heilig,
Adj.;
allen Bedeutungspositionen gemeinsam ist das Merkmal des Bezugs auf die Sphäre des Göttlichen, das sich in Kombination mit verschiedenen Lexemgruppen jeweils spezifisch ausprägt. Das Bedeutungsspektrum gliedert sich nach diesen einzelnen Aspekten, die zudem eng miteinander verflochten sind. Häufig assoziieren einzelne Belege mehrere Bedeutungsaspekte, so daß sie verschiedenen Positionen zugeordnet werden können. Eine Säkularisierungstendenz deutet sich erst am Ende des Frnhd. an (vgl. 12).
1.
›göttlich, himmlisch (und deshalb ehrwürdig), nicht irdisch‹; mit Bezug auf den christlichen Gott (in seinen drei Naturen), auf sein Handeln und seine Eigenschaften; in Hinblick auf Jesus Christus unter Assoziation der Bedeutungsposition 3; daneben selten auch mit Bezug auf die Engel;
vgl. (
das
5.
Gegensätze:
 2; vgl.  2,  2.
Syntagmen:
die heilige menschheit christi, der heilige christ
(häufig)
/ engel / geist
(häufig)
/ got / her / leib / leichnam / name / tron / vater, die heilige dreifalt(igkeit) / (ge)schrift
(häufig)
/ geselschaft / manung, das heilige blut / buch / evangelium / geraune / gut / haupt / reich / wort
.

Belegblock:

Luther, WA
35, 452, 17
(
1524
):
Herr durch deynen heyligen leichnam, | der von deyner mutter Maria kam, | Und das heylige blut | hilff uns Herr aus aller not.
Ders. Hl. Schrifft. Jes.
6, 3
(
Wittenb.
1545
):
Vnd einer rieff zum andern / vnd sprach Heilig / heilig / heilig ist der HERR Zebaoth / Alle land sind seiner Ehren vol.
Gropper. Gegenw.
20v
, 9 (
Köln
1556
):
das Christus sei ein Pfleger / nit des schatten / noch der Jrdischen Güeter vnnd Tabernackels / sonder der Heiligen Güeter / vnnd der waͤrhafftigen Hütten.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 308, 11
(
Köln
1610
):
Schawt das Brot der Engeln heilig, | Wirt ein Pilger speise selig.
Quint, Eckharts Pred.
2, 443, 14
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
allez daz vruhtbærlîche lîden sîner heiligen menscheit, daz er
[Christus]
geliten hâte in disem lebene.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
51
(
mrhein.
,
um 1335
):
So bereident ir die straze, | daz zuͦ vch der heilge crist | wil selber gen in korzer frist.
Rueff, Rhein. Ostersp.
1179
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
Heilger Crist! heilger got! | du hast erfolt daz groß gebot | daz dir din vatter geboden hat.
Froning, Alsf. Passionssp.
3766
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Gott aller dynge gewaldigk: | du bist eynigk und drivaltigk! | du bist vatter, sone und heilliger geist.
Feudel, Evangelistar
3, 1
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
der heilege geist kumet von obene in dich unde dy craft des obirsten wirt dich beschaten.
Eggers, Psalter
62, 1
(
thür.
,
1378
):
anebetet got in sime heiligen trone.
Logau. Abdank.
166, 20
(
Liegnitz
1651
):
Ich koͤnte villeicht alles klar und außfuͤhrlich machen / nicht mit meinen / sondern Heiligen worten.
Reichert, Gesamtausl. Messe
33, 11
(
Nürnb.
um 1480
):
das corporal [...] bedeut das tuch oder leylach, in das der heylig todte leyb Cristi Ihesu gewickelt ward.
Vetter, Pred. Taulers
118, 6
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Alsus kummet man zuͦ diser heiliger wunnenklicher hochgelobeter drivaltikeit.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
7, 37, 11
(
Straßb.
1466
):
ditz buͦch hat zuͦgerechente als man es list in die zale der heilgen búcher.
Pfeiffer-Belli, Murner. Kl. Schrr.
6, 94, 11
(
Straßb.
1520
):
das wir vnsere artikel so wider dich seint auch vß dem heiligen ewangelio ziehen.
Wickram
4, 19, 21
(
Straßb.
1556
):
nuͦn aber waiß ich dich / dermassen in der heiligen und Goͤttlichen schrifft erfaren.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
10, 28
(
Zürich
1521
):
Heiliger vatter (sprach er
[Christus]
) behuͤt sy in dinem namen / das sy eins syen als wir eins sind.
Morrall, Mandev. Reiseb.
1, 7
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
es haisset billich das gesegenot ertterich [...], wan es gesegnot und gehailiget ist mit dem kosperen und hailigen pluͦt unsers herren Jhesu Cristi.
Anderson u. a., Flugschrr.
20, 20, 3, 7
([
Augsb.
]
1525
):
Dem Allmechtigen Got zuͦ ainem ewigen lob vnd eere / zŭ anruͤffung des hailigen Ewangelion vnd Goͤtlichem worts.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
42, 11
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
got vater in dem himelreich, | beschirm uns hie und ewikleich | durch deinen heilgen namen | vor allem übel.
Klein, Oswald
111, 143
(
oobd.
,
1436
):
man satzt im auf sein hailigs hawbt | ain dürnin kron.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
155, 9
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Inn Wyenn syn dy syben freyen kunst gelernt, dadurch die heylig geschrifft erklartt und kristenlicher gelaub gesterckt ist worden.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
39, 22
(
mslow. inseldt.
,
1567
):
Darauff er bey Gott vnnd śeinem Hailigen Wortt, vor einem gantzen Ratth, [...] offentlich geśchworen hatt.
Luther, WA
19, 133, 26
;
23, 106, 13
;
26, 213, 34
;
30, 1, 296, 6
;
Große, Schwabensp.
150a
, 10;
Pfefferl, Weigel. Ges.
10, 18
;
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
8283
;
Gropper. Gegenw. 4r,
28
;
Schützeichel, a. a. O.
511
;
Rueff, a. a. O.
55
;
416
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
16, 8
;
Sermon Thauleri
106, 16
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
13b
, 35;
Gille u. a., M. Beheim
134, 153
;
Langen, Myst. Leben
170, 17
;
Bell, G. Hager
4, 3, 19
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
167
;
Franck, Klagbr.
231, 21
;
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1218
;
2, 1283
;
Vetter, a. a. O.
63, 19
;
Kurrelmeyer, a. a. O.
5, 4, 19
;
Roloff, Brant. Tsp. Widmung
69
; Widmung
82
;
Behrend, Spangenb. Anbindbr.
4, 55
;
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
12, 11
;
Wyss, Luz. Ostersp.
58
;
3, 44, 24
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
1086
;
Sappler, H. Kaufringer
2, 292
;
Anderson u. a., a. a. O.
2, 12, 19
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
310, 30
;
Spechtler, a. a. O.
36, 10
;
Klein, a. a. O.
24, 26
;
113, 10
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
38, r
, 39.
Vgl. ferner s. v.  2,  2,  24,  2,  1,  1, ,  5.
2.
›geheiligt, von Gott auserwählt, sich durch eine besondere Gottesnähe auszeichnend (aufgrund einer besonderen Leistung, eines Opfers oder eines vorbildlichen christlichen Lebens); heilig gesprochen‹; vor allem bezogen auf die Propheten des AT, auf Maria, Johannes den Täufer und die Apostel des NT, auf die Bischöfe, Väter und Lehrer vor allem der alten Kirche und auf die christlichen Märtyrer; auch mit Bezug auf die zum Gott erhobenen römischen Kaiser;
vgl. (
das
5.
Phraseme:
der heilige vater
1. ›Papst‹; 2. ›Kirchenvater, Kirchenlehrer‹.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. , , (s. v. ),  1.
Syntagmen:
h. werden
;
der heilige altvater / apostel / bischof / bruder / doktor / einsiedel / evangelist / gottesknecht / her / jünger / lerer / man / martrer / mensch / patriarch / prophet / zwölfbote, die heilige jungfrau / mutter, das heilige kind, die heiligen leute
.
Wortbildungen:
heiligmachung
›Vergötterung (der römischen Kaiser)‹.

