beschliessen,
V., unr. abl.
1.
›(einen Kreis o. ä.) schließen, und dadurch als solchen bilden‹; meist mit Verschiebung der Bezugsgröße, dann: ›etw. / jn. (auch: sich) so umgeben, einschließen, umschließen, umfangen, daß die S./P. verborgen, aufgehoben, gesichert, gefangen ist‹; je nach Art des Einschließens und des betroffenen Bezugsgegenstandes im einzelnen sehr different, z. B. ›jn. gefangennehmen‹; ›(Tiere) fangen, einsperren‹; ›(eine Stadt) belagern, einschließen‹; ›etw. verbergen, verstecken‹; ›etw. einfassen‹; in mannigfacher Richtung ütr. und bildlich, oft vom Leib Mariens im Hinblick auf die Empfängnis Christi gesagt; Raumassoziation für alle Belege im Vergleich zu 6 deutlicher ausgeprägt.
Phraseme:
jn. mit tür und tor / mit tür und nagel beschliessen
›jn. in der Rechtsstellung des Hörigen haben, ihn dadurch vor Gericht vertreten usw.‹;
die decke beschliest
[2 Personen] ›die Ehe wird vollzogen‹;
was der gürtel beschliest
›soviel man am Leibe trägt‹.
Syntagmen:
einen ring b., etw
. (z. B.
gelt / feuer, die stat, eine menge der fische, den hof / stal
)
b., das gericht / jargedinge b
. ›hegen, abhalten‹,
die warheit in sich b., den vogel in dem häusel b., der himmel das mer b., das schlos den leichnam b., die minne das herz b., das liecht sich b., weisheit sich in das herz b., etw. in die erde b., etw. vor jm. b., etw. mit dem vorderen füssel b., die stat mit einer mauer b., jn
. (z. B.
die jungfrau, das volk
)
b., etw
. (z. B.
die minne, trauren
)
jn. b., jn. mit treuen, in seinem herzen, in dem kerker, in dem hause / turme, in der arche, in eine(r) zelle, in ein grab, in eine feste b., sich auf einer burg b., sich in js. leib b
.;
j. im kloster beschlossen sein, etw. mit wasser, in dem mere, in einem schlosse, im magen beschlossen sein
;
beschlossener kreis, beschlossenes gut
›unter speziellen Rechtsbedingungen stehendes Gut‹,
beschlossene
(›verhüllte‹, im Gegensatz zu )
worte
.
Wortbildungen:
beschlieslich
1 ›verschlossen‹ (a. 1580),
beschliessung
1 ›Kreis‹; ›Umhüllung mit einer Decke als Zeichen für den Ehevollzug‹ (s. Schweiz. Id.
9, 719
).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
19, 9
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
in engesten, in den ire vient und dy ire sele suchen sy werden beslizen
[
Luther
1545:
bedrengen
].
Ebd. Hes.
3, 24
:
gang in und besluyz
[
Froschauer
1530:
versperr
;
Dietenberger
1537:
veschließ
;
Luther
1545:
verschleus
]
dich mittene in dinem huse.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
551
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz her [himel] daz mer besluzze, | Daz iz nicht vorder vluzze.
Ebd.
3090
:
die minne die waz groz, | Daz her [Christus] sich nicht vor uns besloz.
Ebd.
15841
:
Die [gewaldige lute] besliezen die gift | Der vil heiligen schrift | Bevor den misgemuten | Und offen sie den guten.
Ebd.
18951
:
Under im sal ein volk ensten | Daz Allexander besloz.
Luther. Hl. Schrifft.
2. Macc. 12, 13
(
Wittenb.
1545
):
Er fiel auch in eine Stad / die [...] mit einer Maur beschlossen war.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
6374
(
Magdeb.
1608
):
JEder jhn auß dem wege gieng / | Biß sie beschlossen einen ring.
Große, Schwabensp.
210a, 9
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
ist ein mensche also vnsinnich, daz her toubet, Sine vrůnde oder der richter sal in beslůzzen.
Quint, Eckharts Pred.
1, 165, 11
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
der mensche ist gevrîet von allen geschaffenen dingen und ist in im selber beslozzen in einem wâren slozze der wârheit.
Ebd.
211, 9
:
Daz dise meister gesprochen hânt mit beslozzenen worten, daz sprichet ein ander offenbâre.
Stackmann u. a., Frauenlob
7, 42, 18
(
md.
, Hs. 
v. M. 14. Jh.
):
daz [...] | [...] in din herze sich besloz | die wisheit gar.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
9343
(
rib.
