trost,
der
;
-es/–
;
in 6 auch
tröste
(1 Beleg).
1.
›empathische Hilfe, Stütze, Rückhalt für einen Menschen, Zuspruch, verbale wie tätige Unterstützung besonders in den Not- und Mangelsituationen des menschlichen Daseins, Stärkung im Augenblick körperlicher wie psychischer Schwäche, Befriedung des Gemütes, Beruhigung durch einen anderen bei emotionalem Aufgewühltsein vor allem in Trauer- und Angstsituationen‹ (allgemein); tropisch auch auf die Menschen, die als Trostspender erlebt werden, bezogen; oft resultativ: ›innere Ruhe, innere Zufriedenheit, Frieden‹; ›Schmerzlinderung (aufgrund menschlicher Zuwendung, auch durch medizinische wie pharmakologische Hilfe)‹; in religiösen Zusammenhängen wird der von Menschen gespendete Trost oft als Gegensatz zum göttlichen textualisiert und dadurch in seiner Wirksamkeit relativiert (vgl. dazu 2); als Metonymie speziell: ›gestifteter Jahres- bzw. Gedenkgottesdienst für Verstorbene‹ (auch zu 6 stellbar); in 1 Beleg wohl: ›Befriedigung, Genugtuung aufgrund wiederhergestellter Gerechtigkeit‹.
Phraseme:
sunder trost
›unwiderruflich, endgültig‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):  4,
1
 1, , , (
das
13, ,  1, , , (s. v.  13), , , ; vgl.  5,  1.
Syntagmen:
(den) t. anblicken / erwerben / verlieren / verschmähen, jm. einsprechen, die hoffnung jm. t. geben / weisen
,
t
. [wo] (z. B.
auf erden, bei jm
.)
suchen, von etw. nemen
;
der t. etw
. (z. B.
schmerzen
)
leichtern / miltern / ringern, urlaub haben, jm. abgehen, in js. herzen haften, ein liebkosendes wort sein
;
das weib der t. des mannes / gesindes, der man ein t. des weibes, der freund ein t. des lebens, der friede t. der welt sein
;
trostes an jm. haben
;
auf t. eilen, lust auf t. haben, jn. mit t. steuern, etw. zu einem t. nemen, jn. sonder t. lassen, zwischen t. und lust ein unterschied sein
;
der t. der (falschen) welt, des lebens, der frauen / kranken
;
der äussere / auswendige / fleischliche / ganze / herzerquickende / kräftige / labsame / leibliche / menschliche / notwendige / sanfte / süsse / zergängliche t
.
Wortbildungen:
˹
trostknecht
(a. 1632),
trostman
˺ ›Laie, der den Kranken und Sterbenden im Hospital beisteht‹,
trostmütig
›trostbedürftig, einsam, traurig‹.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Hut hort zuflucht wehr hoffnung trost zuuersicht.
Luther, WA (
1540
):
Gott hilfft den geduͤldigen, welche [...] auff menschlichen trost eilen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
517, 331
(
Magdeb.
1608
):
Mein Hertz kein Trost noch fried erwirbt / | Ehe Baußback [...] stirbt.
Ebd.
565, 1869
:
Fried ist aller Welt trost vnd Frewd.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
der ungeordente lust, den wir hân ûf zergenclîchen trôst!
Jostes, Eckhart
106, 22
(
14. Jh.
):
Wenne nun die sel in dem uftragen gottes emphindet, so hat urlop der trost dizer falchen
[sic!]
welt.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1516
):
ist verordent, das zu troest und selenheil aller meister und bruder [...] viermal im jare [...] dri mess gedaen und gehalten sollen werden.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1213
(
mrhein.
,
um 1335
):
Ich hade drostes an dir vil. | Duͦ were miner augenweide spil.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
13, 9
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Wo sol ich trost suchen? Wohin sol ich zuflucht haben?
Ebd.
29, 14
:
So menlichen man gesach ich nie, der recht mutig wurde, er würde dann mit frauen troste gesteuret.
Jahr, H. v. Mügeln
2125
(
omd.
, Hs.
