ritter,
der
;
-s/-Ø
, auch
-e
;
zu
mhd.
rîtære, ritter
›Streiter zu Pferd; Kämpfer; Ritter‹
(); auffassbar als Mehrfachlehnübertragung aus
lat.
/
mlat.
miles
›Soldat, Krieger; adliger Vasall; Angehöriger des Ritterstandes‹
(
Niermeyer
2002, 2, 882
ff.) und
afrz.
chevalier
›adliger Vasall; berittener Krieger; Ritter, Held‹
(
Robert, Dictionnaire [...] de la langue française.
1983, 745
).
– Die in den folgenden Bedeutungsansätzen herausgehobenen semantischen Verdichtungen betreffen den
ritter
in seiner Funktion als Repräsentant des Adels (1) und der Ritterschaft als sozial-ständisch definierter Gruppe (2) sowie als figurative Exemplifizierung eines weltlich-adligen Verhaltens- und Lebensideals (3); Ansatz 4 fokussiert den
ritter
als Gegenstand religiöser Überhöhung bzw. als Model eines weder Gewalt noch Martyrium scheuenden Gottesstreiters; Ansatz 5 nimmt ausschließlich seine militärische Funktion in den Blick; die schwach belegten Ansätze 6 und 7 beziehen sich auf isoliert auftretende Zwecke.
1.
›adliger Repräsentant der Ritterschaft als einer durch (Kriegs)dienst und Herrschaft verbundenen sozialen Gemeinschaft (vgl. 1)‹; dies schließt in der mittelalterlichen (theologisch basierten) Vorstellung von einer von Gott eingesetzten gesellschaftlichen Ordnung den gesamten Adel (im Unterschied zu 2) als zu deren Schutz berufenem
ordo militiae
ein, an dessen Spitze der Kaiser als oberster Lehnsherr und Beschützer des Reiches steht; speziell: ›im Rahmen einer lehnsrechtlichen Bindung zum Kriegs- und Hofdienst verpflichteter adliger Vasall‹; ›adliger Gefolgsmann, überwiegend mit persönlicher bzw. personenrechtlicher Nähe zum Lehnsherrn, zur Obrigkeit‹; die gehäuft auftretende Doppelformel
ritter und knecht
›Ritter und (adliger, junger) Knappe‹ deutet eine an Alter, (militärische) Erfahrung und Status gebundene hierarchische Struktur innerhalb der Vasallität an, bleibt aber aufgrund der Polysemie von
knecht
semantisch vage; Fremd- und Selbstbeschreibungen einer Person als
ritter
können insofern eine deontische Qualität annehmen, als sich damit in der Regel implizit die (den Erfahrungen nicht unbedingt entsprechende) Erwartung verbindet, die Person möge ihr Verhalten an den Grundsätzen eines moralisch-ethischen Wertekanons ausrichten, wie er das kulturelle Selbstverständnis und die ethischen Grundlagen der christlich-adligen Gesellschaft (vgl. 3 und 4) prägt.
Zur Sache:
Bumke, Höf. Kultur,
43-55
;
Sikora, Adel in der Frühen Neuzeit.
Überwiegend Chroniken und Rechtstexte sowie Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
jn. zum ritter machen / schlagen
›jm. die Würde der Ritterschaft verleihen‹ (in der Regel ohne echte Standeserhebung).
Gegensätze:
6.
Syntagmen:
j
. (z. B.
der fürst / herre / könig
)
den / einen r. haben, den r. in den streit, über den wald senden, (die) ritter
(Pl.)
besolden, bei sich, unter sich, zu mannen haben, über das mer schicken, um geld bestellen, das recht erfinden lassen, got
(Subj.)
die ritter zu dem streit ordnen
;
der r
. (Subj.)
tugendreich, seinem herren lieb, schirmer der herschaft sein, das schwert aufrichten, den könig fangen, mit zwei knechten reiten, keinen zol geben, in dem streit die feinde überwinden, witwen und weisen beschirmen / machen, gut, leib und sele wagen, die ritter
(Pl.)
zeugen sein, (keine) treue haben, streitbarlich leben, sich berümen, jm. dienen, den herren beweisen, in der grafschaft sitzen, in den kreis der eren treten, mit dem könig, im dienst der stat reiten, auf iren gütern rechte haben, des rates / schultheissen mit iren pferden warten
;
aus Cains kindern r. werden
;
der fürst / könig dem r. getrauen, ein schlos geben, den rittern von dem schaz geben
;
jm. gleich einem r. dienstpflichtig sein
;
die behausung des keisers bei den rittern im feld sein, j. mit x rittern
[wohin]
kommen / ziehen, jm. das herzogtum mit seinen rittern leihen
;
der älteste / aufsetzige / beste / erbare / gute / neue r
.;
ritters art, die menge der ritter
;
das her von rittern
.
