angehen,
V.,
unr.
1.
›wohin gehen, etw. (z. B. einen Weg) beschreiten‹.

Belegblock:

Mayer, Folz. Meisterl.
10, 182
(
nobd.
,
v. 1496
):
die ander pane, | Ob er die selb ging ane | Und nit ab lent.
Chron. Augsb.
5, 348, 20
(
schwäb.
,
1490
):
der yeder an das ort, da er hin verordnot wirdet, vff den obgeschribnen abent nachts angeen vnd [...] wachen sol.
2.
›zugehen, vorwärtsgehen‹.

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp.
6641
(
ohess.
,
1501ff.
):
Gangk an, du armer schecher! | godde bistu gar unmere!
3.
›seinen Anfang nehmen, beginnen (im räumlichen Sinne)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  13,  1.

Belegblock:

Siegel u. a., Salzb. Taid.
233, 8
(
smoobd.
, Hs.
1673
):
Ich frag dich, wo meines genedigisten herrn [...] landgericht an- oder abgehet?
Pfälz. Wb.
1, 237
;
Rwb
1, 639
.
4.
›jn. überkommen, überfallen, befallen, treffen, jm. widerfahren‹, sowohl von negativ wie von positiv Bewertetem gesagt; reihenbildend in Flüchen und (seltener) Segensformeln verwendet.
Bedeutungsverwandte:
 5,  11,  5; vgl.  8.
Syntagmen
das glük / heil / alter / leid / unglük, die ere / freude / lust / feigheit / gefärlichkeit / not / plage / schande, der fluch / hunger / kummer / reichtum / schade / schlaf / tod jn. a.
Raa.:
glük und heil / die druse / sucht / der falbel / (-)rite / das wetter gehe dich an!
oder:
das dich [...] angehe!

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron.
31, 6
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
storben si an den drusen, unde wen daz aneging, der starp an dem dretten dage.
Vetter, Pred. Taulers
425, 15
Var. (
Basel
1521
):
freüd, kum̃er, eer, reichtŭb, es sey was es sey, dz dich angãg, od’ dir begegnet, trag es mitt gedult.
Gille u. a., M. Beheim
450, 28
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wann mich gieng hunger ane | und ir habt mir geben zu essn.
Goedeke u. a., Liederb.
357, 88
(
Nürnb.
o. J.):
er sprach zu seim gesind: „nu füret sie davan, | in kurzer zeit sol sie ein große schand angan“.
Rieder, St. Georg. Pred.
24, 22
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
also geschiht den salgen mentschen die gedulteklich tragent alles daz si an gat.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 107, 26
(
Straßb.
1522
):
Der Kuͤnig sprach: ‚Das dich diß und jens angang, sol ein Kuͤnig fuͤr ein solch schnoͤd Gelt Pantoflen tragen?‘
Lemmer, Brant. Narrensch.
38, 94
(
Basel
1494
):
Do wart er böser dann er was | Vnd meynt gott do mitt btrogen han | Bald gont jn groͤsser plagen an.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 374, 27
(
Hagenau
1534
):
Der gächritten gehe dich an.
Päpke, Marienl. Wernher
6410
(
halem.
,
v. 1382
):
Wenne er den valsch also begat | Das sú [juden] von in der tot an gat.
Bachmann, Haimonsk.
13, 27
(
halem.
,
1530
):
bewyß imm zucht und eer, so gaͮt dich gluͮck an.
Bächtold, N. Manuel. Elsli
284, 735
(
Basel
1530
):
Füer Elsli hein und mach’s nüt lang, | Dass dich vil glücks und heils angang!
Kottinger, Ruffs Etter Heini
1472
(
ohalem.
,
1538
):
gott geb üch beden so vil guotts, | vil glück und heil, das gang üch an!
Spechtler, Mönch v. Salzb.
10, 50
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
wenn in der sündlich lust ange, | so zünd in im durch dein Ave | des heilgen gaistes flammen.
Große, Schwabensp.
57a, 11
;
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
4578
;
Chron. Köln
1, 385
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1232
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 91
;
Froning, Alsf. Passionssp.
4101
;
Hübner, Buch Daniel
5954
;
Sachs
17, 342, 3
;
Fuchs, Murner. Geuchmat
164
;
Rieder, a. a. O.
197, 12
;
Gilman, a. a. O. I,
237, 7
;
372, 18
;
376, 21
;
398, 13
;
404, 2
;
Päpke, a. a. O.
1497
;
Sappler, H. Kaufringer
18, 26
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 44, 5
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
10, 14
;
Maaler
20v
;
Dietz, Wb. Luther
78
/79;
Schwäb. Wb.
1, 203
f.;
Schweiz. Id.
2, 17
-18.
5.
›beginnen, anfangen (von Bezugsgegebenheiten, die in der Zeit verlaufen); aufkommen (von Sitten), Mode werden; hereinbrechen (von Tageszeiten); in Kraft treten (von Gesetzen)‹; sehr vereinzelt trans.: ›etw. beginnen, zu tun anfangen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  12, (V.) 3; vgl.  1,  2,  3.
Syntagmen:
die arbeit / den streit a.
;
nacht / fasten / krieg / lärmen / friede / ablas / fart / sold / reich / testament / leiden (Christi) / lied / messe
(als Text)
/ rede / das wässern, die sturmglocke / schnäbel
(als Mode)
a.
(teilweise mit Ellipse des logisch notwendigen Verbs);
a., das
[..., Gliedsatz].

