steuer,
die
;
/auch
;
3-6 eng zusammengehörig und zueinander offen; erhebliche Differenzen zum Bedeutungsfeld von
steuern
.
– Zu ,Steuer‘ im Mittelalter: Lex. d. Mal.
8, 142
 f.
1.
›Steuer, von einer dazu befugten obrigkeitlichen Instanz (z. B.
der oberkeit, obrigkeit, herschaft
) bzw. von verfassungsrechtlich befugten Personen (z. B.
babst, keiser, fürst, gebietiger, graf, bischof, herre, hochmeister, äbtissin
), auch durch Selbsteinschäzung festgesetzte, meist finanzielle, seltener in Naturalien zu entrichtende Leistung zum Zwecke der Finanzierung obrigkeitlicher Aufgaben oder zeitbedingt anfallender Sonderaufgaben (wie der Türkenkriege, einzelner Umlagen)‹; im Bergbau ›Festlegung einer Umlage für Betriebszwecke‹ (damit offen zu 5); metonymisch mehrstufig mitgesetzt: ›Recht auf Steuerfestsetzung und -erhebung‹; ›vom Befugten zu erhebender Betrag, Steuer, Abgabe‹; konvers (vom Verpflichteten aus gesehen): ›von jm. (z. B.
von den bürgern, bauern, untertanen
) / von einer Instanz (z. B.
von einem kloster, von der pfafheit
) zu leistende Steuer, Abgabe‹; die Quellen sind gekennzeichnet durch eine Vielheit von Einzelregelungen, darunter zum Besteuerungsrecht, zu Steuerbefreiungen, zur Selbsteinschätzung der Steuer, zu steuerpflichtigen Gütern;
vgl.  34.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
3
 2,  6,  2,  5,  7,
2
 1,  4,
1
 2,
1
 345,
1
 6, ,  3, , ,  1, (
das
4, , , (
die
2,  2, , , , , , , , , ; vgl. ,
1
; oft im Orientierungsfeld mit sonstigen Leistungen wie  6 (vielfach),  4, , , , ,
2
 2, , , , , , , , .
Syntagmen:
s. ablösen / abtun / anlegen / anschlagen / berechnen / (be)zalen / einbringen / geben
(vielfach)
/ haben
›einnehmen‹
/ (ein)nemen / kaufen / reichen / schweren
›die Steuerhöhe selbst einschätzen‹
/ setzen / tragen / tun / wiederreiten, jm. eine s. abnemen / auflegen, dem reiche / keiser s. geben, s. auf das land / gut, auf die stat, auf die weinberge, auf die gotteshausleute legen / schlagen / setzen, dem bergbuch s. einleiben / verschreiben, s. zu den söldnern heischen, an jn. erfordern
;
die s
. (Subj.)
herzleid machen
;
der s. ledig / los sein, jn. der s. los sprechen / freien
;
bei einer s. leiben, etw. zu s. geben, in s. sitzen, einen hof in die s. anschlagen, von s. frei sein, freiung für die s. haben, sich zu s. verwilligen, dem gemeinen gut etw. für s. schuldig werden, mit steuern
[wohin]
gehören, beladen sein, etw. mit steuern bessern, der stat mit s. gehorsam / verpflichtet sein, sich mit s. verdienen, mit einer s. der schuld ledig werden, jm. von der s. wegen das haupt abschlagen
;
s. des flecken, von den juden, zur erbauung des stollens
;
die angeschlagne / anstehende / gebürliche / gemeine / gleiche / kleine / neue / rechte / schandbare / statliche / ungefüge / verfallene s
.;
die abrechnung der s
.
Wortbildungen:
steueranlage
(a. 1593),
steueranlegung
,
steuerbuche
›als Abgabe zu schlagende Buche‹ (Beleg s. v.  2),
steuerflos
›Floß aus solchen Buchen‹ (Beleg ebd.),
steuergefreit
›steuerfrei‹ (dazu bdv.: ),
steuergenosse
›Gemeinschaft von Personen, die derselben Behörde steuerpflichtig sind‹ (a. 1433),
steuergeschworener
›Person, die Abgaben für allgemeine Amtsbedürfnisse festlegt‹ (16./17. Jh.),
steuergülte
,
steuerhaber
,
steuerhaft
(dazu bdv.:  1),
steuerhaus
›Steueramtsgebäude‹ (a. 1430 f.),
steuerheischer
›Steuereintreiber‹ (16. Jh.; dazu bdv.: vgl.  1),
steuerkern
eine Getreideabgabe,
steuerkorn
,
steuerkreis
›Steuerbezirk‹ (a. 1560),
steuerleger
›von der Obrigkeit mit der Steuerveranlagung beauftragte Person‹ (a. 1489; dazu bdv.: vgl.  1),
steuermal
›anläßlich der Steuereinnahme stattfindendes Mahl‹ (a. 1540/73),
steuerman
1 ›Steuerpflichtiger‹,
steuermeier
›Steuereinzieher‹ (dazu bdv.: vgl.  1),
steuermessig
›der Steuer unterworfen (von Sachen)‹,
steuerrind
›Rind als Abgabe‹ (a. 1302),
steuerrodel
›Steuerregister‹ (1344 ff.),
steuersamner
›Steuereinzieher‹ (a. 1436; dazu bdv.: vgl.  1),
steuersaz
(a. 1603),
steuerschaz
›Steuerveranlagung‹,
steuerschreiber
,
steuersetzer
(a. 1399 ff.; dazu bdv.: vgl.  1),
steuerstube
›Kammer, in der die Steuerbeträge abgeliefert werden‹,
steurig
›steuerpflichtig‹.

