machen,
V.;
nach :
Ein breüchig wort zuͦ allerley
, d. h. ein Nähewort mit breitem Bedeutungsspektrum und dichter Vernetzung der einzelnen Bedeutungsansätze; keine Möglichkeit einer eindeutigen Zuordnung eines Großteils der Belege; hohe Phrasematisierungsaffinität.
1.
›etw. tun, machen, treiben, in einer bestimmten Weise handeln, verfahren‹.
Gehäuft obd.
Phraseme:
jn. machen lassen
;
nicht viel, nicht lange mist mit jm. machen
›sich nicht viel mit jm. abgeben, wenig Umstände mit jm. machen‹.
Bedeutungsverwandte:
 12, ,  23, (V.) 1, .
Wortbildungen:
machete
›Machenschaften‹,
machman
›Initiator, Anstifter, Helfer‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1527
):
sondern, wie ers machte, so wolten sie es anders haben.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
schreibt nach eurer glegenheit! | [...] | Sonder macht, was jhr selbst wolt than!
Was macht jhr in meim Hauß? | Hat euch der Teuffel geführet rein.
Lemmer, Brant. Narrensch.
28, 1
(
Basel
1494
):
Solt gott noch vnserm willen machen | Vbel ging es jn allen sachen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 337, 25
(
Hagenau
1534
):
Es sey eyn boͤses weib / es koͤnde yhr niemandt zuͤ dancke thun / wie man es auch macht so taug es nit.
Ebd.
444, 31
:
ist eyn reycher kauffman zuͤ yhm kommen / der sich gewundert hatt / was der alle tag auff der brucken mache / und yhn gefraget / was er da suche?
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
sidtomal er fuͤrnemlich widerwaͤrtiger pratick, [...], ein machman sie gewesen.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
daz wer nŭt wyßlich gmacht, daz du dahinn ryttest.
Ders., Morgant (
halem.
,
1530
):
Ruolland, der im nŭt vast vertruwet, macht nŭt vyl mit im.
Wyss, Luz. Ostersp.
6617
(
Luzern
1545
):
Judas [rett] Nun schwygend still vnnd land mich machen!
Rennefahrt, Wirtsch. Bern (
halem.
,
1649
):
wird erkannt,
dz solche macheten und unzimliche vergleichungen allen ... meisteren, [...], ... allerdingen abgestrickt und verbotten [...] sein.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1524
):
also macht ein rath nit lang mist mit inen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
231, 19
;
v. Keller, a. a. O. ;
Gilman, a. a. O.
2, 133, 22
;
Andreae. Ber. Nachtmal
115r, 4
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz ;
2.
›etw. machen, herstellen, verfertigen, durch Arbeit effizieren; etw. durch Arbeit zu etw. umgestalten‹; als logische Objekte begegnen (prototypisch) feste, seltener kontinuative Gegenstände unterschiedlichster Art, z. B. Bauwerke, Städte, Waffen, Geschirre, Kunst- und Gebrauchsgegenstände, Arzneien, Speisen, Getränke, Materialien; vgl. die Syntagmen. Bei Übersetzung ins Nhd. ist je nach Objekt zu variieren, z. B. ›bauen‹ (von Gebäuden); ›gründen‹ (von Städten); ›herstellen (von Gebrauchsgegenständen)‹; ›zubereiten (von Speisen)‹; ›etw. herrichten (von Plätzen)‹ usw.; meist mit effiziertem, vereinzelt mit affiziertem Obj.; vgl. die Belege.
Phraseme:
das kreuz machen
;
jm. (die) ban machen
;
jm. den weg, die steige machen
;
jm. füsse machen
;
jm. eine nase machen
;
etw
. (z. B.
die ecke
)
in den senkel machen
›nach der Bleiwaage herstellen‹ (lat.:
ad perpendiculum facere
);
jm. einen affenschwanz machen
.
Bedeutungsverwandte:
1
 1.
Syntagmen:
fenster / krapfen / pillen / schanzen / schuhe / waffen m., einen / den galgen / käse / palast / weiher / plaz
(dies affiziert)
m., eine / die abendspeise / arbeit / burg / kirche / müle / salbe / stat m., ein / das bild / gewürke / gezelt / haus / pulfer m., geschir / gestüle / öl m., aus kupfer gold, aus wasser wein, aus schlacken zin m., die stat zu einer festung, brot zu brot m., einen haufen mit etw. m., jm. ein ewiges leben, götter, ein kleid m
.;
an etw
. (z. B.
an den brücken
)
machen
›mit der Herstellung von etw. beschäftigt sein‹;
das gemachte ding
;
die macht des machenden
;
das natürliche machen
.
Wortbildungen:
machscheit
›Hohlscheit, Salbenspatel‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1530
):
das sie nicht so zu faren vnd mit yhrem vnzeitigen drucken mir vnlust vnd den andern einen affenschwan̂tz machen.
Ebd. (
1538
/
40
):
Sie machen uns nur eine Nasen mit den wortten: Die Kirch hatts gethan.
Ders. Hl. Schrifft.
2. Mose 32, 1
(
Wittenb.
1545
):
Auff / vnd mach vns Götter / die fur vns her gehen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
593, 2760
(
Magdeb.
1608
):
DAruͤmb rath ich man geb nicht nach / | Das der Feind vmb vns Schantzen mach.
Ebd.
658, 4765
:
Vnd
[der Fürst]
macht seinen Meusen die bahn / | Als ob man sehe Berg vnterghan.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
gemein naturlich Brot / so erst vß der erden gewachsen / vnd folgends durch die menschen hend zu Brot gemacht wordenn.
Beckers, Bauernpr.
59, 10
(
Köln
1515
/
18
):
SEnt Clemens schriefft vñ spricht. Jch wyll vch machen eyn ewichs leuen.
Lehmann, Rezeptb. A
1848
(
pfälz.
,
1470
):
menge daz / vnder einander vnd lege daz dar / vff
(auf die Nekrosen)
in einem machscheit.
Dietrich. Summaria
18v, 2
(
Nürnb.
1578
):
sie fasten vil / solches ist nit der meinung geschehen / das sie damit jnen ein weg zum himel machen.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Geh hin vnd mich zu friden laß! | Oder ich mach dir Füß.
Ebd. (
um 1600
):
Wilwalt sicht auf, Erschrickt, macht das Creutz für sich.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
28, 14
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
so ist die rede alzemale dez gemahten dinges dü maht des machenden.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
swaz der mentsche isset oder trinket, daz machet er in im selben ze flaisch und ze bluͦte.
Cirurgia H. Brunschwig
24rb, 10
(
Straßb.
[
1497
]):
dz [puluer] do gemaht würt vß de͂ gedoͤrten erd oder regen wurmen.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Und ließ den platz machen
[›herrichten‹],
dă der louff beschechen sott.
Kottinger, Ruffs Adam (
Zürich
1550
):
dann alle eck, tryangel, winckel | hand g’stellt und gmacht in senckel.
