baum,
der
;
-(e)s/-e
+ Uml., auch
+ Uml.
1.
›Baum‹.
Zur kultur- und religionsgeschichtlichen Relevanz des Baumes: Hwb. dt. Abergl.
1, 954-958
; Schwäb. Wb.
1, 711
 f.; LThK
2, 64-68
; vgl. auch die Positionen 2-4.
Bedeutungsverwandte:
 1, , .
Syntagmen:
den / einen b. setzen / pflanzen / ausmachen / abhauen
(häufig)
/ aushauen / fällen
(mehrmals)
/ schlagen / abhacken / abschlagen / absägen / ausgraben / ausreuten / brennen / unterhauen / säubern / putzen / schälen / ablauben / ausspänen / verkaufen / verwaren / pelzen / nutzen / klimmen / fressen, einen b. citrus nennen, einen b. im wald finden, einen b. laubes schütter machen, lustgarten bäume haben, wind einen b. aus der erde werfen
;
b
. (Subj.)
stehen / (auf-)wachsen / blüen / tragen
(ohne Obj.),
b. sich auferheben / strecken / halten
,
b. blätter / laub haben
,
b. obs / frucht / äpfel / honig / wein / wolle tragen
,
b. fruchtbar / aufgerichtet /
[ein bestimmtes Maß]
hoch / vol äpfel sein, b. wohin reichen, b. in die luft gehen, b. aus dem erdreich entspriessen, b. in der erde stehen, b. blut schwitzen
;
wie ein b. zur erde fallen, gros wie ein b. sein
;
des b. warten
;
einem b. die rinde abziehen, dem b. den schlag geben
;
auf einen b. gehen / steigen, jn. an einen b. henken
(mehrmals)
, ein ros an einen b. binden, sich auf einen b. setzen, etw. in einen b. schreiben, rinden um einen b. hängen, etw. auf einem b. wachsen, menschen auf einem b. wonen, vogel auf einem b. nisten, an einem b. hängen, sich an einem b. erhenken, von einem b. fallen, laub von den bäumen fallen, unter einem b. sitzen / stehen, häuser von b. bauen, gassen mit b. bestecken
;
alter / ästiger / ausgehölter / ausländischer / bärhafter / breiter / dürrer / edler / erwachsener / fauler / fremder / fruchtbarer
(mehrmals)
/ gerader / grosser
(mehrmals)
/ grüner / hoher / junger / kleiner / niedriger / nuzhafter / pelzter / schöner / schwerer / unfruchtbarer / weiter / wilder
(mehrmals)
/ wolgeschmakter / zamer / zweigeter b.
;
b. des mondes / kreuzes, b. der sonnen / keuschheit, b. einer rose, b. von zeder, b. mit obs, b. im weingarten, b. in Arabia
;
stam / rinde / schale / wurzel / ast / zweige / gipfel / dolder / kern / schatten / saft / frucht / bekentnis der bäume
;
vogel auf einem b., schwam an einem b., zelgen von einem b., insel von bäumen
.
Wortbildungen:
baumacker
(a. 1587; dazu bdv.: vgl. ),
baum|ast
,
baumbusch
,
baumdickecht
,
baum|erhauer
(dazu bdv.: vgl. ),
baumfeld
,
baumfrucht
(dazu bdv.: ),
baumharz
(dazu bdv.: ,
3
 1),
baumherre
,
baumkraut
,
baummarke
,
baumrebe
,
baumreis
,
baumrinde
,
baumsäge
,
baumscherer
(a. 1616),
baumsetze
(›Baumschule‹),
baumstal
,
baumstam
,
baumstange
,
baumstark
,
baumstat
,
baumstumpen
.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
40a, 27
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
der blůmen er lichte varwe vnde den boyemen ere vrůcht […] deme menschen zů denste hast geschaffen.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
70, 7
(
preuß.
,
1578
):
Die bome müssen jerlich, die einfallen werden, raußgebracht werden.
Rudolph, Qu. Trier
132, 31
(
mosfrk.
,
1593
/
94
):
unter dem schein derer witten oder benstangen, so den holtzlädern zum guten kommen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 236, 3
 (
Bautzen
1567
):
Die baumkreuͤter auch Laub vnd Gras, | Das im Winter vertorben was, | Vernewt sich herlicher maß.
J. W. von Cube. Hortus 
113, 6
(
Mainz
1485
):
[cynamomũ] sy eyn rynde eynes baumes der wechset in Jndia.
Kollnig, Weist. Schriesh. 
258,
Anm. 5 (
rhfrk.
,
1623
):
muß ein jeder newer bürger […] gleich nach seinem annemmen einen jungen fruchtbaren baum […] setzen. 
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe 
3, 6
(
thür.
,
1421
):
sso hiess her [got] uss dem ertreiche entsprissen die bowme krut grass unde blumen.
Luther. Hl. Schrifft. 
1. Mose 1, 11
(
Wittenb.
1545
):
Gott sprach / Es lasse die Erde auffgehen […] fruchtbare Bewme.
Ermisch u. a., Haush. Vorw. 
263, 23
 (
osächs.
,
1570
/
7
):
Baumöl und rindsgall unter einander gemischt, ein tuchlein darein genetzt und uber eine rinden umb einen baum geschlagen, lest kein omß auf den baum oder herab kriechen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 193, 1
 (
Bautzen
1584
):
TEwres Creutz wo findt man deins gleich, | Vntern beumen auff erdreich.
Opitz. Poeterey
22, 27
 (
Breslau
1624
):
vom gleichniß eines Waldes / in dem vieler art vnd sorten Baͤwme zue finden sindt.
Dinklage, Frk. Bauernweist. 
42, 1
(
nobd.
,
1413
):
wer da in dem walde eynen bauͤm brennet oder schellet, der verbuͤßet funf schillinge.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze 
129, 32
(
nobd.
,
1460
):
ir vihe […] uff kein wisen, garten, werde, bawmfelt, weingarten […] treiben sullen.
Köbler, Ref. Nürnberg 
