geld,
das
;
-(e)s/
vereinzelt
-er
 ;
im älteren und mittleren Frnhd. noch vorwiegend
gelt
. – Vgl. Halke, Handwb. d. Münzkunde
1909, 106
 f.; Schirmer, Kaufmannsspr.
70
 f.
1.
›Geld als Währungseinheit; Zahlungsmittel, meist in Form geprägter Münzen; Guthaben, finanzielles Vermögen; geldlicher Gewinn‹.
Phraseme:
geld und gut
›das gesamte Vermögen‹.
Syntagmen:
g. abjagen / anlegen / ausgraben / begeren / bezalen / brauchen / einnemen / empfangen / erwerben / finden / fordern / geben / gewinnen / innehaben / leihen / nemen / pfänden / sammeln / sparen / stelen / verbergen / verleihen / verlieren / verzeren / zälen
;
ein gulden / pfennig / pfund gelds, eine mark / summe gelds
; Doppelformeln:
g. und gold, g. und gut; altes / bares / bereites / böses / eigenes / falsches / fremdes / geliehenes / gemeines / gemünztes / gereites / geringes / gezaltes / grosses / gutes / kleines / leichtes / neues / schmales / schnödes / sündiges / teures g., brabantisches, flomisches / lübisches / landläufiges / preussisches g
.
Wortbildungen:
geldausgeber
,
geldbetrieger
,
gelddieb
(a. 1482),
gelddurst
›Begierde nach Geld‹ (a. 1520),
geldfras
›Wucher‹ (a. 1546),
geldgewerbe
,
geldgierigkeit
›Geldgier‹ (a. 1563),
geldhafen
›Geldtopf‹,
geldhaufe
,
geldhungerig
,
geldkiste
,
geldkram
›Geldhandel‹,
geldkunst
›Fähigkeit zur Geldvermehrung‹,
geldlich
(Adj.),
geldliebe
(a. 1528),
geldlos
,
geldmangel
›Mangel an Geld‹ (a. 1660),
geldmittel
›finanzielle Mittel‹ (a. 1668),
geldrest
›Restgeld‹ (a. 1604),
geldseuche
›Geiz‹ (dazu bdv.: , , ),
geldstok
›Behälter zur Aufbewahrung von Geld‹,
geldstrom
›Geldfluss‹ (a. 1524),
geldstul
›wohl Tribunal korrupter Richter‹,
geldsumme
(a. 1544),
geldteure
›Teuerung‹,
geldtrog
›Geldkasten‹ (a. 1536),
geldtruhe
›Geldkasten‹,
geldvogel
›Geldgieriger‹,
geldwechsel
,
geldwechslung
.

Belegblock:

Schöpper
19b
(
Dortm.
1550
):
Geitz geitzigkeit geltsucht geltseuche.
Luther, WA
17, 2, 498, 4
(
1527
):
Denn all jhrer trost steet auff gelt und guͤt.
Ebd.
32, 448, 20
(
1532
):
Gelt macht schelcke.
Ebd.
35, 427, 21
(
1524
):
Du sollt nicht stelen gellt noch gut.
Chron. Magdeb.
2, 83, 14
(
nrddt.
,
1565
/
6
):
hat die Stadt sich durch unterhandlung des Ertzbischoven mit dem Graffen von Mansfelt [...] dasselbe [haus] mit großem gelde wider an sich gebracht.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
592, 2711
(
Magdeb.
1608
):
Wer aber hat Geldlose hend / | Der helt nimmer gut Regiment.
Mieder, Lehmann. Flor.
145b, 12
(
Lübeck
1639
):
Wer nicht Geld hat / der gilt nichts / denn was gilt / das ist Geld.
Ebd.
252, 20
:
Wer Geld hat / darff der Freund Huͤlff nicht.
Ebd.
253, 20
:
Wenn Geld redt / so gilt kein ander Red.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
354, 15
(
Wolfenb.
1594
):
Mein Bruder sol nach seinem Tode jhn allein erben [...] Mich aber wolte man mit Gelde abkeuffen.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
153, 13
(
preuß.
,
1447
):
Dis nochgeschreben von gelde und gerete ist gelassen in der herren firmarie.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
580, 5
(
preuß.
,
1409
):
8 sol. vor 2 kasten von Dirsaw ken Marienburg zu furen, dor inne man das gelt den soldenern furte.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 325, 15
(
preuß.
