geben,
V., unr. abl.;
vgl. Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988, 226
; 275; 419; 443 f. – Die Grundbedeutung des Weitergebens von Gegenständlichem entwickelt sich in Verbindung mit entsprechenden Größen über Übertragungen bis zur weitgehenden Entleerung des Verbalbegriffs, der in entsprechenden Wendungen seinen semantischen Gehalt von dem mit ihm verbundenen Substantiv erhält. Übertragener Gebrauch (6) und Wendungen mit abgeblasster Verbalbedeutung (17) gehen häufig ineinander über und lassen sich daher nur schwer exakt trennen.
1.
›jm. etw. Gegenständliches (mit der Hand in die Hand) geben, übergeben, reichen, schenken‹; häufig absolut ohne dativische und akkusativische Ergänzung; auch ütr.
Phraseme:
jm. die hand geben
;
jm. etw. in die hand geben
›jm. etw. übergeben‹;
etw. aus der hand geben
›etw. weggeben, verkaufen‹;
einem säugling die brust geben
›den Säugling säugen‹;
jm. etw. geben
›jm. etw. heimzahlen, jn. strafen‹;
geben
mit Inf., z. B.
jm. etw. zu essen geben
.
Gegensätze:
(V.) 7,  2.
Syntagmen:
jm. bier / brot / fisch / fleisch / imbis / kost / speise / wasser / wein, arzneien / aussteuer / güter / hölzer / kleider / ringe / schlüssel / tücher, almosen / opfer / sacramente g
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
13304
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz sint die misgemuten, | Die richeit uber vluten | Und noch irme mutwillen leben | Und den armen nicht engeben.
Mieder, Lehmann. Flor.
231, 11
(
Lübeck
1639
):
Er gibts mit dem Mund / vnd behelts mit den Haͤnden.
Ebd.
234, 10
:
Man muß einem geben / daß man auch eim andern geben koͤnne.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
589, 20
(
preuß.
,
1414
):
2 banclaken, die der aldemeister doryn gab.
Alberus, Barf.
7, 3
(
Wittenb.
,
1542
):
da erschien sie jm mit jrem lieben Kinde / vnd gabs jm in seine arm.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
631
(
mrhein.
,
um 1335
):
Welhem ich [Iesus] gebe daz gemerte brot, | der selbe virkaufet mich in den dot.
Hajek, Guͦte spise
63
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
die koste git man kalt oder warm.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
128, 5
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Abrye [...] gab syme hünde ouch zu essen.
Dedekind/Scheidt. Grob.
189, 17
(
Worms
1551
):
Wer etwas gibt / vnd gibts geschwind / Der ist ein zweifach guͦter fründ.
Dubizmay, kurß zu Teutze
16, 3
(
hess.
,
1463
):
Ich lobe dein seylige bruste die der süge der aller lebendigen gescheffte ir speyß gibt.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
56, 15
(
Frankf.
1535
):
[Agathes] Gestossen vff die wund gelegt / odder im tranck mit wein geben / heylt der schlangen biß.
Ebd.
58, 18
:
Wiltu wissen ob eine ein jungfraw sei odder nit / nim dises steynes / zerstoß jn zu puluer / gib diß einer jungfrawen jr vnwissend.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 62, 8
(
Frankf.
1590
):
den armen im hospital [...] ein weißbrodt und ein echtmaß weins zu geben.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
52, 17
(
omd.
,
1487
):
Du hast ÿm grosse barmhertzickeitt bewart vnd ÿm gegeben einen sön sitzend aúff seinem trone.
Quint, Eckharts Pred.
1, 61, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
swaz got dem menschen gibet, daz ist daz beste.
Ebd.
2, 430, 7
:
Dirre liute gâbe mac eigenlîcher heizen ein eischen dan ein geben, wan sie engebent in der wârheit niht.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
141, 40
(
thür.
,
1474
):
Nigkel Heringe dy cleydere unde sloygere unde bete gegebin.
Ebd.
320, 19
:
sy wolde daz paternoster nicht umbe acht schog gebin.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mk.
7, 27
(
osächs.
,
1343
):
wan iz ist nicht gût zuͦ nemene daz brôt der sune unde zuͦ gebine den hunden.
Schönbach, Adt. Pred.
18, 8
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
do gab er ime tuͤchere und alde cleidere, daz er si umme sich wuͤnde.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
97, 792
(
Zwickau
um 1540
):
Ich wil in bdencken nemen dise sach | Mit meinem Fuͤrsten was ich thu und mach. | Und an ihn hoͤren ob es sey beqwem / | Das ich euch geb und einem andern nem.
v. Ingen, Zesen. Ged.
396, 21
(
Breslau
1641
):
Nun fahre fort du schoͤne Zier/ | und mach‘ es so / damit ein jeder | den guͤlden Palmen giebet Dier.
Chron. Nürnb.
2, 85, 2
(
nobd.
,
1444
):
wir gaben im kein zerung.
Gille u. a., M. Beheim
139, 202
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Und mügen also vasten hie, | peten, almusen geben.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
180, 21
(
nobd.
,
1476
):
Man sol auch [...] nymants keinerlei speis noch getranck auß dem hawß geben, außgeschlossen almussern.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
110, 14
(
Nürnb.
1548
):
das man vor zeiten wen̄ man das hochwirdige Sacrament den leuten geben hat / wasser vnter den wein gemenget hab.
Ebd.
179, 3
:
Warumb sol ich Almosen geben / so es nicht dienet zu Vergebung der suͤnden.
Dietrich. Summaria
26v
, 22 (
Nürnb.
1578
):
der Herr Jesus zeigts jm fein in dem / das er jn hingehen heisset / vnd alles verkauffen / vnd den armen geben.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
447, 27
(
els.
,
1362
):
do bat sante Jocob daz man ime ein wening wassers gebe.
Chron. Strassb.
672, 16
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
das die stifte nüt werent schuldig collecte zuͦ gebende, also die ussprüchebriefe bewisent.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
8, 60, 4
(
Straßb.
1466
):
wann er gibt dem armen von seinen broten.
Roloff, Brant. Tsp.
474
(
Straßb.
1554
):
Du woͤltst ine nit gnug zuͦ essen geben.
Karnein, Salm. u. Morolf
13, 3
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
man gap ir einen salter in ir sne wisse hant | mit guldenen buchstaben.
Barack, Teufels Netz
7752
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Er tuot ir ain almuosen geben, | Und hand ain œd leben.
Sappler, H. Kaufringer
16, 724
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
an tugent sült ir lützel rasten, | almuosen geben, peten und vasten.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 60, 159
(
schwäb.
,
1471
):
So hab ich lewt vnd lannden | Cost vnd speis gegeben wol.
Chron. Augsb.
4, 337, 16
(
schwäb.
,
v. 1536
):
daß nemantz nichtz gabe oder schenck.
Bauer, Geiler. Pred.
471, 7
(
Augsb.
1508
):
Ich will dir ainen flügen wadel geben.
Memminger Chron. Beschr.
4, 23
(
Ulm
1660
):
Gebt dem Keyser was deß Keysers ist / vnd Gott was Gottes ist.
Bachmann, Haimonsk.
119, 27
(
halem.
,
1530
):
ir gsăend nie kein zimberlŭt so lutt streich inn holtz geben, als Rengnold uff sine fyend gab.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
207v
, 2 (Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
gib im das warmes nuͤhter ze trinkend / in ainem vollen koph.
Ebd.
215v
, 29:
Das das wib milch múg geben, mische essiches heffen mit wachss vnd legg es dar / an.
Köbler, Stattr. Fryburg
102, 9
(
Basel
1520
):
Fry gaben sollent von handen geben werden.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
122, 12
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sô diu verhermuoter gepirt, sô gibt si daz êrst prüstlein irm sun und nicht der tohter.
Ebd.
163, 29
:
fühsein flaisch geprant ze pulver und daz gegeben herzlähtigen läuten in wein ist gar guot.
Klein, Oswald
103, 32
(
oobd.
,
1432
):
ich geb dir auch ain stoss | zu deiner brust.
Wolf, Norm im sp. Ma.
30, 15
(
oobd.
,
1486
):
sullen sy jr guetter den armen geben.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
26, 22
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Der künig schuef mit seiner wolgezierten tochter, der jungen künigin, das sy selb den herren trincken solt geben.
Winter, Nöst. Weist.
1, 411, 10
(
moobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
