arbeit
(md., nobd. und wobd. auch
erbeit
),
die
;
-Ø/-en
(aber Pl. ungebräuchlich);
vereinzelt
der
.
– Zur Sache: Zuletzt mit umfangreicher Bibliographie K. Wiedemann, Arbeit und Bürgertum.
1979
. Vgl. besonders Geist in: Luther-Jahrbuch
13, 1931, 83-113
; GG
1, 1974, 154-215
; G. Schwarz, ‚arebeit‘ bei den mhd. Dichtern.
1937
; H. Götz, Leitwörter des Minnesangs.
1957, 1-189
; Baldinger in: Festschr. W. v. Wartburg.
1958, 59-93
;
H. Schneider
(Hrsg.), Geschichte der Arbeit. 1983, 155-192; Grimm/Hermand, Arbeit als Thema in der dt. Literatur [...].
1979
; Anderson / Goebel / Reichmann in: Festschr. E. Stutz.
1984, 1-29
; Heimann in: R. Große, Unters. z. Pragm. u. Sem. [...].
1987, 105-144
; Lex. d. Mal.
1, 869-883
; LThK
1, 801-808
; Hwb. dt. Abergl.
1, 568-577
.
1.
›Widrigkeiten, Schwierigkeiten, Qual, Leid, Not, Anfechtung, Mühe, Mühsal, Anstrengungen körperlicher und psychischer Art, die vor allem Menschen erdulden oder zur Erreichung eines Zieles übernehmen‹; offen zu Spezialisierungen wie unter 2 bis 5, bes. mit letzterer Nuance offen zu 6;
Gesamtfrnhd.
Bedeutungsverwandte:
(
die
1, ,  1,  4,  5, (
das
2, (
die
3 (formelhaft:
müe und arbeit
), , (
die
3 (mehrmals),  1, (mehrmals), , , , , (mehrmals), , .
Gegensätze:
, ,
1
 2, (mehrmals).
Syntagmen:
a. (er)tragen / leiden
(häufig)
/ haben
(mehrmals)
/ wissen / vermeiden / vorkommen / sparen, a. auf sich laden
;
a.
(Subj.)
aufstehen / entstehen, a. tun etw.
;
etw. mit a. erlangen / erstreiten, mit a. wohin kommen / entrinnen, sich mit a. begehen, jn. zu a. verleiten
;
grosse / harte / schwere
(jeweils mehrmals)
/ verlorene / vergebene a.
;
belonung der a., werk der a.
;
kälte a., hitze a.
; ˹phras.:
schlafende a.
›böser Traum‹˺.
Wortbildungen:
arbeitreich.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
2624
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Ich weiz wol al din arbeit | Und weiz wol din angist | Und wie groz din getwanc ist.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 70, 4
(
Köln
1583
):
Du bist vns rhuͤ im arbeit, | In hitz vnsre messigkeit, | Vnd ein Trost in allem leit.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
6647
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Ich bin mit myme rechten namen genant | Arbeit und Unmuͤssigkeit bekannt.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe S. 6, Z.
16
(
thür.
,
1421
):
Nu byn ich kommen alsust | yn des alders orden: | das mir vor jaren was eyne lust, | ist nu eyne arbeit worden.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
74, 25
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
so muzen si czien obir berg und tal, das do ane groze erbeyte nicht mac gesien.
Luther. Hl. Schrifft.
Ps. 90, 10
(
Wittenb.
1545
):
Vnser Leben wehret siebenzig Jar / wens hoch kompt so sinds achtzig jar / Vnd wens köstlich gewesen ist / so ists Mühe und Erbeit gewesen.
Ders., WA
51, 649, 99
(
um 1535
):
Hie ist muhe und erbeit verlorn.
Henisch
98
(
Augsb.
1616
):
Es gehet sorge vnd lange schwere arbeit nit in einen holen baum.
Chron. Augsb.
2, 175, 21
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
kamen die von Basel mit not und arbait in die stat.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1668
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Alle arbeit und widerwärtikait, | Die in von der welt ist berait.
Löffler, Columella/ Österreicher
1, 146, 20
(
schwäb.
,
1491
):
sy [boͤmlin] werden von kelte oder hitzs arbait liden.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
5, 22
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Daz haupt ist oft siech von mangerlai sachen und sunderleich von hitz oder von kelten oder von vasten und von grôzer arbait.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
10, 19
(
moobd.
,
1478
/
81
):
er wolt alle herschaft allain im behaben, die er mit arbait erstritten hett.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
139, 24
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Die landtlewdt [...] erlangten da mit grosser arbeit, das er erlaubt, die posteyn wider fuder und abzethwn.
Quint, Eckharts Pred.
1, 127, 6
;
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 532, 36
;
Chron. Mainz
1, 24, 26
;
33, 3
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
16rb, 7
;
Mon. Boica NF.
2, 1, 19, 29
;
Chron. Augsb.
2, 14, 6
;
205, 7
;
Fuchs, Murner. Geuchmat
226
;
Banz, a. a. O.
1533
;
Bernoulli, Basler. Chron.
4, 46, 14
;
V. Anshelm. Berner Chron.
2, 191, 7
;
Koppitz, Trojanerkr.
21
;
Kottinger, Ruffs Etter Heini
1481
;
Päpke, Marienl. Wernher
5460
;
Meisen u. a., J. Eck
8, 31
;
Wiessner, Wittenw. Ring.
1974
;
2711
;
4143
;
Nyberg, Birgittenkl.
1, 436, 25
;
2, 262, 36
;
Weber, Füetrer. Poytislier
263, 7
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
137, 16
;
276, 11
;
Grossmann, a. a. O.
198, 22
;
Klein, Oswald
36, 3
;
Schöpper
28b
;
Volkmar
382
;
Dasypodius
290v
;
Maaler 28v-
29r
;
Golius
215
;
Hulsius 6r;
Henisch
95-101
; sehr reiches Belegmaterial bei
Wiedemann, Arbeit und Bürgertum, passim;
Dietz, Wb. Luther
1, 112
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 197
;
Schwäb. Wb.
1, 302
;
Rwb
1, 803
.
2.
›Kampf von Einzelpersonen‹; ›Belagerung, Beschuß, Krieg, Kriegsbeschwernisse‹;
zu  2.
Älteres und mittleres Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
 2,
1
 2, ; vgl.  3,  5.
Syntagmen:
a.
(Subj.)
werden stark, geschehen
;
jn. mit a. nöten, etw. mit a. schein tun
;
grosse a.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
34, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
dar umbe, ê diz her zuo kome, sô ist dâ iemer ein rouch, ein widerkriec, ein prasteln, ein arbeit und ein strît zwischen viure und holze.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
131
(
Köln
1476
):
Dayr schach groissz arbeyt dach ind nacht.
Wyss, Limb. Chron.
63, 19
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
Da irmante die gemeine zu Hademar unde stalten sich vigentlichen zu gewere mit werfen, mit geschoße unde ander große arbeit, unde dreben di uß herlichen.
Koppitz, Trojanerkr.
18555
(
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
Starck ward ir zwaier erbeitt.
Meisen, a. a. O.
1983
;
Große, Schwabensp.
176a, 18
.
3.
›Anstrengung und Mühe der Gottsuche, Askese, religiöse Heiligung, Andachtsübung‹;
zu  3.
Vorw. älteres und mittleres Frnhd.; vorw. obd.; vor allem mystische und scholastische Texte.
Bedeutungsverwandte:
(
das
1,  5, , (subst.) 11, ; vgl.  2,  2.
Syntagmen:
arbeit
(Subj.)
sein gros
;
der a. geschweigen
;
jn. mit a. suchen, etw. mit a. gewinnen, in a. gefangen liegen
;
emsige / geistliche a.