,
1444
):
Karicheit werden ich dar umb geheischen, | Want ich dat myn zo nauwe besliessen.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
779
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Der cierckel ist die besließonge, | Das ir na dieser werlt nit sollen gedencken.
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
186, 27
(Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
ein gulden schrein, | darinn da leüt beschloßen | dein herz und auch das mein.
Dubizmay, kurß zu Teutze
7, 7
(
hess.
,
1463
):
in deynes leybes arche beschlossen ist der die werlt vmbe vehet mit eyner hant.
Ulner
424
(
Frankf.
1577
):
Vmbgeben. Vmbringen / beschliessen / bestricken / vmbfangen / becircken / vmbkreissen / verrigen / vergittern / vmbziehen [...] vmbguͤrten / bezaͤune͂ / vmbstecken / belaͤgern / berennen / vmbschantzen.
Hübner, Buch Daniel
4324
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Vor bitterkeit sich besloz | Sunnen liecht in vinsterkeit.
Strauch, Par. anime int.
79, 14
(
thür.
,
14. Jh.
):
di birin warin mir suzir di ich forstail, dan di min mudir caufte, darumme daz si forborgin warin und besloszin.
Jahr, H. v. Mügeln
2067
(
omd.
, Hs.
1463
):
darnach send ich mins füres brunst, | das will in willen sich beslüßt, | davon der libe frucht entsprüßt.
Jostes, Eckhart
23, 38
(
14. Jh.
):
do er beslozzen was in den slozzen der gotheit.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
15, 23
(
thür.
,
1421
):
got geseynete Noen unde seyne kynder unde besloss sie selber yn der archen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
3, 20
(
osächs.
,
1343
):
warf her diz zů und beslôz
[
Luther
1545:
legt ... gefangen
]
Jôhannem in dem kerkêre.
Ebd.
5, 6
:
dô beslůzzin si der fische eine vollige menige.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
5, 26
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Do liz her yn beslisin in deme turme.
Ebd.
34, 18
:
Si lozen alle yn machin guldine czenen, in den beslizin si di rechte czenen in dem munde.
Palm, Veter Buoch
47, 1
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
er besloz sich in der celle.
Chron. Nürnb.
1, 175, 31
(
nobd.
,
um 1390
):
daz niemant weder frawen noch man hawsen noch hofen sol, er sey dann burger oder eins burgers man, der in besliez mit tuͤr und mit tor und uff seinem aigen sitze.
Rieder, St. Georg. Pred.
58, 11
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
daz fúr hât die tugend das es nieman beschliessen mag; won swa fúr ist, da ist es unverborgen.
Ebd.
160, 28
:
won daz lebend lieht waz beschlossen in ir maͤgtlichem libe.
Vetter, Pred. Taulers
170, 8
(
els.
,
1359
):
do beslussen si als vil vischen das das netz reis.
Kurz, Murner. Luth. Narr
994
(
Straßb.
1522
):
Also erbarmen mich die armen kind, | Die in den kloͤstern beschlossen sind.
Steer, Schol. Gnadenl.
347
(
noschweiz.
,
15. Jh.
):
Nvn beschlússet doch ain schloss gottes lichame.
Köbler, Stattr. Fryburg
63, 24
(
Basel
1520
):
was die gezügen sage͂ / das sol [...] den Richtern beschlossen überantwůrt werden.
Andreae. Ber. Nachtmal
73v, 13
([
Augsb.
]
1557
):
da man das flaisch Christi weder natürlich jsset / noch in ain ort beschleüßt.
Chron. Augsb.
9, 54, 17
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
und die statt mit dem ungerischen hör gar umblegt und beschlossen worden ist.
Dirr, Münchner Stadtr.
344, 13
(
moobd.
,
1340
):
Ez mag ein iegleich man zů seinen vogtlaeuten, zů seinen aigenlaeuten, zů allen den, die er beslozzen hat mit tuͤr und mit tor, wol sten mit dem rechten.
Guth, Gr. Alex.
24
(Hs. ˹
oobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
Daz aber pei weilen ain ertpidm geschiht, daz [...] kuͤmt davon, daz ain dunst beslozzen wirt in der erden, der mit seiner ungstuͤm daz tail der erden erschutte.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
93, 4
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz der dunst stückelot oder in stuckes weise
[im Holz]
beslozzen ist.
Ebd.
138, 5
:
ez [tier
, der Igel]
besleuzt sich umb und umb mit seinen dornen.
Ebd.
176, 8
:
wenne man in [vogel] gevæht und in besleuzt in ainem häusel, sô vergizt er seinr vanknüss.
