bauman,
der
;
-mans, -mannes/bauleute
(meist), auch
(1 Beleg) sowie
baumänner
und
baumänne
(jeweils vereinzelt).
– Vgl. A. Huber in: Dückert, Norm lex. Ebene
1981, 17
-54; W. Conze in GG
1, 407
-439.
1.
›j., der das Land bestellt, Bauer, Landmann‹, meist ohne soziale Implikationen gedacht und teilweise idealisiert, auch als Gegensatz zu ,
1
 1, ;
vgl.  12,  345.
Seit 16. Jh. zunehmend selten; gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts, auch Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
, , ; (
der
1, , (
der
1;  3; , ,  5.
Syntagmen:
den b. betriegen
;
b. etw
. (z. B.:
den acker, das getreide
)
säen, b. samen werfen, b. arbeit tun, b. der frucht niessen, b. den acker bauen
(figura etymologica);
armer / frommer / getreuer / schädlicher / wirkender b
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Vorr. Jer.
80, 13 
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
alreyt hatten bueluyte der heyden ir lant besessin.
Fischer, Brun v. Schoneb. 
9355
(
md.
, Hs.
um 1400
):
so muz ich tun sam der buman, | der einen wilden acker sol san, | suzet und rodet so lange, | biz her von erbeitens drange | git der werlde bernde vrucht.
Chron. Köln
2, 9r
, 45 (
Köln
1499
):
Dese Caym was eyn buwman vn was der eyrste acker man.
Hübner, Buch Daniel
1804
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Bischove, vrien, greven, | […] | Burger, betler glich also, | Vogle, tiere, swie sie sint, | Ezit des bumannis kint.
Ebd.
2686
:
Buman, dir ist entreten | Getruwe arbeit, die du | Tete spate, morgens vru.
Stackmann u. a., Frauenlob 
7, 22
[a], 18 (Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
du buman solt (nicht) hoher streben, | daz lere ich dich, durch fremdes prises sache.
Gille u. a., M. Beheim 
56b
, 47 (
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der pauman auch | sol merken mich: | er soll sich schon | sein alten ziehen nauch.
Ebd.
240, 112
:
auch pfliget kainer untreu mer, | pauman nach weingart haker.
Sachs
22, 64, 14
(
Nürnb.
o. J.):
Wie der geseet samen on alle zuthuung des bawmans selber auffgeet.
Bremer, Voc. opt.
13001
(
wobd.
,
seit 1329
):
Rusticus bůman […] buman […] pur […] gebaur […] Rusticus(/-ci) est nomen condicionis et vituperii et artis. Est enim rusticus aliquis, qui est seruilis condicionis; item (rusticus) est aliquis grossos et ineptos habens mores; item (rusticus) est operarius, qui in rure moratur et rus colit. […]. Et dicitur (rusticus) quasi rus colens a nomine rus et a uerbo colo.
Ebd.
13002
:
Agricola bůman […] buman […] akkerman […] Agricoloa/-le dicitur iste, qui agrum colit, id est ipsum ad fructum disponit arando, fimando, runcando.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
525, 1
(
els.
,
1362
):
Es was ein buman der stalte ohsen an sant Maria Magdalenen dag fur sinen phlůg vnd wolte sine arbeit důn.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
2, 279, 14
(
Straßb.
1466
):
er wesst daz der wirckent pauman seiner eigen frucht nyessen solt.
Cirurgia H. Brunschwig
16
va, 35 (
Straßb.
[
1497
]):
ein wesler oder schaffner der mit gelt vm̃ gat zu zelen / oder eyn bwman d’ dz getreit seyen solle. […]. Ob in die zwẽ minsten finger v’wunt werdẽ.
Päpke, Marienl. Wernher 
12657
(
halem.
,
v. 1382
):
der getrúwe buman | Och vollen kasten moͤchte han.
Koppitz, Trojanerkr.
8110
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
der selden berre | Der vand da alles des genüg | Daz der buman und sin pflüg | Er arbaittett zwarre | Ze völlenklichem jare.
Rieder, St. Georg. Pred.
92, 2
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
er wil úns nit fuͤren in ain hus daz wir selb buwent und gartner sigint und buman.
Dreckmann, H. Mair. Troja
49, 10
(
oschwäb.
,
1393
):
daz der buman all zeit bedäht, wie vil im die fogel dez saumen nemend, […], er gesauwet leiht nimmer korn.
Koller, Ref. Siegmunds 
276, 2
(Hs.
um 1474
):
Ein bawman soll ein acker bawen, ein weingartman sein weingarten.
