gehen,
gan,
gen,
V., unr. abl.
– Im Paradigma von
gehen
sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd.
gangan
gehört zu den reduplizierenden Verben; darauf gehen das Prät.
ging
und das Part. Prät.
(ge)gangen
zurück. Daneben steht gleichbedeutend ahd.
gân
und (zunächst nur bair. und frk.)
gên
, die frnhd. den Inf. und das Präs.
gehen
ergeben haben (Pfeifer
2000, 411
 f.). – Das Perf. findet sich sowohl mit
haben
(vorwiegend obd.) als auch mit
sein
(vorwiegend md.). Vgl. dazu Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988, 222
-224; 251; 427 f., ferner Giessmann, Die Flexion von
gehen
und
stehen
im Frnhd. 1981. – Die Bedeutungen 1-10 geben Bewegungen und Vorgänge im Räumlichen wieder, die Bedeutungen 11-18 stellen Übertragungen zu 1-9 dar.
1.
›schreiten, Schritte machen, laufen, sich fortbewegen, in Bewegung sein, umhergehen, weggehen‹; von Fahrzeugen: ›fahren‹; ütr. ›sich aufhalten, leben‹, meist von Tieren.
Phraseme:
hinter sich gehen
›zurückgehen‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1.
Syntagmen:
Doppelformeln
g. und stehen / kommen / reiten / faren
; in Verbindung mit lokalen Partikeln:
alumbe / daher / dahin / entgegen / her / hin / heraus / hinaus g
.; in Verbindung mit Adverbien:
barfus / drate / irre / krank / müssig / sachte / schnel g
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
8232
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz mer [...] | ist immer gende, | Swenne die winde druffe gende.
Mieder, Lehmann. Flor.
862, 12
(
Lübeck
1639
):
Der hat sich nicht zu schemen / der mit dem hauffen jrr gehet.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
644, 4321
(
Magdeb.
1608
):
In dem kam Wurstreiffer gegangen / | Fieng das Fehnlein auff bey der stangen.
Luther, WA
30, 3, 386, 29
(
1531
):
Darumb sind sie auch so gluͤckselig und geht jhr furnehmen fur sich, wie der krebs gehet.
Ders. Hl. Schrifft. 3. Mose
11, 21
(
Wittenb.
1545
):
das solt jr essen von Vogeln / das sich reget vnd gehet auff vier Füssen.
Große, Schwabensp.
177, a, 5
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
So du snides vf dinem acker vnde vorgezzez eyner garben Da du salt nach der garbe nicht hin wedder gan; Du salt se wetewen lathen vf heben.
Reissenberger, Väterb.
11832
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Hin unde her die naht er gienc.
Wyss, Limb. Chron.
34, 26
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
da dise geiseler hatten gegangen den somer, da ging annus jubileus an zu winachten allernest darnach.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
489
(
mrhein.
,
um 1335
):
Nuͦ wol of, gen wir dohin | mit ein ander vnd wecken in.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
124, 23
(
rhfrk.
,
um 1435
):
vnd sye [konnygynne] ging an schühe.
Ebd.
130, 18
:
er ginge an eyme fuß barffuß.
Harms u. a., Alberus. Fabeln
34, 13
(
Frankf./M.
1550
):
Esopus gieng das jm der schweiß aßbrach.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
31, 7
(
omd.
,
n. 1474
):
Dor bie gingen vile gewopenter mennere.
Strauch, Par. anime int.
138, 17
(
thür.
,
14. Jh.
):
sal mîn lip gein, he muiz gein mit den fûzin.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
110, 10
(
thür.
,
1421
):
gan, daz da der füeze ist, unde griffen, daz da der hende ist.
Thür. Chron.
22v, 21
(
Mühlh.
1599
):
Folget mir / wir gehen sicher vnsere Feinde anzugreiffen.
Schönbach, Adt. Pred.
19, 36
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
swanne der esel geth, so setzet er einen vuͦz balde nach deme andern.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
44, 7
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
undir eyner iclichin bruckin mak geen eyne groze galeyde.
Gille u. a., M. Beheim
133, 58
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wir mussen ordlich mass han | in slaffen, wachen, gan und stan, | in getrank und der speise.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
174
(
Nürnb.
1517
):
Von dannen herscht er uber [...] alles, das kreucht und geet auf erdtrich.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
141, 20
(
Nürnb.
1548
):
das sie in Gottes zorn sind / vnnd wo sie stehen oder gehen / Gottes grewliche straff gewartē muͤssen.
Gilman, Agricola Sprichw.
1, 66, 5
(
Hagenau
1534
):
Auff dem eyse ist nit gut gehen.
Roloff, Brant. Tsp.
414
(
Straßb.
1554
):
Lieben frauwen gondt mit mir dohin | Ich will ewer armer diener sein.
Karnein, Salm. u. Morolf
61, 1
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Elian wolt von dannen gan, | Morolff hieß ine stille stan.
Morrall, Mandev. Reiseb.
1, 12
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Ouch wolt er [Jesus] in dem selben land mit sinen hailigen fuͤssen gon.
Sappler, H. Kaufringer
14, 102
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ewr ros sült ir bei mir lan | und süllt dann ze fuossen gan.
Barack, Zim. Chron.
4, 233, 35
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Hab ich gedient manchen tag | [...] so gang ich mit lerer hand darvon.
Päpke, Marienl. Wernher
12021
(
halem.
