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rente,die
;›einer Person, Institution, Körperschaft zugeordneter rechtsverbindlicher Anspruch auf Erbringung einer regelmäßig (z. B. jährlich) wiederkehrenden Leistung (insbesondere: einer Zahlung)‹; gleichzeitig die daraus resultierende ›regelmäßig wiederkehrende Einnahme‹; verallgemeinert: ›Einkommen; jm. zukommender Ertrag (aus Landbesitz, Vermögen usw.)‹; meist als von jm. zu empfangende Leistung perspektiviert, selten mit Fokus auf die verpflichtende Erbringung der Leistung: ›Abgabe, Zahlung‹ oder auf eine teils sinnvolle, teils missbräuchliche Verwendung.
Syntagmen:
j. / etw
. (Subj.) die r. anlegen / einbringen / einfordern / einnemen / finden / geben / haben / kaufen / nemen / reichen / veräussern / verkaufen / verpfänden / versetzen / wiederreiten, gewis haben, jm. weigern / übergeben / verbieten / zulegen, der oberkeit geben, jm. schuldig sein, auf jn. legen, in die schazkamer legen, mit der münze bezalen
, [wo] r. finden, etw
. (Subj.) r. bringen, j. die r. für liegendes gut achten
; die r
. (Subj.) hin sein, jm. gebüren / zufallen, an jm. verfallen, auf soviele personen nicht genügsam sein
; die bergwerke aller r. frei sein, j. sich der r. bezalen lassen
; die stat
(Subj.) sich mit r. aufnemen / bessern / reichen / teuren, etw. mit r. begnadet sein, j. sich von renten erhalten, j. etw. zu r. haben
; die r. der stat Rom, des kapitels, der erben / nachkommen
; die ewige / grosse / järliche / rechte r
.; die mark, x pfund r
.; das einkommen von (der) r
.Wortbildungen:
˹rentampt
renterei
rentmeisterampt
rentmeisterei
rentstube
rentamptshandler
rentbärig
rentbrief
renten
2
, II, 2); 2 ›jm. etw. (einen Gewinn) einbringen‹, rentkiste
rentleute
rentner
rente
hat‹, rentschreiber
Belegblock:
Von dem bischove ich vornam, | [...] | daz er dâ [in sînis bischtûmîs lant] nimmê rente vant, | wen eine marc pfenninge.
wer gelt uff czins hat, das nicht erbeczinss ist, der sal geben yo von der marg renthen czwe scot.
das man den rentenern bawssen landes geleyte gebe heer ins land czu komen.
was schulde unser herrn haben uf rentelewte in steten unnd in dorfern, so wollen sie die ersten bezalet sein von allen mannen.
Dem Keiser aber und der oberkait gepürt forcht, zol, rend, zinße, gehorsam.
die warheit wirdt euch alle recht loss machen, aber nicht also, das ihr nicht durftet geschoss, Zinss und renth geben, wie es den die baurn gern hetten.
Als jnn meinem Exempel mustu nicht lesen LII., wie jnn der Schule, Sondern, wie jnn der Renterey oder Rechenstuben, daselbs lieset man nicht LII., sondern: zwey und funffzig.
der stift des guden herren sente Georgen [...] stunt in großen eren unde herlicheit, also daz he ein recht inkomen hatte von rechter rente unde gulde bi hondert unde zwenzich gulden geldes.
Erfe, das m. h. dem apt und sime gotzhuis rentberich ist.
das fürther mehr in vnser statt Franckenfurt vnd vnserm gerichts zwang alle ligende güttere [...] auch alle ewige zinß vnnd renten [...] für ligende guͦt geacht sollen werden.
das inen af der stede rentkisten mirgklich an malegelt abgeht und entzogen wirdet.
Wenn aber stirbt ein reicher Man, | Erlangen sie
[die Klosterangehörigen]
ein Testament, | Das jn offt etlich hundert rent. Auch sind die bergwerck also ußgesaczt, das sie aller rente und aller dinste fryͤ sollen sin.
Das erste closter dÿß ordens
[der Ehe]
gar zcÿrlich vnd woll gebaẃet, mit grosßen rentten, zcöllen vnd zcinßen von got begnadett, was das ÿrdische paradÿß. di koufmans di rentin dem hove des grozen chaam unde den schifherren von schifloge bi der helfte alle der war.
Ebd.
73, 1
: Der soldan Adon von grozer rente di her nymt von den di do wandirn durch das lant, her ist richer wen keyner der kunig der sarracen.
Zum ersten sind sie uns schuldig von rechtswegen unsere rente, nemblichen alle jahr [...] zehn mark groschen polnischer zahl.
ob ir den vorradt der rendtmeisterei und bergwerks vorkeufen und zu geld machen sollt.
Vor welchen genuss des berckwerks er
[Erbe der Zeche]
bemelter bestandesman versprochen und zugesaget, in unser hochfürstl. Neissisch rendtambt zu erlegen und gutzumachen, iährlichen 400 stücke reichsthaler. Mit den renten und steüren | wart sich die stat ser teüren, | Reichen, pessern und nemen auff.
Weh meinem kloster und gottsdienst! | Hin sind all unser renth und zinst, | Dörffer und ainöd abgebrannt.
Der rentschreiber ich pin, | Schaw auch auf mein gewin.
ein Scherge sonst kein ander Einkommens oder Renten hat, als was ihm auf Ruth, Schwerd vnd Strang [...] zum Vorauß mag gedeyen.
[der
landtvogt soll]
aller dingen ein verwalter und getrüwer uffsecher sin, rechnungen halten, rent, gült, zinß und zenden innemen. wir aber derselben capell zinß, zechenden, raͤnt und gült [...] der schuͦl zuͦ Aͤllen zuͦgeleit, einen schuͦlmeyster da ze erhalten.
Ain ersamer rat hat sich auch entschlossen, sich seiner rent, zins, gült, ungelt und anderm anders nicht bezalen zu lassen denn mit der müntz.
Dieweil wir auch in der visitacion [...] gefunden, das eur rännt vnnd einkhomen auf souil person, so diser zeit im closter, nit wol genuegsam sein.
alle die raentt, die di stat hat, si sein chlain oder groz, die sol man ainsten in dem jar widerraitten.
Die rentmaister hetten auch gern gelt [...]: wer vil gelt nur in die kamer und rentstuben bracht, was ein gueter amptman.
gueter und grunt [...] so mit dienstn in das räntmaisterambt zu der Newnstat gehörn.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
372, 3517
; Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
145, 26
; Koller, Reichsreg. Albr. II.
108, 14
; Jörg, Salat. Reformationschr.
653, 6
; Bächtold, N. Manuel. Papst
34, 82
; Memminger Chron. Beschr. ;
Winter, a. a. O. ;
Voc. Teut.-Lat.
aa viijr
; Vorarlb. Wb.
2, 710
; Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 501
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