2
ban
(vereinzelt mit epithetischem
d
:
2
band
),
der
(sehr vereinzelt
die
und
das
);
-s, -nes/bänne
, auch
+ Uml.;
zu
mhd.
ban
›Gebot unter Strafandrohung‹
(Lexer
1, 118
; BMZ 1, 86; Lloyd/Springer
1, 453
-456); in Bedeutungsansatz 14, der bezeichnenderweise vorwiegend auf Belegen des 14. und 15. Jhs. beruht, interferiert
bane
,
mhd.
ban, bane
›Untergang, Verderben‹
(Lexer
1, 119
; Bmz
1, 82
; Lloyd/Springer
1, 460
-462).
1.
›Recht, Herrschaft auszuüben, unter Strafandrohung Gebote und Verbote auszusprechen sowie bei Nichtbeachtung die entsprechenden Sanktionen (vgl. unten
2
ban
8; 12) durchzuführen, Befehlsgewalt, Gerichtsbarkeit‹; dieses Recht erstreckte sich von der niederen Gerichtsbarkeit in Dorf und Feld bis zur hohen Gerichtsbarkeit, dem Blutgericht.
Mit überdurchschnittlicher Häufigkeit Rechts- und Wirtschaftstexte.
Zur Sache: H. Wiessner, Twing und Bann.
1935
; Hrg
1, 308
-311; Lex. d. Mal.
1, 1414
-1416.
Phraseme:
häufig in der Doppelformel
(mit) zwing und ban
, auch in der Dreifachformel
(mit) zwing und ban und recht / gericht
›(mit) Befehls- und Strafgewalt, mit Gerichtsbarkeit auf niedergerichtlicher Ebene, bes. in Dorf- und Feldsachen‹, in den Doppelformeln
ban und gericht
›Gerichtshoheit‹,
acht und ban
›höhere Gerichtsbarkeit‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Sachfeld):
2
 4,
2
, , , (
die
1,  1,  5, I, 24 (mehrmals), , ,  4,
2
 1, , , ,  3,  9.
Syntagmen:
den b. austragen / besetzen / entsetzen / (von jm.
, z. B.
dem könig) entfangen
(mehrmals),
abt/ richter
(mehrmals)
/ spital / zentgraf / herre / bischof / dorf / herschaft den b. haben
(letzteres häufig),
jm.
(z. B.
dem amptman
)
den b. verleihen / leihen
(mehrmals)
/ reichen / geben
;
b.
(Subj.)
unredlich / unzeitlich sein, b. in des rats bestellung stehen, b. von
[einem bestimmten Ort]
zu
[einem bestimmten Ort]
langen
;
jn.
(z. B.
einen grafen) durch den b. bestetigen, jn. in den b. setzen, jm. etw. in den b. geben / setzen, jn. mit b. begaben, mit dem b. belehnt werden, mit b. über leib und gut richten, den zins mit b. gewinnen, ein dorf
(Subj.)
mit b. der herschaft sein, eine herschaft / ein dorf mit b. verkaufen, ein dorf mit b. versehen, unter königs b. / dem b. des königs dingen, jn. von des b. wegen in ein recht setzen, einen vertrag von wegen der bänne aufrichten
;
b., über das blut zu richten
(mehrmals),
b. über ein gericht, b. des gerichtlehens
;
brief über den b., burg / dorf / priorat / gericht / meierhof / schultheissenampt mit b., taiding unter königs b.
;
weltlicher b., niederer b.
(dazu ggs.:
hohes gericht
, mehrmals);
b. des dorfes.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
98a
, 5 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
da mach man eynen voget vmme keysen, der dar vber richte, da noch des koniges ban ist.
Behrend, Magd. Fragen
44, 22
(
omd.
,
um 1400
):
Man mag nicht gerichte noch voyteie, do man undir konigis banne dinget, vormyten, wen der vorlehente richter, der den ban entpfangen hat, sal selbir richten.
Opel, Spittendorf
175, 28
(
osächs.
,
um 1480
):
wen er [der greffe] [...] durch den bann bestetiget wirdt, so kunnet ir wol mercken, das alsden im talgerichte uber das blutt auch gerichtet magk werden.
Wattenbach, Urk. Rauden
56, 12
(
schles.
,
1430
):
sullen sie den obgenanten czins von den ynwonern [...] gewynnen vnd brengen mit Geystlichem rechte vnd dem Banne.
Grimm, Weisth.
4, 207, 30
(
v. 1422
):
Der abbet hat úber lúte vnd úber gůt in der stat ze Thurckein twing vnd ban.
Mon. Boica, NF.
1, 456, 26
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
das dorff ist mit zwyngen und pennen der herschaft.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
73, 11
(
nobd.
,
1523
):
sollen sein furstlich genad do haben ein zentgreven – der soll von seiner furstlichen genaden wegen haben stab und bann.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
160, 26
(
nobd.
,
16. Jh.
):
Soll der Richter, der den Bann hat, mit seinem Schwertt vnd blechen Händtschuchen [...] mit den Schöpfen [...] jnn die gesetzten Benckh gehen.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 745, 5
(
alem.
,
1394
):
Duͥ herrschafft hat ouch da twing und ban, duͥb und fraͤvel ze richtenn.
Geier, Stadtr. Überl.
42, 37
(
nalem.
,
1378
):
das denn ir einer einen andern biderben man setzen mag an sein stat, der vollen und ganzen gewalt haben sol zů richten úber leip und gůt mit banne und mit allen iren rechten, als ob ir einer selber da zů gerichte sezze.
Ebd.
130, 4
(
nalem.
,
15. Jh.
):
Der spital von Úberlingen het die zwing und benn ze Siggingen und mag daz gericht besetzen mit 12 gesworen richtern.
Boner, Urk. Brugg
106, 19
(
halem.
,
1442
):
Der von Arburg [...] verleiht [...] diese Lehen und Güter: die burg Vilnacher vnd das dorff daran mitt luͥt, mitt gůt, mitt zinsen, [...] mit matten, mit twingen, bennen vnd mitt den nydern gerichten.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
97, 28
(
halem.
,
1513
):
Wir gebietten ouch in kraft der gehorsame und des bans allen personen des ... gotshuß, das si gemeinlich soͤllen erwellen ein amptfroͧwen.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 210, 12
(
halem.
,
n. 1529
):
haben die staͤt Bern und Solaturn einen treffenlichen vertrag ufgericht von wegen irer vermischten, hoch und nider gerichten, gleiten, zoͤllen, baͤnnen, marken, wasserruͤnsen, wildbaͤnen, vischaͤtzen.
Rennefahrt, Recht Laupen
90, 31
(
halem.
,
1530
):
min priorat Muͥnchenwyler [...] mit aller siner rechtung und zůgehoͤrd, namlich hoch und nidere gericht, twing und ban, huß, hof, tavernen, zinß.
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
393, 38
(
schwäb.
,
1420
):
ain grafschafft und ain markt, daz stok und galgen hette und da gerichteshant und bänne und alliu ehaftin.
Koller, Ref. Siegmunds
311, 30
(Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
wer in da peystendig zu unfriden wer, sie setzen daz in ir zwing und pennen.
Chron. Augsb.
9, 119, 21
(
schwäb.
,
1544
/
45
):
die land- und stattvögt, wöliche zu erhaltung des reichs gerechtigkait mit dem bann über das blut zu richten von den römischen königen und kaisern belehnet [...] worden send.
Jaksche, Gundacker
1346
(
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
du was Pilatus pi der ceit | rihter unt het des streit | das erz gerichte nicht wolde han | von Herode unt den pan.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
159, 30
(
oobd.
,
1438
/
9
):
haben im darumb solichen ban, uber das blut zu richten, gnediclich verlihen und verlihen im den von Romischer, kuniglicher macht in crafft disz brieves und geben im gewalt und macht, denselben ban [...] sin amptleuten und richtern in allen seinen furstenthummen, landen, gerichten, czwingen, bennen
[Bed. 4],
stetten, merckten, dorffern und gebieten, da dann vormals der ban, uber das blut zu richten, gewesen ist, furbasser zu reichen.
Winter, Nöst. Weist.
1, 103, 7
(
moobd.
,
15. Jh.
):
Auch hat das dorf Zilingdorf die gerechtigkait das es pan und gericht hat, das ist stok und galgen.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
79, 38
(
tir.
,
1525
):
die richter, so pan und acht haben.
Bischoff, Steir. Landr.
142
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Aller zehnt vnd all gericht sind lehen. Der pan mag nicht verrer, dann an die dritte hant.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
377, 10
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
habent mein herrn daselbs allen pan vnd gancz gericht ze veld vnd cze darff mit stokch vnd mit galigen.
Piirainen, Stadtr. Sillein
571, 13
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
suͤllen sy werltleich gerichte sůchen dy sej schephen greven taidinch vͤber acht wochen vnder chuͤniges banne.
Große, a. a. O.
99a
, 8;
Aubin, Weist. Hülchrath
298, 37
;
Hertel, UB Magdeb.
3, 357, 12
;
Leman, Kulm. Recht
2, 67
;
Unger, Richtes Stig
2, 27
;
98, 22
;
Chron. Nürnb.
1, 195, 28
;
3, 391, 10
;
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
225, 37
;
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 410, 2
;
421, 3
;
444, 4
;
477, 1
;
589, 4
;
Geier, Stadtr. Überl.
51, 24
;
125, 17
;
131, 12
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
31, 24
;
Boos, UB Aarau
248, 35
;
Welti, Stadtr. Bern
331, 12
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
68, 20
;
284, 4
; 7;
386, 24
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
7, 30
;
Boner, a. a. O.
92, 11
;
347, 6
;
91, 32
;
124, 12
;
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
208, 6
;
Koller, Ref. Siegmunds
161, 12
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 437, 30
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 766, 29
;
Bastian u. a., Regensb. UB
172, 34
;
461, 23
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
99, 38
;
232, 28
;
159, 19
;
UB ob der Enns
9, 876, 1
;
10, 191, 25
;
Leidinger, V. Arnpeck
637, 3
;
Winter, a. a. O.
1, 74, 5
;
4, 314,
Anm.;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
247, 27
;
Bischoff, Steir. Landr.
153
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
200, 6
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
48r
, 17;
Henisch
179
;
185
;
Scherzius
88
; WMU
1, 138
;
Rwb
1, 1199
/1200;
1201
;
1203
;
Bad. Wb.
1, 114
;
Schwäb. Wb.
1, 616
;
Schweiz. Id.
4, 1272
;
Öst. Wb.
2, 235
;
Vorarlb. Wb.
1, 233
;
v. Künßberg, Acht.
1910, 25
/6 (zur Doppelformel
acht und ban
).
2.
›obrigkeitliches Gebot, Befehl, Rechtszwang‹; ütr. auch von der Gewalt Gottes gesagt; Metonymie zu 1, teilw. offen zu 3.
Phraseme:
sehr häufig in der Doppelformel
ban und friede
als Friedensgebot (z. B. als Dinghegungsformel, s. u.
Grimm
, an Rechtstagen, bei der Einweisung eines neuen Schöffen in sein Amt, zum Schutz des Bürgerrechtes).
Bedeutungsverwandte:
1
 1,  1,  1; vgl.
1
 6, , (
der
4,  2,  4,  3,  5.
Syntagmen:
dingherre / vogt b. gebieten, den b.
(z. B.
auf den gerichtstagen) ankündigen, den b. (zer)brechen / zertreten / versprechen
(›festlegen‹)
/ halten, (dem gericht / send) b. tun, dem gericht b. sprechen, jm. den b. entschlagen
;
burgen sollen fried und b. halten
;
b.
(Subj.)
bleiben
;
durch b. zwingen, das (-)gericht mit b. setzen
;
b. im land.