,
v. 1382
):
Gant, sagent es den bruͦdern min | Das ich uf erstanden bin.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
36, 4
(
noobd.
,
1347
/
50
):
der hunt get hinder sich und undervelt dem mittemtager. Er get hinder sich davon.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
245, 18
(
oobd.
,
1349
/
50
):
die pesten häring gênt pei Schottenlant.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
156, 12
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Nach dem lyeß der kunig [...] vasser mit stainen fullen und versenckt die an die statt, da die scheff gewondlich gienngen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
6, 8
(
moobd.
,
1478
/
81
):
so muessten neben ainem guldein wagen, darauf der victor sass, geen die fürsten der lender, die er den Römern erstriten het.
Wackernell, Adt. Passionssp. H.
3, 1234
(
tir.
,
1514
):
Es duncht mich wol geraten sein, | Das wir gengen also drat | Gen Jherusalem in die stat.
Piirainen, Igl. Bergr.
40, 9, r
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
Wo ain Richter, mit den Scheppen des nachtes geth, durch fridens willen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
131, 17
(
mslow. inseldt.
,
1577
):
So hat ihm die Fraw [...] einen Weg vergünnet, dorauf er Zu śeiner gemelten Hütten mag frey gehn vnd fahren.
Schützeichel, a. a. O.
210
;
338
;
421
;
672
;
783
;
952
;
1236
;
1258
;
1296
;
Froning, Alsf. Passionssp.
1761
;
2032
;
2733
;
3445
;
3440
;
3512
;
5384
;
6027
;
v. Liliencron, a. a. O.
7, 3
;
8, 14
;
16, 2
;
35, 23
;
46, 10
;
672, 24
;
Adrian, Saelden Hort
5406
;
Sappler, a. a. O.
1, 179
;
14, 191
;
14, 274
;
14, 382
;
14, 486
;
14, 487
;
14, 487
;
14, 489
;
14, 561
;
15, 85
;
Klein, Oswald
20, 44
;
70, 25
;
72, 3
;
72, 6
;
79, 39
;
Langmantel, Schiltb. Reiseb.
13, 23
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 30
;
Valli, Königsb. Apostelgesch.
1947, 53
;
Ágel, Valenzlexikon.
1988, 190
 f.;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 68
 f.;
Dalby, Lex. MHG Hunt.
1965, 55
;
Schmitt, Ordo rerum
365, 4
;
Voc. Teut.-Lat. k iiiir; k iiijr; k vr; l iiijr;
Voc. inc. teut. h viijr;
Dasypodius
337r
;
Schöpper
38a
;
53a
;
Maaler
168r
;
190r
;
Henisch
1426
-36;
1679
-82;
Hulsius F iijr;
Dietz, Wb. Luther
2, 42
-46;
Schwäb. Wb.
198
-210;
Schweiz. Id.
2, 1
;
2, 322
;
Vorarlb. Wb.
1, 1089
.
2.
phras.:
(gros) mit einem kinde (schwer) gehen; mit schwerem leibe gehen
›schwanger sein‹; vgl. entsprechende Phraseme unter
gros
(Adj.) 6.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
416
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Dar die maget iz entpfienc | unde reine da mite gienc.
Beckers, Bauernpr.
50, 29
(
Köln
1515
/
18
):
Die alden lude steruen gern vñ besond‘ frauwen die mit kynder gayn.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
124, 27
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Edeler konnig erbarmet uch myn / dan ich gen mit eyme kinde.
Ebd.
125, 35
:
dan sye [hußfrouwe] geet groß mit eym kinde.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
62, 20
(
omd.
,
1487
):
Szo das weÿp mitt swerem leibe gehett.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
164, 11
(
thür.
,
1474
):
Hat Osana [...] vor den fromen frouwen [...] ußgesaget unde bekant, daz sy swer gehe met eyme kinde.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
41, 10
(
oobd.
,
1349
/
50
):
aber sô diu frawe mit aim dirnlein gêt, sô ist ir milich dünn.
3.
›Bewegungen ausführen, laufen, funktionieren‹, bes. von (mechanischen) Geräten.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 2.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
857, 23
(
Lübeck
1639
):
Was man mit Vnwillen thut / das gehet vnd knarret wie ein newer vngeschmierter Wagen.
Karnein, Salm. u. Morolf
470, 1
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Die finger gingent im vil schone gar, | des name die jungfrauwe genot war.
Henisch
87
(
Augsb.
1616
):
loͤcher / darinn eine Rollen / oder Haspel gehet.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
2139
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein hoch uhrwerckh gleich einem turm, geht mit kugeln.
4.
in Verbindung mit einem einfachen oder erweiterten Infinitiv, der Ziel oder Zweck der Bewegung angibt: ›gehen, um zu [...]‹.

Belegblock:

Ettmüller, Heinr. v. Meißen
273, 19
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
dô gienc si wider sitzen zuo dem grîsen.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
169, 9
(
rhfrk.
,
um 1435
):
wir wollen geen den konnig sehen.
Froning, Alsf. Passionssp.
8088
(
ohess.
,
1501 ff.
):
nu sollet er zu huße ziehen, | fladen essen und drinken wyn | und solt zu der kirchen bedden gan.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
66, 12
(
Nürnb.
1548
):
wenn er zu eim Fuͤrsten / Burgermeyster / [...] hilff zu suchen / gehen will.
Sappler, H. Kaufringer
17, 112
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
es ist pesser die sünd gelaun | dann alle tag ze peichten gaun.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
148, 32
(
schwäb.