hail. altvaͤter (
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
das sy ainen grossen huffen mit durre͂ holez mache sin.
Bauer, Geiler. Pred.
102, 14
(
Augsb.
1508
):
Wenn ain maister seim knecht ain arbaitt für gibt zuͦ machen / so nun der knecht das selb macht. daz im bevolhen ist / wer wolt [...].
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1550
):
Und seind der zimerleut, so daran gemacht, 243 und 201 tagwercker gewesen. haben all auf ainen tag daran gemacht.
Ebd. (zu
1549
):
man hat auch schon drei tag an den bruggen gemacht.
Rauwolf. Raiß ([
Lauingen
]
1582
):
vil Seydenflicker / die schoͤne gewürck machen / alß Borten.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
253
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Ain engel vnd ain mensche die machen etzwaz aber si schephen nicht.
Niewöhner, Teichner
693, 24
(Hs. ˹
moobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
ein iglich maister muß besorgen | dy materi zw den sachen. | das ist ein natürlich machen.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
do sein vater Belaws starb, do macht er aus lieb ein pild und gleichnus nach seinem vater.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
muesten die leut [...] viech ziehen, imp setzen, paumgärten züglen, weier machen lernen.
Bauer, Imitatio Haller
43, 12
(
tir.
,
1466
):
Wand Jesus Kchristus [...] würt dir czaigen sein trostung, ist das du im in dir ain wirdige wanunge machen pist.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
166, 22
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1307
;
J. W. von Cube. Hortus
84, 41
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
104, 12
;
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
87, 4
;
Kurz, Waldis. Esopus ;
Hajek, Gůte spise
44
;
Keil, Peter v. Ulm
248
;
Bachmann, Haimonsk. ;
Dreckmann, H. Mair. Troja
37, 28
;
3.
›jn. / etw. (aus nichts, aus vorausgesetzten Bezugsgrößen, z. B. aus den Elementen, aus der Rippe; aufgrund seiner Machtvollkommenheit) schaffen, kreieren, bewirken‹; von Gott (auch vom
wort
) als logischem Subj. und von der Welt, dem Menschen als logischen Objekten gesagt; für die Personen der Trinität gilt negativ: weder
gemacht
, noch
geschepft
, noch
geboren
, sondern
gehende
(s. u.
Steer, K. v. Megenberg. Sel
39
; Vorlage:
procedens
).
Texte der Sinnwelt ,Religion‘, auch der Didaxe.
Bedeutungsverwandte:
 2, ,  2, , , , .
Wortbildungen:
machlich
›schöpferisch, kreierend‹.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Creare. Schoͤpffen schaffen formieren stalten machen staltigen bilden.
Luther, WA (
1521
):
also macht und zubricht got ein creatur durch die andern.
Ebd. (
1533
):
weil er
[Gott]
zuvor ein schoͤnen menschen draus gemacht hat [...], so [...].
Ebd. (
1537
/
8
):
alles, was gemacht ist, das ist durch dasselbe Wort gemacht.
Ders. Hl. Schrifft.
Joh. 1, 3
(
Wittenb.
1545
):
Alle ding sind durch dasselbige [Wort] gemacht / vnd on dasselbige ist nichts genmacht / was gemacht ist.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
vnd viss der ribbe macht he eyn wijff.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
Christus des Lebendigen Gottes Sun / der die Sonn geschaffen vnnd gemacht hat.
Steer, Schol. Gnadenl.
3, 262
(
rhfrk.
,
1375
):
Got der sach an alle ding, die er gemachet hatte vnd si waren gar gut.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mk. (
osächs.
,
1343
):
di tage des betrûpnisses werden alsulche di nie gewesit sint von dem beginne der crêatûren, di got machite
[
Luther
1545:
geschaffen hat
]
biz nuͦ.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
233, 2
(
Nürnb.
1548
):
was hast du fur huͤlff vnd beistand? nemlich den Herrn / der dich gemacht hat / Nicht schlecht gemachet / wie er alle menschen schaffet / vnd macht.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
179, 21
(
els.
,
1362
):
Wenne vnser lip us vier elementen ist gemaht, so fasten wir zuͦ vier ziten dez jares, daz dise vier elementen von gotte in vnserme libe in rehter ordenunge werdent behalten.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
152, 16
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
ez enist niht müglich, daz dekein creature [...] erhaben müge werden zuo einem höchern grat, ez si denne, der die nature gemachet hat unde geordent hat, daz ez der tuowe.
Schmidt, Rud. v. Biberach
165, 6
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Si [spise] heisset ein machlich, want si maht mit ir ein alle, die si nement.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
3, 7
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Creatur ward nie gemachet, | die die gothait hab umbvachet | als dein junkfraulicher leib.
Ebd.
33, 18
:
als got beschuf in anegeng | höch, tif, licht, finster, weit und eng, | der sun was anvang der anveng. | mit seiner / hant zu machen | all form, er pildet kürz und leng.
Steer, K. v. Megenberg. Sel
36
(Hs. ˹
moobd.
,
1411
˺):
Der vater ist von nymant gemacht noch geschepht noch geporn.
Ebd.
207
:
aigenschaft der sel, das sy nicht wirt gemacht mit dem leib von der natur als der leib, [...], sy wirt von got geschepht vnd in gegossen dem leib.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
249
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
die checzer die da sprachen, er wër ain macher oder ein werichman vnd nicht ain scheppher. Wider daz spricht die heylige schrifft: Ain scheppher vnd nicht ain werichman, daz yem gelaubt daz er die werlt von ainer ee gewesen matery gemacht hiet, wann der ist ain scheppher der von nichte etzwaz machet, vnd schepphen aygenleich zu reden ist etzwaz von nichte machen.
Dubizmay, kurß zu Teutze
4, 11
;
Williams u. a., a. a. O.
102, 23
f.;
Sexauer, Schrr. in Kart.
223, 12
;
Baptist-Hlawatsch, a. a. O.
680
.
4.
›etw. bilden, formen, hervorbringen, in bestimmter Weise gestalten‹.
Obd.
Phraseme
(hierher?):
got machen
vom Prieser im Zusammenhang mit der Verwandlung in der Messe gesagt (a. 1385; ).
Wortbildungen:
machung
3.

