heilige,
der
;
–/-n
.
1.
vor allem mit Bezug auf die Praxis der mittelalterlichen und katholischen Kirche: ›Heilige(r), Märtyrer(in); j., der für den christlichen Glauben Verfolgung und Folter erlitten und sein Leben hingegeben hat oder der sich durch eine besonders vorbildliche christliche Lebensführung (als unblutiges Martyrium gedeutet) auszeichnete (z. B. Bekenner, Asket, Bischof, Mönch) und deshalb mit besonderen Vorrechten im Gottesreich ausgestattet ist‹; oft im Pl.; zu  2. Die
heiligen
werden von den Gläubigen besonders verehrt und als Fürbitter bei Gott, aber auch als Beschützer vor Gefahren und Helfer bei den verschiedensten Übeln angerufen. Der Protestantismus lehnt den Heiligenkult ab.
Zur Sache vgl.
Rgg
4
3, 1539-1545.
Gehäuft theologische Texte, daneben literarische Texte und Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
 2,  2,  2;  1.
Syntagmen:
den h. anrufen / bitten / vereren, zu sich nemen
;
der h.
(Subj.)
helfen / zeichnen, sich freuen, etw. sprechen / tun, für uns bitten, sein leben lassen
;
dem h. dienen, sich dem h. befelen
;
das vertrauen auf den h. setzen, jn. zum h. absondern / auserkeren / erheben, sich zu dem h. keren, etw. an dem h. finden, von dem h. etw. lesen / reden
;
alle heiligen gottes, die auserwälten / gegenwärtigen / lieben heiligen
;
die anrufung / geselschaft / lere / zal, das beispiel / leben / wort, die bildnisse der heiligen
.
Wortbildungen:
heiligenmässig
›den Heiligen ähnlich‹ (a. 1548),
heiligenlegende
(a. 1544),
heiligenschänder
›Betrüger, der von den Heiligen die Herkunft der Krankheiten ableitet‹ (vgl. Bad. Wb.
2, 601, a
. 1566).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
18321
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
unser herre komet | Und alle sine heiligen mit eme.
Mieder, Lehmann. Flor.
127, 4
(
Lübeck
1639
):
Wer allen Heiligen [...] dient / der dient niemand / die allen Heiligen dienen / habē kalte Kuͤchen.
Luther, WA
11, 452, 1
(
1523
):
Denn es ist von verstorbener heyligen furbit, ehre und anruffen nichts ynn der schrifft. So kan das niemant leucken, das wyr bißher durch solcher heyligen dienst ßo weyt komen sind, das wyr eygentlich aus der mutter gottis unnd den heyligen eyttel abgotter gemacht.
Ebd.
21, 545, 35
(
1544
):
es ist hie auch nie kein Heilige gewest, der da hette moͤgen durch sich selbs gen Himel komen.
Ebd.
30, 2, 694, 11
(
1530
):
Sicut proverbium testatur die heyligen zeichens
(›tun Wunder‹)
.
Ebd.
22, 216, 23
(
1544
):
Wie bisher in der Kirchen ein jeder geleret und auffgebracht hat, was jm gut gedeucht, Die Moͤnche und Pfaffen teglich newe Heiligen, Walfarten, sonderliche gebet, werck und opffer, die suͤnde zu tilgen, die seelen aus dem fegfeur zu loͤsen.
Chron. Köln
1, 21, 18
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Heilger vader, it dunckt vns goit, | Coelne hait so mangis hilgen bloit | beide gehilget ind gewiet.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
4, 251, 3
(
Frankf.
1603
):
da er [bawer] im heimfahren in einen tieffen und bösen weg getroffen, bleib er bestecken, stundt und rüff gott, alle seine heyligen und nothelffer an, in sonderheit zu denen er sich, nach aberglaubischer art, am meinsten hülff versahe.
Schönbach, Adt. Pred.
18, 13
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
die lere der heiligen der licham vorvulet ist vor manigen jaren.
Langen, Myst. Leben
178, 14
(
nobd.
,
1463
):
als er [got] nicht hat verlassen dy liben heiligen in / iren grossen martern.
Reichert, Gesamtausl. Messe
94, 27
(
Nürnb.
um 1480
):
Die [Waldencii] sprachen, das die heyligen in dem ewigen leben Got nicht fuer uns bitten; und darumb so weren sie nicht an zerueffen umb hilffe.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
15
(
Nürnb.
1517
):
domit niemant frolock, gleich als wer er aus eigner verdinstnus in die zal der heiligen eingeschriben.
v. Keller, Ayrer. Dramen
3020, 14
(
Nürnb.
1610
/
18
):
Ich [Bruder Lielhart] bin der Baarfüssr Münch Patron, | Auß der Statt Asisim geborn, | Zum Heyligen erhoben worn | Zwölffhundert siebn vnd zwantzig Jar.
Rieder, St. Georg. Pred.
22, 16
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
ain hailge sprichet: ,vil gebettes mit dem munde erschreket daz hertze‘.
Ebd.
85, 38
:
daz tuͦnd och die engel und die hailgen daz sú undertaͤnig sint únsers herren rehten.
Roder, Hugs Vill. Chron.
96, 31
(
önalem.
,
1524
):
im Zurichbiett [...] aßen sy flaisch in der fassten und brauchen die bildnissen der helgen uß der kilchen.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1040
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
der mensche sol vs gan vnd merken got in siner glorien mit allen heiligen.
Schmidt, Rud. v. Biberach
94, 14
(
whalem.
,
1345
/
60
):
so wir ermant werden an daz menigvaltig minrich liden der martreren vnd an die anduͥr heiligen vnd gottes diener.
Bauer, Geiler. Pred.
75, 17
(
Augsb.
1508
):
Wie ain mensche sich koͤren soll zuͦ den lieben hailigen all tag durch die gantzen wochen.
Bauer, Imitatio Haller
83, 5
(
tir.
,
1466
):
alle heiligen gottes die sint gangen in das reich der himel durch vil truebsal vnd anfechtung.
Luther, WA
21, 112, 23
;
21, 201, 12
;
Rosenthal. Bedencken
15, 34
;
Köbler, Ref. Wormbs
222, 18
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 449, 1
;
Dubizmay, kurß zu Teutze
51, 10
;
Strauch, Par. anime int.
91, 13
;
Küther, UB Frauensee
203, 25
;
Mathesius, Passionale
41v
, 9;
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
33, 36
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl. 5ra,
13
;
Eichler, a. a. O.
1, 692
;
Vetter, Pred. Taulers
108, 19
;
Rieder, a. a. O.
16, 10
;
280, 12
;
Roder, a. a. O.
4, 16
;
Stammler, Berner Weltger.
782
;
980
;
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
173, 7
;
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
189, 110
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
2, 2
;
dies., Imitatio Haller
67, 24
;
Maaler
216r
;
Bad. Wb.
2, 601
;
Schwäb. Wb.
3, 1357
.
Vgl. ferner s. v.  1,  3,  2,  2, (Adj.) 2,  2,
1
.
2.
mit Bezug auf bestimmte biblische Figuren, die sich durch eine spezielle Gottesnähe auszeichnen: auf Jesus selbst, auf die Apostel, auf Maria im NT, auf die Propheten des AT, daneben auch mit Bezug auf die Lehrer und Väter der alten Kirche; dies auch im protestantischen Schrifttum, vor allem bei Luther;
zu  2.

