1
arche,
1
arke,
im allg.
die
,
für 9 vorw.
der
,
aber auch
die
und
das
;
für
die
:
oder
-n/
meist
, seltener
-n
, vereinzelt
-r.
Die Formen mit
-ch-
und
-k-
begegnen in der Gesamtzeit und im gesamten Sprachgebiet,
-ch-
ist etwas häufiger belegt. Belege für Bedeutung 9 mit starken mundartlichen Deformationen, darunter
arich, erich, arrach
(Pl.:
+ Uml.). Es stellt sich deshalb sowie aufgrund des vorw. mask. Genus von
1
arche
9 die Frage, ob hier nicht ein anderes Wort anzusetzen ist; die semantische Nähe zu 1-8 und 10, 11 spricht aber dagegen. Eine entsprechende Frage stellt sich auch für die Form
are
zu Bedeutung 14, zumal sie (wie auch 12 und 13) semantisch von der Bedeutungsgrundlage ›Kasten‹ von 1-11 stark abweicht, andererseits aber doch damit assoziiert werden kann, insofern nämlich das Netz als Behälter betrachtbar ist.
Das Wb. Ned. Taal
2, 648
stellt Bed. 10 (s. u.) zu
frz.
arche
aus
lat.
arcus/arca
›Bogen‹
. Etymologie: Das Wort ist früh aus
lat.
arca
›Kasten, Behältnis‹
entlehnt; bereits die
lat.
Grundlage hatte ein sehr weitgespanntes Bedeutungsfeld, darunter
›Totenlade‹
,
›Arche‹
,
›Bundeslade‹
,
›Wasserlade‹
,
›Wasserfang‹
(Georges
1, 539
); vgl. zur Etymologie: Wb. Ned. Taal
2, 646
-648, Schwäb. Wb.
1, 307,
Schweiz. Id.
1, 388,
Öst. Wb.
1, 319
-321, Lloyd/Springer
1, 330
;
das Öst. Wb. und das Schwäb. Wb. nehmen für Bed.
14
ein eigenes Wort an.
1.
›Arche, als Schiff oder schiffsähnlicher großer Kasten gedachtes Bauwerk, in dem Noah mit seiner Familie und den Tieren aus der Sintflut gerettet wird‹.
Zur Sache: LThK
1, 822
.
Bedeutungsverwandte:
 10, .
Syntagmen:
die a. bauen
(häufig)
/zimmern
(mehrmals)
/auftun
;
a. gestalt haben / begreifen etw. / stehen bleiben / ruhe haben
;
zu der a. / in die a. eingehen, in die a. gehen
(mehrmals),
in der a. leben
;
a. Noe
;
feste / gute / teure a.
;
a. in der welt
;
tier in der a.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb.
3384
(
md.
, Hs.
um 1400
):
mit desen karakterbuchstaben was | di arche gelimet also ich las, | dar inne der man Noe was.
Ebd.
3895
:
di ture arke, | dar uz di ture tube vlouk.
Chron. Köln
2, 12v, 28
(
rib.
,
14. Jh.
):
Wye die diere. ind die beesten die in der Archen waren synt also verspreit [...] worden in die gantze werlt.
˹Ütr.: Thiele, Minner. II,
31, 226
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
ein arcke
[›Schutz‹]
voir onstede flut | ist van Brisseche her Otte.
˺
Gerhard, Hist. alde e
344
(
omd.
,
um 1340
):
Got sprach: Noe, buwe dir | Ein arche.
Thür. Chron.
1r, 22
(
Mühlh.
1599
):
Man sagt auch / daß die Thier [...] Als Fliegen / Spinnen / vnd Kaͤffer / vnnd dergleichen in der Archen nicht gewesen sind.
Henisch
102
(
Augsb.
1616
):
Arch / arck / das erste Schiff / in welchem Noha erhalten worden in der Suͤndflut / [...]. Jst ein fuͤrbild der Kirchen. [...] Die Arch Nohæ begreifft reine vnd vnreine thier / [...] Gott hat alzeit ein Arche in der Welt / vnd weist seinen Noham wol zuerhalten / wenn alles zu boden gehet.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
10, 42
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
durch dich nam end Adames we, | durch dich lebt in der arch Noe.
Chron. Köln
2, 12v, 3
;
17
;
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
6640
;
Gerhard, a. a. O.
350
;
Feudel, Evangelistar
120, 1
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
22, 33
;
Thiele, Chron. Stolle
37, 3
;
Thür. Chron.
1r, 5
;
1v, 3
;
23
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
24, 38
; Luc.
17, 27
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