Belegblock:

Grimm, Weisth.
5, 679, 14
(
1484
):
Also bent man das jarding: ich dun ban und friden dem frigen jardinge von wegen Maria der muder godes, eins apts und eins ganzen conventz des cloisters [...], mins herrn von Bitsch, der scholtheiszen, der scheffen und der ganzen gemein, das keiner dem andern sinen stul besitze, keiner enweg gehe oder dem andern sin wort duwe ân urlouf, und verbiede(n) uberbracht und gewalt, zum ersten, zum zweiten, zu dem dritten mal. der ban sie stede.
Aubin, Weist. Hülchrath
143, 22
(
rib.
,
1616
):
das [...] der schulteiß, wie dan auch sie alle als lehnträger ihren gewohnlichen aid bei deren aufnehmen und einsetzung abzulegen, der zeitlicher schulteiß auf den lehen-, ungebotenen und gebotenen gerichstagen ban und frieden anzukundigen.
Ebd.
214, 21
(
1547
):
Ich tue auch alsolichen ban und frieden, als der keiser im reich hat [...]. Ich verpiete alle unrechte wege, ungepurliche stege, ungewonliche waßerfluß, falsch gewicht und boese maß, metzerzoch, waffengeschrei, zauberei und wichelerei. Ich gepiete, das ein jeder alhie still und zuchtig sei.
Koeniger, Sendgerichte
150, 13
(
rhfrk.
,
1498
):
So thu ich dysen canzelgericht fryden und ban und verbyeden also, das nyemant rede, er hab syn dem leyb, nyemant dem andern syn wort thu her erwyen yn dem wy recht ist.
Ebd.
229, 25
(
mosfrk.
,
16. Jh.
):
Item abe einer wurde geröcht und derselbig wiederspennig und nit gehorsam sein wurde, sall ein commissarius durch ein mandat und ban zwingen, biss daz sie sich vertragen haint mit senddechant und sendscheffen.
Ebd.
282, 15
(
1538
):
Wie man sult dem heiligen send ban und frieden thun.
Gerhard, Hist. alde e
2769
(
omd.
,
um 1340
):
Ich [got] han daz rich gegeben dir, | Und tu hast nicht gevolget mir. | Daz tu nicht hast durch minen ban | Apgote gewurfen dan.
Mayer, Folz. Meisterl.
14, 83
(
nobd.
,
v. 1496
):
Firczig tagweid Abacuc hot | Sein speise pracht gen Babilan | Eins tages Daniel: hort wie | Figuren ban | Natur hie det beschamen!
Sachs
15, 349, 20
(
Nürnb.
1562
):
[der mensch] Geyt weder umb gesetz noch ban, | Und ist also gentzlich ergeben | Einem gantzen gottlosen leben.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 247, 7
(
halem.
,
1489
):
wir hand psalt den jungen Roulman 5 lib., hat er uins am gricht an pan.
Niewöhner, Teichner
266, 62
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
aver wann er pricht den pan, | er muez mit puezz her wider pringen.
Chron. Mainz
1, 109, 35
;
Lau, Qu. Neuß
3, 7
;
Aubin, a. a. O.
68, 26
;
69, 6
;
208, 31
;
283, 2
;
294, 25
;
Koeniger, a. a. O.
236, 16
;
Aubin, Weist. Köln/Brühl
57, 16
;
119, 5
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
311, 16
;
Rwb
1, 1193
/94;
1200
/1;
Schweiz. Id.
4, 1270
.
3.
›obrigkeitliches Verbot; Schutzbann, zu bestimmten Zeiten verhängtes Nutzungsverbot, z. B. für Wald-, Wiesen- oder Fischbestände‹, je nach Gegenstandsbereich: ›Forstbann‹, ›Rebenbann‹, ›Fischbann‹, ›Wiesenbann‹; Metonymie zu 1.
Nahezu ausschließlich Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
häufig in der Doppelformel
etw. in ban und verbot legen
; in einem Beleg konversosem: ›Nutzungsrecht‹ (s. u.
Grimm
).
Bedeutungsverwandte:
 3, , , , ; vgl.  1.
Syntagmen:
einen b. haben / machen /
(z. B.
in hölzern / äckern / matten) (auf)setzen / halten / wiedersagen / wiederlagen / zertreten / gegen jn. hegen
;
b.
(Subj.)
angehen / ausgehen / aussein
;
etw. in b. stellen, einen bach /
(ein bestimmtes Gebiet)
/ wald / schwand / hölzer
(mehrmals)
in b. legen, wälder in b. einlegen, matten / korn / wald in den b. tun, etw. (worbeln) durch einen b. fristen, holz zu b. tun / künden, wälder / bäume / wiesengärten / wildbrät / fische im b. sein, wiesen in b. liegen, matten zu b. stehen, etw. von bännen erniederlegen, jn. mit dem b. verderben / vertreiben, einen ort mit b. umfangen
(›ein Grundstück für js. Besitz mit einem Bann sichern‹),
etw. bei einem b. antreffen
;
b. über fische / tiere, b. um tannen, b. des fürsten, b. der mähder halben.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
197a
, 20 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
doch hant de heren banvorste; swer in dar inne icht tůt, dar hant se bůze ouer gesezzet vnde ban ouch oůer vische vnde oůer tiere.
Grimm, Weisth.
2, 443, 5
(
wmd.
,
1446
):
Item weisen die scheffen, dat [...] des sontags nach s. Remeys dage [...] des gotzhuis bann angehet.
Kollnig, Weist. Schriesh.
26, 10
(
rhfrk.
,
1399
):
daz die von Nuenheim den Hunberg und die Bernbach etwan in ban hant geleyt [...]. Auch quam ez darnach, daz unsers herren, dez herzogen, amptlude den walt auch in ban leyden.
Behrend, Magd. Fragen
234, 9
(
omd.
,
um 1400
):
ab man gesten [...] adir mitteburger kegen gesten adir leuten die nicht dingphlichtig synt, notding adir ban hegen sulle auswenig echten dingen.
Schnelbögl, Salb. Karls IV.
131, 28
(
nobd.
,
1366
/
8
):
Die smide sullen hawen wipfel und ligents holz, dürres reysholz, daz nicht pan hat.
Grimm, Weisth.
1, 36, 14
(
Zürich
,
1347
):
Das gotzhuss ze Engelberg hat den dritten ban
[hier: ›Nutzungsrechte‹]
in dem holtze, das man nemmet in halden, vnd die andern zwenne teil des waldes sind des gotzhuss ze sant Bläsi.
Rennefahrt, Gebiet Bern
440, 33
(
halem.
,
1397
):
Und sol ouch dieselben von Lutzern, [...] vor dem angriff [...] noch deheinem ding anders nit schirmen, dhein fryheit, krieg, noch urluͥg, aucht noch bann, kein verheften noch verbieten, kein bot noch gewalt der herren.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
606, 31
(
halem.
,
1449
):
als die metzger under einandern uffsetz und penn gemacht hand, úber das und inen das ze tůnd verbotten ist.
Schib, Urk. Laufenb.
354, 10
(
halem.
,
1613
):
die Wälder, die
im bann gsin, verbliben verbannet, by bestimpter bůß, damit das jung holtz geschirmpt werden [...] möge.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 373, 21
(
schwäb.
,
1489
):
Es sy och ain gemaine red, das uff sant Marien Magdalenen tag der ban uszgang.
Klein, Oswald
45, 15
(
oobd.
,
1431
/
2
):
wildbrät und visch sein inn dem bann, | der turrent ir nit essen.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
427, 2
(
noobd.
,
1354
):
daz singen hie ze Eystet [...] ernider gelegt wurde von pabstlichen [...] interdicten oder paͤnnen oder von anderem gewalt.
Dirr, Münchner Stadtr.
527, 20
(
moobd.
,
1333
):
Man hat die plaich in einen wesuͤndern frıͤd, schirm und pan gelaͤt und genomen.
Thiel u. a., Urk. Münchsm.
180, 28
(
moobd.
,
1361
):
daz ir in daz selb holcz offenlich ze pann tůt vnd chuͤndet.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
417, 10
(
m/soobd.
,
1506
):
wollen wir uns alle die orth [...] alda kein [..] nuzung besuecht oder von jemants auch mit keinen andern pan und stocken umbfangen, zu unsern nuz hiemit vorbehalten und niemants ainichs viech darinnen zu waiden gestatten.
Aubin, Weist. Hülchrath
234, 33
;
Schnyder, a. a. O.
912, 26
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern
584, 9
;
ders., Recht Laupen
127, 22
;
ders., Gebiet Bern
347, 25
;
377, 9
;
419, 26
;
472, 23
;
474, 23
;
ders., Wirtsch. Bern
20, 8
;
21, 8
;
Krebs, Prot. Konst. Domkap.
2373
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
280, 8
;
611, 14
;
Hauber, a. a. O.
1, 620, 7
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 68, 27
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 93, 37
;
Dirr, a. a. O.
406, 19
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 41, 24
; WMU
1, 138
;
Schweiz. Id.
4, 1270
/1.
4.
›öffentliche Bekanntmachung (z. B. bei der Veräußerung liegender Güter)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, , ,  6,  2.
Syntagmen:
sich mit drei bännen über etw. bestetigen.