welchem die herrn zimmerholz geben und bauet es nicht an sondern verkaufts.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
66, 21
(
m/soobd.
,
17. Jh.
):
Ambtmansrecht. So ist auch ain ieder gerichtsman schuldig dem ambtman ze geben ain korngab.
Rechn. Kronstadt
1, 200, 29
(
siebenb.
,
1513
):
awff das schlos Thewrch haben myr geben Bleÿ, puluer, Eyserin kugelin.
Skála, Egerer Urgichtenb.
77, 11a
(
nwböhm.
,
1571
):
Knechte hetten [habern] mit Suedt mit ahl gersten genommen vnd den Pferden geben.
Voc. Teut.-Lat. k iijr;
Voc. inc. teut. h iijr;
Serranus
76v
;
Maaler
153r
;
158v
;
Hulsius F iijr/v;
Henisch
1378
;
Stieler
1, 649
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 175
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 31
;
Buchda, Schöffenspr. Pössneck
4, 124
 f.;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 63
 f.;
Dietz, Wb. Luther
2, 20
 f.;
Dief./Wü.
621
;
Pfälz. Wb.
3, 83
 f.,
Schwäb. Wb.
3, 119
;
Schweiz. Id.
2, 71
;
Vorarlb. Wb.
1, 1073
;
Rwb
3, 1224
 f.
2.
›(jm.) Geld (für etw.) geben, aushändigen, bezahlen‹.
Urkunden, Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
 145,
1
 1, .
Syntagmen:
jm. gelt / gebür / groschen / gulden / lon / pfennige / schillinge / sold / steuern / zins g
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
112, 34
(
preuß.
,
1401
):
dy groschin worden geben dem ougenarzte magistro Conrado.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
159, 2
(
preuß.
,
1578
):
Da man zuvorn einem ampten 50 marg besoldüng gab.
Leman, Kulm. Recht
2, 2, 4
(
Thorn
1584
):
der sal gebin eynen schillyng tzu vrede busse.
Dat nuwe Boych
424, 15
(
rib.
,
1396
):
sculden sij syne hulde vnd gnade wedervmb hauen, Sij moysten eme darvmb geuen vnd schenken xii gulden.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
644
(
mrhein.
,
um 1335
):
Als werlich muͦze ich leben, | wir wollen dir drizig pennige geben.
Struck, Klöster
432, 39
(
mosfrk.
,
1477
):
Derselbe Silchin sail geben dem perner 20 pen. uff allerselen dagk.
Rueff, Rhein. Ostersp.
1673
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
der mir dach nye kein danck gesait | und wolt mir auch kein gelt geben.
Köbler, Ref. Franckenfort
102, 21
(
Mainz
1509
):
dauõ sol kein jnschryb gelt genõmen noch gegeben werden.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 229, 7
(
hess.
,
1355
):
Auch sal nyman von eyme duche me gebin dan zwelff schillinge zu zouwen von grobin duchen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
1611
(
thür.
,
1474
):
Nu konden sy yme sollichs geldes alles nicht gegebin.
Ries, Rechenb. D 2r,
12
(
Erfurt
1522
):
eyner hat 13 erbeiter / 17 tag vnd gibt einem des tages 15 pfen.
Thür. Chron.
11r
, 20 (
Mühlh.
1599
):
die [Teutschen] muͤsten den Roͤmern hulden / vnd jhnen Jaͤrlich zinß geben.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
68, 2
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Ein kranker hat einer geben uber das bettbrett hundert gulden minus drei gulden.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
43, 7, 5
(
schles.
,
1386
):
Auch bekennet Cuncze Steynkeler, das h em auch hundirt mark gegēn hat an gereytin gelde.
Rupprich, Dürer
1, 149, 34
(
nobd.
,
1520
):
da wieß ich mein zol brieff, da must jch 2 gulden an gold geben.
v. Keller, Ayrer. Dramen
3106
(
Nürnb.
1610
/
8
):
Darumb will ich dir geben | Deinen verdienten Lohn.
Anderson u. a., Flugschrr.
30, 3, 11
([
Straßb.
1522
]):
waß fragstu wer mir dz gelt geb.
Sappler, H. Kaufringer
14, 507
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
gold und silber oun endes zil gib ich dir auf die trewe mein.
Chron. Augsb.
1, 70,
Anm. 1 (
schwäb.
, zu
1381
):
her Eberhart von Randeck [...] geit uns ellin jar 30 guld. ze stiure.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 464, 12
(
schwäb.
,
1545
):
soll man mir khain schnittergelt noch khain ássgarb zú geben pflichtig sein.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 467, 30
(
alem.
,
1459
):
die sechs artisten im collegio bedarf ir yeglicher 50 gulden; wann die schuͦler werdent innen lon gen.
Dierauer, Chron. Zürich
205, 8
(
halem.
,
15. Jh.
):
Und solt gen der bischof von Lossen 8 tusent guldin, die herzogin von Sayfoy 24 tusint guldin.
Bastian, Runtingerb.
2, 48, 17
(
oobd.
,
1383
):
ich gab meinem herrn 10 Tukat.
Klein, Oswald
19, 120
(
oobd.
,
1416
):
herzog von Prig, bischoff von Rig, | gross graf, künig Sigmunds sig | was euch empholhen eben, | der lon wirt euch gegeben.
Dirr, Münchner Stadtr.
355, 20
(
moobd.
,
1340
):
den daz recht und fronbot daraus treibt, der sol dez nicht engelten, und den verdienten zins sol er geben.
Winter, Nöst. Weist.
2, 323, 33
(
moobd.
,
1512
):
Wan ainer verkauft ain lehen, so sol der verkaufer geben sechzig phening zu ablat und der kaufer drei schilling zu anlat.
Bischoff, Steir. Landr.
177
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Wann man chawft oder hin geit, wann man leytchawf trinkcht oder gotsphenig geit.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
95, 9
(
tir.
,
1464
):
ist das der lon, den tu geust deinen dienern.
Piirainen, Stadtr. Sillein
54r
, 35 (
sslow. inseldt.
,
1378
):
wen ein meyt einem man nam so muͦst si geben eynen schilling.
Rechn. Kronstadt
2, 162, 6
(
siebenb.
,
1529
):
ich hab entfangen von der richteren phenung vnd helblüngen das sÿ hat geben der kÿrgen.
Ebd.
3, 310, 8
(
siebenb.
,
1551
):
Am sonntag noch Michaelÿ hann ÿch gebenn vor leÿmet vnndt hemder fl. 1.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
5, 9
(
mslow. inseldt.
,
1569
):
Demnach dieśe Stadt, zue erhaltung des Hauśes Altśoll Järliche Zinśung hundert florin in Müntz geben mueß.
Grosch u. a., a. a. O.
96, 15
;
96, 38
;
97, 7
;
120, 35
;
141, 19
;
154, 5
;
170, 27
;
225, 4
;
230, 17
;
244, 33
;
270, 7
;
272, 21
;
285, 11, 297, 5
;
303, 29
;
Chron. Augsb.
1, 31, 14
;
165, 14
;
255, 14
;
2, 74, 5
;
113, 9
;
113, 10
;
335, 3
;
5, 19, 6
;
233, 28
;
6, 22, 15
;
7, 92, 10
;
Bastian, a. a. O.
2, 50, 20
;
57, 17
;
65, 24
;
125, 23
;
252, 12
.
3.
›(jm.) Schriftstücke, z. B. Akten, Briefe, Urkunden, übergeben, herausgeben, veröffentlichen‹.
Urkunden, Rechtstexte.
Phraseme
formelhaft in amtlichen Schriftstücken, meist mit Angabe eines Datums:
(ge)geben
›herausgegeben, veröffentlicht‹.
Syntagmen:
abscheidebriefe / abschriften / artikel / briefe / gesetze/ handfeste / scheine / urkunden / zeugnisbriefe g
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
4, 263, 25
(
preuß.
,
1454
):
wurden durch den herren keyszer itczlichim teile anlasbrieffe gegeben.
Dat nuwe Boych
425, 36
(
rib.
,
1396
):
Ind gauen yn zo stunt yre brieue willeclich oeuer.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 456, 11
(
rib.
,
1422
):
Gegeven in den jairen unns herren dusent vierhundert ind zweiindzwenzig jair up den andach van dem heilgen druziendage.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
319, 11
(
hess.
,
1594
):
Wir, der rath, haben uff underthenig ansuchen und pitt der maister barchen- und leinenwöberhandwercks inen dise nachgeschribne drey articul gegeben.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 81, 5
(
omd.
,
1424
):
Gegeben czu Marienburg am obende assumtionis Marie.
Burkhardt, UB Arnstadt
161, 37
(
thür.
,
1395
):
Geschen unnd gegebin noch Christi geborten driczen hundert in dem funf und nunczigesten iare.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
302, 6
(
thür.
,
1474
):
eyne abeschrifft, dy ym der rath darvon sal gegebin habe.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
446, 16
(
osächs.
,
1523
/
4
):
So sall er einem itzlichen ein abscheidebrief davon geben.
Gille u. a., M. Beheim
79, 515
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Dann ob all fursten die da lebnn, | dir prieff und sigel heten gebnn.
Chron. Augsb.
7, 265, 25
(
schwäb.
, zu
1552
):
Geben im veldlager bei Thonawerd under unserer ghedigen fürsten und herren.
Haszler, Kiechels Reisen
317, 38
(
schwäb.
,
n. 1589
):