Belegblock:

Schöpper
67b
(
Dortm.
1550
):
Census. Schoß bätt stewr schatzung ¶ zubuß zulegung zusteur tribut.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 575, 13
(
preuß.
,
1432
):
welde der her homeister mit sienen gebietgern und rethen von nothaftiger czache sture, geschos adir czyse uff die landt legen, das sal gescheen mit wissen und willen der gemeynen lande und stete.
Ebd.
3, 19, 8
(
1447
):
Die 6 sullen haben macht, eine steure czu seczen auf alle dy, dy beim Habe wonen oder gutter haben gleich nach vermogen der gutter und weyte der lande, [...], und das dyselbige steuer jerlich gefalle so lange, das das neue Tyf [...] wydder czu redlikeit gebracht werde; wen das mit gots hulfe gescheen ist, so soll die steur abgethan [...] sein.
Ebd.
5, 542, 10
(
1508
):
das das getreyde tewer muge werden, und die stewer von nyemant dann inen zu uberantwurtten gefordert wirdt.
Luther, WA
37, 197, 24
(
1533
):
Leib, gut und stewr, das gib dem kaiser.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
9225
(
rib.
,
1444
):
Dat sij [kirche] betzailde sware ind dure | Decimen, volleiste ind ouch sture.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
381, 25
(
rib.
,
1606
):
das gemelte eheleut alle steuerscatz selbs reetig machen, uns nicht dafur zu rechnen.
Ebd.
528, 15
(
1651
):
als der hoff zu Kentenich abermahl in die ritterliche steur angeschlagen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 259, 25
(
mosfrk.
,
1409
):
daz er, alslange er [...] sich reisig heldet mit perden und harnesch, uns unsern nakomen und stifte keine schetzunge sture volleist schutzgelt geben oder einche aichte dun sal.
Wyss, Limb. Chron.
75, 29
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Von den hischen si sture unde gelt zu iren soldenern von iren geistichen gaben unde beneficien unde understonden zu vil zu begrifen.
Foltz, UB Friedb.
1, 564, 13
(
hess.
,
1406
):
Lieben getruwen, umbe soliche gewonliche sture, als ir uns jerlich von des richs wegen pflichtig sint zu geben [...], laßen wir uch wissen, das wir soliche sture, [...], verschaffet und enpholhen haben dem erwirdigen Raban bischof zu Spire, [...], zu antwurten und inzunemen.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
884
(
mrhein.
,
um 1335
):
Er [Jesus] hat virboden vberal, | daz nieman dem keyser sal | vorbaz sine sture geben.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
42, 7
(
Frankf./M.
1568
):
Guͤlt vñ Steuwr macht mir [Bauwer] vil hertzleid | Trinck Wasser vnd iß grobes Brot.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
289, 10
(
thür.
,
1474
):
unnserm gnedigen lieben heren [herczog zcu Sachßen], sture, behern, bete, dinste, herffart und andere phlicht meher nach anczal met yn von denselbin guttern, [...] zcu gebene.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
128, 13
(
omd.
,
um 1559
):
Tregt sich im abrechnen der gegebenen steuer zum stollen irrung zue, darinnen scheide sie der berckmeister.
Ebd.
202, 4
(
1554
/
1633
):
Steuer. Wann die dem bergkbuch einmahl eingeleibet und vorschrieben wirdt, bauet die bieß uf veranderung.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
183, 18
(
osächs.
,
1532
):
zechen am Mockenberge, die kein steuer zu erbauunge des obgenanten erbstollens gegeben haben.
Ebd.
224, 5
(
1541
):
ob der stoln in zukonftiger weile baufellig wurde, dos sollen di gewerkhen [...] noch erkentnus des bergmeisters und der geschwornen mit zimlicher steuer widerumb bessern helfen.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
64, 12
(
nobd.
,
1396
):
Diser obgenanten dinge sin gezuͤge [...] die erbern bescheiden lute Heinrich Vindysen, Johannes stuͤrschriber.
Mon. Boica, NF.
1, 646, 4
(
nobd.
,
1414