,
1441
):
von dem valschen gelde, das do nu sere im lande geet.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
163, 6
(
preuß.
,
1400
):
unserm dyner Vlomisch gelt, das her entpfangen hât von schiffher Johannesson.
Ebd.
172, 27
(
1402
/
4
):
das sy uns sullen beczalen den buͤrnstein byͤ nuwem gelde.
Ebd.
305, 26
(
1423
):
an Lubeschem gelde czu Lubeke 3400 ₰ Lubesch, machet an gutem Pruͤsschem gelde 1700 ₰ Pruͤsch.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
529, 704
(
Magdeb.
1608
):
Solchr Krieg zum anfang fordert Geld / | Zum weitern fortgang aber Geldt.
Leman, Kulm. Recht
2, 5, 33
(
Thorn
1584
):
Der eynem manne pfant setzet vor gelt. vnd wirt is ym vorstolen. her mus is gelden.
Schade, Sat. u. Pasqu.
1, 3, 85
(
md.
,
1521
):
Sie [Bapst und bischof] dringen den ab ir gelt und gut | Vnd gaben die selen zur hellen glut.
Altmann, Wind. Denkw.
237, 23
(
wmd.
,
um 1440
):
sú do meindent das man den fürsten das selbe gelt solte volgen lossen.
Chron. Köln
2, 67, 17
(
rib.
,
um 1400
):
der valsche breve gemacht had [...] van afflais, ind hed grois gelt davan genomen.
Buch Weinsb.
2, 135, 10
(
rib.
,
1564
):
Der geltstock wart uffgebrochn.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 107, 19
(
Köln
1619
):
Schaͤm dich du boͤse Welt, | Die du ein Hoffart hast im Gelt.
Wyss, Limb. Chron.
64, 19
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
fant man, daz ez duisserie was unde ketzerie, unde geschach umb geldes willen.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
150, 20
(
rhfrk.
,
um 1435
):
wurde mir an gelde gebresten / so wil ich geldes gnug finden.
Köbler, Ref. Wormbs
361, 6
(
Worms
1499
):
alßdann der halb teil des gefunden gelts oder schatzes dem hern des grunds [...] folgen vnd werden.
Wolf, Gesetze Frankf.
123, 16
(
hess.
,
1409
):
daz kein wirth [...] win umb gelt oder uff kerben sulle uszgeben.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
285, 17
(
hess.
,
1451
):
wann meister und gesellen gelt zu vertzeren hand, so sollen es die gesellen nit alleyne vertzeren noch auch die meistere.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 456, 17
(
Frankf.
1602
):
nach dem sie ihn zuvor gut ding abgewalckt und geschlagen, namen sie ihm sein gelt alles.
Allg. Schau-Buͤhne
27, 51
(
Frankf.
1699
):
Wie sie denn drey mal hundert tausent Guͤlden Niederlaͤndisch Geld monathlich darzu verwilliget.
Skála, Egerer Urgichtenb.
52, 6
(
nwböhm.
,
1569
):
das weib hab das geldt in der hendt gehabt.
Ebd.
248, 18
(
nwböhm.
,
1578
):
einem fuherman Im LandtWiczer Waldt [...] ein beuttl mit gelt genommen.
Behrend, Magd. Fragen
168, 7
(
omd.
,
um 1400
):
Clagit eyn wip eynen man an umb gelt.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
20, 2
(
omd.
,
1487
):
Nicht saltu entlich ansehen geltt das dÿr mittgegeben.
Ebd.
20, 7
:
Nÿmpstu eine vmb geldes willen. Szo werdt dein liebe selden lenger, den bistu das krÿgst.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
21, 19
(
thür.
,
1474
):
der her eyne summe geldes metegegebin hat.
Ebd.
39, 9
:
daz er sollich gelt unde gud iczunt nach ynne unde under yme hette.
Ebd.
118, 17
:
Her mag sich auch sollichs gelaßin geldes amptis halbin nicht underzcyhen.
Ebd.
235, 32
:
sollich gelt eynes joden von Erffurte waz.
Ebd.
285, 9
:
ist Hans Pusolt deme jungelinge eyne summe geldes schüldig blebin.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
13, 8
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Des worn di cristin gar berubit unde botin den sarracen mychil geldis.
v. Ingen, Zesen. Ged.
388, 18
(
Breslau
1641
):
Ich halte nichts auff Geld Auff Ehre die vergeht und Gauckeley der Welt.
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
97, 12
(
nobd.