1463
):
im gap die hoffenunge trost: | er von den leuwen wart erlost.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
32, 6
(
omd.
,
1487
):
Den ein fröm weÿpp ist ein sunderlicher trost ÿres mannes vnd all ÿres gesindes.
Ebd.
34, 19
:
der man ist ein súnderlicher trost des weÿbes.
Küther, UB Frauensee
165, 17
(
thür.
,
1373
):
alse [...] Conrad Goltbach unde Katherin [...] iren eildern unde iren selin zuͦ troste unde selgerete [...] han gegebin [...] zcehin marg.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
178v, 5
(
Leipzig
1588
):
Ein trewer Freund ist ein Trost des Lebens.
Gille u. a., M. Beheim
238, 66
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
O swarczer adler, das du lost | hie deine chinder sunder trost.
Harsdoerffer. Trichter (
Nürnb.
1653
):
Artzney. Deß Hoͤchsten Gnadengabe. Der Gesundheit [...] Schirm / [...] / Der Krankheit Gegengifft. Der Kranken Trost und Heil.
Sudhoff, Paracelsus (
1527
):
weiwol euch bappeln und eibischwurzeln einen trost geben haben.
Wickram
4, 17, 29
(
Straßb.
1556
):
damit würstu unserm ungünstigen nachbaurn nit ein solliche freud machen / als wann du also trostmuͤtig daheimen beleibst.
Ebd.
21, 28
:
Robertus der hatt [...] sich gantz trawrig erzeiget / das dann die andren seine lieben nachbaurn und freundt auch trostmuͤtig gemacht hat.
Matthaei, Minner. I, (Hs. ˹
nalem.
,
1459
˺):
ich tain als ainer der erschrickt | so er sinen tröst anblickt.
Maaler (
Zürich
1561
):
Trost (der) Sterckung. [...]. Trost ringeret oder leychteret vnd milteret den schmertzen. [...]. Es hilfft kein Trost nit. [...]. Mein trost vnnd froͤud / Sind liebkosende wort. [...]. Mein Trost vnd muͦt. [...]. Sy namend das zuͦ einem Trost.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
536
(
Genf
1636
):
Trost / m. Benemmung deß vnmuths vnd leydts.
Bauer, Geiler. Pred.
317, 29
(
Augsb.
1508
):
DEr erst hack / an dem dyßer esel des menschen seel. gebunden ist / der haisset. Flaischlicher trost / zeytliche ergetzlichayt [...] es ist großer underschaid zwischen lust und trost. [...] Erlustigung in truck und in betrüepniß / das ist trost. [...] Das haisset trost. wenn du ainen menschen in leyden und in truck waist / das du tzuͦ im redest / und im [...] ergetzlichait machest.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1564
):
Auf den 29. jenner zalten wir die trostmänner und danckten inen ab.
Klein, Oswald
125, 14
(
oobd.
,
vor 1408
?):
ich hab verloren meinen trost | auff erd, die werd, versert und unerlost.
Perez, Dietzin
1, 409, 12
;
Hübner, Buch Daniel ;
Strauch, Par. anime int.
79, 32
;
Thür. Chron.
3r, 21
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
118, 29
;
Göz. Leichabd. ;
Jahr, a. a. O.
2109
;
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich ;
Asmussen, Buch d. 7 Grade
287
;
Harsdoerffer. a. a. O. ;
Vetter, Pred. Taulers ;
Bihlmeyer, Seuse ;
Roloff, Brant. Tsp.
162
;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Wyss, Luz. Ostersp.
4171
;
Sappler, H. Kaufringer
27, 69
;
Weber, Füetrer. Poyt.
308, 4
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
966
;
Vgl. ferner s. v.  1, (Adj.) 2.
2.