Belegblock:

Luther, WA
15, 198, 22
(
1524
):
Jhesus Christus, der heylige aller heyligen, Dem alleyne sey lob.
Ebd.
21, 152, 21
(
1528
):
wie Gott mit S. Peter und Paul, desgleichen mit andern grossen heiligen umbgangen sey.
Ebd. Tr.
2, 218, 23
(
1532
):
wie Johannes der Täufer, so der größte Heilige auf Erden war.
Quint, Eckharts Pred.
1, 50, 3
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Die heiligen sprechent, daz in dem vater sî mügentheit und glîcheit in dem sune und einunge in dem heiligen geiste.
Reichert, Gesamtausl. Messe
93, 21
(
Nürnb.
um 1480
):
darumb habent die lieben heyligen den artigkel wider die obgenanten ketzerey und alle ander irrunge eygentlich und wol erkleret.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
260, 27
(
Nürnb.
1548
):
Wir dencken / Petrus / Paulus / vnd andere heiligē sind leut gewesen on allen wandel / die nye kein wasser haben betruͤbt.
Göz. Leichabd.
166, 17
( 
Jena
1664
):
der hohe GOtt [...] verwandelt sich oͤffters in einen grausamen / und kaͤmpfet durch harte Versuchung / wird aber uͤberwunden durch Glauben / Geduld und Hoffnung / wie uns die Beispiele der Heiligen / Abrahams / Hiobs und der Cananitin sattsamlich belehren.
Luther, WA
36, 562, 24
;
Quint, Eckharts Trakt.
44, 1
;
Strauch, Par. anime int.
21, 33
;
34, 28
;
Rieder, St. Georg. Pred.
113, 6
;
162, 21
.
3.
›von Gott (schon im Diesseits) Auserwählter, besonders Begnadeter‹; anschließbar an 1;
vgl.  24.
Theologische Texte.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, .

