treffenlich,
treflich,
vereinzelt auch:
treffig,
Adj.
/
Adv.;
die erste Form tritt am häufigsten auf (die Syntagmen sind dahingehend vereinheitlicht); adverbial oft
treffenlichen, treflichen
. – Hohe Belegdichte, auffallend heterogenes, schwer gliederbares Bedeutungsspektrum: 1-2 zur Kennzeichnung überdurchschnittlich positiver Eigenschaften; 3 rechtlich-soziale Spezialisierung; 4-6 Gewichtung und Gradierung; 7 Adv. und Gradpartikel. – Motivationeller Bezug auf
treffen
(V.) kaum möglich.
1.
›adlig, vornehm, hochgestellt, mächtig‹; den Stand, das soziale Prestige von Personen und Personengruppen charakterisierend; demnach auch: ›hoch angesehen, berühmt‹; bezogen auf Handlungsweisen, Haltungen und Eigenschaften, die durchschnittliche Erwartungen in hohem Maße übersteigen, insofern: ›vorbildlich, hervorragend, ausgezeichnet, ehrbar‹.
Bedeutungsverwandte:
 12,  2,  34, ,  15, , , , , ›ehrenhaft‹, , , , (Adj.) 23,  2,  146,  7812,  1, , ,  1, (s. v.  4), , ,  4,  1, , ›stattlich‹, , , ; vgl.  1, (Adj.) 1, (part. Adj.), ,  5, , (part. Adj.) 2,
1
 1, (Adj.) 3.
Syntagmen:
etw. t. anbinden / innehaben / lernen / verantworten / verstehen
;
j. t. wol haushalten, sich t. wol halten
;
etw. jm. treffenlichs zu eren auslassen
;
ein treffenlicher adel / bürger / diener / gelerter / könig / lerer, die treffenliche haushälterin, ein treffenliches volk, treffenliche geschlechter / (haupt)leute / personen
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Wolgeachtet fuͤrnem herrlich achtbar weidlich treffenlich beruͤmbt ansehenlich ansichtig benuͤmbt hochachtig hochschätzlich furbuͤndig thewr namhafftig erleucht dapffer ¶ ehrngeachtet ehrnuäst ehrenhafft.
Luther, WA Tr. (
1533
):
Viel feine, treffentliche Leute sind damals in Höfen gewest.
Wunderlich, Fierrabr.
123, 1
(
Simmern
1533
):
es ist keyner also Edel oder treflich stelt er sich verzaglich / er wirdt mißpriessen.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 214, 8
(
hess.
,
1538
):
In beisein [...] etlicher der treffenlichsten burger zu Marpurgk.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
369, 20
(
Frankf.
1563
):
ist es geschehen, das ein mann sehr treffenlichs geschlechts mit seiner haußfrauwen einen son gezeuget.
Langen, Myst. Leben
166, 25
(
nobd.
,
1463
):
Wye man fragen sol dy krancken lernt kurczlich der lerer / Anshelmus, auch Augustinus / vnd trefflich der lerer Gerson.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. (
Bamb.
1507
):
man mag jn furgesatztem mordt, so der an hohen treffenlichen personen [...] geschicht, durch etlich leybstraff, als mit zangen reyssen [...], meren.
Franck, Decl.
355, 19
(
Nürnb.
1531
):
jr werdet nach ewer weißheit diß vrteilen / das von so vil treffenlichen lerern fuͤr recht angesehen worden ist.
Wickram
4, 30, 1
(
Straßb.
1556
):
ein Hispanier / gar ein treflicher feiner mann.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Höre das Gepräng der Abdanckung, warin des Rühmens der Person, Geburt, [...], der Frommen Frawen, der Trefflichen Haushälterin, [...] kein ende ist.
Jörg, Salat. Reformationschr.
123, 28
(
halem.