›göttlicher Trost, aufgrund religiösen Zuspruchs nach Leid und Kummer eingekehrte innere Beruhigung, geistliche Stärkung (sowohl als Akt der Beruhigung wie als Resultat); innerer Friede, Glaubens-, Heilsgewissheit; Erlösung durch Gott‹; (weniger gewiss:) ›religiöse Zuversicht, Vertrauen auf Erfüllung des Heilsversprechens; Hoffnung auf das Seelenheil, Sehnsucht nach göttlicher Zuwendung‹; speziell: ›geistliche Hilfe, geistlicher, besonders auf js. Seelennöte und Seelenheil bezogener Zuspruch, Erbauung, geistliche Unterstützung, Stärkung des Glaubens durch die drei göttlichen Personen (Gott, Christus, Heiliger Geist), durch Maria, durch Heilige oder durch die Sakramente (in 1 Beleg auch bezogen auf Mahomet)‹; in entsprechender Weise werden die religiösen Trostspender oft als
trost
personifiziert und angesprochen; ütr.: ›geistlicher Zufluchtsort, Schutz und Schirm (vor Sünde und Teufel)‹.
Texte religiösen (oft: mystischen) Inhalts.
Phraseme:
heil und trost; troz und trost
.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
1
 1, ,  2,  1245, (
das
3,  3,  2, , ,  4, (s. v.  3), , , ; vgl. ,  3,  2.
Gegensätze:
(
die
2, (
die
1,  58, , , , .
Syntagmen:
t. aufgeben / bringen / empfangen / finden / füren / haben / nemen / schöpfen / zusagen, der glaube t. bringen, t. von got erwarten, den t. in Mahomet setzen, j. (Maria) den t. der welt gebären, j. t. in der predigt hören, jm. t. geben, seinen t. auf den herren, in got, in den tod Christi setzen, t. in got, zu jm. haben, aus etw. nemen
;
der t. süs / zart sein, jn. erleuchten, jm. gegeben werden, an etw. liegen
;
Christus js. t. sein
;
des trostes bedürfen, blos sein, gewar werden
;
dem t. etw. ankleben
;
ane allen t. sein, in t. sterben, die gnade das gemüt mit t. speisen, die sele nach gottes t. schreien / sehen, jn. um t. bitten, von dem t. geboren sein, jm. Christum / den heiland / Lazarum zu t. schicken / senden, Christus jm. sein fleisch und blut zu t. geben, j. jm. zu t. etw. leren / predigen / schreiben, jm. das gebet zu t. kommen, die heilige wandlung jm. zu t. werden, das sakrament zu t. empfangen, um des trostes willen die augen erheben
;
got, der vater, der verlust des trostes
;
der t. gottes, der beschaude / geschrift / sele / welt, des / wortes, der engel / freuden / traurigen
;
t. aus der höhe, in betrübnis
;
der allergütigste / allerschönste / befindliche / ewige / freudenreiche / ganze / geistliche / gewisse / gnädigliche / götliche / gute / heilsame / höchste / hohe / inwendige / sunderliche / übernatürliche / ungewönliche / väterliche t
.
Wortbildungen:
trostbild
,
trostblik
,
trostgebärung
›Quelle der Zuversicht‹,
trosthaus
,
trostheilbärend
.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
Ein trostheilbernder tresem | Und ein trut himel besem.
Luther, WA (
1512
/
8
):
Dan gottis stercke und trost wirt niemand gegeben, er erbitte es dan [...]. got [...] macht die sele hertzlich betrubt, schreyend und sehend nach seynem trost.
Ebd. (
1518
):
das hochwirdig sacrament deß leychnams Christi, Jn wilchem [...] zugesagt, vorpflicht wirt gemeynschafft, hulff, lieb, trost und beystand aller heyligenn.
Ebd. (
1518
/
9
):
dan es [sacrament] nur den gebenn ist, die trost und sterck bedurffen.
Ebd. (
1525
):
wir auch zu im [Gott] als zu dem rechten Asylo zuflucht und trost haben.
Ebd. (
1544
):
Denn dis Bild und geberde sol dazu dienen, das es sey ein Trost blick oder bilde allen erschrocken hertzen.
Ebd. (
1534
):
Ideo est trostbild et exemplum totius Christianitatis.
Ebd. (
1535
/
6
):
wo der Glaube jnn uns were, [...], und mit sich auch bringen einen gewissen trost und trotz wider alle anfechtung der sunde.