,
1381
):
daz sie den Juden kleynot und gelt verstoln hab.
Ebd.
135, 26
(
nobd.
,
1382
):
Man hat gevangen den Swartzen Cuntzen [...] von boͤses geltz wegen.
Gille u. a., M. Beheim
241, 42
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wer gelt hat, der wurt sunden frei. | den aplass sy verkăffen.
Ebd.
453, 1885
:
Kamens in die stat auff dem veld | mit klainat, gold, silber und geld.
Voc. Teut.-Lat.
k viv
(
Nürnb.
1482
):
Geltbetrieger od’ betrieger des gelts. perculator.
Ebd.
k viiir
:
Geltlicher oder notlicher pecunialis.
Franck, Klagbr.
223, 17
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Wie vil gelts samlen jn ierlich die Gnadprediger vnnd außruͦffer des ablas.
Sachs
15, 545, 3
(
Nürnb.
1563
):
Bischoff Stephanus an dem endt | Hett ihn zu diser sach angsprochen | Und mit vil geldes ihn bestochen.
Ebd.
17, 402, 15
(
1558
):
Grub er diesen gelt-hafen ein | Heimlich hinder der frawen sein.
Dietrich. Summaria
30v, 1
(
Nürnb.
1578
):
Zum andern / sind sie geitzig / vnd liegen den Witwen jr gelt vnd gut ab.
Goedeke u. a., Liederb.
326, 33
(
Nürnb.
1525
/
35
):
das gelt leih ich dir allessant.
Hulsius
T ijv
(
Nürnb.
1596
):
geldt wechßlung Changer la moneye.
Trunz, Meyfart. Tub. Nov.
1721
(
Coburg
1626
):
Dieselbige hat einen geldhungerigen Richter.
Wickram
4, 38, 34
(
Straßb.
1556
):
die weil er all seine verlaßne guͤter / [...] zuͦ barem gelt machen [...] würt.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
2, 75, 11
(
Straßb.
1466
):
Der man geb das gelte dem weyp.
Anderson u. a., Flugschrr.
30, 3, 6
([
Straßb.
1522
]):
Ich weyß nicht zu thun dan ich sitz hie vnnd zell mein gelt.
Ebd.
30, 4, 12
:
solt ich nichtz von den hin gelawhen gelt nemmen / wer wolt mir dan sein gelthauffen großmachen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 19, 18
(
Hagenau
1534
):
Glawb ist besser dan bar gelt.
Ebd.
1, 59, 5
:
Auß vil beutteln / ist gut gelt zelen.
Ebd.
1, 192, 22
:
Geldt machet den marckt.
Ebd.
1, 233, 17
:
Wilt du geld haben / so wird eyn Amptman / so hast du sein genug.
Ebd.
1, 473, 19
:
Gelt ist eyn guͦtte warew / sie gilt Wintter und Sommer.
Schulte, Rav. Handelsges.
326, 7
(
schwäb.
,
1410
):
vnd haben daz selb gelt an gelegt zuͦ dez spitals notuͤrft.
Chron. Augsb.
9, 338, 7
(
schwäb.
,
1536
):
es kam das leder in ain so hochs gelt, daß wir es nit wol erleiden kunden.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
104, 1
(
schwäb.
,
v. 1542
):
es ward gelt funden, eytel sechser, die waren ob den 40 jaren verborgen gewesen.
Wolf, Norm im sp. Ma.
41, 36
(
schwäb.
,
15.
/
16. Jh.
):
das si in kainerlai weise pfenning oder gelt nemen durch sich selber oder durch mittel andern personen.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 834, 11
(
schwäb.
,
1612
):
welcher wolte gelt ausleihen oder schulden machen [...] der solle solches one forwissen mein oder meines vogts nit macht haben.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 271, 26
([
Augsb.
]
1548
):
Mancher hat gelt / er moͤchte gelt fressen / und ist im doch kain nutze.
Memminger Chron. Beschr.
35, 22
(
Ulm
1660
):
Was soll ich lang vorher brauchen / ich will solches Geld sparen.
Päpke, Marienl. Wernher
4283
(
halem.
,
v. 1382
):
Also gewunnent sú da gelt.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
268, 13
(
halem.
,
1387
):
wer silber oder gemuͥntzet gelte von dem lande fuͤrte [...] daz sol der stat [...] volgen und bliben.
Ders., Recht Laupen
251, 3
(
halem.
,
1565
):
der schuldner loͤse sy dann mit barem gelt.
