gros,
Adj.;
Uml.; 1 für die Dimensionierung; 2 und 3 für vergleichsweise überdurchschnittlich vorhandene Eigenschaften verschiedener Art; daraus als Spezialisierungen unterschiedlichster Richtung ausgegliedert 4-16; Position 17 zum Ausdruck der Gradierung; 18 mit Phrasemen.
1.
›in bestimmter Weise dimensioniert (vorwiegend räumlich), eine bestimmte Größe habend, von einer bestimmten Größe‹.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
94, 15
(
Frankf.
1535
):
nim bewerten gůten tiriackes / einer halben haselnuß groß.
M. Cunitia. Ur. Prop.
150, 2
(
Öls
1650
):
In gegenhalt des Meridiani wird angezeigt [...] wie groß der Bogen im Æqvatore sey.
Rupprich, Dürer
2, 48, 147
(
nobd.
,
um 1500
):
Dornoch sichstu mit plo verczeichnett den kopff, alß er vff daz gröst ist.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
26
(
mslow. inseldt.
,
1512
):
ayn yde(r) huel sol so grosß seyn doß 14 par(e)n auffs wenygest dar ayn geen.
Ebd.
69
(
1537
):
Sÿ sollen [...] den päckern bephelhen wie gross sÿ ein läb prot pachen sollen.
2.
von räumlich, flächig oder (selten:) linear gedachten, eher konkreten Bezugsgrößen gesagt, deren Umfang, Ausdehnung das übliche Maß übertrifft; im allgemeinen mit nhd. ›groß‹, je nach Bezugsgröße unterschiedlich, z. B. mit ›lang (linear)‹, ›ausgedehnt (von Inseln, Städten)‹, ›breit (von Flüssen)‹, ›weit (vom Himmel)‹, übersetzbar.
Wortbildungen:
grosächtig
›ziemlich groß‹,
grosäderig
,
grosaugig
,
grosbauchet
1 ›dickbäuchig‹ (a. 1528/9),
grosbild
,
grosbrot
(eine Pflanze),
grosbuchstabe
, ˹
grosdarm
,
grosgedärme
,
grosingedärme
, wohl jeweils ›Darmschwellung‹˺,
grosdarmgrim(mat)
›Dickdarmkolik‹,
groseisenkraut
,
grosfussig
›mit gutem Gangwerk versehen‹,
grosvogel
›wilde Gans‹ (a. 1566),
grosfolio
,
grosgamander
(eine Planze),
grosgehörnt
›langhornig‹,
grosgrind
,
groshaupt
,
grosheit
1,
grosklettenkraut
,
groskopf
(zu den Bedeutungen s. u. den Beleg
Henisch
),
grosköpfig
,
groslebsig
›großlippig‹,
grosmaus
,
grosnase
,
grosnasig
,
grosnaterwurz
(eine Pflanze, möglicherweise ›Dragon, Artemisia species‹; Marzell
1, 428
),
grosnepper
›großer Bohrer‹ (a. 1581),
grosnessel
,
grosor
›Mensch mit grossen Ohren‹; dazu ütr.: ›Mensch mit gutem Gehör‹,
grosörig
,
grospappel
,
grosplak
wohl ›wolfszahnähnliches Zaumgebiß der Pferde‹ (Grundwort zu
placken
›plagen‹; Dwb
7, 1873
),
grosquarto
,
grosschrittig
(wie
grosfussig
),
grosstein
›Felsen, Felsvorsprung‹,
grossteinbrech
(eine Pflanze; zur Bestimmung s. Marzell
2, 437
),
grosstirnig
,
groswolfsmilch
,
groszanig
,
grosziemer
›Wacholderdrossel‹ (vgl. Suolahti, Die dt. Vogelnamen.
1909, 64
).

Belegblock:

Anderson u. a., Flugschrr.
19, 8, 19
([
Eilenb.
]
1524
):
darumb hat der guttige haußuatter / seinen thewren acker / mit so vil vnkrauts / ya grossen kloͤtzern lassen vorwusten.
Quint, Eckharts Pred.
1, 415, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
er [got] tuot vil und grôziu dinc durch sie [sêle] und ist zemâle unledic mit ir, und daz ist von ir grôzheit
[räumlich gedacht]
in der si gemachet ist.
Ders., Eckharts Trakt.
28, 1
:
ich erbæte steine und erwürbe sie, ob ich möhte, die grôz wæren und der vil: ie sie mê wæren und grœzer, ie sie mir lieber wæren.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
146, 11
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Er hait eyn groß hare / das was krüse vnd swartze.
Froning, Alsf. Passionssp.
7649
(
ohess.
,
1501ff.
):
ich sehe ein groysßen steyne | ligen uff dem grabe.
Knape, Messerschmidt. Bris.
35, 151
(
Frankf./M.
1559
):
sein gezelt (das da sehr koͤstlich vnd groß was).
Jahr, H. v. Mügeln
133, 2369
(
omd.
, Hs.
1463
):
krusp unde dick wirt im [mensch] sin har, | sin ougen groß, sin oren klein.
Jostes, Eckhart
56, 23
(
14. Jh.
):
Nu sag mir: wi groz ist die sel? Sanctus Augustinus sprach: Di sel ist alz grozz, daz si himelrich noch ertrich nicht erfullen mugen dan got alein.
Neumann, Rothe. Keuschh.
5374
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
ein zungen her [sittich] had di ist gross.
Volkmar
88
(
Danzig
1596
):
Capitosus. ein Großkoͤpffiger.
Ebd.
696
:
großaͤderig / dick / grob.
Mylius D
5v
(
Görlitz
1577
):
Turdus Kramet vogel / Groß ziemer / drussel).
Gerhardt, Meister v. Prag
33, 6
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
unde liess die stat alsso weit unde gross machen, das sie drey tagereissen umbe hatte.
Ebd.
699, 25
:
wart der Reyn also gross, das her husser unde dorffer [...] enwegk furte.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
26v, 16
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
ich spreche / das es heyl, wen dy wunden nicht groß / ist; ist sy aber groß, so kan dy bunde nicht / wol geheille.
Voc. Teut.-Lat. m viijv (
Nürnb.
1482
):
Großaugiger. buttalmon. buthalmus. [...]. Großgamander. camipiteos. [...]. Großlebssiger. labrosus [...]. Großnessel. archanglica. [...]. Großpappel. bismalua. od’ bischwurtz od’ weyßpappel. [...]. Großfussiger. od’ großschrittiger. gressutus. [...]. Großtzaniger. dentosus. [...]. Großprot. sabana herba quedã [...] Großeysenkraut. oder schartey [...]. Großstein od’ schroffen. scopulus [...]. Großmauß. od’ wassermauß. spitzmauß. veltmauß. od’ ratz. sorex. [...]. Großnasiger. nasosus. nasutus [...]. Großpuchstab. apex. [...]. Großstainprech. od’ weylandt h’ba filipendula.
Rupprich, Dürer
1, 162, 29
(
nobd.
,
1520
):
Selant hat 7 jnsuln, und zu Ernig, da jch über nacht lag, ist die grost.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
263, 23
(
Nürnb.
1548
):
weñ gleich grosse wasserflut / das ist / allerley anfechtung / vñ vnglůck daher kommen.
Menge, Laufenb. Reg.
1473
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Syne kinde die sint gestalt | Als ich dir hie sage gar bald | Oberthalb sindt sú groß | Vndenen cleiner doch ze moß | [...]. | Jr munde der ist grosse vnd wyt | Klein hare In die nature git | Ir brust ist groß doch so sint klein | Ir schenkel vnd ir bein.
Bremer, Voc. opt.
1134
(
schwäb.
/
moobd.
,
15. Jh.
):
Exta eingewayd [...] grosgederm [...] grosinggedárm [...] groͮsgedaͤrm [...] Exta [...] significat intestina magna.
Ebd.
43074
(
wobd.
1328ff.
):
Colica werwnt [...] groz daͤrm grimm [...] grosßdarm grimmat [...]. Colica [/-ce] est passio intestini penultimi dolorosa, qua fit difficilis exitus eius, quod egeritur per naturam. Et dicitur [colica].
Ebd.
50305
(
oalem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Lupacium grosblack.
Dasypodius
482v
(
Straßb.
1536
):
Großgrind. Capito.
Ebd.
483r
:
großOerig. Auritus.
V. Anshelm. Berner Chron.
2, 224, 13
(
halem.
,
n. 1529
):
hattends mit im ein hůbsche, grosskuͤrnte, brune tringelků mit eim grossen kranz ingefuͤert.
Maaler
193r
/v (
Zürich
1561
):
Großkopff / der ein grossen kopff hat. Capito. [...]. Großnaß (die) Der ein grosse nasen hat. [...]. Großor / Der grosse oren hat / oder ein guͤt gehoͤr. Auritus. [...]. Großstirnig. Fronto, frontonis.
Morrall, Mandev. Reiseb.
27, 10
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
der turn ist an der groͦssin wuͤstin von Arabia.
Sappler, H. Kaufringer
9, 15
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ain pad ward da den zwaien | beraitt in ainen zuber gros.
Haszler, Kiechels Reisen
308, 9
(
schwäb.
,
n. 1589
):
do güengen wür wüderomb nach dem closter und besahen den grosen templ.
Henisch
1753
-6 (
Augsb.
1616
):
Grosaͤchtig / grandiusculus, maiusculus, subgrandis [...]. Grosbild / ein Ruland / colosus, statua ingentis magnitudinis [...]. Großklaͤtten kraut (das) Persolata [...]. Groshaupt / grosskopff / capito [...]. Groskopff / ein art deß Fisches / labeo, piscis [...] labia habens crassa. [...]. Großnaterwurz (die) Dracunculus. [...] Groswolffsmilch / sonchus arborescens [...]. Grosser ars / gros gesaͤß / Ein grosser Vogel will ein groß Nest haben [...]. Das grosse ist allzeit (allweg) ein ellen faul. Die kleinen wasser lauffen in die grosse.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
19, 45
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
sich besleust in deiner schos, | den nicht mocht der himmel gros | besliessen dort oben.
Klein, Oswald
19, 193
(
oobd.
,
1416
):
In grossen wassern michel visch | facht man mit garnen strecken.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.
127
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
wann ain puch wirdet groz vnd daz ander chlain geformiret.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
2716
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein altt geschriben dinn buch in großquarto.
Ebd.
2725
:
Ein überlengt buch in großfolio.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
3, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
In Asia gelegen, | ein stat was michel und gross.
Zingerle, Inventare
39a, 7
(
tir.
,
1460
):
6 feüchteine fässer, chlaine vnd grasße.
Quint, Eckharts Pred.
1, 30, 5
;
Tiemann, a. a. O.
167, 7
;
v. Liliencron, a. a. O.
3, 19
;
4, 6
;
Rupprich, a. a. O.
1, 151, 12
;
Dasypodius
472r
;
483r
;
Dietz, Wb. Luther
2, 173
;
Schles. Wb.
1, 458
;
Schwäb. Wb.
3, 856
;
859
.
3.
von eher abstrakten Bezugsgrößen sehr unterschiedlicher Art und (vereinzelt) von Handlungen, Zuständen gesagt, deren charakteristische Eigenschaften in einem den Durchschnitt, das Erwartbare, Übliche übertreffenden Maße vorhanden sind; ›groß‹; im einzelnen z. B.: ›stark (von Witterungserscheinungen, Naturereignissen u. ä.)‹; ›ausgeprägt (von Haltungen)‹; ›hoch (vom Alter)‹; ›abgefeimt (von Dieben)‹; ›dicht (von Rauch)‹; vereinzelt: ›lang (von der Zeit)‹.
Bedeutungsverwandte:
, , ›Wunderwerk‹, ›Achtung, Ehre‹ (um 1510),  2, , , ›Wunderzeichen‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
463
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die tugent die dar an geschach | Daz Got den menschen loste, | [...] | Die waz groz an zu sene.
Mieder, Lehmann. Flor.
352, 11
(
Lübeck
1639
):
Mancher kan ein groß Fewer aus einem Funcken anblasen.
Luther, WA
10, 1, 1
(
1522
):
ßo wirtts gott der rechte richter hie nitt leyden, das eyn groß dieb den kleynen henge, ßondern, soll der grosse loß seyn, ßo muß viell mehr der kleyne loß seyn.
Ebd.
21, 485, 29
(
1544
):
Und ist also dis geschenck und gnade viel groͤsser, uberschwenglicher und mechtiger denn alle suͤnde auff Erden.
Ebd.
28, 296, 28
(
1529
):
Jch mercke deine Kunst und boͤse tuͤcke wol, du thust solches darumb: die grossen Suͤnde und groben knoten deckestu zu.
Ebd.
28, 517, 21
(
1529
):
Es ist ein grosse sache regieren und kein Weiser begerts, viel ein groͤsser ding ists umb Geistliche Regiment oder umb die Seelsorge.
Ebd.
30, 2, 126, 13
(
1529
):
Weil denn nu des Mahometh Alkoran so ein grosser manchfeltiger luͤgen geist ist, das er schier nichts lest bleiben der Christlichen warheit: wie solt es anders folgen und ergehen, denn das er auch ein grosser mechtiger moͤrder wuͤrde.
Ebd.
33, 609, 22
(
1531
):
wer das kleine nicht mag und verachtets, dem wird das grosse auch nicht.
Ders. Hl. Schrifft. 1. Mos.
7, 11
(
Wittenberg
1545
):
das ist der tag, da auffbrachen alle Brünne der grossen Tieffen
[
Mentel
:
abgründe
].
Quint, Eckharts Pred.
2, 295, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Nû wænent etlîche liute, daz sie gar heilic sîn [...], und nement sich an grôzer dinge und grôzer worte.
Ders., Eckharts Trakt.
198, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Die niht von grôzem wesene sint, swaz werke die würkent, dâ enwirt niht ûz.
Ebd.
271, 9
:
ie der strît mêrer und sterker ist, ie ouch der sie und diu êre des siges grœzer und lobelîcher ist.
Ebd.
275, 6
:
Man sol gote ê bîhten dan den menschen, und, ist man schuldic, die bîhte vor gote grôz wegen und sêre strâfen.
Ebd.
302, 7
:
der im [got] des ganz getriuwet, der nimet und hât als vil in dem minsten als in dem aller grœsten.
Karnein, Salm. u. Morolf
653, 5
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
da was mit starcken listen | groß heiltum verwircket in.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
865
(
mrhein.
,
um 1335
):
Kein sunder dar an virzwiueln sal, | got ist grozer gnaden vol.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 199, 16
(
Schwabach
1524
):
Es ist große zeit, daß wir got bitten, auf daß der teufel mit seinem gespens uns nit schad.
Schmitt, Ordo rerum
484, 23
(
omd.
,
1466
):
Grandeuus großaldig.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
705, 4
(
thür.
,
1421
):
allso man schreib noch Cristus gebort 1363 jar, unde ys vil gar eyn grosser snee.
Logau. Abdank.
167, 12
(
Liegnitz
1651
):
Der zeitliche FRJEDE / ist vielmals eine Ruh / zu desto groͤsserer Unruh.
M. Cunitia. Ur. Prop.
176, 21
(
Öls
1650
):
die halbe Nacht dort so groß wird / als hier die halbe Tages⸗laͤnge.
Voc. Teut.-Lat. m viijv (
Nürnb.
1482
):
Großaltlich. garaltlich. grandeue. [...]. Großtzeichen od’ wundt’tzeiche͂. indigia. i. prodigia vl’ signa. Großheit großstetigkeit. ingenia.
Ebd. n vv:
Haymlicheit. gotliche offenbaru͂g. gotliche werck. grosv͂porgenheit als in sacramenten.
Ebd. pp ijv:
Wundertzeichen oder großtzeichen [...]. Wunderwerck oder grosere, magnalis.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
104
(
Nürnb.
1517
):
gröser ist der tod Christi dann der tod aller menschen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
103, 5
(
Nürnb.
1548
):
weyl diser trost der best / vnnd groͤssest ist den man kan habe͂.
Vetter, Pred. Taulers
7, 13
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Man beget huͤte drier leige geburt in der heilgen cristenheit, in der ein ieglich cristen mensche so grosse weide und wunne solte nemen daz [...].
Bihlmeyer, Seuse
258, 23
(
alem.
,
14. Jh.
):
Der grif beschiht also: [...] mit einem húglichen wegenne der unmessigen grozheit miner besserunge.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
29, 3
(
els.
,
1362
):
Zů der selben stunt kam ein grosser wint.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
8, 2
(
Straßb.
1650
):
daß die Philosophi die weiseste Leute sein solten; befande aber im werck, daß sie offt die grösseste Narren waren.
Schmidt, Rud. v. Biberach
118, 11
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Wie ist dvͥ vbertreffunge dirre minne als gros, dvͥ alle anduͥr hertzgunge vͥbertrift!
Goldammer, Paracelsus
6, 189, 21
(
1530
):
dann Jerusalem hat nie kein großer gut gehabt, auch gar kein gut als allein Christum.
Menge, Laufenb. Reg.
3077
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Das man me můs sloffen ye | Nach grosser frässerye | Denne obe man messig sye.
Maaler
193r
(
Zürich
1561
):
Ein Groß hertz auff einem kleinen gerüst. [...]. Ein Groß vnd dapffer gemuͤt.
Dreckmann, H. Mair. Troja
7, 20
(
oschwäb.
,
1393
):
do der selb küng Eson also kom in alz grozz alter.
Sappler, H. Kaufringer
3, 41
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
wann sein karkait was so gros, | das sein iemand icht genos.
Ebd.
13, 112
:
von pluot ran ain grosser pach | über sein antlutz vil clar.
Ebd.
14, 604
:
das wir hie in disem haus | nicht verderben von dem fewr; | das ist gros und ungehewr.
Bauer, Geiler. Pred.
316, 6
(
Augsb.
1508
):
wann sy [sel] ist gantz nider geschlagen mit irer verstentnus / in irdische ding / [...] / darinn sůcht sy lust / die schaͤtzt sy groß und hat sy lieb.
Barack, Zim. Chron.
1, 112, 11
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Antwurt im herr Albrecht, es nem in das grössest wunder, das er alle seine täg [...] gehört het.
Henisch
64
(
Augsb.
1616
):
auß einem geringen dinge wirt etwas grosses gemacht.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
356, 31
(
oobd.
,
1349
/
50
):
und ist sein [Amomun] smack grœzer wan der rauten smack.
Klein, Oswald
9, 72
(
oobd.
,
1421
?):
das wir uns müssen schaiden | von allen lusten, freuden, güt und eren gros.
Ebd.
114, 63
:
swërlich bewegt man im da legt | mit grossem valsch auf seinen hals | ain chreutz.
Ebd.
116, 46
:
Es ist ain alt gesprochen wort, | recht tün, das sei ain grosser hort.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
84, 20
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Sy [haberschreckh] flugen an vill enndten so dickh, als wie grosser rauch.
Mell u. a., Steir. Taid.
159, 16
(
m/soobd.
,
1. H. 16. Jh.
):
welcher aber graß eehaftn ungehorsam erschin, den hat der richter macht zu strafen.
Bauer, Imitatio Haller
90, 4
(
tir.
,
1466
):
es sint offt gros heiligen swerleichen gefallen durch ir grosses wolgetrauen.
Piirainen, Stadtr. Sillein
35b, 3
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
doch ist deyn parm | herczighayt noch vil manich valt groͤzer.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
37, 25
(
mslow. inseldt.
,
1606
):
dz śie wider eines Erwürdigen Raths offenlichen verbott śich śtets Zuśammen gehalten, vnd hiemit von ihnen groß ärgerniß gegeben.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
628, 3819
;
Quint, Eckharts Pred.
1, 399, 8
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
5, 19
;
14, 30
;
22, 36
;
Mone, Adt. Schausp.
1, 666
;
Rupprich, Dürer
1, 160, 119
;
Dietrich. Summaria
21v, 33
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 4, 1
;
132, 5
;
Fischer, Brun v. Schoneb.
413, 13
;
Vetter, Pred. Taulers
103, 15
;
Lauchert, Merswin
5, 29
;
29, 33
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
11, 1
;
Thiele, Minner. II,
21, 90
;
Sappler, a. a. O.
14, 78
;
Dirr, Münchner Stadtr.
386, 20
;
Klein, a. a. O.
32, 46
;
Grossmann, a. a. O.
197, 2
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
11
;
91
;
Grothausmann, a. a. O.
40, 11
;
Dietz, Wb. Luther
2, 172
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
157
.
Vgl. ferner s. v. (
das
1, ,  2,  2, ,
1
 3, , ,  1,
2
 3,  1,  3,  9,
1
(
der
1.
4.
›von hohem Wuchs, im Vergleich zu anderen groß gewachsen (von Personen, Tieren); hoch (z. B. von Bäumen, Felsen)‹.
Wortbildungen
grosholz
, wohl ›Langholz‹ (dazu ggs.: ; a. 1516),
grosleibig
.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
43, 12
(
14. Jh.
):
Wer er ein man alzo grosz, daz im daz haubt an den himel ging.
Thür. Chron.
4v, 7
(
Mühlh.
1599
):
ein Weib / die hies Theotonica / die war sehr groß / von deß deß vorgemelten Trabettæ Geschlechte.
Ebd.
7v, 13
:
da moͤchte er [Hannibal] vor grossen Felsen nicht vber das Gebirge kommen.
Schmitt, Ordo rerum
439, 25
(
omd.
,
1466
):
Procerus großlibick.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
14a, 19
(
thür.
,
1421
):
sso plagitte sie got an yren kyndern, [...], das die alsso ssere wuchssen unde alsso gross worden, das sie die eldern nicht [...] erneren kunden.
Ebd.
21, 6
:
der Nemrot was eyn resse zwelf ellen langk, her was eyn grosser unde eyn starker man.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
10, 9
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ouch ist do eyn boum den wir heysin den durren boum, und ist michil groz und ouch dicke.
Jahr, H. v. Mügeln
114, 903
(
omd.
, Hs.
1463
):
ein burk, der ersten pforten pflak | ein rise groß und ungehür.
Menge, Laufenb. Reg.
1440
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Wisse ouch das alle sine kinde | Grosse an Irem lyb sind.
Dreckmann, H. Mair. Troja
9, 23
(
oschwäb.
,
1393
):
darnach must er streiten mit ainem grozzen traken.
Henisch
1755
(
Augsb.
1616
):
Groß vn vngestalt.
Wunderlich, Fierrabr.
5, 1
;
v. Tscharner, a. a. O.
38, 13
;
Wyss, Luz. Ostersp.
8799
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
128, 9
;
Brack e
2r
;
Schwäb. Wb.
6, 2071
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1,
1
 2.
5.
›erwachsen (meist von Menschen, auch von Tieren)‹.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
351, 8
(
Lübeck
1639
):
Reicher Leut Toͤchter / vnd Armer Leut Kaͤlber werden bald groß.
Luther, WA
24, 20, 20
(
1527
):
das kind neun monat lang ynn mutter leibe ligt, und darzu nicht ehr volkomen wirdt denn bis es gros und menlich ist.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
188, 6
(
preuß.
,
1578
):
hatt der heuptman einem armen gertner 3 grasse schweine zu Kobelbude genomen, geschlacht.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
1451, 28
(
rhfrk.
,
um 1435
):
wir sin nü me dan zehen jar hie gewest / So ist üwer son nü groß.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
14, 3
(
thür.
,
1421
):
Do machte got Adam uf dem acker damasceno von eyme rothen erdenclosse zu eyme grossen volkomen manne.
Maaler
194r
(
Zürich
1561
):
Groß werden / Wachsen.
Chron. Augsb.
1, 222, 13
(
schwäb.
,
15. Jh.
):
kom ein groß weter und erschlůg 3 gros töchter in dem veld.
Vgl. ferner s. v. (
das
1.
6.
›schwanger (auf die Person und auf den Leib bezogen)‹; mehrfach als Hypallage gebraucht.
Phraseme:
grosses kindes sein / werden / gehen; gros eines kindes sein / gehen; gros (mit einem kinde) gehen; gros zum kinde sein
u. ä.
Wortbildungen:
grosbauchet
2,
grösse
6 ›Leibesumfang bei Schwangerschaft‹.