Wortbildungen:
˹
ritterbank
,
ritterrecht
1˺ ›Gerichtsbarkeit des Ritterstandes‹; metonymisch: ›Gerichtsversammlung der Ritterschaft‹ (a. 1330),
ritterdienst
hier ›Wachdienst als lehnsrechtliche Verpflichtung‹,
ritterfart
1 ›Durchzug von kriegsdienstverpflichteten Vasallen durch ein Gebiet‹,
˹
rittergut
,
ritterlehen
(a. 1394),
ritterpfründe
(M. 15. Jh.)˺ ›Lehnsbesitz eines Ritters, für den Dienste erbracht werden müssen‹,
ritterhaus
›größeres, repräsentatives (Wohn)gebäude innerhalb einer Festungsanlage, Burg; Herrenhaus‹,
˹
ritterherre
,
rittermeister
(a. 1474; dazu bdv.: 2)˺ (Äquivalent zu lat.
capitaneus
; vgl.
Niermeyer
2002, 1, 177
),
ritterknecht
›adliger Knappe‹,
ritterrecht
2 ›das die ritterliche Vasallität betreffende Lehnsrecht‹,
˹
ritterrok
(dazu bdv.: ),
rittersattel
,
ritterschild
,
ritterschuh
,
rittersgürtel
›Gürtel, der beim Ritterschlag verleihen wird‹,
rittershandschuh
,
rittershaube
,
ritterzaum
,
ritterzeug
˺ standesgemäße (rittermäßige) Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände (überwiegende Bezeugung in Quellen des Deutschen Ordens, deshalb auch zu 4 stellbar),
rittersart
›adlige Abstammung‹,
ritterskind
›Abkömmling einer Person ritterlichen Standes‹,
rittersman
,
rittersold
(a. 1526),
rittersorden
›der Adel, die Ritterschaft‹,
ritterstand
1 ›Rechtsstatus eines Ritters‹ (a. 1573); 2 ›Gesamtheit der Personen, für die der Rechtsstatus des Ritters gilt‹ (a. 1560); vgl. auch ff. mit weiteren Wortbildungen.

Belegblock:

v. Bunge, Livl. UB
4, 200, 27
(
nrddt.
,
1398
):
Gedenket ouch, wie die herzogen von Stetyn ouch haben nedergelegit die ritterfart durch ir land, und hindern die, wo sie mogen, zu lande und zu wassere.
Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1400
):
4½ scot vor eynen ritterzom.
Ebd. (
1408
):
3 m. vor 3 rittersaͤtel.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 217, 24
(
preuß.
,
1413
):
Dornest hot her
[der Bevollmächtigte des Königs Sigismund]
sich vom andern teyle czu rittere losin slon vnd machin, her hot manchirley grosse gabe von im vntfangen.
Ebd.
262, 20
(
1415
):
man hat sie vs irem stadtrechte geczogen czum ersten in ein ritterrecht oder vor eyne ritterbank czum Elwinge vff das hus, dorvmb die bisschoffe alle do woren.
Ebd.
5, 394, 8
(
1485
):
Do wurden vil schwere sachen, die im lande geschogen, furgebracht und gar vil klagen, so es im ewigen fride gelossen was, das ritterrecht zu halden.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
353, 22
(
preuß.
,
1485
):
6 armbrusthe, item 2 ritterschilde.
Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
Eynerleye dynstlute synt dy, dy rytter tzu mannen haben.
Luther, WA
18, 612,
Anm. zu Z. 3 (
1525
):
vnd [Konig odder Fürst] decht odder rechnet nicht, wie sein vermügen stunde, was sein kamergut rente vnd einkommen vermocht [...], wie lang er getrawet Ritter und knecht zubesolden, wie viel mehr vnkosten auff krige gehen denn sonst gemeines haushalts kosten sind.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
581, 2361
(
Magdeb.
1608
):
Synt Fuͤrsten vnd Herrn jr wort nicht hielten / | Mit dem Landfrieden vntrewlich spielten / | Aus Cains Kindern
[Brudermördern]
Ritter worden / | Die Muͤnch annamen Jungkhern orden
(Motiv der verkehrten Welt).
Thiele, Minner. II,
31, 287
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
vil ritter end heren ich nu weis | die gerne weren in eren kreis | getreden us den schanden.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
105, 14
(
1438
/
9
):
Wir Albrecht etc., bekennen etc.: Das der edel Mathes Sligk ritter, unser hoffgesinde, diener und lieber getruwer, uns hat [...].
