edel,
Adj.;
kennzeichnet generell Bezugspersonen sowie -gegenstände, die andere unter ständisch hierarchischen Aspekten bzw. unter ständisch bedingten Wertschätzungen überragen.
1.
›von sozial, oft rechtlich herausgehobener Geburt bzw. Stellung, vornehm‹ (von Menschen gesagt); häufig: ›adlig‹; im Gegensatzpaar
edel
-
unedel
sowie in Kombination mit
geistlich
und
weltlich
zur Bezeichnung aller Menschen belegt; offen zu 2 und 3.
Gegensätze:
; vgl. (Adj.) 1, (Adj.) 8.
Syntagmen:
j. e. sein / werden, e. geboren sein
;
j. e. heissen, geachtet werden
;
jn. e. machen
;
der edle büttel / man / schreiber, die edle jungfrau / mutter, das edle blut / geschlecht
.
Wortbildungen:
edelbürger
›adliger Bürger einer Stadt‹,
edeler
›Adliger‹,
edelfrau
,
edelieren
›jn. in den Adelsstand erheben‹ (um 1600),
edeling
1 ›junger Edelmann‹ (häufig belegt),
edelkind
,
edelknabe
›Page‹,
edelknecht
›ritterlicher Knappe‹ (häufig belegt; dazu bdv.: ).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Geld macht Edel.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
daz se ir elige mage erben mogen, als ob von edeler muͦter libe ekint were geweset.
Luther, WA (
1523
):
Es ist eyn grosser herr unser Gott, Darumb muß er auch solch edelle, hochgeporne, reyche hencker und boͤttel haben.
Ebd. (
1530
):
Also sol es auch sein mit einem iglichen Amptman, er sey Edel oder unedel.
Chron. Köln (
rib.
,
1. H. 15. Jh.
):
der self Everhart waz verbunden ind vereit der stede van Kollen ind waz ir edelburger.
Beckers, Bauernpr.
62, 20
(
Köln
1515
/
8
):
Voͤrtzijden saget mã in francken landt | Dat sy weren edell alle sampt.
Gerhard, Hist. alde e
2106
(
omd.
,
um 1340
):
si beteilte mildeclich | Als ein vurste edelclich.
Voc. Teut.-Lat.
cc vr
(
Nürnb.
1482
):
Schiltknecht od’ edelknecht od’ edeling.
Franck, Klagbr.
232, 33
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
ich bin eben so von edelem geschlecht / reich vnd hochgeadelt.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
593, 32
(
els.
,
1362
):
des keysers marschalck [...] sach Nathalia so iung, so stǒlcz, so edele, so rich.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Der Edelknab (Page) Ehrenhold.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Es mag oͮch ein keyser einen edel machen.
Ebd. (Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
graffen, freyn, ritter und edel knecht [...] nemen ungewonliche steür.
Ebd. (Hs.
3. V. 15. Jh.
):
ir edeln thüt darzü und thüt ewer adelschafft gnück!
Ulner
124
(
Frankf.
1577
):
Edel. Rittermaͤssig / eines Adeligen herkommens / von gutem Geschlecht / von hohem Stam͂.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
do den die trierer die ersten „tirones“ machten, das heist man „edeling“ oder „edelknecht“, die lib vnd er fur das land dar tetten.
der edelknecht oder her zwingt sin hindersessen, sÿ muͦssen froͤnen.
der keisser nimpt gelt vnd spricht: „bist edel!“.
Brack (
Basel
1483
):
Ingenuus. edel. a genere sed nõ a facto habet libertatem.
Morrall, Mandev. Reiseb.
19, 12
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
In Cypren hond sie die gewunhait daz edel und unedel essent uff der erde.
Ebd.
174, 13
:
ye lenger nagel ain man hät, ye edler er ist.
Müller, Nördl. Stadtr. (
schwäb.
,
1416
/
22
):
welcher biderman oder frawe, sie sein edel, burger oder bawrslüte, burger mit geding werden.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Dise edelfraw, die also dem warmen almuesen geen Kilberg nachgewandlet.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Edling / Juͤngling / von edlem blut her / von adeliche͂ stammen.
Klein, Oswald
112, 166
(
oobd.
,
1438
):
got hat drei tail geordent schon | [...] | gaistlich, edel und arbaiter.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
darunder warn recht Kernner, edel-, purger- und pawrenkinder.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
79, 27
;
Reichert, Gesamtausl. Messe
3, 2
;
Williams u. a., a. a. O.
203, 18
;
Merk, Stadtr. Neuenb. ;
Koller, a. a. O. ;
Grossmann, a. a. O. ;
Mylius
G 7v
;
Henisch ff.;
Rwb  f.; ; ;
Dietz, Wb. Luther ;
Vgl. ferner s. v.  4, ,
1
 23,  1,  2,  2, .
2.
Anrede- bzw. Benennungstopos (meist, aber nicht ausschließlich für Personen verwendet), der häufig in Kombination mit anderen Adjektiven, die die Stellung der Bezugsperson bzw. des Bezugsgegenstandes herausheben, benutzt wird; in der Form
edle mutter
sowie in der Superlativform
edelste frau
auch für Maria verwendet; Spezialisierung zu 1.
Syntagmen:
der edle herre / jüngling / könig / name / ritter / römer, die edle frau / gemeinde / keiserin / königin / mutter / römerin / stat, das e. blut / buch / königreich / volk / wappen / weib
;
die edlen leute / mannen
; in Doppelformeln in Kombination mit folgenden Adjektiven belegt:
erenfest / ersam / erwürdig / fest / hochgeboren / hochgelert / streng / weise / wolgeboren
.
Wortbildungen:
edelkeit
1.