,
1554
):
Es schreitt die ku im stall, ich will gan sechenn, was ir feltt.
Bachmann, Morgant
10, 18
(
halem.
,
1530
):
Dann ich will den gen străffen, der den stein zuo minem pfert geworffen hatt.
Ders., Haimonsk.
39, 22
(
halem.
,
1530
):
Und giengend sich gen entwapnen.
Ebd.
146, 4
:
Lăß uns gen unsern bruoder bätten, das er unser schwester vertziche.
Kottinger, Ruffs Adam
634
(
Zürich
1550
):
uff das, min Adam, solt hie warten; | dir will ich schaffen gon ein garten.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
108, 16
(
moobd.
,
1478
/
81
):
und stuend in disem gotzhaus auch nach seiner gewonhait auf und gieng in die kirchen petten.
5.
in Verbindung mit
lassen
: ›eine Bewegung, ein Geschehen (unterschiedlicher Art) zulassen‹.

Belegblock:

Luther, WA
32, 45, 11
(
1530
):
las es alls gehen und sthen und sprich: Ich kan nicht mit sunden umbgehen.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
726
(
mrhein.
,
um 1335
):
Wollent ir mich gevangen han, | so lazent mine iungern gan.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
140, 25
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Markair slug myt siner fust den wint / das er yne gene ließe.
Schmitz, Schiltb.
155, 20
(
Frankf.
1597
):
man solt Viehe darauff lassen gehen / das wuͤrde es abessen.
Thiele, Chron. Stolle
322, 7
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
die hetten sie wol gerne behalden, unnd liessen die dorumbe gehen, das sie sich vor on besorgeten.
Chron. Nürnb.
2, 311, 26
(
nobd.
,
1449
/
50
):
und man bestellet scheffer und lies sie zu feld gin.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
81, 2
(
Nürnb.
1548
):
laß deinen gnedigen willen vber vns gehen.
Chron. Augsb.
5, 7, 7
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
derselb sagt, [...] er hett vor nun ain hand, und zaigt in den stumpf; da liessend sie in gan.
Klein, Oswald
116, 19
(
oobd.
,
1428
/
30
):
wem das missvall, der lass mich gän.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
136, 12
(
m/soobd.
,
1561
):
eß sollen die so bei gemainnen markt Pöllau schwein haben und außtreiben oder gehn laßen [...] jederzeit mit eisernen drat eingehn laßen.
Mell u. a., Steir. Taid.
61, 26
(
m/soobd.
,
n. 1590
):
wan ain feuer auskumbt, so last man den gloggenstraich gen.
6.
›sich in Richtung auf ein (lokales) Ziel hin bewegen; sich in einen Raum, ein Gebiet hineinbegeben; sich zu einer Tätigkeit begeben‹; mit präpositionalem Anschluss (
durch / in / über / umbe / zu
).
Phraseme:
zu bette gehen
›schlafen gehen‹;
zu boden gehen
›zu Grunde gehen‹;
heim, zu hause gehen
;
zu schif gehen
;
zu stule gehen
›Stuhlgang haben‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
263, 20
(
Wolfenb.
1593
):
Ich habe gesagt, Du solst ins Haus gehen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
4700
(
Magdeb.
1608
):
Denn wie eine sahe die ander stehen / | Wolt zu jhr vbers Wasser gehen.
Luther, WA
32, 548, 32
 f. (
1532
):
Weil sie aber das Wort verachten, gehen sie druͤber zu boden.
Ders., WA
33, 328, 20
 f. (
1531
):
so solt ich gehn Dresden oder Hall gehen und predigen.
Große, Schwabensp.
122, a, 8
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
wen der edelinc vor gerichte get vnde in der richter ansichtich wirt.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1329
(
mrhein.
,
um 1335
):
Gent, vnd sagent den iungern sin, | daz sie gen hin | zuͦ galylea alzuͦ stunt.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
2, 279
(
Köln
um 1490
):
So gayn ich in eyn wijnhuyss.
Rudolph, Qu. Trier
194, 4
(
mosfrk.
,
1593
/
4
):
Es soll niemand dem andern [...] auf acker, wiesen, felder, baumgarten.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
120, 24
(
rhfrk.
,
um 1435
):
da slichen sye alle vß der kammer / vnd gingen vff eynen bornen / das sie sich mit eynander ergetzeten.
Froning, Alsf. Passionssp.
462
(
ohess.
,
1501 ff.
):
mir woln in die helle gan | und truren und wewynen.
Bergmann, Ambr. Liederb.
223, 55
(
Frankf.
1582
):
Ich bin ein bot zu euch gesandt, | mit mir sollet jhr gahnne | in meiner mutter land.
Allg. Schau-Buͤhne
38, 35
(
Frankf.
1699
):
von dannen er mit dem Hertzog von Avero zu Schiff gangen / die Welt [...] zu besuchen.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
49, 12
(
omd.
,
n. 1474
):
Czu deme genanten trachen ging sancta Martha.
Quint, Eckharts Pred.
1, 4, 3
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
unser herre gienc in den tempel und was ûzwerfende, die dâ kouften.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
322, 29
(
thür.
,
1474
):
daz Thomaß Mergkel keyn Rome gegangen were.
Thür. Chron.
1v, 3
(
Mühlh.
1599
):
Die zeit, da Noah mit seinen in die Arch gieng / war der 17. tag Aprilis.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
2, 11
(
osächs.