Ebd.
268, 29
:
daz yr
[König Albrecht II. von Österreich]
dan den vorgenanten herczog Adolff daz egenant herczogtum und furstentum zu Sleswyk myt alle seynen eren, wyrden, herschofften, herlicheyten, mannen, manscheften, ritteren, knechten, slossen, vesten [...] und myt allen rechten, die darzu horen, gnedichlichen geben, gelihen und gereychet.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Si [die menige der engel] bewîset gotes rîche, als ein herre bewîset wirt von der menige sîner ritter.
Ders., Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ez ist ein zeichen, daz der künic oder ein vürste einem ritter wol getrûwet, sô er in sendet in den strît.
Ein ritter in einem strîte wâget guot, lîp und sêle durch zergenclîche und vil kurze êre.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
Des qwamen di geselschaft von dem sterne
[im 14. Jh. in Freiburg gegründete Adelsgesellschaft]
zu haufe me dan mit funfzenhondert rittern unde knechten unde dreben den lantgreben abe.
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
Geselle, [...] | du
e
salt mir myn swert noch trage | und salt mir uff seczen myne rittirs hube.
Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
Eyn man hette lehengut undir syme herren, do her ym dinst von pflichtig were glich rittern unde knechten.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
297, 26
(
thür.
,
1474
):
[Zwei Brüder]
habin volkomelichen acht hoffen lehengutis unde eygenes, dy da in yr fry rittergud gehoren.
Ebd.
300, 15
:
solliche geczugen endorffin nicht in der sachen von rittersart geborn sin.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
71, 28
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
des wart der keyser irczornt [...] unde bereyte eyn vil grozis her von rittirn.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
Ist ein man von ritters art verstorben, der nach ime frei lehengut [...] gelassen hat.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
35, 37
(
schles.
,
1376
):
[
Deme ebenante erbern manne Pilgrime
wird ein Lehen gewährt]
zu zebin wachin in eime iczlichin iare ewiclichin Rittirdinstes.
Gille u. a., M. Beheim
75, 157
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ein chung ein riter hete, | dem er und den nach chumen sein | ein stat oder ein slos geb ein.
Bührer, Kl. Renner
231
(
nobd.
, Hs.
um 1480
):
Die ritter haben nymmer trewe, | Da man mag auff gebawen.
Voc. Teut.-Lat.
bb ijr
(
Nürnb.
1482
):
Rittersgurtel oder kunigsgurtel. balteus.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
,
1610
/
8
):
Schau! dort thut sich zu vns hernehen | Ein wolstaffirter Rittersmann. | Kompt her vnd last jhn greiffen an!
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
ein suber jungling [...] braht mit ime zwen kluͦg riterschuͦh und endrú kleider, dú riter pflegent ze tragene.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
Do nam [...] der küng, Hainrichen von Ulm, [...] hieß inn nider knüwen. Und vor inn allen schluͦg er inn ze ritter mit ainem bloßen schwert.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
726, 16
(
els.
,
1362
):
Do wolte der keyser Julianus wider su [die húnen] striten, do von besoldete er sine ritter mit grossem guͦte.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
ein schone ritterhus daz in der burge stunt.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Paludamentum, Ein ritterrock / ein kriegßkleid der hauptleüten / odder des oͤbersten feldherren.
Roloff, Brant. Tsp.
1570
(
Straßb.
1554
):
Diser Ritter ist so tugentreich gesein | Das er hertzlich leid hatt und pein / | Das er ein tag predig hatt versumpt.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
Ein keisser sol al mol vnder im ritter haben, den gemein nutz zwͦ beschirmen.
Es ist kein ritter mer, der well witwen vnd weisen beschirmen, sunder sÿ machen sÿ!
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1301
):
Uͦlrich von Thor, ritter, phleger und schirmer der herschefte.
Schmidt, Rud. v. Biberach
168, 25
(
whalem.
,
1345
/
60
):
want enhein stat ist an luͥte vnd an volk, so het der sel schoͤpher in ir geordenot drier hant volk: die wisen ze rate, ritter zvͦ stritte, hantwerch luͥte zvͦ dienste.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
wart im ouch in allen sinen raͤten [...] vast gevolget, dann er gar ein túrer, wiser und ufsetziger ritter zuͦ kriegen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1499
):
her Hanß der Langenmantel [...] rayt mit 12 pferden woll geryst mit harnasch und rytterzeug, dan er waß ain rytter.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Der ritters orden ist geleich | Als der den pokch trait zu der weich | Hin mit dem edlen lamme.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
147, 20
(
noobd.