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
39, 5
(
preuß.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
da gingen auch di langen snebel an den schuwen an.
Quint, Eckharts Pred.
2, 404, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
swâ endent die nidersten geiste, dâ anegânt diu obersten lîplîchen dinc.
Chron. Köln
1, 1354
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
ain do der stryt al was gedain | ind an die naicht begonde gain.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
28
(
rib.
,
1444
):
De arbeit woulde ich gerne angaen.
Wyss, Limb. Chron.
52, 15
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
da ging auch an, daz di manne sich hinden, vornen unde benebensich zu nestelden unde gingen hart gespannet.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
26, 15
(
hess.
,
14. Jh.
):
biz daz die virczig dage der vasten ane gent.
Spanier, Murner. Schelmenz.
4, 14
(
Frankf.
1512
):
Des sindt wir vnglückhafftig leüt, | Das wir mit in an gondt eyn streyt, | Die [...] | [...] got so lesterlich enteren.
Pyritz, Minneburg
4265
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
der rede [...] | Die hie mit worten ane gat, | Die man uff in getichtet hat!
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
1076, 1
(Hs.
A. 15. Jh.
):
die naht get mich an.
Dietrich. Summaria
27v, 45
(
Nürnb.
1578
):
Die Apostel / [...] nemen den HERRN Jesum an / als den rechten Christ [...] vnd wuͤnschen gluͤck vnnd gnade zu seinem angehenden Reich.
v. Birken. Erzh. Österreich
73b, 55
(
Nürnb.
1668
):
Nach verfliessung der drey Anstandsjahre / gienge A. 1272 der Laͤrmen wieder an.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
72, 11
(
m/soobd.
,
1606
):
Im früeling wenn das wiesen wässern angehet.
Wyss, a. a. O.
37, 12
;
59, 13
;
88, 29
;
99, 25
;
Froning, Alsf. Passionssp.
8078
;
Luther, WA
48, 11, 13
;
Kehrein, Kath. Gesangb. I,
82, 1
;
161, 1
;
Vetter, Pred. Taulers
7, 23
;
Chron. Augsb.
2, 28, 20
;
284, 11
;
4, 48,
Anm. 1;
Voc. Teut.-Lat. b iijv;
Schöpper
2b
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
11
;
Bad. Wb.
1, 49
;
Schwäb. Wb.
1, 203
f.;
Schweiz. Id.
2, 18
;
Rwb
1, 639
/40.
6.
›etw. unternehmen, in Angriff nehmen, betreiben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Ez.
38, 12
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
dise wonin alle ane muyrin, und regil und phortin habin sy nicht, daz du roub zuvurist und roub angehest und dyne hant brengist obir dy.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
10702
(
rib.
,
1444
):
We gerne woulde ich dat nu gaen an.
Chron. Köln
2, 309, 16
(
Köln
1499
):
dat die ander burger desgelichen sulden unversert sin van den perickelen noch arbeit vlien die anzogain were vur dat gemein goit.
Wyss, Limb. Chron.
33, 25
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
Waz du anegest, daz saltu in wisheit wirken.
Froning, Alsf. Passionssp.
5933
(
ohess.
,
1501ff.
):
ach, liebe mutter, gedenck, was mer angann, | synt mer nymmandes enhan | der uns hie adder dort | troste myt synem wort!
Mone, Adt. Schausp. I,
573
;
Helm, H. v. Hesler. Apok.
18682
;
Chron. Köln
2, 159, 1
;
Chron. Nürnb.
1, 44, 18
;
Ruh, Bonaventura
344, 12
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 148f.
7.
›etw. anzetteln, bewirken, verursachen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5,  5,  5,  1, .