,
1534
/
5
):
und er [Lutrer] wer ein so weidenlicher / treffilicher diener und stryter gotts.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
so lang dise stat Augspurg gestanden, sie treffenlicher herren und personen in allerlei faculteten nie gehabt.
Ebd. (
1544
/
5
):
in diser schlacht habendt sich der hauff von dem adel und stattvolck [...] ser treffenlich wol und erlich gehalten.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
Hui du meldest von ainem treffenlichen künig.
Vgl. ferner s. v.
1
 1, ,  1, .
2.
›vortrefflich, vorzüglich, ausgezeichnet, hervorragend, herrlich‹; auch: ›wunderbar‹; speziell bei Speisen: ›köstlich‹; bei Erzählungen, Predigten u. Ä. auch: ›kurzweilig‹; charakterisiert gewünschte positive Eigenschaften konkreter und abstrakter Bezugsgrößen, die durchschnittliche Erwartungen in hohem Maße übersteigen.
Bedeutungsverwandte:
 2, (Adj.) 1,  23,  141720, , ; vgl.  1, , , (Adj.) 5, , ,  1.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B.
die werke
)
t. sein, etw. die treffenlichste unter etw
. (z. B.
unter den tugenden
)
sein
;
ein treffenlicher bau / ort / palast, eine treffenliche arzenei / historie / invention / kunst / narung / predigt / speise / verheissung / wiese, ein treffenliches ding / exempel / land / pandor, treffenliche stätte / werke, die zwei treffenlichsten nationen
; subst.:
treffenliches tun
.
Wortbildungen:
treflichkeit
.

Belegblock:

Luther, WA (
1542
):
Das mus ia Eine treffenliche allmechtige Ertzney sein Die solchen grossen schaden: als der Tod ist: so leichtlich heilen kan.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1559
):
Maria Magdalena zu dem Grabe gieng, | [...] | Vnd fand den Engel, Trefflich ding.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
8, 19
(
Frankf./M.
1568
):
warumb hat Gott / [...] / disem vnd andern / [...] / nit auch [...] / ein so gut vnd treffliche narung bescheret.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
30, 30
(
omd.
,
1487
):
welchs vnder sÿtlichen togenden dÿe vornehmlichste vnd treffligste seÿ.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
266, 29
(
Nürnb.
1548
):
Vnd [vnser lieber Herr Christus] setzt dise trefliche verheyssung hinzu.
Lauater. Gespaͤnste
24v, 15
(
Zürich
1578
):
die traͤffenlich history von denen vier Prediger münch.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
in teutscher und welscher nation bin ich in gar vil treffenlichen schönen stetten und inseln gewesen.
Ebd. (zu
1548
):
Welches, [...], allein bei den zwaien treffenlichisten nationen – Griechen und Römern – offenbarlich erscheint.
Turmair (
moobd.
,
1528
):
wo man [...] sich nit vleist, das man alte tat einschreib, ist ain wârs zaichen, das man nichts guets oder treffenlichs tut.
Gropper. Gegenw. ;
Reichmann, a. a. O.
165, 9
;
Gille u. a., M. Beheim
79, 277
;
Goldammer, Paracelsus
2, 427, 5
;
Barack, Zim. Chron. ;
Vgl. ferner s. v.  8, , .
3.
›bevollmächtigt, mit der Vollmacht eines Befugten ausgestattet‹; von Personen und Personengruppen (z. B. Gesandten, Räten) sowie entsprechenden Anlässen (z. B. Verhandlungstagen) gesagt; bezogen auf Formen adhortativer Rede, Bittgesuche, Verhandlungen u. Ä. auch: ›dem Anlass entsprechend, angemessen, rechtmäßig; nachdrücklich‹; Spezialisierung zu 1.
Überwiegend Chroniken, Berichte; Texte der Sinnwelt ,Institution / politisches Handeln‘.
Phraseme:
ein treffenlicher tag
›Gerichtstag, Verhandlungstag‹;
eine treffenliche botschaft
›eine bevollmächtige Gesandtschaft, ein bevollmächtigter Gesandter‹ (vgl.  23).