,
1319
):
der vorgenant Heinrich von Muͦr und Seyfrid von Moͤrnsheim, die ritter, [...], der elsten und besten ritter, die in der graschefte ze Hirzperch gesezzen sint.
Niewöhner, Teichner
201, 42
(
moobd.
,
1360
/
70
):
wer die werlt wil uͤber vechten, | der sol nicht mit ritter chnechten | cziehen dar in streites gier.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
275
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Miles Ritter die streytperleich leben.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
195, 229
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
der ritter ist seinem herren vil lieber, der mändleich in dem streyt dy veint hat v̈berbunden, den der in den streytt nye cham.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Nu berüembten sich vil gueter ritter und knecht, und ieder wolt den künig Friderich gefangen haben.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
war sein [Kaiser Karl] hofhaltung und behausung gemainiglich bei den kriegsleuten, rittern und knechten im veld.
Kaiser Hainrich [...] bestelt umb obgenant gelt ritter und knecht und schickt si über meer.
Bremer, Voc. opt.
41048
(
wmbair.
,
2. V. 15. Jh.
):
Capitaneus [...] ritterherr.
Dopsch, Urbare Steierm.
229, 35
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
uf verbott und verkhundung des h. sends sall ein ieder burger, so unter die klocken gehörig ist, in der pfaren erscheinen ohne ritter und ritterskind.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1464
):
ii prustpläch [...] iii barr ritterßhanschuͦch.
Große, Schwabensp. ;
Küther, UB Frauensee
107, 14
;
177, 37
;
Welti, Stadtr. Bern ; ;
Sappler, H. Kaufringer
5, 27
;
237
;
14, 24
;
26, 121
;
Barack, Zim. Chron. ;
UB ob der Enns
10, 112, 33
;
240, 13
;
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
233, 32
;
Vgl. ferner s. v. .
2.
›Angehöriger einer (seit dem späten Mittelalter zunehmend) ständisch gefassten bzw. gedachten sozialen Gruppe innerhalb des niederen Adels (vgl. 2)‹; metonymisch als (erblicher) Adelstitel, häufig in Verbindung mit einem Eigennamen und einem Herkunftsort; häufig im Orientierungsfeld mit ,
1
, , , , u. dgl., überwiegend in Reihungen, die die hierarchisch strukturierte Gesellschaft des Heiligen Römischen Reichs formelhaft exemplifizieren; vgl. (s. v.
1
); dabei stehen
ritter
und
knecht
als Vertreter der unteren Ränge des Dienstadels in der Regel neben bzw. unter dem
grafen
, der sich dem Fürstenstand als zugehörig erachtet; dennoch bleibt der Status beider Gruppen innerhalb des Adels in der Frühen Neuzeit aufgrund der komplexen Rechts-, Lehns- und Besitzverhältnisse unklar.
Zur Sache:
Sikora, Adel in der Frühen Neuzeit,
18
ff.
Bedeutungsverwandte:
5; 6, , , 4, 2.
Gegensätze:
(
der
) 1,
1
2.

Belegblock:

Luther, WA (
1531
):
das die oberste herrschafft als Roͤmischer Keisar unter jm hat andere herrn und gelider odder stende, durch welche er sein Regiment ausbreitet und furet, das es alles ordentlich gefasset ist [...], Keisar uber fursten, fursten uber Graven, Ritter, Eddelleut und diese uber bawr und burger.
Valli, Baldemann
495
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
Mich wundert, daz ir uch nicht schemt, | Ir, die des ryches guͤt in nemt, | Knecht, herren, frien, ritter.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
6, 1
(
Frankf./M.
1626
):
Als nun daselbst eine grosse Anzahl Ertzbischoffen / Bischoffe / Fuͤrsten / Herrn / Graffen / Ritter Adelstandes Personen erschienen [...].
Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
,
1325
):
Ist he ein herkumen man, he si ritter oder knecht, unde setzet sich in die stat wonehaft, he muz schozzen unde wachen mit den burgeren.
Gille u. a., M. Beheim
443, 52
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
kaiser, kung, fursten, graven, freien, riter, knechte, | die soltend ir | in er wirdiger zir | haben in stetiglicher gir.
Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1442
):
wir gebieten darumb allen und ieglichen fursten, geistlichen und weltlichen, graven, frein herren, rittern, knechten, burggraven, burgermeistern [...] und allen andern unsern und des reichs undertanen und getrewn, daz [...].
Diehl, Dreytw. Essl. Chron. (
schwäb.
,
1549
):
er wer [...] ritter oder knecht, graffenn, vögttenn, ampttman, hantwerkleitt, [...] er were gliech was stands oder wyrde er wölltt.
