bidmen und nicht das kaltwê.
Ebd.
9, 227, 16
:
darumb so ist im leibe microcosmi dasselbe auch, also das die eußer gesuntheit die innere krankheit uberwint; das ist die leibgesuntheit uberwint die centrumkrankheit.
Ebd.
10, 221, 14
:
die sonderlich in eigen leibswunden gestorben sind.
Ebd.
10, 248, 25
 f.:
das durch die inwendig arznei soliche offen scheden sollent geheilet werden, [...] zu gleicher weis wie ein leibkrankeit, als wan ein fieber, ein gelsucht [...] vertriben wurde [...]. do aber verleugnet ward, das die ofnen scheden nicht solten [....] wie die leibkrankheiten vertriben werden sonder durch wundarznei von außen an.
Ebd.
10, 540, 11
:
auf solchs beweist nun die natur, das der leib des menschen wie er verfaßt ist, haut und das darin, von dreien dingen zusamen gesezt in ein leib, das ist drei leib
(Bed. 9)
aber ein leib. aus den dreien leiben
(Bed. 9)
, das ein leib ist des menschen, entspringen alle krankheiten. [...] die drei leib
(Bed. 9)
seind mercurius, sulphur und sal.
Ebd.
14, 558, 6
:
darumb ich auch also particulariter wil anfahen von der proportion des leibes zu philosophiren.
Ebd.
14, 650, 35
(
1589
):
der siderische leib und geist zeucht an sich die kreft des gestirns, als ir wol merkent an den monsüchtigen leuten mit dem neuen mon; da treibet der siderische leibgeist und magnet des menschen herfür die eigenschaft des neuen monden.
Sexauer, Schrr. in Kart.
217, 16
(
alem.
,
um 1510
):
ist der Schaffner da gegenwúrtig. so ist er Inen das götlich ampt oͮn gesang bezalen [...]. welichem si mit höchstem flyß. wygen vnd ruͦw haltende. zuͦ den neigungen. vnd andern geistlichen libsbewegungen emsiklich nachuͮlgen söllen.
Welti, Stadtr. Bern
106, 26
(
halem.
,
1419
):
haben wir gesetzet [...], daz alle die, so in vnser stat recht sitzent von mannes lib, die zuͦ iren tagen komen sint.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
687, 19
(
halem.
,
1652
):
daß die leibsvisitationen und zeichens suchungen an den gefangenen durch die [...] bestelten [...] verrichtet [werden sölle].
Rieder, St. Georg. Pred.
285, 14
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
du solt och dim libe sin reht geben, daz du in kestigest mit arbaiten.
Koppitz, Trojanerkr.
6351
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Daz der ritter ward gesund. | Do Paris waz ze libe komen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
3
, V 3 (
Basel
1494
):
Wer setzt sin lust vff zyttlich guͦt | [...] | Der ist eyn narr jnn lib vnd bluͦt
(›vollständiger Narr‹).
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
3r, 23
(
Zürich
1521
):
Was trüwe͂ veynigung
[sic!]
d’ glideren vnder ine͂ selbs / in den liben der tieren.
Wyss, Luz. Ostersp.
9450
(
Luzern
1545
):
Ach nemend war, ir liebsten wyb, | wie vor mir hangt mins kindes lyb.
Ebd.
10373
:
habend sine junger [...] syn lyb vs dem grab gestolen.
Maaler
153r
(
Zürich
1561
):
Fygwartzen (die) Ein boͤser leybpraͤst.
Ebd.
269v
:
Nit wol bey Leyb sein / Kranck sein. [...] Leybgemaͤß / Das dem leyb dienstlich ist. Corporalis. [...] Leyble (das) Corpusculum. Kleins Leyble Paruum corpusculum. [...] Leybslenge (die) Statura. Leybsmangel (der) Leybspraͤsten / Vnuolkommenheit vnnd anlaster deß leybs das nit zewiderbringen ist / als stagglen / hincken / der kraͤbs vnd dergeleychen. Vitium. [...] Mit gantzer Leybskrafft / Mit aller stercke. [...] Leybstercke (die) Stercke deß leybs.
Dreckmann, H. Mair. Troja
25, 30
(
oschwäb.
,
1393
):
do warend si nach ires leibs lust, [...] die naht mer dann halb, mit mangem süssen kuss.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
8, 6
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
also von sele unde von lip wirt ein mensche, unde von menslichen glidern wirt ein lip.
Sappler, H. Kaufringer
2, 167
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
das er muos trüten iren leib, | und wesen muos sein eeweib.
Ebd.
5, 104
:
da käm hin [...] | [...] ain grosse ritterschaft, | die mit ires leibes kraft | wolten wesen da berait.
Ebd.
14, 529
:
und truckt si vast an seinen leib | und machet aus der magt ain weib.
Ebd.
21, 59
(Hs.
1472
):
beclait im seinen leib, | damit er den frost vertreib.
Morrall, Mandev. Reiseb.
161, 2
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Do komenn zuͦ unß zwenn barfuͦsßen der múnder bruͤder, [...] und die wärend recht mann irs libes.
Heydn. maister
34v, 17
(
Augsb.
1490
):
dz die natur kein groͤssern fluͦch den menschen gegeben / dann wollust des leibs.
Jerouschek, Nürnb. Hexenh.
8v, 37
(
Augsb.
,
1491
):
las sy an allem ire͂ leib vnden vnd oben bescheren.
Chron. Augsb.
9, 49, 2
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
dann er leibskranckhait und alters halben nicht erscheinen mocht.
Henisch
41
(
Augsb.
1616
):
Alimenta / allerley leibserhaltung / als kleider / essen / trincken.
Ebd.
276
:
Leibbeltz / Rheno, onis.
Eschenloher. Medicus
41, 1
(
Augsb.
1678
):
Als Otto [...] durch solches / wie auch absonderlich durch einen gefaͤhrlichen Blutfluß dermassen an Leibs-Kraͤfften abkommen / vnd geschwaͤcht worden.
Memminger Chron. Beschr.
35, 10
(
Ulm
1660
):
in was vor Kranckheiten vnd Leibsbeschwerden diese Baͤder nutzlich gebrauchet werden koͤnnen.
Klein, Oswald
18, 72
(
oobd.
,
1416
):
vor zittern, seufzen hab ich offt emphunden nicht | des leibes mein.
Ebd.
107, 10
(
1417
/
18
):
dein mänlich leib reicht sinn und müt | an mir für aller welde güt.
Weitz, Albich v. Prag
139, 2
(Hs. ˹
oobd.
,
A. 16. Jh.
˺):
Fur die krecz vnd jucken an dem ganczen leib.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
155
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 haut von einem vogel [...], ist der leib vom kopf biß uf halben ruggen und die flügel schwartz.
Ebd.
1924
:
Zwey knäblein von dunckelgrawen serpentinstain, dern jedes helt ein unbekandt thierlin an die brust, sein biß zu halbem leib
(›halbe Körpergröße‹).
UB ob der Enns
9, 919, 14
(
moobd.
,
1376
):
Wir haben gekündet sein weib zu wittiben, seine kint zu wayssen, seinen leib den vögel in den lüfften, den thieren in dem walde
(Ächtigungsformel).
Hör, Urk. St. Veit
198, 23
(
moobd.
,
1422
):
das ich mit wolbedachten muͦt vnd do ich meines leibs vnd guͦcz geweltig pin gewesen, geaygent hab Albrechten [...] das guͤt.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
209, 60
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
das man petracht, wye widerczëm das fleisch werd nach dem tod vnd wie schëwczleich es werd gestalt vnser leib vnd auch ander menschen leib.
Munz, Füetrer. Persibein
342, 6
(
moobd.
,
1478
/
84
):
das ich im mynn vnd leib versagt, | drumb hergt er mir mit all meins lanndes marke.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
54, 11
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Hugbertus ward des leibs gar küen, starck und manlich.
Bischoff, Steir. Landr.
229
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Wer mail an seinem leib hat vmb deuf.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
4, 25
(
tir.
,
1464
):
Er hat auch gefüert gar ein hërtes vnd strennges leben mit grosser abprëchung des leibes.
Mell u. a., Steir. Taid.
100, 33
(
m/soobd.
,
15.
/
16. Jh.
):
[man und weib] die sich in den eebruch, huererei und leichtfertigkait geben, darunter auch leibsfreund waren, und dergleichen verprechungen, die sollen an leib und guet gestraft werden.
Piirainen, Stadtr. Sillein
79l, 12
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
LEyp gezevg mach den frauwen nymant geprechen.
Ebd.
79l, 31
:
UIrt ein man mit recht von seinem weybe geschayden sy beheldet doch ir leibgezevͤg.
Mieder, Lehmann. Flor.
128, 13
;
Peil, a. a. O.
515, 280
;
518, 375
;
Luther, WA
8, 508, 31
;
9, 126, 6
;
23, 365, 6
;
32, 432, 12
;
9, 145, 16
;
10, 1, 2, 377, 9
;
16, 519, 28
;
52, 713, 8
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
147, 18
;
164, 9
;
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
234, 17
;
235, 1
;
16
;
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
13, 3
;
15, 5
;
Froning, Alsf. Passionssp.
7538
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
60, 7
;
82, 9
;
194, 3
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
35, 97
;
126
;
Ralegh. America
8, 34
;
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
21, 17
;
Koller, Ref. Siegmunds
189, 37
;
Doubek u. a., a. a. O.
87
;
v. Ingen, Zesen. Ged.
390, 4
;
v. Keller, a. a. O.
3398, 22
;
Keil, Peter v. Ulm
179
;
213
;
Dietrich. Summaria
20v, 11
;
Chron. Strassb.
55, 31
;
Gilman, a. a. O.
1, 288, 21
;
Sudhoff, a. a. O.
7, 155, 17
;
258, 10
 ff.;
9, 207, 30
;
226, 20
;
14, 270, 11
;
566, 1
;
586, 7
;
Goldammer, Paracelsus
2, 429, 7
;
5, 180, 20
;
Schorer, Sprach-Verd.
34, 24
;
Boos, UB Aarau
125, 44
;
UB Zug
220, 15
;
Ukena, Luz. Sp.
1212
;
Ott-Voigtländer, Rezeptar
209v, 13
;
Heidegger. Mythoscopia
6, 18
;
44, 11
;
Sappler, a. a. O.
10, 27
;
13, 9
;
14, 177
;
236
;
Bauer, Geiler. Pred.
101, 29
;
Rauwolf. Raiß
31, 29
;
Fuchs, Kart. Aggsbach
91, 11
;
Turmair
4, 81, 13
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 1973, 3
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
11, 4
;
Munz, a. a. O.
122, 6
;
Weber, Füetrer. Poyt.
114, 6
;
244, 7
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
54
;
ders., Stadtr. Sillein
152l, 9
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
101, 14
;
Bremer, Voc. opt.
1223
;
Voc. inc. teut. p
iijr
;
Brack
a 4v
;
Alberus
Kjv
;
Schöpper
113a
;
Maaler
269r
;
Hulsius
L ijr
;
Mylius
B 5v
;
Rwb
8, 1071
;
Schweiz. Id.