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):  39,  4,  819,  6, ; vgl. , , (Adj.) 6,  7,  8.
Gegensätze:
, .
Syntagmen:
j. jn. t. ankeren / befremden / beschweren / bitten / erfordern / ermanen / ersuchen / rüsten
wohl ›vorbereiten‹
/ verklagen / vermanen / warnen, sich t. versammeln, etw
. (Subj., z. B.
die zunge
)
t. reden
,
etw
. (z. B.
die meinung, das ansehen
)
treffenlichen an jn. bringen, j. jn. treffenlichen
[wohin] (z. B.
aus dem rat, in den hof, in das her
)
schicken, j
. (z. B.
die boten / eidgenossen
)
treffenlichen gegen jn. / etw
. (z. B.
gegen Bern
),
von jm
. (z. B.
von beiden parteien
)
kommen, j. mit jm. treffenlichen reden
;
ein treffenlicher bote / rat, eine treffenliche botin / botschaft, ein treffenliches anbringen / ermanen, treffenliche intercessionen / reichsstätte
.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
also schickden die selve beide gekoiren heren mallich sine vrunde treflichen in den hof van Rome.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
58, 35
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Der groze chaam der sante czu ym sine trefliche botin.
v. Groote, Muskatblut (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
feltsch zunge cleffich ret gar treffich, | dar uff ist nit zuͦ buwen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
hatten die Ulmer [...] den Nürnbergern anheim gestellt, ob [...] annder erber treffenlich richstett zu disen dingen auch zu beruffen weren.
Ebd. (
1491
):
ein treffenliche botschaft aus weißer Reussen.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1446
):
koment also dohin von beiden bartdien treffenlich.
Sy woltent ire treffenliche bottschafft [...] ordenen zuͦ denen [...], und da mytt inen ernstlichen und treffenlichen lassen reden.
Roder, Hugs Vill. Chron. (
önalem.
,
1529
):
man handlett treffenlichen umb friden.
als sy zuͦletst ire treffenliche botschaft von allen orten mit treffenlichem ermanen hie hattend.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 123, 11
(
halem.
,
1489
):
darzuͦ gemein min heren burger treffenlich versamellt.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1525
):
der pfarr Gossow halb beschwäre und befrömbd in treffenlich, das [...].
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 216
(
halem.
,
n. 1529
):
so was ein treffenlicher tag hie zuͦ Bern, von allen gemelten teilen und den beden staͤten geleistet.
Jörg, Salat. Reformationschr.
231, 19
(
halem.
,
1534
/
5
):
die botten [...] befalend jnen / diß jr ansechen und meynung zum traͤffenlichsten an jr herren und obern zebringen / und von jr aller wegen zebitten [...].
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
Das darnach gemeiner Eidgnossen und ander botten ouch treffenlichen gen Bern kament.
Meisen u. a., J. Eck
55, 27
(
Ingolst.
1527
):
wiewol unser herr Jesus Christus so treffenlich Gott den Vatter fir die ainigkeit gebetten hat.
UB Zug
1739
;
Jörg, a. a. O.
363, 6
;
Tobler, a. a. O. ;
Meisen u. a., a. a. O.
21, 10
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Vgl. ferner s. v.  2,  2,  4,  7,  3, .
4.
›wichtig, bedeutend; schwerwiegend, gravierend‹; auch: ›triftig, dringend, dringlich‹; ›berechtigt, rechtmäßig‹; charakterisiert den hohen Grad der Gewichtung und Bedeutsamkeit sozialer Bezugsgrößen, insbesondere rechtlicher Angelegenheiten; anschließbar an 3, offen zu 5; 6; 7.
Mehrfach berichtende Texte.