Belegblock:

Brinckmeier
1, 266
(a.
1416
).
5.
›Gebiet, innerhalb dessen ein bestimmtes Obrigkeitsrecht (vgl.
2
 1) ausgeübt wird, Machtbereich‹; dies konnte sowohl eine ganze Gemarkung (Dorf- oder Stadtgemarkung) als auch ein bestimmtes Gebiet (z. B. ein Wald) innerhalb einer Gemarkung sein; rechtssprichwörtlich:
des ban, des man
; Metonymie zu 1.
Nahezu ausschließlich Rechts- und Wirtschaftstexte.
Zur Sache: Bader, Dorf als Friedensbereich.
1957, 20
.
Phraseme:
häufig in der Doppelformel
zwing und ban
, die lt. Glossar der Ausgabe Boos, UB Aarau S.
389
(s. v.
wing
) „Dorf und Feld“ bezeichnet; dabei wird „die Grundfläche des Twinges [...] durch den Hof- oder Dorfzaun begrenzt, und das darüber hinausliegende Gemeindeland ebenso durch den Bannzaun“.
Bedeutungsverwandte:
, I, 7 (mehrmals),  5, ,  2, , (
die
4 (mehrmals), , ; vgl. (
die
6, .
Syntagmen:
den b. hüten / bewaren / weisen / eröfnen
;
b.
(Subj.)
sich erstrecken, b. von [...] unz an [...] gehen, b.
(Plural)
zusammen-, aneinanderstossen, b. seinen anfang haben / sich enden / zerfallen
;
des b. hüten
;
wegen der bänne in streit geraten
;
an das b. faren, um den b. gehen / reiten, durch den b. faren, für die b. müssen, über den b. schwören / richten, vieh in den b. treiben, etw.
(z. B.
eine missetat) sich in dem b. begeben, in einem b. / im b. (des dorfes) zu
[+ Ortsname]
gelegen (sein), im b. selbs den tod tun, in den bännen hauen, etw.
(z. B.
ein wasser) im b. bannen, etw.
(z. B.
ein gut) im b. verkaufen, hinter dem b. jagen, etw. im b. kaufen, jn. im b. verwunden, gut / zinsen in den bännen liegen, zwischen den bännen wandeln, vieh zwischen den bännen treiben, zehent im b. des dorfes haben, hinter dem b. wonen
;
rechtung / forderung / ansprache auf b., weg in dem b., häuser / äcker / wiesen in Villinger b., herlichkeit auswendig b. der stat
(formelhaft);
b. des gotteshauses / kirchspiels / dorfes / flecken, b. der stat / herschaft, b. des hofes / richters
;
b. um eine stat / ein dorf / einen flecken
;
fremder b.
›auswärtiger Gerichtsbezirk‹.

Belegblock:

Koeniger, Sendgerichte
286, 25
(
mosfrk.
,
1641
):
so weyt und breyt des kirspelts ban und büschen sich erstrecken.
Foltz, UB Friedb.
1, 151, 26
(
hess.
,
1346
):
swas gůt, vælle und selgeraͤt man der pfaffeheit verschaft und git, die in irer stat und in irem banne gelegen sind.
Köbler, Ref. Wormbs
343, 28
(
Worms
1499
):
so sich missethat vñ strafflich handlung in vnser Stat zwingen vnd benden begeben.
Merk, Stadtr. Neuenb.
63, 16
(
nalem.
,
1462
):
wie die von Nuwenburg dem [...] herren marggrafe Růdolfen in siner herlikeit uswendig zwinge und bann der statt Nuwenburg intrag und úbergriffe tuen mit [...] vischen, [...] santgraben und steinbrechen.
Ebd.
122, 11
(
1616
):
[Eid des Feldbannwarts]
Wa einem durch sein versaumbnus aber einicher schaden beschicht [...], soll er zu ersetzen schuldig und darzue nachts und tags den bann zue hieten und zue bewaren [...] geflißen sein.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
175, 4
(
halem.
,
1368
/
74
):
Die fälligen Zinse werden vom Schuldner jeweilen
gesetzet und geleit [...] uff doͤrfer, kilchensetze, luͥte und guͤter, uff twing und uff ban, uswendig und inwendig.
Ders., Gebiet Bern
416, 21
(
halem.
,
1637
):
dz sy in irer herligkeit und hinder irem twing und ban unbefragt und unerlaubt wol selbs jagen.
Merz, Urk. Bremgarten
101, 9
(
halem.
,
1396
):
verzichtet Verena [...] auf alle rechtung [...] so [...] ir elicher man, iro vor ziten [...] verschaffet hett vff dien obgenanten doͤrffren, twingen und baͤnnen.
Leisi, Thurg. UB
8, 289, 12
(
halem.
,
1396
):
das guͤtli [...] gelegen ze Blúwelhusen in dem dorff und in des selben dorffes ban, das da her von mir und minen vordern lehen ist gesin.
Boos, UB Aarau
214, 4
(
halem.
,
1404
):
Die obgenanten schůpossen und guͤter alle gelegen sint in dem gericht, twing und ban ze Losstorff.
Roder, Stadtr. Villingen
85, 27
(
önalem.
,
1416
):
Daz kain vischer visch im bann kouffen sol.
Müller, Stadtr. Ravensb.
118, 3
(
oschwäb.
,
1357
):
mit kainen gůten noch zinsen, die in der stat ze Rauenspurg noch in dem geriht noch in den baͤnnen gelegen sint.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 114, 19
ff. (
schwäb.
,
1571
):
so werden [...] zu erndzeiten [...] schultheiß und gericht alhie [...] drei oder vier bänn [...] ufthun, in welchem bann und ort man zuvorderst das gehürnt vich [...] treiben [soll].
Ebd.
315, 16
(
1586
/
91
):
soll auch kein zigeiner zu Underbeyingen noch in denselben zweng noch peen (!) nicht geduldt [...] werden.
˹Ral.: Henisch
180
(
Augsb.
1616
):
An einem Fuchs oder Wolff bricht man kein wilde ban / das ist / wer ein Wolff erscheust / der wirt nicht gestrafft.
˺
Koller, Reichsreg. Albr. II.
229, 12
(
oobd.
,
1438
/
9
):
das er und [...] unser prothonotari [...] zu lehen haben [...] das Bunengut in Goydertheimer bann gelegen.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
21, 12
(
smoobd.
,
1625
):
ain ieder soll gemelte sein gail außfüern, ehe man an das pan fahrn thuet.
Ebd.
312, 30
:
So im pann ain mensch selbs thuet den todt, so ist der völlig dasselbig guet.
Struck, Marienst. Wetzlar
5769, 17
;
782, 116
;
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
101, 1
;
Schib, Urk. Laufenb.
15, 8
;
113, 8
;
157, 6
;
290, 6
;
11
;
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 158, 16
;
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 542, 2
;
552, 4
;
Leisi, a. a. O.
8, 472, 30
;
500, 5
;
572, 28
;
Boner, Urk. Brugg
50, 8
;
Merz, Urk. Wildegg
56, 19
;
Merz, Urk. Lenzb.
72, 18
;
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
267, 9
;
395, 12
;
Merk, a. a. O.
122, 3
;
141, 7
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
735, 13
;
Roder, Stadtr. Villingen
49, 10
;
174, 9
;
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
367, 25
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 379, 38
;
Wintterlin, a. a. O.
2, 192, 24
;
589, 36
;
Golius
29
;
Henisch
185
;
Hulsius A ivr;
Haltaus
95
;
Rwb
1, 1194
;
1198
;
1202
; WMU
1, 138
;
Pfälz. Wb.
1, 557
;
Bad. Wb.
1, 114
;
Scherzius
91
;
Brinckmeier
1, 266
;
Schwäb. Wb.
1, 616
/7;
Schweiz. Id.
4, 1275
.
6.
›Zaun, Einhegung eines bestimmten Landstücks, Gebietes‹; möglicherweise verkürzt aus
banzaun.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, , .