Bastian u. a., Regensb. UB
198, 1
(
oobd.
,
1361
):
Wir Karl von gots gnaden romischer keiser [...] embieten allen fursten, geistlichen und werntlichen, graven, freihen herren, stetten, rittern, knechten [...].
Lampel, Qu. Wien (
moobd.
,
1459
):
[Kaiser Friedrich III. befiehlt]
daz dhain graf, freij, lantherr, ritter oder knecht oder ÿemand ander geistlich oder weltlich der vogtey auf irn leüten und gütern sich underwinden möge.
Wopfner, Urk. Agrargesch.
362, 40
(
tir.
,
1404
):
Wir Leupolt von gots gnaden hertzog ze Osterreich [...] bekennen [...], daz fur uͤns koͤmen [...] unser lieben getrewen all preleͣten eͣpt dienstleͣut herren ritter knecht stett und gemainlich all landsleͣut uͤnser landes.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 346, 13
;
Quint, Eckharts Pred. ;
Diehl, a. a. O. ;
3.
›Ritter‹; auch: ›Held‹; idealtypischer Vertreter eines auf ethisch-moralischen Wertprinzipien (vor allem
ere
und
treue
) gegründeten, weltlich orientierten Lebens- und Verhaltensideals, das im Dienst an der höfisch-adligen Gesellschaft seinen Ausdruck findet; überwiegend assoziiert mit Protagonisten diverser epischer Gattungen mittelalterlich-höfischer Provenienz (z. B. Artus-, Minne- und Aventiureromane, Antikenromane, Minnelehren), in denen die Exemplarizität des Ritters (auch in den frühneuzeitlichen Fortschreibungen) diskursiv verhandelt wird; die literarischen Entwürfe von Ritterschaft verbinden moralische Integrität (teils, aber nicht zwangsläufig mit dezidiert christlich-religiöser Werteorientierung) mit körperlicher Schönheit und Stärke sowie einer grundlegenden kompetitiven Energie (,Agonalitätsprinzip‘), die in militärischem Geschick sowie Kampfesmut und Kampfeserfolg ihren Ausdruck findet (dies sowohl in kriegerischen Auseinandersetzungen als auch in gesellschaftlich etablierten Formen des Wettkampfs) und im Frauendienst ihren Lohn sucht.
Zur Sache:
Bumke, Höf. Kultur,
382-450
.
Überwiegend obd.; gehäuft literarische Texte.
Phraseme:
an jm. zum ritter werden
›sich auf js. Kosten hervortun, profilieren‹.
Bedeutungsverwandte:
, (
der
) 1; 4; vgl. , .
Syntagmen:
den r. kampfes ansprechen, mit armen umfangen, die besten ritter bei Artus finden
;
der r
. (Subj.)
einer der besten sein, der ritterschaft und kriegssachen halben hochgeachtet sein, sich hüten, zu seinem knecht gehen, zum streit gachen, den streit beheben, grosse amorschaft spüren, seiner sinne vergessen, herzliches leid haben, des elenden mannes pflegen, sich bis zum äußersten weren, die unreine diet alterseine bestehen, die ritter
(Subj.)
erschlagen liegen / werden, aventiure finden, die ackerfart gegeneinander fürnemen, dem könig im streit beistehen
;
der herre mit dem r. fechten, mit den rittern ein gesteche haben
;
der r. ane bart, in dem streit, zu pferd
;
der alte / auserkorene / auserlesene / ausgesonderte / bescheidene / biderbe / edle / erbare / fromme / geschikte / gute / hochgemute / junge / lobesame / mänliche / milde / minnegernde / notfeste / rote / stolze / tapfere / tugendreiche / turnierende / weise / werde / zarte r
.;
der mut, die tat, das ampt des ritters
(gen. subjectivus),
das lob des ritters
(gen. objectivus).
Wortbildungen:
ritterbuch
›Artus- und Gralsroman‹ (dazu bdv.: ),
ritterkampf
›einem Ritter vorbehaltener bzw. nach ritterlichen Prinzipien ausgetragener Zweikampf‹,
ritterkleider
›ritterliche (standesgemäße, repräsentative) Kleidungsstücke‹,
rittern
›sich im Kampf bewähren‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1529
/
32
):
Wollen sie Ritter werden an der unsern blut, so sollen sie es mit fahr und sorgen werden.
Thiele, Minner. II,
31, 328
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
frauwe, abe is uch duncket guͦt, | so weis ich einen der ritters muͦt | hat krechtelich in siner jogent.
Klett, J. v. Soest
7, 856
(Hs. ˹
wmd.
