geschlecht,
das
;
-(e)s/-e, -er
, auch
.
– 1 generisch auf Untergliederungsverhältnisse bezogen, 3-9 auf Gruppen von Menschen, davon 7-9 auf Abstammungs-, Verwandtschaftsverhältnisse, 10 daran metonymisch anschließbar, 11 und 12 für Pflanzen- bzw. Tiergruppen.
1.
›diejenige Gruppe, Art, Spielart, Untereinheit von Gegenstandsklassen (Konkreta, Menschen, Handlungen u. ä.), die durch Gliederung, Einteilung gewonnen wurden und dementsprechend durch ein Differenzkriterium von einer anderen Untereinheit derselben Gegenstandsklassen unterscheidbar sind‹.
Bedeutungsverwandte:
(
die
12, (
die
3,
1
,  7, .
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
eines geschlechtes von hausrat sein
;
jn. in einem g. begreifen, etw
. (z. B.
zauberei
)
in geschlechte teilen
;
das g. der ehebrecher / feinde / sünder / teufel, der gesteine / schuhe / pistolen / warzen / wunden / sprachen / zungen, der kunst / verpfändung / zauberei / podagra, geschlechte des rubins, des wildbräts
;
geschlechte frevel
›von Freveln‹; mit genitivus explicativus:
das g. der tugende
›Tugend‹,
das g. des weinstoks
›Wein‹.

Belegblock:

Luther, WA
1, 273, 24
(
1518
):
Durch diese drey todten werden verstanden nach der Lere sancti Augustini dreyerley geschlecht der Suͤnder.
Schöpper 3b (
Dortm.
1550
):
Genus. Gezichte geschlecht art.
Quint, Eckharts Trakt.
198, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz man guot sî, niht als vil, waz man getuo oder welherleie geslehte diu werk sîn.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 38, 11
(Hs. ˹
md.
auf nd. Grundlage,
v. M. 14. Jh.
˺):
sus man vürbaz vlechte | ie nach ir tat der tugent ir namen. schande und ir geslechte | hegen ouch ir recht ie nach ir tat.
Voc. inc. teut. iiijr (
Speyer
um 1483
/
4
):
Geschlecht des landtz geschlecht der sprache͂.
Köbler, Ref. Franckenfort
102, 23
(
Mainz
1509
):
wes võ hußrat eins geschlichts oder wesens funde͂ wirdet.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
13, 3
(
Frankf./M.
1563
):
Nuhn seind aber bey den Heyden fuͤrnemlich viererley scribenten / nemlich Poeten / Oratores / Philosophen / unnd Historienschreiber / Was irer noch mehr ist / die sollen in disen vier geschlechten begriffen werden.
Ebd.
19, 30
:
wie die zauberey auff mancherley weise begangen und in vile geschlecht getheylet wird.
Perez, Dietzin
1, 202, 7
(
Frankf.
1626
):
das eine ist / daß du darinnen genugsam zuverstehen gibst / daß du auß dem Geschlecht der Jtalianischen Pistoln entsprungen.
Strauch, Par. anime int.
11, 29
(
thür.
,
14. Jh.
):
allir menschen geslechte nature was in deme ersten menschen Adam.
Ebd.
69, 14
:
,di hait her [got] groiz gemachit‘. wa mide? mit deme geslechte allir tugindi, alse di betudunge sprichit: zu deme geslechte der tuginde gehorin alle di ubernaturlichin gabe, da mide Got den menschin ordenit zu dér ewigin selikeit.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
17, 20
(
osächs.
,
1343
):
diz geslechte der tûfele wirt nicht ûz geworfin, nuͦr durch gebet und vasten.
Feudel, Evangelistar
55, 28
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
daz ich itezunt nicht trynke von deseme geslechte des wynstockes.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
47, 6
(
omd.
,
1487
):
das ye nÿmantt entschuldigūg nehmen dorffe vinde ich dreyerleÿ geslecht der ehbrecher.
Vizkelety, Spangenberg. Glücksw.
387
(
Nürnb.
1613
):
Dann weil ihr seyd vom Pfaffen Gschlecht / | So kommt dasselb euch eben recht.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
275, 22
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
die maht, die da ist der offenbarunge, die mag man merken für ein glichnüsse, in der daz etwer verstan mag – unde nach dem so setzet man „dü geslehte der zungen.“
Cirurgia H. Brunschwig
18
va, 30 (
Straßb.
[
1497
]):
Vñ sint alle ein geschleht vñ gestalt der wunden / wie wol sie vnd’scheit hon in den name͂.
Sappler, H. Kaufringer
27, 12
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
Nun hat gott hie in diser welt | vierlai geschlecht, als ich nu melt.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
175, 7
(
schwäb.
,
1554
):
ein schön volck von adell, Welsch, Unger, Bechem, Crawatten und Winden aller geschlecht.
Rintelen, B. Walther
48, 6
(
moobd.