Ders., Statut. Saanen
224, 8
(
halem.
,
1591
):
Wen einer ein falsch gelltt gitt.
Ebd.
277, 22
:
so soll er es mit gutem landlöüflichem gält [...] wider lösen mögen.
Ders., Gebiet Bern
635, 17
(
halem.
,
1633
):
dahar wir uf ein nüwes sowol wider sölichen landsverderblichen geltwechsel.
Fuchs, Murner. Geuchmat
58
(
Basel
1519
):
Wenn eyner went, sy sindt jm holt, | So meynent sy syn gelt vnd golt.
Goldammer, Paracelsus
5, 180, 21
(
1530
):
daß ir all euer reichtumb, gut, gelt, land, ehr [...] mit stelen erlangt habt.
Maaler
155r
(
Zürich
1561
):
Gaͤltgewerb (der) Res numaria. [...]. Gaͤltkisten (die) Theca numaria. Gaͤltkunst (die) mit deren man vil gaͤlt gewünt. Ars pecuniosa. [...]. Gaͤltstuͦl / Da die richter miet vnnd gaaben nemmend vnd darnach richtend. Numarium tribunal. [...]. Gaͤlttheüre (die) Caritas nummorum.
Bastian, Runtingerb.
2, 49, 26
(
oobd.
,
1383
):
Er furt mit im mein gelcz 1200 Tukat.
Ebd.
2, 98, 10
(
oobd.
,
1386
):
er sol uns di 100 markch zehant bezalen mit beraitem gelt.
Ebd.
2, 196, 18
(
oobd.
,
1402
):
Summa meins herr geltt pringt 315 Reinsch. gultten.
Klein, Oswald
72, 14
(
oobd.
,
1415
?):
er fegt mich nacht und tag | umb gelt.
Nyberg, Birgittenkl.
1, 229, 20
(
oobd.
,
1453
):
Es sol auch der swester cheine gelt anruren, dann welche darzue von ambtwegen geordnet sind.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
1978
(
oobd.
,
1607
/
11
):
under ihren füssen ligt ein ander weib mit einem beuttel vol gelt, bedeut die Avaritia.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 146, 11
(
moobd.
,
1365
):
daz ich vorgenantiv Margret dez vorgeschriben gelt ir rechter gewer sein.
Fuchs, Kart. Aggsbach
304, 11
(
moobd.
,
1432
):
fuͤnfthalb phunt phening geltz bey dem egenanten prior.
Turmair
1, 393, 30
(
Augsb.
1517
):
loculie ,klaine gelt trichel‘.
Ebd.
4, 323, 24
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Marcus [...] jagt in das gelt ab.
Ebd.
4, 402, 1
:
piß hieher hat das römisch reich nur kupfren münz braucht, man muest das gelt alles wegen.
Ebd.
4, 228, 10
:
dergleichen auch gelt regirt die welt.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
97, 21
(
tir.
,
1464
):
Es mocht auch chaine chömen in das selbig chloster, nur si prëcht denn mit ir ein genantte sum gelcz.
Mollay, Ofner Stadtr.
77, 4
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Zwaÿ kölnisch tüecherr oder als vil gelts, als dy tüecher werd sein.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
43
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
Es soll auch immer an den pergkmaister khain gelt aus der selben puchsen verlonet oder darein gelegt werdenn.
Anderson u. a., Flugschrr.
27, 2, 20
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
596, 18
;
Vetter, Pred. Taulers
367, 21
;
Sappler, H. Kaufringer
5, 65
;
Barack, Zim. Chron.
3, 569, 24
;
Bihlmeyer, Seuse
146, 15
;
Roth, E. v. Wildenberg
87, 11
;
Zingerle, Inventare
177a, 26
;
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
145, 3
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 182
 f.;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 35
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 67
;
Weber, Oswald.
1847, 333
;
Schmitt, Ordo rerum
240, 4
;
Voc. Teut.-Lat.
k iiv
;
k viiir
;
Dasypodius
43r
;
73r
;
331r
;
Serranus
80v
;
Maaler
154v
;
155r
;
166r
;
Hulsius
F irr
;
Henisch
1462
 f.;
Dietz, Wb. Luther
2, 60
 f.;
Martin/Lienhart
1, 215
;
Shess. Wb.
2, 1215
;
Schwäb. Wb.
3, 266
 f.;
278
;
6, 2002
;
Schweiz. Id.