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 96, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Allez, daz got würket in allen heiligen, daz würket got in dem innigesten der sêle.
Asmussen, Buch d.
7
Grade 1564 (
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
Dirre grad ist daz hohste leben, | daz heiligen wirt auf erden geben.
Goldammer, Paracelsus
3, 289, 10
(
1523
/
30
):
daß wir gefegt werden durch die barmherzigkeit gottes, aus erwöhlung der lebentigen heiligen und der toten im himmel.
Strauch, Par. anime int.
133, 27
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
157
.
4.
besonders im protestantischen Verständnis: ›jeder fromme Christ, der an Jesus Christus glaubt und sich um eine christliche Lebensführung bemüht‹;
zu  5.

Belegblock:

Luther, WA
6, 63, 3
(
1520
):
Die weyl wyr gehoͤret, wie das sacrament des heyligen leychnams Christi ist eyn zeychen der gemeinschafft aller heyligen.
Ebd.
7, 219, 3
(
1520
):
eyne heylige gemeyne Christliche kyrche, wilche nicht anders ist, dan die gemeyne odder samlung der heyligen, der frumen, glaubigen menschen auff erden.
Dietrich. Summaria
24v
, 20 (
Nürnb.
1578
):
Jst eine gewisse anzeigung / das nach disem zeitlichen leben / ein bessers vnnd ewiges sey / welchs Gott seinen heiligen / vnd durch Christum zugesagt hat.
Luther, WA
35, 415, 13
;
Froning, Alsf. Passionssp.
7062
.
5.
besonders bei Luther, mit negativer Konnotation: ›j., der von seinem Glauben besonders überzeugt ist, aus eigener Kraft das ewige Heil erreichen möchte, in dieser Hinsicht aber durch den menschlichen Verstand fehlgeleitet wurde‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
jn. für einen h. halten
;
die falschen / hoffertigen / scheinenden / selbstgewachsenen / stolzen / tollen / unreifen / unzeitigen heiligen
.

Belegblock:

Luther, WA
10, 1, 2, 21, 13
(
1522
):
die tollen heyligen fasten eynen tag tzu wasser und brott, sauffen und fressen sich darnach eyn viertel iars alle tag voll unnd toll.
Ebd.
22, 201, 26
(
1544
):
Solch Teufelische hellische bosheit mus in keinem so gros sein als in solchem falschen Heiligen, der da wil allein die ehre fur Gott und der Welt haben und daher rein und heilig sein, das die ander alle stincken und unfletig sind.
Ebd.
22, 216, 29
(
1544
):
Das sind nicht solche Leute, die jr vertrawen zu Gott haben durch Christum, Sondern [...] wider Gott und Christum trotzen [...], Noch meinen sie, sie seien allein tuͤchtig zu allem, was man leren und thun soll, Selbsgewachsene Doctores und Heiligen.
Luther. Hl. Schrifft. 1. Kor. Vorr.
2298, 27
(
Wittenb.
1545
):
da mag die kluge vernunfft vnd weisheit wol zu dienen / das eitel tolle Heiligen vnd wilde Christen werden.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
248, 21
(
Nürnb.
1548
):
Jn dem aber findet sich hernach ein vnglechheyt / das / ob sie [menschen ] wol alle suͤnden haben / doch etliche sich vmb etlicher werck halben / fuͤr heiligen halten.
Luther, WA
8, 219, 13
;
21, 337, 17
;
36, 610, 24
;
ders., WA Tr.
1, 528, 7
;
3, 480, 32
;
5, 151, 20
;
6, 34, 1
;
Reichmann, a. a. O.
254, 30
.
6.
›Heilbringer, Erlöser‹;
zu  3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Ez.
37, 28
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
alle heyden werdin wissin, das ich herre Israhels heyliger byn.
7.
›Reliquie, Reliquienschrein (vor allem zur Eidablegung)‹; meist im Pl.; metonymisch zu 1; zu  7 – Rechtstexte.
Phraseme:
zu den heiligen laufen
›eine Wallfahrt unternehmen‹;
etw. zu den heiligen behalten
›etw. durch einen Eid beweisen‹;
etw. gegen / zu den heiligen bereden
›etw. mit Eid bezeugen, bestätigen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2; vgl.  2,  8, , (
der/die/das
7c.
Syntagmen:
die heiligen zerhauen
;
jm. zu den heiligen loben, etw. (jm.) auf / in / zu den heiligen schwören, etw. auf den heiligen gerichten / gewären, etw. zu den heiligen beheben, sich mit seiner hand auf den heiligen entledigen, etw. gegen den heiligen bereden, die gezeugnis auf den heiligen stärken, j.
(Subj.)
e. S.
(Gen.)
auf den heiligen unschuldig werden, jm. den schaden auf den heilgen vermindern
.
Wortbildungen:
heiligenbeisser
›Person, die besonders fromm wirken möchte‹ (a. 1537),
heiligendieb
›Kirchenschänder, Religionsfrevler‹ (a. 1486),
heiligendiebin
(a. 1486),
heiligenfart
›Wallfahrt‹,
heiligenfresser
›Person, die besonders fromm wirken möchte‹ (a. 1662),
heiligenräuber
›Kirchenschänder, Religionsfrevler (als Schimpfwort)‹ (a. 1343).

Belegblock:

Luther, WA
21, 10, 7
(
1528
):
wie er [Gott] ytzund auch nicht ansihet die fromkeit deren, die hyn und her zu den heiligen lauffen, zu S. Jacob, gen Rhom, gen Ach, gen Jerusalem.
Große, Schwabensp.
230a
, 16 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
So sol der scuͦldehafte tuͦ den hilligen sweren.
Struck, Joh. Pfannstiel
219, 33
(
mosfrk.
,
um 1559
):
Drey kleyne kistlein, darin allerhandt boppenwerck und heilgen seindt.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
244, 3
(
thür.
,
1474
):
Czu demeselbin schaden muß ym Jorge Monch jo addir neyn sagen addir muß ym den schaden vormynnern uff den heylgen, also recht ist.
Ebd.
266, 11
:
dy geczugen mussen ir geczugkeniß uff den heylgen stergken, ap man yn des nicht gloubin addir gestehen wel.
Leman, Kulm. Recht
2, 3, 47
(
Thorn
1584
):
Vorsachet her is abir. so wirt her des vnschuldig vf den hylgen alse recht ist.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
86, 46
(
nobd.
,
1445
):
wan der nuwe scheffe oberurt also gekorn ist, so gijt im des closters schulteise, uff sinen eydt, die er beiden sinen herren zu den heligen gelopt und gesworen hat, recht zu sprechen.
V. Anshelm. Berner Chron.
3, 69, 16
(
halem.
,
n. 1529
):
Si fiengend ouch an, iren helgen und heltuͦm iren geliebten und vertruwten heimlich zeigen.
Ebd.
4, 476, 22
:
Dass der Tuͤfel durch ein wib warsagen, wunderzeichen, heiligen, helgenfart [...] hat angerichtet.
Unger, Richtes Stig
11, 4
(
1474
):
So findet man zu rechte: er musz es zu den heiligen behalten, das er es nit künne.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
110, 2
(
oobd.
,
1438
/
9
):
Der obgenant Syfrid hat auch solich obgenant lehen von uns emphangen und uns daruber in truwen gelobt und einen eid zun heiligen gesworen, uns getruwe, holt und gewertig zu sein.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 221, 11
(
moobd.
,
1384
):
Wer aygen oder lehen hat, [...], vnd wellent in di erben daran irren, der sol sten auf recht vnd sol bereden gen den heyligen, daz er daz guͦt nicht lenger ersparen muͤg von huͤnger vnd von frost.
Große, a. a. O.
145a
, 4;
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 57, 14
;
Behrend, Magd. Fragen
196, 2
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
250, 32
;
307, 27
;
309, 13
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang.
5, 1, 14
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
71, 19
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
343, 27
;
Dinklage, a. a. O.
17, 5
;
40, 17
;
Köbler, Ref. Nürnberg
61, 18
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
275, 24
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
31, 1
;
Schib, H. Stockar
173, 26
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
451, 8
;
Unger, a. a. O.
21, 19
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz
153, 6
;
1678, 3
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
67, r
, 4;
Schwäb. Wb.
3, 1356
;
3, 1357
.
8.
›Heiligenbild‹;
metonymisch zu 1; zu  2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, ,  2, .
Wortbildungen:
heiligenmacher
(a. 1346),
heiligentracht
›Prozession, Umhertragen der Heiligenbilder‹,
heiligentrager
›j., der Heiligenbilder zum Verkauf umherträgt‹ (a. 1378).