,
1552
/
8
):
ist in sollichem Fal zwischen den obbemelten dreyen Geschlechten der Verpfendtung kein Unterschidt.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
62, 12
;
148, 3
;
160, 16
;
Bergmann, Ambr. Liederb.
137, 21
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
137
;
Wyss, Luz. Ostersp.
153
;
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
15, 24
;
Niewöhner, Teichner
175, 2
;
Mell u. a., Steir. Taid.
102, 33
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
32, 9
.
Vgl. ferner s. v. , , ,  2.
2.
›Art, Wesen, Substanz‹; in beiden Belegen auf Gott bezogen.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
11, 10
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
in den [krefte der sêle] der mensche nâch gote gebildet ist, in den der mensche gotes geslehte ist und gotes sippe.
Fischer, Brun v. Schoneb.
6539
(
md.
, Hs.
um 1400
):
also got ist gut an geslacht, | also ist di bosheit deme tubel.
3.
›menschliches Geschlecht, Gesamtheit aller Menschen, wie sie von Gott geschaffen, durch Eva in Sünde gefallen und von Christus erlöst worden sind‹, überwiegend negative Sicht.
Bedeutungsverwandte:
(zum Verhältnis von
geschlecht
(
das
) 3 und
künne
s. Besch, Sprachlandschaften [...].
1967, 185
; 335; 342 sowie Karte 50).
Syntagmen:
das g. (nicht) vergehen
;
die geschlechte heulen
;
von dem g. geboren werden
›Mensch werden (von Christus)‹;
alle geschlechte der erden, alles geschlecht der menschen
;
das ehebrecherische / grimmige / menschliche
(vielfach)
/ schnöde / wilde g
.;
angänge des geschlechtes
.

Belegblock:

Luther, WA
1, 274, 28
(
1518
):
Alles menschlich geschlecht was wirdig des hasses.
Ebd.
9, 661, 26
(
1521
):
Die angelschnur ist das geschlecht Jesu Christi von Abraham her, ist gebunden an die menschliche natur.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
21661
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Diz dutet Got unsen trechten, | Der uns menschlich geslechte | Von gnaden, nicht von rechte, | Mit sinem vater vorsuende.
Knape, Messerschmidt. Bris.
42, 46
(
Frankf./M.
1559
):
O Herr Jesu Christ / der du erschaffen hast / Himmel vnd Erden / auch das Menschlich Geschlecht.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
32, 9
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
In feures flammen stetigkeit hat sich alles menschliche geslechte getrennet.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
15, 4
(
thür.
,
1421
):
Cristus unsser herre, [...], der wolde von sundern yn seyme geslechte geboren werden.
Feudel, Evangelistar
1, 12
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Ich sage uch vor war daz nicht vorget daz geslechte er dese dynk alle geschen.
Anderson u. a., Flugschrr.
5, 6, 9
([
Zwickau
]
1524
):
got hat gemacht alles geschlecht der menschen auß eine͂ pluͦt.
Ebd.
8, 6, 22
([
Nürnb.
]
1524
):
werden die selbigen kindt [menschen] genant / ein vneelich Eebrecherisch geschlechte. Jtem ein schnoͤde grim͂ig geschlecht.
Böhme, Morg.R.
13, 28
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
So nun an dem grossen und schrecklichen Jüngsten Gerichts-tage alle Geschlecht der Erden heulen.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl. 9ra,
21
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
wann si [pose gaiste] ainen alten haz zv me͂schlichem geslecht / tragen.
Schmidt, Rud. v. Biberach
146, 18
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Wir han verlorn den inren gesmak von angenge vnsers geslechtes, daz vns der alte slang, [...], hat verboͤst den mvnt vnsers herzen mit dem liplichen sinne.
Luther, WA
7, 601, 27
;
Boon, St. Prätorius
86, 13
;
Chron. Köln
2, 259, 30
;
Rosenthal. Bedencken
21, 16
;
22, 36
;
Froning, Alsf. Passionssp.
1492
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
66, 27
;
Mathesius, Passionale
40r
, 10;
Gille u. a., M. Beheim
118, 38
;
Haszler, Kiechels Reisen
310, 29
.
Vgl. ferner s. v.  4,  1,  6, , .
4.
steht mit vorangehendem Adjektivattribut oder einer funktional ähnlichen, oft quantifizierenden Bestimmung für den Inhalt des Attributes oder der attributähnlichen Bestimmung, z. B.
das auserwälte geschlecht
›die Auserwählten‹,
alle geschlechte
›alle Menschen, alle Völker‹; in Beispielen dieser letztgenannten Art auch an 7 anschließbar.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. 1. Petr.
2, 9
(
Wittenb.
1545
):
Jr aber seid das ausserwelte geschlecht / das königliche Priestertum / das heilige Volck.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
34, 5
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
die stat, ob si het vestekeit, wan er ir geslehte | verderben wolt.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
124, 13
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Da gingen das falsche g(e)slechte züsamen. Es warhen die / die ouch hertzog Herpin verdrieben.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
15, 19
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
keynerley geslecht, keyn alter, kein aygenschaft der wirdikeit oder stat get on smerczen.