Phraseme:
treffenliche sachen
›wichtige Dinge, dringende Angelegenheiten‹;
treffenliche ursachen
›wichtige, zwingende Gründe‹;
das treffenliche urteil
›Endurteil‹ (
sententia definitiva
; vgl.
Gegensätze:
).
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): (s. v.
1
 3),  1,  2,
1
 23,  3, (Adj.) 2, (Adj.) 71314, ,  2,  2,  2b; vgl.  2, ,  2,  8,  7, , ,  1.
Gegensätze:
 3.
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B.
die urteile
)
t. sein, etw
. (Subj.)
treffenlicher dan etw. sein
;
des treffenlichsten e. S
. (z. B.
des gebens
)
behülflich sein
;
ein treffenlicher eid / grund / handel / unwillen / vertrag, eine treffenliche heimlichkeit / niederlage / not / unhöfischeit, ein treffenliches geleit, das treffenliche geben, treffenliche auszüge / beschwerden / kriegsübungen / urteile, treffenlichste stücke e. S
. (z. B.
des glaubens
),
die treffenliche ehaftige not
; subst.:
etw. treffenliches sagen
;
treffenliches
(subst.)
geschehen
.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1409
):
dat [...] iemant [...] vur der hallen einiche trefflige unhoeschiet begienge.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
we wir soelchen geweltligen sachen ind trefligem unreichte, [...], wederstain mochten.
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
ez were dan sache, daz dem rade [...] solich dreffelich ehaftige noit andreffen worde.
als die ersamen [...] burgermeister [...] uns [...] gebeten haben, ien unsere dreffliche radtsfrunde
[s.
treffenlich
3]
zu iren anligenden drefflichen sachen [...] zu schicken.
Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
wen was trefflichs das tal oder die vom tal belangete, so sollten sie abetretten.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1444
):
aber sie [kuntschafter] sagten ped nichts treffellichs.
Ebd. (
1449
):
wenn man etwaz fürhant wolt nemen, daz treffenlich was, so het man der leut nit bei einander.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
167
(
Nürnb.
1517
):
wiewol dem erfarnen der heiligen schrift unverborgen ist, wie treffenliche heimlikeit er gesehen hat.
Ich hoͤr wol in der statt ein treffenlichen unwillen.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 56, 3
(
halem.
,
1489
):
inn waz grossen, träffenlichen, tötlichen kriegsuͤobungen wir dann ietz wärent.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
alle treffelichen sachen sint besser in instrumenten den sus in versigilten briefen.
Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
3, 82, 17
(
Luzern
1528
):
Der zyt halb ist ob gesagt das sy zuͦ kurtz vnd verzwickt ist zuͦ einem solchen treffenlichen handel.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1553
):
so durch Ir kay. mt. [...] nit one treffenliche und hochbewegliche ursachen beschehen.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Was in andern anstossenden landen treffenlichs geschehen sei.
Köbler, Ref. Franckenfort
71, 13
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
43, 38
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 20, 3
;
Welti, Stadtr. Bern ;
Jörg, Salat. Reformationschr.
365, 18
;
Pfeiffer-Belli, a. a. O.
1, 2, 18
;
Anderson u. a., Flugschrr.
23, 1, 5
;
Leidinger, A. v. Regensb. ;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ; ;
Vgl. ferner s. v.  15,  2,
2
 1,
1
 2,  4, ,  3.
5.
›groß, gewaltig, herrlich, stattlich‹; auch: ›beachtlich, beträchtlich‹; charakterisiert den das übliche Maß übertreffenden Grad des Umfangs und der Menge unterschiedlicher sachlicher, konkreter wie abstrakter Bezugsgrößen, ütr. auch auf den Schweregrad negativ beurteilter Gegebenheiten bezogen; anschließbar an 3 und 4.
Phraseme:
jm. treffenlich an seine ere reden
›jn. übelst verleumden‹ (a. 1440).
Bedeutungsverwandte:
 3, (Adj.) 3, (Adj.) 23481517,  1, ; vgl.  2,  4, ,  1,  6, (Adj.) 1,  1.
