gebaren,
1
geberen,
V.
›sich in einer bestimmten Weise verhalten, geben, stellen; sich mit etw. beschäftigen, mit etw. umgehen; in einer bestimmten Weise handeln‹;
zu
1
 1.
Syntagmen:
feindlich / freundlich / frölich / geistlich / gütlich / ketzerisch / kläglich / recht / ritterlich / schalklich / toblich g
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
16734
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Wen do sich Got ane schult | Vor unser schult geruchte geben, | [...] Wie grimme sie gebarten, | Daz duldete der riche | Dem tummen lamme gliche.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
7181
(
Magdeb.
1608
):
Gleich wie zwey Kinder sich gebaren / | Wenn sie auffwippen vnd nider fahren.
Luther, WA
30, 2, 28
(
1529
):
wer hat yhm die macht gegeben, solch frembd gut nicht allein bey sich zu halten [...] sondern auch damit zu handeln und gebaren.
Anderson u. a., Flugschrr.
12, 2, 14
(
Wittenb.
1522
):
Do schreyt yr / das wir ketzerisch gebern. vnchristlich handeln.
Große, Schwabensp.
125, a
, 19 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
her sol deme pawese geschriben, we rechte vbele her gebaren hebbe.
Reissenberger, Väterb.
11676
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
nu was daz siner bruder site | Die niht vol tugende waren | Da si in so gebaren.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
7388
(
rib.
,
1444
):
saigt mir we dat syn | Dese tzwae de so eyslich geberen.
Chron. Köln
1, 35, 22
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Vientlich kunde hie geberen.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
1, 4, 5
(
Köln
um 1490
):
So ganck hynder myne gardine stain, | So wirt dir kont wie sij geberen.
Kurz, Waldis. Esopus
3, 92, 120
(
Frankf.
1557
):
laß ein blatten schern, | Vnd thu recht wie ein Apt gebern.
Knape, Messerschmidt. Bris.
14, 5
(
Frankf./M.
1559
):
Brissonetus [...] gebaret also Ritterlichen / dz sich jederman seiner zierlichheit verwundert.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
19, 12
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Han ich icht ungeleichs oder unhübsch gegen euch gebaret, des underweiset mich.
Quint, Eckharts Pred.
1, 215, 13
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
vinde ich einen menschen, der mir glîch ist, der mensche der gebâret, als ob er ich sî.
Küther, UB Frauensee
333, 26
(
thür.
,
1519
):
wie sie seumig wurden, zu pfenden und allenthalb zu geparen wie vergeschreben stett.
Ermisch, Freib. Stadtr.
163, 8
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
wen di boten gestanden sint, daz da rechte gebart si, daz si billiche di vingere nider nemen.
Pyritz, Minneburg
4878
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Sie must doch zu eim mol in den jaren | Anders zwor gein mir gebaren, | Dann sie ytzunt gein mir tut.
Gille u. a., M. Beheim
123, 487
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Daz wir gütlich gebaren | gegen unsern nesten all stund.
Goedeke u. a., Liederb.
358, 109
(
Nürnb.
16. Jh.
):
ge durchs volk und gebar so unvernünftiklich.
Chron. Strassb.
61, 1
(
els.
,
1362
):
do geborte der hertzoge als ob er fliehen wolte, daz er doch nüt meinde.
Rieder, Gottesfr.
4, 19
(
els.
,
1382
/
91
):
er geborete gar klegeliche und erbermekliche und gewan grosse consciencie.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 5, 9
(
schwäb.
,
1471
):
Ach, herr got von hymelreich, | Wie sol ich geparen?
Pfaff, Tristrant
143, 25
(
Augsb.
1498
):
auch ist on das kunt und wissent, das lieb gegen lieb gebaret so freüntlichist sy mügen.
Barack, Teufels Netz
9002
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Man tuot sich denn och an in rechen | Umb ir smach gebaren und sprechen.
Karnein, Salm. u. Morolf
750, 4
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
du gebarest als ein wip, kunig Princian.
Bihlmeyer, Seuse
123, 27
(
alem.
,
14. Jh.
):
Der ein gesell [...] gebarte mit sinen schnidenden worten vil schmahlich.
Päpke, Marienl. Wernher
1624
(
halem.
,
v. 1382
):
Joseph [...] was ain sunder wiser man, |[...] mit sitten und gebaren, | Kúsch und rain ainvaltige, | Demuͤtig, warhaft, milte.
Rieder, St. Georg. Pred.
126, 19
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
do si zuͦ dem kúnig Aswero solte gan, do klaite si sich mit edlem gewande und gebaret do so zartlich und so herlich daz es ane masse waz.
Gereke, Seifrits Alex.
426
(
oobd.
, Hs.
1466
):
du solt mir ervarn | wie ich umb dissew sach schol geparn.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
75, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Gen veinden was er fraisse vol | gen freünden kund er frölich wol geparen.
Weber, Füetrer. Poyt.
338, 3
(
moobd.
,
1478
/
84
):
ich wais, wie ich geparen | sol, wann mein hertze hat des iamers sucht.
Haltaus, a. a. O.
2, 5, 174
;
54, 13
;
54, 150
;
55, 92
;
Gereke, a. a. O.
4703
;
5541
;
7829
;
Voc. Teut.-Lat. k viijv;
Schöpper
115a
;
Maaler
159r
;
Schmid, R. Cysat
6, 35
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 63
;
Dietz, Wb. Luther
2, 17
 f.;
Dief./Wü.
604
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
119
;
Schwäb. Wb.
3, 116
;
Öst. Wb.
2, 327
;
Rwb
3, 1218
 f.