Langen, Myst. Leben
220, 7
(
nobd.
,
1463
):
[Die sel] ist geporen von dem hochsten geslachte der heiligen dreyualtickait.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
169, 2
(
Nürnb.
1548
):
das durch seinen Samen alle geschlecht der erden sollen gesegnet werdē.
Grundmann u. a., A. v. Roes
208, 1
(
alem.
,
15. Jh.
):
zuͦ undertruckende die heyden und alle ungloͤybigen geslehte.
Klein, Oswald
20, 15
(
oobd.
,
1415
):
des freut sich dort in occident | das norbögnische geschlëchte.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 420, 2
;
Vetter, Pred. Taulers
239, 8
;
Lemmer, Brant. Narrensch. Vorr.
108
;
97,
Vorr. 1.
5.
›Geschlecht, Sexus des Menschen‹.
Bedeutungsverwandte:
(
die
9.
Syntagmen:
die erlösung an beiden geschlechten erfüllen
;
das mänliche / weibliche / fräuliche /
˹
elende / kränkere / undankbare
˺ (jeweils für das weibliche Geschlecht)
g
.;
des mannes g
.;
zeichen des geschlechtes
.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen Rosenw.
95, 15
(
Hamburg
1646
):
o undankbares frauen⸗zimmer! o drei⸗ vier⸗ ja hundertmahl undankbares geschlechte.
Allg. Schau-Buͤhne
52, 45
(
Frankf.
1699
):
daß die eusserliche Zeichen von beyderley Geschlecht bey manchem Kinde sich befinden.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
35, 44
(
schles.
,
1376
):
were daz sache, daz der selbe pilgerim ane erbn̄ menlichs geslechtes, vorschide.
M. Cunitia. Ur. Prop.
147, 8
(
Öls
1650
):
welche ihnen die unge⸗woͤnligkeit solcher Sachen bey Weiblichen Geschlechts Personen / einen Zweifel erregen lassen.
Gille u. a., M. Beheim
119, 45
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Die erlosung des menschen solt | an paiden geslehten er volt | werden ader erscheinne, | An weib und mann yeglicher | pildung.
Klein, Oswald
79, 40
(
oobd.
,
um 1418
?):
Ge, smierb den wagen und drisch den rossen fütter | als ander dein geslächt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
12, 15
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Der part an dem menschen bedäut mannes gesläht.
Ebd.
183, 10
:
in der selben zeit werdent die frawen swanger des kränkern geslähtes.
Oorschot, Spee/Seifert. Proc.
491, 5
;
Köbler, Ref. Wormbs
227, 23
;
Bindewald, a. a. O.
13, 20
;
Heidegger. Mythoscopia
36, 4
.
Vgl. ferner s. v. .
6.
›Großgruppe von Menschen, die geschichtlich, kulturell, religiös, sprachlich wie in ihrem jeweiligen zeitgenössischen Handeln als relative Einheit auftreten oder wahrgenommen werden, die man wohl auch an bestimmte geographische Räume bindet, insofern Nähe zu heutigem
Volk
im nicht terminologischen Sinne‹; offen zu 7.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.
1
 1, , ,  2,  1,  1,
1
 3.
Syntagmen:
die geschlechte zertrennen
;
der heiland allen geschlechten gehören, jedem g. eine sprache werden
;
das volk sich in geschlechte teilen, jn. bei allen geschlechten auskünden, von einem g. geboren sein
;
das jüdische
(mehrmals)
/ römische g.; das g. der Franken / Griechen / Juden / Welschen
;
das g. von Israel, alle geschlechte auf erden
.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 170, 15
(
Köln
1582
):
Jch wil bei kindes kinden | An deinen namen dencken Herr, | Vnd ruͤmlich ihn auskuͤnden | Bei allen gschlechten immermer.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
172, 3
(
Nürnb.
1548
):
das diser Heyland allen Voͤlckern / oder geschlechten auff erden gehoͤre.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
68, 6
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
Do du klein were in dinen ougen, do wurt du gemachet ein houpt dem geslehte von Israel.
Grundmann u. a., A. v. Roes
205, 3
(
alem.
,
15. Jh.
):
[die Tútschen] hettent ein gemeyne concilium umb die widderbringunge des heylgen riches mit den fúrsten und edelen uß Sahßen, wenn sy ouch eddel und von dem geslehte der Francken geboren worent.
Heydn. maister 4r,
13
(
Augsb.
1490
):
Als zweÿer geschlaͤcht der weÿsen meldunge beschÿhet / ein geschlaͤchtt der welschen / das ander der kriechen / deßhalb des kriechischen Tales milesius ein vorganger gewesen ist.
Klein, Oswald
36, 20
(
oobd.