Ebd.
321, 22
(Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
das der pauman und rebman pesten müg pei ir arwait.
Löffler, Columella/Österreicher
1, 192, 6
(
schwäb.
,
1491
):
Dann in dem selben werdent ǒch die búwmaͤnner betrogen.
Brandstetter, Wigoleis
212, 13
(
Augsb.
1493
):
ich bin nit wigoleis sunder ein armer bauman oder dorfman.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
424, 23
(
oobd.
,
1349
/
50
):
die pawläut sprechent, wenn man […] die grüenen stupfeln umbacker und lâz si erfaulen in dem acker, daz tung den acker.
Klein, Oswald
113, 1
(
oobd.
,
1431
/
2
):
Ir bäbst, ir kaiser, du pawman, | warumb seit ir nicht geren hailg?
Niewöhner, Teichner 
642, 79
(Hs. ˹
moobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
was sy
[am Hof]
dacz hof kurczweiln treiben, | das kumpt von den pawlewten, | sy wolten dann selber akchern und rewten.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
191, 2 
(
moobd.
,
1473
/
8
):
wenn der pawman thuet | vor sorg der seinen hunde, | das lamp dem wolff bevilhet.
Roth, E. v. Wildenberg 
33, 11
(
moobd.
,
v. 1493
):
das erdrich, das sie bawen, […], ist genant von einem kalten acker zůgeleicher weis als ein schedlicher pawman, der unfruchtper frucht pawet.
Winter, Nöst. Weist.
3, 819, 21
(
moobd.
,
v. 1483
):
wan der baueman den ersten sammen auf den agker wierft.
Turmair
4, 486, 12 
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Wan man ainen auf das höchst bei den alten Römern loben wolt, sagt man: ‘er ist der pest pauman, der pest und öbrest felthauptman’.
Ebd.
5, 56, 23
:
das gemain volk und pauleut darumb, das […] von dem fleisch, iren abgöttern und nothelfern geopfert, nit essen wolt.
Toeppen, Ständetage Preußen
3, 141, 31
;
Hübner, a. a. O.
1788
;
Mayer, Folz. Meisterl. 
21, 70
;
Williams u. a., a. a. O.
525, 3
;
Sappler, H. Kaufringer
12, 29
;
Schmitt, Ordo rerum 
168, 2
;
Diefenbach
504b
;
Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
17
;
Voc. Teut.-Lat. a vr; y iiijr;
Voc. inc. teut. s iijr;
Alberus L ijr;
Schöpper
79a
;
Rwb
1, 1298
;
1302
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 436;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
58
;
Schwäb. Wb.
1, 714
;
Schweiz. Id.
4, 270
.
2.
›j., der dem Weinanbau nachgeht; Arbeiter, Tagelöhner im Weinbau‹, in dieser Variante ohne soziale Implikationen gedacht; ›gegenüber einem Grundherren abgabepflichtiger sowie fronpflichtiger Weinbauer‹, in dieser Variante in gleicher sozialer Stellung wie
bauman
3;
vgl.  5.
Religiöse und didaktische Texte (nur für erstere Variante).
Bedeutungsverwandte:
, .

Belegblock:

Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
20, 14
(
osächs.
,
1343
):
dô en di bûwelûte sâhin, dô gedâchten si undir en sprechinde: Dirre ist der erbe.
Gille u. a., M. Beheim 
432, 51
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Wann aber nun | kumpt der herr dez wein garten, | wie wurt er dann tun den bau leüten?
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
6, 111, 13
(
Straßb.
1466
):
Aber den gepeúrischen wercken vnd den ackerleúten die do worchten die erde verwest esri der sun chelub vnd den pauleúten der weingerten verwest semeias der romathit.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
736, 20
(
halem.
,
1530
):
dann mag der, des die eygenschaft dersaͤlbigen raͤben ist, dem buwman das erblechen abkuͥnden.
Wopfner, Bauernkr. Tirol 
64, 2
(
tir.
,
1525
):
von den weynen, so den paŭleŭten iărlich wachsen.
Mell, Steir. Weinbergr.
145, 17
(
smoobd.
,
1543
):
es wirdet auch mit dem zeitlichen lesen grosser misbrauch gehalten, dardurch dem paumann, perkherrn und zehendherrn schlechter most wirdet.
Gille u. a., a. a. O.
432, 18
;
Gerhardt, Meister v. Prag 
49, 19
;
Wopfner, Urk. Agrargesch.
301, 36
;
Rwb
1, 1303
;
Pfälz. Wb.