Belegblock:

Luther, WA
7, 350, 15
(
1521
):
Es ist n̂it gegründt yn̂n̂ der schrifft. noch ynn den heyligen allten lerern̄. Das die pŭß hab dreÿ stück: Rew beycht und gnügthüüng.
Ebd.
19, 289, 26
(
1526
):
Warumb zoch dann Christus die Aposteln und vil heyliger Bischoffe und merterer nicht auch in Cloͤster, und wurden Moͤnche?
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
682
(
Köln
1476
):
Hylgh moder der bamhertzycheit, vmbkeer vns vyand fell!
Quint, Eckharts Trakt.
43, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Sant Pêter sprichet, daz alle die heiligen liute hânt gesprochen in dem geiste gotes.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
105
(
mrhein.
,
um 1335
):
La die rede sin, iohan, | vnd deufe mich, vil heilger man.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
148, 14
(
rhfrk.
,
um 1435
):
wir han wol dry mylen zu eyme schonen bornen / Dar by wonet gar ein heyliger bruder / der ist eyn pryester.
Thür. Chron.
13v
, 13 (
Mühlh.
1599
):
Anno 62. Worden gemartert die heiligen Apostel / Andreas / Mattheus / Thomas / Pfilippus, Simon / Judas.
Ebd.
15v
, 11:
Vmb diese zeit sind viel heiliger Gelerte Leut gewesen / Als S. Ambrosius zu Meiland / Augustinus zu Hypon / Seuerianus zu Coͤln.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
71, 17
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Do sante her [der keyser] kegin Jherusalem an siner stat eyn heyligin bischof.
Mathesius, Passionale
37r
, 26 (
Leipzig
1587
):
Wie er (GOtt) geredt hat / durch den Mund seiner heiligen Propheten.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
11, 91
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Darumb spricht der heilig JOB: Gedencke, herre, das du mich gemacht hast als das kot.
Franck, Klagbr.
226, 11
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Lieber dichter vnd nachtrachter / seyest wer du woͤllest / seind sie nit wirdig des titels der Heyligen veter? vnd billich die Allerheyligisten zu nennen.
Koller, Ref. Siegmunds
194, 2
(Hs.
um 1474
):
Secht an, kain pabst, kain bischoff wirt mer heylig, das kumpt, das das groß unrecht vor got ist, das lang gewert.
Vetter, Pred. Taulers
268, 19
(
els.
,
1359
):
Hie vor moles als ich die heiligen bruͦdere sach die den orden in der strengheit hielten.
Ebd.
107, 13
(
E. 14. Jh.
):
usser diser goben wúrcketent die heiligen marteler daz sú froͤlichen den tot littent durch Got.
Barack, Zim. Chron.
3, 375, 40
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
wie die hallig jungfraw den lewen wer fürgeworfen worden.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
2, 13
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Red und werch der heilgen väter | ist pei dir bestätt ie stäter | nach der prophecien sag.
Klein, Oswald
3, 43
(
oobd.
,
1422
):
Ain heilger leib, | hiess sant Johanns baptista, ward enthoubet.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
23, 18
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Derselb orden wardt durch den heyligen vattern pabst Calixto pestat.
Ebd.
168, 34
:
Derselb Rorar wart todter gen Salltzburg gefuert und zu anndern fromen, seligen, heiligen vettern und bischofen begraben.
Roth, E. v. Wildenberg
44, 2
(
moobd.
,
v. 1493
):
nach dem allen fuͦgt sich der heilig sand Ruͦprecht auf bet des hertzogen mit schiffung ab auf der Donawͦ.
Turmair
4, 870, 19
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Der heilig kaiser sant Marcus Antonius Pius, vergöttung oder heiligmachung.
Luther, WA
15, 186, 20
;
24, 159, 26
;
31, 1, 314, 22
;
Große, Schwabensp.
42a
, 35;
Chron. Köln
1, 5, 23
;
Gropper. Gegenw. 3v,
17
;
Rosenthal. Bedencken
20, 5
;
Küther, UB Frauensee
132, 31
;
Langen, Myst. Leben
168, 16
;
Gille u. a., M. Beheim
53b
, 16;
Rupprich, Dürer
1, 160, 118
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
145, 3
;
Koller, a. a. O.
90, 10
;
97, 25
;
Vetter, a. a. O.
75, 12
;
103, 8
;
Hauber, UB Heiligkr.
1, 610, 20
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
32, 3
;
Sappler, H. Kaufringer
16, 121
;
Grossmann, a. a. O.
48, 36
;
Maaler
221r
.
Vgl. ferner s. v.  2,  2,  1,
1
 6,  2,  3, ,  1.
3.
›das göttliche Heil, die göttliche Gnade bringend / spendend‹;
vgl. (
das
4,  4.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,  9, (Adj.) 15,  1, .
Syntagmen:
der heilige segen, die heilige betrachtung / ehe / einsiedelkeit / gabe / gottesgeburt / menschwerdung (gottes) / taufe / wunde, das heilige ding / kreuz
(häufig)
/ leiden (christi) / nachtmal / sakrament
(häufig)
/ werk
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 327, 29
(
preuß.
,
1478
):
so knecht adder magt im awgste addir hewslagk zcum sacrament der heiligen ee greyffen wollen.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
419, 10
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
nu segen mich ouch sîn bluot sô rôt, | die negele drî, die heiligen vünf wunden.
Quint, Eckharts Pred.
2, 386, 3