doneben wurde yedem ein patenta oder urkund, uf bergament in latein geschriben, gegeben.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 632, 9
(
alem.
,
um 1380
):
Geben ze Basel an dem hailig balmtag.
Turmair,
5, 459, 27
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Geben, eröffent und angeschlagen zu Avion am achten tag des weinmonats.
Zingerle, Inventare
172a
, 20 (
tir.
,
1420
):
ain brief mit ainem insigel [...] der geben ist an sand Blesen tag.
Piirainen, Igl. Bergr.
43, 10r
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
daruber ain hanndtfesten geben, vber Erb vnd vber aigen, vnd vber guete.
4.
›jm. Besitz, bes. an Ländereien, Hab und Gut übereignen, vererben‹.
Urkunden, Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
 1,
1
 1, , , .
Syntagmen:
jm. einen acker / garten / hof, eine habe / morgengabe, ein bergwerk / königreich / land / lehengut g
.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
161, a
, 21 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
vnde ne hat der vater nicht me Wen eynen sonen, her in git im nicht me von rechte wen den fünftenden teil sines guͦtes.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 247, 35
(
mosfrk.
,
1380
):
sullen wir dem vuͤrg. unserm herren von Triere [...] die egen. vesten Castel zwene maende zuͤfurenz wider in ire hant geben und ufantwerten.
Köbler, Ref. Wormbs
243, 31
(
Worms
1499
):
ein Lehenman mag Lehengüter synen kinden nit geben zu Eestüer one vorwilligung des Lehenhern.
Froning, Alsf. Passionssp.
957
(
ohess.
,
1501 ff.
):
des saltu alles syn gewert! | ja wer eß auch halb myn konigrich, | das gebe ich der sicherlich.
Behrend, Magd. Fragen
159, 3
(
omd.
,
um 1400
):
Adir ist ir dy morgengabe an stehindem eygen adir erbe gegeben, so sal dy frouwe dy morgengabe doran behalden.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
55, 26
(
omd.
,
1487
):
Auch wirtt von recht keÿnem vnehelichen Kinde erbteill gegeben Aús dÿssem allen clerlich beslossen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
674, 27
(
thür.
,
1421
):
Do gab her on alle ir gut weder, ane Orlamunde, das behielt her.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
84, 17
(
thür.
,
1474
):
sy hat nach yres manes tode nicht mer darane gehabt wanne also viel, also ir gegebin addir gelegen addir geeygent waz.
Ebd.
117, 1
:
sy endarff der wetwen von sollichin gutern nichtis nicht gebin.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
81, 4
(
osächs.
,
1523
/
4
):
hat er [...] seinem eelichen weib, geben und leihen lassen vor gericht und gehegter dingbank alles, das er hat oder imer mocht gewinnen.
Rennefahrt, Statut. Saanen
21, 20
(
halem.
,
1397
/
8
):
so mag wol ir ieklichs [...] den sinen teil alles sines guͦttes geben, beschiken und ordnen.
Welti, Stadtr. Bern
43, 15
(
halem.
,
A. 14. Jh.
):
Ein ieklich burger mag [...] sin eigen vnd alles, das er hat, vertriben, verkǒffen vnd geben swem er wil.
Bachmann, Haimonsk.
166, 33
(
halem.
,
1530
):
so will ich dir Köln uff dem Rinn geben.
Edlib. Chron.
3, 18
(
ohalem.
,
um 1500
):
dieselben land namlich utznach mit dem schloss von unser gnädigen frowen geschenckt und geben worden ist.
Klein, Oswald
104, 36
(
oobd.
,
1429
):
Ich näm ain grossen klupf, | als der mir Strassburg gäbe.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
16, 20
(
moobd.
,
1305
):
daz dehain witewe ir chinde gut, daz si anerbet, geben sul [...] ander manne.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
38, 32
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Do gab im der künig ledig die Marck Oesterreich zu aigen.
Rintelen, B. Walther
73, 3
(
moobd.
,
1552
/
8
):
so mag sie solliche Morgengab vermachen, verschaffen und geben, wie sy verlusst.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
712
(
schles. inseldt.
,
1481
):
do hot Petter Bock seÿnem fater vormanet, ap her ÿm hette gegaben den gartten, do her off seczt.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
1
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
Also daß er ÿm geb ein genanth veldt.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
1564, 2
(Hs.
A. 15. Jh.
):
ich gib im an die hant | Garten und Berne und allez daz ich hant.
Grosch u. a., a. a. O.
65, 21
;
68, 13
;
68, 19
;
68, 21
;
93, 2
;
93, 7
;
93, 14
;
93, 30
;
94, 20
;
101, 16
;
116, 13
;
116, 38
;
123, 37
.
5.
›eine Frau einem Mann zur Ehefrau geben; eine Frau verheiraten‹; ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
 4.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron.
27, 6
(
mfrk.
, Hs.
17.
/
18. Jh.
):
di [dochter] wart gegeben dem edilin greben Johanne greben zu Catzenelnbogen.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
117, 32
(
rhfrk.
,
um 1435
):
den vnd sin mitgesellen schyckt er zu dem keyser von Constantinopel / vnd dede an yme werben / das er yme syn dochter gebe.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
675, 15
(
thür.
,
1421
):
Uff dem selbin houfe wart eyne friole an geslagen von dem graven von Henbergk, das der seyne tochter geben wolde lantgraven Frederichs eldisten sone.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
17, 37
(
thür.
,
1474
):
daz yr vater unde sy ire swester deme genanten Claußn Goynitczb zcun elichem wibe gegebin habin.
Ebd.
18, 11
:
Hat der alde Cluder syner tochter, da er die Claußen Goynitcz zcu der ee gegebin hat, im drytczen alde schog metegegebin.
Thür. Chron.
20v
, 19 (
Mühlh.
1599
):
So hatte er auch eine Tochter / die gab er Koͤnig Ermefrieden von Duͤringen.
Palm, Veter Buoch
53, 12
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
der [tochter] begonde er begern in sime herczen vnd bat den heiden das er e sie im ze wibe wolde geben.
Roloff, Brant. Tsp.
669
(
Straßb.
1554
):
Do ist an euch mein ernstlich bitt | Ir woͤllent die mir versagen nit | Sunder geben zuͦ der heiligen Ee.
Karnein, Salm. u. Morolf
782, 4
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
da gap er ime zu einem wip | kunig Foren swester.
Dreckmann, H. Mair. Troja
15, 18
(
oschwäb.
,
1393
):
siu waz auch wol, daz ez zeit waz, daz man si geben solt einem mann.
Morrall, Mandev. Reiseb.
23, 26
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Er hett mir ouch gern ain wip geben.
Wiessner, Wittenw. Ring
5207
(
ohalem.
,
1400
/
8
):
Das sag uns auf die treue dein: | So gib ich dir die tochter mein.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
38, 11
(
moobd.
,
1478
/
81
):
zwo töchter; aine ward geben dem hertzog Götfrid von Sachsen, die ander dem hertzog von Poland.
6.
in Verbindung mit Abstrakta, z. B. Bezeichnungen für menschliche Regungen, Empfindungen, geistige und körperliche Eigenschaften, christliche Glaubensinhalte: ›jm. etw. geben, verleihen, verschaffen‹; ütr. zu 1. Berührungen und Überschneidungen mit 17.
Syntagmen:
jm. freiheit / freude / frieden / gerechtigkeit / gunst / huld / lob / lon / lust / minne / treue, geist / gesundheit / kraft / ruhe / weisheit, den evangelischen geist / heiligen geist, die frömmigkeit / gnade / seligkeit g
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Jes.
58, 11
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
rue wirt dir geben der herre din got allisglichs.
Luther, WA
30, 3, 88, 35
(
1529
):
neben dem wort got auch den glauben vnnd seinen gaist anpeut vnnd gibt.
Ders. Hl. Schrifft. Marc.
6, 21
(
Wittenb.
1545
):
es kam ein gelegener tag / Das Herodes auff seinen Jartag / ein Abendmal gab.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
290, 16
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
nu gip uns, vrou, der sêle hôchgemüete, | dû uns hie behüete | alvor des tiuvels hantgetât.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
243
(
mrhein.
,
um 1335
):
Vns kummet des suszen megen zit, | die mangen herzen vreude git.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
2, 193
(
Köln
um 1490
):
Gyfft dyr yemant goit off ere, | Dat nym und bedanck dich sere.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