39, 2
 (
Nürnb.
1484
):
Von den paumen die auf der anstosser grunde raichen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
234, 2
(
Nürnb.
1548
):
Es mustẽ ehe die stein / vñ bewme auff dem felde schreyen / vñ sagen: Es sey kein heiland deñ Christus.
Bell, G. Hager
549, 3, 11
(
nobd.
,
1611
):
Die andren wurden gar ellent | an die Büsch vnd Beimen ge hencket.
Bremer, Voc. opt.
51001
(
wobd.
,
seit 1329
):
Resina boͮngetroͤife boͮngetroͤifa baͮmhartz bontroͤf bomharcz.
Roloff, Brant. Tsp. 
937
(
Straßb.
1554
):
Under eim baum als ich euch sag | Da sie mit im der liebe pflag.
Ebd.
2290
:
Ich hab bezwungen Persiam | Und […] Indiam / | […] | Biß an die boͤum des mons und Sonnen.
Bernoulli, Basler Chron. 5, 
197, 10
(
alem.
, zu
1491
):
do […] erfruren die reben allsamen, und die nuss, und vil biren und oͤpfel, all boumstell.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
548, 9
(
halem.
,
1536
):
soll dheiner dhein alten boum nüw ußmachen und den für nüw verkouffen.
Wiessner, Wittenw. Ring
172
 (
ohalem.
,
1400
/
08
):
Wolten sie die pain verpinden, | Dar zuo namens paumrinden.
Maaler
51v
(
Zürich
1561
):
Baumast (der) Ramus. Sich vnder ein Baumast legen. […]. Baumstarck / Vast starck. Robustus, Validus.
Geier, Stadtr. Überl. 
67, 8
(
nalem.
,
um 1400
):
wer dem andern sin boͤmm abhoͧwet, […] den sol man von dem leben tůn.
Morrall, Mandev. Reiseb. 
34, 14
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
die boͤm die des paradyß oͤpffel tragent, die hond pletter aines fůsses lang.
Ebd.
46, 12
:
[by Ebron] ist der dúrre bom, den haissent sie die juden und die haiden Cirpe.
Sappler, H. Kaufringer
17, 248
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
in dem [herze] plüe ich in stiller huot, | als der edel boum im maien tuot.
Chron. Augsb.
5, 24, 19/20
(
1523
/
7
):
er het […] die bemlin verkaft, wan er sie stal, und satzt ainem die bemlin und stal im sie dan haimlich wider.
Henisch
8
(
Augsb.
1616
):
Abrahams baum / Kunstbaum / baum der Keuschheit […] Andere nennen also ricinum.
Ebd.
216
:
Die theil des baums sind / die blaͤtter / blu / frucht / naͤstlin / rind / ruten / schelffe / wippel / von welchen an seinen orten. An einem baum seind die rind / der safft / das fleisch / die neruen / adern / das marckt / das schmeer.
Ebd.
218
:
baumfrucht / ein jedes baum obs / das man isset.
Ebd.
219
:
Baumsetz / seminarium, plantarium. […] Baumscherer / der die baum schneitert / baumschorer / Gartner.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
344, 5
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Rubus ist ain paum in dem land gegen der sunnen aufganch, […] und in Italia ist ez ein paumpusch.
Ebd.
396, 9
:
Constantînus spricht, ez [campfer] sei ain pâmzaher.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
25, 49
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Paum hoch, dikch kreuz, peug dein este, | Christi gelidern gib ein reste.
Klein, Oswald
24, 70
(
oobd.
,
1431
/
2
):
das [kindlin] uns mit seinem leiden | erlost an creutzes päm.
Fuchs, Kart. Aggsbach 
216, 6
 (
moobd.
,
1409
):
zehen phenning gelts gelegen sind auf eynem akcher und auf einer wis und einer pawmstat.
Winter, Nöst. Weist.
1, 449, 18
(
moobd.
, Hs.
17. Jh.
):
daß niemant kerschpaum atlaßpeerpaum aphalter pierpaum auch dergleichen paum […] nit abhacken sol.
Ebd.
2, 377, 43
(
1685
):
wann es der paumherr auf dreimahliges ersuchen nicht wenden will solche schädliche est und wurzen selbst ab- und weckzuhauen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
132, 1
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
Wellicher paummarch außhauet.
Piirainen, Stadtr. Sillein
102a, 37
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Seyner pauͤme zweyge schullen nicht vͤber den hof gen seym nachtgepaure czu schaden.
Qu. Brassó
5, 446, 9
(
siebenb.
,
1622
):
1622 haben die Ruppen die Kirschen-Gärten so verderbt, dass die Bem sein gestanden, als wärn sie alle derr gewesen.
Große, a. a. O.
200a, 19
;
Lohmeyer, a. a. O.
56, 22
;
Chron. Köln
2, 7r, 19
; 7v,
16
; 9r,
10
;
Ralegh. America
21, 21
;
J. W. von Cube. a. a. O.
77, 5
;
116, 7
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
200, 18
;
Froning, Alsf. Passionssp. 
612
;
Ralegh. a. a. O.
20, 17
;
23, 32
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth 
2, 354, 24
;
Jahr, H. v. Mügeln
1296
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann 
10, 7
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe 
61, 24
;
Küther, UB Frauensee 
378, 22
;
Luther, WA
48, 67, 8
;
Thür. Chron.
24r, 14
;
Göz. Leichabd.
273, 9
;
Schönbach, Adt. Pred.
11, 16
;
Stackmann u. a., Frauenlob
1, 19, 4
;
3, 27, 1
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
205, 1
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 52, 5
;
255, 3
