pech,
(seltener:)
1
bech,
(sehr vereinzelt:)
pich,
pix,
das
;
-(e)s/–
;
zu
mhd.
bëch, pëch, pfich
(Lexer
1, 137
; 2, 243), dies letztlich aus
lat.
pix
›Pech‹
(Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993, 984
).
1.
›Pech, zähflüssiger, dunkler Rückstand der Destillation des Teers von Nadelhölzern oder Laubbäumen (meist von Fichten, Pinien, Kiefern)‹; in den Belegen wird Pech vor allem als chemischer Rohstoff, als Handelsware, als Dichtungsmittel (z. B. im Schiffsbau), als Grundstoff bei der Herstellung von Arzneimitteln angesprochen; dabei ist nicht in allen Fällen ersichtlich, ob ›Harz‹ oder ›Pech‹ gemeint ist.
Bedeutungsverwandte:
Oft im Orientierungsfeld mit
1
 1,
3
 1, , .
Phraseme
etw
. (z. B.:
bier
)
auf dem pech liegen lassen
›etw. im Faß lagern‹.
Syntagmen:
p. machen / brennen / schmelzen / sieden / fälschen / ausfüren / nemen
(letzteres in Rezeptformeln sehr häufig);
p
. (Subj.)
schmelzen / zergehen
;
etw. mit p. berennen / bestreichen / übergiessen / übergipsen / verkleben / vermachen / verschmieren, etw. von p. machen, von p. etw
. (Steuer)
geben
;
schwarzes / weisses / lauteres / rechtes / warmes / griechisches p
.;
last / lot / sinder / stein / stük / tonne pech(s), schaum des p
.;
p. von schiffen
.
Wortbildungen:
pechfarb
›pechfarben‹,
pechhut
(dazu bdv.: ),
pechhütte
›Anlage zur Gewinnung von Pech‹,
pechlampe
(dazu bdv.: ),
pechstotze
›Pechgefäß‹ (a. 1549),
pechtanne
(dazu bdv.: ),
pechtannenbaum
.

Belegblock:

Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden 
74, 22
(
preuß.
,
1417
):
nam Hans Ronefelt eyn schiff mit desem nochgeschreben gutte: czum irsten 12 leste pechs, item 8 leste thers, item 10 leste assche.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 236, 28
(
preuß.
,
1440
):
sulche gutter als den Hollandern dienen […], als pech, theer, asche, waynschos, […], flachs, lywand, wachs.
Ebd.
5, 36, 14
(
1461
):
wer do pech ader theer usfuret, sal von der last eine halbe marg geben.
Ebd.
606, 18
(
1517
):
nachdem pech theer und asche in welden gemacht und sere gefelschett wirtt, alzo das die thonnen zu clein und die stebe zu dicke sein.
Follan, Ortolf. Arzneib.
120, 16
(
rib.
,
1398
):
Eyn ander arczedye: nym pech vnde wyroch, lege ez vf gloende kolen vnde settez vnder eynen holden stol.
Lau, Qu. Neuß
215, 5
(
rib.
,
1536
):
Ein zinder peecks sall wigen 104 pont, zo wigen 3 h.
Alberus h iijr (
Frankf.
1540
):
Bech […] ist geleutert hartz.
Ralegh. America
2, 8
(
Frankf.
1599
):
Steinhartz […] zergehet vnd schmeltzet nicht von der Sonnen / wie das Hartz vnd Pech auß Norwegen.
Hertel, UB Magdeb.
3, 712, 11
(
omd.
,
1503
):
Auch sal keiner wagenther ader pich schmeltzen bynnen der stad, sundern auszwendig der mauren.
Ermisch u. a., Haush. Vorw. 
125, 3
(
osächs.
,
E. 16.
/
A. 17. Jh.
):
Brantsalb zu den baumen. 4 lot wachs, 4 lot bech, 4 lot Reinperger schmer, […] laß under einander sieden.
Ebd.
185, 30
(
1570
/
7
):
Ahle in reusen zu fahen. […]. Vorschmiere darnach das glas mit harz oder bech, das kein wasser hienein kann, und lege es in die reusen.
Gille u. a., M. Beheim 
327, 253
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Von leder und ach pech | machen sy gancze schiffe.