Belegblock:

Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
125, 35
(
rhfrk.
,
um 1435
):
verbenent üwer hußfrouwe vff yren lijp / [...] dan sye geet groß mit eym kinde.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
260, 14
(
thür.
,
1421
):
die gyngk gross unde was nahe das sie geligen sulde.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 164, 32
(
obd.
,
1525
):
Hůrenwirt. Was můß aber einer geben, so er eim münch ein kind macht? [...]. Nun gond doch vil münch daher mit großen beuchen wie die schwanger frowen. Kůnz. Es sind die gůte bißlin und schleck, die in die beuch groß machen
(Wortspiel).
Sachs
8, 348, 3
(
Nürnb.
1545
):
dein groß schwangerer leib | Wirdt unser beyder lieb verrathen?
Ebd.
17, 243, 24
(
1562
):
Allda er auff den kirchhof stahn, | Samb wer er ein großbawchent weib | Und wer sehr groß schwanger von leib.
Chron. Strassb.
137, 10
(
els.
,
1362
):
frowen die gros kindes werent.
Ebd.
444, 12
(
A. 15. Jh.
):
do dis die künigin enpfant, die gros kindes ging, do genas sü von schreken eines unzitigen kindes.
Adrian, Saelden Hort
1149
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
die maget sach | gross an dem lip.
Päpke, Marienl. Wernher
425
(
halem.
,
v. 1382
):
Das och wart an ir balde schin | [...] | Durch groͤssi die von der geschicht | Man an den frowen allen sicht.
Ebd.
2379
:
Joseph, der werde man, | Nach Marien, siner froͮwen, kam | Und vant si swanger, kindes gros.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
267, 17
(
halem.
,
1397
):
si hab ein froͧwen bi ir, dú gaͧt gros eines kindes.
Bachmann, Morgant
91, 16
(
halem.
,
1530
):
du lǎst mich gros eines kindes; zum minsten, wiltu nǔt über mich erbermd haben.
Maaler
193v
(
Zürich
1561
):
Groß seyn / Schwanger seyn / Mit dem kind gon.
Ebd.
366r
:
Schwanger / Die mitt einem kind gadt / oder groß zum kind ist (die) Prægnans.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
15, 1
(
schwäb.
,
1548
):
erstach Hans Leinhartt sein weib, die ging gross mytt einem kind.
Chron. Augsb.
2, 137, 10
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
mein liebe hausfraw Elisabet was große ains kinds.
Eschenloher. Medicus
73, 22
(
Augsb.
1678
):
Nun warde sie im Anfange deß 1612. Jahrs abermal grossen Leibs.
Primisser, Suchenwirt
41, 321
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Josep dem alten dem waz lait, | Da er sach, daz du
[Maria]
werd groz.
Beckers, Spinnr. Ev.
191
;
Sachs
2, 12, 18
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 16, 7
;
Adrian, Saelden Hort
10688
;
Barack, Zim. Chron.
2, 178, 16
;
Serranus
90r
.
Vgl. ferner s. v. .
7.
von schwer belastenden Zuständen, Ereignissen, Einzeltaten, die den Menschen überkommen oder von ihm selbst hervorgerufen werden; ›schwer, groß‹.
Phraseme:
jm. das gröste zue dem wenigsten mit recht nemen
wohl: ›jn. aus Anlaß einer geringen Straftat wieder wegen der größten belangen‹.
Syntagmen:
in der Regel attributiv, z. B.
der grosse kummer / mangel / schmerz / schimpf / verdries, die grosse abenteuer / arbeit / finsternis / gotteslästerung / krankheit / marter / pein / plage / scham / schande / schuld / sorge / sünde / untat, das grosse leiden
; selten prädikativ, z. B.
niederlegung
(›Niederlage‹)
/ pein / sünde g. sein, anfechtung g. werden
.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
194a, 17
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
daz Cůmt von siner grozen vntat, daz her den anderen vnscůldigen lůten den lip wolde haben genomen.
Luther, WA
52, 676, 4
(
1544
):
So sagt jn der Herr von grossem leyden, von angst unnd widerwertigkeyt.
Quint, Eckharts Pred.
2, 629, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
sô diu pîne ie grœzer wære, ie lieber si im wære.
Ders., Eckharts Trakt.
56, 3
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wie vil der heiligen hânt geliten manigerleie grôze pîn.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
24, 20
(
hess.
,
14. Jh.
):
Wylche suster durch grosze schult von deme core und von dem dische uz gescheiden wirt.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
13, 15
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
besserung, von euch kunde mir nach großer missetat noch nie widerfaren.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
244, 17
(
thür.
,
1474
):
uff sente Peters tag, da dy erne unde großte arbeyt herzcuging.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
47, 22
(
omd.
,
1487
):
ßo gar groß vnd swer ist dÿe sunde des ehbruchs, das es auch Jn etlicher maß vnseglich.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
105, 21
(
Nürnb.
1548
):
Darumb ist es ein grosse Gotteslesterung / [...] / wo mã die leut wider die sůnd auff menschen werck weyset.
Wickram
4, 15, 33
(
Straßb.
1556
):
als sie in ein grosse und langwirige kranckheit gefallen ist.
Schorer, Sprach-Verd.
13, 8
(
1643
):
also muß er sich uͤber die Teutsche⸗Sprach verwundern / ist es nicht eine grosse vnd ewige Schande?
Dreckmann, H. Mair. Troja
18, 13
(
oschwäb.
,
1393
):
sich an deinen jungen leib, und verzer den nit so gar uf grozzen zweifel.
Sappler, H. Kaufringer
1, 346
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
der selb wirt und die frawe sein | hetten grossen kummer und pein, | das si nit erben heten.
Ebd.
14, 412
:
die junkfraw ist in grosse swär | auch von seinem rat nun komen.
Klein, Oswald
117, 22
(
oobd.
,
n. 1438
):
der vierd bewaint sein grosse sündt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
172, 35
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
het hertzog Sigmund [...] ainen krieg mit den Venedigern und tett in drey nyderlegung, sunder die letzt was die grosest.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
26, 4
(
mslow. inseldt.
,
1507
):
ob der vorbemelt Balaśch Schindler hiefur Zue künftigen Zeitten mit dem Aller wenigśten was verśchulden wirt, śo śolt man ihn das gröśte Zue dem Wenigśten mit Recht nemen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
122, 15
;
v. d. Lee, a. a. O.
77, 5
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 175, 9
;
Langen, Myst. Leben
167, 8
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
133, 11
;
Klein, a. a. O.
7, 39
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1347
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
24
;
Dietz, Wb. Luther
2, 172
.
8.
von Maßen, Mengen, ungegliederten Ganzheiten, kollektiven Größen konkreter oder abstrakter Art, deren Quantität über das übliche Maß hinausgeht; seltener von konkreten Bezugsgrößen, die in hoher Anzahl begegnen; ›viel, eine große Menge‹.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
in der Regel attributiv, z. B.
der grosse haufe / lon / reichtum / schaz / wein / zins, das grosse gelt / gut / her / volk, die grosse belonung / ere / müe / not / speise / zal, grosse boten / trünke;
seltener prädikativ:
etw.
(z. B.
die manigfaltigkeit / zal
)
g. sein
.
Wortbildungen
grosfal
›Abgabe, die bei Änderung in der Person eines Leibeigenen oder Grundholden zu zahlen ist, eine Art Hauptrecht‹ (ca. 1571; Details zur Sache: Schwäb. Wb.
2, 923
),
grosfältig
›vielfältig‹,
grosgewicht
(laut Glossar der Ausgabe Müller, s. u.: „Gewicht für Waren, die nach dem Zentner gekauft werden“; vgl. aber auch den Beleg im
Voc. Teut.-Lat.
),
grosreich
,
grossigkeit
1 ›Menge, Vielheit‹,
groswage
›öffentliche Waage (wohl für größere Gewichte)‹,
groszehent
›Getreidezehnt‹,
groszol
,
groszoller
(16. Jh.; im Schwäb. Wb.
6, 2072
ohne Bedeutungs- und Sachangabe gebucht).

Belegblock:

Luther, WA
8, 510, 21
(
1521
):
Was wiltu hie thun? Willtu dem grossen, koͤstlichen hauffen ynn yhrer boßheytt widder gottis gesetz folgen?
Ebd.
52, 648, 16
(
1544
):
wenn Christus solte ein weltliches Regiment anrichten, groß gelt und gut seinem volck geben?
Alberus, Barf.
15, 3
(
Wittenb.
,
1542
):
Franciscus sitzt im Himel auff eim hohen Stuel / vnd hat ein grossen lohn im Himel.
Koeniger, Sendgerichte
300, 27
(
mosfrk.
,
1490
):
die kirchenlosunge [...] gibt der grosszehende, nemlich 16 schilling heller.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 10
(
rhfrk.
,
um 1435
):
dar vmb wil ich yme zü myner dochter groß gut geben.
Voc. inc. teut. q ir (
Speyer
um 1483
/
4
):
Mer wl großreich od’ vil.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
111, 4
(
Frankf./M.
1568
):
Wie ich nur groß Gelt vnd Reichthumb | Vnverschempt listig vberkumb.
Schönbach, Adt. Pred.
6, 16
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
hastů diz alles, wie machtu danne habn grozzer eren, grozzer schatz, grozzer herschaft?
Schmitt, Ordo rerum
437, 2
(
omd.
,
1466
):
Quantitas velicheyt [...] grossikyt.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
297, 5
(
thür.
,
1474
):
darvon sy große zcinße unde phlichte gebin mussen.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
146
(
Nürnb.
1517
):
das seind die beischleferin, der zal gros ist.
Voc. Teut.-Lat. m viijv (
Nürnb.
1482
):
Grossigkeit. od’ taylsamkeit an im selbs. vnd groß. quantitas.
Ebd. njr:
Großgewicht. oder pfunt. talentum.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
10, 207, 8
Var. (
Straßb.
1466
):
ander wort der streit iude vnd seiner crefft die er tet vnd seiner groͤslichkeit
[Var. Augsb. um 1475f.:
groͤssigkeyt [...] groͤßlicheyt
; Luther
1545
:
menge
]
die sein nit geschriben.
Roloff, Brant. Tsp.
151
(
Straßb.
1554
):
Vil redlich leüt sunst überall | Deren ich dort hab ein grosse zal.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
33, 21
(
Straßb.
1650
):
so daß ich mit grosser mühe vnd noth, nicht ohne blutigen Kopff [...] durchtrange.
Welti, Stadtr. Bern
337, 32
(
halem.
,
n. 1437
):
wenn einer woͤlte werden meister sines antweͣrkes, das der als vil vnd als grossen win vnd schenki muͤste tůn.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
839, 35
(
halem.
,
1488
):
die groswaͧg gilt der zit des jaͧrs iiij lb.
Sappler, H. Kaufringer
11, 331
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
im was das haupt gar ze swär | worden von den trünken gros.
Ebd.
14, 123
:
da sahen si dört in dem hag | gros volk gen in reiten her.
Müller, Welthandelsbr.
256, 27
(
schwäb.
,
1514
/
5
):
Das ist pesso grosso oder groß gewigt.
Panzer, Seifrid Füetrers
62, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
gross poten sůechen dich in allen lannden.
Karnein, de amore dt.
167, 407
(
moobd.
,
v. 1440
):
es komen vil grosfeltiger schaden dauon.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
689
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
also bedarff er [waluisch] grosser speys aus den andern mervischen.
Luther, WA
28, 682, 13
;
Opel, Spittendorf
14, 3
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
14, 28
;
v. Birken. Erzh. Österreich
65, 23
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
71, 13
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
9, 3
;
Volkmar
414
;
417
;
Schwäb. Wb.
6, 2071
.
Vgl. ferner s. v.  2,  20.
9.
von religiösen, erotischen, psychischen Haltungen starker Hinwendung, Zuneigung zu jm. / etw. oder (selten) gegenüber jm. / etw.; ›intensiv, stark, inbrünstig, innig‹.
Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
meist attributiv, z. B.
der grosse eifer / glaube, die grosse affection / amorschaft / begerung / demütigkeit / feindschaft / freude / innigkeit / liebe / minne, das grosse reuen / verlangen;
selten prädikativ, z. B.
die andacht g. sein
.
Wortbildungen:
grosheit
3,
grosspieler
(a. 1526).

Belegblock:

Luther, WA
10, 3, 360, 23
(
1522
):
Jch mag villycht ein geringer glauben haben, der ander ein groserenn, doch ist es ein glaub durch den ich Christum halt.
Ebd.
17, 1, 252, 32
(
1525
):
Gott solle sie darumb erhoͤren odder ansehen, das sie so viele, so grosse, so andechtige, so heylige gebet sprechen.
Ebd.
22, 182, 33
(
1544
):
Denn solches zu thun, da gehoͤret freilich ein grosser, starcker, gewisser Glaube zu.
Quint, Eckharts Pred.
2, 615, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Unmâzen grôze begerunge sölten wir haben ze der einunge unsers herren gotes.
Ders., Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
man sol sich sacramentlîchen dar zuo vüegen und nâch wîse guoter ordenunge und nâch grôzheit der begerunge.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
294
(
mrhein.
,
um 1335
):
Wan dine minne ist also groz, | daz ich noch nie vant din genoz.
Ebd.
306
:
Wůzent, daz des wibes glaube groz | hat sie gemaht von sunden bloz.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2819
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
rure nicht eines mannes blossen lip, | [...] | unnd din geist zu yme werde so gross | das du sin nicht mogest werden loss.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
204
(
Nürnb.
1517
):
Alsdann entsteet inen so ein grose freud in der zukunft der götlichen botschaft.
Wyss, Luz. Ostersp.
10572
(
Luzern
1545
):
nach Jesu hatt ich gross verlangen.
Maaler
193v
(
Zürich
1561
):
Grosse begird vnd eynbrünstigkeit der eer. [...] Grosse begird zur reüterey habe͂.
Dreckmann, H. Mair. Troja
7, 3
(
oschwäb.
,
1393
):
er het haimlich in dem hertzen wider in vil grozz veintschafft.
Klein, Oswald
114, 46
(
oobd.
,
1436
):
Wol was die barmung michel gross.
Piirainen, Stadtr. Sillein
36r, 31
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Ich mane dich der grozsen minne dy dich do zu twanch.
Quint, Eckharts Trakt.
263, 2
;
275, 3
;
Heydn. maister
3r, 16
;
Schwäb. Wb.
3, 859
.
Vgl. ferner s. v.  5,  3, ,  4, .
10.
›laut, über die übliche Lautstärke hinausgehend‹.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 1.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
12460
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Des rief her also groze: | [...].
Ebd.
16205
:
Do wart grozer stimmen schal | In dem himel uber al.
Luther, WA
24, 5, 18
(
1527
):
Es ist aber eine dapffere herliche und grosse stymme gewesen.
Ebd.
35, 418, 16
(
1524
):
alle welt die frewe sich | und sing mit grossem schalle.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
7, 12
(
hess.
,
14. Jh.
):
Sinen munt vor bosen reden huden, [...], grosz lachene und ungemezze nit minnen.
Froning, Alsf. Passionssp.
3642
(
ohess.
,
1501ff.
):
ich vorfluchen myt groissen schalle | den sternen und den planeten alle.
Valli, Baldemann
50
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
Von tierin wart da schrien groͤz | Gehorit in der wůste.
Dreckmann, H. Mair. Troja
31, 4
(
oschwäb.
,
1393
):
da ward daz gesrai grozz.
Sappler, H. Kaufringer
7, 245
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich macht den pracht lut und gros. | das es in dem haus erdos.
Chron. Augsb.
4, 105, 6
Var. (
schwäb.
,
1. H. 16. Jh.
):
und sind die bichsen im vas angangen und haben ain groß bombern und knellen gemacht.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
116, 17
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz rint hât ain grœzer stimm wan der ohs.
Alberus, Barf.
47, 3
;
Froning, a. a. O.
5373
;
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 66, 4
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1084
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
66, 6
.
Vgl. ferner s. v.  4,  4.
11.
›grob, unzerkleinert (von der Speise); stumpf (vom Nagel)‹.
Wortbildungen:
grosbecker
›Brotbäcker‹ (ca. 1455),
grosschmied
(Ggs.: ).

Belegblock:

Neumann, Rothe. Keuschh.
793
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
der kusche mensche sal nicht clage | ab er ein swaches cleit an trage | adder ab er grosse spisse esse.
Menge, Laufenb. Reg.
2525
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Wonn kompt die spyse grosse | In des magen strosse | So soltu one zwyfel sicher sin | Das er dauon můß lyden pin.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
9064
(
omd.
,
1338
):
der nagell schladt im dfüss zů rumpff, | er ist dauornnen gross vnnd stumpff.
Schib, Urk. Laufenb.
143, 1
(
halem.
,
1452
):
als denn spenn vnd stoͤß ingeuallen sind zwuͥschent den gross schmiden im Andilspach vnd den kleinschmiden in der statt Louffemberg.
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 54
.
12.
in der gesellschaftlichen Hierarchie durch Geburt oder Verdienst ›einen hohen Rang einnehmend, mächtig, dem Adel angehörig‹, in der Regel mit der positiven Konnotation ,bedeutend‘, vereinzelt mit negativer Bewertung; meist von Personen, mehrfach von Geschlechtern, vereinzelt von Tieren gesagt.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.), , , , , .
Gegensätze:
(Adj.), (Adj.); bei Substantivierung: , .
Syntagmen:
g. sein / werden; jn. g. machen; dem grossen
(Subst.)
etw. verbergen; der grosse bischof / cham / fürst / herre / herzog / Jupiter / könig / prälat, das grosse geschlecht / haupt
.
Wortbildungen:
groskanzler
,
grospascha
,
grosteufel
(a. 1615ff.),
grosweibel
,
groszunft
›Patrizierzunft‹ (a. 1415/6).