,
1470
/
80
˺):
keyn mensch von sterck wass syn gelich, | dar tzu wass er gar hofartig. | [...] | [...] er sprach: ,ir hern, | was ess uch ducht syn keyn besweern, | ich wolt den ritter kampf besteyn | [...]‘.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1579
):
Sie haben sich [...] wie daffere ritter [...] gewert bis zum utersten zu.
Karnein, Salm. u. Morolf
16, 1
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Vor ir
[der schönen Königin]
vil manig ritter saß, | der siner sinne vil gar vergaß. | in was zu schouwen also not.
Ebd.
67, 3
:
er besante manigen ritter lobesam, | die ime in dem herten stritte | mit iren truwen soltent bi gestan.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
Nach vbereyn kommung aller Sachen, namen die zween Ritter jr ackerfart gegen einander, mit solcher stercke für, daß mit jren Spiessen sie die Harnisch trenneten.
Diser Dinaudus war der besten Ritter einer, vnd hochgeachtet, nit allein seiner Tugendt, sonder auch der Ritterschaft vnd Kriegssachen halben.
Bachmann u. a., Volksb. (
alem.
,
15. Jh.
):
das er [Wilhalm] nutt fürer wolt komen, er [keyser] santi im dan ritterkleyder und ein guot roß.
Matthaei, Minner. I, (Hs.
15. Jh.
):
werlich ir habt alle unreht | daz ir die mynne scheldet, | wann sie die herczen beldet | uff menlich ritters tat.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Rühmen vnd loben ihn, als ob in der Welt er allein ein Cavallier, Ritter vnd Held wäre, vnnd bey den Damen allein den Danck zu gewarten hätte.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Pariss, der ritter usserlessen, | Kampffes angesprochen ward.
Daz der ritter Hercules | Die rotten diett unraine | Bestünd da alters aine.
Daz miner tochter mund so rott | Von mine ie so inbrünstig ward | Des litt erschlagen menig ritter zartt.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
er ist ein manlicher rytter; wann er hat mir uß botten zestritten lib an lib.
Ders., Morgant (
halem.
,
1530
):
Gannellon wer ein wysser geschickter rytter, das er den friden also gmacht hat mit
[›zu‹]
der Krysten nutz und eer.
Morrall, Mandev. Reiseb.
59, 4
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
do er hies erschlahen Uriam, den erbern ritter, dar umb daz er moͤcht sin wib haben.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
so wir die alten deutschen und französischen oder gallischen historias für die handt nemmen [...], darauss dann sovil kurzweiliger und lieblicher merlen und sagen erwachsen, wie das in den tafelrundt- und anderen ritterbüecher zu finden.
Dreckmann, H. Mair. Troja
46, 25
(
oschwäb.
,
1393
):
also swaig der beschaiden und der mänlich ritter Hector.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Er ritert in der veinde schar, | Do wol acht hundert (nemmet war!) | Riter und chnecht wart erslagen.
Karnein, de amore dt.
86, 7
(
moobd.
,
v. 1440
):
so sol der selb mynngernd ritter wolbetrachtlich vnd besynnlich sich hütten, daz [...].
Nyholm, Füetrer. Gralepen
1952, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
gross amorschafft er spǔrte: | der ritter dick mit armen ward umbfangen.
Weber, Füetrer. Poyt.
198, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Wo er ye rait, so hort er alle stunnde, | wie man von aller werlde enndt | pey Artus gar dy pessten ritter funnde.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
127, 11
;
Henschel u. a., Heidin
665
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
224
;
3985
;
Bächtold, N. Manuel. Klagr.
244, 229
;
Barack, a. a. O. ; ;
Brandstetter, Wigoleis
201, 3
;
204, 21
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
43, 4
;
225, 5
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Munz, Füetrer. Persibein
4, 7
;
9, 6
;
11, 7
;
4.