Syntagmen:
j. etw
. (z. B.
die rechte
)
t. erheben, etw
. (z. B.
ein reich
)
t. meren, sich t. freuen / versündigen, etw
. (Subj.)
etw
. (z. B.
den geruch
)
t. vergnügen
;
ein treffenlicher eichbaum / leumund / nutzen / schaden / schaz, eine treffenliche achtung / anzal
(häufig)
/ erfarung / freude / schande / summe, ein treffenliches angehen
›Anschwellen‹
/ übel / unglük / unrecht, treffenliche güter / kosten / lügen
.

Belegblock:

Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
61, 20
(
um 1571
, Hs.
1615
):
Eine eichl ist ein kleiner Samme, darinne ist ein grosser tröffliher eichbaum verborgen.
Luther, WA (
1532
):
Wie itzt die wellt voll solcher leut ist [...], die sich so trefflich versundigen an dem lieben Euangelio.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
das sie soͤlten ein groß treffenlich vnd ansehenlich Guͤet vnd herlichen schatz bekõmen.
Welchs [wunderwerk Gottes] auch fil groͤsser vnd vngleich treffenlicher sein müeste / dan Moyses [...] gethan hette.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Laß sich dein hand nur weidlich stercken: | Laß deine rechten treffenlich | Zuͦ deiner ehr erheben sich.
Thür. Chron.
17v, 13
(
Mühlh.
1599
):
Koͤnig Meerwigk [...] hat [...] der Franken Reich treflich gemehret.
Weise. Jugend-Lust (
Leipzig
1684
):
Es waͤre mir eine treffliche Freude / wenn ich einmahl eine gesaͤngte Sau nackend saͤhe.
Fischer, Folz. Reimp.
31, 304
(
Nürnb.
1488
):
Das nit ein trefflichs unglück kum.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
um 1545
):
der Birszeck [...] thet abermaͧls treffenlichen grossen schaden der statt.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
3700
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
So wer kein solche trefflich schand | In dise welt nie kummen here | Dann dise buͤbsch erdichte lere.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1437
):
das vͥnsern spittalen dekeinem semliche treffliche guͤter anfielent.
UB Zug
1112, 2
(
halem.
,
1469
):
von wegen, das úber mich ein großer, treffenlicher lúmd gefallen [...] ist.
Lauater. Gespaͤnste
16v, 4
(
Zürich
1578
):
deß er [mensch] sich traͤffēlich froͤuwē solt.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
daß [...] untaugliche leut in treffenlicher, großer anzal und menge den rat besessen.
obgleich deren von erbern geschlechten alt herkomen nit angesehen [...] sein, solten sie doch von treffenlicher irer erfarung [...] wegen fürgetzogen werden.
Ebd. (
1555
/
61
):
dann er ain treffenliche summa geltz allenthalben von den juden auff wucher entlehnt.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen ;
Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
2, 17, 15
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 274
.
Vgl. ferner s. v.  10, ,  1,
2
 12,  4.
6.
›entsprechend, passend; geeignet, zutreffend‹; auch: ›ordnungsgemäß‹; anschließbar an 3 und 4.
Obd.
Bedeutungsverwandte:
 1, , (hier wohl ›zuverlässig, wirksam‹); vgl. ,  2,  2,  2, ,  12,  2, (Adj.),  58,  3, (Adj.) 8, (Adj.) 11.
Syntagmen:
etw. t. halten / heimbringen / rümen / vermerken, merken lassen, etw
. (Subj., z. B.
die schrift
)
an vielen stellen t. anzeigen
;
ein treffenlicher schein, eine treffenliche erklärung / kunst / tinctur, ein treffenlich(es) wort
.

Belegblock:

Mon. Boica, NF.
2, 1, 277, 9
(
nobd.