Ebd. (
1538
):
Der Tempel [...] wurde geweihet, das ehr ein Hulffhaus, Bethhaus und Trosthauss were.
Anderson u. a., Flugschrr.
3, 7, 23
(
Wittenb.
1525
):
Die weyl er [Christus] denn dise wort vns zu heyl vnd trost geleret [hat].
Ebd.
14, 7, 13
(
Straßb.
1524
):
Alle die das hochwürdig sacrament zuͦ trost vñ frid ires hertzen vnnd gewissen begeren zuͦ entpfahen.
Ebd.
25, 2, 2
([
Augsb.
1522
]):
[ain armer waiß] hat wellen suͦchen trost vñ leer des goͤtlychñ worts.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Jêsû Kristî, ein vater der barmherzicheit und got alles trôstes, der uns trœstet in allen unsern betrüepnissen.
Steer, Schol. Gnadenl.
301, 328
(
rhfrk.
1375
):
die gnade irhebet daz gemute [...] vnd spiset es mit geistlichem troste.
Wunderlich, Fierrabr.
122, 4
(
Simmern
1533
):
bei meinem got Machomet / in den ich mein trost setz.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
772
(
pfälz.
,
1436
):
stirbet dann der mensch in eym solichen trost, ane zwiuel, so nympt jne der almechtig got zu jme jn ewige freude.
Froning, Alsf. Passionssp.
2759
(
ohess.
,
1501ff.
):
das du [herre] [...] | [...] gebbest mer heylsammen troist, | das ich von mynen sunden werde erlost!
Strauch, Par. anime int.
30, 24
(
thür.
,
14. Jh.
):
du si von menslichime troiste lizin, du fuͦndin si gotlichin troist.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
herre got, veterlicher trost, [...] erluͦchte min ougen.
Mathesius, Passionale (
Leipzig
1587
):
das wir hieraus trost in allen anfechtungen / wider das Gesetze / Suͤnde / Todt / Teuffel vnd wider Gottes Zorn / schoͤpffen.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
28a, 7
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
daz ich auf erden kom mensch wart vnd ev zv troste mein fleisch vnd mein plut gib.
Langen, Myst. Leben
167, 13
(
nobd.
,
1463
):
Secz al dein trost in den tod Christi.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
17, 89
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
die do gepeynigt werden, den wirt tag und nacht kein rue gegeben, noch auf einen augenplick kein trost.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
107
(
Nürnb.
1517
):
last uns umb ferners unsers trost willen erheben die augen des gemüts in die offenbarung des geists.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
er bat yn umb hilff und trost und sagt im dye verkundigung.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
249, 7
(
els.
,
1362
):
von irre [Maria] follekomenheit enphohent die gefangen eine erloͤsunge, die betruͤbten einen trost.
Jörg, Salat. Reformationschr.
38, 8
(
halem.
,
1534
/
5
):
Welch prognosticaciones / jch hierinn / han geacht / nit für zuͦ gan syn / dann semlichs ein trostgebaͤrung jst / allen schwachen haͤrtzen.
Schmidt, Rud. v. Biberach
11, 4
(
whalem.
,
1345
/
60
):
,die weide des lebens‘, die bereit sint zvͦ spis vnd ze trost der heiligen sel.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
1135
(
schwäb.
,
1455
):
[Mary] Kumm mir zuo troust und helff.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.
202
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
[got], der ain vater der parmherczichait vnd ein got des ganczen trostes ist.
Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
[Maria] hat gepert der werlt trost, | von dem wı̊r all werden erlost.
Quint, Eckharts Pred. ;
ders., Eckharts Trakt. ; ; ;
Jostes, Eckhart
65, 31
;
Wunderlich, a. a. O.
51, 4
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
988
;
Froning, a. a. O.
1209
;
5921
;
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
22, 17
;
Hübner, Buch Daniel ;
Strauch, a. a. O.
139, 3
;
Schönbach, a. a. O. ;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Sermon Thauleri
14rb, 3
;
Mathesius, a. a. O. ;
Opitz. Poeterey
18, 15
;
Mönch v. Heilsbronn. a. a. O.