2, 1602
;
4, 112
;
117
;
5, 117
;
845
;
6, 166
;
Vorarlb. Wb.
2, 258
;
Schwäb. Wb.
4, 1126
.
2.
als totum pro parte auf bestimmte Einzelteile von 1 bezogen: ›Rumpf des menschlichen Körpers ohne die Extremitäten‹; Spezialisierungen: ›weiblicher Bauch, Mutterleib‹ (in den meisten Belegen bezogen auf die Mutter Gottes); ›Magen-, Darmtrakt; Rectum‹; im paracelsischen Sinne: ›den menschlichen Organismus beeinflussendes einzelnes Element des Körpers‹; auch auf Bezugsgrößen ausserhalb des menschlichen Körpers ütr., z. B. auf den Bauch der Vögel, auf die Haut des Fisches, auf die Baumrinde.
Phraseme:
grossen leibs werden
›schwanger werden‹;
eines übergrossen leibes sein
›schwanger sein‹ (vgl. , Adj., 6);
von einem leib geboren sein
›dieselbe Mutter haben‹.
Syntagmen:
den l. blähen / einzwängen / verschmähen, schwanger machen; der l.
(Subj.)
jn. tragen, jm. schwellen; auf den l. fallen, jn. im l. tragen, etw. in den l. drücken / verschlinden, etw. in dem l. eingefleischet werden, in js. l. liegen, aus dem l. geboren sein, ausgetrieben werden, etw. aus dem l. drücken, etw. von dem l. abscheiden / abschlagen, von der mutter l. gehen
›geboren werden‹;
der l. der frauen / jungfrau / mutter, eines menschen, der böse / fremde / jungfräuliche / kurze / mütterliche / reine / schwangere l.,
˹(bei Paracelsus z. B.:)
der ärische / salnitrische / siderische / venerische l.˺; frucht des l., des l. arche
(gen. explicativus);
frucht / gedärm / grimmen / winde im l., strang um den l
.
Wortbildungen:
˹
leibblasen
,
leibblasung
,
leibblust
,
leiblas
1,
leibluft
˺ ›Blähungen‹ (dazu bdv.: ),
leibdarm
›Rectum‹,
leibflus
›Blutung aus dem Unterleib, z. B. Darmbluten‹;
leibgewand
›Unterkleid‹,
leibgöller
›Brustpanzer aus Leder‹ (a. 1563),
leibgürtel
,
leibharnisch
›Brustpanzer‹,
leibhemd
,
leibkleid
(a. 1545/83),
1
leiblein
(
das
) 2) ›Unterhemd‹; 3) ›Bauch, Rumpf‹,
leiblöchel
›Pore der Baumrinde‹ (dazu bdv.: ),
leibschöple
›Hemdchen‹,
leibsfrucht
1) ›ungeborenes Kind‹; 2) für Christus als Sohn Mariens gebraucht,
leibschnit
›chirurgischer Einschnitt, besonders bei Stein- und Bauchoperationen‹ (17. Jh.),
leibstul
›Nachtstuhl‹,
leibzier
(dazu bdv.:  1, ).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
879, 7
(
Lübeck
1639
):
Wo ein Mann ist / vnd kein Weib / da ist ein Kopff vnd kein Leib. Wo ein Weib ist ohne Mann / do ist ein Leib / vnnd kein Haupt dran.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
380, 18
(
Wolfenb.
1594
):
die Frucht im Leibe, so sie bey sich tregt.
Luther, WA
37, 54, 39
(
1533
):
Denn leibsfrucht kan nichts anders heissen denn ein natuͤrlich kind, jnn mutter leib empfangen.
Alberus, Barf.
112, 3
(
Wittenb.
,
1542
):
Franciscus hatte nicht mehr Kleider denn einen boͤsen Rock [...] / Vnd ein Strang vmb den Leib.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
48, 156
(
Magdeb.
1608
):
Kam aus dem Wald ein kleiner Mann | Hat ein schoͤn weisses peltzlein an | [...] | Ein Leibguͤrtel verguͤldet als.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 307, 1
(
Köln
1610
):
vom thewren Bluͦt zu singen, | Das die leibs frucht edler art, | Aller Welt das heyl zubringen, | Hat vergossen.
Ebd.
3, 234, 24
(
1582
):
Sie [feinde] stehn vmgeben immerdar | Mit ihrer schmach vnd schande, | Damit sie sich bedecken gar, | Wie mit eim leibgewande.
Schmitt, Ordo rerum
354, 10
(
rhfrk.
1414
):
Ventositas [...] liblust [...] lipblasem [...] lifflucht wintblasinge [...] bläst uel lipblasung
(salem., 2. Dr. 15.  Jh.:)
leibblassung wind.
Dubizmay, kurß zu Teutze
6, 14
(
hess.
,
1463
):
der dye tryueltigen werlt | richtet den tregt maria leip.
Ebd.
7, 6
:
Heylige muter der | gabe in deynes leybes arche beschlossen ist.
v. Keller, Amadis
421, 31
(
Frankf.
1571
):
wie Abiseos jm den Leibharnisch auffriesse, damit er jm daß wehr in leib steche.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
24, 10
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
ein mensche wirt in sünden enphangen, mit unreinem, ungenantem unflat in müterlichem leibe genert.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
1, 23
(
osächs.
,
1343
):
Seht ein juncvrowe sal habin in dem lîbe und gebiret einen sun.
Schönbach, Adt. Pred.
8, 24
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
ein swær joch liget ǔffe Adames kint von des daz sie geborn werde von irre muter libe in dise werlt.
Thür. Chron.
14r, 2
(
Mühlh.
1599
):
Lies er seine Mutter Auffschneitten / das er sehen moͤchte / wo er gelegen hatte in jhrem Leibe.
Ebd.
16r, 2
:
Ward aber von Gott greulich gestrafft / dann er auff einer Heimligkeit sein Eingeweide auß dem Leibe druͤckete.
Opitz. Poeterey
28, 5
(
Breslau
1624
):
Das Kind were von der Mutter zehen monat im leibe getragen worden.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
31a, 11
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
gotes sun der von unser frauwen leibe geporn wart.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
8, 12
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
So ist auch der leichnam enphangen in der snodigsten vermeylung der prynnenden begird und in dem kot der gederme muterlichs leibs gelegen.
Keil, Peter v. Ulm
213
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Nym hönig vnd milch [...], daz werm vnd sprechz im mit einer spritzen in den leib.
Ebd.
269
:
Dem die stich in den glidern oder in dem leib sind.
Chron. Nürnb.
4, 206, 3
(
nobd.
,
15. Jh.
):
der mörder hielt ein pfann mit wasser über das feẅer, sah ich, das man das plut solt abwaschen, in einem leiphembd und zittert.
Rupprich, Dürer
2, 201, 263
(
nobd.
,
1513-15
):
der leib des mans würt gemacht vür daz grost vnd sterckest teill.
Ebd.
2, 202, 311
:
setz dy leng des gantzen leib von dem halsgrüble pis zw ent der hüft mit eim puncten g.
Franck, Klagbr.
227, 27
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
nachdem sy ein mal frembde leib haben schwanger gemacht.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
142, 12
(
Nürnb.
1548
):
wie das wasser den durst lesschet / es plehet aber den leib.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
406, 17
(
els.
,
1362
):
Der [froͤsch] wosch in sime libe vnd geriet ime der lip swellen, also ob er ein kint truͤge.
Sudhoff, Paracelsus
7, 248, 30
(
1529
):
das dasselbig feuer, das den balsam dermaßen unzerbrüchlich macht, dem venerischen leib zugeteilt werde.
Ebd.
8, 355, 34
:
dan do wechst ein wind, derselbig dent sich aus in dem aerischen leib, das oftmals ein glid, hand oder fuß zittert.
Ebd.
10, 230, 28
:
von heilung der leibflüssen.
Ebd.
14, 561, 22
(
1591
):
darumb es [kint] auch innerhalben dreißig tagen aus dem leibe und matrix der frauen ausgetriben wird.
Ebd.
14, 650, 23
 ff. (
1589
):
Der siderische geist und leib ist ein solcher magnet [...] und ist der geborne geist aus dem gestirn.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2346
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Da was ain gross fisch brait, | Der in [Jonas] [...] | In sinen lip ze mal verschland.
Maaler
269v
(
Zürich
1561
):
Leyble / Jst auch ein kleidung der weyberen. [...] Leybroͤckle (das) Leybschoͤple.
Diefenbach
611a
(
1512
):
Ventrale [...] eyn bauch-ryem [...]. schnure umb den buch. leibzier.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
46, 22
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz die selbe sele [...] ingefleischet wurde in dem libe Marien.
Ebd.
133, 30
:
ob die muoter gottis geheiliget were in der muoter libe, von dem enhaltet man nihtes niht in der heiligen schrift.
Chron. Augsb.
8, 231, 13
(
schwäb.
,
1563
):
welchem [kind] der kopf und sein leiblein aller erschlagen und voller mäller gewesen ist.
Barack, Zim. Chron.
3, 324, 23
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
es ist die guet fraw eins übergrossen leibs gewest.
Ebd.
4, 206, 34
:
Da hat sie [...] vierzig cronnen an goldt [...] zu ir unden in leib gedruckt und also in dem gepurtglid mit ir anhaimsch gebracht.
Schorer, Sprachposaun
52, 8
(o. O.
1648
):
daß einem das Gedaͤrm im Leibe davon waͤssern solte.
Eschenloher. Medicus
30, 21
(
Augsb.
1678
):
RUdigerus [...] erlitte [...] wegen der ellenden Kranckheit eines ganz vngewohnlichen Leibsfluß so grossen Schmerzen / [...] als muͤsse er [...] die Schuld deß Todes mit dem Leben bezahlen.
Ebd.
73, 7/22
:
Maria [...] mit fuͤnff Leibs-Fruͤchten von GOtt zwar begabt / iedoch mit dero Leben leider nie erfrewet worden [...] Nun warde sie [...] abermal grossen Leibs.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
18, 32
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Der hals ist [...] veraint das haupt mit dem leib.
Ebd.
200, 31
:
ez sint etleich swalben, die tragent edel stain in irn leibeln.
Ebd.
249, 7
:
des krebzs därmlein strecket sich von dem leib unz an daz end seins swanzes.
Ebd.
314, 22
:
auz tänneim holz werdent niht guot päuch zuo saitenspil [...], dar umb, daz derlai holz von seiner lüftigen nâtûr gesträutes leibes ist und vol gar klainer leiplöchel, diu wir an uns swaizlöchel haizent.
Ebd.
370, 32
:
daz benimt den stank paider seiten und under den üehsen und unden an dem leib.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
12, 57
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Deins leibes frucht geseget | ist, Jesus Christ.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
51, 16
(
oobd.
,
15. Jh.
):
das rautten wasser, das ist guet [...] zw dem grymmen in dem leib.
Voc. Ex quo V
131
(
moobd.
,
um 1500
):
Ventuositas [...] leibloz [...] leiblufft.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
238
(
oobd.
,
1607
/
11
):
so man sein [meerfischlein] leib oder haut recht besicht, so ist sy voller 6 eggeter stern.