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
1, 125, 18
(
moobd.
,
16. Jh.
):
alle die ganz höf haben, die sollen in zaun neben der viechtrift 52 stecken pan setzen [...] und haissen die panzeun.
Öst. Wb.
2, 235
(
um 1460
).
7.
›Zeitraum eines Banngebots oder -verbots‹; Metonymie zu 2; 3.

Belegblock:

Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 523, 14
(
schwäb.
,
1599
):
zwischen den bennen soll ein jeder seine ochsen dahaim behalten bei straf 1 ℔ heller.
Ebd.
490, 33
.
8.
›Rechtlos-, Friedloserklärung e. P., weltlicher Bann, Acht‹; metonymisch: ›Ausschluß aus einer Gemeinschaft (z. B. auch aus der geschwisterlichen); Ausweisung aus einem bestimmten Rechtsgebiet, Verbannung‹; ›Strafe des Banns‹.
Bedeutungsverwandte:
2
 2 (gehäuft als Teil einer Doppelformel), ; vgl.  2,  2.
Syntagmen:
den b. gezeugen / zerbrechen / fluchen
;
in den b. kommen, jn. in den b. brengen / erkennen / tun / verkünden, jn. von schuld wegen ze b. tun, im b. sein, jn. aus dem b. tun / bringen / teilen, jn. mit b. verfolgen, jn. unter dem b. verfesten, [etw.] bei b. verboten sein, jm. bei b. bieten
;
b. des reiches / königs / landvogts, b. der geschwister
(gen. subj.);
beschwerung des b.
;
weltlicher / keiserlicher / offener b.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 294, 40
(
rib.
,
1575
):
[Christgin Zülmans] sol hiemit pure absolveirt sin und uis dem banne getain werden.
Foltz, UB Friedb.
1, 542, 34
(
hess.
,
1404
):
das derselb Henn [...] in unser und des heiligen richs achte und bane mit recht und urteile geteylet ist.
Behrend, Magd. Fragen
131, 21
(
omd.
,
um 1400
):
Etczliche lute sint rechtelosz, [...] also dy dy mit rechte yn des riches ban komen syn ader echte werden brocht.
Hertel, Hall. Schöffenb.
2, 190, 12
(
osächs.
,
1421
):
daz her ym globt hat synen bruder vz dem banne czu brengen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
11, 3
(
thür.
,
1421
):
Kayn [...] was yn gotes ungenade, yn seyner eldern achte, unde yn seyner geswister banne.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
227, 23
(
thür.
,
1474
):
mogen danne dy von Molauwe geczugen innewennig acht tagen, daz Fritczsche vom Rode in deme banne ist, so sint sy Fritczschen antwert nicht phlichtig. Geczugen sy abir den ban also nicht, so musten sy yme zcu sinen schulden antwerten.
v. Groote, Muskatblut
80, 34
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Lugen bringt den man in echt in ban | vmb ere vnd gůt.
Roder, Hugs Vill. Chron.
119, 6
(
önalem.
,
1525
):
Wo sy aber das nit tettend, sollend sy och on alles mitel in den weltlichen ban erkent sin.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
77, 16
(
halem.
,
1381
):
das die von Underwalden ieman me in gevangnisse oder in bennen hettent, [...] die suͥllent si unverzogenlich lidig und los us gevangnisse lassen und us den bennen, und die si in bennen hattent, von den suͥllent si das recht vordern und nemen.
Köbler, Stattr. Fryburg
45, 13
(
Basel
1520
):
die ihenen so in ban oder acht sind / moͤgen dhein rechtlich klag fuͤren.
Chron. Augsb.
5, 323, 29
(
schwäb.
, Hs.
E. 15. Jh.
/
A. 16. Jh.
):
der kaiser schrib in immer ain ermanung über die ander und bott in bei ächt und pan.
Ebd.
2, 212, 17
;
Aubin, Weist. Hülchrath
200, 16
;
Hertel, UB Magdeb.
3, 596, 12
;
Hertel, Hall. Schöffenb.
2, 526, 4
;
v. Groote, a. a. O.
73, 104
;
Sachs
15, 397, 23
;
Engel, Rats-Chron. Würzb.
224, 6
;
Leisi, Thurg. UB
8, 323, 4
;
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
43, 38
;
Müller, Nördl. Stadtr.
358, 18
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
38, 18
;
Wopfner, Bauernkr. Tirol
93, 19
;
Scherzius
88
;
Rwb
1, 1197
;
1202
;
Schweiz. Id.
4, 1273
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 104
.
9.
›auf der Banngewalt beruhende Zahlung‹; dies konnte sowohl eine Abgabe als auch ein Bußgeld sein.
Syntagmen:
dem schultheis einen b. wetten, dem amman seinen b.
(›Buße‹)
geben
;
b. einem richter angehören
;
des b. geben
;
etw. um einen b. versetzen / verkaufen
;
b. über die reben
;
gemeiner / höchster b.

Belegblock:

Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
35, 39
(
halem.
,
1323
):
daß
enkein uflegung wider si sol beschechen [...], daz inen an gůt oder an liben si smechlich oder schedlich, es si an ungelt, an fůrunge oder bennen, an zolne, an einungen.
Wutzel, Rechtsqu. Eferding
6, 40
(
moobd.
,
1371
):
Welher purger dez panns nicht geit als oft er dann ain vaz weins auf tuet, so gibt er ain chänel weyns in daz gericht.
Scherzius
89
;
Rwb
1, 1195
/6;
Öst. Wb.
2, 235
;
Schweiz. Id.
4, 1273
.
10.
›(z. T. monopolartiges) Zwangsrecht‹, z. B. ›Weinbann, Vorrecht des Weinverkaufes sowie der damit verbundene Zwang, eine bestimmte Menge dieses Weines zu kaufen‹, ›Brotbann, Zwang, in einem bestimmten Backofen zu backen‹; metonymisch: ›Berechtigung, ein Zwangsrecht zu gebrauchen‹; ›Zeitraum, innerhalb dessen ein bestimmtes Zwangsrecht gilt‹; ›Bannwein‹.
Zur Sache: Schulte, Gewerberecht.
1909, 360
-368 (speziell zum Mühlenbann); 394-396 (zum Backofenbann).
Syntagmen:
den b. nemen / brechen / verlieren / auslegen, j. /
(mit Verschiebung der Bezugsgröße:)
wein / brot einen b. haben, j. einen b. haben (in einem wasser)
;
b.
(Subj.)
annahen, b. jm. weh tun, b. sechs wochen wären
;
des b. trinken, burger des b. ledig sein
;
wein im b. sein, in den bännen schenken
;
b. von den lederern, b., wein zu schenken.
Wortbildungen:
bänlich.