,
1343
):
si gingen in daz hûs und funden daz kint.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
109, 4
(
schles.
,
1385
):
ir huschin, das gelegen ist nebyn deme Tamme, alz man ober dy oderbrucke kegin Rozintal geen wil.
Keil, Peter v. Ulm
213
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Denasmus ist ein sucht, das einen lust zu stul gen.
Gerhardt, Meister v. Prag
174, 16
(
nobd.
, Hs.
1477
):
do es nw abent zeit was do ginge er gen Bethania.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
122, 6
(
Nürnb.
1548
):
Jm Babstumb ist man sehr fleissig zur Kirche gangē.
Chron. Strassb.
975, 21
(
els.
,
1322
):
sie [Juden] süllent gaun in ir rehte schuͦle.
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 4363 (˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Er gang gen Bern vnd kauff ein brot.
Karnein, Salm. u. Morolf
56, 1
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Elian uff den palast ging, | Salmon ine vil schone enphing.
Morrall, Mandev. Reiseb.
43, 12
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Von dem selben berg gat man in ains groß tal.
Chron. Augsb.
5, 163, 7
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
die leutt [...] die torsten nicht in die kirchen gon.
Ebd.
7, 234, 13
(
schwäb.
, zu
1550
):
Er ließ sie mit im haim gohn.
Sappler, H. Kaufringer
14, 469
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
Darnach der küng ze bette gieng.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 47, 12
(Hs. ˹
alem.
,
14. Jh.
˺):
ge ab der vinster an daz liecht.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
208r, 15
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
mach ain pflaster vnd binde / das vber den nabel, so gast du wol ze stuͦl.
Jaksche, Gundacker
2296
(
oobd.
,
1. H. 14. Jh.
):
der gieng zu dem grab, | den grozen stain wielger ab.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
39, 28
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
nach dem ambt gienngen dy fursten in denn sall.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 232, 6
(
München
1586
):
Sie giengen wol vmb das heylig Grab.
Kummer, Erlauer Sp.
3, 1016
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
[sagt] das er sei erstanden | und sei ze Galileam gegangen.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
112, 40
(
tir.
,
1464
):
der münch der vand ain ausrëd, der ward verziehen von tag zue tag züe gën in das chloster.
Piirainen, Stadtr. Sillein
138, r, 8
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
si ist seyn gnossinne vnd trit in seyn recht wenne si in seyn bette gat.
Köbler, Ref. Wormbs
335, 20
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 34, 13
;
Chron. Augsb.
2, 45, 18
;
381, 2
;
4, 154, 17
;
5, 85, 18
;
89, 21
;
336, 9
;
7, 224, 10
;
8, 23, 7
;
43, 5
;
429, 23
;
Bauer, a. a. O.
77
 f., 29;
84, 26
;
101, 22
;
315, 8
;
472, 28
.
Winter, Nöst. Weist.
1, 543, 36
.
7.
›von einem Ort weggehen, sich von einem Ort entfernen, aus einer Räumlichkeit hervorkommen, -gehen‹; mit präpositionalem Anschluss (
aus / von
).
Bedeutungsverwandte:
 6,  1, (V.) 1.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
356, 36
(
Wolfenb.
1594
):
Damit ich jhme bey zeiten aus dem wege gehe.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen K
405, 10
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
ich lân dir siedent brunnen reht al ûz ertrîche gân.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1114
(
mrhein.
,
um 1335
):
Wolt er nuͦ von dem crvze gan, | so wolten wir sinen glauben han.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
106, 16
(
Frankf.
1535
):
Kalck würt gebrennt auß steynen / so er frisch auß dem Kalckofen gehet / zündet er sich mit wasser an.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
18, 5
(
thür.
,
1421
):
[vogel thire und vihe], die uss der archen mit uch gegangen synt.
Chron. Nürnb.
1, 357, 7
(
nobd.
,
1420
/
41
):
das dy leut auß den heusern nicht gien mochten.
Reichmann, Dietrich. Schrr. 1ß
2, 8
(
Nürnb.
1548
):
Vnd der Kriegßknecht oͤffnet seine seyten / mit eynem Speer / vn̄ alß bald gieng blut vnd wasser herauß.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
5, 16
(
els.
,
1362
):
Des zehenden tages so gont die moͤnschen us den húlen.
Ebd.
228, 22
:
Do ging der keyser von sime rosse.
Kurz, Murner. Luth. Narr
1498
(
Straßb.
1522
):
Sie seien weiber oder man, | Die vß den kloͤstern woͤllen gan.
Heydn. maister
16v, 6
(
Augsb.
1490
):
wenn du auß deinem hauß geeßt / so ermiß was du woͤllest tuͦn.
Bauer, Geiler. Pred.
321, 29
(
Augsb.
1508
):
Der herr sprach zu Noe gang auß der archen.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
228v, 25
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Ist aber das dech / das plut hindert, das do aus der ader / ad aus der bunden get, so verstelle es also.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
118, 20
(
oobd.
,
1349
/
50
):
diu tier diu sint unsätleich, den ir ezzen zehant auz dem magen gêt.
Klein, Oswald
26, 66
(
oobd.
,
1427
):
der autem ging im wilde von dem munde.
Chron. Augsb.
2, 35, 1
.
8.
›zu jm. hingehen, auf jn. zutreten, sich zu jm. begeben, vor jn. hintreten‹; mit präpositionalem Anschluss (
vor / zu
).