Karnein, Salm. u. Morolf
56, 15
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
wann er es [schiffelin] uff das mere gestieß, | das was mit beche wol berant.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
204v
, 28 (Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
So du zů der nase bluͤtest: […] nim grosser / nuss schal vnd fúlle die beches, das in der / pfannen sig zer laͮn.
Sudhoff, Paracelsus
8, 153, 8
(
1530
):
im feur so ist es schwefel und pech, hütrauch und spißglas.
Ebd.
9, 75, 17
(
1537
/
8
):
das zwei stuck so in ein magen zusamen komen auch ein stein machent, als terpentin und ziegel, als pix und marmel.
Maaler
315r
(
Zürich
1561
):
Schwartz vnnd klipperig zaͤch paͤch.
Müller, Nördl. Stadtr. 
193, 21
(
schwäb.
,
1469
):
so das bier gantz verjeren hat, so sol man das vassen und darnach ligen lassen achttag uf dem bech, ee man das zu schenken uftůe.
Müller, Welthandelsbr.
289, 20
(
schwäb.
,
1514
/
5
):
auch von pech, alkatronn, wax, olli, honig, unschlit und dergleichen war.
Henisch
226
(
Augsb.
1616
):
Bechfarb / schwartz wie bech. […]. Bechlampe / fackel. […]. Bechhut / bechkrantz / picaria.
Weitz, Albich v. Prag
159, 8
(Hs. ˹
oobd.
,
A. 16. Jh.
˺):
Die salb appostolicon mach also: nym schwarcz pech vnd kriechisch pech, yegleichs ain halb pfund.
Deinhardt, Ross Artzney 
142
(
oobd.
,
1598
):
so nimb schwebel vnnd pech, aines jeden ainer halben welschen nuß groß, vnnd stos in aim mörsser.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
22, 21
;
427, 1
;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
266, 18
;
343, 16
;
Sattler, a. a. O.
496, 5
;
Toeppen, a. a. O.
1, 305, 22
;
368, 13
;
532, 32
;
2, 415, 5
;
4, 490, 17
;
526, 6
;
559, 26
;
5, 599, 29
;
Ziesemer, Marienb. Konventsb. 
117, 4
;
199, 10
;
Girgensohn, Berl. Kämmereirechn.
62, 24
;
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 61, 28
;
135, 10
;
150, 18
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
168, 11
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
247, 1
;
Stedtfeld, Roger-Glosse
45
/6;
98
;
Keil, Peter v. Ulm
12
;
61
;
184
;
190
;
226
;
Rohland, Schäden
359
;
Weitz, a. a. O.
148, 2
;
Lehmann, Rezeptb.
152
;
Sudhoff, a. a. O.
9, 240, 29
;
Müller, Nördl. Stadtr. 
188, 29
;
ders., Welthandelsbr.
300, 25
;
Deinhardt, a. a. O.
186
;
Zingerle, Inventare 
183b
, 35;
Schmitt, Ordo rerum 
408, 26
;
Maaler
49r
;
318v
;
414v
;
Golius
360
;
Hulsius B ir;
Henisch
 226
;
Schwäb. Wb.
6, 1603
;
Schweiz. Id.
13, 71
;
Öst. Wb.
2, 748
.
Vgl. ferner s. v.:
ameldonk, aron
,
1
asche
1.
2.
›Harz, organischer, zähflüssiger, transparenter Stoff, wie ihn Bäume ausscheiden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
3
 1.
Syntagmen:
p. aus bäumen fliessen
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
21722
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
der [stein] ist am ende wiz | Und an dem anderen ende swarz | Als ein pech gemischet in harz.
Voc. inc. teut. s iijv (
Speyer
um 1483
/
4
):
Pech das võ dẽ baum rint.
Keil, Peter v. Ulm
191
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Nym dannen pech, weiß oder rotz oder sie payde, vnd zulaß es ob kolen.
Wiessner, Wittenw. Ring 
4505
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
die chaffent pech für augstain!
Henisch
226
(
Augsb.
1616
):
Wein der nach bech schmeckt.
Golius
354
;
Rot
315
.
3.
›Pech‹ in denjenigen Qualitäten, die es (wie vor allem seine Farbe, der bei seiner Herstellung erreichte Hitzegrad, sein Geruch, seine Klebrigkeit) zur metaphorischen, vergleichenden, bildlichen Darstellung von Unangenehmem und von Leiden, insbesondere der Höllenqual geeignet machen.