2, 238
;
Vorarlb. Wb.
1, 1105
;
Rwb
3, 1544
 f.
2.
›Bezahlung, Vergütung, Entgelt, Lohn‹; ütr.: ›Vergeltung‹.
Syntagmen:
g. bieten / nemen; nach g. kommen
.
Wortbildungen:
˹
geldfrau
(a. 1475),
geldhure
jeweils ›Hure‹˺,
geldmarkt
›finanzieller Vorteil‹.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
157
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
dâ wolde er des tôdis gelt den snitteren hân gebbin.
Chron. Mainz
1, 65, 9
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
under den vorgenanten personen wolte sich Heinrich zum Jungen [...] zu solichem vor geschreben gelde nit ingeben mit zu dun.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
132, 10
(
omd.
, Hs.
M. 17. Jh.
):
dem bergkmeister undt geschwornen gebüret halb geldt davon.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
30, 16
(
nobd.
,
1522
):
Wo aber yemands sein aigen wein het, sol her [...] kein zech oder gelt nemen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
5, 24
(
nobd.
,
n. 1525
):
sonder dasselbig alles sambt den selmessen, vigilien und andern fur unnutz, nichtig und allain uff ain geltmarkt der pfaffhait und gaistlichait erdacht sey.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
170, 7
(
Nürnb.
1548
):
Etliche aber wolten nicht zu jhm gehen / vnnd gelt von jhm nemen.
Sappler, H. Kaufringer
1, 373
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
warumb stält du das drinkgschir guot | dem wirt, der uns hett wol behuot | und der uns gar umb claines gelt | het geben guote nachtselt.
Bihlmeyer, Seuse
67, 28
(
alem.
,
14. Jh.
):
die burger der selben stat [...] buten gross gelt uber in.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
658, 20
(
halem.
,
1609
):
wird ir besoldung in gelt [...] jedem umb 35 kronen jerlich gemheret.
Wyss, Luz. Ostersp.
6442
(
Luzern
1545
):
gfallens vch vor aller wellt | wil ichs gen vmb ein zimlich gellt.
Maaler
155r
(
Zürich
1561
):
Gaͤlthuͦr / Die sich laßt vmb gaͤlt [...] Scortum meritorium, Meretrix.
Primisser, Suchenwirt
9, 216
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Sein lob mir lobes melde | Wird hocher minne gelde.
Piirainen, Igl. Bergr.
35, 16r
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
Es mag Auch kain annder mann Des dem Andern Ärz, auf dem geburge, mit nichte verbieten oder versprechen, vmb kaine noch vmb gelt.
Schwäb. Wb.
6, 2002
.
3.
›Geldwert, Preis einer Sache, Leistung‹; auch ütr.

Belegblock:

Lexer, Tucher. Baumeisterb.
104, 15
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
so soll der haffner beschriben einem paumeister geben [...] wie vill oder wem er geflickt hab, und ein jedes in seinem gelt verzeichent geben.
Ebd.
109, 9
:
auch das er gute arbeit mach darmit man bewart sei, und die auch in gleichem gelt geb.
Heydn. maister
3r, 2
(
Augsb.
1490
):
Soͤllichs von newekeit wegen des dinges / vñ groͤß des gelts / die sach an alles volck geschobe͂ ward.
Koppitz, Trojanerkr.
8305
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Da by in sin trüttin | Fürtt nach der mine geltt | Von dem wald uff daz veld.
Lutz, Buch Alfadol
30va, 5
(
obd.
,
n. 1478
):
Daß ding do du von fragest wirt hinfüre sin in dem gelt alß eß yetzond ist.
4.
›Geldschuld, Schuldforderung in Geld, Abgabe in Form von Geld oder Naturalien, Steuern, Zinsen (für Lehen); finanzielle Leistung als Begleichung einer Forderung‹.
Vorwiegend Rechts- und Wirtschaftstexte.
Syntagmen:
g. anbehalten / aufnemen / geben / versteuern / verzinsen, in grosses g. fallen
›in große Schulden geraten‹;
ewiges g
. ›immer fortbestehende, nicht erlöschende Abgabeverpflichtung‹,
järliches g
. ›jährlich zu zahlende Abgaben‹.