1, 630
.
3.
›zins-, teilweise fronpflichtiger, in unterschiedlichen Formen der Schollenbindung stehender Bewirtschafter eines Grundbesitztums, Erbpächter; Bauer, Meier‹;
vgl.  12,  4.
Gehäuft wobd./oobd.; seit 16. Jh. zunehmend selten; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
(
der
1, , , , , , , .
Syntagmen:
bauleute setzen, den b. ab-/aufstiften, vom gut weisen
;
b
. (Subj.)
dem herren dienen / zinsen, abgehen / weichen, etw. kaufen / verkaufen, den hof bauen
(figura etymologica),
ein gut bestehen, den zehenten schuldig sein, auf einem gut sitzen
;
b. des gutes, der hube
;
eigenschaft des b
.;
guter / erbarer / frommer b
.
Wortbildungen:
bauleuterecht
(a. 1417),
bauleutezunft
(a. 1497).

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
142a
, 6 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
SWa man eynes nůwen dorfes beginnet med nůweme bůwe, da mach des ertrikes heren zins vnde gelt wol von werden, also daz deme bůwemanne halbes korn vnde deme paffen der zende blibe.
Köbler, Ref. Wormbs
237, 31 
(
Worms
1499
):
so ein bestender oder buman ein gůt vmb das teil bestanden hat ist der verlyher aber nit schuldig von mißwachs wegẽ an synem teil nachzulassen.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
410, 38
(
noobd.
,
1353
):
Wir suͤllen auch die widem besetzen mit einem frůmmen paumann, der ir mit pawe vor muͤg gesein und auch darauf sitz, ez wer dann, daz wir selber darauf sitzen wolten.
Kläui, Schweiz. Urbare 
3, 29, 26 
(
halem.
,
1324
):
Der kuster lat oͧch werden dem sigristen in dem Hove die lesgarbin, die ein ielicher buman […] von alter gewonhet gen sol.
Leisi, Thurg. UB
7, 56, 29
(
halem.
,
1376
):
Doch sol ǒch ain ieglicher des selben gůtes buman, der dar uff sitzet, fúr das geriht, das zů der egenanten Luͤpurg hoͤret, gan.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
125, 3
(
halem.
,
1404
):
dz ein ieklich buman sol enkein froͤmde vich, […], weder koͧffen noch […] súmmren.
Ebd.
368, 31
(
1528
):
Verlüffen und freydig vee sol man frylich lasen louffen und gan unbezwungen, war es wil und mit weliches bumans gůt es wil, […], und der buman sol ime ouch zů essen gen […], doch das sy [herrschafft] dem buman den kosten abtrage.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
331, 30
(
halem.
,
1525
):
So denne sol ein lechenman, […], von sinem lehensherren nit abgestossen waͤrden, der selbig lehenher welle dann dz selbs personlich besitzen, aͤffren und buwen, so sol der buwman wichen.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 223, 41 
(
schwäb.
,
1504
):
Wolten aber ich min erben und nachkomen unser recht an dem erblehen verkouffen, so soͤllen wir das ainem guten buͤwman geben.
Dirr, Münchner Stadtr. 
62, 7 
(
moobd.
,
1307
):
daz wir […] haben geben und verchaufte unser muͤnzze […] den herren den prelaten, grafen, vreien, […] auf dem land und in den steten, den burgern, den paulaeuten, den steten und den maercgten.
Ebd.
343, 15
(
1340
):
Swaz ein pawman ab seins herren gůt verchauft, daz mag der herr aftermaln nicht angesprechen.
Auer, Stadtr. München
159, 4 
(
moobd.
,
1343
):
Ez sol chain amptman noch pauman von seinem heren nicht varn, da hinter er gesezzen ist.
Mell, Steir. Weinbergr.
128, 22
(
smoobd.
,
1360
):
wolt aber dhain hold oder paumann auf fremden huben oder gutern anderswo sitzen […], des sullen der probst und die korherren nicht gestatten.
Thiel u. a., Urk. Münchsm. 
166, 31
(
moobd.
,
1346
):
swer vnser pauman der selben huͤb ist ze Haunspach, der schol dem vorgenanten gotzhauͤz […] jaͤrchleichen gewen ain vierdunch wachss.
Hör, Urk. St. Veit 
110, 21
(
moobd.
,
1373
):
Wir schuͤllen auch jaͤrleich in ir stift choͤmen vnd muͤgen vnd schuͤllen si ir vreyev stift mit vns haben als mit andern iren pavͤlavͤten, also daz si vns wol auf oder abgestiften muͤgen.