):
die hoffstat und twen morgen [...] sullen [...] der herschafft stewrbaft und dinsthafft sein.
Voc. Teut.-Lat. ff jv (
Nürnb.
1482
):
Stewr gewerff landtzinße zinße maut. rennte. tributu͂.
Reichert, Gesamtausl. Messe
4, 34
(
Nürnb.
um 1480
):
Pfaffen und kirchen diener sollen frey seyn von allen weltlichen diensten und von allen stewernn und schatzungen, die ander leute geben.
Grundmann u. a., A. v. Roes
199, 6
(
alem.
,
15. Jh.
):
so ist das selbe volck von nature ungewilliger zuͦ gebende stúre, bette odder andere goben und meynent, das yn do mit in die fryheyt gegriffen werde.
Koller, Ref. Siegmunds
255, 5
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
do bat man, wer mit sinem guͦt darüber fuͤre, das der synen stürpfennig gebe, daz verhanget oͮch der keyser mit dem bobst, ein kleine stür zuͦ nemen.
Ebd.
258, 2
(Hs.
um 1474
):
das verhenget der babst mit dem keyser, ein clein stewer und hilff zü nemen, und wart gesetzet ein leichter zoll, der neyeman keinen drong tet, und bat man freuntlichen umb dye hilff.
Dasypodius
29r
(
Straßb.
1536
):
Census, Jaͤrlich inkumme͂ eins jetlichen hab vnd gût / nach welche͂ er steur od’ bær mûß gebe͂.
Leisi, Thurg. UB
7, 489, 34
(
halem.
,
1386
):
Die stúr der flecken Ow, Alaspach, [...]. Item als die selben flekken von dez burgtrehtes wegen jaͤrgelichs zu stúr geben sont c lib. und xxx lib. Haller, darumb sprach der rat zuͦ, si soltint die ersten stúr geben, da si burger wurdent.
Merz, Urk. Bremgarten
308, 8
(
halem.
,
1437
):
1 imi stuͥrkernen vf dem hof ze Boswil gelegen.
Rennefahrt, Recht Laupen
45, 6
(
halem.
,
1448
):
Der Abt von St. Johann kündigte dies allen lehen- und zinßstür-reblüthen [...] in dem Savoischen gebiet an, daß [...].
Ders., Statut. Saanen
201, 12
(
halem.
,
1571
):
wann ein frömbder in das land Sanen käme, willens sich darin hußhäblich niderzelassen, [...], demselben soll für sin ingang nüt, dan allein ein järliche uflag oder stür, wann sy den landcosten anlegend, ufgeleit [...] werden.
UB Zug
479, 5
(
halem.
,
1410
):
Sie bekennen, daß ihr Vater [...] 20 Pf.
jerlicher stúrgúlt uff dem tal ze Egre
an sich gebracht hat
.
Ebd.
1325, 5, 3
(
1502
):
Es sol und mag ouch junckherr Jacob [...] oder waͤr dis schloß inhatt, [...], bÿ den stúrmeÿerenn sitzen und inen die stúr haͤlffen anlegenn.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
264, 20
(
halem.
,
1459
):
so begeben wir uns und unser nachkomen, das wir uff die vorgenanten gotzhuslüte kain nüw stür, schatzung noch beswerung [...] legen söllen.
Köbler, Stattr. Fryburg
110, 9
(
Basel
1520
):
Was ouch einer dem gemeinen guͦt schuldig würdt / es syg stür / zinß / freuel / oder anders / darumb ist alles sin ligend vñ varend guͦt verschwigenlich verunderpfandet.
Maaler
387v
(
Zürich
1561
):
Schampere Steür / wenn die reychen geeydet nit sagend bey treüwen wz sy vermoͤgend / sunder jr guͦt verloͤugend.
Chron. Augsb.
1, 169, 5
(
schwäb.
,
1374
):
die neste stüwer, die uns und dem reiche von den juden geben ist.
Chron. Augsb.
7, 400, 17
(
schwäb.
, zu
1547
/
8
):
Der alcaldi ist vor mittag in der steurstuben gesessen.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 3, 26
(
schwäb.
,
1392
/
4
):
Percepta an Roggen. [...] stewrkoren und akergült 415 malter.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 84, 23
(
schwäb.
,
1433
/
4
):
und ist worden an habern davon 469 malter 6 fiert. Stürhaber die 8 dörfer.
Ders., Stadtr. Ravensb.
123, 3
(
oschwäb.
,
um 1413
):
wer [...] sich verdient mit stur und wacht und mit andern diensten, derselb sol innerthalb der stat han alle die recht als ain burger.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 253, 6
(
schwäb.
,
um 1522
):