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
49, 30
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
ja hat widir (uch) Nabuchodonosor [...] eynin rat angegangin und hat gedacht gedankin widir uch.
Wyss, Limb. Chron.
88, 11
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
der zog an sich di zonfte von der gemeine, unde ging sache an unde wolde di vollenbrengen.
Sappler, H. Kaufringer
17, 141
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
si sprach: „es mag villeicht angan | die natur ain söllich leiden“.
8.
›js. Nachfolge antreten, ein Amt antreten; in Betrieb gehen, sich entwickeln (z. B. von Bergwerken)‹, mit der 2. Nuance offen zu 9.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
34, 10
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
do hortin alle vurstin und alle das volk, di do angingen dise sune, das eyn itzlichir lasin solde sinen knecht.
Koeniger, Sendgerichte
300, 27
(
mosfrk.
,
1490
):
die kirchenlosunge [...] gibt der grosszehende, nemlich 16 schilling heller und 4 pfennig im angene unsers genedigen hern von Worms und ussgangs jars unsers hern probsts.
Ermisch, Sächs. Bergr.
82, 19
(
osächs.
,
1477
):
der merglichen bergwergk, so sich uff dem Sneeberge ireugen unnd einsteils nutzlich angegangen sind.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 244, 9
(
schles.
,
1528
):
Das neue bergwerk [...] geht gewaltig an.
Chron. Augsb.
4, 98,
Anm. 2 (
schwäb.
,
v. 1536
):
das sy sein zewelen muessig steen und in zu ainem zwelffer nit angeen lassen sullen.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 187, 28
(
halem.
,
n. 1529
):
ist der alt bischof Cristofel von Uottenheim gestorben, an welchesse stat angangen waͤre her Niclaus von Diesbach von Bern.
Winter, Nöst. Weist.
3, 691, 41
(
moobd.
,
ca. 1500
):
so ain richter angeet, demselben richter zu marktrecht geben 12 ℔.
Turmair
4, 174, 19
(
moobd.
,
1522
/
33
):
wan ein neuer künig angangen ist, der hat auch guet und êr erlangen wellen.
Chron. Augsb.
9, 325
Anm. 1;
Dietz, Wb. Luther
79
;
Schwäb. Wb.
1, 203
f.
9.
›zu wachsen beginnen (z. B. von Bäumen)‹; im Beleg ütr.: ›Wurzel schlagen‹; auch: ›gelingen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Luther, WA
41, 133, 27,
Anm. 7 (
1535
):
wo dis Scepter oder diese Botschaft hin koempt und angehet.
Dietz, Wb. Luther
78
/79;
Preuss. Wb. (Z) 1, 148f.;
Schwäb. Wb.
1, 203
f.
10.
›ansteigen (von Wasser)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8.

Belegblock:

Maaler
20v
(
Zürich
1561
):
Das traͤffenlich Angon der wasseren. Auctus immensus aquarum.
Schmid, R. Cysat
6, 5
;
Schweiz. Id.
2, 18
.
11.
›aufbrechen, anschwellen (von Adern)‹.