Bedeutungsverwandte:
(V.) 8.

Belegblock:

Luther, WA
32, 7, 11
(
1530
):
sie gingen durt hin zum Baal.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
52
(
mrhein.
,
um 1335
):
So bereident ir die straze, | daz zuͦ vch der heilge crist | wil selber gen in korzer frist.
Ebd.
363
:
Duͦ rehter drugener, wol dan, | duͦ muͦst vor vnsern meister gan.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 73, 21
(
Köln
1619
):
Zu jhnen [Hirten] seynd die Engel gangen.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
117, 35
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Sye namen herberge / vnd daden ir besten cleyder an vnd gingen zü dem keyser.
Froning, Alsf. Passionssp.
832
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Ir lieben brudder, gehet hen | zu Jhesu recht.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
2, 12
(
osächs.
,
1343
):
si intfingen antworte in dem slâfe, daz si nicht wider gingen zuͦ Hêrôden.
Pyritz, Minneburg
1839
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Die fraw eins tagez zu mir gink. | Da ich sie ane blickte, | Vor freuden ich erschrickte.
Goedeke u. a., Liederb.
356
(
Nürnb.
16. Jh.
):
die keiserin erschrak, do sie sein wart gewar. | zu irem bulen sie da gie.
Chron. Augsb.
7, 195, 7
(
schwäb.
, zu
1550
):
daß du gleich von stundan sollest zuͦ deinem vatter gahn.
Stammler, Berner Weltger.
437
(
ohalem.
,
1465
):
Oder wa sachent wir dich geuangen, | Das wir weren zuͦ dir gegangen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
153, 16
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Diser kaiser gieng ains tags für ainen zimmerman.
Chron. Nürnb.
1, 29, 12
;
Sappler, H. Kaufringer
14, 189
;
Bastian, Runtingerb.
2, 29, 10
;
Bäumker, Geistl. Liederb.
13, 37, 1
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
649
.
9.
›von jm. weggehen, sich wegbewegen, jn. verlassen‹; mit präpositionalem Anschluss (
von
).
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged.
10, 50
(
1631
):
[er] läßt keinen Man nicht hülflos von ihm gehen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 135, 7
(
Köln
1619
):
Der Liebe fewr jm zuͤndet an, | Vnd laßt jhn [Jesus] nimmer von euch gahn.
Quint, Eckharts Trakt.
18, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz ich gange von dir ze dir.
Müller, Stadtr. Ravensb.
130, 5
(
oschwäb.
,
1413
):
die frow von ir ere wegen von im gieng.
Ebd.
237, 13
(
oschwäb.
,
1438
):
welher oder welhi nun hinanthin von iren wiben ald kinden mit muͦtwillen gand und die kind ald wib also unversehen hinder in laussent.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1855
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
[so wil ich] numer me von dir gon, | Die wil ich ainen auttemzug hon.
10.
›einen Weg beschreiten, gehen‹; mit innerem Akk.obj. oder mit Akk. der räumlichen Erstreckung; auch mit Gen.
Phraseme:
den hundsweg gehen; den krebsgang gehen; den mittelen weg gehen
.
Syntagmen:
die ban / strasse, den weg g.; des weges / ganges g
.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
271, 34
(
Wolfenb.
1593
):
Ich wil nun meine wege gehen.
Luther, WA
10, 1, 2
(
1522
):
Judas [...] het den beütel mit dem gelt und gieng den hundsweg.
Ders., WA
33, 406, 23
(
1531
):
das gehet den Krebsgang und fellet zu drummern.
Froning, Alsf. Passionssp.
580
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Muß ich dan ye gehen myne strayß, | ßo enwel ich doch nit losßen.
Ebd.
5942
:
O we, o we des ganges, des ich ge, | synt ich myn kynt gemartelt se.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
166
(
Nürnb.
1517
):
Darumb, so wir den mitteln wegk geen, haben wir das gewies.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
122, 13
(
els.
,
1362
):
Sant Macharius ging eins moles durch die wuͤsten gar einen wilden weg.
Schmidt, Rud. v. Biberach
2, 8
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Gang den weg, so kvnstv zuͦ der gotheit.
Lemmer, Brant. Narrensch.
104, 7
(
Basel
1494
):
[er] soll den weg der torheyt gon.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 804, 33
(
schwäb.
,
1610
):
Es sol kainer [...] unrechte weg und steeg fahren, reiten noch gehn.
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
131, 9
(Hs.
M. 16. Jh.
):
Die jungkhfraw die was edel, | sie gieng wol einen abentgang | vor ires vatters burge.
11.
in Verbindung mit Angaben zu Verläufen von Grenzen, Wegen, Linien, Bahnen von Gestirnen: ›bis zu etw. reichen, verlaufen, sich erstrecken‹.

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
23, 5
(
thür.
,
1421
):
das teil der werlde das do heisset Asia, das do gehit von dem mittage keigen dem ufgange der sonnen.
Thür. Chron.
2v, 2
(
Mühlh.
1599
):
das theil der welt / heisset Africa / gehet von Mittage biß zum Nidergang der sonnen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
29, 21
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
di mure di do get umme das pallas.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
110, 40
(
nobd.
,
15. Jh.
):
umb den rechten abgangk, do soll jedermann anfegen also ferr, als sein wisen gehet und reicht.
Rupprich, Dürer
2, 47, 28
(
nobd.