Belegblock:

Luther, WA
12, 697, 33
(
1522
):
Er was ein gering man, das waren groß herren. Nun ist es verbotten, wie der Bapst sagt, Man sol groß herren nicht antasten. Warumb? sie werden zornig und moͤcht ein auffrůr darauß werden.
Ebd.
22, 72, 34
(
1544
):
Was wolt jr euch das lassen anfechten, was euch Menschen thun koͤnnen (sie seien wie gros, gewaltig, schreckliche feinde sie jmer sein moͤgen).
Thiele, Luthers Sprichw.
440
(
omd.
,
um 1535
):
Kein geringer Mann richtet Ketzerei an, sondern grosse Leute.
Quint, Eckharts Pred.
2, 7, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
ich wil dich hœhen und wil dich grôz machen und wil dîn geslehte breiten und wil dich herre machen über ein grôz volk.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
20, 25
(
osächs.
,
1343
):
Wizzet ir wan di vůrsten der heiden hêrschen ubir sie, und welche di grôzesten
[
Mentel
:
merern
;
Emser
,
Eck
:
oͤbersten
; Luther
1545
:
die Vberherren
]
sin, di ûbin gewalt ubir sie und werden woltêtêre geheizen.
Ebd. Mk.
10, 44
:
wer undir ûch wil der grôzste sîn, der werde aller knecht.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 16
(
rhfrk.
,
um 1435
):
viel junffrouwen / die alle von grossem geslecht warhen beyde von hertzogen vnd graffen.
Stackmann u. a., Frauenlob
2, 21, 7
(Hs. ˹
schles.
,
14. Jh.
˺):
du bist die lanne, an der gezemt | wart des grozen lewen kint.
Voc. Teut.-Lat. n jr (
Nürnb.
1482
):
Grosser od’ wirdiger im volck. od’ d’ erst i ordnv͂g.
Rupprich, Dürer
1, 151, 27
(
nobd.
,
1520
):
do ich zu tisch geführet ward, do stund das volck auf beeden seuten, als führet man einen grosen herren.
Dietrich. Summaria
25r, 2
(
Nürnb.
1578
):
die / so im Himelreich woͤllen groß sein / muͤssen dem nit nachdencken / wie sie fuͤr der welt woͤllen groß vnd herrlich werden.
Roloff, Brant. Tsp.
36
(
Straßb.
1554
):
vil achten und meynen nůn | Du seyest des grossen Jupiters Son.
Koller, Ref. Siegmunds
58, 13
(Hs.
um 1474
):
Vater, ich öffen dir, das du dye weyßheyt der werlt verporgen hast den grossen und hast dye geoffent den klainen.
Goldammer, Paracelsus
5, 178, 27
(
1530
):
die großen heupter werden auf den tag verlieren iren gewalt.
Ebd.
5, 180, 3
:
ir großen berg, das ist ir großen herrn, die niemants hat mugen übersehen: so hoch habt jr euch gesetzt und so gewaltig in gericht.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
433, 20
(
halem.
,
1637
):
Hinwiderumb ließe ... großweibel Frisching durch seinen erlaubten fürsprechen eroffnen: [...].
Dreckmann, H. Mair. Troja
9, 14
(
oschwäb.
,
1393
):
zu dem hof komend vil grozzer fürsten und herrn von vil landen.
Henisch
1752
(
Augsb.
1616
):
Die groͤssesten inn der Kirchen thun den groͤssesten schaden / wann sie vbel geraten.
Ebd.
1756
:
Einem grossen weich / acht dich gering / Daß er dich nicht in schaden bring. Die grossen laßt man lauffen.
Klein, Oswald
41, 10
(
oobd.
,
1428
):
Zwar meiner kunst durch güt vernunft des innen ward | ain bischoff gross, erz wierden gnoss.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
13, 9
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Da wurden die munßherren und munsmayster und munser zw grossen herrn. Und zu derselbigen zeyt warn etlich, die hys man dy schueller; da wuerden etlich gross herren aus.
Ebd.
64, 7
:
der grosswasche, das ist der Turckhen obrister hawbtman.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
176, 45
(
moobd.
,
1522
):
[Erzherzog Ferdinand befiehlt,]
das [...] die person, so diser zeit zu den bestimbten gerricht und ämbtern erwellt werden, unnsern grosscanntzler und hofrat [...] hieher in die Neuenstat in schrifft zueschikhet; werden die yetzbemelten unnser grosscanntzler und hofrat verrer, was sich geburt, hanndeln.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
241
;
Wyss, Luz. Ostersp.
2964
;
Heydn. maister
18v, 23
;
Koller, Ref. Siegmunds
336, 45
;
Klein, a. a. O.
95, 42
;
Moscouia D
2r, 2
;
Dasypodius
360v
;
Schwäb. Wb.
3, 860
;
6, 2072
.
Vgl. ferner s. v.  5.
13.
›bedeutend, groß, verdienstvoll (anerkennend von Persönlichkeiten wie Geistlichen, Gelehrten, Künstlern, Staatsmännern)‹; vereinzelt negativ wertend, dann: ›schrecklich, grausam‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  4,  4.
Wortbildungen:
groshans
›hochgestellte Person‹ (ansatzweise negativ bewertet),
grosheit
4,
grosmeid
(abschätzig für Maria),
grosmeister
,
grösse
7,
grosverständiger
›Sachverständiger‹ (a. 1529).

Belegblock:

Luther, WA
52, 684, 32
(
1544
):
dises Meydlin, welches Gottes Mutter ist unnd die groͤsste Fraw in hymel und erden.
Quint, Eckharts Pred.
1, 143, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Etlîche meister wolten, daz diu sêle aleine in dem herzen wære. Des enist niht, und dâ hânt grôze meister an geirret.
Ebd.
2, 447, 9
:
wie wunderlich und sunderlich sint diu wort Jêsû Kristî, daz er Johannes lobete mit grœze, daz er der meiste sî, der von wîbes lîbe ie ûfgestuont.
Bobertag, Schwänke
173, 3
(o. O.
1555
):
Es hat aber der hauptmann etlich groß hansen zegast geladen.
Schwartzenbach Bvv (
Frankf.
1564
):
Groß vnd wolgeacht.
Valli, Baldemann
219
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
Kunig Karl, der vil werde helt, | Den man do nant der groeze.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
11, 5
(
nobd.
,
n. 1525
):
[er] hieß Mariam, die muter gottes, yetz ain grasmaidlin.
Chron. Strassb.
1, 149, 18
(
els.
,
1362
):
bi des ziten lebete der grosmeister meister Albreht [...]: der waz ein bredier zům ersten, dernoch wart er bischof.
Ebd.
2, 704, 26
(
A. 15. Jh.
):
Karle Martello, ein herzoge zů oͤsterich und zů Frangrich, des grossen Karlen atte.
Dasypodius
28v
(
Straßb.
1536
):
Excellentia, Fütreffenlicheyt / Groͤsse.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 5, 173, 14
(
alem.
,
1415
):
Der [Hussz] nam sich an, daz er wol gelerte und ein grosser phaffe were.
Roder, Hugs Vill. Chron.
140, 9
(
önalem.
,
1525
):
wo sie die husser wusstend, die großhansen under dem burenhuffe, das stießend sy an mit fur.
Heydn. maister
28v, 4
(
Augsb.
1490
):
Er ist auch alls eı͂ grosser anschauer vnd cõtemplierer gewesen d’natur.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 53
([
Augsb.
]
1548
):
Du solt nicht eh reden / ain alt Weib fartze dann / so solt du sagen / Glück zů liebe grosse můtter.
Drescher, Hartlieb. Caes.
150, 32
(
moobd.
,
1456
/
67
):
der ein abtrúnne und ein grosser aͤchter und wútrich was der kristen.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
10, 3
(
tir.
,
1464
):
Sein grösshait vnd sein tugent was v̈ber alles römisches volk. Er was zu verwundern in seinen worten vnd in allen seinen werchen vnd künsten.
Luther, WA
12, 510, 2
;
Martin/Lienhart
1, 357
;
Schwäb. Wb.
6, 2077
.
Vgl. ferner s. v. ,  2, , (Adj.) 15.
14.
›bedeutend, wichtig, groß, das Übliche überragend (von Handlungen, Haltungen, Werken u. ä., die in der Möglichkeit des Menschen liegen)‹; ütr. auch von Gegenständen gesagt.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
got jm. g. werden, g. in der minne werden; etw. für g. halten; ein grosses ausrichten; die grosse heirat / manheit / weisheit, das grosse sprechen / werk
.
Wortbildungen
grosgeistlich
(dazu bdv.: ),
grosherlichkeit
,
grosherzig
ironisch für ›mutig‹.

