3
harz,
das
,
selten
der
;
-es/–
, einmal
harzen,
der
;
zu
mhd.
harz
›Harz, Bitumen‹
(Lexer
1, 1191
).
1.
›Harz; aus Bäumen austretender zähflüssig-klebriger transparenter Stoff‹; daneben wohl auch metonymisch: ›aus Harz hergestelltes Pech‹. In den Belegen erscheint Harz vor allem als Handelsware, als Arzneimittelgrundstoff und (seltener) als Klebe- und Dichtungsmittel.
Gehäuft medizinische und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
harz in den händen haben
›ein Dieb sein‹.
Syntagmen:
h. holen / nemen
;
etw. mit h. begiessen / besülpern / (ver)mischen / verschmieren, etw. in ein h. machen
;
wie h. aneinander hängen, bestrichen sein
;
das brennende / schwarze / weisse h.
;
das h. der sünde, des baumes h
.
Wortbildungen:
harzachtig
›voll von Harz‹,
harzbir
eine Birnensorte (a. 1565),
harzflus
(a. 1621),
harzgelte
›Gefäß zur Aufbewahrung des Harzes‹ (a. 1549),
harzkübel
(a. 1515),
harzofen
(a. 1628),
harzpulfer
(a. 1453/4),
harzschäflein
›Kübel mit Harz‹ (a. 1507).

Belegblock:

Reissenberger, Väterb.
24472
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Die du ouch da sehe | [...] | Beide unvletec und swartz, | Daz sint die der sunden hartz | Bevlecket und besulwet hat.
Struck, Joh. Pfannstiel
163, 56
(
mosfrk.
,
1544
):
Hern Hengen, holt hering, bort, zober und hartz zu Mentz 16 alb.
J. W. von Cube. Hortus
80, 24
(
Mainz
1485
):
Bitumen iudatcum wirt zuͦ zyden gefelschet mit hartz den etlich darvnder mischen.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
185, 30
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Vorschmiere darnach das glas mit harz oder bech, das kein wasser hienein kann.
Keil, Peter v. Ulm
195
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Zug-salb mach also: Nym puckin vnslit ij lot, hartz ij lot vnd wachs iiij lot vnd laß das zergen.
Gille u. a., M. Beheim
115, 12
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Dez selben hǎrs in meinem starcz | pesülpern sy mit pech und harcz.
Voc. Teut.-Lat.
m viijr
(
Nürnb.
1482
):
Hartz das fleusset auß den pawmē.
Sachs
15, 461, 17
(
Nürnb.
1562
):
Nach den worten er sie bracht hat | Hinauß fürs thor an die richtstat, | Da er denn ihren leibe bloß | Mit schwartz brinnendem hartz begoß.
Maaler
212v
(
Zürich
1561
):
Hartzachtig / Voll hartz / darauß vil hartz fleüßt. Resinosus.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
370, 11
(
oobd.
,
1349
/
50
):
des paumes harz oder sein zaher haizt auch mirra.
Sudhoff, Paracelsus
6, 476, 13
(
1528
):
Im eisen ist auch ein großer balsam, so du daselbig in ein harz machst.
Qu. Schweiz. Gesch.
1, 151, 25
(
halem.
,
1470
):
sind ouch all einandren gfründ und hangend aneinandren wie harz.
Maaler
212v
(
Zürich
1561
):
Hartz (das) Die oͤlacht füchtigkeit von den boͤumen / ist zweyerley / dz ein feücht wie henig / das ander dick vnd trucken. Resina. | Hartz von boͤumen / Baumwachs. [...] Er hat Hartz in henden / Er hat lang finger / Das ist / Er ist ein dieb.
Morrall, Mandev. Reiseb.
117, 23
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Sie borent unden an dem stame loͤcher in den böm biß an den kern, so rint uß dem böm ain dick fúhtin als waͤr es hartz.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 309, 35
(
schwäb.
,
1643
):
der hartzen in diesem holz ist der gemeind alleinig zustendig.
Brandstetter, Wigoleis
207, 29
(
Augsb.
1493
):
Jn dem sahe her wigoleys dreyhundert guoter ritter her kroyren allesampt schwarcz [...] vnd waz sy vmb vnd an fuorten was bestrichen wie harcz.
Deinhardt, Ross Artzney
163
(
oobd.
,
1598
):
Stoß puluer vnnd glaß, müsch das mit verlassnem harz.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
256, 35
;
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
501, 14
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
198, 17
;
Hübner, Buch Daniel
1842
;
Opel, Spittendorf
156, 37
;
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
44, 2
;
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
229v, 14
;
Keil, a. a. O.
2
;
33
;
Voc. Teut.-Lat.
mviijr
;
Ott-Voigtländer, Rezeptar
210r, 7
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
89, 32
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
360, 37
;
Koppitz, Trojanerkr.
22001
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 325, 10
;
Broszinski, Minner. Chir. Parva
76r, 17
;
Weitz, Albich v. Prag
156, 21
;
Deinhardt, a. a. O.
161
;
Mylius
E 4v
;
Pfälz. Wb.
3, 675
;
Schwäb. Wb.
3, 1199
;
3, 1200
;
6, 2112
.
Vgl. ferner s. v. ,  1.
2.
›Steinmasse, Felsen‹.
Nur bei M. Opitz belegt.

Belegblock:

Opitz. Poeterey
28, 28
(
Breslau
1624
):
wie Etna / wenn er strewet | Die flammen in die lufft / vnd siedend’ hartz außspeyet.