hausvater,
der
;
–/-Ø
+ Uml.
1.
›Hausherr, Haus(halts)vorstand; Familienoberhaupt‹; Übersetzung von lat.
pater familias
; gelegentlich bezogen auf Gott oder Jesus;
vgl.  46.
Bedeutungsverwandte:
 2,  2,
1
 19; vgl. ,  1.
Syntagmen:
der achthabende / allerhöchste / alwissende / fleissige / fromme / unnütze h
.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
702, 17
(
Lübeck
1639
):
Schand vnd Laster werden in heimlichen Orten im Hauß erzielet / fliegen darnach im Landt oder Stadt hin vnd wieder / ehe der Haußvater weiß / das sie gebohren seyn.
Koeniger, Sendgerichte
76, 17
(
rib.
,
um 1597
):
dieweil ein jeglicher haussvater fur alle seine brottgenossen ist schuldig rechnung zu geben.
Köbler, Ref. Wormbs
140, 19
(
Worms
1499
):
wan der Son hat gesagt. er sy ob Achtzehen iarn alt ob es nit also war. vnd das er selbs ein hußuatter sy. so mag d’ son sich diß vsszugs nit gebruchen. noch frewen.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
69, 26
(
omd.
,
1487
):
Ein hau̇svater sall auch heÿmlich darnach sleichen das er wisse das wesen vnd leben seiner kinder.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
144v
, 46 (
Leipzig
1588
):
Weil aber fromen Hausvaͤtern wol anstehet / vnd von Gottes wegen gebuͤret / das sie / wenn Wunderzeichen geschehen / jre Kinder aufwecken.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 154, 1
(
Bautzen
1567
):
ALlmechtiger guͤtiger Gott, | Du aller hoͤchster Haußuater.
Dietrich. Summaria
19r
, 36 (
Nürnb.
1578
):
weyl es vns gehet wie vnserm Haußuatter dem HERRN Christo / das wir seine haußgenossen sind.
Koller, Ref. Siegmunds
112, 8
(Hs.
um 1474
):
Ihesus Cristus redt in dem ewangelio ein gleichnuß von einem haußvater, der wolt faren ferre in ein land und enpfalch sein schetz dem haüßgesinde.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
121, 32
(
halem.
,
1583
):
das unnütze husvätter nit allein ir, sonders ouch ir wyberen guͦt mit und liederlichem hushalten verschwendt.
Anderson u. a., Flugschrr.
2, 7, 21
([
Augsb.
]
1523
):
Hõd sy den haußuater Beelzebub geheyssñ.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
16, 8
(
tir.
,
1464
):
Wend solt der hausvater wissen, zu welcher stund der dieb këm, sicherlichen, er wachet vnd lies sein haus nicht durch graben.
Koeniger, a. a. O.
49, 23
;
Köbler, a. a. O.
171, 4
;
Schmitt, Ordo rerum
123, 16
;
v. d. Lee, a. a. O.
69, 9
;
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
253, 24
;
Anderson u. a., a. a. O.
19, 3, 10
;
Stambaugh, Friederich. Saufft.
25, 16
;
Serranus
94r
;
Köbler, Stattr. Fryburg
98, 9
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
50, 1
.
2.
›Schutzheiliger, Schutzpatron‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  2,  3,  7, .

Belegblock:

Müller, Alte Landsch. St. Gallen
259, 8
(
halem.
,
1451
):
unsern trüwen husvëttern Sant Gallen und Sant Othmar zuͦ lob und ere.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 166, 23
(
halem.
,
1508
/
16
):
die wil dise schlacht uff sant keiser Karolus abend beschach, der husvater zuͦ Zürich ist.
Rwb
5, 473
.
3.
›Vorsteher eines Klosters, Prior‹; zu  8c.

Belegblock:

V. Anshelm. Berner Chron.
3, 73, 1
(
halem.
,
n. 1529
):
durch die Karwochen vertrat der husvater priol Unser Frowen, arznet den Jaͤtzer und ofnet im etliche wunderfitzikeiten.