,
1426
):
Vil bittrikait er dorumb laid der marter brait | von jüdischem geslechte.
Roth, E. v. Wildenberg
6, 23
(
moobd.
,
v. 1493
):
das volck alles teilt sich in zweiundsibenzick geschlächt, und aus verhengnus des allmechtigen gotts wardt jedem geschlecht sein besondere sprach an dem pawͥ des hohen turn zuͦ Babilony. darnach muͦsten sich die geschlächt allenthalben austeilen in die welt.
Ebd.
11, 3
:
als etlich sagen, hab ursprung genomen das römisch geschlächt von dem starcken man Eneas.
Froning, Alsf. Passionssp.
5145
;
Feudel, Evangelistar
116, 14
;
Roloff, Brant. Tsp.
702
;
2159
;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 165, 30
.
7.
›Geschlecht, Familie in der Regel adligen, vereinzelt bürgerlichen Standes mit hoher administrativer / politischer Funktion in einem Gemeinwesen oder Herrschaftsgebilde; zum Patriziat einer Stadt gehörende Adelsfamilie‹; offen zu 8; 9; 10.
Phraseme:
das geschlecht mit den langen oren
›mit einem gut funktionierenden Zuträger-, Spitzeldienst‹.
Bedeutungsverwandte:
 9, ,
1
 3; vgl. (
das
1.
Syntagmen:
ein g. erhöhen / vergiften / verwüsten, jn. „die von dem g.“ nennen
(o. ä.);
j
. (Subj.)
geschlechte heissen
;
die geschlechte regieren, erlich hausen, ein g. absterben
;
js. geschlechtes sein
;
den geschlechten das regiment abdringen; aus einem g. absteigen / kommen / sein / geboren werden, von einem g. sein, von einem g. könige / patriarchen / propheten kommen, die stat mit geschlechten besetzen, jn. wegen des geschlechtes zum keiser wälen
;
das g. des grafen / königs, das g. David(s) / Steier / der Medicis, von Görz / Montfort, die geschlechte der stat
;
das adelliche / ansehenliche / (ur)alte / löbliche / edle / erbare / erliche / fromme / bürgerliche g
.;
der stifter / name, die underdrückung, das lob / wappen des geschlechtes, das herkommen / regiment der geschlechter
 ;
die frauen von g
.
Wortbildungen:
geschlechterer
›Mitglied eines Geschlechtes‹ (a. 1580),
geschlechtstafel
(a. 1606).

Belegblock:

Luther, WA
16, 16, 21
(
1524
):
Denn Haus auch offt ein Geschlecht heisset, wie wir Deudschen sagen, das Haus zu Sachsen, das Haus Brandenburg, das ist: der Stam.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
139, 17
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Dan wollen wir vnsern mag Markair konnig machen / da von wirt vnser geslecht erhohet.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
105, 4
(
Frankf./M.
1568
):
Das Positiff mit suͤssem hal / | Schlag ich auf Buͤrgerlichem Sal / | Da die ehrbarn der Gschlecht sind gsessn / | Ein koͤstlich Hochtzeitmal zu essen.
Thür. Chron. 2r,
25
(
Mühlh.
1599
):
Von seine͂ Geschlecht sind kommen die Patriarchen vnd Propheten / die Juͤden / vnd vnser HErr Jhesus Christus / Koͤnig Dauid vnd Salomon.
Ebd.
11r
, 31:
Vom selbigen Geschlecht sind die rechten von Boyneburgē / [...] võ Alters her Graffen Geschlechte.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 170, 1
(
Bautzen
1567
):
O Koͤnig Jsrael gerecht, | Geboren aus Dauids geschlecht.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
479, 5
(
nobd.
,
1482
):
und seind dis die Geschlechter [...]: Grumbach, Wolfskeel, Fuchs, Seinsheim.
Gille u. a., M. Beheim
453, 233
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
sy warn alsant von erbern | Geslehten wol gesessig, | edel und riter messig.
Chron. Nürnb.
5, 791, 22
(
nobd.
,
1516
):
Alles regiment unserer stat und gemainen nutzes steet in handen der so man geschlechter nennet, das sein nun soliche leut, dero anen und uranen vor langer zeit her auch im regiment gewest.
Päpke, Marienl. Wernher
79
(
halem.
,
v. 1382
):
Was ain man, hies Dacheth, | [...] | Us her Davides geschlæchte.
Donalies, Augsb. Bibelhs.
90, 12
(
oschwäb.
,  
1350
):
do macht herodes / ein abentezzen. den fürsten / vnd den geslehtern oder den / graven.
Grundmann u. a., A. v. Roes
205, 33
(
alem.
,
15. Jh.
):
Zuͦ leste koment von dem geslehte kúnige, die [...] sich unwurdig mahtent des roͤmischen riches.
Chron. Augsb.
7, 119, 1
(
schwäb.