wan man einmal sich verwiliget zuͦ stuͤr oder anderer beschwerung des closters, so muͤß man es alweg thon.
Auer, Stadtr. München
459, 30
(
moobd.
,
1347
):
Ez habent die gesworn gesetzt, daz aller manichleich in der stat steurn sol, und daz niemant chain freiung sol haben überall in der stat für die steur.
Dirr, Münchner Stadtr.
601, 18
(
moobd.
,
1377
):
swer uber sein stewer sweren wil oder gesworen hat, dez sullen si sich genügen lazzen.
Fuchs, Kart. Aggsbach
125, 14
(
moobd.
,
1395
):
das wıͤr dem [...] bisschofen zu Passaw zu etleicher ringrung seins gotshaus unmêssigen notduͤrft geguͤnnet haben ain stewr und hilff zu nemen von aller phaffhait.
Karnein, de amore dt.
173, 581
(
moobd.
,
v. 1440
):
ain geleicher richter hilfft pillicher ainem, der kain steur, hilff oder schub bat dann ainem, der wol gemant ist.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 5137, 8
(
moobd.
,
1480
):
Hanns Stukhs [...] gelobt [...]
mit der vorgenannten stat in steur, ansleg, robat und ander mitleidung, [...], mitleidn zu wollen.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
172, 2
(
moobd.
,
1510
):
zu gemainer stat mit allen andern obrikaitten wie annder stewrgefreyten höf daselbs gehorsam und gewertig zu sein.
Ebd.
195, 20
(
1524
):
wie ettlich burger bey den stetten vill austennd und retendt an den angeschlagenen steuern [...] schuldig.
Turmair
1, 57, 14
(
Ingolst.
1519
):
Geben [...] in dem 3. jar der römischen steuranlegung.
Mell u. a., Steir. Taid.
247, 27
(
m/soobd.
,
1638
):
und tuet ein jedes viertl drei görz, der haber der ist ain zinshaber und steuermeßig.
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
27, 43
(
moobd.
,
1551
):
das sy auf die grundt, so ausser ainer burgerschafft in das purckhrecht der stat Eferding diennstper sein, gebürliche steur anschlagen [...] mugen.
Chron. Magdeb.
2, 59, 26
;
Toeppen, a. a. O.
1, 209, 36
;
Hilliger, a. a. O.
556, 5
;
Lamprecht, a. a. O.
1336, 1
;
Köbler, Ref. Wormbs
226, 22
;
ders., Stattr. Fryburg
86, 6
;
Thiele, Chron. Stolle
514, 17
;
Nyberg, a. a. O.
1, 49, 20
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 111, 1
;
4, 125, 21
;
Löscher, a. a. O.
104, 32
;
207, 14
;
Lippert, UB Lübben
2, 265a, 17
;
Hertel, UB Magdeb.
3, 202, 29
;
Ermisch, Sächs. Bergr.
136, 10
;
168, 4
;
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 228, 28
;
229, 11
;
Weizsäcker, a. a. O.
33, 1
;
Mon. Boica, NF.
1, 303, 31
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
27, 19
;
Wendehorst, a. a. O.
170, 10
;
349, 36
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
128, 12
;
Koller, Ref. Siegmunds
131, 37
;
Chron. Strassb.
622, 12
;
678, 16
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
188, 26
;
Argovia
9, 96, 4
;
Merz, Urk. Lenzb.
70, 5
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
130, 33
;
Leisi, a. a. O.
7, 556, 27
;
Merz, a. a. O.
307, 10
;
Boos, UB Aarau
288, 11
;
Müller, Nördl. Stadtr. S. 
659
-60;
ders., Grafsch. Hohenb.
2, 31, 11
;
Hauber, a. a. O.
2, 76, 9
;
287, 13
;
Chron. Augsb.
1, 130, 34
;
312, 18
;
3, 366,
Anm. 1;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 762, 13
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
115, 31
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst., S. 
309
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
231, 11
;
UB ob der Enns
9, 738, 1
;
Fuchs, a. a. O.
187, 23
;
Schmitt, Ordo rerum
115, 21
;
Voc. Teut.-Lat. ff jv; ijv;
Hulsius K ir;
Veith, Bwb.
463
;
Schwäb. Wb.
5, 1741
 f.
2.
einige seltener belegte, an 1 anschließbare Metonymien, z. B.:
a) ›Termin der Steuererhebung‹;
b) ›Steuerbehörde‹;
c) ›Gebäude der Steuerbehörde (im Bergbau)‹;
d) ›Gebiet, in dem ein Steuerrecht gilt‹.
Meist Rechts- und Wirtschaftstexte.

