stok,
der
 ;
-s, stockes/stöcke
.
1.
›in der Regel abgestorbener Wurzelstock eines Baumes; unteres Ende des Baumstamms‹, vereinzelt auch: ›Baumstamm‹; als Synekdoche: ›Gesamtheit von Stock und Astwerk‹.
Phraseme:
stok und boden
;
(durch / über) stok und stein
(seltener:
staude
) bezogen auf die Gesamtheit der Landschaft, auch als Teil von Pertinenzformeln;
weder stok noch stein
›nichts‹.
Bedeutungsverwandte:
1
,
1
(
der
1,  1, ; vgl. , .
Syntagmen:
einen s. abholzen / abschlagen / ausblusen / ausgraben / ausrotten / untergraben / ausstocken / hauen, machen, in der erde bleiben lassen
;
der acker vol stöcke stehen
;
den zwei in einen s. pelzen / pflanzen
, (dazu bildlich:)
gedanken in einen s. pfropfen, etw. an einen s. speien, etw. am s. abschneiden, den hopfen über die stöcke aufhäufeln
;
der s. des baumes, mit wurzeln
;
der alte / dürre / grobe / wilde / umkliffige / eichene s.; die grobheit des stockes
;
holz auf den stöcken
.
Wortbildungen:
stocken
1 ›roden‹ (a. 1441),
stöckisch
›starr‹ (als Ütr. am ehesten hier anschließbar),
stokacker
›Acker auf ausgestocktem (gerodetem) Waldboden‹,
stokland
›gerodetes Land‹ (a. 1590),
stokpfennig
1 ›gerodetes Land‹ (a. 1590),
stokmiete
›Abgabe für den Bezug von Brennholz‹ (a. 1629),
stokpfennig
2 ›kleine Konventionalstrafe für den Einschlag von Bauholz‹,
stokräume
›Baumstümpfe, die rodbar sind und verkauft werden können‹; metonymisch auch ›Zeit, in der die Rodung erfolgt‹ (a. 1531).

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu.
1, 72, 152
(o. O. o. J.):
Der mich gefüret durch schwarze kunst | Über stock und stein.
Luther. Hl. Schrifft. Dan.
4, 12
(
Wittenb.
1545
):
lasst den stock
[Wormser Proph.
1527
/ Froschauer
1530
:
grund
; Dietenberger
1534
:
same͂
; Eck
1537
:
gewaͤchs
]
mit seinen Wurtzelen in der erden bleiben.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
9649
(
rib.
,
1444
):
,Die houlzmengere‘, sagen ich, ,verkouffent nu selden | Houltz up den stocken.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
510, 8
(
rib.
,
1624
):
dieiennige, so sich der behölzung, unschädtlichen brant, stock und broch anmassen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 490, 3
(
mosfrk.
, o. J.):
geben sie ihnen nit urloif, so sulden sie doch hauwen vermitz ihrem stockpfennink .. ihren stockpfennink weist der scheffen alsoviel.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
32, 19
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
wie sie [menschen] berg und tal, stock und stein, walt und gefilde, [...], der erden tief durchtreiben durch irdisch gutes willen.
Mayer, Folz. Meisterl.
42, 30
(
nobd.
,
v. 1496
):
So du gescheissest fru, | Das wurff in munt dan alles nu | Unnd keu ein stro hubschlich dar zu, | [...] | Dornoch nym eben war | Unnd spey es an die stocke dar.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 88, 38
(
Nürnb.
1631
):
daß kein Menschlichs Gemüht so grob, vnzogen, so stoͤckisch vnd bloͤckisch, ja so steinern vnnd felsig seyn koͤnne.
Bihlmeyer, Seuse
495, 7
(
alem.
,
14. Jh.
):
acker, der vol stoͤcke und unkrutes stat.
Rieder, Gottesfr.
68, 26
(
els.
,
1390
/
1402
):
wie sú daz swartze húndelin in goͤttelicher offenborunge fuͦrte durch stog und durch studen zuͦ eime berge.
Golius
355
(
Straßb.
1579
):
Caudex, der stock oder stamm des baums mit den aͤsten.
Jörg, Salat. Reformationschr.
792, 20
(
halem.
,
1534
/
5
):
Die nun [...] schlichend den füren zuͦ / zwüschend studen / steyn / und stoͤcken / kruchend ouch an mengen orten / uff allen fieren.
Rennefahrt, Recht Laupen
200, 13
(
halem.
,
1538
):
das ander ghoͤrt sich gan Bern ze waͤren, und nimpt der kilchher dheinen stogk noch ried zenden in der kilchhoͤri.
Ders., Gebiet Bern
617, 12
(
halem.
,
1640
):
by 5 florynen buͦs von jedem stock ohne schonen zuͦ bezüchen.
Maaler
389r
(
Zürich
1561
):
Stock (der) Stump / Der stam͂ deß baums woͤllichem die aͤst abgehauwe͂ sind.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
508
(
Genf
1636
):
stock / der stumpff eines abgehawenen baums.
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
253, 9
(
schwäb.
,
1379
):
erhält aber dafür das Holz, [...], um es zu verkaufen
und di phen(ning) davon einzenemen
, außerdem [...]
di stockruͤmin
[Regestbeleg].
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 449, 2
(
schwäb.
,
1574
):
nachdem nit wienig newe stockäcker, neuwbrüch [...] und neuwe embdwisen gemacht ... haben wir uns ... verglichen, das [...].
Auer, Stadtr. München
378, 10
(
moobd.
,
1347
):
Wann ünser herr der kayser zuo der plaich stock und podem und behausung gefreyt hat.
Niewöhner, Teichner
104, 37
(
moobd.
,
1360
/
70
):
ein edel zwey | daz peltzt man in ein posen stokch.
Fuchs, Kart. Aggsbach
67, 22
(
moobd.
,
1385
):
es sein aͤkcher paungaͤrten wismad holcz waid stok stain.
Klein, Oswald
42, 53
(
oobd.
,
1408
):
Stauden stock | machet schock, | rauhen rock | als ain bock.
Ebd.
44, 25
(
1426
):
vil hoher berg und tieffe tal, | stain, stauden, stöck, snee stangen, | der sich ich teglich ane zal.
Luther, WA
28, 689, 19
;
30, 2, 636, 26
;
Mieder, Lehmann. Flor.
122, 18
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 626, 11
;
Hübner, Buch Daniel
4014
;
Schorer, Sprachposaun
78, 10
;
Welti, Stadtr. Bern
184, 27
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern
582, 21
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
555, 1
;
Brandstetter, Wigoleis
215, 4
;
Munz, Füetrer. Persibein
437, 3
;
Weber, Füetrer. Poyt.
263, 5
;
UB ob der Enns
9, 332, 34
;
Mell u. a., Steir. Taid.
137, 7
;
Maaler
389r
;
Pfälz. Wb.
6, 608
;
Schweiz. Id.
10, 1675
 f.;
Schwäb. Wb.
5, 1788
 ff.
2.
›Weinstock‹; Spezialisierung zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
einen s. ausgraben / streifen
;
an den stöcken wurzeln sein, wein an den stöcken sein / wachsen, nach dem s. schmecken, aus einem s. weinreben ziehen, die ranken über dem s. abschneiden
;
der alte s
.;
die stöcke der weingärten
;
der abschnit des stockes
.
Wortbildungen:
stocken
2 ›Weinbergstöcke setzen‹,
stokeimer
›einen Eimer umfassende Abgabe vom Weinertrag‹.