157, 17
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Ist es also sprach die konnigynne / so wil ich uch gerne vrlop geben.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 5, 94
(
Frankf.
1557
):
halt dich redlich, nehr dich im Landt, | Leid mit den deinen ehr vnd schandt, | Freud, glück, unglück vnd froͤlichkeit, | Beid, guts vnd boͤß, was dir Gott geit.
Bergmann, Ambr. Liederb.
35, 15
(
Frankf.
1582
):
das ich jr freundlich gestalt | Möcht sehen an ein kleine zeit, | auff erden mir nichts mehr freude geit, | wo sie mir jetzund hilfft aus leid.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
71, 28
(
omd.
,
1487
):
Derhalben eldern ÿre kinder vnderweÿßenn syͤ ÿre leben also füren das ÿn von gott dÿselbe ewige seligkeit gegeben werde.
Quint, Eckharts Pred.
2, 436, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
der vater von himelrîche, der gibet dir sîn êwic wort, und in dem selben worte gibet er dir sîn selbes leben und sîn selbes wesen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
2, 9
(
thür.
,
1421
):
Do got die engel geschuf, do gap her on den freien willen.
Ebd.
33, 10
:
das is den luten, die dor zu gyngen, lust gap unde alsso eyne krone an zu schawen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
96, 3
(
thür.
,
1474
):
daz auch der erczeprister sin willen darczu gegebin habe.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 315, 4
(
Leipzig
1537
):
O Christe heyliger Heyllandt, | Vnser schwacheyt ist dir bekant, | Geystliche sterck ist vns ser nodt, | Gyb vns die durch dein heylges brot.
Mathesius, Passionale
38v
, 15 (
Leipzig
1587
):
Gott [...] wil vns seinen Geist geben.
Stackmann u. a., Frauenlob
2, 7, 5
(Hs. ˹
schles.
,
14. Jh.
˺):
Wer slug Egipten kummer tragender vlamme? | wer gap, verkoufter Joseph, heil der trüben sel?
Ebd. Frauenlob
7, 20, 6
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
swer maze kan an allen dingen geben.
Ebd.
10, 5, 1
:
Ein gut beginne, daz git ein richez hoffen.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
124
(
Nürnb.
1517
):
Das gesetz der natur [...] das die recht natürlich vernunft gibet.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
71, 4
(
Nürnb.
1548
):
Derhalb lieber Herr / gibe ein gedultiges hertz.
Ebd.
74, 6
:
Er hat jnen macht geben / Gottes kinder zu werden.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
378, 20
(
els.
,
1362
):
Den goͤttern ophertent die ritter ein lamp daz sú in herze vnd kraft gebent.
Roloff, Brant. Tsp.
412
(
Straßb.
1554
):
Mit trüwen will ich ewer pflegen | Biß Gott gibt frid und seinen segen.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel,
169
(
schwäb.
,
1455
):
Recht als der struß sin jungen | Git leben in der bruot | Soltu mir synn und muot | Erwecken.
Chron. Augsb.
1, 351, 2
(
schwäb.
,
1437
/
42
):
da der Kriech begraben lit, | dem dorf es hüt den namen git.
Edlib. Chron.
6, 6
(
ohalem.
,
um 1500
):
so habend wir den optgedachten burgermeister [...] unsren gantzen vollen gewalt geben.
Schmidt, Rud. v. Biberach
102, 8
(
whalem.
,
1345
/
60
):
In disem lebenne sint die volkomen, die [...] iren gunst gebent vnd sich alwegent zvͦ tugenden tennent.
Köbler, Stattr. Fryburg
209, 7
(
Basel
1520
):
welcher ouch den fridbrechern vnd todschlegern / handreichu͂g oder vnderschlowff gebe.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 45
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
er gab dir eer, schön, kunst und kraft.
Ebd.
38, 41
:
pis willig den armen | durch den der frewde geit.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
9, 1
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
hort, das albeg funnfzig Turckhen an ainen Christen warn, doch gab in Got die gnad.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1059
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Ich enwaiz wie ir in meinem leichnam erschinen seyt, wann ich hab ewch weder den geist noch die sel gegeben.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
209
(
moobd.
,
1478
/
81
):
wann hertzog Friderich hett der stat daselb gar vil sunder und grosser freyhait geben.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
20, 16
(
tir.
,
1464
):
der herr der wider stet den hoffërtigen, aber den diemütigen geit er genaden.
Ders., Zist.-Pred. Haller
61, 351
(
tir.
,
1466
):
Wand die lieb Kchristi die ist suess [...] sÿ geit den kchrankchen die gesunthait.
Piirainen, Stadtr. Sillein
38,l
, 1 f. (
sslow. inseldt.
,
1378
):
daz dv mir gebest also groze mynne czu dir.
Ders., Stadtr. Kremnitz
69
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
Wier wellen auch hiemit disen auffsehern gwalt geben das sie alle die Ienigen so Ihren bephel Ibertrettenn [...] straffen.
Qu. Brassó
5, 378, 3
(
siebenb.
,
1600
):
Aber Gott der Allmächtig gabe ihn solchen Geist und Gemüt, das sie nit ableissen, dem Feind zu wehren.
7.
›etw. hervorrufen, bewirken‹.
Phraseme:
(got) gib
›(Gott) bewirke‹, zur formelhaften Einführung eines Wunsches; semantisch verblasst auch partikelhaft im Sinne von ›gleichviel, egal; was, wo auch immer‹ (vgl. dazu Dwb
4, 1, 1, 1708
).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
656, 4686
(
Magdeb.
1608
):
Als nun die Sonn auch gieng hinab / | Der Berg ein langen schatten gab.
Anderson u. a., Flugschrr.
17, 12, 25
([
Wittenb.
]
1523
):
gott gebe er werde von Tito bestettiget odder nicht.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
229v
, 16 (
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
mon [...] sol auf den faden streichen mit denn negel, das der faden ein stimme geb.
Volz, Prophet Daniel W
9, 7
(
Worms
1527
):
wie es dann heuts tags iederman aus Juda / vnnd den inwonern von Jerusalem / ja dem gantzen Israel / gehet / geb sie seind ferr oder nahe.
Froning, Alsf. Passionssp.
76
(
ohess.
,
1501 ff.
):
got gebe, das mer das spiel ßo triben, | das mer got damidde eren.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
174, 10
(
Frankf.
1535
):
Er ist auch weiß vnnd schwartz / vnd gibt die farb eines menschen nagels / vonn dem onix.
Kurz, Waldis. Esopus
2, 39, 20
(
Frankf.
1557
):
Eins gilt mir [Esel] gleich, geb, wo ich sey. | muß mich doch all mein lebetage | Holtz, Wasser, Seck zur Muͤlen tragen.
Hübner, Buch Daniel
400
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
dri jar gezit | Dri zal versuchunge git.
Göz. Leichabd.
177, 1
( 
Jena
1664
):
Der / der seinen Willen an der Seeligsten vollbracht / gebe / daß alle Leidtragende ihren Willen in kindlicher Demuht seinem Willen unterlassen.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
22, 20
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Feldkummel und pfefferkraut gibet auch eine gutte pawerwürze.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
184
(
Nürnb.
1517
):
eins sag ich gewies sein, das egemelte außtreibung der teufel der tugent nichts gibet.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
80, 20
(
Nürnb.
1548
):
Gib das wir dein wort reyn vnd lauter behalten / dich darauß / alß eynen gnedigen Vatter recht erkennen.
Spanier, Murner. Narrenb.
6, 24
(
Straßb.
1512
):
Gott geb, es schad reht, wem es schad; | Von dem galgen vff das rad.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
92, 14
(
Ulm
1486
):
sunder lieplich freüntlich smaichend sich ertzaigen. das geit gewin.
Kottinger, Ruffs Adam
3258
(
Zürich
1550
):
die music leert er wyb und kind. | gäb wo man ist, sy frölich sind.
Chron. baier. Städte. Regensb.
17, 11
(
noobd.
,
1512
):
geb wie es einem rath gefiel, under andern wolten sy von allen sachen gemainer stat rechnung hören.
8.
›etw. zeigen, offenbaren, (durch Rat, Beispiel) deutlich machen, von sich geben‹.
Phraseme:
anzeigung, beispiel, bekentnis, bescheid, exempel, lere, rat, unterrichtung, urkunde, zeugnis geben; etw. an den tag geben
.
Syntagmen:
der augenschein / verstand, die erfarung / zeit, das gleichnis
(alle Subj.)
g. etw
.