Belegblock:

Reichert, Gesamtausl. Messe
146, 13
(
Nürnb.
um 1480
):
was [Wandlung] man pfligt zethun mit kreutze machunge
[›Schlagung des Kreuzes‹]
und mit vil grossen heyligen worten.
Sudhoff, Paracelsus (
1529
/
32
):
du machest dir in deiner fantasei ein abergot.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
daß der Lech vil flüß machte und allenthalben auslüffe.
Ebd. (
1544
/
5
):
Als aber die Huni des kaisers fleis, so er in machung
[Aufstellung der Schlachtordnung]
des kriegs spitz und ordnung seiner kriegsleut (angekert), gemerckt und gesehen haben, do [...].
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
6, 13
(
noobd.
,
1347
/
50
):
woͤlle wir sagen von den kraizzen, daraus man die gegenwertigen speram macht von kuͤnsten.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
98
(
oobd.
,
1607
/
11
):
von einem wilden schweinkopf, da der lingke waffenzan so krumb gewachsen, daß er ein gantzen zirckel macht.
Ebd.
2142
:
ein pfaw, [...], schreitt und macht eine wannen mit seinem schwaiff von rechten federn.
5.
›(ein Buch, ein rechtsrelevantes Dokument, generell: einen Text) konzipieren, verfassen, niederschreiben‹; vereinzelt auf den Realhintergrund eines Textes bezogen, dann: ›(js. Taten) aufzeichnen und dadurch ein Buch herstellen‹; auch: ›an etw. arbeiten‹; als Spezialisierung zu 2 auffaßbar.
Bedeutungsverwandte:
,  14.
Syntagmen:
einen brief / psalmen / reien, eine grammatik / historie / tafel, ein buch
(mehrmals)
/ lied m
.,
der wein die tragedie m.
;
an einem buch machen
;
jm. viele landrechtes m
.
Wortbildungen:
machbrief
›Urkunde über ein rechtsrelevantes Dokument‹ (a. 1411ff.),
macher
4 (1. H. 16. Jh.),
machung
4.

