ansehelich,
ansehenlich,
ansehlich
(erstere Variante selten, die beiden letzteren mit ungefähr gleicher Häufigkeit belegt),
Adj.
1.
›sichtbar, mit den Augen wahrnehmbar‹;
zu (V.) 1.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl.  1.
Wortbildungen:
ansehenlichkeit
(hierher im ütr. Sinne der Beleg
Vetter
).

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Notum. [...] vnuerborgen ansehenlich augensichtlich.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
das ihr diß [...] offentlich verlesen, verkünden und beruefen, auch davon glaubwürdig abschrift an die ansechlichen kirchen schlahen lasset
[attributiv statt adverbial].
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
das goͤtliche vinsternisse, das von úberflússikeit der unbekentlicheit und ansenlicheit vinster ist allem geschaffenem verstentnisse.
2.
›angesehen, geachtet, würdig, hochgestellt, gehobenen Standes, stattlich‹ (meist von Personen); vgl. (V.) 5; offen zu 3.
Bedeutungsverwandte:
 15,  2, , ,  34, (s. v.
1
 3), (Adj.) 12,  46, , ,  3,  1; vgl.  1, , ,  3, .
Syntagmen:
a. vater / herre / man, a. jungfraue / tochter / herschaft, a. Sachsen, a. kaufleute
;
a. sein wollen, kuckuk sein a.
;
jn. a. begleiten.
Wortbildungen:
ansehlichkeit.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1562
):
Der [guckug] ihm gleich wie ein ehrendieb | Ist eingschleicht worden in sein nest, | Und sich von ir weydent und mest | Und wird ansehlich, feist und groß.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Es ist warlich ain ansehenlicher herr.
Rauwolf. Raiß ([
Lauingen
]
1582
):
welche haben zwen Weise/ verstendige/ ansehenliche Maͤnner zun Fuͤrstehern.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
mit vil andern geistlichen und weltlichen grossen tapfern ansehlichen leuten.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1654
/
68
):
unser genedigister herr und landsfürst zu Salzburg etc. oder ein anders ansechliche herrschaft in solcher zeit firüber raiset.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
, Hs.
1652
):
ein lantherr, rittermessiger oder ander ansechlicher vam adel oder pauersman.
A. à S. Clara. Deo Gratias (
Wien
1680
):
Wie bist du gewest/du ansehliches Sachsen Anno Christi 779?
Thür. Chron.
9r, 2
;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
v. Birken. Erzh. Österreich ;
Bernoulli, Basler Chron. ;
Mell u. a., Steir. Taid. ;
Schmid, R. Cysat
6, 6
;
Ders., Pilgerreisen.
1957, 404
;
Schwartzenbach
B vv
;
J vv
;
Rot
291
;
3.
›beachtlich, bemerkenswert, ansehnlich‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, ,  4.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Dan. 8, 5
(
Wittenb.
1545
):
Sihe / so kompt ein Zigenbock vom Abend her / vber die gantze Erden / das er die erde nicht rürete / Vnd der Bock hatte ein ansehelich Horn zwisschen seinen augen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
der [herzog] hat [...] auch ain ansehenliche anzal von der ritterschaft mit gefiert.
Moscouia
C 4r, 29
(
Wien
1557
):
die zwen seind [...] mit ansehlichen khetten / [...] auch gülden vnd silbren stugkhen / Osterreichischer silbrer vnd guͤldener müntz begabt vnnd verehrt worden.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
16.
/
17. Jh.
):
die welche vermiglich sein und ein ansechliche varnuß haben.