Ebd.
249, 17
:
alleu mertier, diu mit schaln beslozzen sint.
Ebd.
295, 28
:
wan sô vil und si [krot] besliezen mag mit dem vordern füezel, daz ist ir tagezzen.
Ebd.
355, 8
:
überflüzzichait der fäuhten, die in dem magen beslozzen sint.
Ebd.
460, 3
:
diu got sô genæm was, daz er sich selben beslôz in der clausen der käuschen rainikait.
Primisser, Suchenwirt
28, 45
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Solt daz iemen wissen mer | Denn ich, wen meins hertzen ger | Mit trewn hat beslozzen.
Niewöhner, Teichner
46, 58
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
ein paum dez nieman geneuzzet | und doch akchers vil besleusset.
Buijssen, Dur. Rat.
4, 23
(
moobd.
,
1384
):
Ich wil auch mein teusch nicht reimen und wil ez doch besliezzen, so ich peste mag mit der chunste (slozzen), die da haizzent rethorica.
Klein, Oswald
97, 5
(
oobd.
,
1417
/
8
):
Trauren mich besleusset genzlich überal.
Ebd.
124, 6
(
oobd.
,
v. 1408
?):
der ermlin zier mich da besloss | mit drucken.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 100, 3
(
München
1586
):
Den aller Welt kreyß nie beschloß, | Der ligt Mariae in der schoß.
Piirainen, Stadtr. Sillein
147, 147a, 28
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
(H)Vtet sich der herre oder besleuset sich auf eyner purk.
Helm, a. a. O.
63
;
Peil, a. a. O.
1607
;
Quint, a. a. O.
1, 184, 4
;
2, 34, 4
;
ders., Eckharts Trakt.
6, 53, 5
;
Chron. Köln
1, 1959
;
Strauch, a. a. O.
110, 11
;
Neumann, Rothe. Keuschh.
3889
;
Luther, WA
21, 25, 37
;
Asmussen, Buch d. 7 Grade
1619
;
Gille u. a., M. Beheim
50, 27
;
Chron. Nürnb.
3, 63, 5
;
92, 20
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
675, 13
;
Kurz, a. a. O.
4574
;
Päpke, Marienl. Wernher
12102
;
12524
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
3826
;
V. Anshelm. Berner Chron.
2, 325, 15
;
Lauater. Gespaͤnste
23v, 17
;
hail. altvaͤter
106r, 20
;
Vock u. a., Urk. Nördl.
1973, 3
;
Sappler, H. Kaufringer
11, 216
;
Chron. Augsb.
1, 137, 14
;
Chron. Augsb.
9, 333, 12
;
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
10, 16
;
12, 19
;
Pfeiffer, a. a. O.
111, 6
;
Turmair
4, 38, 22
;
Zingerle, Inventare
26b, 36
;
Maaler
61r
;
Dietz, Wb. Luther
1, 269
;
Brinckmeier
1, 348
;
Schwäb. Wb.
1, 900
;
902
;
Schweiz. Id.
9, 703
.
Vgl. ferner s. v.  1.
2.
›jn. räumlich ausschließen‹.

Belegblock:

Neumann, Rothe. Keuschh.
3156
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
das si der kuscheit nicht genossen. | si worden uss deme himmel beslossen.
Strauch, Schürebrand
31, 4
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
der brútegoum [...] beslos die dorehten megede ussewendig vor der porten.
Maaler
61r
(
Zürich
1561
):
Einen vor dem anderen Beschliessen / oder verhinderen / daß keiner zum anderen komme. Excludere aliquem ab alio.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
52, 20
(
tir.
,
1464
):
Herr, sich an mein diemüetikhait vnd peschleüs mich nicht in die hënt der veint.
Schweiz. Id.
9, 708
.
3.
›etw. (eine Abschlußvorrichtung, z. B. einen Riegel, eine Tür o. ä.) ab-, zuschließen‹; meist mit verschobener Bezugsgröße, dann: ›(eine Fläche, einen Raum, Behälter) abschließen, absperren, sperren, unbegehbar, unbenutzbar machen‹.
Phraseme:
jm. das recht, die gerichte beschliessen
›jm. das Recht verweigern‹.
Gegensätze:
 4,  1; zum part. Adj.: , .