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse
149, 6
(
alem.
,
14. Jh.
):
daz er [diener] [...] den ogen des minneklichen gotes heti wol gevallen mit fúrnemer sunderheit, aber ane liden und ane erbeit.
Schmidt, Rud. v. Biberach
110, 28
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Herre, man sol dich suͦchen mit emziger erbeit.
Klein, Oswald
4, 38
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wer gaistlich prunst | mit arbait lieplich in sein herz well stossen, | der wach [...] | bett barhoubt.
Bauer, Imitatio Haller
105, 3
(
tir.
,
1466
):
Die arbait die ist vil grösser, da man vberwinden ist die sünden vnd die pös gewanhait denn alle leippleiche arbait.
Bihlmeyer, a. a. O.
39, 18
;
247, 8
;
Bauer, a. a. O.
72, 26
;
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
188, 6
;
Wiedemann, Arbeit und Bürgertum
161-163
;
Öst. Wb.
1, 297
.
4.
›Todesnot, Todeskampf, Agonie, Leiden, Marter‹, bes.: ›Passion Christi‹;
vgl.  34.
Älteres und mittleres Frnhd.; vor allem in Darstellungen der Passion und in religiöser Literatur.
Bedeutungsverwandte:
(
die
6, (
die
5, , (
das
1,  1.
Syntagmen:
a. leiden
(mehrmals);
a.
(Subj.)
nahen jm., erkaufen etw.
;
der a. sich erwegen
;
in a. fallen, von a. versagen, zu der a. gehen
;
lezte a.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
708
(
mrhein.
,
um 1335
):
nuͦ slafent. Mir nahet min arbeit.
Froning, Alsf. Passionssp.
3281
(
ohess.
,
1501ff.
):
Herre, sich! ich byn bereyt | myt der zu gehen zu der erbeyt!.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
682
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
daz alleu marter und arbeit | [...] | mohten nicht erkauffen | einen plick.
Fastnachtsp.
1155, 40
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Dein erbeyt ging an nach dem kus | Da du alle vnnser schulde woldest betzaln.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
1025
;
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
2295
;
Jaspers, St. v. Landskron
209v, 32
;
Päpke, Marienl. Wernher
12136
.
5.
›Kindsnöte, Geburtswehen; Geburt, Entbindung‹; auch: ›Konvulsionen‹;
vgl.  5.
Vorw. omd., vgl. aber
arbeiten
5; im 16. und 17. Jh. geringere Belegdichte; erzählende Texte, Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
 1.
Syntagmen:
in der a. sitzen, jn. in a. sehen, jm. in a. helfen, in a. eines kindes gehen / sein
›in Wehen liegen, ein Kind gebären‹.