Leidinger, V. Arnpeck
622, 5
(
moobd.
,
v. 1495
):
der priesterschaft pauren musten an vil enden ir yetweder pauman so vil geben zu steur von seins herren gült ausserhalb der steur seins gucz, als vil er jarlich zu zins seinem herren solt geben.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn 
367, 14 
(
moobd.
,
1459
):
ain stuck, genant die Gertten, geyt ganczen zehet vnd ist die aygenschaft des pawmans.
Rintelen, B. Walther 
144, 19
(
moobd.
,
1552
/
8
):
Dem Landtsbrauch nach ist der Pauman dem Zehendtherren den Zehendt haimb zu füeren nit schuldig.
Ebd.
147, 26
:
das der Paumann den kleinen Zehendt nit schuldig ist den Zehendtherren besonderbar yedem zu geben.
Wopfner, Urk. Agrargesch.
282, 25
(
tir.
,
1352
):
daz alle paulaͤut, […], bei iren hoͤfen und gůten, es sein zinsgůt oder ander gůt, beleiben sullen und davon nicht ziechen ane ires herren willen […]. Es sol auch ieder pauman seinem herren zinsen und dienen.
Ebd.
332, 35
(
1396
):
daz ain pauman abgeet und erben läst, die sind nicht gebunten, die höf zu empfahen.
Ders., Bauernkr. Tirol 
25, 23
(
tir.
,
1521
):
sollen dieselben traidzins […] nit hŏher, dann der getreid […] in failem kauff hie ist, dem paŭman abgerrait werden; wo aber ain paŭman traid fŭr traid geben wolte, so soll dasselb in abslag der ausstĕnnden zins von ime genomen werden.
Ebd.
26, 3
:
auf- und abzŭg halben soll es mit inen, wie mit andern pawleŭtn im lanndt gehalten und sein F. G. will darob sein, damit sy hierinn fŭr ander paw̆leŭt im land wider alts herkomen nit beswărt sollen werden.
Ebd.
42, 27
(
1525
):
als sich die grŭndtherrn vil mancherlai gewalts inen zŭ gŭet unnd dem pawman zŭ verterben unnderstanden.
Ebd.
44, 2
-4:
Wo aber pawman dem herrn mit unwarhait anzaigte, der zinß wer im nit gewachsen unnd dem herrn verhaltn wolt, sol pawman von seinen rechtn geschiden sein. Dergleichen, ob pawman die gŭetter abŏdet.
Siegel u. a., Salzb. Taid. 
56, 5
(
smoobd.
,
17. Jh.
):
wann der pauman anpaut, […], so soll er sein nachper […] an den zaun und graben den fridt machen.
Große, a. a. O.
139a
, 39;
Schmidt, UB Halberst.
4, 3386
;
Steinberger u. a., a. a. O.
410, 33
;
Gille u. a., M. Beheim
432, 12
;
Graf-Fuchs, a. a. O.
116, 20
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
517, 35
;
822, 16
;
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
859, 14
;
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
340, 19
;
Leisi, a. a. O.
5, 55, 14
;
253, 12
;
8, 122, 10
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 96, 13
;
Hör, a. a. O. 
111, 3
;
220, 18
;
Auer, a. a. O.
115, 2
; 5;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp. 
1, 214, 41
;
427, 16
;
UB ob der Enns
10, 391, 7
;
Siegel u. a., a. a. O.
237, 13
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 382, 25
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
210, 12
;
Wopfner, a. a. O.
358, 25
;
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
238, 38
;
Diefenbach
201
c;
Dasypodius
379v
;
Henisch
 204
;
Hulsius A IVv;
Rwb
1, 1303
;
Schwäb. Wb.
1, 714
/5;
Vorarlb. Wb.
1, 260
.
4.
›tragender Pfeiler eines Herrschaftsgebildes; mit Macht ausgestattete Person‹; als Ütr. oder Bild anzuschließen an die idealisierenden Verwendungen unter 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1 (Ütr.).

Belegblock:

Chron. Köln
2, 287, 24
(
Köln
1499
):
want si in dem corpus des hilligen roemschen richs is gesetzt ein als van den minsten steden vam rich, als ein van den 4 buren of bumennen of buheren, dat mich dik verwondert hait, angesein die groisse moegenheit und mannichfeldicheit van richdomen, van wisheit ind hillicheit.
Ebd.
448, 1
:
Jtem 4 boumenne of geburen: Coellen, Regensburch, Constentz, Saltzburch.
