abschaben,
V.;
Part. Perf. z. T. unregelmäßig:
abgeschaben.
1.
›etw. von einer Unterlage abkratzen, abschaben‹; je nach Obj. auch: ›etw. tilgen‹; ›etw. zunichte machen‹; ›etw. verfälschen‹; ›etw. abrasieren‹; ›etw. abhobeln‹; ütr. ›jn. vernichten‹.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
198, 5
(
Frankf.
1535
):
Kupffer rost. Der best vnder allen ist der den mann grebt/ Der ander den man abschabet / Der dritt / den mann mit kunst machet.
Sexauer, Schrr. in Kart.
236, 26
(
nöst.
,
v. 1450
):
daz das prot· daz man im refent auflegt sawerlich / vnd nit verprunnen sey· oder anders an im hab / das man abstreichen oder abschaben sull.
Turmair
4, 908, 2
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Seinem nam hat man aus bevelch des regiments zu Rom aus allen schriften und gedächtnus abgeschabt.
Ebd.
4, 929, 4
:
Maximini pildnus, gemäl, stain [...] wurden allenthalben herab gerissen [...] sein nam aus stainen, kupfer, holz, aller geschrift abgeschabt.
Fischer, Brun v. Schoneb.
7699
(
md.
, Hs.
um 1400
):
alliz valsch ich hin abeschabe.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
5018
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Der namen lezet Got abeschaben | Die sich an im vorwirken.
Chron. Augsb.
4, 290, 26
(
schwäb.
,
v. 1536
):
daß sie seiner mt. bruchhaffte, abgeschabne, vor dem rechten verworfne gschrifft fürhalten.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
7, 139, 20
(
Straßb.
1466
):
oder sy tůnd ein ding vnd schaben ab mein tulmetzschung mit iren punckten astericis ·X.
Klein, Oswald
122, 29
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
den [bart] solt ich haben abgeschaben.
Buch Weinsb.
5, 456, 21
(
rib.
,
2. H. 16. Jh.
):
da vil affgeschaiffte dennen spein lagen.
Ziesemer, Proph. Cranc. Jer.
11, 19
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
werfe wir holtz in syn brot und schaben in ab von deme lande der lebenden.
Voc. inc. teut. a
iijv
;
Serranus
3r
;
Maaler
2v
;
5r
;
Rot
285
;
309
;
Dietz, Wb. Luther
1, 26b
.
2.
›jn. verstoßen, vertreiben‹, auch intrans.: ›weglaufen, abhauen‹.

Belegblock:

Adrian, Saelden Hort
4920
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
dez och vil mániger guter abt | verstossen ist und ab geschabt.
Chron. Nürnb.
3, 130, 10
(
nobd.
,
1488
):
Manicherlei sach begibt sich under den gelidern, wann zwitrechtige und zerstrewete hirn in den haubten seind, also nun, wann Ludwicus schabet ab, Guntherus von Swartzenberg wolt auffliegen und het nit federn.