, zu
1548
):
obgleich deren von erbern geschlechten alt herkomen nit angesehen noch genuͤgsam sein, solten sie doch von treffenlicher irer erfarung und kunst wegen fürgetzogen werden.
Ebd.
134, 13
:
diejenigen, so gleichwol von den burgerlichen, aber nit von den uralten oder neu gewelten erbern geschlechten von herrn herkomen.
Ebd.
295, 5
(zu
1555
):
ist unwidersprechlich war, daß die edlen oder geschlechter diser löblichen stat je und allweg erlich [...] regiert.
Barack, Zim. Chron.
2, 543, 21
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Man hiess sie nun under dem gemainen man das geschlecht mit denen langen oren zu achten, derhalben beschehen sein, dieweil sie [...], was sie hörten oder erfüeren, das würde der herrschaft [...] fürgebracht.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
147, 13
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Inn dem lanndt zu Krayn warn edellewdt, genant die Lueger, ein alts geschlacht und schryben sich burggraven von Luentz.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
156, 6
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Nu sag ich euch von den andern herren, die aus dem kun oder geslechten der Scheyrer kumen.
Turmair
4, 4, 43, 7
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Ganz wenig haben ain auskommen von iren gülden und zinsen und jerlichem einkommen oder aufheben und werden ,die von dem geschlecht‘ genant.
Luther, WA
50, 396, 17
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
133, 10
;
Dat nuwe Boych
422, 9
;
Lemmer, a. a. O.
24, 7
;
Valli, Baldemann
281
;
Feudel, Evangelistar
7, 21
;
Thür. Chron. 4v,
21
;
Pyritz, Minneburg
49, 16
;
Gille u. a., a. a. O.
111, 161
;
Sachs
17, 344, 28
;
Koller, Ref. Siegmunds
278, 3
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
10, 4
;
Chron. Augsb.
7, 169, 15
;
170, 2
;
181, 14
;
9, 351, 5
;
Barack, a. a. O.
3, 211, 41
;
Rauwolf. Raiß
3, 12
;
Grossmann, a. a. O.
16, 1
;
171, 3
;
Roth, E. v. Wildenberg
30, 8
;
Rwb
4, 445
;
Schweiz. Id.
12, 527
.
Vgl. ferner s. v.  1, (V.) 1,  4,  2,  4,  8,  3,  1013,  24,  2,  2,  1.
8.
›Geschlecht, Familie, Sippe, Stamm als Gesamtheit aller von einem Stammvater hergeleiteten Angehörigen / Blutsverwandten‹; vielfach auf die 12 Stämme des alten Israel bezogen; im Unterschied zu 7 eher die Familienzugehörigkeit als die administrative / politische Funktion meinend.
Bedeutungsverwandte:
(
das
1, ,
1
 3.
Syntagmen:
ein g. austeilen / auswurzeln / schänden / verkaufen / breiten / erheben / (er)höhen / erleuchten, gros machen
, [woher]
herbringen, die 12 geschlechte richten, sein g. verbergen
›verschweigen‹
/ verjehen
›nennen‹,
jm. sein g. sagen
;
ein g. sich meren, alle geschlechte jn. selig sagen, viele geschlechte
[woher, wohin]
kommen
;
eines geschlechtes sein
;
dem g. etw
. (z. B.
häuslichkeit
)
angeboren sein
;
aus seinem g. gehen, in js. g
. [wie]
heissen, in ein g. freien, nach js. g. fragen, sich mit einem g. beweiben, mit seinem g. gläubig werden, von einem land gefaren kommen, das land unter
[eine Anzahl]
geschlechte teilen, von einem g. kein könig werden, von js. g. sein, zu js. g. hören
;
das g. Aser / Benjamin / David, das g. vom vater, von der mutter her, die geschlechte Israel, der Kanaaniten, der heiden
;
das alte / bürgerliche / fromme / gute / ungleiche g
.;
die linie des geschlechtes, die zal der 12 geschlechte
;
könig über
[eine Anzahl]
geschlechte
.
Wortbildungen:
geschlechtbuch
,
geschlechtregister
(dazu bdv.: , ),
geschlechtsname
,
geschlechtung
.

Belegblock:

Luther, WA
7, 577, 35
(
1521
):
Wyr mussen der schrifft gewonenn, die do nennet ,geschlechte‘ die folge der naturlichen tzichtung odder gepurt als ein menschen vom andern fur unnd fur geporn wird.... Darumb das deutsch wort ,geschlechte‘ nit gnugsam ist, weysz aber doch keinn bessers. Denn geschlechte heyssen wir die sipschafften und samlung geblutter freuntschafften.
Ebd.
9, 628, 21
(
1521
):
Also ist die Junckfrau dem Joseph vortrawet vom Geschlecht David. Darumb ist sye auch vom selbigen geschlecht kummen.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
5580
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
dî ouch mit irn geslechtin, | wîbin unde kindin, | und allin irn gesindin | albûwis quámen in den jârn | von dûtschin landin gevarn.