Ebd.
452, 14
:
Wiewail Coellen in der ordenung des hilligen richs ein van den 4 boumennen genant wird, so is it doch niet der minste graet noch ein schentlich unwirdich name, ummer, as nae geschreven wirt, sere hoichwirdich und herlich. in der historien sent Mertins steit geschreven, dat unse lieve here Jhesus up ertich quam als ein bouman den Maria Magdalena im garden sach, gelich einen bouman of eime gerdener.
Schade, Sat. u. Pasqu. 
2, 7, 31
(
md.
1521
):
ich bin ein warer weinstock und mein vater ist der bauman.
Jörg, Salat. Reformationschr.
45, 19
(
halem.
,
1534
/
5
):
es waͤrd gan ein grimmer buman durch den acher des herren.
Schmidt, Rud. v. Biberach 
183, 8
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Dar vmbe spricht der himelsch rebman vnd buman.
Ebd.
13
;
Dietz, Wb. Luther
1, 217
.
5.
›für das Bauwesen einer Stadt oder Herrschaft Verantwortlicher; Bauherr; Arbeiter an einem Bauwerk‹; zu ersterer Variante auch ütr. i. S. v. ›Vertreter der staatstragenden Schicht‹;
vgl.  7812,  678.
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
 2, , ; vgl.  12.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 252, 1 
(
Köln
1582
):
WO Got der Herr nicht bawt das haus, | So wirt doch nichts gerichtet aus, | Der bawleut arbeid ist verloren.
Luther. Hl. Schrifft. 1. Kön.
5, 18
(
Wittenb.
1545
):
die Bawleute Salomo vnd die Bawleute Hiram / vnd die Giblim hieben aus / vnd bereiten zu Holtz vnd Steine zu bawen das Haus.
Ebd. 2. Kön.
22, 6
:
Das sie es [Geld] geben […] den Erbeitern am Hause des HERRN / das sie bessern / was bawfellig ist am Hause / nemlich den Zimmerleuten / vnd Bawleuten / vnd Meurern.
Ebd. Mt.
21, 42
:
Der stein den die Bawleute verworffen haben / Der ist zum Eckstein worden.
Gerhardt, Meister v. Prag 
49, 24
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
den stein den die pauleut verwurffen der ist worden ein slosstein.
Mayer, Folz. Meisterl. 
10, 64
(
nobd.
,
v. 1496
):
E ein zeitlich pawmane | Ein werck hie hebet ane.
Köbler, Ref. Nürnberg 
401, 2 
(
Nürnb.
1484
):
Gesetze von allerlay gepewen. pawlewt zefuren. abstellung der unpew.
Ebd.
416, 6
:
Von den priueten. die in der eben drey Statschuch von des nachpawrn hauß […] nach erkantnuss der paw lewt.
Dietrich. Summaria 
28v
, 30 (
Nürnb.
1578
):
das die Bawleute / das ist / die Regenten / Hohenpriester vnd Schrifftgelerten im volck / den Son Gottes nit annemen wuͤrden / Weil nun Gott seinen Son / den verworffenen stein / hat gesetzt zum Eckstein / […] So folget / das / wer sich auff disen Eckstein nicht will […] bawen lassen / muß vmbkommen.
Koller, Ref. Siegmunds 
282, 11
(Hs.
um 1474
):
das man wider holtz noch weyde noch felt in keinen ban legen sol, es sey dann, das dye bauleut sich verbinden zü bawen, das do bawholtz were.
Henisch
201
(
Augsb.
1616
):
Bawleut / werckleut / fabri, structores, officinatores. […]. Prediger / die recht lehren / vnd Gottloß leben fuͤhren / sind bawleut an der Archen Noha.
Alberus GG iiijr;
Volkmar 9;
Schwäb. Wb.
1, 709
/10;
Dietz, Wb. Luther
1, 216
/7.
6.
›Bergbautreibender, Gewerke‹;
vgl.  16, (
der
5,  17.

Belegblock:

Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 69, 9 
(
schles.
,
1404
):
was derselbe her Michel seine erben und nachkomen adir gewerken berckwerkes, […], nicht selben bauen welde adir mochte, das sal her fürbasz andern bauleuten vorlihen.
Ebd.
21, 20, 28
(
1532
):
Ich Christoph von Hobergk […] thue kund vor menniglichen, dass […] ich ihnen und allen nachkünftigen gewerken bauleuten und andern, […], gegeben […], wie artickels weise hernach geschrieben.
Rwb
1, 1298
.