kerker,
kerkner
(letztere Form md.),
der
;
-(e)s/-Ø
;
zu
mhd.
karkære
(), dies aus
lat.
carcer
›Einschluß‹
(
Georges
1, 995
).
›Gefängnis als Raum wie (metonymisch) als zu verbüßende Haft, Strafe‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  4,  2, ; vgl.  3,
1
, .
Syntagmen:
den k. aufsperren / beschliessen / zerstören, einen k. im haus haben / machen, jm. den k. präsentieren; aus dem k. kommen, jn. aus dem k. bringen / (er)lösen, jn. in einen k. einschliessen / erteilen / füren / lassen / stossen / werfen, jn. im k. (be)halten / binden / fangen / strafen / töten / züchtigen, im k. liegen / schlafen, etw. büssen, sein leben aufgeben, jn. mit dem k. peinigen / strafen, jn. von dem k. erlösen, jn. zum k. verdammen; k. des leichnams / leibes, der grimmigkeit / minne / trauer, des fegefeuers / fleisches / grimmens / verdamnisses, der sünden; enger / ewiger / finsterer / höllischer / jämerlicher / kotiger / stinkender / wissentlicher k.
Wortbildungen:
kerkerhaus
,
kerkerhüter
,
kerkermeister
(dazu bdv.: ).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
52, 11
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
der konig [...] vurte in zu Babylon [...] und satzte in in das kerkerhus.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz meinet die sêle, als si in dem kerker des lîbes ist.
Köbler, Ref. Wormbs
353, 5
(
Worms
1499
):
Es soll kein sunderlich Person [...] kercker oder ander gefengknus in syner behusung machen haben oder halten.
Froning, Alsf. Passionssp.
797
(
ohess.
,
1501ff.
):
mer woln dir dyns klaffens sturen | und dich in eynen kerkener fueren.
Wunderlich, Fierrabr.
52, 12
(
Simmern
1533
):
Mein gnedige Fraw antwort der Kerckermeyster.
Feudel, Evangelistar
21, 18
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
wenne sae wir dich sych adir in dem kerker unde quomen czu dir?
Böhme, Morg.R.
145, 3
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
Wer aber schlaͤfft / wan er kompt / der schlaͤfft immer und ewig im finstern kercker der grimmigkeit.
Pyritz, Minneburg
2553
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Die hastu ein gesmydet | Vest in der mynnen kerker.
Gille u. a., M. Beheim
21, 2
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das sein die schaten [...] | im untern abgrunt dises kerchers tieffe.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Froͤwe dich [...] daz dú uss dem engen jemerlichen kercher sol erloͤset werden.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Wol beschlossen man doch den kærker vant | Da si in hettent ingeleit.
Leidinger, A. v. Regensb. (
oobd.
,
um 1430
):
Heinricum machet er zu römischen künig und töttet in hernach in einem charcher.
Reissenberger, Väterb. ;
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
2, 354
;
Küther, UB Frauensee
412, 30
;
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
74v, 33
;
Franck, Klagbr.
223, 14
;
Rieder, St. Georg. Pred. ;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu. ;
Koller, Ref. Siegmunds ;
Voc. inc. teut. m
vijv
;
Rot
294
;
Stieler
1, 961
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 58
.
Vgl. ferner s. v. , (Adv.) 1, ,  26,  4,  3.