Belegblock:

Grimm, Weisth.
1, 754, 29
(o. J.):
Ich spriche meinem herrn zu recht, das er zu dreien zeiten gewaltigen ban hat [...] und zu ieglicher zeit drei fuder weins ussleget [...]; so die zeit anget, das er seinen ban sol usslegen, so sollen in sein zoller sieben nacht furt gebieten dem armen und dem richen nach rechtlichen dingen.
Ebd.
4, 208, 3
(
v. 1422
):
Swelich stathafft man durch sinen úbermůt des bannes nicht trincken wil, dem sol man heim senden [...]. So der ban anuahet [...], so sol der weibel dar gan vnd sol den taverneren irú vas beigeben.
Kurz, Murner. Luth. Narr
1126
(
Straßb.
1522
):
Man sol auch nit me am sontag ston | Vnd arme buren bannen lon. | Der ban thůt armen lüten we.
Merk, Stadtr. Neuenb.
139, 28
(
nalem.
,
1681
):
wan einer ein lihen in einem rinnenden waßer hat und daßelbige von einem anderen abgekert und gewendt wurde, so hat derselbe seinen bahn in disem waßer.
Ebd.
142, 14
:
Wan ein meister an einem ort zühnen will, so mues er ein schiff haben und, wan er zihnen will, so solle er mit schiff und geschür am land haben, und wan er an einem ort bahnete, so solle er sein bahn zeig hinweck nemen und, wo das nicht ist, so hat er entweders den bahn oder die henke verloren.
WMU 1, 138; Rwb
1, 1194
/5;
1217
;
Schwäb. Wb.
1, 616
;
Schweiz. Id.
4, 1271
/2.
11.
›Gewerbeprivileg‹; metonymisch: ›Abgabe für ein Gewerbeprivileg‹.
Syntagmen:
b. so stehen, das [...]
;
b. von den lederern.

Belegblock:

Schwäb. Wb.
1, 616
(a.
1336
).
12.
›Kirchenbann, feierlicher Ausschluß aus der christlichen Kirche, Exkommunikation‹; eine Unterscheidung zwischen dem großen und dem kleinen Kirchenbann ist aus den Belegen nur ansatzweise zu entnehmen; vereinzelt auch metonymisch: ›Recht, den Kirchenbann auszusprechen‹; ›Androhung des Bannes‹ (z. B. in dem Syntagma
etw. bei b. gebieten
); der Bann als kirchliche Strafe konnte auch eine Einschränkung der Rechtsfähigkeit bewirken, so daß die Zuordnung der Belege zu weltlichem bzw. kirchlichem Bann nicht immer eindeutig erfolgen konnte; einmal in der Ütr. auf eine nichtchristliche Religionsgemeinschaft belegt:
jüdischer b.
Zur Sache: Hrg
1, 306
f.; Lex. d. Mal.
1, 1416
/17; LThK
1, 1224
f.
Phraseme:
acht und ban
›weltliche Acht und geistlicher Bann‹ oder als Doppelformel mit Synonymie der Einzelglieder.
Syntagmen:
den b. auf jn. beweisen, b. gegen etw. (verlüstige partei) gebrauchen, bischof b. in ein bistum legen
;
b.
(Subj.)
durch den pabst geschehen, b. kräftig
(›gültig‹)
sein, b. ein band / eine waffe sein, b. etw. an jm. (sündern) helfen / verfangen
;
in den b. fallen / kommen, (jn.) in den b. / in bänne tun
(mehrmals),
j. zu b. kommen, jn.
(auch:
sich) zu b. tun
(mehrmals)
/ bringen, jn. in den b. erkennen / verkünd(ig)en / bringen / werfen, j. in den b. kommen, j.
(z. B.
todsünder) in b. sein, jn. im b. halten, im b. sein
(sehr häufig)
/ bleiben / gehen / liegen / sterben, in den bännen tot sein, mit dem b. gewinnen / richten, etw. bei dem b. annemen, jm. bei dem b. geboten sein, eine stat mit b. beschweren, mit b. nach jm. nachstellen, jn. von dem b. absolvieren, jn. aus dem b. kaufen, sich aus dem b. wirken, zu / aus b. kommen, jn. ausser b. tun / lassen / entschlahen, etw. bei dem b. verboten sein, in bännen unabsolviert sein
;
b. gottes, der kirche, des babstes
(mehrmals);
beschwerde des b., bei pein / pön des b.
;
kleiner / minderer / grosser / schwerer / beschwerter / offener / geistlicher / bischöflicher / bäbstlicher / römischer / höchster verkündeter / jüdischer b., zweierlei b.
Wortbildungen:
banlich
,
banmeister
,
banstral.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
44a
, 7 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
daz sal der keyser med dem swerde richten vnde mid dem werliken richte vnde mid der achte. So sal det geystlike gerichte gwingen mid deme banne.
Hertel, UB Magdeb.
3, 510, 27
(
md.
,
1494
):
derjhenige, der sich der kirchenguter unnd gerechtikeit underzceyget [...] in den bann unnd geistlich achte gethan unnd geworffen sal werden.
Dat nuwe Boych
436, 29
(
rib.
,
1396
):
Darvmb ouch der Coenyngh [...] vil na in des Rijchs achte bracht hadde Ind ouch darzo in des payss Ban vnd andere vursten vnd heren vngenade komen wairen.
Chron. Köln
1, 6195
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Here men leis die cardenale | van vrre wegen altzemail | des (dei?) vnreichte benne verstain, | die meister Bernart hedde gedain | vp die alle, die uch zo vromen | gearbeiden her vmb vr vs komen.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 54, 26
(
rib.
,
M. 15. Jh.
):
Vort sowilch man van unser geselschaf in deme banne were, die in sal in unse gaffel niet gain, he in have sich uis deme banne gedain.
Koeniger, Sendgerichte
273, 33
(
mosfrk.
,
1687
):
Die ruth bedeutet die excommunication und den geistlichen bahnd, davon der h. apostel redet.
Krebs, Prot. Spey. Domkap.
1, 992, 2
(
rhfrk.
,
1503
):
das er durch herrn Leonharten Wilstein vicarien verclagt wer worden, als ob er in ban gewesen und in die kirchen gangen sein solt.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
3, 335, 2
(
Frankf.
1602
):
Von des papsts bann. Wenn man zu Rom einen in bann thun wil, so sitzen bey zwantzig cardinäl und schießen brennende fackeln von sich, die im werffen außleschen, darmit anzuzeigen, daß der verbanneten glück und heil mit den außgeleschten fackeln auch solle verleschen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
787, 19
(
thür.
,
1433
):
Der keisser unde das concilium tatin die von Meideburgk yn swere benne unde yn die achte.
Luther, WA
21, 428, 23
ff. (
1544
):
in den Bann thun [...] heisst [...] aus der [...] samlung Gottes Volcks werffen [...] und halten von aller gemeinschafft der Kirchen, schlecht dem Teufel zu eigen gegeben und in Abgrund der Hellen verstossen [...] das ist war und unwidersprechlich, das solche gewalt und macht von Gott der Kirchen gegeben ist, das, wen sie in den Bann thut, der ist warhafftig fur Gott verbannet.
Ebd.
429, 5
:
die straffe, so die Welt sich schuͤldig achtet, zu vollziehen uber solche, die oͤffentlich in den Bann Gottes und der Kirchen erkand sind, das man sie [...] ausrotte von der Erden.
Ebd.
54, 327, 9
(
1545
):
Ward dem Bapst ein treffliche Summa gelds gegeben, das er den Keyser jn Bann thun solte.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
320, 27
(
osächs.
,
1523
/
4
):
das er offentlich auf dem predigstul fur einem ganzen kirchspil in den bann verkundigt sei.
Reu, Süddt. Kat.
1, 719, 18
(
Leipzig
1595
):
Fr. Was ist denn der Bann? Ant. Der geistlich gewalt, da ein Kirchendiener einem vnbußfertigen vnnd vnglaubigen Sünder anzeigt, so fern er also verharret, das jhme sein sünde nicht vergeben vnnd er auch nicht selig werde.
Leman, Kulm. Recht
2, 5, 65
(
Thorn
1584
):
Vnd alse her in deme banne gewesen ist sechs wochen vnd eynen tag. so sal en der werltliche richter dorumme echten.
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 210, 494
(
nobd.
,
1524
):
Der ban, der ablaß unds fegfeur, | Darneben sonst vil obenteur.
Ebd.
3, 101, 19
(
1525
):
Edelman.
Warumb verwerft ir in nit die geschrift oder thut sie in ban oder in die acht? wer lerets die pauren?
Münch.
Der könden wir keins thun, denn die acht und der ban ist umb sie, als pfiffs ein gans an.
Gille u. a., M. Beheim
234, 48
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wer ir speis und trank nymt icht, | so wissent, das er danne | Ist in des pabstes panne.
Langen, Myst. Leben
171, 33
(
nobd.
,
1463
):
hat dy cristenlich kirch / auffgesetzt, das kain arczt dem krancken raichen sol erczney [...] Vnd daz ist / den ercztten pey dem pan ver/poten.
Reichert, Gesamtausl. Messe
3, 34
(
Nürnb.
um 1480
):
das er