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Was grosser werdichkeit vnd selichkeit Got vns geben hat durch seyn heilge menschwerdung.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 4
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Kunnig Karle enbudet üch mit mir / das ir yme üwer dochter zu der heyligen ee geben wollent.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
15, 41
(
omd.
,
1487
):
hett adam nicht gesundiget, ßo wer kein vordinstlicher orden auff erdenn, den der heiligen ehe.
Reichert, Gesamtausl. Messe
31, 20
(
Nürnb.
um 1480
):
der altar bedeut das heylige kreutz unsers herren Ihesu Cristi.
Ebd.
142, 7
:
ob der priester allein die vier wort sprech hoc est corpus meum, es wuerd dennoch da das heilig sacrament.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
108, 27
(
Nürnb.
1548
):
Wen̄ du zum heyligen Sacrament gehest, solt du anderst nit dencken / Den̄ du trinckest vnserm lieben Herrn Christo / auß der geoffneten seyten.
Vetter, Pred. Taulers
123, 29
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
die [...] hoͤhste bereitunge were das ich [...] húte den werden Got enpfinge in dem heilgen sacramente.
Roloff, Brant. Tsp.
1134
(
Straßb.
1554
):
Gott der Herr woͤll dein alzeit pflegen | Und dir geben seinen heiligen segen.
Sappler, H. Kaufringer
2, 225
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er
[ein Jude]
gedacht im [...], | wie er zuo dem paubst wolt gaun, | cristengelauben von im haun | und den hailigen tauf enpfachen.
Ebd.
26, 150
(Hs.
1472
):
Es ist pillichen, das man ere | das hailig creuz edel und here, | wann gott daran erstorben ist.
Andreae. Ber. Nachtmal
18v
, 7 ([
Augsb.
]
1557
):
Ob in dem hayligen Nachtmal der warhafftig Leib vnd bluͦt vnsers Herrn̄ Jesu Christi / dargeraicht [...] werd.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
7, 16
(wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
dan es [lesen] ist auch ain hailige gab Gottes, welche man zu seiner goͤtlichen ehre in demuͤtigkeit vn forcht des hertzens brauche.
Klein, Oswald
113, 18
(
oobd.
,
1438
):
wër da gaistlich ist bedacht, | [...] solt bitten rain | Den got, der alle creatur | beschaffen hat und uns erlost | mit seines hailgen todes kur.
Luther, WA
30, 3, 89, 6
;
Lau, Qu. Neuß
242, 31
;
v. d. Lee, a. a. O.
13, 25
;
66, 38
;
Thür. Chron.
15r
, 13;
Reichert, a. a. O.
140, 24
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
45
;
Roder, Hugs Vill. Chron.
151, 3
;
Vetter, a. a. O.
126, 6
;
Anderson u. a., Flugschrr.
10, 8, 9
;
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
148, 30
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
63, 24
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
2, 29
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
196, 25
.
4.
›von Sünden befreit, begnadet, selig; unbefleckt, rein‹;
vgl. (
das
5, (Adj.) 3.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 3, (Adj.) 8, , , , .
Syntagmen:
j.
(Subj.)
h. sein / werden, jn. h. machen
;
j.
(Subj.)
sich als h. dünken
;
die heilige sele
.
Wortbildungen:
heiligmacher
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 295, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Nû wænent sich etlîche liute, daz sie gar heilic sîn und gar volkomen.
Eggers, Psalter
35, 5
(
thür.
,
1378
):
Met deme heiligen wirs tu heilik, vn̄ mit deme vnschuldigen wirs tu vnschuldik.
Strauch, Par. anime int.
118, 5
(
thür.
,
14. Jh.
):
vrege eine heilige sele wes si for allin dingin begere.
Göz. Leichabd.
175, 5
( 
Jena
1664
):
Aus der Troͤstung Gottes ihres Vaters / aus der Liebe Christi ihres Erloͤsers / aus dem Friede GOttes ihres Heiligmachers.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
70
(
Nürnb.
1517
):
Wann darumb hat er sich selbst für sie aufgeopfert, domit er sie beheiliget, hat sie rein gemacht mit dem wasser im wort des lebens, domit er selbs im die kirchen erlicht machet, das sie nit het weder mackel nach runzel [...], sunder das sie sei heilig und unbefleckt.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 46
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Dise einikeit ist weselich in vns von naturen, weder wir sint guͦt oder boͤse, vnd sv́ machet vns sunder vnser zuͦtuͦn noch heilig noch selig.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
197, 237
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Auch dunkchen sich soleich menschen als heylig vnd als lawtter.
Luther. Hl. Schrifft. Weish.
7, 22
;
Quint, a. a. O.
2, 449, 11
;
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
19, 3
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
446
;
Bauer, Imitatio Haller
60, 5
.
Vgl. ferner s. v.  1,  3.
5.
›gottesfürchtig, gottgefällig, fromm, den religiösen Regeln folgend‹.
Syntagmen:
h. leben / heissen / scheinen / sein, jn. h. halten
;
jn. für h. achten / rümen
;
heilige leute, der heilige beichter / christ, die heilige (kloster)frau / person, das heilige leben
.
Wortbildungen:
heiliglebendig
›ein gottgefälliges Leben führend‹ (um 1476).