3, 17
;
Luther. Hl. Schrifft. Mt.
24, 38
; 1. Petr.
3, 20
;
Gille u. a., M. Beheim
441, 26
;
Mayer, Folz. Meisterl.
53, 3
;
Sachs
15, 136, 25
;
20, 324, 25
;
Päpke, Marienl. Wernher
435
;
Rieder, St. Georg. Pred.
20, 36
;
Seemüller, Chron.
95
Herrsch. 7, 18;
Turmair
4, 391, 32
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
50a, 6
;
Dietz, Wb. Luther
113
.
2.
eine Art Kahn.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl.
2
,
1
 3.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 143, 27
(
nd.
/
md.
,
v. 1440
):
die van Meideborch van yslicker arcke dry Brandemborghische schillinghe synt sy plichtich.
3.
›Bundeslade des Alten Testamentes‹, „eine vergoldete, an zwei Stangen tragbare, im Allerheiligsten der Stiftshütte aufbewahrte Truhe aus Akazienholz“ (LThK
2, 780,
dort weitere Sachinformation); sie diente u. a. als Behälter für die Gesetzestafeln und versinnbildlichte u. a. die Gegenwart Gottes; oft als Bild und Vergleichsgröße für Maria verwendet, vgl. auch 4.
Bedeutungsverwandte:
 10,  1.
Syntagmen:
die a. sehen / berüren / aufheben / tragen / angreifen / verlieren / behalten
;
vor der a. springen, in der a. das himmelbrot behalten, jn. bei der a. bezeichen
;
a. des gelübdes / tempels / testamentes, der heiligkeit, der gesetze
;
figur der a.
;
heilige a.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm
1630
(
preuß.
,
1331
):
Cristes menschheit munder | Nach wunsche ist besunder | Befiguriret starke | Bi der gelubdis arke.
Neumann, Rothe. Keuschh.
218
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
Oza was geheissen ein man, | der greiff dy arcken gotiz an | unnd hilt sie, da sie wolde vallen, | vor den andern luten allen, | da man sy furte uff eyme sleten.
Sachs
15, 446, 6
(
Nürnb.
1563
):
Deß herren templ war auffgethon, | Die arch seins testamentes schon | Ward im tempel gesehen.
Bihlmeyer, Seuse
298, 18
(
alem.
,
14. Jh.
):
Waz tet din knecht David, der vor der arke [...] so vroͤlich mit allen sinen kreften sprang!
Niewöhner, Teichner
581, 33
(Hs. ˹
önalem.
,
um 1433
˺):
die hailig arch, | da von waren die juden starch, | wenn sie gotes willen worchten.
Ebd.
581, 43
:
wie si waren uff rechten spor, | ez wart stritt und arch verlorn, | daz in nie beschach e forn | wa daz recht bi der archen waz. | als man dort von der archen laß, | sam ist hie vom rich ze lesen.
Seemüller, Chron.
95
Herrsch. 58, 5 (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
lies er wirdichleich behalten die arch und die zwo stainein tafelen hern Moisi.
˹Als Bild; im Vergleich: Gille u. a., M. Beheim
441, 20
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
du tabernakel und du gates sark, | du pist peczaichent pei der ark.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
622
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Dar umb ist sÿ och wol gelich | Der hailgen arch minnenklich, | In der man behielt die zechen bott.
Gille u. a., a. a. O.
441, 81
;
Lindqvist, a. a. O.
652
˺;
Vetter, Pred. Taulers
397, 20
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
4788
;
Lindqvist, a. a. O.
2075
;
3253
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
217, 33
/35;
Buijssen, Dur. Rat.
39, 4
;
Drescher, Hartlieb. Caes.
256, 14
;
17
.
4.
als Metapher vorwiegend im Anschluß an 3 für Maria, die Mutter Christi, verwendet.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. .
Syntagmen:
die a. erwälen
;
sich aus der a. bären
;
auserwälte / edle / güldene / klare / keusche / schöne / ware a.
;
a. der ere / gnade
;
a. gottes, a. des leibes.