Syntagmen:
sauber b
. (vom Misten der Pferde gesagt);
etw
. (z. B.
den riegel, die schranne / tür, das tor
)
b
., ˹verschoben:
den himmel / hof / magen / strom / turm / zirkel, die gasse / strasse / helle / kamer / kapelle / stat / wagenburg / zelle, das haus / paradies / schlos b
.˺,
etw
. (z. B.
die ketten
)
beschlossen finden
; ˹verschoben:
etw
. (z. B.
der garten / himmel / se / weg, die kirche / tonne / wiese, das reich
)
beschlossen sein˺
;
die beschlossene pforte / tür / schranne
, ˹verschoben:
der beschlossene brunne / garten / hof, die beschlossene almei, das beschlossene feld / grab / gut / haus / wasser
˺.
Wortbildungen:
beschliesserei
›Pforte‹ (17. Jh.),
beschliessig
›verschließbar‹ (a. 1571).

Belegblock:

Große, Schwabensp.
42a, 11
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
swer den vrede zůbreche, daz her den hymel ime vore besloze.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
184, 25
(
preuß.
,
1517
):
1 saltztonne die do beschlossen ist.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
5397
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Ich gab vor dich ein offen tur, | Die niemant besliezen enmac.
Fischer, Brun v. Schoneb.
3971
(
md.
, Hs.
um 1400
):
daz ein beslozzen garten si ir [Maria] buch | und des vronen paradises tore.
Chron. Köln
1, 3602
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Die straisse durch quam hie gerant, | die kettene hie beslossen vant.
Ebd.
2, 556, 1
(
Köln
1499
):
Wie buschof Conrait dede besliessen alle straissen zo wasser ind zo lande.
Buch Weinsb.
2, 235, 15
(
rib.
,
1572
):
Der von Alba lacht kreichfolk zu Nymmagen uff die Wale, [...], das die veir stroim folgens benaut und zimlich besclossen worden.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
122, 3
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Die kammerknecht beslossen die kamer.
Strauch, Par. anime int.
3, 14
(
thür.
,
14. Jh.
):
daz unsir herre mit beslozzenir ture zu sinen jungeren queme.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
29, 27
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
das pallas, wesin, gartin und der see sint beslossin mit eyner grozen muren.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
259
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
swenne wir unser herzentur | wolten gern peslizen.
Chron. Nürnb.
3, 112, 11
(
nobd.
,
1488
):
daß die ratsherren musten die thor und thuren und rathaus einnemen und die gaßen beschließen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
458, 16
(
nobd.
,
n. 1525
):
haben die pawrn durch ir hauptlewt ain schlachtordnung mit beschlossner wagenburg gemacht.
Ebd.
608, 9
(
um 1525
):
beruft auf den marckt in ain circkel, den die lantzknecht mit spiessen beschlossen und gemacht hetten.
Rieder, St. Georg. Pred.
46, 32
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
Du bist ain beschlossern garte und ain gezaichenter brunne, min gemahel. [...]. Mit disen worten lobet únser herre [...] sin lieben můter, dú beschlossen mit vier schlossen waz. swie wol nu ain garte beschlossen ist, so mag man in doch nit besliessen vor vier dingen: vor der sunnen, vor den vogeln, vor dem towe und vor gůten frúnden.
Ebd.
324, 10
:
ich sihe groz wunder, ich sich den hýmel offen, der maͤnig tusent jar beschlossen waz.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
212, 9
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
alse ez offenbar ist von dem huse, dez venster beslozzen sint.
Stammler, Berner Weltger.
911
(
ohalem.
,
1465
):
Beschliessen wil ich die helle.
Päpke, Marienl. Wernher
11801
(
halem.
,
v. 1382
):
Us dem beschlossen grab er gieng.
Ebd.
14325
:
Den nu das rich ist offenbar, | Das in e vor beschlossen was | Umb ir súnden.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 22, 14
(
Straßb.
1466
):
beschleuß
[
Luther
1545:
schleus zu
]
dein dúr vnd bet zů deim vatter in verborgen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
81, 22
(
Basel
1494
):
Wañ nachts die herschaft schloffen gat | Vnd rygel / tor / beschlossen hatt.
Chron. Augsb.
9, 94, 26
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
der könig Tarquinius, als der für die statt Rom komen, hat er sie beschlossen gefunden.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
353, 2
(
oobd.
,
1349
/
50
):
vindet der ezzeich den magen vol, sô entsleuzt er in, vint er in aber lær, sô besleuzt er in und zeucht in zesamen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
56, 27
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
als man sich nun nidergeschlagen hett und die wagenpurg beschlossen.
Deinhardt, Ross Artzney
113
(
oobd.
,
1598
):
Aber die [roß] so sauber beschliessen
[den After],
ist mitlmessige faiste dabei zuuerhoffen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
60, 20
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
der [vorsprecher] in und der herrschaft das word vor offenem gericht und beslossner schrann red.
