abtrag,
der
;
-(e)s/-
.
1.
›Unterschlagung, Veruntreuung, Entwendung von etw.‹;
zu  2.

Belegblock:

Chron. Augsb.
1, 328, 9
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
ward hie dem Veder und Haintzen Keller ir haupt abgeschlagen, dem Veder von abtrags wegen 200 guldin der stat.
Rwb
1, 306
.
2.
›Schaden‹;
zu  3.

Belegblock:

Opel, Spittendorf
103, 26
(
osächs.
,
um 1480
):
Sollichs den, die sieden, eyn grosszer zugang, und den, die uff yre uszlouffte yrer pfannen sitzen, eyn grosszer abetrag und schade [...] ist.
Alberus Tt III r;
Pfälz. Wb.
1, 105
.
3.
›Entschädigung, Ersatz, Buße, Genugtuung für etw.‹; zu  4; mit fließendem Übergang zu 4.
Bedeutungsverwandte:
(
das
4, , , (
das
2,  3, ; vgl.  1.
Syntagmen:
a. begeren
(häufig) /
leisten / (an)nemen; a.
(Subj.)
geschehen / beschehen / wiederfaren (jm.); e. P. a. tun
(häufig)/
e. S. a. tun; jn. zu a. lassen, jm. etw. zu a. geben; billicher / gebürlicher / genüglicher / ziemlicher a.; a. des schadens/(schmäh)wortes, der schmach / verletzung.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 180, 25
(
nrddt.
, Hs.
1601
):
so er gnuglichen kan verburgen, einem E. Radt gnuglichen Abtrag zuthun.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
2, 48, 8
(
hess.
,
1527
):
ir wollet burgermeister und rat, auch den schulthaissen fur euch fordern und von inen gepurlichen abtrag nemen.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
232, 27
(
osächs.
,
1523
/
4
):
ir die sach und ime purglich umb wandel und abtrag sulcher frevelicher wort, rede und beruchtung halben, so [er] eurem eeweibe zugemessen hat, furnemen wollet.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
35, 2
(
osächs.
,
1542
/
70
):
Von totschlegern, und wie die zu abtrag gelassen mogen werden.
Roder, Stadtr. Villingen
124, 15
(
önalem.
,
1501
/
6
):
sollen die herrn von Fürstenberg denen von Villingen umb uffgeloffen costen [...] abtrag thůn.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 98, 10
(
halem.
,
1489
):
Umb das hofft er inen nutzit zů antwurten haben und begert abtrag sins costens und schadens, so er gehept, als er gefangen gelegen sig.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
196, 28
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
die ainikhait, abtrag und genuegen umb solich gros frevel.
Wackernell, Adt. Passionssp. St.
1500
(
tir.
,
v. 1496
):
Was ist wider Jhesum ewer handel? | Oder pegert ir von im abtrag oder wandel?
Schmidt, St. Kastorst.
2, 480, 24
;
Thiele, Chron. Stolle
492, 11
;
Ermisch, Sächs. Bergr.
198, 21
;
Berthold u. a., a. a. O.
182, 6
;
Kisch, a. a. O.
21, 35
;
212, 23
;
413, 2
;
Löscher, Erzgeb. Bergr.
154, 3
;
Chron. Augsb.
2, 379, 21
;
3, 168, 16
;
4, 48, 3
;
197, 14
Var.;
357, 29
;
5, 26, 3
;
7, 293, 27
;
Kohler u. a., Peinl. GO Karls V.
12, 17
;
99, 5
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
2, 24, 6
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
96, 54
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 278, 12
;
Rintelen, B. Walther
42, 4
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
8, 1
;
149, 35
;
Mell u. a., Steir. Taid.
74, 5
;
260, 30
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
12, 46
;
Rwb
1, 306
-308;
Schwartzenbach A VI v;
Dietz, Wb. Luther
33b
.
4.
›Strafe für etw.‹.
Rechtstexte.

Belegblock:

Kohler u. a., Bamb. Halsger.
73, 23
(
Bamb.
1507
):
soͤlten darumb nach gestalt vnd geverlicheyt der vberfarung, alles nach erkantnuss vnser Hoffrete, straff vnd abtrag leyden.
Ebd.
105, 26
:
das [...] der ancleger, straff vnd abtrag halb, nach laut der obgemelten halssgerichtsordnung, zu entlichem ausstrage fur meins gnedigen herren von Bambergs Rete verpflicht werde.
Kohler u. a., Peinl. GO Karls V.
61, 25
(
1532
):
dieselbenn Richter [...] sollen darumb nach gestallt vnnd gelegenheit der vberfarung [...] straff vnnd abtrag leiden.
5.
›Abkommen, Vertrag‹.

Belegblock:

Opel, Spittendorf
373, 18
(
osächs.
,
um 1480
):
es were denn das die andern stucke alle todt sein solten, auch der abetragk mit den pfennern.
Dietz, Wb. Luther
33b
.
6.
›Abschaffung, Aufhebung von etw.‹.

Belegblock:

Küther, UB Frauensee
393, 12
(
thür.
,
1530
):
gebetten, obertzelte geprechen unnd newerunge bei seinen amptsverwanten abzuschaffen auch umb abtragk irer uberfarung gepetten.
7.
›Abzug, Minderung von etw.‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  10.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
382, 30
(
m/soobd.
,
1598
):
dem daz gestollen guet aigentumblich zuegehört, dem solle es ohne abtrag wider volgen.