Belegblock:

Luther, WA
34, 1, 142, 25
(
1531
):
Das der weyn vom stock komme und nicht der stock vom weyn.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
15480
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Als man uz alden stocken | Mit miste zuet vrische winreben.
Wyss, Limb. Chron.
85, 30
(
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
da was wines gnuch an den stocken, unde qwam ein großrif.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 911, 2
(
mosfrk.
,
1320
):
solvit etiam 1 [emerum] de communi scolteto nostro, qui vocatur stockemer ... soluto censu omni.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
125, 27
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Wie man stöcke und belzer ohne schaden ausgraben soll.
Hör, Urk. St. Veit
109, 23
(
moobd.
,
1377
):
all ir pauwein, die an iren stöckhen wachsent.
Loersch, Weist. Boppard
142, 10
;
Qu. Brassó
5, 517, 19
;
Winter, Nöst. Weist.
4, 195, 41
;
Schwäb. Wb.
5, 1778
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1.
3.
›Gruppe von verwandten oder durch die soziale Stellung zusammengehörigen Menschen, Stamm, Geschlecht; herausgehobene Sozialgruppe‹; auch ›Grundbestand von Vieh‹; als Ütr. an 1 anschließbar.
Md. / wobd.
Bedeutungsverwandte:
1
(
der
3; vgl.
1
 2, (
die
8.
Wortbildungen:
stokgut
›Stammgut‹.

Belegblock:

Buch Weinsb.
3, 223, 26
(
rib.
,
1583
):
ein gut zergesell [...], der sinen kindern sin stockgut nit wol erspart [...] hat.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1160, 5
(
mosfrk.
,
1376
):
die dochter, die man also zu der ê nemen mach als vorg. ist, die ensal nit ein stock sin, dan von andern dochtern sal is sin.
Mathesius, Passionale
48v, 23
(
Leipzig
1587
):
das dieser Zweig oder Pfroͤpffer aus dem verdorretem Stamm vnd Stock Davids gezweigelt vnd gegrunet hab.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 279, 25
(
halem.
,
n. 1529
):
die alten, rechten Berner stoͤk und hern sind nit dran, es ist um 6 oder 7 Gritscheneier ze tuͦn.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
23, 9
(
halem.
,
1488
):
so haben wir [...] den vermelten eygnen luͥten des huß Buchse. was nit der alten stoͤken, [...] zuͦgelassen, ußerthalb ir eygenschaft zuͦ andern den unsern als fry ungebunden luͥt zuͦ wandlen.
UB Zug
2347, 6
(
halem.
,
1527
):
von rindervee da ist der stock min, und, was er daran erziecht am uffwachßen, das ist halb sin und min.
Jörg, Salat. Reformationschr.
562, 15
(
halem.
,
1534
/
5
):
mit aller kriegsrüstungen / und gar tapfern / redlichen / stanthafften mannlichen lüten / allt stoͤck / und userwellter kernenn.
4.
ein kleinerer Stab, Stock unterschiedlicher Größe, Form und Funktion, jeweils schwach belegt; im einzelnen: ›Glockenschwengel‹; ›Schnappstab an Wildfallen‹; ›Stab des Richters‹ (dazu bdv.: vgl.
stab
 3a); ›Strickstock‹ (zur Wortgeographie von ,Stricknadel‘ in den rezenten dt. Mundarten s. Dwa 3); wohl auch: ›Gehstock‹.
Phraseme:
des stoks spielen
›das Kinderspiel des Steckenreitens ausüben‹, wohl im Sinne von ›jn. hinters Licht führen‹;
an den stok faren
›ein übles Ende nehmen‹.
Wortbildungen
stokeisen
(dazu bdv.:  1),
stokerbse
, ˹
stokfink
,
stokhame
›Fischernetz mit Stiel‹ (a. 1485 f.; Gw zu
1
),
stokhänfling
, jeweils wohl ›Leinfink‹ (mögliche Motivation: Dwb
3, 1703
s. v.
Flachsfink
; s. auch Suolahti, Die dt. Vogelnamen.
1909, 12
1 f.˺),
stoklune
›aus einem Stock bestehender Achsnagel‹ (Gw zu mhd.
lune
›Achsnagel‹; Lexer
1, 1982
),
stoknez
›Stellnetz (aus Stäben) zum Fischfang‹.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
73, 22
(
preuß.
,
1513
):
1 eyssern phlug mit stogkeysenn, 1 schnyettemesser.
Spanier, Murner. Schelmenz.
9, 39
(
Frankf.
1512
):
Wer mich dingt, der fart an stock | Und muͦß myn geben eyn groen rock.
Lippert, UB Lübben
2, 285a, 3
(
osächs.
,
1572
):
1 g. ar. Matteus Zimmermahnn von den stockel an dem glocklein zu machenn gegebenn.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
226, 18
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Ein bewerter zug zum fuchsen [...]. nim ein zimbliches stöckel, lenger als einer spannen lang [...], mach an ein ides ort ein nagel, leg dan an bede nagel die stricklein an, peck das stöckel gar wol mit einem peyl.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 267, 33
(
omd.
,
1428
):
So sullen sie haben fry fysscherye in dem see, [...], mit cleynen geczow als stocknecz, clebenecz, fuswaten, angil.
Sachs
14, 26, 10
(
Nürnb.
1536
):
Da werden knecht und die roßbuben | Mit uns mancherley spiel anfahen, | Des stocks spielen und öl außschlahen.
Maaler
360v
(
Zürich
1561
):
Schoͤsserle / Stockhenffling / Ein voͤgelin. Linaria rubra.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
509
(
Genf
1636
):
Stock / strickstock / damit die Hosenstricker stricken.
Ebd.
Stockerbs / ein art Erbs / so dicker seyn als andere / vnd bey welche man stecken muß sticken
[andere Bedeutungsangabe:
Dwb
10, 2, 3, 86
].
Ebd.
Stockfinck / Flachsfinck f Linotte, Acanthis.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 151, 18
(
schwäb.
,
1536
):
von ainer stocklumen oder streichplech 1 ₰ ze machen und 1 ₰ darvon anzeschlagen.
Mell u. a., Steir. Taid.
78, 25
(
m/soobd.
,
M. 17. Jh.
):
Gerichtsstab, stock vnd gschmeid bleibt ieder zeit in dem grichtshaus.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1916
(
oobd.
,
1607
/
11
):
ein mansfigur so die recht hand auf einem stockh und die linckhe auff dem kopf heltt.
Spanier, a. a. O.
48, 175
;
Schweiz. Id.
10, 1687
;
Schwäb. Wb.
2, 1787
.
5.
›Menge der in 1 Prägevorgang hergestellten Münzen; Münze als obrigkeitliche Einrichtung‹; beide Ansätze sind als Metonymie zu einer vorauszusetzenden Bedeutung ›Prägestock für Münzen‹ anzusehen, die ihrerseits an 10 im Sinne von ›Amboßblock‹ anschließbar ist.