Belegblock:

Luther, WA
8, 227, 13
(
1521
):
Die heyligen alhie heyssen nit die ym hymel seynd, von wilchen die schrifft selten redet, ßondern gemeyniglich von denen, die auff erden leben, die do glewben yn got und durch den selben glawben gottis gnad und geyst haben, davon sie heilig genennet werden, alß wir alle sein, so wir glewben warhafftig.
Ebd.
17, 2, 11, 6
(
1525
):
Heylig aber heysst, das alleyn zu Gottis dienst und ehre gerichtet ist, und des alleyne Gott gebraucht, drumb ist das woͤrtlin ,Heylig‘ also zuverstehen, das wyr ynn uns Gott sollen lassen alleyne wircken und seyn eygen heyliges werckzeug seyn.
Ebd.
51, 648, 97
(
um 1535
):
Heilige leute mussen viel leid.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
5, 16
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
Er sol auch lûterlich vergeben | schult, missetât unt widerstreben, | sô mac er weben | ein heilec leben. | sîn herze ist gotes tempel eben.
Reichert, Gesamtausl. Messe
90, 15
(
Nürnb.
um 1480
):
dann Cristus sey nicht anders noch meer gewesen denn ein lautter mensch, als eyn ander mensch, der eyns heyligen lebens gewesen sey.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
68, 16
(
Nürnb.
1548
):
Darum̄ so merck / du seyest so from̄ vnd heylig du woͤllest / so wird Got solcher fromkleyt halb / dich nit erhoͤren.
Ebd.
248, 1
:
wo wir andere leut sehen / so mit solchen sünden / die vns schwer duͤncken nit beladen sind / achten wir sie für heiliger vn̄ from̄er.
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 887 (˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Wann das gesagt würt in der statt / | Das yeder priester selber hatt | Gestrichen sich seer vß andacht, | Dann halt man vns in grosser acht, | Das wir so heilig sind vnd frum.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
8, 9
(
Straßb.
1650
):
Jch hatte gelesen, daß die Theologi Heilige vnsträffliche Leute sein solten; befande aber im werk, daß [...] viel derselben [...] in vnversöhnlichem Haß vnd Neid [...] lebten.
A. à S. Clara. Glori
44, 6
(
Wien
1680
):
wann man im Krieg nicht koͤnnte fromm und heilig leben / haͧtte Zweiffels sonders Christus der HErr gedachten Hauptmann gesagt / er solle Abschied nehmen.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
98, 6
(
tir.
,
1464
):
die selbige heilig chloster frau die gieng wider an ir gepët alain.
Luther, WA
8, 35, 5
;
28, 99, 32
;
36, 365, 31
;
Quint, Eckharts Pred.
1, 161, 3
;
2, 219, 1
;
Franck, Decl.
341, 11
;
Dietrich. Summaria
18v
, 7;
20v
, 16;
Bihlmeyer, Seuse
218, 3
;
Lauchert, Merswin
32, 31
;
Niewöhner, Teichner
383, 13
;
Moscouia E2r,
29
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 517
.
Vgl. ferner s. v.
1
 1,  2,  2,  9.
6.
›zum Heil auserwählt‹;
vgl. (
das
5.

