angeboren,
part. Adj.;
zu .
1.
›jm./etw. (Tieren) von Geburt (als natürlicher oder heilsgeschichtlicher Gegebenheit) her mitgegeben, mitgeteilt, angestammt, vererbt; natürlich, der natürlichen Art entsprechend‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , .
Syntagmen:
jn.
(Akk., seltener)
/ jm.
(Dat., häufiger)
etw. a. sein
;
von art / natur, erblich a.
;
a. sünde / tugend
(je mehrmals)
/ not / plage / reizung, a. mal / recht / übel, a. zwang.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
14196
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
So enmac der hezzige zorn | Der sie [berschrecken] von art ist angeborn, | In ir herzen sich nicht vorheln.
Ebd.
21315
:
Do zu daz her [Got] gesippe | Menschen nature worde, | Zu tragene die borde | Von angebornem rechte | Vor menschlich geslechte.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
21, 16
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
das under unvernünftigen tieren ein gatte umb des andern tot trauret von angebornem twange.
Luther. Hl. Schrifft. Weish.
12, 10
(
Wittenb.
1545
):
das sie böser Art waren / vnd jr bosheit jnen angeborn.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
5, 18
(
nürnb.
,
1446
):
Es ist in vns eyn angeporne reittzung der begir vnd den nennen die lerer in dem latein fomes.
Bihlmeyer, Seuse
468, 12
(
alem.
,
14. Jh.
):
von unser naturlichen eigenschaft so ist uns anegeborn, daz wir sú [warheit] in bildlicher glicheit nemen.
Wickram
4, 22, 19
(
Straßb.
1556
):
Es ist dem menschen und allen thieren [...] von natur angeboren / das ein yedes seine jungen lieb hat.
Helm, a. a. O.
5204
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 627, 5
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
426
;
Henschel u. a., Heidin
53
;
Feudel, Evangelistar
73, 6
;
Jungbluth, a. a. O.
28, 16
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
2, 133, 5
;
Rieder, St. Georg. Pred.
43, 32
;
Munz, Füetrer. Persibein
395, 5
;
Voc. Teut.-Lat. b iijr;
Serranus
12v
;
Maaler
19r
/v;
Rwb
1, 635
.
2.
›mit jm. verwandt‹; subst. auch: ›Agnat‹ (dazu bdv.: vgl. ).
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  3, , .

Belegblock:

Chron. Köln
1, 3052
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Alsus so sante hie synen broder | eme an geboren van syner moder.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
145, 10
(
thür.
,
1474
):
Nu finden sich darkegen, dy der frouwen auch angeborn sin in sollicher wise: dy abegegangene frouwe unde dy kegen myr sich zcu deme gelaßin gute sippen, sint met der abegegangen frouwen gewest zcweyer bruder kint.
Rwb
1, 635
;
Haltaus
27
.
3.
›etw. (Sachgegenständen) von Natur aus eigen, natürlich, naturgegeben‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
39, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ein ander werk ist noch inniger dem steine, daz ist neigunge niderwert, und daz ist im anegeborn.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
432, 22
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz der stain gar schœnes angeporns gemœls hab zwischen seinen straimeln.
Volkmar
250
.
4.
›jm. von seiner Geburt (als sozialer Gegebenheit) her zukommend, erblich zugefallen‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
jm. recht a. sein
;
a. dienstman / zuname, a. petschaft / in(ge)siegel / wappen.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
52a
, 37 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
NJeman ime selben eyn ander recht irwerben mach, wan also im angeboren ist.
Ebd.
182a
, 17:
dar suͦlen se ire offene breuͦe senden mit ireme Jngesegele bi ireme angeboren dienstmanne.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
222, 29
(
m/soobd.
,
1568
/
1603
):
hab ichs mit aigener hant unterschriben und mein angebohrnen insigl hieran gehangen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
316, 17
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
49b
, 4;
Maaler
19v
;
Schwartzenbach B iiijv;
Preuss. Wb. (Z) 1, 147;
Rwb
1, 635
.