Mieder, Lehmann. Flor.
136, 21
(
Lübeck
1639
):
Viel meynen es sey ein grosser Ruhm / wenn sie jhr Geschlecht aus Noe Kasten herbringen / vnd jhr Stamm vnd Nam sey gewest / ehe Rhom ist gebawett worden.
Große, Schwabensp.
138a
, 17 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
her [...] nam zuͦ sich Eleasar vnde andere wise luͦte vnde de boten, de daz lant hetten irsichert, vnde teileten daz lant vnder de zwelf geslechte.
Quint, Eckharts Pred.
1, 85, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Swâ nû wære ein rîcher künig, der dâ hæte eine schœne tohter, gæbe er die eines armen mannes sune, alle die ze dem geslehte hôrten, die würden dâ von erhœhet und gewirdiget.
Ebd.
2, 7, 2
:
ich wil dich hœhen [...] und wil dîn geslehte breiten und wil dich herre machen über ein grôz volk.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
141, 7
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Geleran rieffe syme geslechte jr wol hündert bij einander.
Dubizmay, kurß zu Teutze
80, 18
(
hess.
,
1463
):
er sach an dy demüttigkeyt seyner dirne secht da von sagen mich selig alle geslechte.
Knape, Messerschmidt. Bris.
2, 11
(
Frankf./M.
1559
):
Gott dem Herren darumb dancksagten / verhoffeten / Gott wuͤrde [...] jr gut alt Geschlecht / durch jhn erleuchten.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
37, 20
(
thür.
,
1421
):
die andern hern die beweibeten sich mit dem selben geslechte.
Thür. Chron. 8v,
1
(
Mühlh.
1599
):
wer [...] ein recht Roͤmer sein wolt / der moͤchte kommen / er wer auß was Geschlechte er woͤlle.
Feudel, Evangelistar
136, 1
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Do sprochen sy czu ir: ,nu inist doch nymant in dyme geslechte der also heize‘.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
19, 19
(
omd.
,
1487
):
wÿ eÿner gedenckt ein weÿpp zcu nehmen. von dÿßem adder genigem geschlechte. da durch frúntschafft des selben geslechtes irlangen.
Vetter, Pred. Taulers
10, 17
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
ein glichnisse in her Moyses buͦche, daz Got Abraham hies gon uz sime lande, usser sime geslehte.
Roloff, Brant. Tsp.
2238
(
Straßb.
1554
):
Das heilig Land hab ich außgeseilt | Und under die xj. geschlecht Israel getheilt.
Rennefahrt, Statut. Saanen
44, 13
(
halem.
,
1429
):
das der erslagnen person naͤchsten fruͥnd untz in die dritten linyen des geslechttes den todslag rechen moͤgend.
Lauater. Gespaͤnste
24r
, 21 (
Zürich
1578
):
Als er aber bekanntlich was / daß er mit buͤbery vnnd betrug vmbgangen were / wurdend alle geschlaͤcht der Heyden geschendt. Dann die muͤteren hattend eebruch / die vaͤtter bluͦtschanden begangen.
Maaler
195v
(
Zürich
1561
):
Gschlaͤchtregister (das) Erzellung vnd rechnung eines geschlaͤchts oder stammens. Genealogia. Gschlaͤchtsnammen. Agnomen, Cognomen, Cognomentum.
Grundmann u. a., A. v. Roes
192, 21
(
alem.
,
15. Jh.
):
do meniglich gingent in ire stette, do her sy búrtig worent, das sy verichent ir geslehte, den zinß und den keyser.
Morrall, Mandev. Reiseb.
29, 17
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
ir kúng Kaliphes [...] hett Machmechten geerbt und ist von sinem geschlecht.
Barack, Zim. Chron.
4, 165, 8
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
dise histori hab ich hernach in der Landtschaden [...] cronica oder geschlechtbuch gefunden.
Henisch
1540
(
Augsb.
1616
):
Auß dem Geschlecht inn ein ander vngleiches freyen.
Ebd.
1541
:
Freundtschafft vnd groß Geschlecht macht manchem sein sach gerecht. Auß loͤblichen Geschlechten kommen offt vngerahten Kinder. [...]. Es ist kein Geschlecht so gut / es laufft ein Hur oder Dieb auß.
Voc. Ex quo, P
1189
(
westmittelbair.
,
1419
):
Proles ein stam uel ein geslechte [...] erbekind [...] ein stam, geslaͤchtung.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr. vor
1
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Hie vacht an die erstörumb Troya, von der vil geschlächt chomen sind in alle land, sunder die geschlächt auss Pritany und die Messenney von dem Edelen Gral.
Roth, E. v. Wildenberg
7, 1
(
moobd.
,
v. 1493
):
Kam belib mit seinen geschlächten, der 18 was, in dem teil, das genant wirt Affrica, so fuͦr jaffet mit seinen geschlächten, der 26 waren, in das teil der welt, das genannt wirdet Europa.
