ameise,
die
;
-/-n
;
außerordentliche Vielfalt der Schreibungen, vgl. dazu die Belege und die Zusammenstellung bei .
Neben Varianz der Schreibung gibt es einen hohen Grad volksetymologisch bedingter Wortbildungsvarianz, darunter
anmeis, anbeis, anbis
, (vgl. wieder
Dief./Wü.
).
Schreib- und Wortbildungsvarianz sind nicht in allen Fällen klar trennbar.
›Ameise, kleines staatenbildendes Insekt‹; das emsige Tätigsein des Insektes gilt als sein Charakteristikum.
Zur Wortgeographie von Ameise in den heutigen Mundarten vgl.
Dwa
5
; dazu:
Schubart, Deutscher Wortatlas: Die Ameise. Diss. (masch.) Marburg
1945
;
Schumacher, Sprachliche Deformation und Formation [...]. In: Dt. Wortf. in europ. Bezügen
2
, Gießen 1963, 301-316.
Syntagmen:
bären essen a.; a.
(Subj.)
beissen / kriechen, zusammenlesen / sammeln korn, tragen schwer, vereinen sich, haben einhelligkeit / freundschaft / galle / ordnung, seichen jn. an, legen sich an bäume; sich der a. weren; eine a. zum kamel machen; ein haufen a.; kleine a.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Sprüche 6, 6
(
Wittenb.
1545
):
GEhe hin zur Emmeissen du Fauler / sihe jre weise an / vnd lerne.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
121, 18
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Ir sollet erkennen siechthumb, wann sich die spinnen, raupen, zweifelter, amessen oder ander ungezifer an die jungen beume legen.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
der liehte himel machet die anbeis kriechen
(möglicherweise volksetymologische Anlehnung an
anbeis
, s. d.).
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
ez treit ein klein ameizelîn | nâch sîner mâze, ist mir bekant, | swœrer denn ein helfant.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Min kraft ist als klain getan | Als ain anmaisz ains saicht an.
Haas u. a., Erasmus / Jud. Klag A, IIIv (
Zürich
1521
):
Was burgerlicher vñ staͤttlicher ordnung / was gmeiner früntschafft vñ einhellikeit die omeysen vnnd ouch die bynlin haben / ist jederman gnůg kundt vnd offenbar.
Sappler, H. Kaufringer
32, 124
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
mich hett ain amaiß danider | gestossen mit irem fuoss.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Ameiß / ein kleines kriechend thierlein / formica [...]. farmeiß [...] vnd entlich ameiß oder g. emeiß / daher emeissig vñ embsig kompt.
˹Sprichwörtlich: Ebd.:
Ameissen haben auch gall / es moͤchte ein Schaff zuͤrnen. [...] Ein ameiß wirt zum Cameln gemacht / dz ist / auß einem geringen dinge wirt etwas grosses gemacht [...] In einer leren Toñen / findt man seltẽ ein hauffen ameiß.
˺
Gille u. a., M. Beheim
199, 90
;
Mayer, Folz. Meisterl. ;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ; ;
Gereke, Seifrits Alex.
5597
;
6673
;
Mylius
D 6v
;
Dietz, Wb. Luther ;