;
395, 1
;
Gille u. a., M. Beheim 
278, 21
;
Keil, Peter v. Ulm
181
;
Dinklage, a. a. O.
111, 12
;
Loose, Tuchers Haushaltb. 
147, 6
;
Rieder, St. Georg. Pred.
23, 6
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
420, 2
;
Stammler, Berner Weltger.
169
;
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 101, 32
;
Lauater. Gespaͤnste
17v, 5
;
Müller, Lands. St. Gallen
42, 17
;
Rohland, Schäden
375
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
47, 27
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
15, 1
;
117, 16
;
151, 7
;
19
;
153, 7
;
154, 18
;
166, 4
;
Chron. Augsb.
1, 313, 27
;
2, 326, 12
;
3, 312, 33
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 236, 11
;
367, 36
;
Barack, Zim. Chron. 
1, 486, 17
;
4, 112, 16
;
Rauwolf. Raiß
32, 11
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 5, 36
;
775, 20
;
789, 36
;
Sappler, a. a. O.
14, 404
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 12, 19
;
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
113, 1
;
Pfeiffer, a. a. O.
354, 11
;
Klein, a. a. O.
40, 55
;
45, 59
;
102, 54
;
Vogel, Pract. Alg. Ratisb. 
161, 1
; 5;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
61, 8
;
Weber, Füetrer. Poyt.
300, 2
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
237, 5
;
302, 4
;
Siegel u. a., Salzb. Taid. 
28, 27
;
39, 28
;
147, 5
;
116, 34
;
Winter, a. a. O.
149, 29
;
399, 27
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
7, 10
;
122, 22
;
Qu. Brassó
5, 511, 11
;
Bremer, Voc. opt.
48011
;
Schmitt, Ordo rerum 
367, 3
;
382, 38
;
406, 14
;
Diefenbach
173
c;
530b
;
568
c;
Voc. Teut.-Lat.
y iiijv
;
Dasypodius
183r
;
299r
;
Golius
367
;
Maaler
51r
;
74v
;
Mylius
D 8r
;
Harsdoerffer. Trichter 3, 
139, 25
;
Henisch
216-222
;
Pfälz. Wb.
1, 630
;
Schwäb. Wb.
1, 719
;
6, 1599
;
Schweiz. Id.
4, 1230
;
11, 1446
;
Rwb
1, 1300
;
Dietz, Wb. Luther
1, 217
.
2.
phrasematisch bzw. ansatzweise phrasematisiert im Anschluß an 1:
die akst stet / lenet an dem baum
›es ist höchste Zeit‹;
die akst ist zur wurzel der bäume gesezt, die akst ist zur wurzel des baumes gelegt
›das Ende steht bevor‹;
den baum in weg werfen
›Hindernisse in den Weg legen‹;
um den baum bicken
›sich zu etw. herbeilassen‹;
einen jungen baum herumbiegen, einen jungen baum biegen / ziehen
›einen jungen Menschen in das gängige Normenkorsett zwängen‹;
nicht von bäumen geboren werden
›nicht vom Himmel fallen‹;
ärzte auf bäumen suchen
wohl: ›sich einem Pfuscher anvertrauen‹;
den baum auf beiden achseln tragen
›es beiden Parteien recht machen wollen‹;
einen baum umziehen
›Unmögliches leisten‹;
j. (räte) wächst nicht auf den bäumen
›j. ist nicht zufällig vorhanden‹;
lügen, das sich die bäume biegen
.
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 580, 23
(
1530
):
denn es ist schweer, alte hunde bendig und alte schelcke frum zu machen, […], Aber die iungen bewmlin kan man besser biegen und ziehen.
Ebd.
32, 453, 21
(
1532
):
das es sich nicht leidet zweyen ungleichen herrn zugleich dienen, […], und heisst auff deudsch ‘Den baum auff beiden achseln tragen’ und ‘kald und warm aus einem mund blasen’.
Ebd.
33, 297, 36
(
1531
):
unser Euangelion solte […] durch die gantze welt gegangen sein, wen nicht die Rotten und Secten […] gewesen weren undt den baum in weg geworffen hetten.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 82, 6
([
Augsb.
]
1548
):
Den Baum auf baiden achseln tragen. Ist untrew und falsch sein.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
117, 9
(
Nürnb.
1548
):
Wo nun die Eltern selb laß vnnd faul sein / vnnd den vnartigen jungen bawme nicht inn zeyt herumb biegen / vnd recht auff ziehen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
1, 13, 6
(
Straßb.
1466
):
Wann die axst ist ietzunt gelegt an die wurtzel der baum.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
99, 184
(
Basel
1494
):
Stont vff / vnd wachen von dem troum | Worlich / die axt stat an dem boum.
Jörg, Salat. Reformationschr.
930, 14
(
halem.
,
1534
/
5
):
Allso bickends umm den boumm / wottend gern and sach / und concordiern / so zücht mans nüt drum an.
Henisch
131
(
Augsb.
1616
):
Man soll nicht aͤrtzt suchen auff den baͤumen.
Klein, Oswald
26, 110
(
oobd.
,
1431
/
2
):
er sprach: ‘ja werden solcher leut | von bomen nicht geboren’.
Bauer, Imitatio Haller
81, 20
 (
tir.
,
1466
):
Aber wir süllen die hakchen legen czu dem paum, das wir gerainiget werden von vnsern geprechen.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
14993
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
3, 10
;
Luther, WA
33, 481, 5
;
Chron. Augsb. 2, 
184, 25
;
Schweiz. Id.
4, 1230
;
Öst. Wb.
2, 614
.
3.
in Sprichwörtern, Vergleichen, Gleichnissen, Metaphern und Allegorien im Anschluß an 1; gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.