Belegblock:

Luther, WA (
1524
):
Die edle mutter hat geborn, den Gabriel verhies zuuorn.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, zu
1354
):
da starp der edile herre Gerlach.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1619
):
Edelste Fraw Hoͤchste Fuͦrstin | Himmels vnd der Erden.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
210, 31
(
thür.
,
1474
):
So ewer edelkeit uns zweyer parthe schrifte (gesant hat).
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
130, 6, 2
(
schles.
,
1434
):
Wir [...] Empiten dem Edeln Albrecht von Coldicz [...] vns gnode vnd allis gut.
Rapp, UB Stuttg. (
schwäb.
,
1436
):
an den edlen hochgeborenen Herren Grafen.
Ebd. (
1476
):
Margreth Brennerin [...] hat einer edeln frawen, genannt die Rechbergerin [...] etwas von beclaidung zu kaufen gegeben.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
2, 3
(
mslow. inseldt.
,
1577
):
Jm Richterambt des Edlen vnnd Veśten Herrn Hanśen Schiefferers.
Karnein, Salm. u. Morolf
17, 5
;
Bindewald, a. a. O.
50, 3
;
Wattenbach, Urk. Rauden ;
Gille u. a., M. Beheim
55, 22
;
266, 3
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern ;
Morrall, Mandev. Reiseb.
99, 27
;
Sappler, H. Kaufringer
4, 77
;
84
;
5, 521
;
14, 157
;
Rapp, a. a. O. ; ;
Fischer, Eunuchus d. Terenz ;
Heydn. maister
38r, 15
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
12, 53
;
Klein, Oswald
19, 150
;
161
;
82, 2
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
27
;
Vgl. ferner s. v.  1, ,  2,  6, ,  3, .
3.
›vorzüglich, hochwertig, vortrefflich, schön‹ (überwiegend von Bezugsgegenständen konkreter Art sowie von Abstrakta gesagt, die andere hinsichtlich ihres materiellen Wertes, ihres Aussehens, ihrer künstlerischen Qualität, Wertschätzung übertreffen); damit auch: ›wertvoll, kostbar; nützlich‹; anschließbar an 1.
Gegensätze:
vgl. (Adj.) 2.
Syntagmen:
etw. e. sein / schmecken, etw. für sich e. halten
;
der edle diamant / fisch / geist / schaz / vogel / weihrauch / wein, die edle art / blust / creature / musik / sprache / stat / wundsalbe, das edle bad / blut / geschmeide / gestein / gewand / gold / horn / kleid / papier, die edlen falken / früchte / glieder / kräuter / reben / steine
.
Wortbildungen:
edelgestein
(häufig belegt),
edelholz
,
edelhort
›angenehme Zeitspanne‹,
edelkeit
2 (häufig belegt),
edelschaz
,
edelstein
,
edelwurz
eine Pflanze (möglicherweise Enzian; vgl.
Marzell
2, 626/9
s. v.
Gentiana lutea
, Pflanze ist „sehr geschätzt“),
edlung
›Veredlung‹.

Belegblock:

Alberus, Barf. (
Wittenb.
1542
):
Er sahe im Himel viel Stuͤle [...] geschmuͤckt mit Edlen Steinen.
Luther, WA (
1533
):
Da sind nu soviel jrdische odder himlische creaturn, [...] eines herrlicher und edler denn das ander, Gold besser denn bley, silber besser denn stro, eddel stein besser denn wacken.
Ebd. (
1533
):
Der Reben ist doch ein Edel holtz fur allen andern.
Ders. Hl. Schrifft.
1. Kön. 10, 2
(
Wittenb.
1545
):
sie kam gen Jerusalem mit [...] viel Golds vnd Edelgesteine
[
Mentel
1466:
edel gestein
; nd. Bibel 1478:
kostlicke ghesteinte
].
Ebd.
1. Kön. 10, 18
:
der könig macht einen grossen stuel von Elffenbein / vnd vberzog jn mit dem edelsten
[
Mentel
1466:
rotem
; nd. Bibel 1478:
blinckendem
, 1522:
schindendem
]
Golde.
Ebd.
Jes. 5, 2
:
MEin Lieber hat einen Weinberg [...] verzeunet [...] vnd edle
[
Mentel
1466:
derwelten
]
Reben drein gesenckt.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 19
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Des keyssers dochter [...] hat ouch vff yrme heubte ein gulden krone volle edelles gesteynes.
Schmidt, Frankf. Zunfturk. (
hess.
,
1511
):
so gemacht syn glich saphiren, amantisten, diamanten zy(ttrin), robyn oder andern etelsteynen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
20, 20
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Du meinest leicht, das alter sei ein edelhort?
Neumann, Rothe. Keuschh.
3563
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
der saffir [...] ist vil edeler danne das golt.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
22, 26
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Dy genumetin tuchir eyn iclichis ist von vumf tusint guldin floren durch der edilkeit des gesteynis dy dorin getragin syn.
Pyritz, Minneburg
5210
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Sin
[Adler]
edelichs rein gevider | Daz macht und auch sin edele art | Daz mir nie vogel lieber wart.
Gille u. a., M. Beheim
23, 57
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
darumb lob ich die edlen musica.
Franck, Decl.
344, 6
(
Nürnb.
1531
):
Der mensch [...] hat nichts edlers vnd liebers dann sich selbs.
Schorer, Sprachposaun
51, 21
(o. O.
1648
):
die jtzige Frantzosen jhre Gedichter [...] fuͤr sich so edel vnd voͤllig halten.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
dis sint die hindernisse des goͤttelichen minneclichen influsses des edelschatzes der do verborgen blibet.
Cirurgia H. Brunschwig
32vb, 3
(
Straßb.
[
1497
]):
Etwan geschicht ouch ein zerknytschu͂g [...] in den inneren edlen gelidern.
Wickram
4, 33, 6
(
Straßb.
1556
):
die fruchtbaren beum mit irer edlen und wolschmackenden bluͦst.
Rohland, Schäden
391
(
nalem.
/
schwäb.
,
1400
/
33
):
ein edel wunt salb.
Goldammer, Paracelsus
4, 247, 21
(
1530
):
Ein einhorn hat das edlist horn.
Maaler (
Zürich
1561
):
Angelica / Ein edelwurtz.
Morrall, Mandev. Reiseb.
10, 12
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Constantinopel ist gar ain edlu schoͤnu statt.
Ebd.
105, 26
:
der mensch ist die edlest creatur uff der erde.
Ebd.
138, 17
:
das gewand ist [...] als edel als man es finden mag.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz herz hât zwai kämerlein, [...] dar inne ist edelz pluot und die edeln gaist.
ain habich. daz ist gar ain edel vogel.
golt [...] ist auch edler dann ander gesmeid.
McClean, Havich
3688
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
das gepain so edel smakt | als wer es balsam vol.
Steer, K. v. Megenberg. Sel
177
(Hs. ˹
moobd.
,
1411
˺):
die sel ist ein form vnd edlung des leibs.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Morrall, a. a. O.
101, 23
;
Hulsius
F ijr
;
Henisch ff.;
Veith, Bwb. ;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 48
;
Dietz, Wb. Luther ;
Vgl. ferner s. v.  1, , (V.) 1,  4, ,  4,  1,  2,  2.
4.
›gottgefällig, Gott nahe bis ähnlich, unter religiösen Aspekten herausgehoben; himmlisch, göttlich‹; auch: ›tugendhaft, gut‹; als Benennungstopos: ›heilig‹; offen zu 5.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
 1,  8, , (Adj.) 1, (Adj.) 3, ,  4; vgl.  1,  6, ,  1, ,  5, .
Syntagmen:
j. / etw. e. sein
;
jn. e. erschaffen
;
der edle acker / gedanke / geist / mensch, die edle braut / creatur / frau / kraft / magd / sele, das edle gewissen / sakrament / stük / wort
.
Wortbildungen:
edelkeit
3.