Belegblock:

Bad. Wb.
1, 49
.
12.
›sich entzünden, ausbrechen (von Feuer); Feuer fangen, in Feuer aufgehen, verbrennen‹.
Bedeutungsverwandte:
,  1314 (mehrmals), ; vgl.  4.
Syntagmen:
feuer / haus / münze / scheuer / stube /
Ortschaften
a.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 124, 22
(
nrddt.
, Hs.
E. 16. Jh.
):
den feinden ein Zeichen gegeben, wen zwey schewren mit feur würden angehen, so solten sie anfallen.
Wyss, Limb. Chron.
101, 12
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
so das das hus angink und brante vort inne der stat.
Chron. Augsb.
8, 212, 14
(
schwäb.
, zu
1563
):
daß daselbsthin auch feur sei eingelegt worden, das dann bald angangen und der stat auch großer schaden beschechen wer.
Bernoulli, Basler Chron.
4, 272, 1
(
alem.
,
1446
):
quarta predicta gieng die stuben zem Tantz am Vischmerget an zu nacht; bran, was dorinne was.
Buch Weinsb.
5, 456, 21
;
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
148, 1
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 29, 9
;
Maaler
20v
;
Shess. Wb.
1, 246
;
Schwäb. Wb.
1, 203
f;
Schweiz. Id.
2, 18
.
13.
›explodieren, losgehen, sich entzünden (von Pulver, Waffen u. ä.)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  7.
Alle Belege aus Augsburger Chroniken.

Belegblock:

Chron. Augsb.
4, 401, 1
(
schwäb.
,
v. 1536
):
da ist ain stuck in der ladung angangen, hat 24 mann fast beschediget.
Ebd.
105, 6
Var. (
1. H. 16. Jh.
):
feur, hat sich darnach selbs anzindt, und sind die bichsen im vas angangen und haben ain groß bombern und knellen gemacht.
Ebd.
8, 217, 17
(zu
1563
):
man hat [...] in heffelin pulfer und zindstrick gefunden. wa solchs angangen, were der gantz fleck gar verprunen.
Ebd.
7, 354, 16
;
8, 209, 6
.
14.
›jn. angehen, jn./etw. betreffen‹; offen zu 15.
Bedeutungsverwandte:
 3, (V.) 3,  8,  1; vgl. ,  3.
Syntagmen:
etw. die abgescheidenheit, den handel / orden / tod, das gericht / stift a.
;
rede / worte / werke jn. a., etw. jn. schwer a.
;
sich etw. angehen lassen.
Ra. (als Frage oder als Aussage):
was geht dich / uns das an? / das geht dich / uns nicht an
dient dem Ausdruck der Abweisung eines Anspruches bzw. der Heraushaltung von jm. / sich selbst aus einem Gespräch o.ä.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
414, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
dô der sun in der gotheit mensche werden wolte [...], daz gienc die unbewegelîche abegescheidenheit gotes alsô wênic ane, als ob er nie mensche worden wære.
Dat nuwe Boych
426, 36
(
rib.
,
1396
):
do quamen die andere vrunt, den der doitslach angienck, Ind beschruwen den man vurs. mit gross klagen.
Chron. Köln
1, 360, 23
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
des sich die stat doch niet an enlies gaen, want sie hadden vur beiden partien gesacht.
Pyritz, Minneburg
4413
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
‚Ditz hat gar vaste mich betruͤbt.‘- | ‚Get ez dich an?‘ - ‚ja, truͤn, ez tut!‘
Kurz, Murner. Luth. Narr
2086
(
Straßb.
1522
):
Des lumpenwercks ist also vil, | Das ich sein nit me dencken wil. | Was gat dich doch der noͤten an, | Das du dise lügin hast gethan?
Koller, Ref. Siegmunds
177, 35
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
was ein stift anginge, das solt sie all angon.
Winter, Nöst. Weist.
2, 746, 5
(
moobd.
,
1641
):
was daß aigen fürbaaß angieng von des diebs wegen.
Bauer, Imitatio Haller
80, 23
(
tir.
,
1466
):
wenn wir vns nicht sölten pekchümmern mit den worten vnd werchen der menschen, die vns nicht an gen.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
858
;
Froning, Alsf. Passionssp.
3618
;
Pyritz, a. a. O.
4408
;
Vetter, Pred. Taulers
74, 24
;
131, 27
;
Chron. Strassb.
2, 953, 11
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 45, 2
;
Welti, Stadtr. Bern
653, 26
;
Koller, a. a. O.
107, 15
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
91, 25
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
283, 5
;
Schöpper
104a
;
Maaler
20v
;
Ulner
84
;
Henisch
81
;
Dietz, Wb. Luther
78
/79;
Schwäb. Wb.
1, 203
f.;
Schweiz. Id.
2, 17
;
Rwb
1, 638
.
15.
›jm. zu Herzen gehen, jn. berühren; jn. interessieren‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 9.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
271, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
diu lîdunge der sinne und der nidersten krefte diu engât in niht ane noch disiu anvehtunge.
Pyritz, Minneburg
5036
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
wiße, hertze, sunder wan | Daz mich din leit so noch get an, | Daz ich selten reht derlache.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
4020
;
Pyritz, a. a. O.
4876
;
4899
.
16.
›jn./etw. (z. B. ein Schloß) angreifen‹.
Bedeutungsverwandte:
 5,  5; vgl.  8,  9,  1014.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 4362
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
laist vns samen gain gemein, | off eyman wille ane gain, | dat wir in mogen weder stain.
Kurz, Waldis. Esopus
2, 48, 14
(
Frankf.
1557
):
Wenn einer sihet ein boͤsen Man, | Den geht nicht leichtlich feindtlich an, | Besorgt sich, das er jn auch zwack.
Chron. Augsb.
3, 255, 9
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
hond sie in angewendt am morgen umb die achte stund und sind den hertzogen angegangen und hond in flüchtig gemacht und ime erschlagen auf 3000 man.
Ebd.
4, 40, 23
(
v. 1536
):
kinig Mathiasch erzirnot ist und das schloß mit aller macht angangen und gewunen hat.
Ebd.
319, 29
:
daß [...] (erlaubt sei), ainer den andern anzu0gan nach seinem wolgefallen und willen, wie in ainem offnen feldstreit.
Chron. Köln
2, 516, 2
;
Gille u. a., M. Beheim
99, 1058
;
Chron. Augsb.
4, 84, 14
;
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 294, 22
;
Serranus
12v
;
Schwäb. Wb.
1, 203
;
Schweiz. Id.
2, 16
;
Trübner, Dt. Wb.
1, 80
.
17.
›jn. notzüchtigen, sich an jm. (auch Tieren) sexuell vergehen (von Menschen gesagt); (ein Tier) decken (von Tieren gesagt)‹; hierher auch allg.: ›ein Gebot übertreten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  7.