Belegblock:

Mannack, Rist. Pers.
197, 31
(
Hamburg
1634
):
alßdann wuͤrde es der Augenschein klaͤhrlich geben.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
339, 25
(
Wolfenb.
1594
):
Nun die zeit wirds geben.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
560, 1700
(
Magdeb.
1608
):
WEnn ich nun auch hie geb den Raht / | Den eh ein Narr gegeben hat.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
33, 19
(
Frankf./O.
1557
):
Welchs zwar auch die erfarung gibt / das mancher Mensch wol nuͤchtern bliebe / wenn er kein halbs noch gantzes bescheid zu thun / anneme.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 18, 5
(Hs. ˹
md.
,
M. 14. Jh.
˺):
doch gab im eine lere | Tarsilla gut, sin eigen wib.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
272
(
mrhein.
,
um 1335
):
Der [Iesus] kan dir geben guden rat | vme dine groze missedat.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
149, 22
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Lieber herre nü gebent mir getüwen rait / dann dis dut mir noit.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
7, 20
(
Frankf./M.
1563
):
so wil ich [...] viel guͦter unterrichtung hieruͤber gegeben haben.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
3, 23
(
Frankf./M.
1626
):
Allen Adelchen / Rittermaͤssigen Cavalliern / Kriegshelden [...] an den Tag gegeben.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
236, 23
(
thür.
,
1474
):
richter unde schepphin czu Cambergk mußen Jhaen von Tumppelingen yr bekennteniß gebin.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh.
1, 7
(
osächs.
,
1343
):
Dirre quam in ein gezuͦgnisse, ûf daz her gezuͦcnisse gêbe von dem lichte, daz di lûte durch en gloubiten.
Opitz. Poeterey
29, 10
(
Breslau
1624
):
Deßen exempel Ronsard giebet.
Ebd.
40, 25
:
Es pflegt die Sonnenvhr vns vnterricht zue geben | Vmb welche zeit es sey.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
147
(
Nürnb.
1517
):
Der war verstandt der schrift gibt, das die erfarnheit des götlichen heimlichen gesprechs der frid und gerugigkeit des herzens ist.
Chron. Nürnb.
5, 694, 37
(
nobd.
,
1505
):
sie gab grosse anzaigung, das sie [...] kristenliche andacht gehabt hat.
Chron. Strassb.
239, 10
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
scolastca hystoria git hiezuͦ eine kurtze lere und sprichet, das es got wolte also haben.
Roloff, Brant. Tsp.
777
(
Straßb.
1554
):
Darumb woͤllen mir geben rechten bescheidt | Was ewer geschrifft doch darvon seit.
Sappler, H. Kaufringer
16, 312
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
man vindet mengen cluogen man, | der guoten rat wol geben kan.
Chron. Augsb.
7, 289, 27
(
schwäb.
, zu
1555
):
darinnen mir Sein churf. gn. dessen alles zeugknus gegeben.
Memminger Chron. Zuschr.
1, 15
(
Ulm
1660
):
deßwegen mich verbunden befinde / meine schuldige Danckbarkeit vmb etwas an den Tag zu geben.
Ebd. Beschr.
21, 17
:
Was ich jungen Studenten offt zur Lehr gegeben / das ist den Handwercks-Gesellen auch gesagt.
Wyss, Luz. Ostersp.
5083
(
Luzern
1571
):
Mitt grossem ernst wil ich din pott | Volbringen, inen gen den bscheid.
A. à S. Clara. Glori
45, 8
(
Wien
1680
):
ein solcher war Georgius, dessen Heiligkeit genugsam an Tag gaben die grosse Wunderwerck / die GOtt durch ihn wuͤrkete.
Skála, Egerer Urgichtenb.
5, 1
(
nwböhm.
,
1562
):
Ihr bruder hab ir antzeigung gegeben, wo mans finden wurde.
9.
›jn. / etw. darstellen, die Rolle von jm./etw. spielen‹.
Syntagmen:
einen friedensstörer / landsknecht / poeten / schulmeister / zaler g
.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
792, 22
(
Lübeck
1639
):
Der gibt ein Friedensstoͤrer vnd schlimmen Schlichter.
Lappenberg, Fleming. Ged.
92,
Prosa 2 (
1635
):
Ich gebe keinen Poeten [...] bin auch der verlobten Personen Bekanter nicht.
Vizkelety, Spangenberg. Glücksw.
170
(
Nürnb.
1613
):
Die gwißlich weder blut noch Wunden | Moͤgen erdulden / am Gesicht: | Die geben gar kein Landsknecht nicht.
Ebd.
214
:
Du wirst ein feinen Landsknecht geben.
Kurz, Murner. Luth. Narr
892
(
Straßb.
1522
):
Das er on alle widerstreb | Ein gelerten guͦten schuͦlmeister geb.
10.
›etw. für jn. / etw. geben, opfern, hergeben‹; auch ütr.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
103, 1846
(
Magdeb.
1608
):
Er wer von dem verfluchten tranck / | Vbr aus matt / vnd so hertzlich kranck / | Das er zweiffelt an seinem leben / | Wolt darumb nicht ein heller geben.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
26, 8
(
Straßb.
1650
):
O was geben die arme Teuffel drumb, daß sie keine Weiber hätten.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
146
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Ich ließe si suss alle sterben | Und dem túfel zwtail werden, | Die núntz umb mich wellent geben.
Ebd.
650
:
Er wil schier siech noch gesund nút umb mich geben.
Klein, Oswald
10, 27
(
oobd.
,
um 1423
):
solt er es halt verkouffen, | er geb es umb ain schilling, sicher näher nicht.
11.
›ein Wort durch ein anderes wiedergeben, übersetzen‹.