Belegblock:

Dubizmay, kurß zu Teutze
7, 6
(
hess.
,
1463
):
in deynes leybes arche | beschlossen ist der die werlt | vmbe vehet mit eyner hant.
Mayer, Folz. Meisterl.
58, 94
(
nobd.
,
um 1480
):
Wan ye pillich und muglich waß | Daz der schrein, arch und sale | Und auch daz auzerwelti faz | Dar ein Got kam zu tale | Wer gancz erleutert clar.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 397, 19
(
Nürnb.
1631
):
Sterckste Festung, | Du Arck des Bunds vnd guͤldenes Hauß, | Daruon die boͤsen geschlossen auß, | Jn deinem Schutz wir geben vns, | [...] | Muͦtter Gottes.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
1, 125, 145
(
schwäb.
,
1471
):
O muͦter, keüsche arche, | [...] | Wie grosz ditz wunders was.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
338, 27
(
oobd.
,
1349
/
50
):
eyâ, dû auzerwelteu edleu arch, ain arch der êren, ain arch götleichen gnâden, ain gar schœneu arch, ain auzgesniteneu arch von allem unadel.
Niewöhner, Teichner
26, 26
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
Sathanas der wurm starch, | Maria deu gotez arch, | do hin allez menschleich pild | fliehen sol den wurm wild.
Kochendörffer, Tilo v. Kulm
1660
;
Gille u. a., M. Beheim
50, 22
;
Mayer, a. a. O.
57, 17
;
87, 22
;
Kehrein, a. a. O.
2, 385, 15
.
5.
zusammen mit genitivus definitivus für unterschiedliche Bezugsgegenstände gebraucht, die sonst mit dem in den Genitiv gesetzten Wort bezeichnet werden.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm
5463
(
preuß.
,
1331
):
di andir nwe stift | In des gelubdis arche | Recht als in einem sarke | Sten ewiclichen blibet.
Thiele, Minner. II,
31, 378
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
den wil ich in die arcke | miner scolen sencken.
Dubizmay, kurß zu Teutze
85, 12
(
hess.
,
1463
):
stant auff | here in dem rüe du vnd | dein arche deins heltüms.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2793
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Wie Jhesus nach des todes trifft | Ist uff gegangen aͮne frist | Mitt sines gewaren libes arche | Durch des beschlossnen grabes sarch.
6.
›Kiste, Kasten, Truhe, Behälter; Schatzkiste; Schrank‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  1,  1, , ; vgl. ; , , .

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
183, 7
(
preuß.
,
1507
):
1 koppern arche mit einem silbern buchssen.
Eis, Gottfr. Pelzb.
119, 5
(
nobd.
/
thür.
,
3. V. 14. Jh.
):
Wi an deme boume odir in deme wynstocke wirt gemachit eyn icliche vrucht czu weren in eyner archin.
Lichtenstein, Lindener. Rastb.
49
(o. O.
1558
):
sie aber kain bequemer arch zuͦ solcher sach finden kundten, dann allain ain lähr fasß.
Gille u. a., M. Beheim
444, 41
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Wer pfening hat, | der mag wal eben karchen. | kumpt er fur den geistlichen stat, | pebst, pischof oder patriarchen | hat er in seiner archen.
Rieder, St. Georg. Pred.
233, 3
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
gehúgde; dú ist bildung aller ding und ist glich aim schrin oder ainer arche.
Gereke, Seifrits Alex.
8856
(
oobd.
, Hs.
1466
):
sy legten in in ainen sarich, | der was gemach als ain arich.
Ziesemer, a. a. O.
187, 5
;
Rieder, a. a. O.
237, 19
;
Dasypodius
290v
;
Alberus G iv;
Schöpper
72b
;
Hulsius A IIIr;
Henisch
102
;
Pfälz. Wb.
1, 325
.
7.
›Lagerraum, Vorratsraum‹; hier anzuschließen die metonymische Verwendung ›Depot‹ (Rwb
1, 810
zu a. 1715).