[Priester]
auch wissentlich nicht in dem bann sey. Und wer er in dem bann und ließ sich darueber weyhen, der verluer sein ambt.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
224, 6
(
Nürnb.
1548
):
die fromen [...] die schmehet man / man heyst sie Ketzer [...] man thut sie in bañ / gibt sie dem Teuffel.
Sachs
17, 165, 27
(
Nürnb.
1554
):
Heintz Muntschaweck spricht: Mein herr, dasselb werd ich nicht thon. Pfarrherr spricht: So thu ich dich in schweren bann.
Vetter, Pred. Taulers
255, 22
(
els.
,
1359
):
ich enwolt nút ein ketzer heissen noch ich enwolt nút ze banne sin geton.
Chron. Strassb.
436, 27
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
der keyser [...] mahte einen friden mit dem bobeste [...] und wart do absolvieret von den bebestlichen bennen.
Bihlmeyer, Seuse
42, 15
(
alem.
,
14. Jh.
):
Dú unbehuͤtekeit gerow in geswinde, und meinde, der ungeordnete lust muͤsti gebuͤzet werden. [...] do schlůg er sich umb dis missetat uf daz krúz [...]. Er tet sich selb och umb die missetat ze banne.
Geier, Stadtr. Überl.
366, 21
(
alem.
,
1532
):
das er ... weder in aacht noch bann, deßgleichen weder vor hoff-, land- oder andern gerichten rechthengig sei.
Welti, Stadtr. Bern
142, 17
(
halem.
,
1405
):
Wer ouch ieman vnser vssburgern [...] an geistlich gericht ladet [...], der sol [...] die person, ob er si in den banne gebracht hat, in sinem kosten vsser banne entslachen.
Koller, Ref. Siegmunds
197, 9
(Hs. ˹
Basel
1440
˺):
Die bischoͤff und prelaten went got und dem rehten nit gehorsam sin der kirchen und der reformatz, das versehenlich ist, sye gent all im bann. Wer nů im ban ist, der mag kein kraft han yeman zů bannen.
Rennefahrt, Recht Laupen
45, 8
(
halem.
,
1448
):
bey pein des baans, von welchem sie nicht möchten absolviert werden.
Ders., Staat/Kirche Bern
49, 35
(
halem.
,
1508
):
daß er
in banns beswaͤrd gevallen und er deßhalb schuldig sein soͤlle, darumb absolution zů erlangen.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
1609
(
schwäb.
,
1453
):
Haustu dis wunnder halbs volbrǎcht. | So bistu billich in der ǎcht, | In allen bennen tusentvalt.
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
75, 23
(
schwäb.
,
um 1435
):
wer also uf ain aucht ze ban kompt, den sol der gaistlich richter uß dem ban nit lassen noch in absolviern.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 10, 24
(
schwäb.
,
um 1480
):
Bistu frey vnnd von allen banden der kirchen vnschuldig, das ist der ee, des gelubnus vnd des bannes?
Henisch
12
(
Augsb.
1616
):
Aucht geschicht durch den Keyser / Bann durch den Bapst.
Ebd.
183
:
Der bann ist ein band / ein starck waffen einer Christlichen zucht.
Ebd.
185
:
Die lehr falsch / vnd der bann vnrecht / Seind stuck / damit der Teuffel fecht. [...]. Der Kirchen bann / der Obrigkeit das schwert / den Eltern die rut.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
3, 31
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Der bischolff [...] leget pann und interdickt in gantzes pistumb, das ist niderlegung aller geistlicher gotzrecht mit pabstlichen gewalt.
Nyberg, Birgittenkl.
1, 307, 43
(
oobd.
,
1554
):
Wir gepietten der ebtisin vnd dem gemainen peichtiger [...] pei der peen des pans vnd beraubung irer empter.
Dirr, Münchner Stadtr.
124, 1
(
moobd.
,
1329
):
Daz man die stat mit bann [...] beschweren mag.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
134, 17
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Er kriegt auf Rom, darumb tet in der Pabst Paschalis zu pan.
Roth, E. v. Wildenberg
112, 3
(
moobd.
,
v. 1493
):
ward er von dem babst Innocentio dem vierten oft verkhund in den pan.
Reithmeier, B. v. Chiemsee
90, 1
(
München
1528
):
Zwayerlay pan ist, ainer genennt klain, der ander gros. Jn klainem pan ist ain yder todsünder [...]. Er vermailigt in jm gottes pildnuss vnnd verderbt sichselbs als ain glid Christi vnd der kirch. daran er aber noch hengt durch mittel des glawbs [...]. Jst er doch von cristo, als von seinem hawp vnd von der kirch als von seimm leib, nit gar abgesniten [...]. Wer aber in grossem pan vnd geistlich gar tod ist, nemblich vom glawb fellt oder vmb poese tat von der kirch abgetailt wirt, derselb empfacht weder hilff von der kirch, noch guoeten einflus von Cristo.
Qu. Brassó
5, 529, 35
(
siebenb.
,
1615
):
Weil der Vledika sich aber hat hören lassen, er wolle den Costantin in die Bann
[!]
tuen.
Große, a. a. O.
70a
, 16;
108a
, 20;
130a
, 38;
202a
, 33;
Loesch, a. a. O.
2, 29, 23
;
57, 13
;
Rudolph, Qu. Trier
359, 33
;
Koeniger, a. a. O.
274, 15
;
Krebs, a. a. O.
1, 707, 5
;
1040, 4
;
v. Liliencron, a. a. O.
482, 11
;
Luther, WA
10, 1, 2, 290, 6
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
44, 27
;
259, 17
;
Palm, Veter Buoch
45, 12
;
Laufs, Reichskammergo.
267, 23
;
Kurz, Waldis. Esopus
4, 96, 142
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
382, 1
;
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
122, 4
;
Reichert, a. a. O.
11, 4
;
Sachs
17, 37, 9
;
42, 17
;
359, 3
;
Reu, Süddt. Kat.
1, 719, 22
;
Koller, a. a. O.
150, 2
;
Rieder, St. Georg. Pred.
8, 13
;
Chron. Strassb.
435, 25
;
436, 8
;
Schlosser, a. a. O.
2388
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 897, 39
;
Leisi, Thurg. UB
8, 360, 19
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
154, 31
;
Welti, Stadtr. Bern
267, 9
;
Merz, Urk. Wildegg
55, 6
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
322, 3
;
Geier, Stadtr. Überl.
371, 16
;
Schmitt, Ordo rerum
293, 13
;
Nyberg, a. a. O.
1, 228, 3
;
2, 30, 40
;
Grossmann, a. a. O.
19, 30
;
Bischoff, Steir. Landr.
242
;
Roth, E. v. Wildenberg
118, 20
;
139, 28
;
Leidinger, V. Arnpeck
605, 11
;
Turmair
4, 107, 12
;
5, 370, 31
;
Schöpper
66a
;
Serranus
24v
;
Henisch
185
;
Scherzius
88
; WMU
1, 139
;
Dietz, Wb. Luther
1, 205
/6;
Bad. Wb.
1, 114
;
Schweiz. Id.
4, 1273
/4;
11, 2210
;
Goertz, Liturgie.
1977, 297
;
v. Künßberg, Acht.
1910, 23
(zum formelhaften Gebrauch von
acht und ban
);
Kuchanny, Syn. Huttens Vad.
1915, 124
.
13.
›kirchliches Gericht zur Ausübung sittenpolizeilicher Gewalt‹; diese Institution ist für Basel bekannt.
Bedeutungsverwandte:
 1; vgl.
1
 5,
2
 24, , .
Syntagmen:
erwürdiger b., von dem b. würdig geachtet / geschäzt werden, die parteien für den b. weisen.