Belegblock:

v. Tscharner, Md. Marco Polo
26, 3
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
czu eyme sichin odir czu eyner vrowen di do in erbeit get eynis kyndis.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
41, 6
(
omd.
,
n. 1474
):
welche frawe in arbeit mit eynem kinde gehit.
Große, Schwabensp.
67a, 21
(
nd.
/
md.
,
um 1410
):
zwo vrowen, de er arbeit gesien hant vnde daz kint lebendich.
Welti, a. a. O.
35, 5
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
104, 5
;
Henisch
94
;
Schwäb. Wb.
1, 302
.
6.
›anstrengende Tätigkeit insbes. zum Erwerb des Lebensunterhaltes, berufliche, in der Regel körperliche Arbeit auf allen Gebieten (z. B. im Weinberg, beim Feldbau, im Bergbau, in städtischen Gewerben)‹, mit offenem Übergang zu ›Erwerbstätigkeit zur Erzielung von Gewinn‹, darunter auch zu ›Handel‹; vereinzelt (bes. gegen Ende der Epoche) ›mühevolles geistiges Schaffen, psychische Anspannung zur Erreichung eines Zieles‹; auch: ›Arbeit von Tieren‹; ›Frondienst‹; offen zu 1, mit der Nuance ‚psychische Anspannung ...‘ zu 3; ferner offen zu 7 und 8; vgl.  6,  2,  2. Die Bedeutung gilt teils im neutralen Sinne (dann bes. für ›berufliche Arbeit‹, vor allem der unteren Schichten), teils mit positiver ethischer Wertung als Gegensatz vorwiegend zu Müßiggang und Lasterhaftigkeit. – Gesamtfrnhd., mit der Nuance ›berufliche Arbeit‹ zunehmend häufig im späteren Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
 3,  2, , ,  1,  3, (
die
1 (häufig), ,  1, , , , ; vgl. , , (
das
810.
Gegensätze:
,  1,
1
 2,  1, , , .
Syntagmen:
a. ansehen / brauchen / erdenken / haben / machen / tun / üben / verbringen / verlieren / scheuen / segnen, jm. a. auflegen / abschneiden / versagen / verbieten, von jm. a. fordern, jm. a. ablaufen
;
a.
(Subj.)
ernären / geschehen, a. schaffen etw.
;
der a. pflichtig sein / pflegen / warten
;
der a. nachlässig vorstehen / nachkommen
;
jn. bei der a. finden, mit a. mühen, zur a. berufen, mit a. halten, etw. mit a. gewinnen, den schacht mit a. belegen, von a. abstehen, sich von der a. abschleiken / abziehen, an die a. gehen, zu a. geschikt / geneigt sein, mit a. träge sein
;
harte / leibliche / (ge)treue / fleissige / liederliche / grosse / kleine / saure / schwere / verlorene / unnütze a.
;
wiedergeltung / lon / ablegung der a.
;
a. des gemüts / leibs
;
a. im felde / am graben / an mauern, a. auf dem festungsbau, a. bei wasser und brot
;
leid von a.
Wortbildungen:
arbeitvieh
,
arbeitgesinde
,
arbeitochse
,
arbeitsvolk
,
arbeitsgeld
(dazu bdv.: ),
arbeitskerl
(›Arbeiter‹),
arbeitsknecht
(›Arbeiter‹),
arbeit|stier
,
arbeitsweib
(›Frau eines Arbeiters‹),
arbeittier
;
feldarbeit
,
weiberarbeit.