Wortbildungen:
geldausleiher
›Geldverleiher‹ (a. 1571),
geldbete
›in Geld zu entrichtende Abgabe‹ (a. 1499/1502),
geldbuch
›Buch mit Regelungen über Erbschaften‹ (a. 1383),
geldherre
›Kontrolleur von Geldgeschäften‹ (a. 1536),
geldhun
›als Zins zu zahlendes Huhn‹ (a. 1348),
geldkorn
›Kornzins‹,
geldsteuer
.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 142, a,
5
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Swa man eynes nuͤwen dorfes beginnet med nuͤweme buwe, da mach des ertrikes heren zins vnde gelt wol von werden.
Aubin, Weist. Hülchrath
206, 9
(
rib.
,
v. 1571
):
sollen sich die pechter mit andere wege mit dem presentzmeister entwider in fruchten oder in gelt vergleichen.
Schmidt, UB Halberst.
4, 2612, 14
(
omd.
,
1362
):
darvon gen tzu tzinse ein schog unde sechs groschen smales geldes.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
39, 5
(
thür.
,
1474
):
ist dy frouwe nu vorstorbin, schuldigen yn nu der frouwen fründe umbe sollich gelt.
Ebd.
240, 24
:
Sintdemal yn Lorencie, sin bruder, schuldiget umbe gelt.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
328, 8
(
osächs.
,
1523
/
4
):
das sie ime sulch gelt, so sie ime schuldig werden, dhweil sie ime das nicht ablegen, verzinsen.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 52, 23
(
schwäb.
,
1411
):
so sol denn uff dem stuk von den ob geschribnen nuͥtzen gevallen ain pfunt guͦter Haller ewigs geltz an die jarzitan und pittanz unsers gotzhus.
Chron. Augsb.
5, 122, 16
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
all leipting und ewig gelt [...] das sol kunig Karel zalen oder mag das ewig gelt den leutten ablesen.
Merz, Urk. Wildegg
47, 3
(
halem.
,
1449
):
als wir dem ersamen hansen Guͤtiar von Waltzhuͦt fuͥnf guldin geltz jerlich vff sanct Joͤrgen tag von hundert guldin houptguͦts ze gebend pflichtig gewesen.
Merk, Stadtr. Neuenb.
159, 10
(
nalem.
,
1403
):
ewig gelt und zinse dar umb ze kǒfent, das man och ze kunftigen ziten teilen sol under die caplan.
UB Zug
251, 5
(
halem.
,
1387
):
sowie 4 Malter Dinkel, Zuger Maß, [...] genannt
das geltkorn.
Leisi, Thurg. UB
8, 233, 4
(
alem.
,
1395
):
Umb die vier pfunt pfenning wir gekoft habint vier schilling ewiges geltes únserm gotzhus.
Maaler
155r
(
Zürich
1561
):
Ein Gaͤltsteur auflegen zuͦ besoldung der kriegsleuten.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
68, 32
(
noobd.
,
1311
):
swaz des andern geltes ist, ez si stiur, swaz diu alle jar gegelten mak, sin si wenik oder vil, oder pheninkgelt, chorn, habern, chern, swein oder swi daz gelt heizzet oder genant ist, daz sol er allezsampt geliche mit uns teilen.
Ebd.
79, 6
(
noobd.
,
1312
):
wan unser gotshaus ze disem mal in grozzez gelt gevallen was von mangerlai sachen.
Hör, Urk. St. Veit
70, 10
(
moobd.
,
1350
):
so hat er vns ein pfunt ewigs geltes auf den vorgenanten hof gegeben, daz ist halbes des apptes vnd halbes der herren in daz convent.
Dirr, Münchner Stadtr.
399, 5
(
moobd.
,
um 1365
):
Swer den andern bechlaget umb gelt, daz datz den juden stet in der stat, der sol ims wetten dez selben tages, seinew pfant und sein puͤrgen ze loͤsen von den juden.
UB ob der Enns
10, 61, 13
(
moobd.
,
1381
):
darumb soll der pfarrer denselben herren vnd caplan geben zu ieder Quatember ain genantes gelt, alß er rechtlich thuen soll.
Ebd.
402, 18
(
moobd.
,
1386
):
Von erst schaff ich durch meiner sel willen einen ewigen jartag mit ainem ewigen phunt pfenning geltz, den man mir ierlich nach meinem tod begen sol.
Mell, Steir. Weinbergr.
121, 1
(
smoobd.
,
1543
):
es mag ain perkgnos sein perkrecht [...] mit lautern gueten wein oder gelt wie von alter herkomen wol bezallen.
Schwäb. Wb.
3, 275
 f.;
Rwb
3, 1557
;
1568
.