Ebd.
29, 4
:
diezeit wurden die 12 geslächt genant die kinder von Israhel.
Luther, WA
20, 563, 20
;
33, 120, 8
;
Küther, UB Frauensee
134, 15
;
Jahr, H. v. Mügeln
2517
;
Feudel, a. a. O.
6, 16
;
61, 12
;
Weise. Jugend-Lust
94, 12
;
Dietrich. Summaria
26v
, 41;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
64, 30
;
745, 19
;
Koller, Ref. Siegmunds
78, 10
;
330, 14
;
Roloff, a. a. O.
602
;
Päpke, Marienl. Wernher
11378
;
Morrall, a. a. O.
45, 1
;
Sappler, H. Kaufringer
4, 61
;
Chron. Augsb.
7, 135, 1
;
Fichtner, a. a. O.
376, 6
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
50a
, 14;
Mollay, Ofner Stadtr.
20, 5
;
Dietz, Wb. Luther
2, 93
 f.;
Schwäb. Wb.
3, 475
 f.;
Donalies, Augsb. Bibelhs.
129, 15
.
Vgl. ferner s. v. ,  2,  8,  2,  1.
9.
›(meist) hohe Abstammung, Herkunft, Geburt e. P. oder seiner Familie‹; eng an 7 und 8 anschließbar, im Unterschied zu diesen mit Betonung des Herkunftsgedankens; zu dessen Rolle im Prozeß der Bildung und Sicherung von Erinnerung s. Müller, Gedechtnus. [...].
1982, 80
.
Phraseme:
aus dem geschlecht schlagen
.
Bedeutungsverwandte:
 4, (
die
11, (
das
2,  4, (
das
2, , (
der
45,
1
 3, , .
Syntagmen:
gebauer js. g. sein
;
des geschlechtes ingedächtig sein
;
am g. ein herzog / könig sein, an dem g. adellich, ein Sachse sein, von g. gut, eine gräfin sein
;
das g. von guter art
;
das edle / erbare / fürstliche / königliche / hohe / (ge)ringe / gute / grosse g
.;
ein herre von g
.

Belegblock:

Luther, WA
10, 3, 326, 8
(
1522
):
,Das buͦch des geschlechts Jesu Christi, das suns Davids und Abraham‘
[s. Mt. 1, 1 ff.].
Chron. Köln
1, 44, 5
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
want van gueder art gesleichte | en sijt neit gerner dan dat reichte.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
118, 16
(
rhfrk.
,
um 1435
):
junffrouwen / die alle von grossem geslecht warhen beyde von hertzogen vnd graffen.
Ebd.
137, 6
:
Galleran vnd Markair / die waren von grossem vnd gudem geslechte.
Jostes, Eckhart
56, 10
(
14. Jh.
):
Di sel ist chomen von dem himlischen land dez veterlichen und dez gotlichen hertzen und ist gemacht von der materie der gotlichen min und ist geborn von dem hohen geslecht der heiligen drivaldicheit.
Gille u. a., M. Beheim
82, 60
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
die [magt] was geparen, als man sagt, | van kunglichem geslehte.
Franck, Klagbr.
232, 33
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Ich sol meinem vater in allen dingen volgig gleich seyn / ich bin eben so von edelem geschlecht / reich vnd hochgeadelt / darumb kan vnd wil ich disen moͤnchen souil darstrecken als mein vater domit ich nit auß dem geschlecht schlag.
Koppitz, Trojanerkr.
3849
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Paris, der ellende held, | Der miltte fürst usser weld, | Der wüste nit von geschlechte.
Sappler, H. Kaufringer
8, 20
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er [burger] was milt und hochgemuot | und was von geslächt gar guot.
Chron. Augsb.
7, 420, 3
(
schwäb.
, zu
1564
):
Jacoben Herbrots des eltern, [...], gewesnen kürschners und armen beltzfleckers, ankunft und rings geschlecht.
Henisch
1539
(
Augsb.
1616
):
Geschlecht / Ankunft / Gebluͤt / Stam͂ / Herkommen.
Niewöhner, Teichner
307, 6
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
,gepawrn, daz ist mein geslaecht.‘
Luther, WA
28, 358, 10
;
Köbler, Ref. Wormbs
318, 4
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
1, 12
;
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 70, 12
;
Neumann, Rothe. Keuschh.
3742
;
Koppitz, a. a. O.
667
;
Sappler, a. a. O.
14, 21
;
Roth, E. v. Wildenberg
39, 17
;
107, 18
;
132, 21
;
Turmair
4, 240, 6
;
Schmitt, Ordo rerum
75, 2
;
Schöpper
58a
;
Rwb
4, 445
.
Vgl. ferner s. v.
1
 3,  1,  1, .
10.