Ebd.
742
:
1 messer, welches ein pawr [...] in einem trunckh in leib verschlickht.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 4439, 20
(
moobd.
,
1472
):
Conrat
[vererbt]
seiner lieben hausfraun, all ir leibgewant und kleinod, was zu irer person gehört.
Ebd.
5082, 19
(
1486
):
In der chamer [...]: ain strasachk, petsidel und furhang, ain sidelpank, ain leibstuel.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
57, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
ir seit doch paid von ainem leib geporen.
Weber, Füetrer. Poyt.
262, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
wann von seim leib schlueg er im ab das haubet.
Roth, E. v. Wildenberg
150, 11
(
moobd.
,
v. 1493
):
[Ludbig] het einen kurtzen leip, uber die mass lange pein.
Deinhardt, Ross Artzney
262
(
oobd.
,
1598
):
Welches pferdt aber fuetterräch ist, das blät sich [...], dem soll man ain khnollen neuer saiffen in leib tharm stossen.
A. à S. Clara. Glori
51, 14
(
Wien
1680
):
der Medicus laͤsset den Leib eroͤffnen / findt das Herz mitten voneinander zersprungen.
Luther, WA
31, 1, 546, 28
;
35, 459a
, 8;
47, 321, 22
;
53, 637, 25
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 328, 12
;
Froning, Alsf. Passionssp.
5369
;
Bechstein, a. a. O. Lk.
11, 27
;
Lehmann, Rezeptb.
213
;
Skála, a. a. O.
184, 14
;
Lindqvist, a. a. O.
208
;
Keil, Peter v. Ulm
415
;
Deinhardt, a. a. O.
364
;
Schweiz. Id.
2, 219
;
3, 623
;
9, 1357
;
Vorarlb. Wb.
2, 257
;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 181
.
Vgl. ferner s. v.
1
 3, , ,  1, ,  1,  13,  1, (
der
1.
3.
zum Zwecke individueller Beschreibung und Identifizierung: ›äußerlich wahrnehmbare Gestalt, Erscheinungsbild, Aussehen eines Lebewesens (vorzugsweise des Menschen); Statur‹; anschließbar an 1.
Syntagmen:
den l. besehen / verschanzen / umringen / zieren; der l. gezieret sein; grosses leibes sein; von l. klein / schön / ungestalt sein; der geschmükte / häsliche / schöne / stolze / ungefügte l.; gestalt / hübschheit / proportion / schönheit des l.; ungeschaffen am l
.
Wortbildungen:
(auch zu 1 stellbar):
leibachtig
›fett, korpulent‹,
leibgestalt
(auch
-es
),
leibmas
,
leibschönheit
.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen Rosenw.
77, 14
(
Hamburg
1646
):
dauchte mich / als wan sich meine leibes=gestalt verlaͤngerte / und ich mit einer neuen kraft begabet wuͤrde
(auch zu Bed. 1 stellbar).
Ebd.
78, 31
:
Keine jungfrau hielt verborgen | ihre schoͤne leibs=gestalt.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
571, 2040
(
Magdeb.
1608
):
[Des Koͤnigs Sohn] War schneweiß / vnd gezieret fein / | Klug gnung / aber von Leibe klein.
Buch Weinsb.
2, 49, 6
(
rib.
,
um 1560
):
es [kint] war gar ungestalt van leif und van kleidung, der boech was im uffgeswemt.
Ralegh. America
17, 16
(
Frankf.
1599
):
andere mehr / die / wenn sie nicht so braun weren gewesen / jres Leibs Koͤmligkeit halben mit den Weibern in gantz Europa wol hetten moͤgen verglichen werden.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
14, 7
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Ir [fraue] ist gütlich und genediglich geschehen: bei frölicher jugent, bei stolzem leib, bei besten lebtagen.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
21, 9
(
omd.
,
1487
):
Sÿe wolle Júngst alle haben, vÿll gülden, ein grosses geslechte. Schonheit des leÿbes.
Ebd.
26, 26
:
App ein man ein weÿpp habe dye vnfruchtbar, grewlich vngeschaffenn am leÿbe.
Gille u. a., M. Beheim
74, 119
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ain engel oder teifel | erscheint sich wol man oder weib, | wann er legt an sich einen leib.
v. Birken. Erzh. Österreich
79, 12
(
Nürnb.
1668
):
pranget dieser [...] Vatter / mit sechs an Leib= und Gemuͤts-Schoͤnheit uͤbertrefflichen Toͤchtern.
Roloff, Brant. Tsp.
153
(
Straßb.
1554
):
von dem truncknen weib | Die allein sorg hatt auff iren leib.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
21, 2
(
Straßb.
1650
):
[Mahler] welche [...] allerley Posturen, allerley Abbildungen Mänschlicher gestalt vnd Leiber mahlen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 32, 21
(
Hagenau
1534
):
Eyn hübsche seel / will auch eyn hübschen leib haben. Diß ist war nach dem geberde und eusserlichem wandel / aber nicht alle zeyt nach der gestalt und proporcion des leibs
(auch zu 1 stellbar).
Barack, Teufels Netz
2256
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wan das wip tuot iren lip uf mützen, | So tuot der man sich hinwider spitzen.
Fuchs, Murner. Geuchmat
2063
(
Basel
1519
):
Der [man] sich selb vff gepflantzet hatt | Vnd mutzt sich / wescht sich / wie ein wyb | Oder zieret sunst synen lyb.
Maaler
269v
(
Zürich
1561
):
Leybachtig / Fleischhafft vnnd feißt. Corpulentus.
Rot
301
(
Augsb.
1571
):
Corporatur vnd Corporation. Leibgestalt / leibmaß.
Klein, Oswald
79, 12
(
oobd.
,
um 1418
?):
Mich freut euer leib, dorzu die guldin spangen | vor an den ermeln zart.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
263, 40
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Er was [...] gross leibs und vast ändlich und gleich seinem brueder.
Munz, Füetrer. Persibein
25, 2
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Gaban wol an im spurte, | an seinem schönen leib, | er wär von hoher purte.
A. à S. Clara. Glori
39, 32
(
Wien
1680
):
Der mit Purpur schõn thut glanzen / | Und mit Gold den Leib verschanzen / | Eer muß auch den Kehraus tanzen.
Wackernell, H. v. Montfort
25, 90
(
soobd.
,
A. 15. Jh.
):
ein wib | gar schön von antlüt und von lib.
Karnein, Salm. u. Morolf
6, 3
;
Harms u. a., Alberus. Fabeln
33, 28
;
Jahr, H. v. Mügeln
2549
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
163
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
228, 25
;
3002, 21
;
3095, 25
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
9, 5
;
Bauer, Imitatio Haller
77, 21
;
Tpma
7, 339
.
Vgl. ferner s. v. , ,  1.
4.
›einzelne Person, Mensch, Individuum in der Gesamtheit seiner sozialen, rechtlichen und religiösen Existenz‹; in den Belegen oft mit Bezug auf die rechtliche Abhängigkeit (z. B. Leibeigenschaft, Hörigkeit usw.) einer Person von ihrem Grundherren; in Verbindung mit vorangestelltem genitivus definitivus für den Inhalt des Genitivs, z. B.
der bauern leib
›die Bauern‹; insofern offen zu 5.
Phraseme:
mit sein selbes leib
›persönlich‹;
leib und gut
;
etw. zu seinem leibe haben
›etw. als persönlichen Besitz haben‹;
auf (seinen) leib
›mit der Bindung an die betreffende Person und deren Lebenszeit‹;
vom leibe
(als Ausdruck individueller Abgabeverpflichtung infolge rechtlicher Abhängigkeit);
leib an leib und gut an gut
Rechtsformel für die eheliche Lebens- und Gütergemeinschaft;
ein leib werden
›eins mit jm. werden‹.
Bedeutungsverwandte:
 5.
Wortbildungen:
leibangeboren
›von leibeigenen Eltern abstammend‹ (14. Jh.),
leibangehörig
›leibeigen‹,
leibapoteker
›Apotheker im Dienst eines Hofes‹,
leibbuch
›Register der zu einem Leibherrn gehörenden Leibeigenen‹ (a. 1552),
leibbürge
(a. 1661),
leibfron
(a. 1599),
leibgeld
1) ›Kopfsteuer‹ (a. 1573); 2) ›Anerkennungsgeld des Leibeigenen‹ (a. 1474),
leibgefälle
(›Abgabe aus der Hinterlassenschaft eines Leibeigenen‹ a. 1591; vgl. dazu:  2),
leibgulden
›auf eine Person bezogene Rente‹ (dazu bdv.:  1),
leibhengst
›Lieblingshengst‹, ˹
leibhenne
,
leibhun
›von einem Leibeigenen zu leistende Anerkennungsabgabe in Form eines Huhnes‹˺,
leibhuldung
›Huldigung eines Leibeigenen gegenüber dem Leibherrn‹ (a. 1504),
leibledigung
(a. 1588),
leibledigungsbrief
›Urkunde über die Freilassung einer Person aus der Leibeigenschaft‹,
leibpfennig
a) ›in Oberschwaben während des Bauernkriegs übliche Bezeichnung einer zum Kleinzehnt gehörenden Abgabe an den Pfarrer, deren Aufhebung gefordert wird‹ ( Rwb
8, 1109
); b) ›Abgabe eines Leibeigenen an den Leibherren‹ (a. 1546),
leibpferd
›Lieblingspferd‹ (dazu bdv.: ),
leibsaz
(wie  ; a. 1525),
leibsbefreiung
›Bescheinigung über die Lediglassung‹ (a. 1618),
leibschaft
(wie
leibsteuer
 ; a. 1553),
leibschneider
›einer Person zur persönlichen Verfügung stehender Schneider‹,
leibsfrau
›Leibeigene‹ (a. 1561),
leib(s)frei
›nicht im Rechtsstatus der Leibeigenschaft stehend‹,
leibsgarde
›persönliche Schutzwache einer hochgestellten Person‹,
leibsgeburt
›eigene Nachkommen‹,
leib(s)gerechtigkeit
›von einem Leibeigenen an den Leibherrn zu zahlende Anerkennungsgebühr‹,
leibsjunker
›Leibherr‹ (a. 1578),
leibsklepper
›Pferd‹,
leibspflicht
›Abgabe und Dienstpflicht aufgrund eines Leibeigenschaftsverhältnisses‹,
leibspfründe
›Rente‹,
leibsquittung
›Bestätigung der Entlassung aus der Leibeigenschaft‹ (a. 1614),
leibständig
›persönlich‹,
leibstern
›Stern, unter dem man geboren wurde und der in einem astrologischen Sinne auf den Lebensverlauf eines Individuums Einfluß hat‹,
leibtagwan
›persönlich auszuführende Dienstleistung‹ (a. 1530),
leibteiding
(wie  1; a. 1402),
leibtum
(wie  1),
leibwochenpfennig
›in der Landsteuer einbezogene Abgabe‹ (a. 1598).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
1130
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz her die bitterkeit ie leit | Die nicht arges kan hir vorbittern, | Und da vor alle libe zittern, | Uf sich nam.
Ebd.