Belegblock:

Schweiz. Id.
4, 1274
(a.
1637
/
8
).
14.
›Vertreibung, Verbannung aus dem Paradies‹; metonymisch: ›Strafe Gottes; Verdammnis‹.
Vorwiegend älteres und mittleres Frnhd.; Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, ,
2
 2.
Syntagmen:
den b. dienen / verdienen, jm. den b. entschlagen / anwerfen
;
b.
(Subj.)
jm. behalten sein
;
in den b. fallen, jn. (den menschen / das volk) in den b. bringen
;
jn. von dem b. lösen, sünder aus dem b. empfangen
;
b. gottes
(gen. subj.), ˹
b. des grossen urteiles, des todes, der hölle
(gen. explicativus)˺,
b. der sünder
(Gen.obj.);
schwerer / starker / ewiger b.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod.
5215
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Sus ist die werlt gebuwet, | wenz hute in disen tac, | daz sie nieman losen mac | von ahte noch von banne, | iz entu got selbe danne.
Ders., H. v. Hesler. Apok.
2387
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz du der Nicolaiten mut | Und ir werk hazzes als ich tu: | Des trage ich dir holt herze zu, | Wen iz ist ein ewic ban.
Ebd.
15767
:
Und als man in wil widersten, | So set man uz iren munden gen | Daz vuer: daz ist der starke ban | Den sie den luten werfen an.
Kochendörffer, Tilo v. Kulm
1774
(
preuß.
,
1331
):
Wen ich milde wol getan | Alle sunder uz dem ban | Enpfa und si behulle.
Hübner, Buch Daniel
6344
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Behalden ist uns der ban | Von dir, herre.
Luther, WA
21, 200, 31
(
1544
):
Wir haben den rechten verstand und brauch der heiligen Tauffe, des Sacraments des Leibs und Bluts unsers HErrn, der Schluͤssel Bann und Absolution.
Mayer, Folz. Meisterl.
12, 117
(
nobd.
,
v. 1496
):
Wie wol des obses essen | Pracht in den pann | Gancz alles folck gemeine.
Vetter, Pred. Taulers
209, 21
(
els.
,
1359
):
Ein ieklichs sehe wie er wandele mit sime nechsten, das er nút Gotz tempel in im zerstoͤre, das er nút in Gotz ban envalle.
Stammler, Berner Weltger.
515
(
ohalem.
,
1465
):
Jr soͤnd ferre von mir gan | Gar tieffe in der helle pan!
Jaksche, Gundacker
147
(
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
Got Adam schiet | von dem paradise. | Eva diu unwıͤse | aller erste diente den ersten pan.
Niewöhner, Teichner
332, 109
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
der teufel in der slangen hauͤt | pracht den menschen in gotez pan.
Helm, a. a. O.
5018
;
Hübner, a. a. O.
5007
;
Gille u. a., M. Beheim
111, 449
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 250, 5
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
6, 39
;
Kummer, Erlauer Sp.
4, 706
;
Weber, Füetrer. Poyt.
2, 6
.
15.
›Ausschluß aus einer Gemeinschaft oder aus einem Handlungsbereich‹; metonymisch zu 8; 12.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
2
 2.

Belegblock:

Anderson u. a., Flugschrr.
19, 7, 27
([
Eilenb.
]
1524
):
gantz Asia wart in ban gethan / dẽ teuffel gegeben.
Fastnachtsp.
773, 5
(
nobd.
,
15. Jh.
):
wen wir heint nit frölich fünden, | Den wolt wir pis sunntag inn pan laßen verkünden.
16.
›Macht, Einfluß; Wirkungsbereich‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , ,  2,  10, (
der
1.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
8299
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Es ist nicht das ich lieb moge han, | In hiemel, in erde noch in meres bann.
Hübner, Buch Daniel
4452
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
doch entstan | Sal er von des todes ban | An deme dritte tage.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
4261
(
omd.
,
1338
):
Wan der totlichen sunde ban | Den sunder scheide verre dan | Von salden und von genaden.
Koppitz, Trojanerkr.
2892
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Der in vor grimes todes ban | Löste, dem waz sy billich hold.
Primisser, Suchenwirt
44, 18
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Und halt mich ab der frew)u(den pan, | Daz ich icht in dez tewfels pan | Gevall und in sein acht.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 154
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
wie kan der mensch dann widerstan | der werlt, im selbs, des tifels pan?
Weber, Füetrer. Poyt.
129, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
in aller frawen pan | thŭet in Fraw Mynne vmb sein zaghait schreiben.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2447
.
17.
›Besitz, Eigentum‹; Metonymie zu 5.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  1,  6, ,  2.

Belegblock:

Lindqvist, K. v. Helmsd.
1806
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Von ainem richen manne, | Der hett in sinem banne | Ainen wingarten.
18.
›Frevel, strafbares Vergehen, Verbrechen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 6; vgl.  2,  4.
Syntagmen:
einen b. erfinden
(›aufdecken‹).

Belegblock:

Hübner, Buch Daniel
2825
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
“Nicht sullet ir slahen tot | Die gerechten, swie sie sint, | Wib, man, juncvrou oder kint!“ | O richter, louf zur buze! | Valle vor Gotis vuze! | Bichte mit ruwe den ban! | Got wil dir die tat verlan.
Öst. Wb.
2, 235
(a.
1616
/
7
).