Belegblock:

Luther, WA
6, 286, 4
(
1520
):
ich wurd etwas widder die newen Romanistischenn ketzer und schrifftlesterer sagen, das sichs nit allein annehm der arm, unmundig schreyber zu Leyptzck [...], sondern viel mehr die groszhertzigen fenrichen.
Ebd.
10, 3, 188, 14
(
1522
):
[die reychen] sehen an was vor der welt groß und hoch gehalten ist.
Ebd.
12, 423, 19
(
1523
):
Dan ein gering guͤt werck wirt bedeutet durch das meydlein, ein gros und stercker werck durch das kneblein, das weniger unreynigkeyt hatt.
Ebd.
12, 667, 22
(
1523
):
Christus acht golten schmugk vor kott und macht groß ein klein blumelein.
Ebd.
16, 334, 14
(
1524-27
):
Unsers Herr Gotts art und weise ist diese, das er zu schaffen hat und wircket alleine da, wo nichts ist, denn mit dem so hoch und gross ist, handelt Gott anders nicht denn das ers zubreche.
Ebd.
16, 471, 17
(
1525
):
Also ist das groͤste und hoͤheste werck nach dem glauben: Gottes namen loben.
Quint, Eckharts Pred.
2, 564, 12
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
swâ unser herre sîniu ougen ûfhuop, daz er dâ ein grôz werk würken wolte. Daz was wol ein grôz dinc, daz er sprach: ’mache sie ein mit dir, als ich und dû ein sîn.
Ders., Eckharts Trakt.
199, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dar ûf setze al dîn studieren, daz dir got grôz werde.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
5, 9
(
Frankf./M.
1563
):
welche / so lang sie auff erden gelebt / mit lehren ein grosses außgericht.
Jahr, H. v. Mügeln
121, 1409
(
omd.
, Hs.
1463
):
kunt ist die gröste rede des, | die minner Aristotiles | in Ethicorum hat geticht.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
6, 8
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
niemands adels schonen, großer kunst nicht achten, keinerlei schöne nicht ansehen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
72, 34
(
Nürnb.
1548
):
Denn solche grosse sachen / lassen sich nicht eylen.
Schorer, Sprach-Verd.
8, 7
(
1643
):
Der Redliche Kerl / dem das grosse sprechen etwas vnteutsch vorkam.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
11r, 9
(
Zürich
1521
):
ist etwas dz die Christen für groß halten / so sollen sy das für dz groͤst vñ hoͤchst halten.
Dreckmann, H. Mair. Troja
7, 9
(
oschwäb.
,
1393
):
Achilles, der mit seinem leib vor der stat Troy grozz manhait begangen hät.
Henisch
1756
(
Augsb.
1616
):
Auß dem kleinen kompt das grosse.
Quint, Eckharts Pred.
2, 552, 3
;
Wickram
4, 6, 16
;
Dietz, Wb. Luther
2, 173
.
Vgl. ferner s. v.  2,
1
 12.
15.
›erhaben, groß, mächtig, bedeutsam (von Gott und erhabenen Gegebenheiten unterschiedlicher Art gesagt)‹.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 147, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz leste, daz des wesens aller minnest treit, daz heizet relatio, daz ist glîch in gote dem aller grœsten, daz des wesens allermeist hât.
Ders., Eckharts Trakt.
60, 25
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
man sol von grôzen und von hôhen dingen mit grôzen und mit hôhen sinnen sprechen.
Gille u. a., M. Beheim
70, 164
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der allmachtig gross hoch und reich, | pey dem da nichtz ist unmuglich.
Vetter, Pred. Taulers
348, 2
(
els.
,
1359
):
Den kleinen den offenbart der himelsche vatter die grossen hohen verborgen ding.
Klein, Oswald
2, 35
(
oobd.
,
1421
):
das tüt gots herschafft gross und lanck, | sein macht gewan nie end noch anefangk.
Bauer, Imitatio Haller
50, 15
(
tir.
,
1466
):
Dir sol nicht als gros sein oder als hoch sein [...] in diser welt als der war lauter got.
Quint, Eckharts Pred.
2, 548, 6
;
Dubizmay, kurß zu Teutze
4, 3
;
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
403, 25
.
Vgl. ferner s. v.  11,  5,  5.
16.
›vollkommen; absolut, vollständig; höchstmöglich‹.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 13, 13
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Diu grœste einunge, die Kristus besezzen hât mit dem vater, diu ist mir mügelich ze gewinnenne.
Ebd.
2, 523, 52
:
ob ich spräch: ,jch pin dess wyssenns nit wirdig‘, das wär die lautterost aremůtt, die ich ye gehortt noch geprifft mit aremůtt an dem höchstenn vnnd an dem grösten.
Ders., Eckharts Trakt.
243, 7
:
swem er vergibet, dem vergibet er alzemâle und ganz und ouch vil gerner grôz dan kleine.
Ebd.
412, 3
:
Disiu unbewegelîchiu abegescheidenheit bringet den menschen in die groeste glîcheit mit gote.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
21, 11
(
hess.
,
14. Jh.
):
Dan sal da grozze stille sin zu dische, daz kein rununge noch keine stimme [...] gehort werde.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1504
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
der kusche mensche der ist also gross | das her wirt der engel genoss.
17.
›sehr, besonders, das übliche Maß übersteigend‹, auch als Gradadv. gebraucht.
Phraseme:
jn. nimt (das) gros / gröst wunder; jm. ist gros an etw. / jm. gelegen
.
Syntagmen:
g. anlaufen
(von Gewässern),
g. um e. S. willen tun, g. klagen, g. recht haben, sich g. mühen / wundern, g. bei got verdienen, jn. g. kosten, jn. g. um etw. anlangen, etw. g. zu herzen nemen, js. g. achten, e. S. g. helfen, jm. g. trauen, jm. g. seinen dienst anbieten, sich g. mit etw. bekümmern, sich etw. g. kosten lassen
; als Gradadv.:
g. anschlägig sein
.
Wortbildungen:
grosarbeitsam
›mit Mühe verbunden‹ (E. 14. Jh.),
grosbrechtig
(Grundwort zu mhd.
brehen
›glänzen‹; Lexer
1, 346
),
grosgefrohet
›hocherfreut‹,
grosgewaltig
,
grosloblich
›ehrerbietig‹ (um 1476),
grosschätzig
›hochgeehrt‹,
grosschwanger
›hochschwanger‹ (a. 1473),
grosselig
, wohl ›hochgemut‹,
grosseligkeit
›Hochmut, Übermut‹ (auch zu 3 stellbar),
grossigkeit
2,
groswichtig
,
groswirdig
,
groswunderlich
,
groszierlich
.

Belegblock:

Luther, WA
17, 2, 326, 23
(
1527
):
durch eine stimme, die zu yhm geschach, von der grosprechtigen herlickeit, der massen: Das ist mein lieber son.
Ebd.
41, 383, 29
(
1535
):
Ideo feret er aus und machts gros.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 393, 18
(
preuß.
,
1422
):
desse ingeslossene copie [...], die grosmutige grosgefrahete leute machte.
Große, Schwabensp.
40a, 10
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
wan des han wir groz recht.
Chron. Köln
2, 58, 18
(
rib.
,
um 1400
):
ind boit eme grois sinen deinst.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
6167
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Ich was frohe grossenclich.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 12, 27
(
hess.
,
1528
):
der zorn gottes wirt offenbart vom himel uber alle groseligkeit und ungerechtigkeit der menschen.
Schwartzenbach R i (
Frankf.
1564
):
Wirdig. Ehrwirdig. Ehrsam. Hochwirdig. Wolverdient. Wehrt. Großwirdig. Vberwirdig.
Opel, Spittendorf
370, 13
(
osächs.
,
um 1480
):
sie hetten sich mit allem volcke gros bekummert.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
48, 31
(
omd.
,
1487
):
Vnd nÿmptt mich gros wúnder wye sich ehliche menner den teúffell, ßo gar ein teÿll vorblenden lasßen.
Ebd.
82, 10
:
durch kranckeitt des leibes (so er dÿ geduldig leÿdet) mag der mensch groß beÿ gott vordÿnen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 420, 4
(
Leipzig
1537
):
Des ehren stuͤls hat er entsatzt, | Die großgewaltigen Herren.
Chron. Nürnb.
2, 137, 8
(
nobd.
,
1449
/
50
):
als dann die von Nürmberg [...] in allen sachen dem adel groß nachgaben.
Ebd.
3, 55, 11
(
1488
):
es clagt derselb Lucanus, [...], groß, daß die Teutschen nicht haben gehebt als die Römer poeten.
Ebd.
156, 25
:
er ließ auch zu Prag anfahen ein hohe schul und ließ sich das groß kosten.
Ebd.
4, 192, 3
(
15. Jh.
):
der andehtig wirdig vater [...] beruret sie mit dem wirdigen heilitum des großwirdigen heiligen sant Bernhardins.
Voc. Teut.-Lat. m viijv (
Nürnb.
1482
):
Großwirdiger. dignosus digniciosus.
Mayer, Folz. Meisterl.
6, 77
(
nobd.
,
v. 1496
):
Der red wundert mich groß.
Rupprich, Dürer
1, 46, 34
(
nobd.
,
1506
):
Mich nÿmt daz grost wunder.
Sachs
11, 160, 23
(
Nürnb.
1552
):
in großwichtigen sachen | Laß sich nit baldt beweget machen.
Ebd.
14, 163, 6
(
1551
):
Weyl er ist so achtbar und herrlich, | Fürnem, großbrechtig unde ehrlich, | Der besten einer dieser stadt.
v. Birken. Erzh. Österreich
69, 16
(
Nürnb.
1668
):
Als aber Rudolphus damit verzoge und seiner nicht groß achtete.
Päpke, Marienl. Wernher
4427
(
halem.
,
v. 1382
):
Der selben jungen kinde ains | Ain schlange gifteklich erbais, | Das es vil balde gross geschwal.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
211
(
Genf
1636
):
Groß auff einen halten.
Henisch
1752
(
Augsb.
1616
):
Nicht groß auff etwas geben / nicht vil darnach fragen.
Ebd.
1754
:
Grosselig / ampliter.
Höver, Bonaventura. Itin. B,
454
(
moobd.
,
1450
/
60
):
wellicher ist, der jn spechung sollicher groswunderleicher nicht jn andaͤchtiger verwundrung hoch auff erhebt wirdet?
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
34, 8
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Er prach in zumal vil ab, wann er vast fürtrechtig und gross anslegig was.
Chron. Köln
2, 145, 12
;
Opel, a. a. O.
208, 20
;
Fischer, Folz. Reimp.
43, 645
;
Chron. Nürnb.
2, 139, 23
;
Schade, Sat. u. Pasqu.
10, 22
;
Spiller, a. a. O.
154, 14
;
Turmair
4, 307, 18
;
Dietz, Wb. Luther
2, 172
f.;
Schwäb. Wb.
3, 860
;
6, 2071
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 81
;
439
.
Vgl. ferner s. v. ,  8,  1.
18.
(ansatzweise) phras.:
gros und klein
›alle, jederman‹;
weder in kleinem noch in grossem
›in keiner Hinsicht‹;
grosses vieh
(im Gegensatz zu
kleines vieh
);
ein gros teil; grossen teils; grosser knoblauch; grosse wolfsmilch; grosses maul
›Großmaul‹;
der grosse zeh
(im Gegensatz zu );
das grosse (ge)därme
(o. ä.) wohl ›aufgeblähter Darm, Leibesschwellung‹;
der grosse weibel; grosser hans
(auch:
groshans,
s. 13),
der grosse erbe, die gröste magd
›Großmagd‹;
der grosse buchstabe; die grosse blutruns
(im Gegensatz zu ) ›rechtsrelevante blutige Wunde‹;
der grosse turn,
für den Turm zu Babel;
die grosse büchse
›Kanone, Geschütz‹;
das grosse (in)siegel
›Siegel mit Rechtskraft‹;
der grosse dienstag
›Dienstag vor Aschermittwoch‹;
der grosse sontag, der grosse passion
(a. 1326);
die grosse litanei, die grosse vigilie
(a. 1597);
der grosse sterbend
(o. ä.) ›Pest(zeit)‹;
die grosse busse; der grosse rat
(im Gegensatz zu );
die grosse zunft
›Patrizierzunft‹;
der grosse zunftmeister
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
16
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
iz waz gros und cleine, | Vor dir [Got] in diner gewalt | Geschaft als iz ist gestalt.
Sappler, H. Kaufringer
24, 66
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
gen allen leuten gemain, | baide gross und auch klain.
Wickram
4, 12, 14
(
Straßb.
1556
):
das sie niemants belaidigten / weder in kleinem noch in grossem.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
482, 9
(
m/soobd.
,
16.
/
17. Jh.
):
das alles und jedes groß und klain viech [...] anderstwo nit verkauft noch außtriben.
Quint, Eckharts Trakt.
109, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ouch ist in disen worten gerüeret ein grôz teil der heiligen geschrift.
Göz. Leichabd.
273, 21
( 
Jena
1664
):
welche [Gabe] grosses theils beruhet in schoͤner Redens⸗Lieblichkeit.
Müller, Welthandelsbr.
211, 25
(
schwäb.
,
1506
):
also vil pamwoll, das sy den grosten tail von India tucher gnug machn.
Alberus CC IIv (
Frankf.
1540
):
Porrum grande, grosser knoblauch / halb knoblauch / halb zwibel.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
211
(
Genf
1636
):
groß Wolfsmilch / f. Laicleron grand, Picus.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
15095
(
omd.
,
1338
):
Wer offenbart sin antlitze | Und sin angesleufe vul, | Das ist sin michel grozes mul?
Rupprich, Dürer
2, 210, 880
(
nobd.
,
1513-15
):
Dornoch tzewch den knorren der grossen tzehen ob der zwerchlinj f vür die awffrecht linj e hinaws.
Menge, Laufenb. Reg.
1522
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
was der grossen tärme sig | Deren soltu hüten an der zite.
Ebd.
3668
:
So wil ich dich flehen | Loß by der grossen zehen.
Bremer, Voc. opt.
1134
(
schwäb.
,
15. Jh.
):
Exta eingewayd [...] grosgederm [...] groß gederm [...] grosse ingederme.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
406, 33
(
halem.
,
1408
):
Heinrich Grůber, dem zimerman, nutzemaͧl uͥnserm grossen weibel, uͥnser lantgraͧfschaft.
Luther, WA
16, 520, 20
(
1525
):
Denn man hat mehr auffsehens auff die grossen gewaltigen hansen den auff die armen leut.
Sachs
5, 63, 3
(
Nürnb.
1533
):
Bist auch ein helwanger meins manns | Und dunckest dich ein grosser Hans?
Aubin, Weist. Hülchrath
164, 40
(
rib.
,
1664
/
7
):
die alte büschordenung, so im jahr 1565 [...] durch einen zeitlichen waldgräf und sämbliche große erben deren erbbüsch im kirspel Nettesheimb [...] aufgerichtet und schriftlich verfaßet, jetzo aufs neus [...] übersehen [worden].
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
18, 21
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Das backen soll sie mit der grösten magd vorsorgen.
Rot
358
(
Augsb.
1571
):
Versal, [...] ein grosser Bůchstab / damit man ein schriftt oder newe meinung anhebt.
Cirurgia H. Brunschwig
14va, 26
(
Straßb.
[
1497
]):
Jst es mit eine[z] scharpffen waffen gehowe͂ so ist es ein grose blůtrunß.
Thür. Chron.
2v, 16
(
Mühlh.
1599
):
[Nimrodt] Bawet den grossen Thurn in Babilonien vs Ziegelsteinen [...] / sie wolten in den Himmel bawen.
Edlib. Chron.
2, 23
(
ohalem.
,
um 1500
):
und zugend damit gan zürich und liessend die grussen büchs zu wallistal.
Küther, UB Frauensee
165, 40
(
thür.
,
1373
):
unde han dez unsir großir sigil zů bekentlichkeid zuvor an dissin brif gehangin.
Chron. Augsb.
2, 405, 9
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
alz im denne dez ain versigelter briefe mit der statt groussem insigel gegeben ist.
Rechn. Hermannst.
340, 35
(
siebenb.
,
1501
):
feria tertia am grussen deÿnstag.
Rupprich, Dürer
1, 154, 255
(
nobd.
,
1520
):
darnach die dreÿ bücher: unser Frauen leben, Apokalÿpsin und den grossen Passion.
Weingart u. a., Seelb. Rhodt
4, 9
(
pfälz.
,
1474
):
das diese vier priester sollen singen die groisz vigilig Parce mihi domine.
Chron. Augsb.
2, 130
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
ain großer sterbent, der vieng an an dem hörbst.
Leisi, Thurg. UB
7, 253, 18
(
Spiegelberg
,
1381
):
welicher die gebott alle uberfür, so solt man im dann sollichs gebieten an die grossen bůss.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 531, 7
(
preuß.
,
1430
):
das der grosse rath gesworen also wurde bestalt, das dorinne weren unser herre homeister myt sechs gebietigern, sechs prelaten, sechs von den landen und sechs ucz den steten.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
947, 29
(
halem.
,
1664
):
daß ein jeder, der deß kleinen rahts oder deß großen ist, ins rahthauß [...] gehet.
Spechtler u. a., Frnhd. Rechtstexte
1, 28, 1
(
moobd.
,
1524
):
vnnser Stat Richter der Burgermaister, Sechs des Rats, vnd Zwen des grossen Rats.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
439, 25
;
Voc. Teut.-Lat. m viijr; n jr;
Dief./Wü.
636
;
Schwäb. Wb.
3, 852
;
Vgl. ferner s. v.  1, ,  1, (Adv.) 2,  1,  2,  16.