Belegblock:

Stackmann u. a., Frauenlob 
5, 102, 2
(Hs. ˹
md.
auf nd. Grundlage,
v. M. 14. Jh.
˺):
maget ist ein boum: | der ersten kiusche blumen | von ir magetume.
Quint, Eckharts Pred.
2, 52, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der mir die vruht gibet, der engibet mir niht den boum.
Ders., Eckharts Trakt.
110, 6
 (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der inner mensche daz ist Âdam. Der man in der sêle daz ist der guote boum, der alles âne underlâz bringet guote vruht.
Strauch, Par. anime int.
58, 11
(
thür.
,
14. Jh.
):
also wir sprechin sullin fon deme boume, so spreche wir fon den dingin di pobin deme baume sint.
Ebd.
87, 33
:
alse di este und zwige alle cumen uz der worzelin des baumis, also cumen auch alle tuginde fon der minne.
Luther, WA
22, 145, 15
(
1544
):
ein fauler bawm bringet arge fruͤchte.
Ebd.
51, 655, 291
(
um 1535
):
Gegen dem baüm sol (man) sich neygen dauon man schatten hat.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
235, 26
(
Nürnb.
1548
):
da werden sie wie ein guter baum mit vollen fruͤchten da stehen.
Dietrich. Summaria 
22r, 33
(
Nürnb.
1578
):
wie ein klein Senffkoͤrnlein / welches das ansehen nicht hat / das so ein grosser baum darauß werden soll.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 189, 2
([
Augsb.
]
1548
):
Die Jugent ist wie die bluͤte der beüme.
Rieder, St. Georg. Pred.
238, 6/7
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
da sprichet sant Johannes daz im wart gezaiget vil schoͤner bome, und hattent die vil gruͤner loͤber […]. die bome sint die selen die in hýmelriche sint.
Illing, Albert. Sup. miss.
421
(
els.
,
n. 1380
):
nement ein glichnisse an eime boͮme, an dem vil kleine zinkelin in eime ruͤtelin vereinet werdent vnd vil ruͤtelin in ein ast vnd vil este in ein stam vnd ettewenne vil stemme oder selp boͮme in eine wurzel werdent vereinet, von der wurzlen der boͮm mittenander leben vnd craft nimmet.
Koller, Ref. Siegmunds 
85, 30
(Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
als der paüm des ertrichs lebet, also leben wir got und seiner rechten frücht.
Henisch
90
(
Augsb.
1616
):
Der apffel felt nicht weit vom Baum / das ist / von ehrlichen leuten / wachssen gemeingklich gern ehrliche Kinder.
Ebd.
134
:
Wer ein astigen baum will in ein Hauß bringen / der muß nicht die zweige woͤllen vor hinein bringen.
Ebd.
216
:
Junge baͤumlein wollen beschnitten sein.
Ebd.
220
:
Alte baͤum seind boͤß zu biegen / alte Hund boͤß bendig zu machen. Alte baͤum tragen auch wol gute frucht. […]. Ein fauler baum kan nicht gute frucht bringen.
Ebd.
221
:
Es gehet sorg / vnd lange schwere arbeit nicht / in einen holen baum. […] Die Welt ist ein schoͤner baum / im lentzen wachsen die bletter / im Herbst falle sie abe. Einen tregt man zur tauffe / den andern zum grabe.
Ebd.
222
:
Welcher sich an einen wolgewachssneu baum laint / der empfacht guten schatten. […]. Ein wilder baum bringt wilde fruͤchte / man warte vnd pflege sein / wie man woͤll. […]. An den fruͤchten merckt man / wie deß baums gewartet sey. […]. Den schalck nennet man von seiner that / wie man den baum an den fruͤchten kent.
Ebd.
223
:
Vnter den baͤumen regnets zweymal.
Buijssen, Dur. Rat.
14, 21
(
moobd.
,
1384
):
Christus: Ein poͤser pawm mag nicht pringen guete frucht.
Reithmeier, B. v. Chiemsee 
19, 10
(
München
1528
):
derselb mensch ist der paem, so poese frucht macht vnd deszhalb auszestocken […] ist.
Rosenthal. Bedencken
26, 25
;
Schönbach, Adt. Pred.
20, 30
;
Steer, W. v. Herrenb. Büchl. 
134
;
Rieder, St. Georg. Pred.
15, 6-9
;
Vetter, Pred. Taulers
97, 4
;
188, 12
;
367, 3
;
hail. altvaͤter
103r, 12
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee 
35, 8
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 36
.
4.
baum
wird für Gott, Christus sowie als
baum der erkentnis
gebraucht;
baum des lebens
a) ›Baum des Lebens‹, der gleichnishaft die Tatsache ausdrückt, „daß Gott dem Menschen urspr. ein Leben zugedacht hatte, das nicht nur von den Leiden u. Beschwerden des jetzigen Daseins […], sondern auch vom Schrecken des Todes frei sein sollte“ (LThK
2, 67/8
; vgl. Genesis 3, 22); b) für Christus gebraucht;
baum (des) wissens gutes und böses
›Baum der Erkenntnis‹, der an die Allwissenheit Gottes grenzendes Erkennen bringt und daher dem Menschen verboten ist (Gen. 2, 9; zu den hier genannte Bibelstellen vgl. unten die Belege von
Luther
);
frucht des lebendigen baumes
›Christus‹;
b. der barmherzigkeit
.
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Zur Sache: LThK
2, 64-68
.