Belegblock:

Ulner
173
(
Frankf.
1577
):
Fleiß. Muͤhe / sorgfeltigkeit / arbeit / vnruhe / embsigkeit / [...] sorge / ernst.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 454, 27
(
hess.
,
1570
):
Eß soll auch kein meister dem andern sein arbeit ablauffen.
Kurz, Waldis. Esopus
2, 17, 47
(
Frankf.
1557
):
billich ein jeder tregt | In seinem beruff die arbeit schwer.
Kollnig, Weist. Schriesh.
261, 18
(
rhfrk.
,
1642
):
Von weiberarbeiten: alß sailen, laben [...] deß tags einer person vier pfennig.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
78, 29
(
thür.
,
1474
):
Hat eyn geselle [...] durch syne getruwe unde flißige arbeyt gelt unde gud erworbin.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
28, 17
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Siech zu arbeit, gesunt zu wollust [...] ist sie [weib].
Skála, Egerer Urgichtenb.
119, 4
(
nwböhm.
,
1574
):
sej er von Nurnberg weg Zogen sej Zue Leiptzig nach Arbeit gewesen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
90, 8
(
omd.
,
1548
):
wo nicht der raßen vorriczt wirt ader arbeit auf den stein geschicht.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 5, 28
(
schles.
,
1529
):
es sollen alle die arbeiter [...] von ihren schichten und arbeit vor rechter zeit nicht abstehen.
Luther, WA
51, 645, 21
(
um 1535
):
Viel hende machen leicht erbeit.
Hulsius, Vorr. (
Nürnb.
1596
):
als ich dises Dictionarium [...] fuͤr die Hand genommen / habe ich [...] nicht gewust / [...] was vor ein vberauß grosse arbeit ich mir auff dem halß geladen.
Harsdoerffer. Trichter
3, 127, 24
(
Nürnb.
1653
):
Die Arbeit schaffet Raht / ernehret fruͤh’ und spat.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 520, 10
(
Hagenau
1534
):
Wen arbeyt verdreüst / dem schadet nicht / ob er die guͤtter der tugent hie zeitlich / und dort ewig verleüret.
Henisch
100-102
(
Augsb.
1616
):
Arbeit gibt Tugent / Tugent bringt ehr. [...] Die Bulerey der arbeit weicht / Einen arbeiter Venus selten erschleicht. [...] Wer die arbeit schewet / der muß auch deß nutzens manglen.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
411, 30
(
alem.
,
14. Jh.
):
Wan diz heizet ein lon, daz etwem widerwegen wirt umbe die widergeltunge der werk oder der arbeit.
Päpke, Marienl. Wernher
4270
(
alem.
,
v. 1382
):
Mit ir baider aerbait | Gewunnent sú spise und klait.
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 318, 6
(
halem.
,
n. 1529
):
von jugend an zuͦ truͤwer arbeit, zuͦ fromkeit und gotsforcht geneigt, der welt êr, lust und laster geflohen.
Wolf, Norm im sp. Ma.
42, 41
(
oobd.
,
1486
):
von dem lon der arbeit [...] mugen sy nemen leibs notturft.
Klein, Oswald
112, 173
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
der pawer darzu ist gewant, | das er sein arbeit teglich brauch | umb unser nar.
Ebd.
113, 28
:
Wer zu der arbait ist geporn, | der arbait durch getreuen hort; | tüt er des nicht, so wirt verlorn | sein arbait baide hie und dort.
˹Im Sinne von ›Handel‹: Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 2824, 19
(
moobd.
,
1442
):
[daß er]
an allen mauttsteten nicht anders hab gehandelt, dann mit alter gewanhait herkomen sei, er wisse auch nicht, dass er mit soͤlcher arbait wider
[der Stadt Wien]
noch der Hanns gerechtigkait getan [...] hab
˺.
˹Von Tieren: v. Tscharner, Md. Marco Polo
8, 20
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
wen si [rynder] sint geschickit czu der erbeit.
Mell u. a., Steir. Taid.
224, 43
(
m/soobd.
,
1576
):
ain par arbaitstierl oder öxl.
Ebd.
225, 9
:
von dem arbait viechl zu irer wissentlichen hausnotturft
˺.
Große, Schwabensp.
117a, 7
;
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 36, 25
;
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
388
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 95
;
Kurz, a. a. O.
4, 85, 28
;
Grosch u. a., a. a. O.
244, 17
;
Löscher, a. a. O.
76, 11
;
Wutke, a. a. O.
20, 159, 24
;
262, 10
;
21, 133, 38
;
Gilman, a. a. O.
2, 70, 29
;
194, 26
;
Loose, Tuchers Haushaltb.
95, 16
;
71, 20
;
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
57, 5
;
Asmussen, Buch d. 7 Grade
30
;
43
;
Gille u. a., M. Beheim
96, 76
;
99, 625
;
Päpke, a. a. O.
12790
;
12989
;
Vetter, Pred. Taulers
359, 25
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 722, 17
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
160, 2
;
205, 6
;
Auer, Stadtr. München
241, 3
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
90, 32
;
Mell u. a., a. a. O.
21, 15
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
89b, 39
;
Ders., Stadtr. Kremnitz
109
;
Schmitt, Ordo rerum
297, 4
;
Dasypodius
290v
;
Schöpper
28b
;
Maaler
5v
; 28v-
29r
;
399v
;
Serranus
16
;
Henisch
94-102
(mit vielen Sprichwörtern);
Volkmar
305
; reichhaltiges Belegmaterial bei
Wiedemann, Arbeit und Bürgertum, passim;
Dietz, Wb. Luther
1, 112
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 199/200
;
Öst. Wb.
1, 297
;
Schwäb. Wb.
1, 302
;
Rwb
1, 803
;
808
/9.
7.
›Ergebnis, Produkt der Arbeit als beruflicher Tätigkeit‹; Metonymie zu 6.
Zunehmend häufig im späteren Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
(mehrmals), .
Syntagmen:
a. besehen / machen
(mehrmals)
/ büssen / (ver)kaufen / vergolden / sehen / werken
;
a.
(Subj.)
zeigen etw. an
;
böse / eingelegte / gebildete / gemachte / geschmiedete / gestikte / getriebene a.
;
a. eines mannes
;
verkaufung der a.