Belegblock:

Zu a):

Chron. Augsb.
9, 162, 11
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
daß ain rat und gmaind die ordnung der zünften dester bas verrichten mögen, ist die steur bis auff liechtmeß auffgeschoben worden.

Zu b):

Geier, Stadtr. Überl.
240, 10
(
nalem.
,
16. Jh.
):
so werden ir schweren, bi der stür ze sitzen, die aid inzenemmen und die stür anzelegen, ze rechnen und darinne gemein ze sin dem armen und dem richen.
Chron. Augsb.
9, 311, 9
(
schwäb.
,
1536
):
ich bin aber mit dem Marx Neumiller an der steur gesessen.
Auer, Stadtr. München
465, 9
(
moobd.
,
n. 1347
):
swer erwelt wirt zu der steur oder zu der chamer, der sol daz nicht widersprechen.

Zu c):

Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 79, 16
(
md.
,
1447
):
Auch sal er an dem sonabunde yn dy steuwer gehen unde die helffen außgebin nach unser hern bestes unde des bergwerckis.

Zu d):

UB Zug
1749, 4
(
halem.
,
1500
):
ein guͦtt [...], das da litt inn der stúr von Nidercaͮm.
Müller, Nördl. Stadtr.
94, 24
(
schwäb.
,
1503
):
die so zins aus stuckhen und gutern in der stat Nördlingen steur und gerichtzwang gelegen (hant).
Geier, Stadtr. Überl.
7, 9
.
3.
›Beistand, Hilfe, Unterstützung, wie sie dem Menschen durch Gottes Hilfe oder die Hilfe einer religös herausgehobenen Person, vielfach auch durch Kräfte der Moral, seltener durch das Wirken oder Eigenschaften der Natur zuteil werden‹; insofern metonymisch auch: ›Glaubenshilfe, Stärkung einer religiösen oder moralischen Haltung‹;
vgl.  7.
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
1
 1,  3910, , , , ; vgl.  2, , , (
die
7.
Syntagmen:
s. geben, jm. s. geheissen / gewinnen / tun / verleihen, der wille jm. s. bieten, etw
. (Subj., z. B.
alter / meisterschaft
)
jm. s. reichen
;
der s. bedürfen, nicht enhaben; etw
. (Akk., z. B.
die gerechtigkeit / gnade
)
/ jn
. (z. B.
die heiligen, Mariam
)
zu s. nemen, jm. etw
. (z. B.
heil
 )
zu s. geben / gönnen, etw
. (Subj., z. B.
gedenk / feuer, der regen / tau
)
/ j
. (z. B.
Maria
)
jm. zu s. kommen, e. S.
(z. B.
der warheit
)
zu s. reden, jm. durch etw
. (z. B.
durch todes schmerzen
)
/ mit etw
. (z. B.
mit liebe / trost
)
zu s. kommen, von jm. etw
. (z. B.
den gnadentrank
)
zu s. haben
;
die s. der weisheit, der englischen geselschaft
;
die grosse / kleine / starke s
.

Belegblock:

Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
137, 17
(Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
Komm mir mit trost zu steür, | bedenkh des scheydens end.
Hübner, Buch Daniel
2723
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Wurtze, wa ist uwer smac | Hin kumen, der in uch lac | Deme houbte zu stuͤre?
Jahr, H. v. Mügeln
121, 1463
(
omd.
, Hs.
1463
):
zu gotte niemant kummen kan, | der miner [Wisheit] stüre nicht enhat.
Neumann, Rothe. Keuschh.
3489
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
der kuscher mensche neme zu stuͤre | des heiligen geistes gnade dar zu.
Vetter, Pred. Taulers
50, 1
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Dis [sacramente] sint iemer starcke und grosse stúre und helffe wider in zuͦ gon in den ursprung.
Thiele, Minner. II,
17, 158
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
da mit so gib ich úch zuͦ stúr, | súllend ir kain wil leben, | das úch úwer buͦlnn wol múgen urlob geben.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1061
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Cristus sprach: Diß gnadentrank hab von mir ze stúr.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
1, 87, 12
(
schwäb.
,
1471
):
Dann so ist mir fräde tewr, | Doch koment mir gedenck zu stewr.
Goedeke, Fischart Flöh Haz
2336
(
Straßb.
1594
):
ain verbrent kint scheucht das feur, | Komt also feur im auch zu steur.
Karnein, de amore dt.
163, 322
(
moobd.
,
v. 1440
):
seit weder allter noch gelerte maisterschaft mir hilff noch stewr thüt raichen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
4, 17
(
moobd.
,
1478
/
81
):
So rüeff ich an zu dem ersten die hilff vnd genad des heiligen geists, peystandt Marie der ewigen Junckfrawen, rat vnd stewr aller englischen gesellschaft.
v. Ingen, Zesen. Rosenw.
19, 44
;
Froning, Alsf. Passionssp.
7924
;
Kurz, Waldis. Esopus
1, 52, 30
;
Mone, Adt. Schausp.
1, 352
;
Neumann, a. a. O.
405
;
560
;
574
;
Jahr, a. a. O.
1914
;
2112
;
Gille u. a., M. Beheim
75, 2
;
80, 194
;
Mayer, Folz. Meisterl.
11, 140
;
Chron. Nürnb.
2, 136, 17
;
Sachs
2, 101, 22
;
3, 24, 5
;
15, 366, 10
;
19, 187, 8
;
20, 515, 39
;
Thiele, Minner. II,
7, 296
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
16, 15
;
Kurz, Murner. Luth. Narr
4357
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
1139
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2761
;
Haltaus, a. a. O.
2, 25, 104
;
Primisser, Suchenwirt
1, 182
;
5, 9
;
Niewöhner, Teichner
422, 38
;
Klein, Oswald
40, 8
.
Vgl. ferner s. v.
2
.
4.
›Hilfe, tatkräftige Unterstützung, die im Unterschied zu 3 eher im persönlichen, säkularen, konkreten hilfreichen Handeln liegt‹; auch: ›konkrete Stütze‹; im Anschluß an erstere Nuance mit Öffnung zu ›Rat, Ratschlag‹; metonymisch vereinzelt auch: ›Almosen‹;
offen zu 5; vgl.  7.
Bedeutungsverwandte:
1
 1, , , , ,  910, , , , , , , ; vgl.  12, . Zur Metonymie:  12.
Syntagmen:
s. beweisen, jm. s. tun, s. an etw
. (z. B.
an einen bau
)
geben
;
jm. an etw
. (z. B.
an einem rok
)
s. tun, um s. schreien
;
(jm.) / e. S. zu s. kommen, etw. zu s. geben, jn. zu s. nemen, (jm.) jn. zu s. geben, list zu einer s. finden, die türstigkeit jn. sonder s. lassen
;
die s. zum absterben
;
die s. eines vogtes, der amptleute
;
die geringe s
.
Wortbildungen:
steuerbar
2 ›zu Hilfe verpflichtet‹ (a. 1526),
steuerbrief
›Urkunde über die obrigkeitliche Einwilligung zur Einsammlung milder Gaben‹ (a. 1641),
steuergeschrift
wie
steuerbrief
(a. 1641),
steuerschuldig
›zur Hilfe verpflichtet‹ (?).

Belegblock:

Luther, WA
52, 92, 5
(
1544
):
Wer sein stewer und handreychung dazuͦ gibt, das junge leut zuͦr Schuͦl gehalten [...].
Schöpper
12b
(
Dortm.
1550
):
Auxilium. Hilff Beistand stewr zuschub fuͤrderung zuͦsatz dienst fuͤrstand fuͤrschub rettung.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
10128
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Ouch gab man im zu stûre | brûdre unde volkis vil.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 581, 14
(
preuß.
,
1433
):
eyne ander wyse, durch welche men doch unserm hern czu troste und sture qweme.
Loersch, Weist. Boppard
250, 2
(
mosfrk.
,
1566
, Hs.
17. Jh.
):
welche scheffen ein herr abt obgemelt mit steùr eines vogts hat zu setzen und zu entsetzen.
Schwartzenbach
77r
(
Frankf.
1564
):
Steuwer. Hilff. Beystandt. Handtraichung.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
82, 9
(
Frankf./M.
1568
):
Darnach brenn ich sie [Kruͤg] in dem Feuwer / | Corebus gab die Kunst zu steuwer.
Knape, Messerschmidt. Bris.
2, 73
(
Frankf./M.
1559
):
die armen duͤrfftigen / bedencke͂ / nit verschmehen / noch verachten / mit allmusen / guter fuͤrderung vnd rath / zu hilff vnd stewr komen.
Sachs
16, 362, 23
(
Nürnb.
1563
):
Daß es nit kömb dem feind zu stewer.
Thiele, Minner. II,
18, 65
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
ich dir bott aͮn ällen fantz | vier guldin an aim rogk zuͦ stùr.
Chron. Strassb.
534, 18
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
magneten, die ziehent und habent ysen, das der selbe schrin hanget zuͦ Armenien in der heyden tempel einbor one alle stüre.
UB Zug
1652, 14
(
halem.
,
1495
):
denen, die hilff, stúr, ir handreichung und heilig almosen daran
[
buw
einer
capell
 ]
geben haben.
Lemmer, Brant. Narrensch.
27, 3
(
Basel
1494
):
Der studentten ich ouch nit für | Sie hant die kappen vor zuͦ stür
[laut Zarncke, Brant. Narrensch.
356
: ›sie tragen die Narrenkappen als Eintrittsgeschenk‹].
Michels, Murner. Badenf.
19, 54
(
Straßb.
1514
):
Jch [Christus] mag sie [armen] nit im dreck lon ligen, | So sie so cleglich zuͦ mir schrigen, | Vmb stür vnd gnad.
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
7, 64, 24
(
Straßb.
1520
):
wel dein Keiserliche maiestat vnd genad / mitsampt den durchlüchtigen Churfürsten nach gelegenheit der sachen zuͦ hilff kummen / trost / stür / vnd hilff beweisen.
Goedeke, Fischart
164
(
Straßb.
1588
):
Damit durch mittel der drei ström | Eine zu steur der andern kem.
Welti, Stadtr. Bern
626, 3
(
halem.
,
1539
):
Der abr innerthalb jarsfrist semlichs [schatzung vorderen] nit thaͤtte, demselben soll sin nachpur oder stürschuldig nit verpunden sin einiche schatzung dafür hinzegebenn.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
506
(
Genf
1636
):
Stewer / Almosen.
Barack, Zim. Chron.
4, 156, 5
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Damit [groses drinken] gieng er etliche jar umb, ist im auch hernach nit ain geringe steur zu seinem absterben gewesen.
Klein, Oswald
40, 8
(
oobd.
,
v. 1408
?):
so kom mir, frau, zu steuer, | Das ich des wachters nicht engelt.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
2285
;
Jahr, H. v. Mügeln
1631
;
Küther, UB Frauensee
272, 14
;
Henschel u. a., Heidin
172
;
1272
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
815
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 5, 29
;
UB Zug
1138, 34
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 9, 36
.
5.
›finanzielle oder materielle Hilfe aus konkretem Anlaß; milde Gabe‹; auch: ›finanzielle Rücklage‹;
vgl.  7.
Syntagmen:
jm. s. tun, (jm.) s. zu etw. geben
;
s. nach seinem vermögen geben
;
etw
. (z. B.
eine gasse
)
durch js. s. machen, um eine s. anhalten / bitten / singen, jn. um s. anrufen
;
etw. zu s. haben, etw. zu s
. [wohin, z. B.
gen Rom
]
senden, jm. etw
. (z. B.
geld
 )
zu s. geben, jm. etw. zu s. sein, jm. durch etw
. (z. B.
durch einen pfundzol
 )
zu s. kommen
;
s. zur glocke, an der
(›zur‹)
kost, an einem rok, am heiratgeld
; [ein Betrag]
zu der s. des baues
.
Wortbildungen:
steuerbuch
2 ›Verzeichnis über milde Gaben‹ (a. 1583).

Belegblock:

Chron. Mainz
1, 119, 8
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
700 g., des hette man zu sture was in den nesten vergangen funf jaren uberblieben were.
Chron. Nürnb.
4, 215, 8
(
nobd.
,
15. Jh.
):
[ein cardinal] verkundet vergebung aller suͤnd von pein und schuld, wer das creutz an sich neme oder wer steur und hilf darzu geb.
Bell, G. Hager
621, 9, 5
(
nobd.
,
1592
):
die buben singen vmb ein steïr, | vnd springen v̈bers sunet feüer.
Koppitz, Trojanerkr.
2235
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
So wil ich geben ze stüre dir, | [...] | Zwölff mark guldin.
Rennefahrt, Recht Laupen
44, 41
(
halem.
,
1448
):
darumb er gemelten Felicem um steür und hilf, daß gott-hauß wider auf zu bauwen, hat angeruffen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
115, 16
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Gab in pabst Sixtus der Vierd babstlich wull, wer den seyn stewr nach seynen vermugen gab und darauf peychtig wuerd, dem burden seyn sindt vergeben von peyn und von schuldt.
Rechn. Kronstadt
1, 200, 5
(
siebenb.
,
1513
):
denn prwͤdernn prediger ordenns czwͦ eÿner stewͦr ÿres pawͦ flor. 25.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 532, 33
;
3, 156, 11
;
Rupprich, Dürer
1, 151, 18
;
Loose, Tuchers Haushaltb.
132, 9
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
3165, 4
;
Chron. Strassb.
585, 21
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 224, 25
;
2, 56, 7
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
907, 27
;
Chron. Augsb.
1, 153, 20
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1.
6.
›Schadenersatz, Erstattung eines Verlustes in ungefährer Werthöhe des verlorenen bzw. beschädigten Gutes‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  1,  1.