10815
:
Die werden allentsamt ein lip | Gotes.
Ebd.
18009
:
Nach diser zweier ersten orden | Sint alle geiste worden | Und alle libe geschaft.
Mieder, Lehmann. Flor.
880
(
Lübeck
1639
):
Der weiber groͤßte Zier vnnd Trost ist / ein frommer / fuͤrnehmer Mann / dem muß sie jhren Leib vnd Gut vertrawen.
Luther, WA
8, 545, 32
(
1521
):
ßo moͤgen wyr sicher unßer feynde an leyb, ehre und gutt verderben.
Ebd.
8, 704, 10
(
1522
):
Was leret doch dise gifftige laster Bullen, denn nur tzorn, [...] maledeyen an leyb, gut unnd seelen.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
497, 16784
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
sô tribin si von dannen | kindir unde wîbe | me wen tûsint lîbe.
Toeppen, Ständetage Preußen
3, 54, 24
(
preuß.
,
1448
):
das sie in diesse lande [...] fry und ungehindert mit eren schiffen, guttirn und liebe aws- und inkommen mogen.
Dat nuwe Boych
443, 40
(
rib.
,
1396
):
he vursicherde [...] lijff noch guͦt der Stede noch der gemeynden zo vntfirnen.
Loesch, Kölner Zunfturk.
11, 571, 28
(
rib.
,
1463
):
[Wir] bidden darumb [...] uns, unse wive, kinderen ind anderen, die degelichs mit dem lief deme egenanten Maess dienent, [...].
Ebd.
11, 534, 26
(
1505
):
alle dieghene, die deil ind gemein an desem ampte haven willen, die sullen dat mit irsselfs live verwaren ind hanteren.
Chron. Köln
3, 646, 9
(
Köln
1499
):
Zo der zit starf der herzoch van Limburch sonder lifsgeburt, ind dairvan quame ein grois krich.
Wyss, Limb. Chron.
68, 15
(
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
/ Hs.
2. H. 16. Jh.
):
da besaß her Cone [...] unde jungher Johan [...] ein strenge gerichte zu Limpurg uf dem berge mit irme selbes libe.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 1210, 1
(
mosfrk.
,
1546
):
es sol auch der armman mit weib, kind und gut also leibsfrei sein, wan er aus in ander orter ziehen wil.
Ebd.
1228,
Anm. 3 (
1299
):
zu Lütz ein scholtheiß, de si [...] anehorit mit dem live.
Kollnig, Weist. Schriesh.
178, 32
(
rhfrk.
,
1527
):
Ein iglicher herr niempt von seinen leibangehorigen leuten die leibsbede und hauptrecht allein on hienderüng des andern.
Ebd.
261, 7
(
1642
):
Dahingegen der flecken dieße freyheit hat, daß man der herrschaft kein haupt- oder wadtmahl zu tedingen, herren- oder leibshüner, wie auch leibsbeet zue geben schuldig.
Schwartzenbach
C ir
(
Frankf.
1564
):
Eines Leib oder Gut in geluͤbd oder verbott verstricken / nit zuvereussern.
Ralegh. America ijv,
29
(
Frankf.
1599
):
Walther Ralegh Ritter / vnnd Hauptman vber jhrer Majestat in Engellandt Leibsguardi.
Helm, Maccabäer
12326
(
omd.
/
nrddt.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
daz volc sich allez do irgab | dingetin lib unde gut ab.
Mon. Boica, NF.
1, 82, 11
(
nobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Der Hofmeister zuͦ seim leibe hat funfundsibentzig morgen akers.
Ebd.
282, 18
(
1. H. 15. Jh.
):
20 guldein fur dinst und uff 10 leiphuner hat er eingenomen.
Ebd.
371, 18
(
1. H. 15. Jh.
):
die iczgenanten drey weyer sind Conczen Fischern und Heinczen [...] zu lipgeding uff ire beider leibe verkauft umb 300 guldein.
Ebd.
443, 20
:
Heinczen Hochheymers weibe von irem leibe 1 vasznachthun.
Ebd.
449, 5
:
Concz Rewtner vom leibe 1 vasznachthun.
Ebd., NF.
2, 1, 302, 23
(
um 1428
):
das steet zu leipgeding auf Woͤlfflein Wehen und seiner wirtin beder leib, und wenn die leib bede sterben, so gevelt es wider in des Flemyngs gut.
Chron. Nürnb.
1, 174, 6
(
nobd.
,
1388
):
wenn man einen erbern zug tun woͤll, daz sie dann mit ir selbs leiben mit reiten.
Ebd.
2, 323, 13
(
1449
):
und umb daz selbig gelt, daz einer also ze steur gab, gab man im ein gülden leibgedings auf einen leib umb 8 gülden, auf zwien leib umb 10 gulden, und einen ewigen gülden umb 18 gülden, also daz es zu eines guten willen stund, daz er kauft ewigs gelt oder leibgeding auf einen oder zwien leib.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
81, 20
(
nobd.
,
1429
):
das sollen sie wern mit libe und mit gut und geschrey als ferr, als sie mogen.
Reichert, Gesamtausl. Messe
3, 17
(
Nürnb.
um 1480
):
ob er yemantz eygen sey mit dem leybe.
Köbler, Ref. Nürnberg
12, 3
(
Nürnb.
1484
):
So aber man vnd weib miteinander heyraten mit disem geding. nemlich. leib an leib. vnd gut an gut. so soll es mit Jrer beder haußhaltung vnd niessung irer habe vnd gut gehalte͂ werden.
Sachs
15, 115, 27
(
Nürnb.
1559
):
nemb eylentz | Mein kleyd und kron mit reverentz | Und darzu auch meinen leybhengst.
Sudhoff, Paracelsus
1, 47, 6119
(
um 1520
):
also tut er
[Himmel]
im
[dem Menschen]
: er schikt das vulkanische feur in die planeten und leibsternen und laßt das selbig in inen wirken.
Welti, Stadtr. Bern
41, 14
(
halem.
,
A. 14. Jh.
):
die erlassen wir des zolnes vnd geloben inen [...] frid vnd sicherheit, ir lip vnd ir guͦt dar vnd dannant ze varenne.
Merz, Urk. Bremgarten
57, 6
(
halem.
,
1371
):
Eberhart [....] verkaufen mit gesamnoter hant fro Margrethen [...] vnd alle iruͥ kint, duͥ vns alle von eigenschaft des libes angehoͤrent, fuͥr fry ledig eigen an Vͦlrich.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
251, 11
(
halem.
,
1389
):
dz der selb hinderses von sinem lib nicht stuͥren noch dienen sol.
Ders., Zivilr. Bern
3, 11
(
halem.
,
1405
):
[Rudolf von Schüpfen]
sprichen ir [eygen luͥte] lib und ir guͦt, daz sy nu habent [...] los gentzlich aller eygenschaft.
Ebd.
22, 5
(
1487
):
die ouch all durch uns entlediget sind, weder geneigt und ouch durch unser versatzung nit maͤchtig, sich in nuͥwe lipspflicht zuͦ binden.
Ebd.
387, 24
(
halem.
,
1510
):
das sin guͦt [...] minen herren von Bern, und aber der lib den selben minen herren von Bern [...] erloupt sin soͤlle.
Ebd.
819, 19
(
1615
):
so von jhrer entlybeten fründen wegen das keyserlich recht bestandt und bruchendt, auch sighaffte urtheil und zuͦspruch der gethaͤteren lybs erlangend.
Boos, UB Aarau
239, 14
(
halem.
,
1415
):
unser lieben herren von Berne [...] soͤllent ouch weder von iren liben noch von irem eigennen guͦte kein geleite in unser statt geben.
Dierauer, Chron. Zürich
90, 7
(
halem.
,
1415
/
20
):
soͤlte weder der grǎf noch die burger dazwischent die statt noch die burger [...] nicht sterken, weder mit lib noch mit enkainem gezuͥg.
Ebd.
266, 15
(
15. Jh.
):
do zoch er mit sin selbs lipe und mit sinem reisigen zuͥg [...] von Murten us dem veld.
Bachmann, Haimonsk.
52, 16
(
halem.
,
1530
):
so will ichs betzu’gen mit minem lyb, das er mich faltschlichen anlu’gt.
Ebd.
152, 9
.
er ist ein manlicher rytter; wann er hat mir uß botten zestritten lib an lib.
Welti, Urk. Rheinfelden
713, 257, 22
(
halem.
,
1581
):
Verheiratet sich die Elsbet vor oder nach dem Absterben der beiden Eheleute, so verwirkt sie ihre leibspfrund.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
318, 16
(
halem.
,
1589
):
das als dann solche kindt [...] dem stift [...], dahin sie geraubt worden, mit der leibaigenschaft zugehörig sein [...], auch demselbigen die gewonliche fähl und läß sambt anderer leibsgerechtigkhait auf zutragende fähl zugeben und zue richten schuldig [...] sein sollen.
Maaler
120r
(
Zürich
1561
):
Einen bey der hand Erwütschen vnd freyen / oder frey machen / leybfrey lassen.
Schmidt, Rud. v. Biberach
161, 25
(
whalem.
,
1345
/
60
):
als dvͥ in mich verwanlot sist, vnd mit mir ein lip sist worden.
Glatz, Chron. Bickenkl.
11, 6
(
önalem.
,
um 1640
):
dan sie etlich jar gelebt hetten in eigenthum mit leibtum und andern eignen güetern.
Fuchs, Murner. Geuchmat
983
(
Basel
1519
):
Er streckt syn lyb vnd guͦt dar an, | Das er sich widersetzt dem herren.
Adomatis u. a., J. Murer.
985
(
Zürich
1565
):
Bstell uff din lyb / roß / waͤgen gweer | vil gwardi knecht und anders mer.
Maaler
269v
(
Zürich
1561
):
Leybfrey / Frey. Liber.
Goedeke, P. Gengenb.
122, 179
(o. O.
1516
):
Wo ich dir dan gehelffen kan | Das will ich thuͦn mit lyb vnd guͦt.
Chron. Augsb.
1, 91, 17
(
schwäb.
, zu
1390
):
do lag der jung herr von Padaw mit sin selbs lip in Kärenden.
Ebd.
182, 15
:
kauft Peter Egen die wag hie in der stat mit der müntz [...] umb 2000 fl. auf seinen leib und auf drei seiner sün leib.
Ebd.
311, 16
(
E. 15. Jh.
):
darumb muͦst man auch leipding hin geben, und die juden umb zechen tausent guldin, und man gab ain leib guldin umb 5 guldin.
Ebd.
6, 27, 7
(zu
1524
):
man wollt nimer opfern noch meß friemen, [...] weder vigil stiften noch umb leibpfenning nichts geben.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 740, 26
(
schwäb.
,
1585
):
geloben [...] dem edlen und gestrengen Dieterichen von Roth [...] dienstbar, gerichtbar, steürbar und raißbar zu sein, auch rent, zinß, gült und leibgerechtigkeit zu gebüerlicher zeit zu bezalen.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 849, 8
(
schwäb.