Belegblock:

Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
167, 24
(
nobd.
,
1475
):
alle bose arbeit von traͤtt und nadelwerck mogen die gesworen bußen.
Sudhoff, Paracelsus
1, 326, 33
(
um 1520
):
alein in der arbeit, das ist im gemachtem werk.
Mell u. a., Steir. Taid.
21, 13
(
smoobd.
,
1568
):
mit [...] verkaufung der schuech und gmachtn arbait.
Maaler
28v
(
Zürich
1561
):
Eyngelegte Arbeit von mancherley stücklinen vnd farben.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 120, 16
;
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
426
;
Hoffmann, a. a. O.
137, 25
;
Sudhoff, a. a. O.
1, 326, 31
;
Winter, Nöst. Weist.
4, 11, 28
;
Henisch
94
;
98
;
Wiedemann, Arbeit und Bürgertum
47/48
;
Schwäb. Wb.
1, 302
;
Rwb
1, 803
.
8.
›Kunstfertigkeit, Geschicklichkeit‹.

Belegblock:

Brandstetter, Wigoleis
213, 18
(
Augsb.
1493
):
nembt hin [...] disen vesten harnasch. dz wilde gezwerg mit vil künsten vnd grosser arbeyt erzeügt gemacht.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
228, 8
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Nachdem berayt man das grab in ainem kostlichen marmelstain mit schoner zier von arbait gemacht.
9.
›Gärung‹;
wohl anzuschließen an 6, vgl.  10.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
199, 140
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
der wein von arbeit lauter wirt, | wann er treber auf wirfft und girt.