Lauater. Gespaͤnste
28r, 14
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 401, 5
;
3, 96, 4
;
Rauwolf. Raiß
27, 1
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 37, 10
;
Vetter, Pred. Taulers
110, 27
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
114, 17
;
Päpke, a. a. O.
14668
;
Chron. Augsb.
1, 55, 9
;
4, 162, 24
;
214, 18
;
5, 314, 3
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
96a, 18
;
Maaler
61r
;
Rwb
2, 102
;
Pfälz. Wb.
1, 722
;
Schweiz. Id.
9, 705
;
710
;
719
.
Vgl. ferner s. v. ,  3.
4.
›etw. (räumlich Gedachtes) schließen, verschließen; sich verschließen (im ütr. Sinne)‹; Ütr. zu 1 auf Bezugsgrößen sehr unterschiedlicher Art (vgl. die Syntagmen).
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Phraseme:
jm. das maul beschliessen
›jm. den Mund stopfen‹;
jm. die hände nicht beschliessen
(o. ä.) ›jm. freie Hand lassen‹.
Syntagmen:
den brief / bauch / mund, das herz / missiv, die augen b., jm. das herz b
.;
etw
. (z. B.
das herz, die sinne, die lilie
)
beschlossen sein
;
das beschliessen der sinnen
;
beschlossene tage, die beschlossene zeit
(zur Bedeutung s. u. Beleg
Henisch
).

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 275, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
sô sol dîn herze beslozzen sîn vor aller geschaffenheit und solt got nemen, als er in im selber ist.
Hübner, Buch Daniel
5429
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
der [engel] besloz vil gar | Dirre lewen munde zwar.
Strauch, Par. anime int.
25, 28
(
thür.
,
14. Jh.
):
ie di uzerin sinne me beslozzin sint [...], ie di offinbarunge [...] warir und gewissir sint.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
2309
(
omd.
,
1487
):
di lilie ist ynewennig beslossen, | wy wid sy oben ist zuflossen.
Sachs
15, 257, 8
(
Nürnb.
1563
):
O mensch, bschleuß augen, hertz und mund, | Glaub gottes wort einfeltig schlecht.
Rieder, St. Georg. Pred.
24, 35
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
daz er dem sin hertze als reht dike vor beschlossen hât der in also túre gekôfet hât.
Bihlmeyer, Seuse
169, 11
(
alem.
,
14. Jh.
):
Hab ein beschliessen der sinnen vor allen gegenwúrtigen forman.
Ebd.
486, 25
:
lieben kinder, verdoͤrnent úch mit uzgeslossenheit aller creaturen, besliessent úch zů gegen aller der welt.
Schmidt, Rud. v. Biberach
82, 11
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Was ist slaffen vf dem weg, [...], want růwen in furgang dis lebens [...] vnd besliessen dv́ oͮgen des gemuͤtes.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
156, 11
(
els.
,
1362
):
Dis det die frowe vnd beschloz den brief mit eime ingesigel.
Goldammer, Paracelsus
6, 187, 21
(
1530
):
darumb beschleust er [got] den bauch, daß dus nit verstast.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 142, 29
(
schwäb.
,
16. Jh.
):
Soll kainer im Osterfeld, wann frucht alda hinus ligt, weder zu beschlossnen zeiten noch zu brach farn, aber die gemainen stiglen mit dem fuoßpfad mag er wol zu offnen zeiten brauchen.
Ebd.
378, 12
(
1594
):
so haben die von Zitzishausen [...] sich je und allwegen zue allerzeit eines furths mit fahren und reiten auch zu beschlossnen zeiten mit irem zugvieh und rossen über den Necker gebraucht.
Henisch
306
(
Augsb.
1616
):
Auff ein beschlossen mund / soll man nicht liegen (kan man nicht zeugen). [...] Beschlossen taͤge / gebunden taͤge / so nicht gerichts taͤge sind / dies nefati, quibus non licebat hæc tria verba dicere, do, dico, addico. Bescholssen
(sic!)
zeit / tempus clausum; tempus, quo solennitates nuptiarum prohibentur.
Jörg, Salat. Reformationschr.
330, 2
;
Klein, Oswald
16, 33
;
Schweiz. Id.
9, 710
.
5.
›(ein Kloster) einer strengen Ordnung unterwerfen, zu einem geschlossenen Kloster machen‹; Spezialisierung zu 1; 3; die Klausurordnung beinhaltet das Verbot für die Ordenspersonen, den Klausurbereich zu verlassen, und für Außenstehende, ihn zu betreten (LThK
1961, 6, 321
).