,
1612
):
es solle hinfüro keiner oder keine in meine herrschaft gelassen werden, die anderstwo mit leib hingeherig sind, sie kaufen sich dan zuvor ab, und sollen auch die so jetzend andern herrschaften mit leib seind innerthalb eines vierteljahr sich ledig machen bey straf 2 fl.
Ebd.
277, 8
(
A. 16. Jh.
):
wann sich ainer oder aine verheyrot auß der herrschaft in ain andere herrschaft, so hat es missen geben der herrschaft Haidenhaim ain leiphennen.
Ebd.
2, 723, 17
(
schwäb.
,
um 1600
):
Deßgleichen auch solle keiner [...] in der herrschaft gericht [...] nicht kommen noch eingelassen werden [...] eß seie dan, daß sie sich ihrer leiber loß gemacht [...], auch zue dessen bezeügung vor einnehmung [...] seinen geburth- oder leibledigungsbrief hinder die herrschaft lege.
Eschenloher. Medicus
75, 8
(
Augsb.
1678
):
JOhannes Rhoͤm / Fuͤrstl. Durchl. Herzogin Marjæ [...] Cam͂erer vnd Leibschneider.
Bastian, Runtingerb.
2, 33, 7
(
oobd.
,
1403
):
da ward ich mit den stewrherren uberain, daz sy aͤuf meiner hausfraͤwn leib schreiben wellen hundert guldein, die vor aͤuf meinem leib gestanden sind.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
2, 2
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Den nam zu im hertzog Fridreich von Osterreich inn sein regiment und gerhabschafft mit leib, kronn, lanndt und lewdt.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
1069
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein bauchet nider geschirrlein [...], welches [...] Ihr May: auß der erden zu Prandeis Aͦ. 1608 durch ihren damaln laibapotecker N. Hegner machen lassen.
Thiel u. a., Urk. Münchsm.
170, 31
(
moobd.
,
1349
):
Ich [...] tvͦn chvnt [...], daz ich zwͦ mein ains leib haben schol div zwai tail zehent.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
52, 28
(
moobd.
,
1390
):
Wir emphelhen ew [...], daz ir unser burger von Stain [...] mit irm leib und gut allenthalben lazzet wandln und arbaiten.
Fuchs, Kart. Aggsbach
291, 10
(
moobd.
,
1430
):
daz ich [...] bestanden hab zu vier leiben, daz ist auf mich selben, auf [...] mein hawsfrawͤn, auf Kathrein mein eltiste toͤchter und Elzpeten [...] von den geistlichen lewͤten [...] iren weingarten.
Hör, Urk. St. Veit
214, 22
(
moobd.
,
1433
):
das wir [...] ze chauffen geben haben [...] vnserew eribrecht [...] auff drey leib vnd nicht lenger, vnd als dyeselben drey leib in dem brieff mit namen verschriben sind.
Ebd.
229, 40
(
1444
):
sol dazselb guet vmb die erbrecht dem goczhaws [...] nicht weyter verrecht werden dan auf die leib, die der erbbrief inhalt.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 2847, 3
(
moobd.
,
1441
):
frawe Katherina, leipstendige zeigerin dis priffs.
Rintelen, B. Walther
4, 5
(
moobd.
,
1552
/
8
):
das die Grundtherren ire Gründt zuzeiten auf ein Anzall Jar oder auf etlich Leib außlassen.
Lampel, Qu. Wien
1, 8, 16737, 4
(
moobd.
,
1633
):
[Kaiser Ferdinand II. befiehlt]
etliche leibsklepper zu unsern notturften in den drinigen landen zu erkaufen.
A. à S. Clara. Glori
22, 17
(
Wien
1680
):
einmal ritte der Kayser auf seinem schoͮnsten Leib=Pferd.
Bischoff, Steir. Landr.
93
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Ez mag dhain pawer ainem edeln mann [...] gesagen vber sein leib vber sein er oder vber sain aigen.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
38, 8
(
smoobd.
,
1625
):
gehet aber ain leib ân erben ab, so soll [...].
Ebd.
300, 9
(
1494
):
welh dem gotzhaus mit dem leib zugehörn.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
598, 2934
;
Große, Schwabensp.
119r
;
Lamprecht, a. a. O.
1228, 3
;
Chron. Nürnb.
3, 359, 11
;
Mon. Boica, NF.
1, 454, 20
;
Müller, a. a. O.
319, 6
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern
5, 14
;
ders., Gebiet Bern
507, 34
;
819, 21
;
Wintterlin, a. a. O.
1, 259, 2
;
Chron. Augsb.
2, 325, 6
;
3, 475, 4
;
487, 22
;
Brunner, a. a. O.
210, 5
;
218, 36
;
Uhlirz, a. a. O.
2, 2, 3399, 8
;
2, 3, 4151, 10, 5165, 15
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 60, 19
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
179, 32
;
Bischoff, a. a. O.
205
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
23, 25
;
33, 19
;
Piirainen, Igl. Bergr.
41, 2, 7
;
Maaler
269v
;
Rwb
8, 1052-1127
;
Schweiz. Id.
4, 1588
.
Vgl. ferner s. v.  1,  6,  1, ,
2
 2,  6,  7,
1
 8,  2, , .
5.
mit vorangehendem Possessivpronomen (anstelle eines Personalpronomens) für die Person gebraucht; anschließbar an 4.
Vorwiegend literarische Texte.

Belegblock:

Köbler, Ref. Franckenfort
7, 14
(
Mainz
1509
):
So sol er schuldig vñ pflichtig sein bürgen zu setzen / sein leib vnd persone vff den fürgebotten gerichts tag ann recht zu stellen.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1689
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
had ein man ein ungetruwes wip, | mit nichte begebe her yren lip.
Reu, Süddt. Kat.
1, 586, 14
(
Nürnb.
1606
):
Die Männer sollen jhre Weiber lieben als jhre eigene Leibe.
Bächtold, N. Manuel. Elsli
287, 850
(
Basel
1530
):
Das ist ein pur, dank hab sin lib!
Primisser, Suchenwirt
24, 175
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ach herregot, waz schol mein leib | In soleicher rew und iamers qual?
Klein, Oswald
1, 28
(
oobd.
,
1421
):
mein leib hat vil erlitten | nach ir.
Ebd.
107, 2
(
1417
/
8
):
meins leibs ich dir wol gan | an abelan.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
92, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
damit ich eüch den senden kummer püess, | zue lieb mein leib eüch willig das volpringet.
Ebd.
567, 3
:
Herr, ich gib ew͂rem leibe | die schönen statt, mein leib, zue sampt das landt.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
90, 25
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Ir süesser leib gieng hin und wider mit grossen vorchten auf die wilden tier.
Weber, Füetrer. Poyt.
194, 2
(
moobd.
,
1478
/
84
):
DAr gingen dy lanndes fürsten | durch klagen seinen leib.
6.
›Leben (im Gegensatz zum Tod); körperliche Unversehrtheit‹; in 1 Beleg: ›Lebensweise‹; anschließbar an 1.
Phraseme:
leib und leben; leib und gut; leib und blut; leib und tod; etw. mit leib und blut bezalen
›etw. mit dem Leben bezahlen‹;
bei leibe
›auf keinen Fall‹;
bei / zu js. (lebendem) leibe
›zu Lebzeiten‹;
mit dem leibe heimkommen
›mit dem Leben davonkommen‹;
jm. nach seinem leibe stehen
›jm. nach seinem Leben trachten‹;
jn. auf seinen leib verbannen
›jn. für den Rest seines Lebens verbannen‹;
es geht jm. an seinen leib
;
den leib verlieren
›sterben‹;
dieser leib
›das diesseitige Leben‹; sprichwörtlich:
guter mut ist halber leib
.
Syntagmen:
den l. abstelen / (an)rüren / aufopfern / behalten / beschliessen / daransetzen / gedingen / verlieren / verpfänden / verschulden / versetzen / verwirken / wagen, jm. den l. geben / nemen; des l. verderben, sicher sein, sich seines l. weren; an dem l. sein, jn. an dem l. sichern, jn. an seinem l. strafen, jm. an dem l. lieb sein, jn. um den l. bringen, auf den l.
(›lebenslänglich‹)
gefangen sein; der verlust, die ausrechnung / frist / furcht des l., die tage des l
.
Wortbildungen:
leibgetragen
›zu Lebzeiten‹,
leiblas
2 ›hinterlassene Fahrhabe‹ (a. 1525),
leibsal
›Nachlaß‹ (a. 1498),
leibshüter
,
leibswächter
,
leibszeit
(wie ),
leibtrabant
›Leibwächter einer höhergestellten Person‹ (dazu bdv.: ),
leibwer
(a. 1399),
leibwerung
(a. 1420).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
1327
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz ich daz besser mache | Die wile ich an deme libe bin.
Große, Schwabensp.
48a, 25
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
NJmt eyn sone wip bi sines vater libe.
Ebd.
141a, 5
:
DEr konigh vnde eyn ieslich richter mach wol richten [...] ober sinen mach vnde vber sinen man vnde vber sin kint vber ire lip vnde vber ires libes teil.
Ebd.
200a, 30
:
mit anderen vogelen ne mach nieman sin lip noch sines libes teil vorwerchen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
157, 3510
(
Magdeb.
1608
):
Als solts jhm kosten leib vnd leben.
Ebd.
517, 326
:
Sie sollns bezahln mit Leib vnd Blut.
Luther, WA
8, 708, 30
(
1522
):
so wurde er auff seyne fusse tretten, hyngehen und den Turcken das Euangeli predigen, daran setzen leyb und leben.
Ebd.
21, 61, 20
(
1528
):
Gutter mut ist halber leib, huͤtte dich, narr, und nym kein weib.
Ebd.
35, 457, 8
(
1528
/
19
):
Nemen sie
[die Teufel]
den leib, | gut, ehr, kind und weib, | las faren dahin.
Ebd.
41, 387, 22
(
1535
):
Paulus: bey leib nicht, sehet hinder euch.
Quint, Eckharts Pred.
1, 127, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
swaz man lîdet in dirre werlt und in disem lîbe, daz nimet ein ende.
Ebd.
2, 629, 5
:
daz er eht sicher wære, daz er heim kæme mit lîbe.
Loesch, Kölner Zunfturk.
11, 553, 18
(
rib.
,
1396
):
dat sij alle also wair sijnt, [...] ind willen dabij lijf ind leiven laissen.
Dat nuwe Boych
430, 22
(
rib.
,
1396
):
mit nuwem hasse vnd nijde stoent yrre eyn deme anderen na syme lijue, eren vnd gude.
Ebd.
440, 35
:
geboit man yn vp lijff vnd guͦt, dat sij vp die Torne giengen, man sculde sy lijfs vnd guͦtz versicheren Ind wer des nyet endede, die sculde lijf vnd guͦt verloiren hain.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
7270
(
rib.
,
1444
):
So en hain ich geyn lijff bis morgen, | Erloist mich us deser enxtlicher sorgen.
Chron. Köln
1, 381
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
seder hait sy doden kinden | mit Godes helpen den lijff gegeuen.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
1, 57, 3
(
Köln
um 1490
):
Ouch weis ich wail dat ur lyff und leven | Myr wenich up dem marde gulden.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 60, 7
(
Köln
1583
):
Da er
[Jesus]
nu alt war drissig Jar, | Das sein Leibszeit erfuͤlt, | Hat er das Leiden ausserkorn.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
482
(
mrhein.