Belegblock:

Luther, WA (
1520
/
1
):
das edliste. beste hohiste stuck des me͂schen. der geyst. durch den glawben frum vnnd gerecht bleybt.
der Bapst [...] reisset die edlen seelen von Christo durch seine lesterliche menschen lere.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Unser herre lêret uns [...], wie edel der mensche geschaffen ist in sîner natûre.
ez ist ein edelriu stat diu kirche dan diu strâze.
Jostes, Eckhart
91, 2
f. (
14. Jh.
):
wir mohten bekennen die edelkeit gotes und die edelkeit der sele.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Doch ist got vil edellîcher in dem bilde, dan daz bilde sî in gote.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1619
):
Ein edle Braut des H. Geists, | [...] | Muͦtter Gottes.
Sermon Thauleri
1vb, 35
(
Leipzig
1498
):
Dy sele hat drei edel crefft in den sie ist ein war bilde der heiligen dreiualtikeyt.
Ebd.
9ra, 12
:
als vil der geist edeler ist dan das fleisch.
Dietrich. Summaria
22r, 30
(
Nürnb.
1578
):
Nun folgen etliche schoͤne gleichnussen / vom Euangelio / wie ein edel / theur / vnnd gewaltig wort es sey.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
unnser glaub ist edel.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
, Hs.
1359
):
stein von dem der edel Paulus sprach.
Lauater. Gespaͤnste
21v, 6
(
Zürich
1578
):
es was zuͦ Rom ein edle from͂e eerliche / darzuͦ ryche / junge / schoͤne frauw.
Sappler, H. Kaufringer
17, 175
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ain engel ist ain edler gaist.
Bauer, Geiler. Pred.
315, 13
(
Augsb.
1508
):
die seel der menschen / die got also hoch und edel erschaffen hat.
Quint, Eckharts Pred. ; ; ;
Vetter, a. a. O. ;
Dietz, Wb. Luther .
Vgl. ferner s. v.  11,  1,  1,  2.
5.
›von vornehmer Gesinnung, edlem, gutem Wesen; ehrenvoll, unter moralischem Aspekt herausgehoben‹; von Menschen und ihren Qualitäten gesagt, häufig als Forderung an sozial hochgestellte Personen formuliert (vgl. dazu 1), Teil einer den Gegensatz zwischen adliger Geburt und nicht vorhandener adliger Gesinnung betonenden Adelskritik; im Einzelfall nicht klar abgrenzbar von und offen zu 4.
Bedeutungsverwandte:
 12, , , ; vgl. (Adj.) 2, , (Adj.) 3,  1, (Adj.) 7, , ,
1
 1.
Gegensätze:
; vgl. (Adj.) 6,  1,  4.
Syntagmen:
j. e. sein
;
jn. e. heissen / machen
;
der edle geist / mensch / wille, das edle gemüt
.
Wortbildungen:
edeling
2,
edelkeit
4 (häufig belegt; dazu bdv.:  2, , s. v. , Adj., 1, ; dazu ggs.: ),
edeln
›veredeln, vervollkommnen, adeln‹ (häufig belegt; dazu bdv.:
2
 1).

Belegblock:

Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
de dridde werdeheyt ist, daz duͦ, herre, den menschen gewerdet hast vnde geedelt.
Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Edel macht das Gemuͤth / vnd nicht das Gebluͤt.
Edle Gemuͤther trachten nach Lob vnd Ehr / der Poͤffel nach Geld vnd Gut.
Luther, WA (
1521
):
und haben ßo viel edler geyster den stanck, mist und unflatt mussen herbergen.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der wille ist sô vrî und sô edel, daz er von keinen lîplîchen dingen ennimet, sunder von sîner eigener vrîheit würket er sîn werk.
Jahr, H. v. Mügeln
2279
(
omd.
, Hs.
1463
):
des keisers kint ist edel nicht, | wo das sin werk unadel ticht; | untugent ist der eren tot.
Thür. Chron.
9r, 5
(
Mühlh.
1599
):
Der ist Edel / welchen seine Tugendt Edel macht / die Geburdt macht einen Narren / Buben vnnd Schalck nicht Edel.
Franck, Decl.
334, 36
(
Nürnb.
1531
):
Alle knechtschafft ist einem freyen / edlen / sinreichen / wolaufferzognem menschen vnleidlich.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Diser minne trunckenheit hat an allen userwelten menschen alle herheit, edelkeit, zartheit, fruńd und guͦt verkeret in ein verworfenheit.
daz gemint hertzentrut ist, des minne do alleine die sele edelt.
Eichler, Ruusbr. steen
1130
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
so git er [vnser himelscher vatter] eine iegelichem svnderliche nach der edelkeit sins wesens vnd siner vͦbunge.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
er derwelt lieber edelich
[
Luther
1545, 2. Makk. 14, 42:
ehrlich
]
zuͦ sterben · wann werden vntertenig den súndern.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 221, 10
([
Augsb.
]
1548
):
Niemandt ist Edel dann den der muͦt | Edel machet / und nicht das guͦt | Dann aines tails seind Edelinge | Das ander Eselinge.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Diser fürst, der hat vast edlich und wol an mir getan.
Thür. Chron.
9v, 9
;
Henisch  f.;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 47
.