11a, 23
;
21a, 15
;
Langen, a. a. O.
161, 6
;
204, 8
;
Reichert, Gesamtausl. Messe
9, 21
;
zu Dohna u. a., a. a. O.
236
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
88, 11
;
100, 24
;
146, 26
;
252, 3
;
Dietrich. Summaria
24r, 37
;
Vetter, Pred. Taulers ; ; ; ; ; ;
Rieder, Gottesfr. ; ;
Warnock, Pred. Paulis
27, 83
;
Schmidt, a. a. O.
84, 22
;
105, 28
;
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
3359
;
Rapp, UB Stuttg. ;
Anderson u. a., a. a. O.
2, 7, 23
;
7, 9, 32
;
19, 16, 23
;
25, 2, 2
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 231, 23
;
Klein, Oswald
1, 78
;
Baptist-Hlawatsch, a. a. O.
125, 17
;
Bauer, Imitatio Haller
97, 22
.
Vgl. ferner s. v.  5,  12,  1,  1,  2, (V.) 3,  1,  5,  5,  1.
3.
›in besonderer Weise verbal – schriftlich wie mündlich – formulierter Zuspruch‹; speziell in weltlichen Kontexten: ›verbale Hilfestellung, Ratschlag, beruhigende, befriedende, tröstende Worte, Ermutigung‹ (in festen Textformeln); in religiösen Kontexten: ›geistlicher Zuspruch, geistliche Unterweisung‹; im Unterschied zu 2 bezogen auf die überlieferten religiösen Textsorten, in denen man zum einen das Sprechen Gottes offenbart sieht, zum anderen bezogen auf das menschliche Sprechen und die dem entsprechenden Textsorten, die rekurrierend auf religiöse Heilsverheißungen tröstend und sinnstiftend eingesetzt werden; als Spezialisierung anschließbar an 1; 2.
Syntagmen:
t. vernemen, jm. einen t. geben
;
der t. in der kirche regieren
;
des trostes bedürfen / danken
;
an js. t. denken, auf js. t. etw. fürnemen
;
der t. der geschrift
;
der grosse / gute trost
;
zeichen des trostes
;
die schrift, der trost
(appositiv).
Wortbildungen
trostbuch
(zur Sache:
Lex. d. Mal.
8, 1048
f.),
trostepistel
,
trostgedicht
,
trostpredigt
,
trostpsalm
,
trostrede
,
trostreich
,
trostschrift
,
trostspiegel
,
trostspruch
,
trostwort
,
trostzettel
.

Belegblock:

Luther, WA (
1512
/
8
):
das er die schrifft, vnßern trost, nit anders handelt, dann wie die saw ein habbersack.
[die heylige schrifft] das sie eyn trostbuch ist, wilchs die seelen erhalten kan yn allem trubsall.
Ebd. (
1522
):
unser Gott ist nicht so karg, das er uns nur eine absolution und nur einen trostspruch gelassen hette zu stercke.
Ebd. (
1522
):
Siehe, was fuͤr trostreiche Worte sind das!
Ebd. (
1524
):
daß ich eine öffentliche Trostschrift lasse ausgehen, damit nicht mein Christus am jüngsten Tage zu mir sage: [...].
Ebd. (
1528
):
weil der Herr Christus [...] seine juͤnger mit einer schoͤnen langen trostpredigt gesegnet hatte, [...].
Ebd. (
1529
):
verzagte leute sol man mit diesen lieblichsten Trostworten auffrichten.
Das ist nicht eyn lere, quae docet, Szunder es ist eyn trostepistel.
Ebd. (
1533
/
6
):
Der .xxxj. Psalm. Jst ein gemeiner danck psalm, betpsalm und trostpsalm.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Daz wart dem bischof erkant | Wie sie weinte dise not. | Sine trost rede er ir do bot.
Karnein, Salm. u. Morolf
740, 1
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Also Morolff den trost vernam, | er nam urlaup und schiet von dan.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1603
):
Daß wir zu aller zeit [...] | [...] | Auff diese trostsprüch zuflucht hetten.