,
um 1500
):
so heb an von dem prawnen obersten schtrich [...] vnd far piß zu dem tritten schtrich piß der an dem födersten prawn strich gett.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
168, 2
(
nürnb.
1464
/
75
):
die andern zwu rören geen [...] umb den Wert hinumb.
Karnein, Salm. u. Morolf
159, 5
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
einen alten juden er da rattes batt, | der was von alter wiß als der sne, | sinen grisen bart sach man ime uber den gurtel gen.
Chron. Augsb.
4, 402, 19
(
schwäb.
,
v. 1536
):
dann dise margraffschafft gadt bis an der von Ulm gepüt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
32, 13
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ain gedärm ân ander grôz gedärm gêt von dem magen ze tal.
Winter, Nöst. Weist.
3, 379, 15
(
moobd.
,
1669
):
von Graßweeg [...] gechet den ordentliche marchbaumben nach in den graben hinabwerts zu einen gefaulten kerschbaumb.
Zingerle, Inventare
74a, 18
(
tir.
,
1484
):
das gericht Rodnegk gett hintz fur die Klausen an den Weissenpach.
Qu. Brassó
500, 43
(
siebenb.
,
1533
):
Bei Fogaras ist der Alt bis ins Schloss gangen.
Schib, H. Stockar
137, 23
;
v. Tscharner, a. a. O.
28, 14
;
39, 8
;
41, 13
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
145, 6
.
12.
von Vorgängen, Geschehnissen: ›auf etw. gerichtet sein, auf etw. hinzielen, sich auf etw. beziehen, etw. betreffen, in etw. übergehen‹; mit präpositionalem Anschluss (
auf / gegen / in / zu
).
Phraseme:
jm. zu herzen gehen
›jn. innerlich berühren‹;
mit jm. zu rate gehen
›sich mit jm. beraten‹.
Bedeutungsverwandte:
 14.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
2699
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Dise wort muz ich beruchen, | Sie gen uf alle die cristenheit.
Ziesemer, Proph. Cranc Jes.
40, 14
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
mit weme hat er zu rate gegengen.
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
186, 21
(
Magdeb.
1615
):
alle sein fleiß vnd muͤhe gehet dahin / daß er auch moͤchte leben / vnd selig bleiben.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
549
(
mrhein.
,
um 1335
):
Nuͦ horent, vrauwen vnd man, | ez wil nuͦ an den ernest gan.
Ebd.
767
:
Lant vch gen zuͦ herzen | vnsers herren smerzen.
Wyss, Limb. Chron.
58, 20
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
he quam wol mit funfzig rittern [...] unde nam sich an, he wolde mit in zu rade gen.
Chron. Köln
1, 116, 8
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Gein wir ind wapen vns gereit, | want it vns an vnse ere geit.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
125, 31
(
rhfrk.
,
um 1435
):
etliche von den zwolf reden von Franckerych giengen zu rade.
Froning, Alsf. Passionssp.
7087
(
ohess.
,
1501 ff.
):
der [Jesus] ist von dem tode erstanden | und wel disße sele loßen uß banden, | und syn gewalt wel uber uns gen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
122, 10
(
Frankf.
1535
):
das wasser der eschen geht in die artzenei die da faulen machen.
Bergmann, Ambr. Liederb.
226, 208
(
Frankf.
1582
):
dasselb last euch zu hertzen gahn, | ein ware hoffnung solt jhr han.
Jostes, Eckhart
63, 35
(
14. Jh.
):
Daz fuͤnft ist, daz der mensch gen sol in sein sele und zu seiner sele und uber seine sele.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1158
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
das nünde lebichen [...] | ged uff di reinen guten sete | da volget wol die kuscheit mete.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
139, 1
(
thür.
,
1474
):
Also buth er das met deme kinde uff daz recht zcu gehende unde daz recht zcu sprechene eynem iglichen man.
Opel, Spittendorf
482, 1
(
osächs.
,
um 1480
):
Der gingen sie an beyden seyten in ihren brieffen an uns, die brieffe lauteten suss.
Weise. Jugend-Lust
117, 29
(
Leipzig
1684
):
Der ist ein Narr / der sich alles Ungluͤck laͤsset zu Hertzen gehen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 28, 22
(
schles.
,
1533
):
wo Simon Dittrich in solchen spruch nicht gehen welt, so soll er sein wasser halden in seinen zechen den Fockerischen one schaden.
Reichert, Gesamtausl. Messe
89, 6
(
Nürnb.
um 1480
):
Die gelaubten [...] das Cristi des herren menschliche nature gegangen sey in die goetliche natur.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
77, 16
(
Nürnb.
1548
):
Darumb gehet dise bitt fuͤrnemlich dahin.
Ebd.
144, 29
:
Das lasse dir ein Exempel sein / das durch auß auff den Ehestand gehet.
Vetter, Pred. Taulers
322, 2
(
els.
,
1359
):
Hie súllent ir drú stúk merken [...] uf die gat alle unser uͤbunge, wesen und leben.
Sappler, H. Kaufringer
16, 728
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
wenn es dann an ain schaiden gat | und umb ew kompt des todes zil.
Anderson u. a., Flugschrr.
16, 4, 9
([
Augsb.
1522
]):
die parthei / wid‘ welche der spruch gãge͂ were.
Goldammer, Paracelsus
2, 138, 16
(
1530
/
5
):
Darumb soll ein obrigkeit auf 3 stucke gehen: auf gerechtigkeit, warheit und weisheit.