Belegblock:

Chron. Strassb.
997, 34
(
els.
,
1397
):
was boͤses geltes in denne vürkommet, das süllent sie den lüten zersniden und den lüten denne nit wider geben, sie versprechent oder gelobent in denne solich zersnitten gelt gen Straßburg in die stat zuͦ dem stocke zuͦ entwürtende und do also swer nuwer pfenninge darumbe zuͦ nemende.
Bastian, Runtingerb.
2, 248, 30
(
oobd.
,
1392
):
so gebent die, di da praͤgent, der munizzer chnecht yeglicher von ainem stokch 4 d. ainen tag.
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989,
S. 295.
6.
›stärkeres Holz von mittlerer Länge für unterschiedliche Zwecke‹; im einzelnen z. B.: ›Kreuz‹; ›insbesondere für Tiefbauzwecke (Wasserbau) geeigneter Pfosten, Balken‹; ›Stützbalken (für Bäume)‹; ›Pfahl (z. B. als Grenzmarkzeichen, Zaunpfahl)‹.
Rechts- und Wirtschaftstexte, Texte religiösen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
(
die
),
1
 1; vgl.  3.
Syntagmen:
einen s. legen / setzen / versetzen
, [wohin]
setzen
(z. B. als Zeichen);
der s. die grenze sein
;
den pregel mit stöcken versetzen, den teich mit stöcken einfangen, die se durch stöcke ablassen, jn. an einen s. binden
;
der gebrante s
.;
des kreuzes s
.
Wortbildungen:
stöckeholz
›Zaunholz‹,
stocken
3 ›Grenzpfähle setzen‹ (dazu Wortbildung:
stöckerampt
; a. 1339),
stokbanden
›im Weinberg die Streckbögen an den Rebpfahl binden‹ (a. 1552),
stokbinden
(dasselbe),
stokgeld
›Gebühr für Bauholz‹.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
4, 472, 34
(
preuß.
,
1455
):
wie der Nattangische Pregel mit stocken und pricken vorsatczt werde.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
1839
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Ouch dutet iz des cruces stok, | An dem Crist hir mit gebote | Bracht opfer.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
25, 3
(
preuß.
,
1578
):
Da es aber geschee, muste in tham ein stog und rinne gelegt werden.
Ebd.
133, 2
:
die [sehe] man ein groß teil ablassen kan, durch graben, stogke und rinnen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
651, 1
(
mosfrk.
,
1509
):
ein ieglich empfenglich gut, das vonein gestockt und gesteint und vertheilt ist.
Brinkmann, Bad. Weist.
249, 16
(
rhfrk.
,
1619
):
daß sie es dieses ackers wegen bei den vier morgen und den alten stöcken und steinen verpleiben laßen wolten.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
136, 19
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Solche [...] schußling beschütte alsbalt mit luckerer erden [...] und beheufle die, und zu jedem haufen setze einen stock.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
47, 41
(
schles.
,
1345
):
do retin sy an eynen gebrantin stoc, do vrogete der houericht, ab der stoc dy grenicze Were.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
457, 14
(
els.
,
1362
):
Hie noch wart er an einen stog gebunden.
Kocher, Rechn. Schönenwerd
225, 67
(
halem.
,
1380
):
die reben ze ruͤrren, ze binden und ze erbrechen, ze stokbinden, ze stiken X lb.
Rennefahrt, Recht Laupen
178, 5
(
halem.
,
1528
):
deß buholtz halben, so uns uͥwer gnad zu zyten erloupt, so will der meyer ouch erst davon han stock gelt, das uns nit wenig beschwert.
Winter, Nöst. Weist.
1, 272, 31
(
moobd.
,
1648
):
die innwohner und herberger welche meistens dergleichen zeun- und stökeholz entfrembden [...], seint in gleicher straff. [...]. und im fahl ainer oder mehr uber solches alles nit ablassen sondern mit außziehunge und haimbtragung des zaun- und stökenholz also muehtwillig fortfahren wolte, der [...].
Ebd.
3, 241, 38
(
1610
):
Wür befehlen das unser marktcamerer ein stock oder zaichen für das Wiener thor zur Träßen setzen laße.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
221, 24
(
m/soobd.
,
1568-1603
):
zaun aufbrechen fräventlich, ist von einem jeden stöck 72 ₰.
Lohmeyer, a. a. O.
10, 2
;
Rauwolf. Raiß
145, 11
;
Vorarlb. Wb.
2, 1317
;
Schwäb. Wb.
5, 1779
;
1768
.
Vgl. ferner s. v.
2
 1,  4.
7.
›Stockwerk eines Gebäudes‹; tropisch dazu: ›Haus, Gebäude (nicht bestimmbarer Größe)‹; ›Schuppen, Anbau, Nebengebäude‹; ›Mauer‹; als Metonymie zu 6 auffaßbar.
Gehäuft obd.
Bedeutungsverwandte
(bzw. sachliches Orientierungsfeld):  12345, ,  2,
1
 2, ; vgl.  3,  2,
1
 5,
1
 2.
Syntagmen:
einen s. haben / abbrechen / verkaufen / unterhalten, den s. befreien
;
der s. zweier gaden hoch sein
;
etw
. (z. B.
briefe
)
an einen s. anschlagen
;
der s. des turns, bei dem haus, mit gemächern, von steinen
;
der gemauerte / grosse / hülzene s
.;
der turn, das haus mit stöcken, das haus, die hofstat samt den stöcken
.
Wortbildungen:
˹
stokfrau
›Dirne aus dem Stockhaus / Frauenhaus‹ (a. 1308),
stokhaushure
(a. 1399), jeweils dazu bdv.: vgl. , , ˺, ›Höhe eines Stockwerks‹ (a. 1612 ff.),
stokwerk
.