Wortbildungen:
beschliessung
2,
beschlus
2 ›Klausur‹ (17. Jh.).

Belegblock:

Chron. Köln
3, 791, 2
(
Köln
1499
):
In dem vurß jair wart dat cloister van sent Panthaleon [...] binnen Coellen reformieret ind beslossen.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
96, 28
(
halem.
,
1513
):
ob understanden wurde, solich gotshuß zů reformieren und zů beschließen, solichs alldann gedultiklich anzůnaͤmmen.
Chron. Augsb.
9, 63, 9
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
dann die beschließung der clöster der zeit noch nicht in dem geprauch gewesen.
Drescher, Hartlieb. Caes.
137, 11
(
moobd.
,
1456
/
67
):
In Franckreich was ein beslossen, geistlich junckfraw, die der poͤs geist [...] swaͤrleich benótigt.
Struck, Cist. Marienst.
1105
;
Koller, Ref. Siegmunds
204, 12
;
209, 15
;
Nyberg, Birgittenkl.
2, 164, 27
;
Bremer, Voc. opt.
5057
;
Schwäb. Wb.
1, 902
;
Rwb
2, 102
;
Schweiz. Id.
9, 704
.
6.
›etw. umfassen, einbegreifen, enthalten, beinhalten, implizieren, in sich tragen, subsumieren‹; im Unterschied zu 1 mit reduzierter räumlicher Assoziation.
Bedeutungsverwandte:
 22, (V.) 8,  12, .

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
847
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Wen daz mit siben gezalter zal | Ist alle zal beslozzen mite.
Schöpper
98b
(
Dortm.
1550
):
Continere. Begreiffen jnhalten enthalten beschliessen verfassen.
Luther. Hl. Schrifft.
Röm. 11, 32
(
Wittenb.
1545
):
Gott hats alles beschlossen, vnter dem vnglauben.
Quint, Eckharts Pred.
2, 612, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
alliu geistlîchiu dinc sint erhaben über diu lîplîchen; ie sie mê erhaben sint, ie sie sich mê wîtent und besliezent diu lîplîchen dinc.
Chron. Köln
2, 3v, 40
(
Köln
1499
):
dat dye boicher / die [...] geschichte der zijt beschrijuen. hauen in sich beslossen eynen groissen schatz vnd nutzicheyt.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
294
(
omd.
,
1338
):
alle heilige man, | Waz si tugent beslozzen han.
Ebd.
503
:
Daz [buch] tyfen syn und kurtze wort | Hat beslozzen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
21, 2
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
gartin, der do in ym xv myle beslust.
Jostes, Eckhart
45, 28
(
14. Jh.
):
Di bildreich form gotz, di einvalticlich aller ding bild in ir beslozzen hat.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
21, 30
(
omd.
,
1487
):
Jm howͥpte sein alle sÿnne des menschen beslossenn.
M. Cunitia. Ur. Prop.
157, 33
(
Öls
1650
):
durch einen numerum der da anzeiget / wie viel mahl diese kleinere / in der nechst folgend groͤsseren sorten beschlossen ist.
Rieder, St. Georg. Pred.
23, 38
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
gedenk an daz ding in dem beschlossen sint aͤllú ding und aͤllú tugend und aller fride.
Roth, E. v. Wildenberg
25, 18
(
moobd.
,
v. 1493
):
Bairn ist [...] ain kinigreich, wann es etwan andere fürstenthumb, in im beschlossen, under im gehabt hat.
Reithmeier, B. v. Chiemsee
1, 3
(
München
1528
):
Die hoffnung steet zuo gnad vnd gab gottes, daraws volgt die lieb, dieselb beschlewst des menschens hayl.
Turmair
4, 661, 33
(
moobd.
,
1522
/
33
):
haist Thessalia, beschleust vier lender.
Quint, a. a. O.
1, 276, 3
;
M. Cunitia. a. a. O.
156, 47
;
Plant u. a., Main. Naturl. 293v, C,
9
;
Vetter, Pred. Taulers
125, 15
.
7.
›etw. beschließen, verbindlich vereinbaren, festsetzen, (Frieden o. ä.) schließen; sich entschließen; (ein Urteil) fällen‹.
Syntagmen:
in einer sache b
. (›entscheiden‹);
etw
. (z. B.
den anstand / bund / frieden / heirat / kauf / vertrag, die bericht
[›Waffenstillstand‹]
/ urteil
)
b.
