gesteltnis,
gestaltnis,
das
;
-ses/-se
, vereinzelt
die
,
-Ø/–
;
in 1 Beleg
der
.
1.
›äußere, bleibende oder vorübergehend angenommene Gestalt e. S./ P.; gestalthaft gedachte Realisierung eines Wesens‹; vgl. (
die
12; auch 5.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion‘.
Bedeutungsverwandte:
, ,  2.
Syntagmen:
ein g. haben / sehen / machen, der cristal das g. verlieren
;
die figur, der son ein g., Christus g. der menschen sein
;
abgotte
[wo]
in mancherlei g. sein, der geist in g. einer taube scheinen, die geiste in den gesteltnissen der unholden faren, js. leichnam unter einem g. sein
;
das g. des brotes / kalbes, götlicher substanz / wesens, der sonne / taube
;
die leibliche g
.
Wortbildungen:
gestaltnislich
.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
Ouch schein an alliz struͤben | In gesteltnis einer tuͤben | Der geist.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Als dem ougen daz eigen ist, daz ez sehe gestaltnisse und varwe, und dem ôren daz eigen ist, daz ez hœre süeze lûte.
Strauch, Par. anime int.
29, 19
(
thür.
,
14. Jh.
):
darumme nennit en sente Paulus ein figure siner substancien. ein figure ist ein gesteltnisse, ein ummecreizin eines wesines. also ist der son ein gesteltnisse, ein ummecreizin eines wesines. also ist der son ein gesteltnisse gotlicher substancien oder wesines.
Ebd.
137, 19
:
wan he [lichame unsis herrin] der zu velle nicht inhatte da man lidin an gelegin mac, und alse he da were geweist undir deme gesteltnisse des brodis.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
52, 4
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
In der insuln sint vil epgote in manchirhande formen und gesteltnisse, eczliche sint also di rynder.
Ebd.
72, 7
:
Do sint ouch vil giraffen, [...] und vil andir tyr di do andir gesteltnisse han wen di unsir.
Voc. Teut.-Lat.
a vjv
(
Nürnb.
1482
):
Aynlich. Sund’lich. gestaltlicher. gestaltnuslich. specialis. [...]. Aynlicheit. sunderlicheit. gestaltlicheit. specialitas.
Jerouschek, Nürnb. Hexenh.
4r, 21
(
Augsb.
,
1491
):
das die bosen gaist mugen wol in den gesteltnus der vnholden [...] nachtes fare͂.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
14, 26
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
Christus heizet einhellichen ein mensche mit den andern menschen, also daz er der menschen gesteltnüsse ist.
Strauch, a. a. O.
13, 32
;
Höver, Bonaventura. Itin. A
364
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 39
;
Vgl. ferner s. v.  24.
2.
›Erscheinungsbild, Aussehen e. P.; Gesichtszüge‹;
vgl. (
die
2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  8,  1, (
das
2,  3,  4,
1
 3.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
sô pflac er sagin in | [...] | mit zeichenin gewisse | des tôdin gesteltnisse.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
der munt und diu nase und diu ougen und alliu diu gestaltnisse des antlites daz erbildet sich in dem spiegel.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. XV, (
osächs.
,
1343
):
Diz ist võ vnsis h’ren gesteltnisse. vñ sine͂ geleze͂.
Steer u. a., RS Bertold
430
;
Voc. Teut.-Lat.
m iiijv
.
3.
›Art, Eigenart von etw.‹;
vgl. (
die
3.
Wortbildungen:
gestaltnislichheit
(offensichtlich eine Wörterbuchbildung).

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
do worden allerley thir, wilde und zam, uf dem ertreiche, itzliches noch seyme [got] geschlechte unde gestelteniss.
Voc. Teut.-Lat.
a vjv
(
Nürnb.
1482
):
Aynlich. sund’lich. gestaltlicher. gestaltnuslich. specialis. [...]. Aynlicheit. sunderlicheit. gestaltlicheit. gestaltnuslicheit. specialtas.
Ebd.
m ijr
:
Gestaltnusse. species od’ spetzerey od’ schonheit od’ naturlich kunne.
Ebd.
x iijr
:
Naturlich kunne specerey schõheit gestaltnusse. species.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. (
Bamb.
1507
):
man sol sich nach sag der recht nit allein vor verbringung der vbeltat, Sunder auch vor aller gesteltnuss des vbels, [...], huͤten.
4.; 5.; 6.,
s. (
die
157.
7.
›Verhältnis, Position‹.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
want dese stat in eime ander gesteltnis were zo der kirchen und dat gesticht van Coelne, dan die andere stede.