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe 
3, 17
(
thür.
,
1421
):
Godt geschuff do under andern edeln bowmen besundern zwene: der eyne hiess der bowm des lebens, der ander der bowm wissens gutis unde bossis.
Ebd.
7, 7
:
von dem bowme des wissens bosses unde guttes sult ir nicht essen.
Ebd.
9, 6
:
Got hiess den engel Cherubin […] des paradisses wegk vor on bewaren, uf das sie icht zu dem bowme des lebens qwemen unde seyner fruchte essen unde dor ynne ewiglichen lebitten.
Luther. Hl. Schrifft. 
1. Mose 2, 9
(
Wittenb.
1545
):
Gott […] lies auffwachsen aus der Erden allerley Bewme / lüstig an zusehen / vnd gut zu essen / Vnd den Bawm des Lebens mitten im Garten / vnd den Bawm des Erkentnis gutes vnd böses.
Ebd.
3, 22
:
Adam ist worden als vnser einer / vnd weis was gut vnd böse ist / Nu aber / das er nicht ausstrecke seine hand / vnd breche auch von dem Bawm des Lebens / vnd esse vnd lebe ewiglich.
Gille u. a., M. Beheim 
162, 264
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
in der [Maria] da wuchs die frucht vil rein | des lebentigen pomes.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 187, 8
([
Augsb.
]
1548
):
Des Bawmes frucht hat uns verderbet. | […] | Des Bawmes frucht hat uns versert | Das unser natur / das boͤse begert | Das gůt sy fleühet tag und nacht | Darzů hat uns der Apffel bracht.
Rieder, St. Georg. Pred.
23, 21/2
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
Ẏsaýas der wissag spricht: ‘nement fruht ab dem hoͤhsten bôme und ab dem schoͤnsten der ie wart, und werdent gespiset’. ist ez nu der aller hoͤhste bôm der ie gewůchs in himelrich, so ist es Got únser herre; ist es aber der aller hoͤhste und der schoͤnste bôm der ie gewůchs uff ertrich, so ist es únser vrowe.
Morrall, Mandev. Reiseb. 
7, 19
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
da Adam ward kranck, do sprach er zů sinem sun Seth das er gieng in das paradyß und daz er baͤtte den engel der des paradyß huͤttet, daz er im gebe des oͤles von dem bom der barmhertzigkait, daz sin vatter moͤht gesalben sin gelyder.
A. à S. Clara. Glori
25, 17
(
Wien
1680
):
der fuͤr uns ist Mensch worden […] dieser ist der Baum deß Lebens.
v. Liliencron, a. a. O.
8, 21
;
Gille u. a., a. a. O.
283, 293
;
Rieder, a. a. O.
90, 14
;
Henisch
222
.
5.
›gefällter und entästeter Baumstamm‹, totum pro parte zu 1; metonymisch: ›Holzbrunnen aus einem ausgehöhlten Baumstamm‹; ›Gesamtheit der aus einem Stamm gesägten Bretter‹.
Bedeutungsverwandte:
 2 (zur erstgenannten Metonymie).