Belegblock:

Schorer, Sprachposaun
44, 18
(o. O.
1648
):
spricht einer / dieses seyn Wort / welche teutsch nicht wol koͤnnē gegeben werden.
Ebd.
51, 14
:
Dichter (Poeten) welche [...] je hoͤher / lieblicher / reiner / vnd vnvermischter teutsch geben sollē.
Schorer, Sprach-Verd.
28, 19
(
1643
):
dieses seyn Worte welche teutsch nicht wol koͤnnen gegeben werden.
12.
in der Rechenkunst Bezugsetzung von Größen: ›etw. ergeben, gleich sein‹.

Belegblock:

M. Cunitia. Ur. Prop.
158, 3
(
Öls
1650
):
der qvotus giebt gantze grad.
Chron. Augsb.
1, 32, 1
(
schwäb.
, zu
1373
):
1 tuͦch von Dorn git 6 ₰ dn. [...] 1 metz saltzn git 1 dn.
Vogel, Pract. Alg. Ratisb.
93, 8
(
moobd.
,
M. 15. Jh.
):
27 fl geben 100 ℔.
13.
phras.:
auf jn. / etw. nichts geben
›von jm./etw. nichts halten, keine gute Meinung haben‹.

Belegblock:

Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 279, 12
(
Hagenau
1534
):
Es seind zweyerley geschlecht der menschen / eynes zürnet gern / das ander gibt nichts darauff.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
520, 29
(
m/soobd.
,
1586
):
so haten sie viel stritiger irrung in irer gemein und keiner auf dem andern nichts wölle geben.
14.
phras.:
geben
mit unpersönlichem
es
: ›existieren, vorhanden sein, eintreten‹.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
284, 3
(
Wolfenb.
1593
):
Sonsten köndte es die gelegenheit wol geben, das jhr jhn zu sehen bekemet.
Göz. Leichabd.
180, 25
( 
Jena
1664
):
Wenn man sich die Hoffnung macht / Sein erst nüzzlich zu geniessen / giebt es truͤbe guhte Nacht.
Qu. Schweizer Gesch.
1, 158, 27
(
halem.
,
1470
):
das im landgricht kein unruͦw geb, und durch soͤliche fuͤrsehung die übelteter nit abtraͤttind.
A. à S. Clara. Glori
44, 3
(
Wien
1680
):
Es gibt viel / die starkmuͤtig nagen / plagen / zwagen / schlagen ihren Feinde / und dañoch Freunde GOttes verbleiben.
15.
phras.: Doppelformel, von Geldwerten, Währungen
gib und geb sein
›gängig, üblich, im Umlauf sein‹ (vgl. Dwb
4, 1, 4, 7271
).
Urkunden, Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
(s. v.  2).

Belegblock:

Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 1396, 11
(
moobd.
,
1398
):
1800 guter roter guldein, die gib und geb sein.
Ebd.
2, 2, 395, 11
(
moobd.
,
1457
):
42 guter, neuer Ungerischer guldein, gerecht in gold und wag [...] oder aber für jeden guldein sovil Wienner phening, als der zu derselben zeit gib und geb ist.
16.
als Part. Prät. / part. Adj.:
(g)egeben
›festgelegt, erlaubt, gestattet‹.
Urkunden, Rechtstexte.

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
1, 156, 13
(
moobd.
,
16. Jh.
):
beschech das sie ein graben machten und do kein gebner fluchtgraben oder wassergraben ist.
Ebd.
1, 158, 34
:
Es sollen auch alle weg und gegebnen steig vor aines iedes weingart und grünt biß mitten in den weeg gemacht und geraumbt sein.
Ebd.
4, 15, 24
(
moobd.
,
1529
):
aber sunst haben sew ain gegëben wëg, wan di notturft erfodert, das si zun iern früchten hinein mögen faren.
17.
phras.: in festen Wendungen aus
geben
und einem Substantiv des Typs
acht geben
›auf etw. achten‹,
antwort geben
›antworten‹,
hilfe geben
›helfen‹ fungiert das Verb in abgeblasster Bedeutung und dient mit dem Substantiv der Wiedergabe des dem Substantiv zugrunde liegenden Verbalbegriffs; Tendenz zum Funktionsverbgefüge; Berührungen und Überschneidungen mit 6.

