abschatzen,
oobd.
abschätzen
,
V.
1.
›jm. etw. (z. B. als Lösegeld, durch hohe Abgabeverpflichtung) abzwingen, abnötigen‹; offen zu 2.
Vorw. md.

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
12112
(
rib.
,
1444
):
dat yme syn guyt wirt afgeschat.
Wyss, Limb. Chron. U
145, 25
(
mfrk.
,
1393
):
obe sẏ ẏn ẏt abeschatzeten von brantschatzunge.
Kurz, Waldis. Esopus
3, 100, 6
(
Frankf.
1557
):
Das sie [Papisten] vns mit der heilgen feier | Vnd jr fuͤr bitt han gefatzt, | D mit vnsern schweyß schier gar abschatzt.
Opel, Spittendorf
353, 45
(
osächs.
,
um 1480
):
das abeschatzte gelt, das von den pfennern genommen was.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
1439
(
omd.
,
1338
):
dy [...] ir gut | In schatzten ab mit harme.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
12, 4
(
omd.
,
n. 1474
):
wo der pfalczgrafe babist Johannes fyng vnd [...] yme LXX thüsent düccaten abe schaczte.
Turmair
5, 580, 30
(
moobd.
,
1522
/
33
):
wan der über sogetane schuld und haischung [...] ain so unbeschaiden guet und gelt abschätzen und haben hat wölln.
Wyss, a. a. O.
83, 3
;
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
134, 8
; Dietz, Wb. Luther
26a
.
2.
›etw. unterschlagen, jn. um etw. betrügen‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 550, 9
(
rib.
,
1396
):
wir haven der gemeinden sint der zijt, dat he gevangen geleigen hait, wale geschait und afgeschat 500 m.
Ebd.
2, 553, 20
.
3.
›etw. (auf eine bestimmte Weise) betrachten, einschätzen, behandeln‹.

Belegblock:

Mayer, Folz. Meisterl.
51, 7
(
nobd.
,
um 1480
):
Ob ir an falsche galle | Und auch an neides düke | Nit weget lib noch gunst, | Sunder daz ir das recht ab schaczet eben.
Trübner, Dt. Wb.
1, 26
.
4.
›jn. von dem ihm verliehenen Gut entfernen, ihm kündigen‹.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
399, 13
(
m/soobd.
,
1702
):
welche [...] ain solchen bößwicht auß dem dorf verjagen oder, so es ain paur, ohne verschonung abschäzen wüerdt.