;
b., das [...] / zu [...]
;
die beschlossene
(›festgesetzte‹)
zeit
.
Wortbildungen:
beschliessigung
.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Hiob 33, 14
(
Wittenb.
1545
):
wenn Got ein mal etwas beschleusset / So bedenckt ers nicht erst hernach.
Buch Weinsb.
2, 159, 34
(
rib.
,
1567
):
hat man in kraft des consilii zu Trint eirst die besclossen zit bis uff eschtag uffgeschurzt.
Köbler, Ref. Wormbs
44, 6
(
Worms
1499
):
so soͤllen vff beider oder einer Parthy gesynnen die richter in der sach beschliessen.
Chron. Nürnb.
4, 194, 18
(
nobd.
,
15. Jh.
):
reit mit im in die stat und wolten da den frid besließen.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
98, 3
(
Bamb.
1507
):
so wider den verclagten die vrteyl zu peynlicher straff endtlich beslossen wuͤrde.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
19
(
Nürnb.
1517
):
ist vor aufrichtung der welt beschlossen gewesen, das niemant on die gnad Christi möcht guts würken.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
109, 26
(
Nürnb.
1548
):
da ist es beschlossen / dz die widergeburt durch wasser vnnd Geyst geschehen muß.
v. Birken. Erzh. Österreich
77, 49
(
Nürnb.
1668
):
Demnach beschlosse er bey sich selbst / ihm seine Wahlstimme zugeben.
Goldammer, Paracelsus. B. d. Erk.
41, 28
(
obd.
, Hs.
n. 1570
):
das beschlissen wir mit dem tauff.
Bachmann, Haimonsk.
73, 11
(
halem.
,
1530
):
dardurch der heyrătt zuo beden sytten beschlossen ward.
Maaler
61r
(
Zürich
1561
):
Das ist bey mir Beschlossen / Dise meinung hab ich mir schon fürgesetzt.
Henisch
307
(
Augsb.
1616
):
Pro. Die meisten stimmen beschliessen. Was Gott beschleust in seinem rhat / Dawider hat kein weißheit stat.
Rintelen, B. Walther
65, 24
(
moobd.
,
1552
/
8
):
ein Heuratsgemächt [...], darinn der varunden Haab halben dahin beschlossen, das [...].
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
149, 8
(
mslow. inseldt.
,
1618
):
der Termin der bezchlisgen iśt ein Faśchang.
Qu. Brassó
5, 427, 22
(
siebenb.
,
1612
):
sie hatten es auf uns beslossen, dass sie an 3 Enden sollen angreifen.
Rudolph, Qu. Trier
90, 23
;
Köbler, a. a. O.
34, 22
;
ders., Ref. Franckenfort
74, 3
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
190, 29
;
Luther, WA
33, 458, 34
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
485, 3
;
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 150, 17
;
Rintelen, a. a. O.
179, 26
;
Turmair
5, 548, 12
;
Grothausmann, a. a. O.
43, 5
;
Maaler
61r
;
202r
;
Ulner
219
;
Henisch
306
;
Rwb
2, 103
;
Schweiz. Id.
9, 712
.
8.
›etw. (einen Vorgang, meist eine sprachliche Handlung) beenden, abschließen‹; speziell: ›(einen Disputiersatz) einbringen‹.
Bedeutungsverwandte:
 67, , .
Syntagmen:
etw
. (z. B.
den psalm / reichstag / sermon / text / vers, die epistel / predigt / rechnung / rede, das buch / ende / leben / testament / unglük, die worte
)
b., jn
. (z. B.
die phariseer
)
b
. (›kurz abfertigen‹),
etw. mit dräuen / zorn b
.;
mit
(z. B.
zwei
)
sätzen
(
zum urteil
)
b
. (›Disputiersätze zum Urteil einbringen‹);
mit kurzer rede beschlossen
›kurz gesagt‹.
Wortbildungen:
beschliesrede
1 ›Schlußrede‹,
beschlieswort
›Nachwort, Nachtrag‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
5605
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Wen niemant mac besliezen | Der predigere diezen.
Luther, WA
10, 1, 2, 426, 9
(
1526
):
Wie beschleußt aber der Herr die Phariseer hie.
Ebd.
30, 3, 469, 23
(
1531
):
Die Papisten haben den frieden nicht wollen ansehen, sondern den Reichstag mit drewen und zorn beschlossen.
Wyss, Limb. Chron.
41, 16
(
mfrk.
, zu
1354
):
daz he sin leben unde sin ende in gerechticheit erlichen besloiß.