Belegblock:

Kocher, Rechn. Schönenwerd
359, 42
(
halem.
,
1388
/
9
):
sechs boͧm ze fuͤrenn zů der sagen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Schiff auß einem außgehoͤlten baum.
Henisch
217
(
Augsb.
1616
):
ein baum nach der lenge zimmern
[am ehesten hierher]. […]
Ein baum zu bretteren schneiden.
Auer, Stadtr. München
315, 3
(
moobd.
,
1343
):
Man sol auch fürbaz chainerlay holtz, paem, saeulen, nüsch, oder swie daz genant ist, lenger an dem margt lan liegen.
Zingerle, Inventare 
37b, 27
 (
tir.
,
1489
):
Holcz czu dem paw gehorend: fewchtein vnd laͤrchein päm, außgeschnitẹn in die vierung lxxxxvi. Vnd vngeschnittner päm lärchein.
Dirr, a. a. O.
445, 1
;
448, 6/7
;
Schwäb. Wb.
6, 1599
, ;
Schweiz. Id.
4, 1232
.
6.
›Karrenstange, Deichsel‹.
Zur Synonymik der Deichsel in den rezenten Mundarten vgl. Dwa
8, 1
und 8, 2.
Syntagmen:
ros in bäumen gehen
.
Wortbildungen:
baumstrik
›Strick am Baum eines bäuerlichen Geschirres (Pflug, Wagen)‹.