›Generationenfolge eines Geschlechtes; Generation; Nachkommenschaft‹; ütr. bzw. generalisiert: ›Trieb (eines Gewächses)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
die
10,  1,  4, ,  1.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. Richt.
2, 10
(
Wittenb.
1545
):
DA auch alle die zu der zeit gelebt hatten / zu jren Vetern versamlet worden / Kam nach jnen ein ander Geschlecht auff / das den HERRN nicht kennet.
Stoltzius, Chym. Lustg.
104, 13
(
Frankf./M.
1624
):
Multipliciret euch nur recht / | Vermehrt euch biß ins zehnde Gschlecht.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
14a
, 15 (
thür.
,
1421
):
do vorbot Adam seynen andern kynden, das sie sich nicht mengen sulden under Kayns geslechte, wenn is got vorflucht hatte, wen das hilden sie bis uff die sobinde gebort.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
728
(
schles. inseldt.
,
1481
):
bas an den hewtigen tag mit sampt seynen kinderen vnd geslachte.
Eis, Wahrsagetexte
33, 4
(
nobd.
,
1491
/
2
):
Du solt nit gewynnen keyn geschlecht, wann das gluck ist dir darwider.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
250, 20
(
Nürnb.
1548
):
Gott will barmhertzig sein in das tausent geschlecht / denen / so jn lieben.
Wyss, Luz. Ostersp.
2721
(
Luzern
1583
):
heilig ich sin namen han, | Vnd sin barmhertzigkeitt ist von geschlecht | Inns ander, denen so inn fürchtend recht.
Morrall, Mandev. Reiseb.
96, 1
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
daz ir und als úwer geschlecht biß an die núnde sippe númer me soͤllent frid und suͦn gehaben.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
322, 6
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sô man die nidersten est peugt und si mit erden beschütt, sô pringent si ain neu gesläht umb die muoter.
Luther, WA
9, 712, 7
;
Maaler
172v
;
Henisch
1539
;
Dietz, Wb. Luther
2, 94
;
Schwäb. Wb.
3, 475
.
Vgl. ferner s. v.  1.
11.
›Gruppe, Familie einer übergeordneten Klasse von Pflanzen‹.

Belegblock:

Cirurgia H. Brunschwig
32
vb, 29 (
Straßb.
[
1497
]):
die wundenn gesalbet zuͦ dem dickern mal vñ dar vff gesprenget gepuluert mirttillen ber das do ist ein geschlecht der heidber.
Rauwolf. Raiß
37, 26
([
Lauingen
]
1582
):
Dise Aschen wirt fürnemlich gemacht / auß ainem kraut Schinan [...] / dessen zwayerlay geschlecht seind.
Henisch
140
(
Augsb.
1616
):
keelkraut / zapffenkraut / ein geschlecht der weißwurz / bringt feine beer.
Rauwolf. a. a. O.
3, 15
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 748, 30
;
Maaler
215r
.
Vgl. ferner s. v.
1
 1.
12.
›Gruppe, Untereinheit, Familie einer übergeordneten Klasse von Tieren‹.
Bedeutungsverwandte:
(
die
9,  3, .
Syntagmen:
[eines Tieres]
geschlechtes sein
;
den heuschrecken um ir g. rechnung tun
;
das g. der armadillen, von heuschrecken, die geschlechte der tiere / schlangen / wanzen / nattern / vögel
.

Belegblock:

Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
6, 18
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Solten wir allein den zweifaltern und den heuschrecken rechnung tun umb ir geslechte.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
6, 5
(
thür.
,
1421
):
do worden allerley thir, wilde unde zam, uf dem ertreiche, itzliches noch seyme geschlechte unde gestelteniss.
Feudel, Evangelistar
17, 26
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
O ir geslechte der slangen, wy muget ir gut gereden, alse ir bose syt?
Franck, Decl.
349, 28
(
Nürnb.
1531
):
das vnkeusch beyschlaffen / welchs so man es von der erden hebt / ist von noͤtten / das zu handt alle geschlecht der thier abnemen.
Donalies, Augsb. Bibelhs.
131, 11
(
oschwäb.
,
v. 1350
):
ir geslehte / der vipernslangen
[Luther
1545,
Lk. 3, 6:
gezichte
]
wer wiset / ivch ze fliehen vor dem chümftigen zorn.
Morrall, Mandev. Reiseb.
42, 17
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
soͤllent ir wissen daz des selben geschlechtes [muck, wantzen] unde geschaͤffte als vil da was daz di múnch nit kundent da beliben.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
128, 32
(
oobd.
,
1349
/
50
):
diu haizt rêh ze däutsch und ist gar ain grimmigz tierl under seinem gesläht.
Ebd.
146, 17
:
daz tier streitt neur mit den, die seins geslähtes niht sint.
Ebd.
256, 7
:
ain oster. daz ist ain mervisch und ist der sneken geslähtes.
Vetter, Pred. Taulers
329, 14
;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
126
;
172
.
Vgl. ferner s. v.  1.