Belegblock:

Müller, Handel Paumgartner
43, 21
(
schwäb.
,
1540
):
alle und jede artzkesten, alle schmeltzhütten und hüttschläge, die Hans [...] hat mit allen gebäuden, städlen, kolhütten, clausen, rechen, archen und landen.
8.
›Sarg‹.
Zur historischen Wortgeographie vgl. Cox, Die Bez. des Sarges.
1967
.

Belegblock:

Päpke, Marienl. Wernher
13876
(
halem.
,
v. 1382
):
Mit den henden graif er [vaiger man] dar | Hin an die baͮre frœvenlich | Und gegen der arche bot er sich, | Der gnaden ellende.
Österley, Steinhöwels Äsop
61, 23
(
Ulm
1474
/
82
):
do Xanthus [...] die übergeschriften der greber las, fand Esopus etlich buochstaben in ainer arch by dem bild staun.
Bastian u. a., Regensb. UB
388, 25
(
oobd.
,
1371
):
Ich han auch einen arch, da gotz leychnam ynnstên schol.
Päpke, a. a. O.
13829
.
9.
›Fischkasten in Flüssen oder Seen‹; sie fungierten sowohl als Fangvorrichtung wie als Hegeplatz, ohne daß diese beiden Zwecke aus den Belegen immer herausgelesen werden könnten. Im Vorarlb. Wb.
1, 125
/26 wird eine sachliche Unterscheidung zwischen
Arche
als Fangvorrichtung und
Arche
als Hegevorrichtung gemacht; die Fangvorrichtung ist ein „keilförmig angelegtes Pfahlwerk mit Seiten aus 120-160 Pfählen und großem Netz an der Spitze für die Flußfischerei“, die Hegevorrichtung ein „quadratischer, durch eingerammte Pfähle begrenzter Platz, wobei der ganze Raum mit Reisig ausgefüllt wird und als Unterschlupf bzw. Standplatz für Fische dient“.
Woobd./Oobd.; wirtschaftsgeschichtliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. .
Syntagmen:
den a. schlahen
(mehrmals)
/ ausrichten / bereiten / (-)legen / machen / kaufen / gebrauchen / abtun
;
a.
(Subj.)
dem fischwerk schädlich sein
;
auf den a. rinnen, zu dem a. varen / jm. fische in der a. nemen.

Belegblock:

UB ob der Enns
10, 72, 13
(
moobd.
,
1381
):
wa ir ayner [...] auf wazzer vare, [...] mit flözzen oder scheffen, vnd daz er auf eynen grunt oder auf eynen erich rynne, daz er darumbe nyemanne ichts gepunden sein sol.
Ebd.
125, 18
(
1382
):
daz du schaffest [...] mit allen andern, die es anget, daz si chainen erich slahen noch machen in der Ens.
Winter, Nöst. Weist.
1, 969, 14
(
moobd.
,
14. Jh.
):
istud instrumentum facere voluerint quod vulgariter ereich dicitur.
Ebd.
975, 35
(
1399
):
wann die ärch berait sein, soll ain brobst all wochen von ainem iedlichen haben ain phinztag.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
134, 9
(
moobd.
,
1471
):
die eͣrich daselbs auf der Tuͤnaw in der nawfert nicht slahet.
Winter, a. a. O.
3, 218, 26
;
229, 15
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
16
;
Schmeller/F.
1, 138
;
Öst. Wb.
1, 320
;
Rwb
1, 803
;
810
.
10.
aus den Quellen nicht näher identifizierbares kastenähnliches Gebilde an Mühlen, möglicherweise: ›hölzernes Gewölbe, Bogen, unter dem sich das Rad einer Wassermühle dreht‹ (Verwijs/Verdam
1, 457
) oder ›Gerinne an Mühlen und Teichen zum Ablassen des Wassers‹.

Belegblock:

Herborn u. a., Rechn. Jülich
128
(
rib.
/
snfrk.
,
1398
/
9
):
des maindaigs lacht ma(n) die moelen zu Cast(er) aff ind machde die arcke ind dat moelenbedde nuwe.
Ebd.
94, 22
;
Birlinger, Schwäb.-Augsb. Wb.
28
/29.
11.
ein aus den Quellen nicht näher identifizierbares Wasserbauwerk, wohl ›Schleuse‹ oder ›Wehr, Schütze‹.
Md.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,  11.