Belegblock:

Lexer, Tucher. Baumeisterb. 
102, 19
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
von einer deichsel einzulegen 12 pf. von einem newen paumen in schüt und truhen kerren 12 pf.
Schwäb. Wb.
6, 1599-1600
.
7.
›Sattelbaum, Stange (für einen Saumsattel)‹.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
9, 23
(
preuß.
,
1437
):
item 5 nuwe weysze bome zcu somsetiln.
Niewöhner, Teichner 
552, 19
(Hs. ˹
nobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
der herre spricht: ‘du solt lauffen | hintz dem satler! kauf ein andern!’ | so hebt er sich dann ze wandern | und uberzeuht den alten baum.
Ziesemer, a. a. O.
7, 23
.
8.
›Hebebaum, Hebel‹.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 348, 6
 (
rib.
,
1577
):
den 22. jun. haben die deif die trelger unden in der kirchn s. Jacob mit eim boum uisgeweigen.
9.
›Kelterbaum‹; Funktionsbeschreibung im Schwäb. Wb.
1, 713
.

Belegblock:

Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 89, 33
(
schwäb.
,
1433
/
4
):
Verbuwen an den keltern allen. 9 ₰ dem Koller umb ain bame zu ainer spindel.
Ebd.
182, 26
(
1443
/
4
):
30 knehte rumpten die kalterhofstat und halfen den zimerlüten die 2 bam ufzerihten.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Zwen langer geuierter baͤum / die kelter schwellen.
Müller, a. a. O.
103, 7
;
Schweiz. Id.
4, 1232
.
10.
›Weberbaum‹.
Syntagmen:
einen b. zum wirken leihen
;
tuch an dem b. anwinden
.

Belegblock:

Henisch
215
 (
Augsb.
1616
):
Baum der weber / darinn der zettel gespannet wirdt / garenbaum.
Schwäb. Wb.
1, 713
(a. 
1388
).
11.
›Rick, Stange (in der Falknerei)‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 5, (mehrmals), .
Syntagmen:
habicht auf dem b. stehen
;
b. gros als ein balke
;
eckender b
.

Belegblock:

Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 33
.
12.
›Stange (für nicht spezifizierte Zwecke)‹.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
512, 23
(
preuß.
,
1441
):
Schirgeczew: […] 1 dechsel, 1 wendehoken, 2 clammern, 1 eisern bom.
Ebd.
506, 27
;
546, 5
;
Schweiz. Id.
4, 1232
.
13.
›eine Art Lanze, Stange, die der Sekundant beim gerichtlichen Zweikampf in der Hand hält‹.
Zur Sache vgl. die Belege s. v. .
Rechtstexte.
Syntagmen:
den b. geren / eischen / tragen / unterstechen, einen b. zu recht gehaben
;
des b. geren
;
auf seinen b. kommen
.

Belegblock:

Ermisch, Freib. Stadtr. 
164, 17
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
wolle he in halden, biz he uf sinen boum kume, daz muge he tun. Des sal in der richter vregen: ab he in halden wolle, biz he uf sinen boum kume.
Leman, Kulm. Recht 
2, 2, 74
(
Thorn
1584
):
yclichem sal der richter eynen man geben der synen boum trage. […] wenne ob ir eyner vellet das her den boum vndirsteche. adir ab her gewunt wird. adir des boumes gert. des selbin en mus her nycht tun. her en habe is dennne orloub von deme richter.
Piirainen, Stadtr. Sillein
111a, 11
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Auch sol man dem champh vride gebiten bei dẽ halz daz si nimant irr an irem champhe ir itweder sol der richter geben einen man der seinen bavͤm trage.
Ermisch, Freib. Stadtr.
165, 20
;
Rwb
1, 1302
.
14.
›Gerichtsbaum‹; metonymisch: ›Gerichtsschranke‹.
Phraseme:
lübischer b
. ›Niedergericht in allen Städten, die das lübische Recht haben‹ (semantisch im Anschluß an ›Gerichtsschranke‹ mit hinzukommender Metonymie).
Syntagmen:
vor die bäume kommen
;
gericht unter dem b. haben
.

Belegblock:

Preuss. Wb. (Z)
1, 438/9
(a. 
1379 ff.
);
Rwb
1, 1301
(a.
1450
).
15.
›Schlagbaum, Zollschranke‹; metonymisch: ›zu einer Zollschranke gehörendes Wärterhaus‹.
Syntagmen:
einen b. bauen
;
durch den b. faren, auf dem b. wonen
;
b. bei dem schlos, b. bei dem tor
.
Wortbildungen:
baumgeld
›Abgabe am Schlagbaum‹ (seit 1572).