,
um 1335
):
Er was mir lieber dan min lip.
Brinkmann, Bad. Weist.
6, 15
(
rhfrk.
,
1430
):
erwuste ein zentman, [...], einen ubeltedigen man in der zente, der den lip verwürcht hat, es were ein morder.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
119, 10
(
rhfrk.
,
um 1435
):
dar vmb ouch manig mensch synen lip jemerlich verloys.
Ebd.
125, 34
:
verbenent üwer hußfrouwe vff yren lijp / das sye nummer widder jn üwer lant kome.
Ebd.
139, 24
:
Zü stunt sprungen jr vier her vor / die wurden Markairs burgen vor lip vnd vor gut [...]. Künnig Karl [...] der solde lip vnd gut verlorn han.
Karnein, Salm. u. Morolf
412, 5
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
ich gibe dir des min truwe, | oder Morolff nimet dir dinen lip.
Harms u. a., Alberus. Fabeln
72, 26
(
Frankf./M.
1550
):
Vnd richt bey leib kein auffruhr an.
Mone, Adt. Schausp.
2, 785
(Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
Ez czymt wol guten wiben, | wer en lib ist an dem libe, | daz sy en noch dem tode clagen.
Behrend, Magd. Fragen
138, 27
(
omd.
,
um 1400
):
Was der tode by syme lebinden leibe synes gutes syme gesellen in syne gewere geantwort hat, das mag her behalden.
Ebd.
195, 18
:
Ab eyner von gerichtis halbin synen leip vorlust.
Ebd.
204, 8
:
das globte her das gelt zcu gebin des herren anewalden vor deme rate in der stat durch synes leibes frist unde hoffte sich domete irnerende.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
303, 9
(
thür.
,
1421
):
do badt her seynen son Baeldewyn, das her seynen schatz zu om neme unde vorsuchte ap her dor mete seynen leip gedyngen mochte.
Eggers, Psalter
48, 18
(
thür.
,
1378
):
dy gnade volgit mir alle dy tage mines libes.
Küther, UB Frauensee
331, 37
(
thür.
,
1518
):
czu Curdt Mollerß liep.
Schönbach, Adt. Pred.
20, 14
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
also wirt uns nach diseme libe gegeben [...] daz ewige himelriche.
Ebd.
27, 27
:
der mach des angest haben daz iz im an den sinen lip ge.
Mathesius, Passionale
40r, 14
(
Leipzig
1587
):
das ich dir ewig [...] dienen [...] vnd meinen Leib fuͤr sie dargeben / vnd sie selig machen solle.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Rebh.
56, 104
(
Zwickau
1536
):
es muß euch kosten leib und blut.
Henschel u. a., Heidin
968
(
nobd.
,
um 1300
):
Dv entrostest mich vil selick wip | So ver lieze ich minen lip.
Köbler, Ref. Nürnberg
225, 23
(
Nürnb.
1484
):
vmb sachen leib vnd leben anruͤrend.
Mayer, Folz. Meisterl.
20, 39
(
nobd.
,
v. 1496
):
Dar um so wellt pey leib hie rüen nichte!
Sachs
14, 259, 8
(
Nürnb.
1553
):
Sindt nit vil könig und tyrannen | Von irn leibßhütern selb umbbracht?
Ebd.
17, 157, 30
(
1554
):
Sie sol bey leib nichts darvon sagen, | Daß wir holtz mit einander tragen.
Dietrich. Summaria
22r, 40
(
Nürnb.
1578
):
das man [...] alles soll faren lassen / gelt vnd gut / leib vnd leben / [...] ehe man sich von dem Euangelio wolte abtreiben lassen.
Trunz, Meyfart. Rhet.
1, 21, 2
(
Coburg
1634
):
weil er [Alexander] gemercket / welche vor andern sich trotziglichen erzeiget / solche aus dem Hauffen mit der Hand gerissen / vnd dreyzehen Missethaͤter seinen LeibTrabanten zuverwahren befohlen.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
4330
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
[Paulus sich erbot] Sein leib, guͦt, eeren für die fier | Zuͦ setzen vnd verpfenden schier.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
416, 12
(
halem.
,
1409
):
umb all ander meintet, frevel oder bosheit, so den lip ruͤrent, und da mite man den lip verschult.
Ebd.
499, 2
(
halem.
,
1415
):
[dz] alle die sinen [...] ires libs, lebens und irer habe [...] sicher sin soͤllen.
Dierauer, Chron. Zürich
87, 7
(
halem.
,
1415
/
20
):
grǎf Ruͦdolf [...] wolte die also ungewarnoter dingen úberfallen [...], umb ir lib und umb ir guͦt bracht han.
Welti, Stadtr. Bern
372, 14
(
halem.
,
n. 1437
):
das alle [...] an irem lib vnd leben gestraffet werden.
Lemmer, Brant. Narrensch.
33, 70
(
Basel
1494
):
Hett Agamennon nit zuͦ huß | Gelossen syn fründt Egysthus | [...] | Er wer nit kumen vmb syn lyb.
Fuchs, Murner. Geuchmat
5, 16, 6
(
Basel
1519
):
gibt jm bescheid / das er nit vß belybe by lyb vnd leben.
Maaler
269v
(
Zürich
1561
):
Leybswaͤchter / die staͤts vmb jren herren sind.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
302
(
Genf
1636
):
Seinen [leib] verbuͤrgen.
Sappler, H. Kaufringer
2, 188
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
das er seinen leib beslos | mit dem zaichen der kristenhait.
Ebd.
18, 179
(Hs.
1472
):
[ich] schwer dir des bei meinem leib, | hie kompt mit schall dein altes weib.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 125, 27
(
schwäb.
,
1554
):
befehlen [...], ihnen mit leib und tauth getreu und gewärtig seyn.
Klein, Oswald
45, 65
(
oobd.
,
1415
):
der pawren leib
(›Lebensweise‹)
| wolt mir nicht lenger smecken.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
70, 1
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Wie sich sein machtigkait, regirung und reichtumb, leyb, leben und guet geendet hab.
Ebd.
203, 23
:
sy wolltn leyb und guet fur sein genad setzn.
Dirr, Münchner Stadtr.
259, 7
(
moobd.
,
1310
/
2
):
[todslakh] daz er ez hat getan notwer seines leibes.
Ebd.
603, 4
(
1377
):
Swaz erbs ze leiben oder ze iaren hinlazzen ist, [...] daz selb sol man bringen für yndern und für auzzern rat.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
356, 6
(
moobd.
,
1473
/
8
):
So frist ich eüch den leibe – | sunst ist’s umb eẅr leben gar ergangen!
Weber, Füetrer. Poyt.
138, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
was ob ich thue des leybes drumb verderben.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
43, 20
(
moobd.
,
1478
/
81
):
durch des leibs vorcht floch er.
Turmair
4, 726, 3
(
moobd.
,
1522
/
33
):
das niemand bei leib und leben noch in, noch seine kinder und enikel ,dominum‘ hies.
Mell u. a., Steir. Taid.
64, 6
(
m/soobd.
,
1596
):
Wir Ferdinand [...] bekenen, nachdem hievor weiland unsers geliebten herrn vöttern [...] hochseeligister gedechtnus zur zeit leibgetragnen gubernamentes diser unserer nüderösterreichischen fürstentumbs.
Luther, WA
10, 3, 383, 22
;
30, 3, 296, 13
;
Wyss, Limb. Chron.
70, 16
;
Brinkmann, a. a. O.
143, 21
;
Kollnig, Weist. Schriesh.
131, 24
;
Karnein, a. a. O.
20, 5
;
41, 5
;
Behrend, a. a. O.
31, 24
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
56, 18
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
22, 20
;
74, 26
;
76, 41
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
466, 5
; 9;
Fastnachtsp.
137, 27
;
457, 14
;
1377, 11
;
Sachs
17, 196, 19
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
983, 11
;
2813, 7
;
2879, 16
;
3015, 3
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
22, 22
;
120, 3
;
ders., Zivilr. Bern
380, 20
;
Welti, a. a. O.
367, 23
;
Jörg, Salat. Reformationschr.
252, 6
;
629, 22
;
Köbler, Stattr. Fryburg
168, 4
;
Chron. Augsb.
1, 102, 24
;
Gehring, a. a. O.
3, 773, 22
;
29
;
Sappler, a. a. O.
11, 36
;
Rauwolf. Raiß
32, 29
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 133, 30
;
179, 14
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
380, 19
;
Klein, a. a. O.
8, 24
;
Dirr, a. a. O.
370, 22
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 4063, 10
;
4247, 7
;
Weber, a. a. O.
327, 6
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
97
;
Maaler
201r
;
Rwb
8, 1118
;
Schweiz. Id.
3, 984
;
1393
;
1430
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1,  1,  5,  1,  6,  2,
1
 1,  5,  2,  3.
7.
in einer Reihe von Verwendungen, darunter oft ansatzweise phrasematisierten, kann
leib
je nach Belegzusammenhang auf eine körperliche Strafe, auf die körperliche Gefangenschaft einer Person sowie auf den Verlust des Lebens bezogen werden; insofern offenes semantisches Verhältnis zu 1; 4; 6. Der genaue Bezug wird also nur mehr oder weniger deutlich:
jm. an seinen l. sprechen; es geht (jm.) an den leib
;
jn. an leib und gut büssen / strafen; jm. etw. bei leib und gut
(›bei Androhung von Strafe an Leib und Gut‹)
gebieten
.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.

Belegblock:

Behrend, Magd. Fragen
203, 16
(
omd.
,
um 1400
):
Umme wandelrede sal man nymande vohen noch an synen lip sprechen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
223, 12
(
osächs.
,
1335
):
Der obirste voit hat gerichte uber lip unde uber gut.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
98, 31
(
nobd.
,
15. Jh.
):
griff man aber im gericht zu, so sal mennlich dozu thun bei leibe und gute, das man das gute behalt.
Köbler, Ref. Nürnberg
68, 32
(
Nürnb.
1484
):
so mag in der [...] Richter [...] darumb an seinem leib straffen.
Ebd.
313, 17
:
mit vorbehaltung eins Rats straffe an Jren leiben nach gestalt der verhandlung.
Welti, Stadtr. Bern
77, 15
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
doch behaben wir vͥns selber gnade vor was nit an den lip gat.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
107, 19
(
halem.
,
1493
):
das si den und die selben an lib oder guͦt, [...] nach eins jeden verdienen straͧffen.
Ebd.
702, 16
:
damit sy mit offentlicher straf an lyb gezüchtiget werdind.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 398, 13
(
schwäb.
,
1539
):
der soll [...] mit gefengnuß an seinem leib [gebüest werden].
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 120, 36
(
schwäb.
,
1554
):
an leib und guet soll verbotten sein, daß keiner kain wildschüzen oder verdächtigen kriegsman [...] nit herberg [geben].
Ebd.