Vorwiegend Texte religiösen und didaktischen Inhalts, überdurchschnittlich häufig in Verstexten.
Syntagmen:
p. aussaufen / trinken / angreifen / anrüren, p. regnen lassen, p. in jn. giessen, p. in das feuer werfen, p. auf etw. schütten
;
p
. (Subj.)
an jm. behaften
;
sich dem p. gleichen
;
in p. brennen, feuer von p. machen, etw
. (z. B.:
die sele
)
mit p. anzünden / verschlinden, etw. mit p. besülwern, jn. mit p. laben / speisen / tränken, schwärzer / an der farbe als (ein) p. sein
;
heisses p
.;
kübel p
.;
des p. art
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
10899
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Und muste den abis buwen, | Der swerzer ist vil dan ein pech | Und heizer dan ein gluende sech.
Fischer, Brun v. Schoneb. 
7971
(
md.
, Hs.
um 1400
):
di werld glichet sich dem piche. | von des piches art saget sus | ein buch genant Ecclesiasticus: | qui tetigerit picem coinquinabitur.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch 
7443
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Er ist aber ytze worden swartz, | Unfledig smackende me dan beche odir hartz.
Palmer, Tondolus
203
(
Speyer
um 1483
):
wan die selen in einem teil des berges gebranten in dem schwefel vnd bech.
Ebd.
826
:
so volgent im [tier] al die selen […] / Die verschlindet es mit schwebel vnd bech.
Froning, Alsf. Passionssp. 
271
(
ohess.
,
1501 ff.
):
daruß saltu den alden Judden schengken, | mit swebel und bech saltu sie drengken!
Gille u. a., M. Beheim 
197, 107
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das pech pehafftet sus | an dem, der es anruret.
Ebd.
449, 549
:
ain poser schmak da durch auss ging | von hütrach, swevel, pech und harcz.
Kehrein, Kath. Gesangb. 
1, 5, 6
(
Nürnb.
1631
):
Der Frommen Leib wird leuchten schon. | […],| Der boͤsen Leib wie Baͤch vnd Hartz, | Der Kolen gleich haͤßlich vnd schwartz.
Ebd.
2, 709, 18
:
Sich hin sich her so sichst ein Meer, | Von Schwefel, Bech vnd Fewer.
Ebd.
44
:
Der also trinckt […] | Wird kuͤbel Baͤch außsauffen.
Chron. Strassb.
110, 3
(
els.
,
1362
):
Swebel, bech und ouch die gallen | Güßet der tüfel in sie alle.
Ebd.
248, 26
(
A. 15. Jh.
):
das got über sü [stette] lies regen swebel und bech, das sü alle fünfe undergingen.
Koppitz, Trojanerkr.
3986
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Sin [castalan] gebaine wandels bar, | Kurlich, hoche unde frech, | An der farwe als ain bech.
Sudhoff, Paracelsus
6, 322, 24
(
1528
):
und ir zünden in an jezt […] mit schwebel und bech, und verfassen den kranken im rauch.
Henisch
226
(
Augsb.
1616
):
Wer bech angreifft / der besudelt sich darmit. […]. Wer mit bech oder kolen vmbgehet / der bescheust leichtlich die haͤnde.
Kummer, Erlauer Sp. 
3, 390
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
Ier har ist gelb recht als ein pech
(Beleg auch an 1 anschließbar).
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
96, 4
(
tir.
,
1464
):
vnd wurffen darein [feür] öl vnd pech, das ire leichenamen dëster pëlder wurden verprinnen.
Bauer, Imitatio Haller (
tir.
,
1466
):
die vnkcheüschen menschen die werden da leiden in dem prinnenten feur, das da gemacht ist von swëbl vnd von pëch.
Ziesemer, Proph. Cranc. Dan.
3, 46
; 
Wyss, Limb. Chron.
32, 14
;
Froning, a. a. O.
1109
;
Hübner, Buch Daniel
8047
;
Neumann, Rothe. Keuschh. 
2625
;
Gille u. a., a. a. O.
115, 12
;
195, 114
;
451, 201
;
Kehrein, a. a. O.
2, 479, 27
;
709, 33
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 440, 10
;
Koppitz, a. a. O.
18246
;
Bauer, Zist.-Pred. Haller 
57, 310
;
Schwäb. Wb.
1, 736
/7.