Belegblock:

Stackmann u. a., Frauenlob
6, 6, 16
(Hs. ˹
md.
,
v. M. 14. Jh.
˺):
bit got, daz er iu sine helfe gebe.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
404
(
mrhein.
,
um 1335
):
Gib gode lob vnd ere | hude vnd vmer mere, | daz du gesehen worden bist.
Chron. Köln
2, 261, 11
(
Köln
1499
):
uis diessen nu gefachten worden mach men ouch antworde geven up ein vraege.
Froning, Alsf. Passionssp.
2759
(
ohess.
,
1501 ff.
):
das du wyllest begnaden mich | und gebbest mer heylsammen troist.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
31, 31
(
omd.
,
1487
):
Vnd ist ÿm von gott zcu súnderlicher belohnung gegeben.
Göz. Leichabd.
256, 7
( 
Jena
1664
):
Auch der Psalmist giebt Beifall / wenn er spricht.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
130, 19
(
osächs.
,
1570
/
7
):
man soll auf die bösen aspect achtung geben.
Henschel u. a., Heidin
1007
(
nobd.
,
um 1300
):
Ich wil nv trosten min leben, | Selbe vnd mir geben trost.
Gille u. a., M. Beheim
272, 16
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
er macht sich nit gefristen, | er must drivaltig geben buss.
Bell, G. Hager
207, 1, 12
(
nobd.
,
1598
):
das sie da das opfer geben.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
186, 17
(
Bamb.
1507
):
das in soͤlchem ytzgemelten fall [...] vnser Richter vnd Urteiler Rats pflegen [...] vnd nach soͤlchem erfunden Rate jr vrteil geben.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
65
(
Nürnb.
1517
):
auf das die verheisung aus dem glouben Jesu Christi den gloubenden gegeben würd.
Sachs
3, 129, 14
(
Nürnb.
1556
):
Wer wolt dein worten glauben geben?
Anderson u. a., Flugschrr.
4, 5, 30
([
Straßb.
]
1524
):
Aber du herr wirst deynen segen geben.
Sappler, H. Kaufringer
14, 504
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
darumb gib ich dir ze lon, das ich dich immer reichen wil.
Memminger Chron. Beschr.
35, 29
(
Ulm
1660
):
so eilet man in das Bad / vnd gibet nur Achtung darauff / daß man die vorgenommene Stunden außbade.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 271, 11
(
alem.
,
1445
):
Sy liessent uns usztretten und bedochten sich lang, und gabent uns ze antwurt.
Bachmann, Haimonsk.
29, 4
(
halem.
,
1530
):
hertzog Ammon [...] muoßt im schweren, das er sinnen kinden nŭt hilf geben wett.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
79, 16
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Der pabst gab in antwurt.
Turmair
4, 385, 23
(
moobd.
,
1522
/
33
):
das unser vorvodern auf die vögl, nemlich in sunderhait aren geier raben acht gaben.
A. à S. Clara. Glori
46, 2
(
Wien
1680
):
und ihm dem HErrn in die Stadt Jerusalem das Geleit geben.
18.
phras.:
das leben geben
›das Leben opfern, sterben‹.

Belegblock:

Franz u. a., Qu. hess. Ref.
2, 4, 14
(
hess.
,
1525
):
sein leib wurd gegeben werden und sein blut vergossen werden zu abweschung der sunden.
Quint, Eckharts Trakt.
13, 9
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
dar umbe gâben die heiligen vrœliche ir leben durch die gerehticheit.
Mathesius, Passionale
40r
, 22 (
Leipzig
1587
):
dr da nicht alleine lehret / sondern auch wehret vnd erlöset / vnd sein leben gibt zur Erloͤsung fuͤr viele.
Henschel u. a., Heidin
590
(
nobd.
,
um 1300
):
Der sprach er mûz sin leben | Mir vf disem anger geben.
Gille u. a., M. Beheim
76, 235
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Wann wil der selbig dan sein lebn | durch seines nachsten willen gebn?
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 127, 21
(
Nürnb.
1631
):
Fuͤrs Leben mein, gibstu das dein.
19.
phras.:
jn. in den tod geben
›jn. dem Tod ausliefern‹.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
552
(
mrhein.
,
um 1335
):
Die Iuden gent zuͦ rade, | wie sie nuͦ vil gedrade | Iesum geben in den dot.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 57, 18
(
Nürnb.
1631
):
Nun ist mir ja der Mensch so lieb | Mein Sohn für jhn in Tod ich gib.
Dreckmann, H. Mair. Troja
9, 11
(
oschwäb.
,
1393
):
gedacht er [...] wie daz er on sein scham wol sicherlichen möht machen, daz Jason also leihticlichen wer in den tod zu geben.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
119, 26
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Mit sölichen betrognen worten er den edlen kaiser und ander fürsten betrog und manigen tewren fürsten und manig tausent menschen [...] in den tod gab.
20.
phras.:
die flucht geben
›die Flucht ergreifen, fliehen‹.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
640, 4199
(
Magdeb.
1608
):
Das die Froͤsch so bald die Flucht geben / | Das die Hoffleut zogen daneben.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1914
(
Köln
1476
):
Dayr lieden doe dye Nuysser noyt, | Verloeren zwelff doydt ind leuen, | Lest moysten sy dye vlucht gheuen.
Müller, Faustb.
935, 4
(
Frankf.
1587
):
Da fienge Doctor Faustus an Mordio zuschreyen / dem Roßtaͤuscher war angst / gab die Flucht.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
16, 2
(
Frankf./M.
1563
):
wenn man das kraut ACHEMENIDEM in einer Schlacht unter die feinde werffe / so werden sie zaghafftig und geben die flucht.
Chron. Augsb.
2, 17, 12
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
also gaben sie die flucht, die da fliehen mochten.
Roder, Hugs Vill. Chron.
108, 8
(
önalem.
,
1524
):
man trüb sey wider heruß, gaben die bauren die flucht, wurden ettliche erstochen.
Turmair
4, 352, 2
(
moobd.
,
1522
/
33
):
da maint iederman, der kaiser wär erschossen, gab iederman die flucht.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
27, 25
(
mslow. inseldt.
,
1525
):
Er Aber gab die flucht.
21.
phras.:
jmd. stat geben
›jm einen Platz einräumen‹; ütr. ›jm. nachgeben‹.

Belegblock:

Reichmann, Dietrich. Schrr.
129, 27
(
Nürnb.
1548
):
das sie nur dem Teuffel zu seinem fuͤrnemen stat geben.
Bauer, Imitatio Haller
43, 21
(
tir.
,
1466
):
Du solt in dir stat geben Kchristo dem herren vnd solt niemant anders lassen in dein hercz.
22.
phras.:
jm. plaz/weg geben
›jm. Platz machen, ausweichen, vor jm. zurückweichen‹.

Belegblock:

Bachmann, Haimonsk.
35, 28
(
halem.
,
1530
):
Mit minem răt wend wir im platz gen; dann ich wett umm kein sach, das etwar hand an inn leytte.
Ebd.
232, 4
:
die sŭn Ammon [...] mischlettend [...] sich so manlichen under karlys volck, daz sy innen weg geben muoßtend.
23.
›sich an einen Ort begeben‹.
Syntagmen:
refl.

