beschreiben,
V., unr. abl.
– Bed. 1-8 zusammengehörig unter dem Aspekt ,etw. / jn. aufschreiben’; gemeinsames Merkmal für Bed. 10-14: ’etw. verbindlich anordnen, feststellen‘.
1.
›jn. / etw. aufzeichnen, schriftlich fixieren‹; als part. Adj.
beschrieben
a) ›schriftlich‹ (dazu ggs.
mündlich
);
b) ›vorerwähnt, im Laufe des Textes bereits festgelegt‹;
c) ›schriftlich fixiert‹.
Syntagmen:
jn
. (z. B.
die leute / aufwiedler / ursacher
)
b., etw
. (z. B.
den psalmen / vertrag, die antwort / klage, das besag / evangelium / gut / (un)recht / urteil
)
b., etw. in bücher / register, zur gedächtnis, unter einem ingesiegel b
.;
etw. beschrieben finden, (jm.) etw. beschrieben anzeigen / geben / senden, etw. beschrieben wohin geben
;
von wort zu wort beschrieben folgen
;
beschriebene ordnung, beschriebenes recht
.
Wortbildungen:
beschrieb
(a. 1405).

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm
4150
(
preuß.
,
1331
):
We én di recht vertrieben | Und daz unrecht beschrieben!
Große, Schwabensp.
71a, 10
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
mach man de wonheit mit wisen lůten behalten, se ist so gůt so geistlich recht bescreůen vnde also gůt ane schrift.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
171, 22
(
rhfrk.
,
um 1435
):
man findet beschrieben / got hat otmüdicheit aller liebeste.
Köbler, Ref. Wormbs
28, 21
(
Worms
1499
):
so soll der kleger syn klag oder zuspruch in das gericht beschribe͂ geben od’ montlich thun.
Ders., Ref. Franckenfort
3, 10
(
Mainz
1509
):
dieweyl die selben gewonheiten vnd vbungen eins teils nit beschribe͂ [...] gewesen.
Behrend, Magd. Fragen
27, 6
(
omd.
,
um 1400
):
das dy [willekore] wedir das gemeyne beschrebene recht nicht syn.
Ebd.
63, 25
:
do sprach Johannes vorspreche, man sulde dy clage usz syme munde beschriben.
Küther, UB Frauensee
206, 36
(
thür.
,
1439
):
Diesse nachgeschriben schüldt hadt er Johann Uwelnkaph gemacht unde mer dii beschriben gegeben.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
236, 33
(
thür.
,
1474
):
recht darobir zcu sprechen unde uch beschrebin senden.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
47, 1
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
das iclichir mus habin obir der pfortin des husis beschribin allir der namen di do ynne wonen.
Sachs
8, 129, 9
(
Nürnb.
1551
):
so wöll wirs als-bald beschreiben | In der cantzley diesen vertrag.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
236, 17
(
els.
,
1362
):
daz er zů einre ewigen gedehtnicz beschribe daz ewangelium.
Ebd.
677, 25
:
ich wil dir die wort beschriben geben die du solt sprechen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 1, 11
(
Straßb.
1466
):
marcus hat beschriben sein ewangelium in dem lande ytalia.
Kurz, Murner. Luth. Narr
2390
(
Straßb.
1522
):
So blib dannoch cristus ler | In lebndigen büchern beschriben.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 199, 5
(
schwäb.
,
1445
/
6
):
da beschraib ich [...] clag und antwurt gegen Hansen von Tirberg.
Chron. Augsb.
9, 106, 18
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
und habend dieselben
[Gesetze]
in zehen tafflen beschreiben und vertzaichnen lassen.
Ebd.
171, 1
:
Dise beschriebne herren habend sich [...] den verordneten auff ainen tag angezaigt.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
17, 9
(
mslow. inseldt.
,
1512
):
Dieśe obbeśchriebene [...] bekantnus, haben die obbenanten Erbarn Leüth, [...] beśchraiben laśśen.
Ebd.
23, 12
(
1498
):
Als oben beśchrieben śteht erfunden wirt geśchehen im gericht.
Kochendörffer, a. a. O.
4190
;
Dat nuwe Boych
433, 6
;
Köbler, Ref. Wormbs
133, 27
;
Küther, a. a. O.
341, 37
;
Grosch, a. a. O.
307, 10
;
324, 5
;
Ermisch, Sächs. Bergr.
21, 3
;
Mon. Boica, NF.
2, 1, 39, 16
;
168, 7
;
Chron. Nürnb.
2, 261, 29
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
552, 4
;
558, 19
;
Sachs
18, 353, 5
;
Koller, Ref. Siegmunds
317, 44
;
Chron. Augsb.
2, 321, 21
;
9, 40, 7
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
47, 28
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
48
;
98
;
ders., Igl. Bergr.
21b, 22
;
32b, 26
;
Schwäb. Wb.
1, 907
;
Schweiz. Id.
9, 1523
f.
Vgl. ferner s. v. , .
2.
›etw. zu bestimmten Zwecken (z. B. Besteuerung, Landzuteilung, Verwaltung) genau erfassen, registrieren, quantitativ beschreiben; etw. / jn. zur Steuer veranlagen‹.
Bedeutungsverwandte:
 4, , , .
Syntagmen:
jn
. (z. B.
die leute
)
/ etw
. (z. B.
den umkreis / wein / zins, die stat / steuer / welt, das gut / holz / korn / land / ungelt, die grenzen / herberge / pfande / stallungen / tempel
)
b
.