Belegblock:

Loersch, Weist. Boppard
202,
Anm. 1 (
mosfrk.
,
1586
):
ein stock zu underhalten, da man gericht under helt.
Köbler, Ref. Nürnberg
79, 9
(
Nürnb.
1484
):
so sol hinfuͤr nyemant vber de͂ andern eynich brief noch schrifft offe͂lich anschlahen an das Rathaws. die kirchtuͤren. Stoͤcke. hawßtuͤren noch anderswo.
Vetter, Pred. Taulers
199, 3
(
els.
,
1359
):
Lieb, entsink, entsink in den grunt, in din nicht und lo den torn mit allen den stoͤcken uf dich vallen!
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
508
(
Genf
1636
):
stock / m. stockwerck eines hauses / Estage de maison. [...]. Jch will ein hauß mit vier (stoͤcken) bawen.
Merz, Urk. Wildegg
148, 7
(
halem.
,
1572
):
ihre Mühle, [...], samt Rechtsame und Zugehörden (darunter:
stampf, darren, stock vnd schüren
).
Chron. Augsb.
2, 315, 3
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
ain großer stock ains turns, was zwai gadmer hoch, mit großen quadranten außen gemaurt.
Staub, Qu. Wien
3, 1, 1010
(
moobd.
,
1378
):
habent verchawft den chelr, den hof und den gemawrten stokch mit den rechten.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 3492, 13
(
moobd.
,
1451
):
die hindern zwen gemaurt stokch mit allen den gemechen, die darinn sein.
Mell u. a., Steir. Taid.
238, 13
(
m/soobd.
,
1638
):
Daz stöckle und pfarhof soll so weit in ein bezirck befreit sein, so weit man mit ainen gemainen pixenschuß raichen kan.
Kurz, Murner. Luth. Narr
2983
;
Boner, Urk. Aarau
797, 5
;
901, 17
;
936, 9
;
Uhlirz, a. a. O.
2, 1, 1209, 6
;
2, 3, 2958, 10
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 123
;
Schwäb. Wb.
5, 1782
;
1788
;
Schweiz. Id.
10, 1700
.
8.
›Grundstück, Land-, Waldfläche‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Wortbildungen:
stökeich
›ungerodete Fläche‹, zweiter Bestandteil wohl mit kollektiver Bedeutung (deformierte Schreibung?),
stokfeld
›Waldfeld, im Rahmen der Wald-Feld-Wirtschaft für kürzerfristige Bearbeitung zugewiesene Rodefläche‹,
stokhaber
›Haferertrag eines
stokfeldes
‹.

Belegblock:

Kollnig, Weist. Schriesh.
113, 31
(
rhfrk.
,
1595
):
in die wäld zue winterszeiten [...] in junge und alte stöck [...] zue waiden.
Mon. Boica, NF.
1, 424, 27
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
10 morgen reuttackers (im) und stoͤckeich im Kaltenprunn.
Ebd.
682, 2
(
1434
):
die andern hoff gibt ider 4 mez stockhabern.
Ebd.
2, 1, 57, 31
(
1464
):
Des Stocke sint auf vierzehen tagwerk, die ein castner noch aufzwͦhewen hat.
Barack, Zim. Chron.
4, 209, 31
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
da kamen sie haufenweis herab in unser landtsart, begerten inen stockvelder usszumessen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 300,
Anm. (
schwäb.
,
1592
):
iedoch daß solche stöck oder bläz bei derjenigen herrschaft underthanen, hinder welche dieselb anfänglich mit dem loß oder spielen kommen, verbleiben sollen, es mag wol einer den andern gerürten seinen stock oder blaz keuflich übergeben.
Schwäb. Wb.
5, 1782
.
9.
›blockartiges Instrument, Gebäude, Einrichtung der Strafgerichtsbarkeit‹; offenes Übergangsverhältnis zwischen folgenden Nuancen:
a) ›Strafblock, Haft-, Folter-, Klemmwerkzeug, in das die Beine, oft auch die Hände und der Kopf des Gefangenen eingeklemmt, eingebunden und damit gestreckt und gespreizt werden konnten‹; vereinzelt bildlich oder ütr.
Redensart:
in der staude ist es besser als in dem stock
.
Bedeutungsverwandte:
1
 1112,  2, , ,  13, ,  1, , .
Syntagmen:
einen s. bauen / hüten
;
in dem kerker ein s. sein
;
jn. an den s. binden / in dem s. büssen / sitzen / sterben, gefangen liegen, in s. und blok verfallen, jn. in den s. legen / schlagen / setzen, in s. und ketten legen, jn. in dem s. halten / peinigen / verschmieden / versuchen, am leibe letzen, jm. im s. den leib abnemen, jn. vor dem s. schreien lassen
(Teil des Beschreiungsrituals),
js. haupt wieder den s. schlagen, jn. zu stocke senden / bringen
;
der s. im diebhaus, für latrones
.
b) ›Gefängnis‹.
Bedeutungsverwandte:
 3, , , .
Syntagmen:
den s. zerstören
;
aus dem s. dingen / handeln, an s. faren
›dem Gefängnis nahe sein‹,
in einem s. liegen / sitzen, in den s. gehen, jn. aus dem s. schaffen, in den s. bringen / füren / legen / setzen, jn. zu s. bringen
;
der s. vol gefangener leute
;
die strafe im s
.
Wortbildungen:
stokampt
(auch zu a stellbar),
stokgulden
ein von den Gefangenen erhobener / erpreßter Geldbetrag,
stokkerker
›Gefängnis‹ (a. 1627),
stokmiete
2 ›Gebühr für die Gefangenhaltung‹,
stokrecht
2 ›Gebühr für den Gefängniswärter‹,
stokwärter
›Gerichtsdiener‹ (um 1275; dazu bdv.: ,  ).
c) steht in der Formel
stok und galge
für die hohe Gerichtsbarkeit.
Bedeutungsverwandte:
2
 12, I (über
hals und hand
 ), , , .
Syntagmen:
s. und galgen aufrichten / erbauen / haben / benumen / vermerken
;
s. und galgen wo sein
;
etw. mit s. und galgen empfangen, die schranne mit s. und galgen halten, jm. etw. mit s. und galgen verkaufen / versetzen
.