Perez, Dietzin
1, 42, 13
(
Frankf.
1626
):
so ist es billig fuͤr ein Zeichen eines grossen trosts zuhalten / daß das Papier / auff welchem ich mein Histori zu beschreiben [...] gemeint / mit einer Schlangen gezeichnet.
Anderson u. a., Flugschrr.
19, 17, 17
([
Eilenb.
]
1524
):
sey frolich / so vorgistu der sorge. Sich lieber bruder / [...] / der selbig trost hat allen Christlichen ernst zum grewel gemacht.
Ebd.
25, 2, 11
([
Augsb.
1522
]):
sag mir dein anligende sach / Vnnd ob ich dir mecht ain trost geben.
Logau. Abdank.
170, 16
(
Liegnitz
1651
):
was [...] zwey so gelehrte und Trostreiche Predigten bißher zu gemuͤthe gefuͤhret.
Opitz. Poeterey
17, 35
(
Breslau
1624
):
Trostgetichte in Wiederwertigkeit des Krieges.
Sachs (
Nürnb.
1565
):
Der psalm ist ein trostspiegel rein | Der gantzen christlichen gemein.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
193, 1
(
Nürnb.
1548
):
ein herrliche schoͤne trostpredigt / damit der heylige Geist die Christliche kirch [...] troͤstet.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
gedenck jetzt an deinen Trost, | Den du mir vor gegeben hast, | Daß nicht so böß sey dise sach.
Maaler (
Zürich
1561
):
Eim einen boͤsen Trost gaͤben.
Mollay, H. Kottanerin
33, 19
(
moobd.
,
1439
/
40
):
[ich] ward meiner fraun gnad mein notduͤrft vast erczellen, Da gab mıͤr ıͤr gnad vil schoner rede vnd guten trost.
4.
›Schutz, Hilfe, tätige Unterstützung, die j. einem in Not Befindlichen gewährt; Friedens-, Sicherheitsversprechen (besonders im Konfliktfall)‹; speziell: ›Rettung im Krieg, aus Feindeshand, Schutz vor Feinden; militärische Hilfe bei Kriegshandlungen, militärisch notwendiger Nachschub in Form von Nahrungsmitteln oder Truppenunterstützung‹; tropisch: ›Beschützer, Schutzherr‹; in 1 Beleg wohl auch: ›Rat in Rechtsangelegenheiten, juristische Unterstützung‹; als Spezialisierung anschließbar an 1.
Gewisse Beleghäufung in berichtenden Texten.
Bedeutungsverwandte:
 5, (
die
), , , , ; für den Tropus: .
Syntagmen:
(keinen) t. haben / suchen, jm. t. beschehen, jm. t. geben, t. an jm. verlieren
;
j. js. t. sein
;
des trostes vergessen, jm. / sich trostes (en)lassen / versehen / verzeihen
;
in t. treten, jm. zu t. halten / reiten, entgegen ziehen
;
der gute t
.
Wortbildungen:
trostantwort
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
6279
(
Magdeb.
1608
):
WEnn jhr diß haltet allgemein / | Wil ich ewer Trost vnd Schutzher sein.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1493
):
[Rechtsstreit]
Ind bidden des eine gnedige troistantworde.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
170, 34
(
rhfrk.
,
um 1435
):
das ich yme zü helffe kome widder sinen eygenen sone [...] jch wil zu yme ryden yme zu troste vnd zu helffe.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
Trost unde hulffe suchten die von Kyndelbrucken an den lantgraven.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
51, 11
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
quomen czu der vinde lande xxx tusint mensche [...] dy enwustin nicht was si tun soldin, und hattin sich vorczegin allis trostis.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
/
50
):
sie meinten auch, [...] wann in ir buntgnoßen geholfen hetten mit halben, damit sie in trost treten, daz sie im starck genung wolten sein gewesen.