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
17, 12
(
Nürnb.
um 1488
):
ich nam eim hund sein er | Und hab verunreint sweines fleisch | [...] | Desgleichen auch geschwecht ein geiß. | [...] | Ein ku ich auch gehindert han | Und ging eins mals ein wülfin an | Und unkeüscht mit eim esel vert, | Het offt zu schicken mit eim pfert, | Desgleich zu schaffen mit eim schoff.
Maaler
20v
(
Zürich
1561
):
Angon / Auff ein weyble steygen / Als die hengst vff die vaͤldrossz. Inire. Das Angon / oder ryten / So die thier loͤuffig vnd traͤbig sind.
Turmair
4, 49, 26
(
moobd.
,
1522
/
33
):
giengen vich und leut an, man und frauen, schwester und mueter.
Schwäb. Wb.
1, 203
f.;
Schweiz. Id.
2, 16
-17 (mit Redensarten);
Rwb
1, 638
.
18.
›sich wegen eines Anliegens an jn. wenden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Chron. Augsb.
4, 18, 19
(
schwäb.
,
v. 1536
):
da ist in der kaiser mit listen angangen, damit er in aus dem schloß pring.
Preuss. Wb. (Z) 1, 148f.
19.
›auf etw. eingehen, etw. akzeptieren, sich zu etw. hinwenden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , .

Belegblock:

Chron. Köln
1, 2896
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
deit vns der busschoff Engelbreicht | weder in alle vnse reicht, | dat uch dar vmb duncket goit gedain, | dat willen wir willich ane gain.
Froning, Alsf. Passionssp.
2065
(
ohess.
,
1501ff.
):
Des glauben woldet er vor nicht angehen, | ir hetten dan deß zeychen vor gesehen | und wonderliche dinge ville.
Preuss. Wb. (Z) 1, 149.
20.
›zu etw. gereichen, beitragen zu etw.‹.

Belegblock:

Chron. Strassb.
2, 940, 20
(
els.
,
1371
):
da es uns, unsere frowen und kinde nit zu0 nutze angaut.