Belegblock:

Zu a):

Luther, WA
22, 279, 10
(
1544
):
nicht keten, stoͤcke und bande zureissen und sagen: Weiche [...], Teufel.
Reissenberger, Väterb.
12987
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Da in gevancnisse er [richer man] stat | Oder in stocken oder in cloben.
Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
29, 26
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
das du sist eyn vurste in deme huse des herren obir eynin izlichen hynnnpretenin und worsagenden man, das du den zu stocke und zu kerker sendist.
Chron. Köln
2, 82, 1
(
rib.
,
1394
):
Hupgin sas gevangen und sloch sin hoift wider den stock, dat er auch starf. man sleifde in al dot an den galgen.
Buch Weinsb.
3, 241, 37
(
rib.
,
1584
):
hat man innen [...] die nacht im kerker laissen ligen, den andern tag uff den markt bracht, an einen stock gebonden, mit gluenden zangen sin fleischs abgerissen.
Rudolph, Qu. Trier
452, 4
(
mosfrk.
,
1480
):
Der stock und schuppe sollent billich wider gestalt werden an die ende uf dem marte.
Foltz, UB Friedb.
1, 386, 34
(
Friedberg
1389
):
gen eyns deils fleischauwern, [...], die er fing und die zuͤ Darheim in ein stog sluͤg.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
5186
(
omd.
,
1338
):
,Du hast gestocket minen vuz | Und gebunden [...] | [...]‘. | Hi by dem stocke sult ir bar | Diz recht vernemen daz sich treit | Nach gotlicher gerechtekeit.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
168, 20
(
thür.
,
1474
):
Hat der man [...], by synem lebin unde als er met pyniclichin sachen in deme stogke vaste vorsucht unde gepyniget wart, vor zcwen geswornen manen ußgesaget unde bekant, das [...].
Thiele, Chron. Stolle
269, 18
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Der selbe jude wart [...] so sere geworget, das her starp in deme stocke.
Ermisch, Freib. Stadtr.
121, 26
/27 (
osächs.
,
1325
):
Di boten sullen in heizen schrien zume ersten male vorme stocke unde zume anderen male zu halben wege zwisschen dem stocke und dem dinchus unde zume dritten male sal he schrien vor dem dinchus also: „Cetar ubir minen dip unde der lantlute dip“.
Mon. Boica, NF.
1, 202, 25
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
ein igklicher kastner zu Heidenheim sol und musz stok und daz gericht doselbst pawen lassen.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
67, 4
(
nobd.
,
1490
/
1530
):
welchen aber dye bus zu gering deucht und dye frevelich veracht, der sey meinem gnedigen herrn verfallen in stock und in ploch.
Chron. Nürnb.
2, 267, 20
(
nobd.
,
1449
/
50
):
die wurden geschatzt in dem stock mit aufpunden henden, daz sie mit dem leib swebten.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
2, 129, 18
(
Frankf.
1493
/
4
):
in den Kerker. Jn dem was ain Stok, in denselben Stok verschmidotend suͤ in.
Maaler
389r
(
Zürich
1561
):
Stock / darein man einen mit dem halß vnd fuͤssen gefangen legt. [...]. Einen in Stock legen.
Bremer, Voc. opt.
1279
(
oschwäb.
,
1427
):
pedica [...] est cathena pedum uel instrumentum capiendi pedes animalium vulgariter klob, stok vel yssenhaft.
Primisser, Suchenwirt
42, 58
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Jn stoͤkchen und in tuͤrnen | Nimpst du [Mensch] dem ebenchristen ab | Gesunten leib, dartzuͦ di hab.
Mollay, H. Kottanerin
24, 6
(
moobd.
,
1439
/
40
):
es ist albeg in der stauden pesser denn in dem stokch.
Ziesemer, a. a. O. Jer.
20, 2
;
Lau, Qu. Neuß
20, 5
;
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 1035, 2
;
Brinkmann, Bad. Weist.
152, 7
;
Thiele, a. a. O.
402, 27
;
Ermisch, a. a. O.
221, 20
;
Chron. Augsb.
6, 64, 12
;
Niewöhner, Teichner
299, 12
/19;
Piirainen, Stadtr. Sillein
140a, 11
;
ders., Stadtr. Kremnitz
25a
;
Pfälz. Wb.
6, 606
;
Gereke, Seifrits Alex.
3528
;
Schwäb. Wb.
5, 1780
.
Vgl. ferner s. v. ,
1
 12.

Zu b):

Bücher, Berufe Frankf.
1914, 123
(
hess.
,
um 1366
):
auch hat ein schultheizse eynen stockir zu setzin [...], und gebit mit namen 30 guldin Wigele von dem stogampte.
Spanier, Murner. Schelmenz.
7, 37
(
Frankf.
1512
):
Wer mich dingt, der fart an stock | Und muͦß myn geben eyn groen rock.
Goerlitz u. a., Rechtsd. Schweidnitz
155, 8
(
omd.
,
1385
):
Des gingen die rot(man) mit en in den stok vnd fragittin si den gefangen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
225, 17
(
osächs.
,
1325
):
Ir stokmite mugen si [butele] nemen, als recht ist.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 281, 31
(
halem.
,
1508
/
16
):
[si] zerstortend alle schloss und stöck, erstachend die herren.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
508
(
Genf
1636
):
stock / m. Narrenhaͤußlein / n. Petite prison.
Chron. Augsb.
4, 239, 14
(
schwäb.
,
v. 1536
):
daß er seinem armen mann zuͦ hilf komm und im aus dem stock und gefencknus helf.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
25, 30
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Die suben lagen all in aynem stock im thuren etwa ful wuchen.
Winter, Nöst. Weist.
2, 253, 3
(
moobd.
,
M. 16. Jh.
):
wo ainer [...] denselben in den thuern oder in stogk einzelegen verschief, ist derselbig weder thuern- noch stogkrecht schuldig zu geben.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
387a, 24
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
183, 13
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
595, 6
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
47, 29
;
Gille u. a., M. Beheim
309a, 47
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 220, 3
;
237, 18
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
156b, 16
;
Schwäb. Wb.
5, 1788
;
Tpma
11, 158
.
Vgl. ferner s. v.  1.

Zu c):