Belegblock:

Preuss. Wb. (Z)
1, 438
(a. 
1509 ff.
);
Rwb
1, 1308
.
16.
›Holzbalken (z. B. in einer Fachwerkkonstruktion)‹; ›Balken, Stange zwischen den Latten, worauf der Dachdecker während der Arbeit steht‹; ›Gerüst (im Bergwerk)‹, darunter speziell (bei der Erzförderung durch Pferdegöpel): ›Stange mit Walze, durch die das Grubenseil richtig auf den Korb angewiesen wird‹ (so Piirainen, s. u., S. 
113
).
Syntagmen:
decker einen b. brauchen
;
b. 27 schuh lang [sein]
.

Belegblock:

Henisch
215
(
Augsb.
1616
):
Baum / grosser trom / balck eigentlich ein einem gebew. […]. Baum / so man fuͤrscheibt / zwischen etwas legt / riegel.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
19
 (
mslow. inseldt.
,
1492
):
Darnoch Beÿ den löchern soll(e)nn gepraucht word(e)nn rechte dreÿ vierteill pawm Eineß laffters.
Ebd.
9
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 439
.
17.
›Sarg, Totenbaum‹.
Wobd.; gehäuft Texte didaktischen und chronikalischen Inhalts.
Zum Vorkommen von Baum als Sargbezeichnung in den rezenten Mundarten vgl. Atlas d. dt. Volkskunde NF, Karte
49
sowie Cox, Die Bez. des Sarges.
1967
, S. 20 und S. 55-61.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  2.
Syntagmen:
einen b. aufbrechen / auftun / machen, einen b. in das grab legen, jn. / sich / einen leichnam in einen b. legen
(mehrmals),
jm. einen b. geben
;
b. leicht werden
;
in einem b. liegen, jn. in einem b. lassen, einen toten in einem b. tragen, jn. aus dem b. schütten, würmer aus dem b. fallen
;
jn. ane b. in das grab legen
.

Belegblock:

Williams u. a., Els. Leg. Aurea
201, 13
(
els.
,
1362
):
Do nů die cristen den heiligen lichomen mit edeler salben bestrichent, vnd in in einen bǒm leitent.
Chron. Strassb.
1, 435, 24
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
also wart er usgetolben […] und in die kirche, die er gebuwen hette, in dem boume gelossen fünf jor ston.
Bernoulli, Basler Chron. 4, 
294, 24
(
alem.
,
1449
):
wart der boͧm uffbrochen: was er [meister Heinrich] denocht als hubesch, als er gelebet hett.
Ebd. 6, 
261, 10
(Hs.
um 1536
):
Da ward er in den bom geleit, […]. Und do man in in das grab wolt legen, do růrt er sich in dem bom. Da ward der bom uffgebrochen, und nam man in herusz.
Vetter, Schw. zu Töß
119, 22
 (Hs.
15. Jh.
):
also tattend sy den bom haimlichen uff.
Barack, Zim. Chron. 
3, 302, 37
 (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
als sein leich geen Villingen gefürt, do sei der paum so leucht worden, das vil vermainen wellen, es sei der cörper vom bösen gaist darauss verzuckt worden.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 140, 26
;
Vetter, a. a. O.
30, 4
;
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 93, 29
;
Bachmann, Haimonsk.
11, 7
;
25, 2
;
Bächtold, N. Manuel. Papst
31, 1
;
Bächtold, H. Salat 
47, 31
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
51
;
Schwäb. Wb.
1, 713
;
Schweiz. Id.
4, 1232
;
Rwb
1, 1301
.
18.
›Schiff, Nachen‹; pars pro toto zu einer in Schwäb. Wb.
1, 703
nicht sicher belegten Bedeutung von
baum
›Kiel‹.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged.
167, 23
(
1636
):
zwei Schiffe kunten sich zu weichen nicht vergleichen. | Der übergebne Baum lief fast wie taub und blind | in sein Verderben hin.
Schwäb. Wb.
1, 713
;
6, 1599
.
19.
baumartiges Dekorationsstück.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
16, 25
(
preuß.
,
1399
):
der eyne bom zur natirzunge hat gewegen 6 m. lotig.
Bastian, Runtingerb. 
2, 366, 2
(
oobd.
,
1400
):
nam der Erenst 17 Reinisch guldein und 7 R. von dem Peirchenzeller fuͤr den vergulten paͤm.
Ebd.
2, 31, 20
.
20.
›Stammbaum‹.
Syntagmen:
b. der erbschaft / freundschaft / sipschaft
.

Belegblock:

Öst. Wb.
2, 614
(a. 
1454
);
Rwb
1, 1301
(a. 
1564
).