Reu, Süddt. Kat.
1, 263, 6
(
Heidelberg
1563
):
Frag. Wie beschleust du diß Gebet? Antwort. Denn dein ist das Reich.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
20, 16
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Mit kurzer rede beslossen: jegliches mensche ist uns ein sterben schuldig.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
319, 22
(
thür.
,
1474
):
Sintdemal daz dy Flochynnen yre antwert, [...], mit neyne beslußet hath.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
134, 7
(
osächs.
,
1542
/
70
):
sollen also itzliches part dieses valles mit zweien setzen, [...], zum urtail beschließen.
Ebd.
154, 2
:
Die part sollen mit dreien setzen beschlißen.
Weise. Jugend-Lust
120, 10
(
Leipzig
1684
):
mein Ungluͤck kommt aufs hoͤchste / das heisst / ich soll mein Ungluͤck bald beschliessen.
Fischer, Folz. Reimp.
39
Ü (
Nürnb.
1479
):
so wirt auff das lest dise poetrey geent mit einer über koͤstliche͂ beschlies red.
Bell, G. Hager
114, 3, 3
(
nobd.
,
1592
):
also kinig dauit | be schlüesen dut Hie mit | disen psalm.
Ebd.
195, 3, 18
(
1597
):
hie be schleist sant paulus den text an scherczen.
Bihlmeyer, Seuse
191, 12
(
alem.
,
14. Jh.
):
so wil ich [...] lang red mit kurzen worten beschliessen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
8, 351, 10
(
Straßb.
1466
):
daz die [búcher vnd schrifft] sein geschriben vnterscheiden mit kurtzen clauselin vnd beschliß wort.
Boos, UB Aarau
279, 36
(
halem.
,
1440
):
nach anclag und antwúrt, an red und widerred, nach clag und beschliessen und nach erhoͤrung beider teilen briefen, fryheiten und urkunden, [...], do wart in dem rat einhellenclich erkent.
Chron. Magdeb.
2, 146, 10
;
Luther. Hl. Schrifft.
2. Macc. 15, 38
;
Gropper. Gegenw.
16v, 34
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
526, 3
;
Dietrich. Summaria
21r, 38
;
Bell, a. a. O.
43, 3, 11
;
Köbler, Stattr. Fryburg
129, 3
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3765
;
5246
;
Berthold u. a., a. a. O.
128, 3
;
131, 26
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
59, 13
;
Schwartzenbach
D iiijr
;
Alberus
H ijr
;
Maaler
61r
;
Henisch
306
;
Dietz, Wb. Luther
1, 270
.
9.
›etw. sagen, lehren, behaupten; etw. beschreiben; etw. schließen, logisch folgern, etw. in einem Satz zusammenfassen‹.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus
2, 22, 54
(
Frankf.
1557
):
Philosophi haben beschlossen, | Was die Natur eim jeden geit | [...] | Dauon der Mensch sich nit leßt dringen.
Ebd.
4, 98, 121
:
All Gelerten eintrechtig beschliessen, | [...] | Sein hertz eim jeden selber zeugt.
Jahr, H. v. Mügeln
1390
(
omd.
, Hs.
1463
):
nu merkt die rede klar, | damit ich üch besliße gar: | selbstendikeit, wir wißen all, | mer wirde hat wann der zufal.
Gille u. a., M. Beheim
130, 151
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
darumb sa besliessen daz | die lerer und sprechen furbaz.
Klein, Oswald
111, 98
(
oobd.
,
1436
):
der vinster ain end kain mund nicht mag besliessen | das leiden von dem herren zart.
Bremer, Voc. opt.
39050
(
moobd.
,
15.
/
16. Jh.
):
Silogismus ain truglerer [...] ain kunst sůchender maister [...] beschliessender.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
36, 15
;
Kurz, a. a. O.
4, 97, 91
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee
4, 7
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
728
;
Dietz, Wb. Luther
1, 270
;
Schweiz. Id.
9, 714
.
Vgl. ferner s. v.  2.
10.
›etw. wissen, sich über etw. im klaren sein‹.

Belegblock:

Boon, St. Prätorius
61, 32
(
Ülzen
1579
):
das wir [...] bey vns beschlossen hatten / wir můsten sterben.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. II, Krüger
15, 40
(o. O.
1580
):
seids beschloßen ganz und gar, | das ich der nechste sei nach Gott.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
246
(
Nürnb.
1517
):
Also beschleus, das der ein grosse gewißheit seiner selikeit erlangt hat, der stetig ansicht ander leut gutheit.