Kisch, Leipz. Schöffenspr.
463, 10
(
osächs.
,
1523
/
4
):
das kan A. nicht zu hulfe komen, das in seim brif nicht benumpt ist stock noch galge, seintmal nemlich darinne steet geschrieben gericht uber hals und uber hand, darinne stock und galge zu vernemen seint.
Mon. Boica, NF.
1, 525, 26
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
daz slosse Osternach hat ein eygen gericht, und ist vortzeitten stock und galgen do gewest.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 410, 2
(
alem.
,
1361
):
Primo habend emphangen Henman und Heintzman [...] das dorf zu Hagenbach, lut und guͦt, twing, ban, wag und wazzer, holtz und veld, stokch und galgen und alle gericht.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
226, 16
(
halem.
,
1384
):
von nuhinfuͥrwert mit gerichten, twingen, bennen, mit friien gerichten, stogk und galgen was hut und hare ruͤret.
Winter, Nöst. Weist.
3, 482, 10
(
moobd.
,
1497
, Hs.
16. Jh.
):
Hie ist vermerkt des pandäding und landgericht, stack und galgen und alle recht als weit das lantgericht geht.
Maag u. a., a. a. O.
2, 1, 696, 21
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
135, 12
;
Welti, Stadtr. Bern
545, 30
;
Rennefahrt, a. a. O.
302, 26
;
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
393, 37
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 747, 18
;
UB ob der Enns
10, 754, 10
;
Mell u. a., Steir. Taid.
177, 37
;
Vorarlb. Wb.
2, 1316
;
Vgl. ferner s. v.
2
 1,  2.
10.
›mehr oder weniger unförmiger, größerer Holz- oder Steinklotz, der auch für bestimmte Zwecke geeignet sein kann‹, darunter: ›Klotz zum Aufsitzen auf ein Pferd‹; ›Amboßblock‹; ›Standunterlage‹; ›Hackstock (für Fleisch)‹; ›Richt-, Strafblock‹; ütr. auch für den Menschen gebraucht; in polemischer Verwendung: ›Götze‹; offen zu 11.
Phraseme:
stok und stein
in christlicher Polemik für den als Holz- oder Steinblock gedachten Götzen.
Bedeutungsverwandte:
zu ›Götze‹: vgl.  12, ,  10, .
Syntagmen:
einen s. umwerfen
;
einem (!) s. zum rosse setzen
;
wie ein s. sein, jn. als ein s. auf das kreuz werfen
;
des stockes ansichtig werden
;
auf einem s. ruhen, jm. die hand auf einem s. abschlagen, dem teufel gewalt über den s. geben
.
Wortbildungen:
stokbild
(verdeutlichend zum polemischen Gebrauch),
stokbloch
›Strafblock‹ (ütr. auf den Menschen; Gw zu  2),
stokschere
›mit einem Arm in einem Stock befestigte Schere‹ (a. 1456),
stokwinde
eine Hebemaschine (a. 1629),
stokzange
ein Schmiedegerät, wohl ein Zubehör zum Amboß.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
281, 12
(
preuß.
,
1425
):
4 hantnaileisen, item 1 stockczange und 1 sechczange, item 2 orenczangen.
Luther, WA
10, 3, 381, 31
(
1522
):
Die fuͤrsten sein auch hencker und Stockbloͤcher Christi, die sein volck straffen und richten muͤssen.
Ebd.
28, 525, 33
(
1529
):
das er [Amptman] alda sitze als ein Stock oder Klotz.
Ebd.
28, 689, 24
(
1529
):
welche storrig, kloͤtze, stein, stöcke und Sewtroͤge sind, [...], die mus man erschrecken.
Ebd.
30, 2, 625, 18
(
1530
):
Stellen wir uns so ekel und schendlich dazu, als weren wir nicht menschen [...], sondern als weren wir stoͤck und stein, die es nichts beduͤrffen und uns gar nicht angienge.
Ebd.
32, 527, 2
(
1532
):
Was lauffestu denn noch als ein unsinniger mensch zum stock und stein, da kein Gottes wort gepredigt wirt.
Große, Schwabensp.
74a, 6
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Al de wile vnz sich eyn man mit eyme swerde beguͦrten mach vnde of eyn ros mit schilde vnde mit schafte gesitzen mach, habe eynem stoch zem rosse gesazt eyner duͦm elne lanch.
Schönbach, Adt. Pred.
25, 4
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
cristenmensche, din got ist ein got, dune solt niht anbeten abgot, daz ist stok und steine, nach der nature gesniten.
Opitz. Poeterey
14, 7
(
Breslau
1624
):
Doch lieb ich gleichwol nicht / so bin ich wie ein scheit / | Ein stock vnd rawes bley.
Voc. Teut.-Lat. ff iijv (
Nürnb.
1482
):
Stock smidstock. pistillus.
Bihlmeyer, Seuse
552, 16
(
alem.
,
14. Jh.
):
die marmelsúlen, die gevestnet sint uff guldin stoͤcke.
Maaler
389r
(
Zürich
1561
):
Stockbild (das) Statua.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
508
(
Genf
1636
):
stock / das holz darauff der Ambuß stehet.
Chron. Augsb.
8, 94,
Anm. 1 (
schwäb.
, zu
1561
):
als der hertzog des stocks und axt ansichtig worden.
Gierach, Märterb.
17543
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
dein abgot ach nit von mir zergie, | ann daz ich dem tiefel lie | gewalt über den selben stok.
Winter, Nöst. Weist.
1, 14, 12
(
moobd.
,
16. Jh.
):
die recht hant sol man im auf ainem stock abschlagen.
Dedekind/Scheidt. Grob.
208, 11
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970,
S. 180;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 76, 60
;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1939
;
Schweiz. Id.
8, 1112
;
Vorarlb. Wb.
2, 1316
;
Schwäb. Wb.
5, 1791
.
11.
für extensional sehr verschiedene, intensional meist als ungeformt, unfunktional bestimmbare Materialien gebraucht; im einzelnen z. B. ›grob geformter Klumpen (von beliebigem Material)‹; ›Klotz‹; ›(Zahn-)stumpf‹; ›unregelmäßig geformtes Erzlager‹; ›Getreidehaufe‹; eher geformt: ›Teil des Geschützes‹; ›verkaufsfertig zugerichtete Masse Salz‹; ›Rumpf des Menschen‹; ütr. auf nicht Materiales: ›Stock, Basis der Sünden‹.
Wortbildungen:
stockerwachs
›Wachs in vertriebsfertigem Zuschnitt‹,
stockig
von sich übereinanderschiebenden Eisschollen: ›klumpig‹,
stokrübe
(hierher?),
stokweise
›in Stöcken vorkommend‹ (von Erzlagerungen; a. 1568).

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
3, 24, 21
(
md.
,
1444
):
vnd in [polen] vil stockerwachs, kramwar vnd ander war genommen ist.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 170, 35
(
schles.
,
1615
):
wo ich den solche aufs beste einbringen könnte auf stehenden gängen flächen fletzen oder ganzem stocke aufgehenkt.
Voc. Teut.-Lat. ff iijv (
Nürnb.
1482
):
Stock von wachs gemacht. lumen conglobatu͂.
Chron. Nürnb.
1, 177, 8
(
nobd.
,
1388
):
ein wagen mit 4 pferden zum haspel, zum stok, zum krieg und zu den sayln.
Fastnachtsp.
377, 30
(
nürnb.
,
v. 1494
):
Welcher do hat ein posen zan! | Stock, storren, wie sie sind getan, | [...] | Kunstlich ich die gewinnen kan.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
509
(
Genf
1636
):
Stockruͤbe / f. Nauet, rapum, napus.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 371, 25
(
halem.
,
1508
/
16
):
den es so kalt was, das der nacht alle ze stok gefroren warend.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 94, 280
(
Luzern
1616
):
Wann andre zuͤ dir bringendt böckh, | grob muni fleisch vnd allte stöckh, | Mitt gitze fleisch wil ich dich mesten.
Henisch
191
(
Augsb.
1616
):
Barnen / ein jedes getraid an einen sondern hauffen / oder stock ordenlich legen.
Niewöhner, Teichner
57, 12
(
moobd.
,
1360
/
70
):
er wirft der sunden stokch | aus dem hertzen.
Winter, Nöst. Weist.
1, 971, 29
(
moobd.
,
1399
):
so er aber käm fuer ain eis das stokig wär, das ander segner nit gewurchen möchten.
Ebd.
3, 821,
Anm. 16 (
1531
):
soll nit allein [...] der kaufer sondern auch der verkaufer von stöck und ieder insonderheit 4 ducaten zur unnachlässigen straff zu bezallen haben.
Seemüller, Chron.
95
Herrsch. 88, 8 (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
und liez im ab slahen füzz und hend, und der stokch des leichnams ward gen Latron gefüret.
Zingerle, Inventare
25, 2, 19
(
tir.
,
1439
):
zwen smerlaib vnd ain stock vnslitt.
Vorarlb. Wb.
2, 1316
;
Veith, Bwb.
464
.
12.
›unbeholfener Mensch‹; als Ütr. an 10/11 (auch an 18) anschließbar.
Wortbildungen:
stokesel
.