Belegblock:

Anderson u. a., Flugschrr.
19, 18, 19
([
Eilenb.
]
1524
):
Ach sagt der pphet / Du liebes volck / die dich heilig vñ gut heyssen / betriegen dich.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 3
[A], 3 (
nobd.
, Hs.
3. V. 15. Jh.
):
O künigliche priesterschaft, die gotes hant | du bist genant, | ein heilig volc erweltez.
7.
›für die christliche Religion (und speziell für den christlichen Kultus) eine besondere Bedeutung besitzend (durch einen spezifischen Gottesbezug); auf das Göttliche verweisend; das Göttliche symbolisierend; eine besondere Gottesnähe bezeichnend‹; vor allem bezogen auf besondere Orte, Zeiten und (Kult-)Gegenstände;
vgl. am ehesten (
das
5.
Phraseme:
der heilige tag
›kirchlicher Feiertag‹;
der heiligen drei nägel tag
›Karfreitag‹.
Syntagmen:
der heilige altar / feiertag / ort / ostertag / pfingsttag / rok / tempel, die heilige erde / feier / nacht / stat / zal / zeit, das heilige brot / bündnis / ding / fas / gotteshaus / grab / land
.

Belegblock:

Oorschot, Spee/Seifert. Proc.
490, 23
(
Bremen
1647
):
daß jhr die Henckerey auff dem Altar / zu Entweyhung der Heyligen Oerter / woltet an jhr mit allen schand Ceremonien treiben lassen.
Lau, Qu. Neuß
33, 15
(
rib.
,
1590
):
Von den wirtsheuseren und herbergen und wes sich die wirt mit weinschenken auf sontag und heilige tag und sonst zu verhalten hetten.
Rueff, Rhein. Ostersp.
2154
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
Ir lieben frunde, wil uns nu der herre in gotlicher wise | ist gegeben zu eyner spise | uff diß helge oisterlich czyt.
Dubizmay, kurß zu Teutze
1, 3
(
hess.
,
1463
):
Am Donnerstag nach der heilge drey kung-dag.
Knape, Messerschmidt. Bris.
27, 12
(
Frankf./M.
1559
):
ruͤstet er [Brissonetus] sich all gemach / zu der bilgerschafft des Heiligen Lands.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
40, 6
(
omd.
,
1487
):
Wÿ dem allen ist ÿe billich, das sich ehliche lewte an heilgen tagen vnd zceitten enthaldenn.
Wolf, Norm im sp. Ma.
37, 27
(
omd.
,
v. 1496
):
dy heiligen vasten, dy sich anhebet von der heiligen driy konige tag bis czu virczg tagen an vnderlaß, dy der herre mit syner heiligen vasten hat geheiliget.
Stackmann u. a., Frauenlob
2, 17, 16
(
schles.
, Hs.
14. Jh.
):
heilic alter, uf dich goz | Got sin öl und sinen cresem.
Reichert, Gesamtausl. Messe
146, 15
(
Nürnb.
um 1480
):
die weyl der priester die ding pfligt zethun in dem ambt der heyligen messe.
Lemmer, Brant. Narrensch.
99, 162
(
Basel
1494
):
Der edel fürst Maximilian | Wol würdig ist der Roͤmschen kron | Dem kumbt on zwifel jnn sin handt | Die heilig erd / vnd das globte landt.
Michels, Murner. Badenf.
14, 20
(
Straßb.
1514
):
Do bi verstand das hellig brot, | Das got durch in verwandlen lot.
Bobertag, Eulensp.
87, 8
(
Straßb.
1515
):
Die LI histori sagt wie Ulenspiegel wollen schluͦg vff ein helligen tag darumb das der tuͦch macher im dz verbotten het das er kein montag fieren solt.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
464, 8
(
halem.
,
1509
):
Sy soͤllend ouch deheinen pfennig seyen, noch beschrotten, ouch dehein kupfer noch moͤsch mit silber anloͤten, an allein heillige vaß.
Kottinger, Ruffs Adam
5891
(
Zürich
1550
):
Der zorn gotts nach sinr heilgen zal | ist g’ordnet üch zum drittenmal, | nach siner güete angeseen.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 180, 23
(
schwäb.
,
1522
):
der hertzog [...] sprach: „Du waist wol, daz ich mich gelobt hab mit dreyhundert pferten zuͦ dem heiligen grab zuͦ reiten?“
Spechtler u. a., Frnhd. Rechtstexte
1, 235, 1
(
moobd.
,
1524
):
was hinfuran zu ostern vor der Heiligen drey Nagel tag, ochssen zu slahen erlaubt werden.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 232, 5
(
München
1586
):
Sie giengen wol vmb das heylig Grab, | Der Stein war schon geweltzet ab.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 290, 5
;
2, 618, 14
;
Rueff, a. a. O.
542
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
117, 16
;
Karnein, Salm. u. Morolf
591, 3
;
Anderson u. a., Flugschrr.
15, 9, 1
;
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
5, 9
;
Ermisch, Sächs. Bergr.
19, 3
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
14a
, 30;
Schnurrer, Urk. Dinkelsb.
4, 569
;
Fastnachtsp.
346, 25
;
Reichert, a. a. O.
86, 7
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
1, 22
;
Eschenloher. Medicus
10, 3
;
Langmantel, Schiltb. Reiseb.
106, 8
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
71, 3
;
Voc. Teut.-Lat. n iiijv.
Vgl. ferner s. v.  1,  1,  3,  1,
1
 1, , .
8.
mit Bezug auf Gefühle und Gemütsbewegungen: ›auf das Göttliche ausgerichtet und von allem Weltlichen abgewandt‹;
vgl. am ehesten (
das
5.
Syntagmen:
die heilige begierde / bulerei / einfaltkeit / ere / hofnung / minne
.