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
407, 15
(
preuß.
,
1406
):
8 sch. vor die gemolten heiligen besserte in unsers homeisters capelle, die die affen abegebrachen hatten.
Koeniger, Sendgerichte
59, 41
(
rib.
,
1526
):
alle hilgentrachten na paerschen die van Lypp uss der moderkirchen gaent.
Thiele, Chron. Stolle
486, 14
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
dye hantwergemeister der hantwergk, dye von alder here yre bestetegunge unnd ouch stabe unnd heiligen entpfangen haben.
Wyss, Limb. Chron.
32, 1
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 56
.
9.
›Kirchengut, Kirchen-, Klosterbesitz‹;
zu  9.
Gehäuft schwäb. und halem.
Syntagmen:
etw. dem h. geben / gebüren / (ge)hören / verkaufen
.
Wortbildungen:
heiligenbuch
›Rechnungsbuch einer Kirchenverwalung‹ (E. 15. Jh.),
heiligendriesch
(a. 1577),
heiligengefälle
›an die Kirche zu entrichtender Zins‹,
heiligengut
›Gut im Besitz der Kirche oder eines Ordens‹,
heiligenwald
›Wald im Kirchenbesitz‹ (a. 1619).

Belegblock:

Kollnig, Weist. Schriesh.
164, 7
(
rhfrk.
,
1610
):
beneben den heiligen- und frümesgefällen, die vorhin obiges junkern vetter Hanß Landtschadt in handen gehabt und durch die juraten verwalten lassen.
Leisi, Thurg. UB
6, 166, 7
(
Steckborn
,
1361
):
zwai stuck reben ob demselben gut, die sind der Hailgen ze Steckboren.
Ebd.
7, 233, 26
(
Unterschlatt
,
um 1380
):
ab der hailigen wiss in dem obren Taͤgermatt gǎt jaͤrlich sant Margarechten ain halb pfunt wachs ab.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 815, 24
(
schwäb.
,
um 1550
, Hs.
17. Jh.
):
es soll keiner kirchen oder desselbigen heyligen, des gemeinen dorfs noch keines pflegern rechnung geschehen dann in beysein unsers vogts.
Barack, Zim. Chron.
2, 22, 40
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Der stift zu Mösskirch gibt jährlich dem hailigen zu Pfaffenhofen zehen schilling heller.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 904, 9
(
schwäb.
,
1587
, Hs.
1725
):
der solches verbot übertrit [...], solle zur straff verfallen sein 2 fl. wovon die hälfte dem heiligen gebühret.
Ebd.
1, 173, 23
(
schwäb.
,
1593
, Hs.
1655
):
Die heyligegütter sein ebenmäßig durch des ordens vögt ohne einträg oder verhinderung verlihen und die nuzungen uf denselben verkauft worden.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 276, 39
(
moobd.
,
1395
):
dreyer pfunt Muͤnicher pfenning vnd sechczzigk pfenning ewigs und ledigs jaerlich gelcz, die den heyligen vnd goczhawͤsern daraus gend.
Brinkmann, Bad. Weist.
252, 36
;
Schnurrer, Urk. Dinkelsb.
4, 530
;
Chron. Nürnb.
5, 480,
A. 2;
Leisi, a. a. O.
7, 214, 4
;
510, 16
;
Gehring, a. a. O.
3, 95, 22
;
3, 325, 35
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 210
;
Pfälz. Wb.
3, 769
;
Rwb
5, 575
.
Vgl. ferner s. v.  2.