abgescheidenheit,
die
.
›Abkehr, Losgelöstheit von den die Hinwendung zu Gott störenden Haltungen und Gegebenheiten der Welt‹; zum part. Adj.
abgescheiden
;
vgl. (Adj.),  7.
Texte der Mystik des 14./15. Jhs.
Bedeutungsverwandte:
 3,  2, ,  1, .
Syntagmen:
die a. begeren / bedenken; der a. heischen; in a. stehen / sein, auf a. bleiben, sich mit a. keren zu jm., von a. sprechen; innige / lautere / blosse / ledige / ware / unbewegliche / grosse / volkommene a.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
402, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wan daz beste, daz an der minne ist, daz ist, daz si mich twinget, daz ich got minne, sô twinget abegescheidenheit got, daz er mich minne.
Ebd.
412, 3
:
Disiu unbewegelîchiu abegescheidenheit bringet den menschen in die groeste glîcheit mit gote.
Quint, Eckharts Pred.
1, 170, 8/9
:
Bekante der geist sîne blôze abegescheidenheit, er enmöhte sich ûf kein dinc geneigen, er enmüeste blîben ûf sîner blôzen abegescheidenheit.
Ruh, Bonaventura
355, 28
(
orhein.
,
um 1480
):
begerende vnd bedenckend die heilge einsidelkeit vnd die abgescheidenheit.
Bihlmeyer, Seuse
192, 18
(
alem.
,
14. Jh.
):
Daz erst bilde ist ein lidiger vonker von der welt lústen und von súntlichen gebresten, sich vermúgentlich ze keren uf ze gote mit emzigem gebete, mit abgescheidenheit und mit tugentlichen bescheiden uͤbungen.
Vetter, Pred. Taulers
92, 1
(
els.
,
14. Jh.
):
Die nu gegriffen kundent die nehste und die woreste bereitunge zů dirre enpfenglicheit des minneclichen heiligen geistes, und die do rechte one mittel inbringent den heiligen geist in einer hohen wisen, daz ist wore abgescheidenheit.
Quint, Eckharts Trakt.
422, 7
;
430, 12
;
438
ff.;
Quint, Eckharts Pred.
2, 528, 5
;
Eichler, Ruusbr. obd. Brulocht II,
2002
;
Bihlmeyer, a. a. O.
59, 29
;
388, 14
;
Strauch, Schürebrand
8, 22
;
39, 8
Var.;
Vetter, a. a. O.
11, 18
;
55, 24
;
Banz, Christus u. d. minn. Seele
114
;
Nicklas, Seuse.
1914, 105
;
Waldschütz, Meister Eckhart.
1978, 344-348
; Heidrich in
Schaefer, Traktat v. Abegescheidenheit.
1956
.