Belegblock:

Boon, St. Prätorius (
Ülzen
1579
):
ob auch gleich jemand ohn schiff ins Meer sich gebe.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 360, 1
(
preuß.
,
1441
):
das sie allewege und ire alteldern [...] sich nicht in den bunth gegeben haben.
Luther, WA
41, 664, 16
(o. J.):
Haben sich mussen geben unter den himel der gnaden.
Kurz, Waldis. Esopus
2, 60, 13
(
Frankf.
1557
):
Der gab sich jung in ein Waldtkloster.
Ebd.
4, 5, 10
:
mancher sich in die Wildtnuß gab, | Darauß zuletst Einsidel worden.
Neumann, Rothe. Keuschh.
4460
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
du salt dich geben | under di lute di da heillichlichen leben.
Bell, G. Hager
240, 1, 21
(
nobd.
,
1601
):
Ein alter frumer man [...] | Det sich gen modin geben | mit sein finf sünen Eben.
Sachs
12, 230, 7
(
Nürnb.
1553
):
Ob wir uns geben zu weit hindan | Von der statt, das er uns grieff an.
Leidinger, V. Arnpeck
492, 13
(
moobd.
,
v. 1495
):
[Agnes] gab sich in das kloster Fruteria und dient alain got.
Moscouia C2r,
25
(
Wien
1557
):
So nun die Littn sich gar vber den Pach geben hetten.
Qu. Brassó
5, 148, 27
(
siebenb.
,
1594
):
Sigismundus [...] gibt sich zu dem Römischen Kaiser Rudolpho II.
24.
›sich jm./e. S. hingeben, sich in einen Zustand begeben, sich in etw. ergeben, schicken‹.
Syntagmen:
refl.;
sich dem got / man / menschen / teufel g.; sich in den gehorsam / glauben, in die flucht / gewalt / keuschheit / müssigkeit, in das leiden g
.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus
2, 84, 2
(
Frankf.
1557
):
Es war ein Mensch eins boͤsen leben, | Der het sich gar dem Teuffel geben.
Behrend, Magd. Fragen
1, 1, 27
(
omd.
,
um 1400
):
Ab sich eyn man umme ungerichte deme rate gibit in gnade.
Ebd.
164, 29
:
der scheppe teilet, her sulle dy schult geldin unvorczogen, der schuldiger gibit sich in dy beczalunge.
Strauch, Par. anime int.
95, 7
(
thür.
,
14. Jh.
):
so inplozit sich ir Got widir und gibit sich ur mit allem deme daz he geleistin mac.
Neumann, Rothe. Keuschh.
76
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
die reinen meide nach dissen leben, | die sich in kuscheit han gegeben.
Ebd.
2853
:
ein kusch magit [...] | sich den mannen nicht wil geben.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
68, 23
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Sy gebin sich der astrologiam, der kunst di ist von dem gestirne.
Henschel u. a., Heidin
635
(
nobd.
,
um 1300
):
Ich wil mich in din gnade geben, | Dv hast behalten mir daz leben.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
145, 24
(
els.
,
1362
):
mache mir einen brief mit dinre hant geschriben daz du [...] in minen gewalt dich gebest.
Chron. Augsb.
2, 65, 9
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
gab sich und all sein land in des künigs gnad.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
31, 9
(
schwäb.
,
v.  1542
):
Von stund gaben sy sich in die flucht und renten uber die steingrub ab.
Bauer, Geiler. Pred.
99, 6
(
Augsb.
1508
):
Es wirt nit yglichem gestattet sich zuͦ ainem schauwennden leben zuͦ geben.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1132
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Nun merkend wie der suͤsse Jhesus | Von ÿmmerwerender minne guss | Sich geben wolt durch úns in not | Und och in den vil grimmen tod.
Bäumker, Geistl. Liederb.
16, 36, 1
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das was nun an dem antlostag, | das er sich in das leiden gab.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
51, 27
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Die selben gaben auch sich in die arbait, das gotzwort in der welt zu verkünden.
Ebd.
111, 4
:
die inwoner des landes, die sich an den gelauben Christi gegeben hetten.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
78, 5
(
tir.
,
1464
):
Wend si gaben sich in söleiche grosse pueswertikhait, als si erchükht waren von dem tod.
Neumann, a. a. O.
2288
;
2334
;
2595
;
3465
;
3525
;
4661
.
25.
›sich in die Hand des Gegners begeben, sich (dem Gegner) unterwerfen, ergeben‹.
Phraseme:
sich gefangen geben
›sich ergeben‹.
Bedeutungsverwandte:
 11.
Syntagmen:
refl.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
686, 5651
(
Magdeb.
1608
):
Es sol jhn hoͤrn vnd sehen vergehen / | sie sollen sich gefangen geben / | Oder nicht heimbringen jhr leben.
Froning, Alsf. Passionssp.
32
(
ohess.
,
1501 ff.
):
dovor gab hie sich gefangen, | unßer her Jhesu Crist.
Thür. Chron.
15v
, 18 (
Mühlh.
1599
):
der [Keyser] zoch in Teutschland / vnd bezwangk die Sachssen / die sich an das Roͤmische Reich nicht geben wolten.
Chron. Nürnb.
2, 38, 9
(
nobd.
,
1421
):
do ruften sie zustund umb frid, also gryff man zu teydingen, daz sie sich geben.
Ebd.
2, 131, 14
(
nobd.
,
1449
/
50
):
in der zeit gab sich Lichtenawe auch.
Sachs
16, 6, 36
NB (
Nürnb.
1559
):
Ungeflochten stund ich auff vor allen, | Rüst mich und belägert die statt | Mit ernst, biß sie sich geben hat.
Guth, Gr. Alex.
752
(Hs. ˹
oobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
Nu kom ez alsüs | Daz daz land Affrica | Sich gab an den hern da.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
32, 26
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
unlanng darnach gab sich daselb geschloss dem kaiser.
Turmair
5, 121, 25
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Der windisch fürst gab sich und entpfieng lehen vom künig Karl.
26.
›sich verhalten, benehmen‹.
Phraseme:
sich schuldig geben
›sich zu seiner Schuld bekennen, zu seiner Schuld stehen‹.
Syntagmen:
refl.

Belegblock:

Neumann, Rothe. Keuschh.
2739
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
bose ist es das du dich anders gebest.
Schönbach, Adt. Pred.
19, 35
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
ich sol mich schuldich geben.
Anderson u. a., Flugschrr.
11, 2, 3
([
Leipzig
1521
]):
Vn gibest dich selber ye lenger ye weiter danne an tag wie ein geystlicher vater.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
253, 21
(
Nürnb.
1548
):
das man sich erstlichen vor Gott mit hertzen schuldig gebe.
Vetter, Pred. Taulers
73, 16
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
tusent gebresten die du in der worheit bekennest und dich dovon schuldig gebest, enwerent dir nút also soͤrglich.
Chron. Augsb.
1, 97, 5
(
schwäb.
, zu
1393
):
wir geben uns schuldig und erkennen unsern falschen unglaben.
Adrian, Saelden Hort
4306
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
des ich mich herre, schuldig gib.
Jaksche, Gundacker
235
(
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
des gib ich mich dir schuldich.
27.
phras.:
sich zu erkennen geben
›Auskunft über sich geben, sich offenbaren‹.
Syntagmen:
refl.

Belegblock:

Knape, Messerschmidt. Bris.
28, 21
(
Frankf./M.
1559
):
Der Patron des schiffs / gab sich zu erkennen / also ward er sampt allem das inn dem schiff was gefeyet.
Gille u. a., M. Beheim
73, 163
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
mein herr, was ist der mensch, das du | dich in erkant hast geben.
28.
›sich ereignen, geschehen, passieren‹, meist mit neutralem
es
als Subj.
Bedeutungsverwandte:
 12, .
Syntagmen:
refl.

Belegblock:

Chron. Nürnb.
2, 123, 4
(
nobd.
,
1449
/
50
):
als es sich zu dem krieg schicket vor etlich zeit gab sich unwillen zwischen dem marggrafen und dem von Heideck.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
2, 3
(
m/soobd.
,
15. Jh.
):
wie lang der ungestift sol sitzen und beleiben auf meines herren urbar, der von einem andern kauft oder ein vater seinem kind liez oder wie sich das fueget oder gäb.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
101, 14
(
tir.
,
1464
):
da er nu ain gancz jar gewësen was an des chünnges hof mit grossem verdriessen vnd traurikhait, vnd da gab es sich an dem tag der jar zeit, als er chömen was an den hof.