,
1464
):
nach den gultzedeln der von Erelbach kein ordenlich form nicht darausz treffenlich vermerkt mag werden, was yedes gutes gult ist, nach sie auch sulchs in wesen halden treffenlich und vestiglich.
Franck, Decl.
332, 4
(
Nürnb.
1531
):
wie treffenlich die schrifft anzeygt.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
120, 12
(
Nürnb.
1548
):
Das [...] exempel [...] / welchs der Euangelist mit wenig wortē. Aber [...] / trefflich vnd billich rhu̇met.
Dietrich. Summaria
20v, 18
(
Nürnb.
1578
):
der HERR [...] sagt ein trefflich wort.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
wie oder wo [...] aber Karolus warlich geporen sei, vind ich nit mit treffenlicher oder bewärter erklärung.
Jörg, Salat. Reformationschr.
320, 7
;
Vgl. ferner s. v.  1,  5.
7.
›sehr; über alle Maßen, überaus, außerordentlich‹; auch: ›gänzlich, völlig‹; Steigerungsadverb, Gradpartikel; anschließbar an 4; 5; 6.
Bedeutungsverwandte:
 2, , ,  3456,  2,  123,  2, , , ; vgl.  1,  2,  12, ,  5678, (Adj.), (Adj.) 15,  6, .
Syntagmen:
j. t. wol zufrieden sein, etw
. (z. B.
die not
)
t. gros sein, erhöhet / gebessert werden
;
jn. / etw. t. liebhaben / schänden / schelten, jn. zu hohen eren t. aus der welt rufen, etw. t. stark bauen, t. ser zerschlagen, t. wol leiden, j. t. schnel atem holen, sich t. verwundern, etw
. (Subj., z. B.
wasser
)
t. verschwinden
›völlig versiegen‹,
etw
. (Subj.)
t. we tun, t. viel gemünzt werden, t. js. spotten, t. jm. nuz werden / wol gefallen / unrecht geben
;
eine t. christliche abrede, die t. grosse not, ein t. vast nüzliches ding, t. reiche gaben, t. viel gutes
.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O.
1524
/
7
):
sie
[die Sterbende]
holt den othem tief und mechtig kurz, trefflich schnel.
Schöpper (
Dortm.
1550
):
Vast hefftig mechtig groͤßlich seer vberauß trefflich gar außbuͤndig auß der massen.
Gille u. a., M. Beheim
159, 104
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das du sie [...] | [...] ruffest aus der welt | czu hohen eren triflich.
Qu. Schweiz. Gesch. (
halem.
,
1470
):
Ein teil gabend disem frefnen fryweibel treffenlichen unrecht.
hat er [...] treffenlich des schultheissen gespottet.
Boner, Urk. Brugg
418, 12
(
halem.
,
1541
):
so dan die waßer allenthalben vnsagklich klein vnd träffenlichen verschwinnen
(›gänzlich verschwinden‹).
Lauater. Gespaͤnste
21v, 28
(
Zürich
1578
):
Der jung mann was der sach traͤffenlich wol zuͦ friden.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1564
):
das kind gefiel inen treffenlich wol.
der bueb [...] möcht [...] dem teufelischen hof treffenlich nutz werden.
Ebd. (
1536
):
er [...] hett [...] (das) handtwerck treffenlich lieb.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Treffenlich gross was dein not.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
der alten Baiern und [...] aller Teutschen [...] geschichte, so ain mechtig treffenlich vast nützlich ding ist.
Qu. Brassó
5, 431, 10
(
siebenb.
,
1615
):
ein grosser Hol
[›Schall‹]
[...] hot [...] die Glosfinstern trefflich sehr zuschlagen in Cronen.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
68v, 34
;
Harms u. a., Alberus. Fabeln
96, 32
;
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
249, 2336
;
445, 4400
;
Trunz, Meyfart. Rhet.
1, 360, 2
;
Böhme, Morg.R.
148, 33
;
Vgl. ferner s. v. (
die
7, , .