3, 69, 13
(
1650
):
Es mechte sich auch einer mit [...] gottslösterung so sträfflich und malefizisch verhalten, er wurde peinlich am leib oder leben durch die hohe oberkeit gebießet.
Chron. Augsb.
1, 138, 20
(
schwäb.
,
1368
):
dezselben lib und gut sol in dirr stat ehte sin, und swa man den begriffet, so sol man hintz sinem libe rihten als hintz einem schedlichen manne.
Dirr, Münchner Stadtr.
331, 10
(
moobd.
,
1340
):
Wez ez wert sey, daz sol dem dieb, dem ez get an den leip, der dritt pfenning abgen.
Winter, Nöst. Weist.
3, 18, 2
(
moobd.
,
1581
):
soll das afterlesen bei leib und gueter straff verpoten sein.
Ebd.
4, 339, 22
(
1602
):
Alle verbotne zauberei [...] mit gefenknuß und am leib gestrafft werden.
Bischoff, Steir. Landr.
230
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Ist die dewf gros, so get ez dem menschen an sein leben; ist sie aber chlain, so get si dem menschen an sein leib ain tail.
Mell u. a., Steir. Taid.
4, 5
(
m/soobd.
,
1523
):
wo es ainer am guet nit vermag, denselben am leib darumb zu strafen.
Rennefahrt, Recht Laupen
148, 11
;
150, 10
;
Gehring, a. a. O.
3, 7, 10
;
250, 4
;
507, 2
;
729, 26
;
769, 45
;
Müller, Stadtr. Ravensb.
239, 15
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 2652, 14
;
2, 3, 4230, 11
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
16, 8
.
Vgl. ferner s. v.  2,  4,
1
 8.
8.
›Leib, im Unterschied zur Seele und mit dieser zusammen den Menschen ausmachende materialisierte Wesens- und Existenzform, die nach der Auferstehungslehre über den Tod hinaus fortdauert‹; deutlich abwertend dazu: ›auf das Diesseits beschränkte sterbliche Hülle des Menschen im Gegensatz zur unsterblichen Seele‹; das Verhältnis zur Seele kann in unterschiedlicher Weise gedacht werden: als Nebenordnung im Sinne eines Leib-Seele-Dualismus (wobei die Ganzheitlichkeit mehr oder weniger stark mitgedacht wird), häufiger jedoch als Unterordnung des Leibes unter die Seele als den anfechtbarsten Teil des ganzheitlichen Menschen. Die gegenseitige Abhängigkeit kann dabei von vollkommener Isoliertheit des einen vom anderen bis hin zum Konzept des Leibes als Materialisierung der Seele konzipiert sein.
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Zur Sache, insbesondere zu den religions- und geistesgeschichtlichen Grundlagen des Leib-Seele-Verhältnisses vgl. LThK
6, 902
 f.; Rgg
3, 1544
.
Phraseme:
ewiger leib
›ewiges Leben‹.
Wortbildungen:
leibeshaus
,
leibeshütte
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
20731
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Swenne daz vleisch und der geist, | Die sich mit grozen leiden | Hie von ein ander scheiden | Und wenent sin vordamnet | [...] | Und daz nu mac zubrechen sich, | Daz daz wirt unzubrechelich | Und ein immer ewic lib.
Luther, WA
3, 226, 40
(
1513-15
):
Got schend dich an leib unnd sehel.
Ebd.
8, 276, 15
(
1521
):
das die seele sey ein weßenliche form des menschen leybs.
Ebd.
8, 706, 1
(
1522
):
Wer myr ein heller nympt, der sey des teuffels mit leyp und seel, ein ketzer.
Ebd.
10, 1, 2, 362, 4
(
1523
):
Seele in der gschrifft haisst das leibs leben, was in den fünff sinnen daher geet, essen, trincken, schlaffen, wachen, sehen [...] alles, was die seele durch den leib würcket.
Ebd.
17, 1, 204, 16
(
1525
):
das ewre verstorbene Freunde [...] nicht tod sind, sondern [...] am Jungstentage gewis wider aufferstehen werden und ein Leib haben, der liechter und heller sein wird denn die Sonne.
Ebd.
17, 2, 11, 32
(
1525
):
das durch den leyb hie S. Paulus nicht alleyne verstehet die groben euserliche stucke und werck, als ist fressen, toͤdten, hurerey ec., sondern alles, was nicht new geporn ist aus dem geyst, und was der allte mensch ist mit seynen besten und hoͤhisten krefften, beyde euserlich und ynnerlich.
Alberus, Barf.
11, 2
(
Wittenb.
,
1542
):
Man find wol nirgent geschrieben / das Franciscus / wie Christus / transformirt sey an leibe vnd an seele.
Ebd.
106, 2
:
Bruder Pacificus ward in Himel gezuͤckt / Ob er in oder ausser dem Leibe were / weis er nicht / Gott weis es.
Quint, Eckharts Trakt.
109, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz der mensche hât in im zweierhande natûre: lîp und geist. [...] wan alle crêatûren sint eintweder lîp oder geist.
Ders., Eckharts Pred.
1, 285, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Daz wort, daz die sêle nennet, daz meinet die sêle, als si in dem kerker des lîbes ist.
Ebd.
2, 30, 4
:
daz oberste antlütze daz ist daz oberste der sêle, daz stât in êwicheit und enhât niht ze schaffenne mit der zît und enweiz niht von der zît noch von dem lîbe.
Jostes, Eckhart
21, 1
(
14. Jh.
):
awer die glori mocht nicht uzfluz haben in den leip
[Cristi]
, er wer anders untoͤtlich gewesen.
Ebd.
52, 30
:
leiden machet deinen leip undertenig der sele.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
1, 21
(
hess.
,
14. Jh.
):
Nu laufent die wyle daz ir hant daz licht dises libes, daz uch die vinsternisse nit inbegriffen.
Ebd.
3, 10
:
die wile wir die musze han und in disem libe wonen.
Froning, Alsf. Passionssp.
7762
(
ohess.
,
1501 ff.
):
ich byn in gotlicher gewalt | vorcleret an dem liebe myne | und byn erstanden von toides pynn!
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
25, 22
(
Frankf./M.
1626
):
Weil ich im Kercker noch meins Leibes steck gefangen.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
16, 11
(
omd.
,
1487
):
Enoch der mit leÿb vnd sele Jns paradiß genōmen.
Göz. Leichabd.
168, 16
( 
Jena
1664
):
so bald die ermuͤdete Seele ausschreitet aus der elenden zerbruͤchlichen Leibes=Huͤtten.
Ebd.
204, 12
:
es bleibt billich im Zweifel / ob sie von Auferstehung der Leiber geredet.
Ebd.
307, 4
:
Seine hochbegabte Seele ist aus dem baufaͤlligen Leibes=Hause [...] abgeschieden.
Mathesius, Passionale
40v, 12
(
Leipzig
1587
):
der da vnsere Suͤnde an seinem knechtlichem Leibe biß ans Creutz tregt.
Opitz. Poeterey
51, 10
(
Breslau
1624
):
Die selig’ edle Seele / | Die sich [...] | [...] | Auß des Leibes finstern hoͤle | Frewdig hat hienauff gemacht.
Logau. Abdank.
165, 24
(
Liegnitz
1651
):
wir haben billich Lust auser dem Leibe zu wallen / und daheime zu sein bey dem HERREN.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
16, 43
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
wie wir czu im [got] gen [...], nicht mit den frußtriten des leibs, sunder mit der begerung der sele.
Franck, Decl.
344, 7
(
Nürnb.
1531
):
Der mensch [...] auß leyb vnd seel zuhauff gesetzt / hat nichts edlers vnd liebers dann sich selbs / daher dann kumpt das er des wolstands vnd gesuntheyt leybs vnd seel gar fleyssig warnimbt.
Gille u. a., M. Beheim
166, 137
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Seit got der edlen sele gab, | ein cleid so gar von ringer hab, | den sak des snoden leibes tab.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
76, 8
(
Nürnb.
1548
):
So gibe nun solches alles lieber Vater / was wir duͤrffen zu leyb vnd seel.
Sachs
15, 326, 32
(
Nürnb.
1562
):
unser artzet Christus | Artzneyet uns an seel und leib.
Trunz, Meyfart. Tub. Nov.
23, 20
(
Coburg
1626
):
wann die Seele wird ansehen den garstigen Leib / wie kan es anders seyn / also wird sie jhn anfahren: O du vngluͤckseliger Leib / du bist ein Anfang vnd End meiner Armseligkeit.
Lauchert, Merswin
14, 17
(
els.
,
1352
/
70
):
wenne keine sele mag got gesehen svnder mittel, die wile daz sele vnd lip bi einander in der zit wonnende sint.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 914
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Die nidersten sprechent von der menscheit gottes vnd von den punten, die zvͦ vnserre selikeit gehoͤrent an sele vnd an libe.
Ebd.
2, 60
:
hinnan abe heisset die sel sele, wan sú des libes forme ist vnd den lichamen lebendig machet vnd im sin leben enthaltet.
Behrend, Spangenb. Anbindbr.
14, 34
(
Straßb.
1611
):
Dann durch jhn haben wir das Leben: | Ja Leib und Seel hat Er uns geben.
Ebd.
15, 75
:
Damit in eim gesunden Leib / | Auch ein gesunde Seele bleib.
Goldammer, Paracelsus
2, 130, 11
(
1530
/
5
):
so sie [wolfe] uns schafe fressen, tröstet uns Christus, daß sie unser sele nichts tun können. sie nehmen den leib, aber nit unsern neuen leib der sele.
Ebd.
3, 279, 16
:
Dieweil nun also das bildwerk im neuen testament den leib allein vergift und nit die seel.
Sudhoff, Paracelsus
14, 579, 2
(
1591
):
dan in dem cabalistico volumine werde ich den Iob auslegen, was in ime vom einhorn, neuen leibe, item von der Maria praefigurirt ist
(hier als pars pro toto für den neuen Menschen nach der Erlösungstat Christi).
Stammler, Berner Weltger.
235
(
ohalem.
,
1465
):
Stand vff, jr totten lütel | [...] | Nement wider üwern lib, | Gand in das tal ze Josephat.
Rieder, St. Georg. Pred.
61, 15
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
du [...] solt getroͤstet werden in der aini mit Got, dinem ainem libe und diner sele hoͤhstú froͤde.
Schmidt, Rud. v. Biberach
4, 22
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Nach dem lip, so mvͦgen wir in dis wunder nvͥt komen, want er heisset ein liplich stat. Mit der sel, als si dem lip leben git vnd den bericht, so mvͥgen wir nvͥt in dis heimlichen stat komen, want si ist ein forme [vnd ein geschopft des libes] vnd mag sich nvͥt getennen vsser vnd vber den lip zvͦ ewigen dingen.
Wyss, Luz. Ostersp.
3179
(
Luzern
1571
):
So sich thuͤt scheiden die seele min | Am lettsten end von minem lyb.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
41, 14
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz der sun gotis alleine an sich neme einen lip ane die sele.
Ebd.
133, 5
:
daz si [unsere frowen] ufenphangen si mit dem libe in den himele.
Heydn. maister
31r, 9
(
Augsb.