Belegblock:

Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
daz sprichet magister Macelluͦs, dere dem konige vele lantrechtes het gemaket.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, 3. Dr. 14. Jh, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
ein monich [...]. Der machte di beste lide unde reien in der wernde von gedichte unde von melodien.
Opitz. Poeterey
13, 2
(
Breslau
1624
):
Eschilus [...[ / dem Sophocles vorgeworffen / der wein hette seine Tragedien gemacht / nicht er.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
392, 10
(
els.
,
1362
):
Dirre Paulus schribet in der lamparter hystorien die er selber hat gemachet, das [...].
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Der brieff ward gemacht und besiglet von Karly und dem marschalck geben.
Bauer, Geiler. Pred.
96, 27
(
Augsb.
1508
):
die dreü kindt in dem bachoffen / die da machten den psalmen Benedicite omnia opera domini domino.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
so machen sie iren weibern guͦt heuratbrief.
Ebd. (
1563
/
4
):
da seind wir verursacht worden, solche ordnung zuͤ geben, und ain tafel gemacht, wie volgt: [...].
Ebd. (
1544
/
5
):
diser zusamenfiegung viller handlung vnd machung dises buchs ist die fürnemest vrsach die gebrechlichkait mänschlicher natur.
Ebd. (
1536
):
so mans rechnet, so hat ain zunft 18. jar an der zunft buch gemacht.
Kohler, Ickelsamer. Gram. (wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
Was sol man ain Grāmatic [...] den Teütschen, die jr nichts achten, [...], schreiben oder machen?
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Dise liny, [...], pis auf den heiligen kaiser Hainrich, [...], will ich ir gesta und getat nacheinander machen.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Das erst puech der Baierischen chroniken, geteutscht und gemacht durch Johannsen Aventinum.
Spiller, a. a. O. ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .
Vgl. ferner s. v.  2,  2.
6.
im Bereich ,Sexualität / Zeugung / Geburt‘ in verschiedenen Verwendungen:
a) ›mit einer Frau schlafen‹.
Syntagmen:
mit
frau
als Akk.obj. d. P.
b) ›(eine Frau) schänden‹.
Syntagmen:
im Beleg ohne Obj.
c) ›(Kinder) zeugen‹ (unklar, ob vom Mann oder von der Frau gesagt; ütr. auch auf Tiere bezogen).
Bedeutungsverwandte:
vgl.  24.
d) ›(ein Kind) zeugen‹ (vom Mann gesagt).
Syntagmen
(in Anlehnung an die Reihenfolge der Belege):
jm
. (z. B.
ir, der schwester
)
jn.
(z. B.
ein kind
) /
etw
. (unbestimmt)
machen, an jm
. (z. B.
an dem weib
)
jn
. (z. B.
einen son, Salomon
)
machen, in der mutter leib jn. machen, jn
. (z. B.
ein kind
)
machen
.
Wortbildungen:
macher
5.
e) ›(ein Kind) gebären‹.
Syntagmen:
z. B.
ein meidlein machen
.
f) ›(einen Vogel) aushecken‹.
Syntagmen:
die krähe keinen dolen machen
.

Belegblock:

Zu a):

Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Schaff dir ein Haus / das gemacht ist / vnd ein Fraw / die noch zu machen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
da kam der beck und macht sein frauen ain mall und vermeint, es wer sein magt.

Zu b):

Ebd. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
und er hett in
(den
mädlin
]
die scham mit den fingern geöffnet und darnach gemacht.

Zu c):

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
2. H. 15. Jh.
):
seine kinder machten fort kinder, [...], und seine enkel machten im fort urenkel.
Lemmer, Brant. Narrensch.
49, 20
(
Basel
1494
):
die dochter ist der muͦtter glich | [...] | Der krebs glich wie syn vatter trytt | Es macht keyn wolff / keyn lemblin nytt.

Zu d):

Lichtenstein, Lindener. Rastb.
162
(o. O.
1558
):
alle notwendigkeyt von Adams zeyten, unsers ersten machers.
Morrall, Mandev. Reiseb.
18, 10
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Gang zuͦ dem grab zuͦ diner frowen und sich was du ir habest gemachet.
Ebd.
44, 24
:
Bersabee stifftet Urias wib, an der kúng David Salomon machet.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
etlich leutt hetten darfür, der Weys hab den jungen Meixner an der Meixnerin selb gemacht.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
dar umb, daz sein
[des
Mercurius
]
kint, die er macht in der muoter leib, wol gespræch sint.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
und machten Noe und sein drei sun Sem, Kam, Jaffet und ire kinder kinder in der zeit so vil kinder, das [...].
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
[Hercules] macht da ein sun an der künigin Omphale.
Vgl. ferner s. v. (
der
1.

Zu e):

Lutz, Buch Alfadol
52ra, 6
(
obd.
,
n. 1478
):
Die frawe wirt ein meidlein machen.
Spanier, Murner. Narrenb.
39, 87
(
Straßb.
1512
):
Wel am meisten kinder macht, | Die würdt aͤptissen hie geacht.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
so ist mein Frau noch junck, sie mag noch wol mer Kinder machen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Kinder Machen / kinder gebaͤren.
Bolte, a. a. O. ;
Spanier, Murner. Narrenb.
77, 39
.

Zu f):

Spanier, Murner. Schelmenz. Vorr.
76
(
Frankf.
1512
):
Jch hab des sprich worts dick gelacht, | Das keyn kreg eyn dullen macht.
7.
›etw. durch gezielte Tätigkeit erarbeiten, gewinnen, erwerben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Maaler (
Zürich
1561
):
Gaͤlt Machen / das ist gaͤlt loͤsen. [...] Pecuniam Facere.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
13. Jh.
):
wo er aber das nit thuen könnt, so soll er [...], oder soll sie innerhalb 14 tagen aus den markt ziechen und auch der belaitigten hult machen.
8.
›(ein Heer, eine Flotte) aufstellen, ausheben‹.

Belegblock:

Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
da machten die Venediger aber ain groß volk auf dem waßer und auf dem land.
Ebd. (zu
1529
):
also macht man volk und schlueg umb am montag nach Jakobi.
man wollt vil knecht machen.
9.
›sich in bestimmter Weise entwickeln, einen bestimmten Lauf nehmen, sich ergeben‹.
Vielfach berichtende Texte.