Gille u. a., M. Beheim
104, 172
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Wann er kain sloss het in der neh | dar auff er sich trostes verseh.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
do von erst dye reichstett vorordent waren, der heyligen kyrchen zü trost, dem reich zü schirm, aller gerechtigkeyt zü einem aufenthalten und allerr gemain zü trost.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1522
/
45
):
hattend die im schlosz keyn trost mer [...] und goben das schlosz umb vesperzyt uff.
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1384
):
das dewedrem der ... beiden partyen dehein krieg wurdi geschriben [...] beid teil einer dem andren hilff und trost geben und zuͦ fuͤgen sol.
Jörg, Salat. Reformationschr.
274, 22
(
halem.
,
1534
/
5
):
kamm den boten für / das jnen [puren] trost / und zuͦsag bscheche von dero von Zürch lüten.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Nieman laider nitt enlass | Trostes dem kaysserlichen tegen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
waren der bapsts galeen [...] und solten da im mör den cristen zuͦ trost halten.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Das glewben sy [das kunig Maximilian hab welln plunndern], vergessen der grossen gnad, hillff und trost, so in der kunig getan hat.
Vgl. ferner s. v.  4.
5.
›Erwartung, Hoffnung auf etwas; Vertrauen in eine Person bzw. in die Zukunft‹; aus der Perspektive des Betroffenen hinsichtlich eines Spenders und mit Blick auf die Zukunft gesagt.
Obd.; gehäuft berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte:
 1, .
Syntagmen:
t. gewinnen, auf etw
. (z. B.
auf js. hilfe
)
, auf / nach / zu jm. haben
;
t
. (Subj.)
an jm. liegen
;
jn. auf einen t. erwälen; der t. der Troer
.
Wortbildungen:
trosthaft
›zuversichtlich, hoffnungsvoll‹.

Belegblock:

Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1401
):
daz wir dheinen trost noch zuversicht zu im kuͤnnen noch muͤgen gehaben.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
die überigen Troyer [...] hettent keinen trost me uf iemans helfe.
Dreckmann, H. Mair. Troja
33, 27
(
oschwäb.
,
1393
):
si hetend kainen trost mer und [...] liezzend den kriechen daz feld.
Ebd.
43, 2
:
[der küng] hät fürbaz kainen trost mer nach seiner swester.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Da hett nun der kunig von Vnngern erst trost, er wuerdt kunig zw Pehaym.
Do gewan aber yederman trost und hoffnung, es wurd ein grosses volck komen und dem kunig widderstanndt thuen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
367, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Held, denckt, das an ew͂ liget | gantz aller Troyer trost!
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
da die feind nit von stundan Italien angriffen, warn si ein wenig trosthafter, auch lessiger.
Moscouia
E 1r, 16
(
Wien
1557
):
Wladislaus hette Beatricen Khuͤnig Mathias witben vnfruchtbare verwilligt zunemen / mit der selben hilff vnnd auf solchen trost wardt er erwoͤllt.
6.
›von jm. an jn. geleistete bzw. (konvers) von jm. erbetene Unterstützung bei finanziellen Engpässen, Versorgung‹; speziell: ›Schuldentilgung; Bürgschaft; Entschädigung für finanzielle Verluste‹.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
,  1, .

Belegblock:

Rudolph, Qu. Trier (
mosfrk.
,
1593
/
4
):
Almosinierer amt, [...] den armen bedurfftigen zum trost, besten und frommen instituiret.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
146, 25
(
omd.
,
1554
/
1663
):
was vor tröste der vehlle und geschicke halben vorhanden, in verzeuchnus gebracht.
Küther, UB Frauensee
196
(
thür.
,
1415
):
daz wyr [clostir] uffgenomen han czen guldin von Dieterich Muller [...], umme dy gute unde um andir hulfe unde troͤst, dy wye von en gehat han.
Maaler (
Zürich
1561
):
Abloͤsung / das ist / trost vnnd macht seyn / versetzt vnd verpfendt guͦt wider an sich zeloͤsen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
33, 15
(
mslow. inseldt.
,
1534
):
des śie [Pürgen] śich in dieśem falle gäntzlich verZaihen, weder trośt śchutz, noch handhabung bey ihnen Zue śuchen oder nemen.
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 329
.