1490
):
Pÿthagoras ist der erst gewesen [...] der gefunden hat das die sel vntoͤtlich seÿ. Aber er hat gejrrt in dez das er gesagt hat die sele gee auß von einem leib in den and’n.
Andreae. Ber. Nachtmal
49r, 6
([
Augsb.
]
1557
):
mag das woͤrtlein (Gaistlich) verstanden werden / Als ob Christus nicht mehr den leib nach der Substantz vnnd wesen hette / so vor seiner herrlichen Aufferstehung von den Todten / ain natülicher [!] leib genañt.
Ebd.
49, 19
:
Es würdt geseet ain natürlicher Leib / vnd wirt aufferstehen ain Gaystlicher leyb.
Ebd.
72r, 13
:
das Christus vnsere nichtige leib verklere͂ werd / das sy seinem verklerte͂ leib ehnlich werden [...] darauß dañ volg / das auch vnsere leib muͤssen allenthalben sein / nach der aufferstehung von den todte͂ / wañ Christus leib allenthalben were.
Steer, K. v. Megenberg. Sel
150
(Hs. ˹
moobd.
,
1411
˺):
Als vil sy anima haist, das ist, als sy ist geaint mit dem leib vnd in erkuͦcht: die ainung ist zwaierlay, wann sy ist mit dem leichnam geainet als ein wegeͣr, mit dem das er wegen vnd rüren sol, oder als ein schefman mit dem scheff, das er laitt vnd fuͦrt, oder als sy ist ein volpringung vnd ein form vnd ein edlung des leibs.
Ebd.
178
:
Als vil die sel ist ein form vnd ledung des leibs vnd sich der leib halt gegen ir als ir materia, der sy wesen vnd form geben schol.
Ebd.
182
:
Die sel ist endelechia, das ist ein anvankch der werkch oder die erst wurchung vnd volpringung des natürleichen leibs.
A. à S. Clara. Glori
45, 33
(
Wien
1680
):
daß / wie der HErr JEsus vom Tod sieghafft auferstanden / auch etliche mit jhme samt ihren Glor=reichen und unsterblichen Leibern von den Graͤbern hervor gangen.
Luther, WA
8, 502, 20
;
9, 141, 9
 ff.;
9, 151, 4
;
10, 1, 2, 303, 17
;
17, 1, 214, 32
;
Quint, Eckharts Pred.
1, 151, 2
;
Eggers, Psalter
10, 4
;
64, 19
;
Schönbach, Adt. Pred.
4, 12
;
26, 38
;
Franck, Klagbr.
229, 22
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
128
;
Dietrich. Summaria
30v, 35
;
Lauater. Gespaͤnste
39r, 22
;
Goldammer, a. a. O.
2, 85, 3
;
3, 285, 16
 ff.;
Adrian, Saelden Hort
8279
;
Koller, Ref. Siegmunds
353, 18
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
256
;
Steer, Schol. Gnadenl.
5, 217
;
Morgan u. a., a. a. O.
45, 1
;
Klein, Oswald
2, 6
;
89, 2
;
Steer, a. a. O.
217
;
358
;
504
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
238
;
Drescher, Hartlieb. Caes.
397, 25
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
32, 24
;
59, 43
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
36r, 15
;
v. Maren, Marquard. Ausgabe
144, 10
.
Vgl. ferner s. v.  1,  2,  6,  1,  7,  2, (Adj.) 1, ,  1,  4.
9.
›Leib Christi; Hostie‹; tropisch: ›Sakrament der Eucharistie; Eucharistiefeier‹.
Gehäuft Texte religiösen, auch didaktischen Inhalts.
Zur Sache: Lex. d. Mal.
5, 1845
.
Bedeutungsverwandte:
 4; vgl.  2, (
das
2,  2,  2,  2,  1, ,  2, (
der
4.
Wortbildungen:
leibsbrot
Ausdruck Luthers für die Konsubstantialität von
brot
und
leib
.

Belegblock:

Schöpper
65b
(
Dortm.
1550
):
Des H. Sacrament geben communiciern des Herrn leib außteiln.
Luther, WA
8, 509, 39
(
1521
):
er nympt brott und weyn und mit dem wort, wilchs er redt, macht er darauß seyn leyb unnd blutt und gibt es seyn jungern tzu essen.
Ebd.
8, 518, 21
(
1521
):
darumb wirtt leyb und blutt gegeben, das wyr, ßo uns unßer sund vergeben sind, selig werden!
Ebd.
10, 3, 41, 27
(
1522
):
wenn ein leie den Leib Christi oder den Kelch mit blossen henden anruͤrete.
Ebd.
21, 200, 31
(
1544
):
Wir haben den rechten verstand und brauch der heiligen Tauffe, des Sacraments des Leibs und Bluts unsers HErrn, der Schluͤssel Bann und Absolution.
Ebd.
26, 445, 11
(
1528
):
fleischsbrod oder leibsbrod, das ist ein brod, so mit dem leibe Christi ein sacramentlich wesen und ein ding worden ist.
Gropper. Gegenw.
1r, 5
(
Köln
1556
):
Vonn [...] Gegenwertigkeit des Leybs vnd Bluͦts Christi nach beschener Consecration.
Ebd.
4r, 63
:
ER nam das Brot / [...] vnd sprach: Das ist meyn Leib / der vor euch gegebenn wirdt.
Ebd.
6r, 201
:
Onn zweiffell darmit an zu zeigen / das er da gebe / solichs sey sein Warer vnd Wesenlicher Leib. Sunst hett er je eben so woll vnd bald sagen koͤnnen / Das Bezeichnet / das Bedeütet oder Vorbildet meinen Leib.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
603
(
mrhein.
,
um 1335
):
daz er segente brot vnd auch den win, | als es von gotlicher art | in sinen lip vnd sin blut virwandelt wart.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
4, 8
(
Frankf./M.
1568
):
[Die Pfaffen] jn reichen die Sacrament / | Den Leib Christi / Tauff vnd die Buß.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
9va, 20
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
swer nevr di palthait vnd di kõnhait hat sich wider ze setzzen den wil ich stercken [...] mit der speis meines leibes.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 382, 13
(
Hagenau
1534
):
Daß dich Gots Sacrament schenden. [...] Der leib und das pluͦt Christi stercket unnsern glawben zu Gott / und dienet uns zur seligkeyt.
Ebd.
383, 23
:
niemant wirt hie geschendet / denn der / der den leib des herren nicht underscheydet. Brot sihet er / aber die weil das wort lauttet / Das ist mein leib / so ist sein leib da.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
512, 42
(
halem.
,
1605
):
das gebrochen brott deß herren Christi gebrochen und gekrützgeten lyb bedütte.
Andreae. Ber. Nachtmal
18v, 8
([
Augsb.
]
1557
):
Ob in dem hayligen Nachtmal der warhafftig Leib vnd bluͦt vnsers Herrñ Jesu Christi / dargeraicht vnnd vbergeben werd.
Ebd.
28v, 11
:
Der Paͤbstler gegenthail aber / bekennet vnnd lehret / das Brot vnd Wein in den Leyb Christi nicht verwandelt werden.
Ebd.
30r, 19
:
den natürlichen leyb Christi [...] welchen er den vmbstehenden zaiget / vñ anzubaͤthen auffhebet.
Ebd.
45r, 12
:
daß nit blosse zaichen / Figur oder Bedeütung / des leybs Christi / zuͤgegen seyen / sonder das vns mit dem Brot / Leiblich gegeben werd / das ist eben der leyb.
Reithmeier, B. v. Chiemsee
66, 3
(
München
1528
):
Nit daz der leib oder pluoet christi, des prots oder weins farb, geschmach, form, gestallt oder sonst andere zuoefallende ding (genennt accidentia) an jme habe.
Luther, WA
8, 519, 9
;
10, 3, 42, 27
;
10, 3, 48, 1
 ff.;
12, 481
 ff.;
16, 283, 18
;
Gropper. a. a. O.
10r
;
Schützeichel, a. a. O.
633
;
Schönbach, Adt. Pred.
6, 15
;
18v, 5
;
Reichert, Gesamtausl. Messe
145, 7
;
Anderson u. a., Flugschrr.
3, 10, 12
;
Wyss, Luz. Ostersp.
6950
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 2, 3
;
Andreae. a. a. O.
19r, 13
;
26r, 8
;
40r, 18
;
56v, 5
;
59r, 11
;
61r, 2
;
Eschenloher. Medicus
61, 19
.
10.
›Hohlkörper, Gefäß; äußere Hülle; Gestalt, Form; Aggregatzustand, Substanz (von Metallen)‹.
Phraseme:
der himlische leib
›Planet‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
leibgeist
2 ›einen bestimmten Gegenstand (z. B. ein Metall) ausmachende Wesensform‹,
leibsauerbrunne
wohl: ›salzhaltige Heilquelle‹.

Belegblock:

Luther, WA
8, 499, 28
(
1521
):
auff das wyr den gantzen leyb des teuffels mit allen seynen glideren sehen und erkennen.
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
64, 13
(
um 1571
, Hs.
1615
):
hat Er [Mensch] von der Weldt Zwen löibe, einen sichtbarn, greiflichen, vnnd einen vnsichtbarn vngreiflichen leib.
Sudhoff, Paracelsus
2, 296, 16
(
1525
/
6
):
Es sind auch etliche saure wasser und aluminische wasser, die do ein leibsaurbrunnen geben und wachsent in einer andern form. die selbigen werden thermis beschriben.
Ebd.
14, 14, 407, 41
(
um 1567
):
vom iupiter und seiner art. Welches ding offenbar ist, verstehe den leib iovis, in dem selbigen sind die andern sechs leibliche metallen.
Ebd.
14, 409, 19
:
Die andern sechs metall haben veneri all ir farben und mittel der flüß mit unbestendikeit zu einem eußerlichen leib gemacht.
Ebd.
412, 4
:
so nimpt der metallisch geist in solcher tötung einen andern besseren leib an sich, der gedigen, nit brüchig sonder geschmeidig ist. dan so kompt aber der alchimist und zerstört, tötet und bereitet solchen metallischen leib künstlich. so nimpt dan der metallisch leibgeist aber einen andern edlern und volkomnern leib an sich, der sich eußerlich erzeiget, es sei dan sol oder luna. als dan seind beide metallische leib und geist volkomenlich vereint.
Ebd.
415, 39
:
so bleiben die planeten alein stehen und sind gestorben mit iren alten zerstörlichen körpern und haben einen neuen volkomenen, unzerstörlichen leib an sich genomen.
Warnock, Pred. Paulis
6, 109
(
önalem.
,
1490
/
4
):
das der mensch dester me ursach habe zuͦ der tugent der demütikait, won wer er von ainem himelschen lib gemacht, so möcht er sich des úberhept [...] hon.
Rot
336
(
Augsb.
1571
):
Pasteten, Gepratens / es sey fleisch / Wildpret / voͤgel [...] in einem verdeckten holen leyb.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
12, 15
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Wanne under allen leiben, die uͤmbsliezzend oder die vmbvahend sint, so ist die sinbel form aller uͤmbgreiffigst.
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 285
.