Belegblock:

Lau, Qu. Neuß
231, 10
(
rib.
,
1546
):
sall hie die clocken, moelen und arken uf der Arpe diegeliche besehin, dat dairvan ghein schaiden enkome.
Chron. Köln
2, 55, 19
(
rib.
,
um 1400
):
waren de Berschen zo Duitz ind slogen der arken eins deils af ind daden dae schad an.
Lippert, UB Lübben
2, 43, 7a
(
osächs.
,
1426
):
26 g. zur archen zu machen.
Ebd.
137, 17b
(
1438
):
1 g. zcu vortrincken den, dyͤ daz holcz durch dy argke lyͤeßen.
Herold, Die brandenb. Kirchenvisitationsabschiede [...] 1: Prignitz.
1931, 830,
hier: ›Schleuse‹;
Chron. Köln
2, 58, 26
;
Lippert, a. a. O.
120, 29b
;
Trübner, Dt. Wb.
1, 118
.
12.
›Uferschutzbau, Damm, Wuhr an Bächen‹.
Wobd./Oobd.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. , .
Wortbildungen:
archen
›Archen bauen‹,
archengebäu
,
arch(en)holz
,
archstecke
›Pfahl zum Damm-, Wuhrbau‹;
verarchen
›Uferschutzbauten errichten‹.

Belegblock:

Welti, Urk. Rheinfelden
620, 3
(
halem.
,
1545
):
die steini arch oder landvesti an irer Rynpruggen zwüschen dem höltzinen joch und dem thurn.
Schwäb. Wb.
1, 306
;
Vorarlb. Wb.
1, 127
;
Öst. Wb.
1, 320
;
Rwb
1, 810
/11;
Trübner, Dt. Wb.
1, 118
.
13.
ein Gestell bei der Faßherstellung; auch: ›Folterzwinge‹.

Belegblock:

Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 101, 24
(
hess.
,
1495
):
er konne dan [...] eynen badezower und eyn gut dogelich fulle fasse von der arcken alles wergklichen und dogelichen machen.
Boot, Cassiodor. Hist. Eccl. Trip.
342, 18
(
moobd.
,
um 1385
):
daz si halt also ettleich weiben dy prust czwischen dy arich legten und alslang czuechlemten unczen daz si inz abdrukchten.
Schmidt, a. a. O.
1, 102, 14
.
14.
›Netz zum Fisch- und Wildfang‹; spezialisiert und metonymisch: ›Strick zum Ausspannen der bei der Jagd auf Hirsche und Gemsen gebrauchten Fangnetze‹, „›das obere und untere Ende eines Fischernetzes, wo das Garn an den Stricken befestigt ist‹“; „›die zwei Seile, zwischen welchen ein grosses Netz befestigt ist; die beiden Schnüre, welche durch die äussersten Maschenreihen des obern und des untern Saumes eines Netzes gehen und durch welche das Netz vermittelst
Schwimmern
, Pflöckchen aus Lindenholz, am obern, und Bleigewichten und Steinen am untern, aus Rosshaar geflochtenen, Strange ausgespannt und in der Schwebe erhalten wird‹“ (Schweiz. Id.
1, 388
/89).

Belegblock:

˹Hierher(?):
Koller, Ref. Siegmunds
303, 22
(
15. Jh.
):
aber man muͦs sye [notarii] mit der arr behefften, das ist einen pfennig, klein oder grosz zuͦ urkünd, das nuͦ darumb, das die notarien nit abston mügent
[Stelle auch im Zusammenhang unklar; Deutungsmöglichkeit: ›Strick, Strang‹ oder ütr.: ›Auflage, Pflicht‹].˺
Maaler
12r
(
Zürich
1561
):
Die Aeren / Die seiler vnden vnd oben am Jegergarn / darmit man das garn außstreckt oder spannet.
Zingerle, Inventare
207b, 34
(
tir.
/
vorarlb.
,
1486
):
ain arch in ein hirschnetz.
Henisch
27
;
Schwäb. Wb.
1, 307
;
Schmeller/F.
1, 138
;
Öst. Wb.
1, 325
.