Belegblock:

Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
160, 10
(
rhfrk.
,
um 1435
):
wurde sich das zü eym stryde machen / so besorgen ich jr nemen einen argen kauff dran.
Neumann, Rothe. Keuschh.
130
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
ein formunde ubir Egipten lant | wart her [Josephe] van derselben sache | die sich also begunde mache.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
):
do sich der krieg also ie machen wolt [...], do [...].
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
15. Jh.
):
[ob] eins vogtes sachen sich also machen, das er selber bitten wurde, inn ledig ze lassen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
da macht es sich, das der Jllsung und Hörlin mit ainander im raut auff stiessen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Doch warden im in der tayding vil gueter gelub versprochen, wie sich die sach machet.
Wyss, Limb. Chron. ;
Froning, Alsf. Passionssp.
251
;
Grossmann, a. a. O. ;
Roth, E. v. Wildenberg .
10.
›sich bei einer Rechenoperation aus den Summanden ergeben; sich auf etw. belaufen, mit der Gesamtheit der Summanden oder einer einzigen Vergleichsgröße gleich sein, dieser quantitativ entsprechen, etw. betragen‹; vereinzelt auch von dem Ergebnis eines Zeichenprozesses gesagt (s. u. Dürer).

Belegblock:

Mendthal, Geom. Culm. (Hs. ˹
preuß.
,
A. 15. Jh.
˺):
Das wer als czu vumfczen molen czwenczyck, machin 300, das wer eyn morgen.
Ries, Rechenb.
A 5v, 23
(
Erfurt
1522
):
so hastu als dan den halben teyl: sam volgende exmpel erleutern werden. [...] Halb 7892 macht 3946.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
der umbgang der Sonnen in der Ecliptica, macht 1. Jahr.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
um 1500
):
thu awch ein strich von vnden herawff. So macht eß ein krewtz awff dem oberen grünen strich.
Memminger Chron. (
Ulm
1660
):
Siben Pfund hlr. machen just vier Gulden.
Rauwolf. Raiß ([
Lauingen
]
1582
):
fart biß inn Cypern, (dahin noch in 1300 [meiln] seind / deren 3 ein Frantzoͤsische leucam oder meiln machen).
Henisch (
Augsb.
1616
):
Asper / Ghaspar, ein Tuͤrckisch oder Griechisch muͤntz / deren 40. ein thaler machen.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
des ward auf sein begern ein anschlag gemacht, das macht ein gar grosse summa guldein.
Zingerle, Inventare (
tir.
/
vorarlb.
,
1425
):
von erst, also er geschaffen hat duͦrch seiner seel hail willen [...], macht cxxvi r. gulden.
Ries, a. a. O. F 4r, 7;
Rupprich, a. a. O. ;
11.
›etw. machen, veranstalten, vornehmen, vollziehen‹; das prototypische logische Objekt bilden Verbalsubstantive mit aktivischer Bedeutung oder semantisch vergleichbare Ausdrücke; bei Übersetzung ins Nhd. ist je nach Objekt zu variieren, z. B. ›etw. aussprechen‹ (von der Acht); ›etw. halten‹ (von der Predigt usw.); teils kann ein Verb angesetzt werden, z. B.
lachen / jamern / jubeln
für
gelächter / jamer / jubel machen
.
Phraseme:
viel / vergebene worte machen
.
Syntagmen:
feierabend / geklänge / gelächter / geschrei / jamer / jubel / ungebärde / unruhe / zweifel m., einen / den abendtanz / auflauf / kauf, (eine / die) acht / anzeigung / flucht / herfart / hochzeit / kästigung / predige / rechnung / sünung / warnung, ein / das begräbnis / spiel / zerwürfnis m
., [sich]
gedanken m., jm. einen schlag / ausris m., e. S
. (Dat.)
einen schein m
. ›eine Wahrscheinlichkeit verleihen‹,
die geburt so lange m
. ›hinziehen‹,
unz [...]
.
Wortbildungen:
macher
6 ›Vollzieher, Austeiler des Sakramentes‹,
machung
5.

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp.
123
(
ohess.
,
1501ff.
):
her schultheys, macht ir den slagk, | do sich eyn iglicher nach richten magk.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
mache ich mir gar keinen zweiffel, es werden deren viel seyn.
Böhme, Morg.R.
15, 20
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
die bey jhren lebzeiten jhnen die gedancken gemacht / daß sie zuvor jhr leben versorgen / und hernach sich zu GOtt bekehren wolten.
Opitz. Poeterey
11, 9
(
Breslau
1624
):
Es wird kein buch / keine hochzeit / kein begraͤbnuͤß ohn vns gemacht.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. (
Bamb.
1507
):
wenn die vorgemelten argkwenigen teyl ein gnugsame anzeygung zu peynlicher frag machen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
620, 13
(
els.
,
1362
):
Do noch begunde er dem folke eine lange bredige machen von der froͮden des himelriches.
Warnock, Pred. Paulis
26, 260
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Sid nun der bös niesser und der bös macher des sacramentz mit ainer straf sond gestraft werden von gott.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
daz ir werdet [...] begnúgt in aller einualt: die do wirckt durch vns die machungen
[Var. 1475
2
–1518:
würckung
;
Luther
1545, 2. Kor. 9, 11:
dancksagung
]
der gnaden zuͦ got.
Maaler (
Zürich
1561
):
Guͦt spil Machen / Sich mit einem ergoͤuchen [...] / fatzen.
Andreae. Ber. Nachtmal
80v, 1
([
Augsb.
]
1557
):
jrem furgeben kunden sy dennocht ain schein machen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1563
/
4
):
fragten wir den doctor, wenn wir wolten feirabent machen.
Ebd. (
1536
):
[Hans Wittig] was warhafftig, macht nit vil vergebne wort.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Plinius spricht, daz diu perinne dar nâch daz geporn flaisch lecke und mach die gepurt sô lang, unz si glider gewinne.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Künig Conrat macht ain herfart in das land zu Bayren auf den hertzog Ornolden.
das niemant kainerlaj geschray, gelächter oder jubel machte.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
235, 5883
;
Müller, Nördl. Stadtr. ;
Rupprich, Dürer ;
Spiller, a. a. O. ; ; ; ;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
323
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
41r, 18
.
Vgl. ferner s. v. ,  4,  3,  1.
12.
›etw. (einen Zustand) bewirken, herbeiführen‹; im direkten Objekt stehen Zustandsbezeichnungen (z. B.
unglük
), vereinzelt auch Verbalsubstantive mit passivischer Bedeutung (z. B.
ruf
: ›daß j. verrufen ist / wird‹).
Phraseme:
jm. den garaus machen
;
jn. zu schanden machen
;
etw. zu nichts machen
.
Syntagmen:
kurzweile / unfrieden / unglük m., recht zu unrecht m., aus eigenem willen eine reputation m., leiden
(Subj.)
lon / tugend m., jm. mut, einen ruf, eine weiche haut, den tod m
.;
der machende wille
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ez sint zweͤne sinne ze nemenne an dem willen: der ein ist ein zuovallender wille und ein ungewesenter wille, der ander ist ein zuoverhengender willen und machender wille und ein gewenter wille.
J. W. von Cube. Hortus
84, 42
(
Mainz
1485
):
Camillen blomen machen dem menschen eyn sanfft weich hüt do mit gebadet.
Sermon Thauleri
6ra, 2
(
Leipzig
1498
):
vorbirg dich vor de͂ gesturme außwendiger werck. vñ inwendiger gedancken wan sie vnfride mache͂.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
nobd.
,
um 1600
):
Wolt doch zu schanden machen nit | Die Junckfraw vnd Ehr alles liedt.
Maaler (
Zürich
1561
):
Jm selbs ein muͦt Machen oder schoͤppffen.
Langen, Myst. Leben
223, 4
(
nobd.
,
1463
):
leiden machet / vil lones in himelreich, leiden machet / vil tugent an dir.
Sappler, H. Kaufringer
20, 24
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
er [vorsprech] kan mit seiner zungen swachen, | das recht zuo ainem unrecht machen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
und clagt zu seinen geltern, daß sie im unrecht tun hetten, dann sie hetten im ain ruef gemacht.
Ebd. (zu
1552
):
also daß euch nit weniger weder jemants anderm die eusseriste straff auf dem hals ligen und der garaus darob gemacht und sovil geschaft wirdet.
Ebd. :
daß man [...] den allgemeinen beschwerden verhoffenliche endtschaft machen kann.
Ebd. Anm. 1 (o. J.):
welche [...] aus aignem willen inen selbs gern ain reputation und anhang erschöpfen und machen.
Rot
285
(
Augsb.
1571
):
Abolirn, abtuͦn / außleschen / durchthuͦn / durch streichen / zu nicht machen.
Schönbach, Adt. Pred. ;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
120, 17
;
Gille u. a., M. Beheim
23, 52
;
13.
›jn. / etw. zu etw. bringen, veranlassen‹; die veranlaßte Handlung bzw. der veranlaßte Vorgang stehen im Infinitiv.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.
Syntagmen:
jn. grausen / schlafen / schwitzen m., das fleisch wachsen, das herz brinnen, die wunde eitern, die geburt leicht kommen m., jm. glauben machen, als [...]
; mit
zu
:
[sich] zu schelten m
.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1619
):
Von Jesus lieb ich schier verschmacht, | Mein hertz er hefftig brinnen macht.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
72, 1
(
Frankf.
1535
):
Der steyn einer frawen an die mauß gehenckt so sie geberen sol / macht er die geburt leichtlich kommen.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Wasser macht weder Tantzen noch springen.
Cirurgia H. Brunschwig
20rb, 16
(
Straßb.
[
1497
]):
soltn habe͂ vngentu͂ fustum / das do mu͂dificieret vnd fleisch macht wachsen.
Ebd.
31ra, 26
:
das puluer [...] machet ouch die wunden fin eytern.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
By miner trŭw, vatter, du machst dich zeschälten.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wilt dû den slâfen machen, der in ainer suht ligt, sô nim alraunpulver.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 183
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
mach uns dahin dringen, | da erklingen englische singen.
Klein, Oswald
26, 73
(
oobd.
,
1427
):
Planck und ain schreiber, der was tëglich truncken, | die machten grausen meinen leib.
Moscouia
D 1r, 39
(
Wien
1557
):
dem machten zway der ansechlichen Raͤtte / des Schatzmaister vnnd Jacoben Masur weyber glauben / als hetten sy [...].
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
25
;
Klein, a. a. O.
26, 82
.
14.
›bewirken, verursachen, bewerkstelligen, was in einem Objektsatz mit
das
(Inhaltssatz, oft mit konsekutiver oder finaler Nuance) ausgesagt wird, machen, daß etw. geschieht, ein Zustand eintritt, j. etw. tut‹.

