V., unr. abl.;
das Bedeutungsspektrum wurde nach folgenden Gesichtspunkten gegliedert: 1-3 ‘etw. konkret aus etw. anderem herausbrechen’, 4-10: ‘aus Einbindungen aller Art heraustreten, -brechen’, 11-12 ’von einem Ort oder aus einer Richtung (ab)weichen’, 13-17 ‘sich zeigen, als existent erweisen’.
6.
›ausbrechen, hervorbrechen, hervortreten, herausströmen (von geistigen und religiösen Bezugsgrößen, darunter von Gott)‹; Ütr. zu
5.
Vorwiegend Texte der Mystik des 14. Jhs.
Belegblock:
Ziesemer, Proph. Cranc. Jes.
62, 1
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
wil ich nicht ablasen so lange, daz syn gerechtir uzbreche als eyn glantz.
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
nâch dem êrsten ûzbruche der gotheit, dâ der sun ûzbrichet von dem vater.
daz neizwaz gar heimlîches und verborgens und verre dar enboben ist in der sêle, dâ ûzbrechent die krefte vernünfticheit und wille.
in dem êrsten ûzbruche, dâ diu wârheit ûzbrichet und entspringet, in der porte des goteshûses, sol diu sêle stân.
Von götlîcher mügentheit brichet ûz diu wîsheit.
Jostes, Eckhart
22, 32
(
14. Jh.
):
da sich di gotheit gab in unser frauwen vernunft alzemal, wan si bloz und lauter waz, do si got in sich enpfinch. Von der uͤberfuͤlle der gotheit prach ez uz und floz uͤber in den leip unser frauwen und wart gepildet ein liht von dem heiligen geist in unser frauwen leip.
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
, Hs.
1359
):
dise froͤide die ist als gros das sie inwendig qwilt reht als ungehaben win, der brocht in dem vasse. Es ist besser das es usbreche, denne das die nature ze krank werde.
es si hochfart oder unkúschikeit, has oder nit oder des glich, die brechent us.
Es waz dez ewigen lebens ein usbrechendú suͤssekeit nach gegenwúrtiger, stillestender, ruͤwigen enpfintlicheit.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
34, 12
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
du pist ordenleichen reichund nach dem verhaissen | des vaters das ausprechen des hailes.
Dehnhardt, Metaphorik d. Mystiker.
1940, 71
f.;
Zirker, Bereicherung d. dt. Wortsch.
1903, 86
.