Klein, Oswald
82, 44
(
oobd.
,
um 1418
?):
Her mair, das gieng mir an mein e.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
32
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
in got glauben daz ist [...] in in gen mit warer lieb vnd guten werchen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
109, 33
(
moobd.
,
1478
/
81
):
wann all die ewern streiten yetz mit dem her Bramandis, das euch lützel zu hertzen geet.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
407, 16
(
m/soobd.
,
15. Jh.
):
alß vil wendl get auf den perkphening oder perkhelbling zu den selben tegen in allen den rechten alß auf den wein.
Bauer, Imitatio Haller
63, 19
(
tir.
,
1466
):
so werden denn alle diener des heiligen kchreüczes, [...] gen in das ewig leben.
Piirainen, Stadtr. Sillein
57, l, 39
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
vnd allez vngericht daz an dem leib ader an dy hant get ab iz mit clage vor gerichte nicht begriffen ist anders darf her nicht ruͤgen.
Chron. Augsb.
9, 335, 19
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
136, 31
.
13.
von Vorgängen, Geschehnissen in Richtung auf Personen; mit präpositionalem Anschluss (
an / auf / über
): ›auf jn. zugehen, zukommen‹; auch in feindlicher Absicht mit Gefährdung von Leib und Leben, mit Dat. d. P.: ›jm. ans Leben gehen, js. Leben gefährden, jn. angreifen‹.
Bedeutungsverwandte:
 18, (V.) 6.
Syntagmen
(ansatzweise phrasematisiert):
jm. an den hals / kopf / leib, an das haupt / leben g
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
10669
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Dî nôt sich alsô lange treib | unz iz doch ubir di cristin gînc.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
147, 3198
(
Magdeb.
1608
):
Bleibstu hie stehen / | So wird dirs auch ans leben gehen.
Leman, Kulm. Recht
2, 2, 30
(
Thorn
1584
):
so geyt is yenem an den hals.
Schönbach, Adt. Pred.
27, 27
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
der mach des angest haben daz iz im an sinen lip ge.
Karnein, Salm. u. Morolf
62, 5
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
mag ich es dann gefugen, | es gat ine allen an das leben.
Ebd.
387, 4
:
und ging es dir an dein heupt, | du enliessest si bliben nit.
Chron. Augsb.
1, 300, 17
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
darumb ließ got ain pjag über den bischoff gaun.
Roder, Hugs Vill. Chron.
10, 13
(
önalem.
,
1499
):
Do ließend die Schwitzer an sy gon und stachend in die lantzknecht.
Dirr, Münchner Stadtr.
402, 13
(
moobd.
,
um 1365
):
Umb vanchnuͤzz, diu an daz leben get.
Froning, Alsf. Passionssp.
7376
;
Chron. Strassb.
957, 26
;
Sappler, H. Kaufringer
14, 646
;
Päpke, Marienl. Wernher
6444
.
14.
von Vorgängen, Geschehnissen; mit präpositionalem Anschluss (
aus / von
): ›aus etw. herausgehen, hervorgehen, offenbar werden‹.
Bedeutungsverwandte:
 14.

Belegblock:

Hajek, Guͦte spise
86
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
Der eynen fladen woͤlle machen von fleische, der nem fleisch, daz do ge von dem lumbel oder von dem wenste.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
10, 20
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Dein klage ist entwicht; sie hilfet dich nicht; sie geet aus taubem sinne.
Quint, Eckharts Pred.
2, 243, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
in dem selben entspringet diu gnâde, und aldâ gât diu gnâde ûz dem selben brunnen.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
40
(
Nürnb.
1517
):
Darumb alle werk [...] geen aus von Christo und geen in Christum.
Menge, Laufenb. Reg.
5610
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Hie nach so wirt man salben | Das geswäre allenthalben | [...] | Mit öle das von camillen gat.
Lemmer, Brant. Narrensch.
67, 67
(
Basel
1494
):
Mancher der ließ sich halber schynden | Vnd jm alle viere mit seylen bynden | Das jm alleyn ging gelt dar vß | Vnd er vil golds hett jnn sym huß.
15.
von Geschehnissen, Ereignissen: ›vor sich gehen, vorfallen, sich ereignen, geschehen‹, häufig in Verbindung mit adverbiellem
vonstatten, zuhanden
; von Personen (Dat. d. P.), denen Geschehnisse, Schicksale zuteil werden: ›ergehen, passieren‹, oft in Verbindung mit adverbiellem
glüklich, übel, wol
.
Phraseme:
es geht jm. unter die augen
.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  13,  20, (V.) 4.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
845, 11
(
Lübeck
1639
):
Was vnordentlich gehet / das ist der Natur zu wider.
Ebd.
895, 6
:
Salomon war der weisest / aber es hat jhme nicht gangen / wie er gewolt.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
285, 33
(
Wolfenb.
1593
):
also gehets mir jetzundt auch.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
641, 4225
(
Magdeb.
1608
):
ob sie gleich sich gar verwegen / | Wehrten [...] | Gieng es jhnen doch wie dem Hirsch / | Der mit den Hunden kempffet frisch.
Luther, WA
32, 45, 6
(
1530
):
wie es denn itzt auch sehr eim abenteurlich unter die augen gehet, solch seltzame maur [...] furet der Teufel.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
145, 10
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Ludewig ginge sere dicke zu syme vader Warakir vnd zü siner müder / das er sehe wie es yne ginge.