Belegblock:

Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
12a
, 8 (
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
als der hirzz den ser dvͤrstet lehtzzet nach dem wazzer also dvrstet meī sel nach got dem lebendigem brvnnen O heiligev minne O minniclichev svzze.
Schmidt, Rud. v. Biberach
21, 16
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Der in wendig mit heiliger begirde brvͥnt, der ist bereit ze einem ieklichen guͦten werke.
Steer, Schol. Gnadenl.
5, 139
(
halem.
,
15. Jh.
):
drú ding, die bewaͤrent gnaͮde in dem grunde sin. Daz erste ob in dem hertzen aͮn arbait vs quellent als ain wallender sod guͤte gedenk vnd hailige begirde.
Luther, WA
17, 2, 489, 31
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
114
;
Bihlmeyer, Seuse
218, 6
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
72, 27
.
9.
›zum Kirchen- oder Klosterbesitz gehörig‹.

Belegblock:

Müller, Nördl. Stadtr.
234, 12
(
schwäb.
,
1489
):
es sol niemand dhain holtz an die gassen uf den freilos legen, [...] sonder uf sein grond und mistat und ob er die nit hat, uf den heiligen mist tragen lassen.
Leisi, Thurg. UB
5, 531, 24
.
10.
nahezu formelhaft besonders zur Bezeichnung des mittelalterlichen deutschen Reiches und seiner Repräsentanten; ursprünglich wohl: ›von Gottes Gnaden, von Gott gegeben‹; auch zur Bezeichnung der Kirche und ihrer Institutionen; dann mit fließendem Übergang zu 11.
Gehäuft Rechtstexte.
Syntagmen:
der heilige keiser / könig, die heilige gerechtigkeit / gewalt / krone, das heilige amt / (römische) reich
.

Belegblock:

Köbler, Ref. Franckenfort
85, 7
(
Mainz
1509
):
Eyn jglicher der vō Burgermeistern Schoͤffen vn̄ Rat zu Frāckenfurt mit dem fürsprechen ampt an des heiligen rychs gericht vff genommen vn̄ zuͦgelassen wirdet.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
66, 24
(
thür.
,
1474
):
Wir Frederich, von gotiß gnaden herczoge zcu Sachßin, des heylgen Romischen richs ertczmarschalgk.
v. Birken. Erzh. Österreich
67, 51
(
Nürnb.
1668
):
Der Ausgang dieses Kriegs [...] ware mit der heiligen Gerechtigkeit einstimmig.
Grundmann u. a., A. v. Roes
194, 31
(
alem.
,
15. Jh.
):
O verstúndent sy und werent nit undanckbor der großen gaben des heylgen riches, durch das sy gebreytet und erhoͤhett sint.
Ebd.
196, 9
:
zuͦ mynnern den heyligen gewalt, der do one zwifel von der ordenunge des heyligen geystes noch der wandelunge der zyt und noch der notdurfft und verdienen der lúte geordent und gepflegen wurt.
Vetter, Pred. Taulers
232, 23
(
els.
,
1359
):
Es ist genuͦg das si iren heiligen orden halten wellen als verre als si múgen.
V. Anshelm. Berner Chron.
3, 394, 30
(
halem.
,
n. 1529
):
des punts band, welches ir [Berner] [...] mit hoͤchster ufrechtikeit mit dem heiligen Roͤmschen stuͦl behalten hond.
Morrall, Mandev. Reiseb.
24, 19
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
In dem selben zitt fuͦr der hailig kúng Ludwig von Franckenrich in des Soldons land.
Turmair
4, 645, 10
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Sicilien und ander obg’nant insel, [...] sein si zulest von dem heiligen römischen reich und den teutschen kaisern abgerissen [...] worden durch anrichten der römischen geistligkait.
Behrend, Magd. Fragen
20, 25
;
Weise. Jugend-Lust
101, 9
;
v. Birken. a. a. O.
86, 48
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
45, 40
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
147, 12
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
81, 42
.
Vgl. ferner s. v.  1, ,  13,  1,  4.
11.
in attributivem Gebrauch eine besondere Wertschätzung und Verehrung der Bezugsgröße, die an sich schon religiös markiert ist, durch den Sprecher ausdrückend; ohne eindeutig erschließbare eigene Bedeutung.
Syntagmen:
der heilige glaube, die heilige christenheit / gemeinheit / gerechtigkeit / kirche
.

Belegblock:

Thür. Chron.
13r
, 5 (
Mühlh.
1599
):
die Verfolger der heiligen Christenheit / die plagte Gott mit Hunger / Pestilentz / Erdbedem / Hagel / Plitz / Donner.
Gille u. a., M. Beheim
69, 34
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das sy den heiligen glaubm | in rechter warhait sunder taubm | der welt melden peganten.
Reichert, Gesamtausl. Messe
94, 17
(
Nürnb.
um 1480
):
alles das, das die muter der heyligen cristenheyt gelaubt, setzt, gebeut oder verbeut, das wir das gelauben sollen, das es uns geboten und verboten sey von Got dem allmechtigen.
v. Birken. Erzh. Österreich
86, 48
(
Nürnb.
1668
):
mit der versicherung / daß sie selber [...] auch von GOtt dem Allmaͤchtigen / welcher die wahre heiligste Gerechtigkeit selber sey / grossen Lohn dafuͤr zuerwarten / haͤtten.
Eichler, Ruusbr. steen
426
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
so erkiesent die getruwen knehte die gebot gottes zvͦ haltene, daz ist gehorsam zvͦ sinde gotte und der heiligen kirchen.
Ders., Ruusbr. obd. Brul.
1, 484
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
er ist demuͤtig vnd het ere zvͦ der heiligen kirchen vnd zvͦ den sacramenten.
Wolf, Norm im sp. Ma.
36, 24
(
oobd.
,
1486
):
Dy gelerten sullen das gotlich ampt volpringen nach ordnung der heiligen romischen kirchen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
19, 16
(
moobd.
,
1478
/
81
):
In der zeit ward getauft Lucius aus Britany von dem zwelften pabst Eleutherio. Der erweitert und auspraitt ser den heiligen kristenlichen gelauben.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
1, 24
(
tir.
,
1464
):
die liecht der heiligen christenlichen kirchen, die da vor süllen gen vnd leüchten.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
3498
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
614
;
Schönbach, Adt. Pred.
11, 29
;
Mathesius, Passionale
36v
, 24;
Langen, Myst. Leben
157, 13
;
Bernoulli, Basler Chron.
4, 206, 14
.
Vgl. ferner s. v.  5,  17.
12.
›verehrungswürdig, erfurchtsvoll, erhaben; nicht gewöhnlich‹; anschließbar an 10 und 11.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , (Adj.) 1, (Adj.), , , .

Belegblock:

Harsdoerffer. Trichter
3, 255, 24
(
Nürnb.
1653
):
Hehr und heilig hoͤchst geacht [...]. Heilig wird genennet was von gemeinem Gebrauch abgesondert ist / also sagt man / daß das Gelt so man den Armen giebet / seye geheiligt / und heischen die Armen ein Heiliges Almosen.
Göz. Leichabd.
303, 3
( 
Jena
1664
):
so daß HORST mit Ruhm und Preiß wie uͤberschuͤttet lebte / HORSTENS Nahme allen Musen heilig uñ zuverehren schiene.