abdringen,
V., unr. abl.
1.
›jm. e. S. (z. B. Land) oder e. P. abnötigen, abzwingen, mit Gewalt entreißen‹; offen zu 2.
Syntagmen:
mit Dat. d. P. und Akk. d. S.;
den lon / schlüssel, die behausung / feste / schrift, das land
(oft)/
regiment / lehen / banner a.; das weib a.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
waz sî heidenischir lant | hernâch mit strîtendir hant | den heidin abgedringin | mochtin unde betwingin.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Von erst er [teufel] gern ab dringet | Sein lon.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1548
):
Dieweil dann die ungehorsam gemeind den geschlechten das regiment [...] abgetrungen und genötigt.
Schottenloher, Flugschrr.
44, 3
(
Schweinfurt
1523
):
Wo jme dan derhalb sein lehenherr di lehen abdruͤnge.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth ;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
28
;
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
88, 34
;
Ukena, Zuger Trag.
2855
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. ; bei
Ulner
86
;
145
und
Schwartzenbach
A iiijr
stehen die Bedeutungen 1-3 zusammen.
2.
mit verengerter Bed. im Anschluß an 1: ›etw. (z. B. eine Stadt) erobern, militärisch einnehmen‹.
Syntagmen
mit Akk. d. S.:
die stat, das haus, den markt a.

Belegblock:

Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
die [...] drungen die stat Sannd Anndre aines morgens frwe ab.
all Steyrer [...] uberfuellen und abtrungen die stat Marpurgk.
3.
›jn. (von einer Tätigkeit, Aufgabe) wegdrängen, vertreiben‹.

Belegblock:

Chron. Köln (
Köln
1499
):
hadde he sich gereit, misse zo lesen, und was an dem elter: so drongen in die von Paris dan af.
Ermisch, Sächs. Bergr. (
osächs.
1499
/
1500
):
Weme zu schmeltzen gestadt wirdet, der sall von niemants abegedrungen werden.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1414
):
so habent se des recht das se in abdringen.
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Rot
311
;
4.
›(Gewässer) ableiten‹.

Belegblock:

Wrede, Aköln. Sprachsch.
9b
.