›streitbarer Diener Gottes‹; ›
miles christianus
‹; anschließend an verschiedene mittelalterliche Konzepte von geistlicher Ritterschaft, die den bewaffneten Kampf gegen den Unglauben ebenso fokussieren wie die wortbasierte Verkündigung und Missionsarbeit des geistlichen Standes sowie den Kampf jedes Christen gegen die (eigenen) inneren Anfechtungen (vgl. 4); speziell: ›Gottesritter, Kreuzfahrer, Kreuzritter‹; dies anschließbar an das von der mittelalterlichen Kirche (vor allem über die Schriften Bernhards von Clairvaux) lancierte Konzept der Gottesritterschaft (
militia Dei
) zur Legitimation von Gewalt- und Tötungshandlungen bei der Verteidigung der Christenheit gegen ihre äußeren Gegner, das sich primär an den weltlichen Adel bzw. gegen dessen (in
ritterschaft
3 formulierten) diesseitsorientierten Wertehorizont richtet (dies auch in einigen Belegen unter 1 expliziert); institutionalisiert: ›Ordensritter‹; ›Templer‹; ›Mitglied des Deutschen Ordens‹; bildlich für die bzw. in Analogie zu den von den Engeln Gottes gebildeten himmlischen Heerscharen; im Sinne einer generalisierenden Ütr. bezogen auf den gläubigen, durch Mut und Standhaftigkeit ausgezeichneten Christenmenschen, der den Kampf gegen die Anfechtungen des Bösen führt und in der konsequenten Nachfolge Christi, der bei Luther durch sein geduldiges Leiden zum
höchsten ritter
erhoben wird, den mit Waffen streitenden Krieger überwindet bzw. (in der Rolle des Märtyrers) in Opposition zu diesem tritt; dies exemplifiziert in der Vita des Ritterheiligen Georg, des Schutzpatrons der Ritterorden, der sein kriegerisches Heldentum (Drachentöter) durch sein Martyrium im Rahmen der Christenverfolgung überwindet.
Zur Sache:
Sarnowsky, Geistl. Ritterorden.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘ sowie Chroniken.
Phraseme:
die deutschen ritter
›Deutschordensritter ‹ (vgl. , Adj., 5);
zehentausend ritter
›Gruppe der zehntausend Märtyrer‹ (Gedenktag im Heiligenkalender am 22. Juni).
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. (
der
) 2, , .
Syntagmen:
den r. got gleichen
;
der r
. (Subj.)
feste / stark werden, jm. von dem gewalt gottes gegeben sein, got dienen, das böse strafen, im palas wonen, aufrechtlich / redlich krieg füren, wieder jn. streiten, jm. in nöten helfen, seine wunden nicht empfinden, der schläge der rotten warten, die wunden seines herren bluten sehen, den anfahenden menschen ermuten, jn. in den ring des geistlichen streites füren, sich nicht auf äussere dinge neigen
;
j. r. heissen, ein r. gottes sein wollen, Christus durch leiden der oberste r. werden
;
der r. gottes
;
der beste / deutsche / geistliche / gute / küne / oberste / rechte / sieghafte / standhafte / teure/ wackere r
.;
der r. von dem tempel
;
das ampt des ritters, der orden der (deutschen) ritter
.
Wortbildungen:
ritterbruder
›Kampfgefährte auf dem Kreuzzug‹,
ritterfart
2 ›Kreuzzug‹ (a. 1395),
ritterkirche
(Äquivalent zu lat.
ecclesia militans
).

Belegblock:

Luther, WA (
1520
/
1
):
Mich wundert aber, das du
[Hieronymus Emser]
weyßer man und sighaffter ritter dich nit schemist widder mich streytten mit gewonheit yn den sachen, die Christlichen glauben und gottis wort betreffen.
Darumb hayßt er auch ain got sabaoth. das ist ain hertzog der hoͤrscharen [...], derhalben sollen wir guͦt ritter seyn, wacker und der schleg warten von den rotten.
Ebd. (
1526
):
Also hat Christus auch nicht gestritten, sondern geliten und ist durch leiden der oberst und theurest ritter worden; das ist recht den krieg durch feur verzeren.
Ebd. (
1528
/
9
):
Auff die weise wuͤrden auch wir zu rechten Rittern geschlagen und alle feinde verachten koͤnnen, aber wir vertrawen ins Teufels namen dem zeitlichen mehr denn Gott.
Ebd. (
1529
):
Omnes quot deo serviunt, heisse Ritter, Ideo angeli etiam, Et Paulus sepe.
Ebd. (
1538
):
Ideo dicitur Militans Ecclesia, Ein Ritterkirchen quae in perpetua pugna contra peccatum.
Strauch, Par. anime int.
89, 3
(
thür.
,
14. Jh.
):
Godis rittir in sal sich nicht neigin uffe uzere dinc, daz he deste baz di Godis rittirschaft geplegin muge.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Alsus geistlich ermuͤtet der kuͤne ritter David einen ieglichen erst anevahenden menschen, und fuͤret in in den ring des geistlichen strites.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
Ein ritter ist vns geben von dem gewalt gottes; wan er vffrechtlich redlich krieg fiert, so diendt er got.
ein standhaffter ritter, der das bosß strofft, wirt got gelícht.
Ruh, Bonaventura
350, 24
(
orhein.