Belegblock:

Pfefferl, Weigel. Ges.
30, 7
(
Hamburg
1646
):
der glaube machts das das geseze auf vnd angehet.
Rueff, Rhein. Ostersp.
216
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
o vergifftige slange, daz
[auf
schliessen
der
hymelpart
]
mecht du, | mit daz der selbe ist mentsche worden.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
168, 21
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Als das Grymmyner gehort er machte mit syner künst / das der wechter zü stünt entslieff.
Schmidt, Rud. v. Biberach
165, 12
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Dvͥ salbung des Heiligen Geistes maht, daz der mensche versmacht dvͥ nidren ding.
Maaler (
Zürich
1561
):
Auferwecken / Erheben / Machen das einer aufstadt.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
172
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
wie er [tewfel] daz mach daz wir den sunden sagk lieb haben vnd die sele versawmen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
613, 3376
;
Wyss, Limb. Chron. ;
Tiemann, a. a. O.
151, 34
;
Opitz. Poeterey
42, 33
.
15.
›etw. (unterschiedlicher Art, z. B. Beulen, eine Frucht) hervorbringen, hervorrufen; jn. zum Inbegriff einer ihn bestimmenden Qualität (z. B. zu einem Dieb) machen‹.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Abir want der same werde | dâ nicht vil in gûte erde, | des machte er ouch keine vrucht.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
257b, 16
(
Frankf./M.
1649
):
Muß man alles daß jenig auß dem Mittel raumen / [...] / damit nicht die Gelegenheit diebe mache.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Vnd die anreitzung zu der lieb, | Als man sagt, Hurn vnd Buben macht.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 73, 1
(
Hagenau
1534
):
die ruͤthe bricht keyn beyn entzwey / machet auch keine beulen.
Sappler, H. Kaufringer
14, 530
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
und truckt si vast an seinen leib | und machet aus der magt ain weib.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Einen weltweisen machet nicht ein langer bart.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
so warden dardurch vil witiben und waisen und armer lewͦt gemacht.
v. Keller, a. a. O. .
16.
›etw. (Bezugsgrößen unterschiedlichster Art) so werden lassen, wie es durch das objektbezogene präd. Attr. charakterisiert wird, bewirken / machen, daß etw. wie wird‹.
Syntagmen:
etw. baufällig / feist / feste / ganz / gering / gros / klar / kräftig / kurz / rein / ruhig / sänfte / schwarz / trüb / unmächtig / weit / zeitig m
., z. B.
den brief unmächtig, das herz rein / ruhig, die frucht zeitig m., sich etw
. (z. B.
das leben
)
sauer m., die suche
›Krankheit‹
sich lang m., jm. etw
. (z. B.
die rede
)
bekant m., etw. mit etw. zusammmen m.
›mischen‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1536
):
Et nostra ratio, quae hindert, hinder sich zeucht, ut das gering mach.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Man sal ouch dicheine buͦrch buͦwen noch dorfe vestere machen.
de [richter] suͦlen des pawes gerichte veste machen mit Jreme r
i
echte.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
151, 5
(
rhfrk.
,
um 1435
):
da ginge er vff ein ende / vnd machte sin antlitze swartz far.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
wilche ir [suster] die woche vollenbrenget, des samsdages sal siz allez rein machen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
60, 9
(
Frankf.
1535
):
Augsteyn gstrichen über die blöden augen machen sie klar.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Damit macht die dein Leben sawr.
Eggers, Psalter
48, 11
(
thür.
,
1378
):
Dv hast veist gemacht
[
Froschauer
1530:
begeussest ...
;
Luther
1545, Ps. 23, 5:
salbest
]
in dem oley min houbit.
Neumann, Rothe. Keuschh.
5555
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
di lude werden krang | unnd di suche sich machet lang.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
33, 5
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Der lenze sprach, er erquicket und machte güftig alle frücht; der sumer sprach, er machte zeitig und reif alle frücht.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
230r, 6
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Wenn du dy wunde der haut hast weiter gemacht, das [...].
Fastnachtsp. (
nürnb.
,
15. Jh.
):
Mit künsten reicher erznei, | Die künnen mit bewerten sachen | Di langen tutten kürzer machen.
Dreckmann, H. Mair. Troja
12, 19
(
oschwäb.
,
1393
):
nu waz zu den zeiten Troy nit alz groz alz siu her nach gemachet ward.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
[exempel] wöliche dise beschreibung kräfftig machen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
46, 14
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
tue mir die warhait jehen, | mach mir die red nur pas bechant!
Beckers, Bauernpr.
57, 28
;
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
13a, 10
;
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
187, 74
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. .
Vgl. ferner s. v.  1,  5, (V.) 13, .
17.
›e. P. (auch: sich selbst) so werden lassen, wie es durch das objektbezogene präd. Attr. charakterisiert wird, bewirken / machen, daß j. wie wird‹; auch: ›jn. wie darstellen, erscheinen lassen‹.
Phraseme:
sich breit machen
;
mach lang
›leg dich hin‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 11.
Syntagmen
(jeweils mit präd. Attr.):
jn. arm / reich / flüchtig / from / frölich / geneigt / gerecht / günstig / irre / minniglich / rein / selig / vogelfrei / gehend / sehend m., ein weib schwanger m., jn. des zweifels frei, aus einer klage los, gegen jm. abhold, von bilden ledig, von etw. abtrüllig, von malazen gesund m., jn. lustig machen, zu [...], jn. jm. abfällig / abhändig / gleich / untertänig m., jn. der stat dingpflichtig m., sich kek / verdächtig / schön m., sich der schulden los m.,
˹
jn. kindisch / manlich / ungeschaffen m
˺. ›jn. darstellen, erscheinen lassen als [...]‹.
Wortbildungen:
machung
6.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Superbire Stoltziren hochtraben sich breit machen prangen.
¶ Captare beneuolentiam Gutwillig gunstig geneigt machen.
Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die lamen machet her geende.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
denn wir machten die arme Soldaten / [...] / mit wenig Wein froͤlich.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
12, 10
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
do du am ersten dein löblich weib namest, fandest du sie frum oder machestu sie frum?
Sermon Thauleri
4va, 2
(
Leipzig
1498
):
dz man sich enttzihe vnd ledigk mache vonn [...] allen bildenn des vorstants.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
du, Hertz, magst dich machen keck, | Sie anreden.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
du enpfohest den woren Gottes sun, sinen waren [...] lichamen und sin heilig weschende reine machende bluͦt.
Schmidt, Rud. v. Biberach
170, 23
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Daz sint die gotformig wuͥrkvnge, die vns glich machent gotte.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Das in Ihesus e zestunt | Gemacht von malaczen gesunt.
Bachmann, Morgant (
halem.
,
1530
):
man könde den tŭffel nŭt so ungschaffen machen, als sy was.
Ders. Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
ich bin nŭt so kindtsch, wie du mich machst.
Maaler (
Zürich
1561
):
Einen von seinem fürnemmen Abtrüllig machen / Von seiner meinung bringen.
Die sach hat mich gar vnruͤwig vnd verwirt Gemacht.
Die weyber schwanger Machen.
Rot
318
(
Augsb.
1571
):
Inflammation. Entzündung / erhitzung / inbruͤnstig machung.
Klein, Oswald
13, 31
(
oobd.
,
1416
?):
wenn si
[Maria]
uns an dem jungsten tage machet los | aus manigvaltiklicher klage, michel gross?
Ebd.
54, 8
(
um 1408
?):
So schon, sprach des maiers dieren all niden auff der banck, | mach lanck, geselle mein, hab immer danck.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
157, 19
;
Behrend, Magd. Fragen, Beil. zu ;
Mathesius, Passionale ;
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
143, 13
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
169
;
Bell, G. Hager
88, 2, 7
;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Bachmann, Haimonsk. ;
Lauater. Gespaͤnste
69v, 9
;
Wolf, Norm im sp. Ma.
45, 45
;
Eis u. a., G. v. Lebenstein
30, 15
;
Roth, E. v. Wildenberg ; ;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
114, 16
.
Vgl. ferner s. v.  2,
2
 2,
1
 2,  1,  2.
18.
›etw. aufgrund eines Anlasses vereinbaren oder kraft Amtes anordnen, festlegen, bestimmen‹; im einzelnen z. B.: ›(Frieden) schließen‹; ›(einen Bund) schließen‹; ›(einen Rat) ernennen‹; ›(eine Versammlung) einberufen‹; ›(ein Gesetz) beschließen und erlassen‹.
Berichtende Texte, oft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
 7,  2,  1, , , , .
Syntagmen:
frieden, einen ausschus / bund / pakt / rat / tag(fried) / vertrag, eine einung / ordnung / satzung, ein selgeräte / testament / verbot m
.;
machen, das [...]
(mehrfach),
etw. machen, zu
[+ Infinitivsatz];
jm. etw
. [einen Betrag als Sold]
m
.
Wortbildungen:
macher
7,
machung
7.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
di gemeine machten einen nuwen rat unde regirten di stat nach irme sinne.
Ebd. U (
1371
):
want ich bẏ diser [...] ordinacien dises vurgeschreben testamentis unde bẏ der kore unde machuͦnge [...] diser vurgeschreben testimentẏrer unde hantgetruwen gesen unde gehort han alle dise vurgeschreben ding.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
81, 13
(
omd.
,
1487
):
Auch sollen kinder [...] ÿre eldern vormanen [...] ÿr Testament vnd selegerethe zcu machen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
663
(
schles. inseldt.
,
1480
):
erber lewte haben das alzo gemat vnd entschecht, alzo alz ys ist geschreben worden.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
):
ob man eines ratz bedürft, daz er den machet.
Warnock, Pred. Paulis
6, 24
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Du bist der, durch den die macher der gesetzten underschaident und bekennent, daz guͦt und gerecht ist.
Fuchs, Murner. Geuchmat
3775
(
Basel
1519
):
Die [boͤse wyb] mit dem zunfft meister alle sachen | Vff der matten sollendt machen
(es geht um den
gouchradt
).
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
So haben wir vß redlichen vrsache͂ vns darzuͦ bewegende / gemacht vnd geordnet / das die stieffbruͤder [...] / das gelassen erb vnd guͤt deß abgestorbnen glichlich miteinandern erben.
Schib, H. Stockar
89, 33
(
halem.
,
1520
/
9
):
Uff das jar hatt mian gemacht aim burgemm(iaster) 20 ℔.
Edlib. Chron. (
ohalem.
,
um 1500
):
biss dz [...] der römsch künig dazumal den nüwen bund zwüsschend dem huss under herschaft österrich und den von zürich macht.
Maaler (
Zürich
1561
):
Mit einem ein pact oder vertrag Machen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
do schickt man ain potschaft gen Landshuet da ward geredt und gemacht, daß die stat solt still sitzen.
Ebd. (zu
1537
):
adj. 16. jenner ist ain erber rath, [...], gesessen, [...] und das (bot) gemacht die gotzen hinweck zethun bis auf [...] weitern beschaidt.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Er machte auch dahin, das zwelf ritter dar solten wonen mit iren frawen.
Moscouia
C 2r, 8
(
Wien
1557
):
durch welche Heyrat die Littn verhofft ainen friden zumachen.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1625
):
wo sich [...] rumor begibt, da soll man mit des pflëgers willen 14 tag fridt machen, [...], obs aber auf den tag nit vertragen wurden, weiter ain tag ze machen, damit die sach zu gericht kombt.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
43, 16
(
mslow. inseldt.
,
1497
):
Mer gemacht vnnd alśo betracht, das ein Jetzlich Kindt nach der tailung fray vnnd ledig iśt Zue laśśen.
Ebd.
45, 10
(
1503
):
Welche machung, der obgemelte Orißlan nit gehalten hat. Darumb eine beśonder machung vnnd willkür geśchehen iśt.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. ; ;
Vgl. ferner s. v.  6.
19.
›jn. durch rechtlich befugtes, durch machtpolitisch oder religiös begründetes, auch durch opportunes Handeln zum Träger einer Funktion erheben, machen‹; vereinzelt: ›jn. durch sein Handeln zum Vertreter einer fingierten Größe, z. B. zu einer
abgöttin
, degradieren, machen‹; mehrfach mit Abwertung der Person, dann: ›jn. zu etw. abwerten, erniedrigen, machen (z. B. zum
toren
)‹; offen zu 22.
Syntagmen
(mit doppeltem Akk.):
jn. (einen) advocaten / babst / bischof / genossen / grafen / hauptman / herren / könig / keiser, eine abgöttin / helferin / königin m
.; mit
zu
:
jn. zu einem bischof / christen / got / herren / könig / poeten / hauptman, zu ritter, zu einem vater, einem erben, einer mutter
, (negativ:)
zu affenmäulern / gäuchen / narren / toren, zu einem betriesen / hüneresser m
.