Belegblock:

Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
180, 11
(
nobd.
,
1396
):
10 gulden dem Ber(tolt) Erlpeck ze steur an eynem pfert, daz schadhaft waz worden.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
228, 25
(
halem.
,
1516
):
[das wir] Cr. Buͤlman mit bitt vermogen haben, des ertrunknen geschwisterden an iren schaden ze stür zuͦ geben 50 ℔.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
9, 10
(
smoobd.
,
17. Jh.
):
welcher aus unsern underthannen im jar hinumb wëgen feur, wasser, [...] schaden leiden wurde und dëswëgen bei uns [...] als grundherrschaft umb gnad, hilf, steuer oder nachlass zu bitten willens, der [...].
7.
in poetischen Ausdrücken mit Genitiv oder Adjektivattribut, vereinzelt auch in komplexeren Konstruktionen mit semantischer Reduktion zugunsten der Bedeutung des Genitivausdrucks (bis hin zum genitivus explicativus) oder des Adjektivattributs, z. B.
brotes steuer, des geleites steuer, frauen steuer; ane mänliche steuer
›ohne Zutun eines Mannes‹.
Gehäuft poetische Texte (oft in gebundener Form); meist älteres und mittleres Frnhd.
Syntagmen:
s. mänlicher zunft, erden / schulden, der hilfe / weisheit, des meien / wassers / wunsches, der freuden /sonnen, der lerer s
.;
die gebürliche / hilfliche / süsse s
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Hes.
4, 16
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
ich wil zustoren brotis stuir
[Luther
1545
:
vorrat
]
zu Jherusalem.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
10205
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Des bûwt ûf sins geleitis stûr | von Kungisberc der comentûr.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
29, 5
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
In manigen weisen meisters geschriften findet man, das on frauen steure niemant mag mit selden gesteuret werden.
Jahr, H. v. Mügeln
118, 1244
(
omd.
, Hs.
1463
):
der salamander in dem für | nicht lebet sunder erden stür.
Pyritz, Minneburg
303
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Reht als der heißen sunnen stuͤre | Uff einem spigel bringet fuͤr.
v. Groote, Muskatblut
66, 59
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
wer gesich hat ritterschafft, der hat nit krafft | in dynem rat, der vmb so stat | dem in schulden stüre
[›dem gegenüber fühlt Euch schuldig‹].
Mayer, Folz. Meisterl.
59, 34
(
nobd.
,
um 1480
):
Mancher philosophus mellt clar | Wie auch an menlich steure gar | Ir etwen fil enphaen zwar.
Ebd.
46
:
Seit nun durch die nature Got | Geordent hot | Sulch creatur zu werden | An steur menlicher zunfft.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2389
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Ob disen nach der lerer stúr | Ge setzet ist das fegfúr.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 75, 3
(
schwäb.
,
1471
):
Hailiger gaist, nun gib mir ratt, | Dann dein genad nyemantz verlätt, | Vnd sennd mir deiner weiszhait steẅr.
Primisser, Suchenwirt
24, 40
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Jch sprach, daz ich durch schawen gie | Des lichten Mayen steẅre.
Niewöhner, Teichner
295, 27
moobd.
,
1360
/
70
˺):
der ein minnechleiches weib | welt zu lieb durich laid vertreib, | daz ist dez ersten ein suezzew staͤwr | und wirt dikch hernach ein saw͂r.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
554, 1
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Do was durch hilflich stew͂re | in Troya auch dar chummen | vil manig ritter tew͂re.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
63, 43
(
smoobd.
,
17. Jh.
):
soll landrichter den stab von sich legen [...], dem hochwirdigen sacrament und angezogener herrschaft gebürliche steuer thuen
[›Reverenz erweisen‹].
Ziesemer, a. a. O.
5, 16
;
Thiele, Minner. II,
32, 403
;
Menge, Laufenb. Reg.
2094
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 7, 1
;
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 4431;
Haltaus, a. a. O.
1, 91, 78,
Primisser, a. a. O.
25, 58
.
Vgl. ferner s. v.  4.
8.
›Steuer, Steuerruder (des Schiffes)‹;
vgl.  5.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , , , .
Wortbildungen:
steuerholz
(für
Der Meuse Schif
 ).

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
13000
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
daz beide rimin unde stuir | di prûzin vallin lîzin.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
399, 6
(
preuß.
,
1406
):
8 scot vor lynen vor rymen und stuͤwir in die schiff.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
614, 3409
(
Magdeb.
1608
):
Fuͤr stewerhoͤltzer waren recht frisch / | Harte schwentz vom gebraten fisch.
Primisser, Suchenwirt
44, 79
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Jch var auf ungewizzen wag, | Der tobt mit wilden unden, | So chan ich ob noch unden | Mit hilff chain stewr greiffen.
Turmair
1, 404, 25
(
Augsb.
1517
):
pelvis ,fuesschaff ‘, puppis ,stewr im scheff ‘.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
123, 26
;