,
um 1480
):
noch der bezúgung des heilgen appostelen Pauli sol sich nieman, der [...] ein ritter gotts wil sin, mit zitlichem, yrdeschem gewerb verwúcklen.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
so sint nuͦ geistlich ritter als die weltlichen priester, die us noͤten helffen süllent den selen bitz in iren todt.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
da von spricht sant Bernhart: ,so der ritter sins herren wunden siht bluͤten, so wirt er also stark und also veste daz er sin selbez wunden nit enphindet‘.
Vetter, Schw. zu Töß (
halem.
, Hs.
15. Jh.
):
do [...] der cofent komen was, do erzaiget sy das únser her und únser frow da werind und Sant Katherina, die xi tusent maͤgt, die x tusent ritter.
Morrall, Mandev. Reiseb.
59, 20
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
da ist ain palast, den haisset man Salomons Tempel. Da wonten die ritter, und daz warent die ritter von dem tempel. Und der was ain anfang des ordens der ritterschaft.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
derhalben sie mit grosser beschwerdt von den andern iren ritterbrüdern, die zu sant Katharina grab und in Egiptum wolten, schaiden musten.
Ukena, St. Jörg
1193
(
oschwäb.
/
tir.
,
1486
/
n. 1520
):
Wir haben alle sant gesechen | Wie ain gott in ritters ampt
[sinngemäß: ›wie ein Gott durch die Hand eines Ritters (Georg)‹]
| Den bösen wurm hat gezampt.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
In der zeit erhub sich ze Achers der deütschen ritter orden. Zu der zeit auch der orden der prediger
[›Dominikaner‹]
ward erfuͦnden.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1616
(
oobd.
,
1607
/
11
):
der ritter st. Georg zu pferde, wie er den trachen sticht.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
ritter aus der geselschafft genant die templayser.
Piirainen, Stadtr. Sillein
51b, 31
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Vͤber fvͤmfzehen iar dor noch wurden der tewͤczschen ritter tavsent erslagen.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. ;
v. Keller, Amadis ;
Bihlmeyer, a. a. O. ; .
Vgl. ferner s. v. 2.
5.
›(berittener) Krieger; Soldat‹; häufig mit Bezug auf einen (fremdsprachigen) Vorlagentext, der eine aus Sicht des Sprechers historisch und kulturell gleichermaßen ferne Vergangenheit thematisiert (Bibel; antike Literatur).
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. , (
der
) 1,
1
2,
1
1, ,
1
4, (
der
) 3.

Belegblock:

Feudel, Evangelistar
51, 1
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Do namen Pylatus rittere Jhesum Unde czogen ym uz syn cleit.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Do quam aldar gegangen | Longinus, ein blint ritter.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
ich
[ein Hauptmann]
bin ouch ein mensche undir gewalt gesatzit
[›unterstehe einer Obrigkeit‹]
und habe undir mir rittere
[
Dietenberger
1534 /
Eck
1537:
soͤldner
;
Froschauer
1531 /
Luther
1545:
Kriegsknechte
].
Ebd. Mt. :
Dô intfingen di rittere
[
Dietenberger
1534:
soͤldner
;
Froschauer
1531 /
Luther
1545:
Kriegsknecht
]
des richtêris Jhêsum in dem gerichtehûse.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
73, 7
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
soldanus Adon der sante deme soldan von Babylon
[während der Belagerung von Akkon]
durch nyt der cristin xxx tusint riter unde also vil camelin.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
do man in [Ihesum] toten sach, | Ain ritter mit ainem sper in stach | Durch sin werde siten blos.
Wyss, Luz. Ostersp.
7317
(
Luzern
1545
):
[Caiphas zuͦ Josaphat:] zuͦ pilato ylens gang, | das er vnns schick syne ritter har.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
Der jüngling aͤfert nit gnuͦg geschicklich die rede deß ritters mit disen worten.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
Item von ritter Theodorich, dem in seiner fancknüs die eysneynen pant durch unnser frawen hilff zeprachen, das er der fäncknüß ledig ward.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Als Vespasianus die stat Jerusalem besessen hett, waren drey ritter in seinem her, die mit manlicher tat sovil wunders stalten mit ir ritterschaft, das man sy schätzt für die pesten ritter der welt.
Froning, Alsf. Passionssp. ; ;
6.
›Figur im Schachspiel; Springer‹.

Belegblock:

Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
uf den schochzabelspil der künig bi ime het die künigin und dernoch die alten und die ritter und roch und venden.
7.
phras.:
arme ritter
: ›in Eiermilch gebackene Brotscheiben‹.

Belegblock:

Hajek, Guͦte spise
51
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
snit denne aht snitten armeritlere
[sic!]
vnd backe die in smaltze niht zvͦ truͤge.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Arme Ritter / Brotküchlin / schnitten / guldene schnitz.