Belegblock:

Turmair
1, 187, 12
(
moobd.
,
1529
):
Wie kan got an solchen mainaidigen ain wolgefallen haben? Wir sein dan gar blind und eitel stöck.
Ebd.
27
:
Ich wolt lieber eim hund mein sêl dan solchen ungelerten stockeseln bevelchen.
Schwäb. Wb.
5, 1782
/3.
13.
›Vorrichtung, behälterartige Höhlung, in die etw. hineinfließen kann, die zum Einfügen von etw., zum Einlegen e. P. genutzt wird‹; im einzelnen: ›Fahnenstock‹; ›aus einem Baumblock ausgehobener Totenbaum, Sarg‹ (dazu: Cox, Die Bez. des Sarges
96
; 114); ›Brunnenstock, -trog‹; ›Höhlung, in die das Kreuz eingestellt wird‹; ›Lichtstock, Säule mit einer Aushöhlung zum Einsatz des Brennapfes‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
67, 17
(
preuß.
,
1437
/
8
):
2 par vanen mit stocken und 1 tuch uf die zedele.
Bobertag, Eulensp.
143, 20
(
Straßb.
1515
):
da brach das seil entzwei das bei den füßen was, vnnd der boum schoß inn das grab, das Vlenspiegel kumbt vff die füß zuͦ ston in dem stock.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
174, 2
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
in dem selben kasten ist ein zapf und ein spunt in die rör, und dopei steet der stock, darauß das wasser felt in den kasten.
Boos, UB Aarau
48, 4
(
halem.
,
1336
):
daz wir den brunnen, [...] hein genomen von dem ursprunge in túchle und roͤren und in geleitet in ir hof in ein stock.
Morrall, Mandev. Reiseb.
6, 9
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Der stock da das hailig crútz in was gestecket, daz was ceder bom.
Rechn. Kronstadt
2, 480, 33
(
siebenb.
,
1527-37
):
Exposita pro: aceto: [...] caligis et wÿrbes; camiseis; candela stock.
14.
›Opferstock, in oder bei einer Kirche oder kirchlichen Einrichtung aufgestellter Behälter, in den Abgaben zum Unterhalt der Pfarrer, Geistlichen, zu kirchlichen Zwecken (Bauten), zur Versorgung der Armen gegeben wurden‹.
Phraseme:
einen hülzenen schlüssel zum heiligen stok nemen
;
den stok zum reimen nemen
, jeweils ›Verwerfliches tun‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 6,  8, ; vgl. , ,  1,  2, .
Syntagmen:
einen s. aufrichten / machen
, [wohin]
stellen, aufbrechen / erbrechen / brechen / auftun, einen s. in die kapelle setzen, den s. in der kilche lassen
;
der s. des pastors sein
;
geld aus dem s. nemen / verzechen, sich an einem s. begreifen
›vergreifen‹,
etw
. (Subj.)
in den s. fallen, etw
. (Obj.)
in den s. geben / opfern / werfen, almosen in den s. einlegen
;
der heilige s
.;
das schlos an dem s
.
Wortbildungen:
stokbruch
›das Aufbrechen eines Opferstockes‹ (a. 1525),
stöklein
›Klingelbeutel‹,
stokleute
›aus dem Armenstock versorgte Personen‹ (a. 1611).

Belegblock:

Enders, Eberlin
2, 187, 11
(
Wittenb.
1523
):
Für gmain almuͦsen opffert man dem hailgen in stock vnd dem reichen pfaffen auff den altar.
Luther, WA
30, 2, 461, 9
(
1530
):
ist gewis, wo die schlussel nicht gellt brechten, sie nemen lieber einen hultzen schlussel zuͮm heiligen stock, denn die wellt vol Gottschlussel zum himel.
Buch Weinsb.
2, 246, 9
(
rib.
,
1595
):
Die (zu) s. Jacob hab(en) auch iren offerman mit dem stocklin under allen predigen laissen umbgain.
Rudolph, Qu. Trier
483, 17
(
mosfrk.
,
1533
):
Es soll auch in einer jeclichen pfarrkirchen ein sunderlicher stock aufgericht und das volck vom pastor, kirchherrn oder predicanten vermanet werden, der armuth zu steuern.
Koeniger, Sendgerichte
185, 19
(
mosfrk.
,
1571
):
ir wissen, das der stock in dem Castel sol sein des pastors und der bruderschaft zu theylen jerlichs.
Brinkmann, Bad. Weist.
277, 3
(
rhfrk.
,
1503
):
so wurd dem pferrer ein lb. heller furgehalten, das man nent das handwerkgelt, item das dritteil, das geopfert wird in stock.
Stamm, Schwarzw. Pred.
3, 159
(
wobd.
,
14. Jh.
):
Also waz in dem tempel gemachet ain arche alder ain stock (alder ain schrîn) der waz innan hol vnd waz obenan ain loͤcheli daran da man dc opher hin in warf.
Merk, Stadtr. Neuenb.
177, 14
(
nalem.
,
1527
):
das ein stock ufgericht, der in die sacristie, [...], gestelt werden, [...], darein die neglecten des pfarrers und der caplonen [...] gelegt.
Chron. Augsb.
4, 395, 13
(
schwäb.
,
v. 1536
):
hetten ir es künden reimen, ir hetten den stock darzuͦ genomen.
Bastian u. a., Regensb. UB
83, 12
(
oobd.
,
1356
):
daz ich irn stokch het aufgeprochen und daran mich begriffen het an der worn hanttat.
Fuchs, Kart. Aggsbach
245, 22
(
moobd.
,
1412
):
was in den stokch gefellet, do sol auzgevallen den gesellen auch der fuͤnft phenning.
Schmidt, St. Kastorst.
2, 346, 37
;
Wyss, Limb. Chron. U
137, 56
;
Chron. Nürnb.
1, 397, 1
;
Bächtold, N. Manuel. Elsli
270, 335
;
Jörg, Salat. Reformationschr.
239, 23
;
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
52, 5
/28 f.;
57, 1
;
Chron. Augsb.
5, 132, 5
;
Chron. Augsb.
7, 221, 25
;
UB Zug
800, 18, 1
;
Schmitt, Ordo rerum
65, 7
;
Schweiz. Id.
3, 1526
;
Schwäb. Wb.
5, 1784
.
Vgl. ferner s. v.  8,  2.
15.
›Behälter, in dem Vorräte (oft Geld, Zölle, Urkunden) aufbewahrt werden‹; als Metonymien: ›Vorratsmasse‹; ›Vorratsraum‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
 12,  3,  1,  1, , ; vgl.
1
 6, , (
der/das
3,  8,
2
 1,
2
,
2
,
1
 1,  2,  1,  1.
Syntagmen:
den s. aufbrechen / aufrichten / ausleren, in die kirche setzen
;
j. in einem s. sein, in dem s. viel geldes sein, jm. etw. im s. lassen, etw
. (z. B.
geld, den zol
 )
in den s. geben / legen / liefern / stossen
;
der s. im keller, mit geld
;
der eiserne / verschlossene s
.;
das schlos an dem s., der schlüssel zum s
.
Wortbildungen:
stocken
4 ›stehlen‹,
stokkiste
›Kirchentruhe‹.