Belegblock:

Anderson u. a., Flugschrr.
12, 3, 22
(
Wittenb.
1522
):
[Aristoteles] macht eynem
(hier mit Dat.)
vil ehr tzu einem hunner esser / dan Christen.
Luther, WA (
1521
):
der glawb macht yhn tzu meynem got.
ich wil Hertzog Georgen nicht zum herrn haben [...], ehe denn Gott yhn mir zum herrn macht und setzt.
Ebd. (
1544
):
Sie werden [...] mit einem schoͤnen, gleissenden scheyn kummen und euch zuͦ affenmeulern machen.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1854
(
rib.
,
1444
):
Den [Aristotiles] machen ich mynen advocait.
Schwartzenbach
O iijr
(
Frankf.
1564
):
Verfuͤren. Abfuͤren [...] Einen zu eim Buben machen.
Opitz. Poeterey
7, 9
(
Breslau
1624
):
das ich vermeine / man koͤnne iemanden durch gewisse regeln vnd gesetze zu einem Poeten machen.
Bell, G. Hager
112, 1, 26
(
nobd.
,
1592
):
abimelech gar balte | machtens zu eim kinig ge wis.
Franck, Decl.
352, 26
(
Nürnb.
1531
):
als darumb / das er die leut zu narren macht.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
130, 13
(
els.
,
1362
):
Dirre Sabestianus waz so wol geminnet von den keysern daz sú in hettent herre gemaht úber daz oberste hofegesinde.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
dirre mahte sinen sun [...] keyser zuͦ Rome.
Goldammer, Paracelsus
7, 170, 24
(
1530
):
Daß [...] ein ieder mensch sich selbst zu einem vatter und mutter soll machen.
V. Anshelm. Berner Chron.
6, 11, 17
(
halem.
,
n. 1530
):
Maria ein gmeine abgoͤtin gemacht mit unzelichem dienst, beten, fîren.
Maaler (
Zürich
1561
):
Einen zum bettrisen Machen. [...]. Einen zum erben Machen.
Langmantel, Schiltb. Reiseb. (
oobd.
,
n. 1427
):
der Edigi macht meinenn herren den Czeggra chönig.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
105, 1943
;
Wyss, Limb. Chron. ;
v. Keller, Amadis ;
ders., Ayrer. Dramen ;
Williams u. a., a. a. O.
164, 13
;
Fuchs, Murner. Geuchmat
599
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
19, 61
;
Weber, Füetrer. Poyt.
61, 10
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. ;
Roth, E. v. Wildenberg ; ;
Piirainen, Stadtr. Sillein
35b, 38
.
20.
›(jm., einer Einrichtung) etw. übertragen, vermachen, stiften, zuteilen, zukommen lassen (z. B. aus Gründen der Versorgung e. P., der Sicherung des Seelenheiles halber, aus je anderen Gründen)‹; auch: ›jm. etw. übergeben, überreichen‹; offen zu 21.
Gehäuft ˹wobd. / oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte˺.
Phraseme:
jm. seinen lon machen
›zukommen lassen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 1,  1,  2, ; vgl.  10,  3,  3,  10,  3,  4,  10.
Syntagmen:
(
jm
. / [einer Einrichtung])
den hof, die morgengabe / heimsteuer, das haus / land
, [einen Betrag]
geldes m., jm. etw. zu morgengabe m
.;
der gemachte zins
.
Wortbildungen:
machebrief
(a. 1411; dazu bdv.: vgl. ).

Belegblock:

Enders, Eberlin ([
Eilenb.
]
1524
):
dan kompt der teuffel, vnd treibt vns fur vnd fur durch seine procuratores, biß das wir yhnen hauß vnd hoff vnd allen lust der werlt machen got zu ehren.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
488, 7030
(
Magdeb.
1608
):
Gott wird jhm seinen lohn wol machen / | Dem befehlen wir alle sachen.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1311
):
swenne in vͥnser stat [...], froͮwen oder man, gelthaft werdent [...], daz die ir guͦt, [...], ir wiben oder ir kinden [...] geben old machen nuͥt muͥgen.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 244, 19
(
halem.
,
1490
):
Heiny Schiltknecht, [...], spricht, daz Waldman im vor jaren gemacht hab 2 gulden geltz, ob er vor im abgieng, dagegen er im och gemacht habe, ob er inn überlepte, sinen gulden geltz.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1525
):
Es sige och an etlichen orten söllich erkoft und gemacht ewig zins die abzuͦlösen zuͦglassen.
Bischoff, Steir. Landr. (
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Man sol ainer frawen ir morgengab machen, daz lechen mit der herren hant, daz aigen mit der erben hant.
Staub, Qu. Wien (
moobd.
,
1385
):
Janns von Frowndorf hat gemacht seiner hawsvrowͤn Kathrein zu rechter morgengab fuͦr 64½ phunt wiener phenning sein haws.
Hör, Urk. St. Veit
215, 36
(
moobd.
,
1434
):
das wir Michelen dem Taler saͤligen einen ewigen jartag gestifft vnd gemacht haben.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
15. Jh.
):
das [-fueter] nimbt icz in der richter zu Pischolfstorf und machet das dem richter gen Harperg.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich ;
Hör, a. a. O.
78, 11
;
81, 11
;
175, 32
;
185, 16
;
Staub, a. a. O.
3, 2, 2932, 10
;
21.
›(eine Einrichtung) in eine Erbschaft einsetzen; jm. etw. letztwillig, testamentarisch vermachen, legieren, übertragen‹.
Wobd. / oobd.; gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
1
 1,  4, , , , , .
Syntagmen:
(ohne Akk.obj.:)
dem gotteshaus / jm. m
.; mit Akk.obj. d. S. und Dat.obj. d. P.:
jm. etw
. (z. B.
die hofstat, den garten, das erbe / haus / gut / herzogtum, Österreich, ein tuch
)
m
.