Ebd.
157, 1
:
ewiger got wie mage es nü myme wybe vnd mynen kinden geen.
Köbler, Ref. Franckenfort
86, 19
(
Mainz
1509
):
So aber ende oder byurteil jn sachen gehen sol für ein termyn geachtet werden.
Froning, Alsf. Passionssp.
2448
(
ohess.
,
1501 ff.
):
es mocht uns anders ubel gehen.
Quint, Eckharts Pred.
2, 10, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
swenne ez dir übel gât, sô wöltest dû, daz ez gotes wille wære, daz ez dir wol gienge.
Göz. Leichabd.
182, 22
( 
Jena
1664
):
wie kan es anders gehn?
Henschel u. a., Heidin
1356
(
nobd.
,
um 1300
):
Der grave sprach nv teilet an | Daz vns beiden wol an ste | Vnd niht krvmmez da mit ge.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
106, 31
(
Nürnb.
1548
):
Wie will es wol eim armē menschen gehn / der durch seine suͤnd / das gewissen mit sich muß tragen.
Vetter, Pred. Taulers
18, 13
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
herre, es gat mir úbel und liden swerliche.
Kurz, Murner. Luth. Narr
42
(
Straßb.
1522
):
Es solt ye nit der massen gon, | So woͤlt ir ye nit daruon lon.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 228, 2
(
Hagenau
1534
):
Lieber bruder Jesu / zu Jerusalem empfieng man dich schon / wie gieng dirs aber hernach.
Ebd.
1, 424, 2
:
Wie gehets / wie stehets.
Roloff, Brant. Tsp.
1157
(
Straßb.
1554
):
Hoff dardurch das es glücklich gaht.
Sappler, H. Kaufringer
7, 5
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
das im das zehanden gee, | darnach im dann sein wille ste.
Chron. Augsb.
9, 77, 6
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
dieweil es aber laider so übel vonstatten gangen.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
179, 24
(
Ulm
1486
):
da was im aber so ernst auff zemercken wie es in dem hauß gieng.
Anderson u. a., Flugschrr.
29, 8, 14
([
Augsb.
]
1524
):
das ist vns alles vor verkündt durch Christu͂ / wie es geen wirt.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1522
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Sich ettwen ain weltlich ding für gesetzt hon, | Das liest du mir nit zehanden gon.
Fuchs, Murner. Geuchmat
624
(
Basel
1519
):
Dar noch gang es, recht wie got well.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 62, 70
(
Luzern
1616
):
Er würdt verfüert vom schnöden geldt, | wies ietz auch gath in diser weldt.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
49, 7
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Wie es gieng, wais niemandt anders.
Ebd.
162, 28
:
Aber es gieng in nicht wol; es wurden im vil gueter leut erslagen.
Wackernell, Adt. Passionssp. St.
2, 1314
(
tir.
,
v. 1496
):
Ich hör: sy pringen gefangen ain man, | Darüber sol urtayl des todes gan.
Reichmann, a. a. O.
123, 26
;
129, 9
;
141, 28
;
163, 16
;
177, 21
;
256, 14
;
Dietrich. Summaria
19r, 33
;
Anderson u. a., Flugschrr.
19, 17, 3
;
29, 8, 14
;
Dierauer, Chron. Zürich
141, 32
;
Chron. Augsb.
1, 319, 1
;
2, 36, 18
;
377, 27
;
3, 513, 9
;
4, 396, 3
;
8, 431, 16
;
9, 327, 8
;
335, 9
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
166, 29
.
16.
von Geld (Münzen): ›gängig werden, in Umlauf kommen‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 3.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
273, 3
(
thür.
,
1474
):
ir endorffet dy groschin, dy iczunt gehen, met uffgelde nicht also gud unde werdig machen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
229, 17
(
osächs.
,
v. 1325
):
Di [pfenninge] mugen dannoch gen vircehn tage ane vare.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
26, 11
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Do ist ouch eyn andir muncze, di get in xxx sinen provincien by gebote des halsis.
Chron. Nürnb.
4, 263, 3
(
nobd.
,
15. Jh.
):
desselben jars giengen die schinderlingpfenning.
Chron. Augsb.
1, 107, 27
(
schwäb.
, zu
1396
):
in dem 1396 jar do giengen pfenning die hiessen Regenspurger.
17.
phras.: von Unkosten, Geld:
auf jn. / etw. gehen
›für jn. etw. kosten‹.

Belegblock:

Chron. Augsb.
9, 123, 4
(
schwäb.
,
1544
/
75
):
daß er nicht wisse den großen uncosten, müe und arbait, so uff das Spital zu dem hailigen Gaist gat.
18.
phras.:
im schwange gehen
›verbreitet sein‹.

Belegblock:

Luther, WA
30, 3, 210, 7
 f.(
1530
):
Solchs gieng datzu mal ym schwang.
Ders., WA
32, 230, 11
(
1530
):
die zeichen gehen ym schwang.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
11, 6
(
Frankf./M.
1563
):
Wiewol die Zauberey ein gewisse suͤnde ist / und nit alleyn bey den Heyden und Unchristen / sonder auch bey den Christen im schwang gehet / findt man doch etliche leuth die frey herauß sagen / sie glauben nicht daß Zauberey in der Welt sey.
Chron. Augsb.
8, 172, 3
(
schwäb.
, zu
1562
):
Der krieg in Franckreich [...] geet noch im vollen schwanck.