Belegblock:

Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
2, 2, 230, 11
(
Neukirchen
1582
):
Es werden die fundation der vicareien und andere brief und siegel in der kirchen stockkisten [...] mit verscheiden schlössern verwarlich gehalten.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 395, 6
(
Frankf.
1563
):
Ein spielmann [...] hatte sich ein guͦte zeit zuͦvor in diese cammer under ein beth verborgen, auff daß [...] ehr deß abendts, wenn alle menschen truncken worden, desto besser stocken und gelt zuͦwegen bringen möchte.
Skála, Egerer Urgichtenb.
151, 1
(
nwböhm.
,
1575
):
¼ Mel gestoln sej In ein stock gewesen geschehen vor 5. Jarn.
Geier, Stadtr. Überl.
193, 20
(
nalem.
,
A. 16. Jh.
):
das auch du und dein husfrow alles das gelt, so ir im salzhuß oder laden empfahen, von stund an in den stock stossen und sunst nit secklen noch an ewern aignen nutz bewenden wöllen.
Welti, Stadtr. Bern
529, 16
(
halem.
,
1473
):
vnd dhein darinne in genomen vnd empfangen gelt nit zuͦ secklen noch in dhein weg anders denn zuͦ stund in ein wol beschlossen stock oder gehalte [...] zu legen.
Rennefahrt, Recht Laupen
60, 4
(
halem.
,
1497
):
wann ouch ein brut oder brutgoͤman über die brugken vart, der gibt [...] 5 ß Bern müntz zuͦ zoll in den stock.
Müller, Nördl. Stadtr.
411, 34
(
schwäb.
,
1439
):
den zol legt er in den stock im keler.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 225, 38
(
schwäb.
,
1495
):
daz der dritt pfleger von unserm gotzhaws darzuͦ geben werd wie von alter herkommen ist, und daz man nit uͤber den stock gang, es sey dann auch ain anwalt von unserm gotzhaws dabey.
Chron. Augsb.
8, 98, 9
(
schwäb.
, zu
1561
):
ain eisener, verschloßner stock, darinnen vil gelts gewesen.
Bastian u. a., Regensb. UB
446, 7
(
oobd.
,
1377
):
damit sullen wir weder umb malchruͤg noch umb weinpir noch das man uns in dem stokch icht weins lass, [...] nichts mer zu vordern [...] haben.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
651, 1
;
Boner, Urk. Brugg
123, 5
;
Chron. Augsb.
8, 99, 8
;
Schwäb. Wb.
5, 1780
 f.
16.
›Bienenstock, Höhlung, Behälter, Korb, in dem die Bienen leben‹.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. , , ,  1, , , .

Belegblock:

Hübner, Buch Daniel
1763
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Sust wirt der mensche lichte | Sam die bine, vluget vort, | Treit mit im daz Gotis wort, | Heim zu huse in den stoc.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
270
(
schles. inseldt.
,
1464
):
vnd sollin ir gabin [...] eyn halbin korcz arbes, vnd iii sweyn, vnd ii sthoͤcke bÿnen, vnd acht hẅner.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 41, 18
(
nobd.
,
1464
):
Es sol auch kein zeidler ausz seiner zeidelweide kein swarm nit tragen und in ander stocke oder fasz fassen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
508
(
Genf
1636
):
stock / Bienfaß / oder Bienhauß / darinn die biene sitzen.
Vgl. ferner s. v. .
17.
›Eierstock‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.

Belegblock:

Dict. Germ.-Gall.-Lat.
508
(
Genf
1636
):
stock der eyer im hun oder Vogel.
18.
als Bw zu Substantiven und Adjektiven mit der Funktion der Verstärkung, teils lexikalisierte und dicht belegte Bildungen, wie
stokblind, stoknar, stokstil
(s. jeweils dort), teils vereinzelt belegte, meist ütr. verwendete ad-hoc-Bildungen; z. B.
stokfaul, stokdickefinster stokfinster, stokfinsternis, stokhart, stokheilig, stokstar, stokstarblind, stoktaub
.
Gehäuft Texte
Luthers.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. Hiob
10, 22
(
Wittenb.
1545
):
Land / da es stock dicke finster ist / vnd da keine ordenung ist / da es schenet wie das tunckel.
Ebd. WA
10, 1, 13
(
1522
):
da ist die natur doch stock star unnd gar blind.
Ebd.
22, 356, 13
(
1544
):
das du so schwer, verdrossen, ja stock und steinhart bist.
Ebd.
30, 2, 219, 6
(
1530
):
damit sie doch sehen moͤchten, wie gar stock starblind sie sind.
Ebd.
32, 449, 25
(
1532
):
da wird es erst stock finster, das man solch finsternis und irthum schmuͤcket mit dem namen der warheit.
Ebd.
37, 8, 6
(
1533
):
Ideo mundus et sapientia mundi ein stock finsternis gegen ista sapientia.
Ebd.
37, 138, 18
(
1533
):
Ergo sinds stockheiligen, steinheiligen, und Teufelsheiligen.
Ebd.
53, 579, 22
(
1543
):
ein Juͤde [...] ist so stock, stein, eisen, Teuffel hart, das [...].
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 163, 10
(
Köln
1582
):
Jch war wie ein stockdauber mann, | Der kein wort widergeben kan.
Sachs
9, 192, 27
(
Nürnb.
1559
):
Stockfaul, so lockt er [herre] mir [schwein] (vernimb!) | Zum nüsch mit senffter, linder stimb.
Luther, WA
30, 3, 354, 16
/34;
34, 2, 225, 16
.