Belegblock:

Roder, Stadtr. Villingen (
önalem.
,
1371
):
das man dehain brief besigeln sol, da ieman dehain ligent guͦt machet, versetzt, hingit oder verkouft, sover das guͦt [...] in dem ban ze Vilingen lit.
Jörg, Salat. Reformationschr.
313, 9
(
halem.
,
1534
/
5
):
Waͤr ouch jn testamenten den gotzhüsern machen wil / mags wol tuͦn.
Ebd.
452, 14
:
daruf schreyb Murner jn disem coment / jr hand mir gmacht das alltartuͦch / was sol jch damit tuͦn / worumm hand jr mir nit gmacht den gulden kelch.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1365
):
Swer ein erb hat, darzuͦ mer erben sind dann ainer, der mag bey seinem lebentigen leib daz selb erb ainem erben fuͤr den andern nicht geben noch machen.
Hör, Urk. St. Veit
102, 25
(
moobd.
,
1372
):
[Wir [...] pfaltzgraff bei Rein] haben dem abbt [...] des gotshaws ze sannd Veit [...] gewidemt, geaigent, geben vnd gemacht, aigen, geben vnd machen mit kraft ditz briefs in vnd irm gotzhaws ewigklich vnnser kirchen.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Chünig Otakcher veranttwurt, wie im sein hausfraw, fraw Margret, Österreich hiet gemachet.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Als Theodo starb, macht er das hertzogtumb zu Bayren seinem sun Lothario.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
2. H. 15. Jh.
, Hs.
16. Jh.
):
Wer der ist der seinem weib macht hauß oder weingarten oder ain weib dem man hinwider, der [...].
Ebd. (
1489
, Hs.
16.
/
17. Jh.
):
wehr seiner hausfrauen machen will oder ain fraw ihrem mann, so sint si nit mehr pflichtig ze geben den von iedem zwen pfening zu schreiben.
Merz, Urk. Wildegg
49, 7
;
Auer, Stadtr. München ;
Hör, a. a. O.
80, 22
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
43, 25
;
50, 28
.
22.
›(den Inhaber eines Amtes, einer Funktion) bestimmen, ernennen; jn. zum Ritter schlagen‹.
Berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte:
 10,  3,  3,  10,  1,  4,  10.

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
Frederich von Sachssen, des nuwen gemachten korfursten unde herzogen erster sson.
Brandstetter, Wigoleis
196, 36
(
Augsb.
1493
):
dz der künig einen turnier haben vnd ritter machen wolt.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1562
):
Der papst hat [...] 21 cardinäl creiert und gemacht.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
dawider machten die Römer einen babst, was genant Johannes.
Lemmer, Schernb. Frau Jutte
1314
;
Vorarlb. Wb.
2, 321
.
23.
›sich in eine bestimmte Richtung (vom Orientierungspunkt weg oder zu ihm hin) bewegen, sich von einem Ort weg, zu einem Ort hin begeben‹; gewisse Tendenz zu tropischer Verwendung als Synekdoche oder Übertragung.
Gehäuft berichtende Texte.
Phraseme:
˹
mach her! mach für dich
˺ ›beeil dich‹ (als Ütr. hierher?);
mach dich auf / hin verre / über die weite! sich auf die flucht machen
;
sich auf den weg machen
;
sich auf die füsse machen
;
sich gegen land machen
›sich davon machen‹;
sich auf die ban, auf den weg, auf den fus machen
;
sich an der Juden tanz machen
.
Bedeutungsverwandte:
, ,  2, ; vgl.  67.
Syntagmen
(teils ansatzweise phrasematisiert):
sich anweg / fort / von dan / hin dan m
. ›sich davon machen‹,
sich weiter m
. ›sich entfernen‹,
sich an die feinde, auf einen berg, aus dem felde, aus dem palast, aus der stat, gegen Litauen / Rom, gegen dem schlos, in das mer, in die spelunke, von dem lande, von der feste, von den leuten, von Litauen, zu pferde, zu jm. m., sich zu den stätten m.
›sich auf die Seite der Städte schlagen‹ (ütr.),
in das gebirge m.
›bis in das Gebirge Handel treiben‹,
wieder Rom m.
›ziehen‹; trans.:
e. S.
(z. B.
die kirche
)
gegen
(+ Ortsname)
m.
›etw. räumlich verlegen‹.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Von der vestin sich herab | machte brûdir Conrât, Swâb | genant.
dô er nâch der âchte | sich kegn lande machte, | der meistir, brûdir Brûne, | [...] | sich in strite kegn im wac.
nûn brudir und zweihundirt man – | mit den er machte sich hin dan | kegn Littouwinlande.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
5188
(
Magdeb.
1608
):
Blieb den Mittag oder die Nacht / | Vnd denn sich an die Feinde macht.
Lappenberg, Fleming. Ged. (
1631
/
9
):
so wolt‘ ich ihm [Sonnet] verzeihen, | Daß es sich untersteht zu machen auf den Fuß | und dir zu bringen an den meinen Ehrengruß.
je weiter ich mich mach‘, je näher kömst du mir.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Der junger wart sich machen | Uf sine vluht vil balde.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
laist uns anbissen ind dan zo perde machen.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
154, 13
(
rhfrk.
,
um 1435
):
an dem morgen frü troßeten sye sich vff / vnd machten sie sich vff den weg.
Froning, Alsf. Passionssp.
235
(
ohess.
,
1501ff.
):
Natyr dicit: O Luciper, du werest der schonen sonnen glancz! | ich wyl mich machen an der Judden dancz.
Ebd.
1091
:
Nu dar, ßo mache dich uff die bann! | so woln mer alle volgen der.
Gajek, Köler. Maÿen-Lust
63, 10
(
Breslau
1642
):
Alß hat sich auch ein Chor von Juͤnglingen vnd Knabe͂ / [...] / Gemacht auff Pindus Berg.
Pyritz, Minneburg
5038
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
von den luten mache | Ich dicke mich vor jamerkeit.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
/
50
):
daz der adel sich zu den steten macht.
Kurz, Murner. Luth. Narr (
Straßb.
1522
):
Wol vß, wol vß, mach dich hin fer, | Das ich dich sehe nimermer.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Also rustend sich die zwen botten und machtend sich gegen dem schloss.
[Richart] sprach zuo Johans: „"Minn frŭnd, mach fŭr dich!“
Maaler (
Zürich
1561
):
Sich auff den waͤg Machen / vnnd schnaͤll daruon faren. [...]. Sich auff die fuͤß machen / oder fliehen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1550
):
dann er hat sich mit seinem volck aus dem feld gemacht.
Ebd. Anm. 4 (
1478
):
es soll kain maister mer haben denn zwen knecht, [...], er mach in das birg oder nit.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Nu ward die wonung zu eng in dem wald, und aber mit erlauben machte sy die kirchen gen Vischpach.
Als sy [mörderin] sich von dann wolt machen, pot sy dem kaiser ze trincken.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
do nun Julius Cesar sich gesamet hete [...] und begirig was zuͦmachen wider Rom, do [...].
Schottenloher, Flugschrr.
64, 25
(
Landshut
um 1523
):
Mach her, lieber pfaff, mach her froͤlich.
Strehlke, a. a. O. ;
Lemmer, Schernb. Frau Jutte
853
;
Peil, a. a. O.
6554
;
Lappenberg, a. a. O. ;
Bachmann, a. a. O. .
Vgl. ferner s. v.  1, , , ,  3.