Belegblock:

Feudel, Evangelistar
4, 28
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
In der czit gynk eyne rede uz von dem keisere Augusto daz man alle dy werlt beschrebe
[
Luther
1545:
schetzen
].
Chron. Nürnb.
2, 300, 19
(
nobd.
,
1449
/
50
):
do musten die fiertelmeister umbgen [...] von haus zu haus, und musten beschreiben und ein ieden fragen auf seinen ait, [...], wie vil er het von allerlei getraids.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 252, 8
(
nobd.
,
1464
):
von der holzfrone wegen hab ich ir guter hernach beschriben.
Chron. Strassb.
74, 10
(
els.
,
1362
):
es were win oder korn oder fleische oder ander habe, daz ließent sü in der stat und zeichetent daz und beschribent es und schetz(et)ent waz es wert waz.
Chron. Augsb.
7, 114, 15
(
schwäb.
, zu
1548
):
Es hat auch ain rat die gantz stat wider auf ain newes diß 1549. jar beschreiben lassen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 22, 16
(
schwäb.
,
1574
):
so soll von stund an all sein haab und guot, [...], aigentlich beschriben und aufgezaichnet [...] werden.
Turmair
4, 52, 14
(
moobd.
,
1522
/
33
):
tailt der Noah das ertrich [...] in drei tail, [...], mustret das volk, beschrib und besicht land und leut.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 118, 16
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
2, 1
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
43, 2
;
Köbler, Stattr. Fryburg
196, 13
;
Chron. Augsb.
3, 370, 26
;
412, 33
;
Schwäb. Wb.
1, 905
;
Schweiz. Id.
9, 1519
.
Vgl. ferner s. v. (
die
),  4,  8.
3.
›etw. durch Aufzeichnung überliefern, für die Nachwelt tradieren‹.

Belegblock:

Feudel, Evangelistar
6, 32
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Diz ist der junger ler diz beczuget unde beschribit iz, unde wir wizzen wol daz war ist syn geczucnysse.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
11, 21
(
thür.
,
1421
):
Gar vil kynder hatte Kayn, der namen nicht beschreben sint.
Sachs
8, 340, 10
(
Nürnb.
1545
):
Ein schön comedi recidiern, | In teutscher sprach frey eloquiern, | So uns Bocatius beschreibt.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
184, 28
(
els.
,
1362
):
als vns ist beschriben in dem dirten bůche Moysi.
Quint, Eckharts Pred.
2, 227, 3
;
Gropper. Gegenw.
3v, 3
;
Strauch, Par. anime int.
90, 27
;
Williams, a. a. O.
41, 6
;
676, 12
;
Eschenloher. Medicus
61, 10
.
4.
›etw. (unterschiedliche Bezugsgrößen, Konkretes wie Abstraktes, Statisches wie Bewegung) / jn. beschreiben, schriftlich oder bildlich darstellen‹; je nach Bezugsgröße z. B. ›etw. darlegen; etw. schildern, berichten‹.
Bedeutungsverwandte:
2
 2,  11,  1.
Syntagmen:
b., das [...] / was [...] / wie [...], jn
. (z. B.
Christum, das weib
)
b., etw
. (z. B.
den flus / glauben / hafen / lauf des lebens / motus / unfal, die breite / dicke / länge / landschaft / liebe / materie / schlacht / sache, das leben / sterben / glük / unglük, die geschichten / taten
)
b., etw. in zweierlei sprachen b., etw. ausdrückenlich / ordenlich b
.;
nicht viel beschreibens bedürfen
.

Belegblock:

Luther, WA
12, 590, 1
(
1522
):
es hat noch nie kain Philosophus koͤnnen erforschen und beschreyben, was der windt sey.
Ebd.
16, 87, 16
(
1524
):
das man Christum nirgends abgemalet und beschrieben findet.
Quint, Eckharts Pred.
2, 232, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Die meister, die dâ beschrîbent, wie wît der himel sî.
Thiele, Minner. II,
26, 267
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
dair deedmen al das bescryben | wes her Amor plach zů dryben.
J. W. von Cube. Hortus
94, 19
(
Mainz
1485
):
ysaac [...] beschribet vns daz Citrulli vergifftig feuchtikeyt machen in dem menschen.
Opitz. Poeterey
17, 17
(
Breslau
1624
):
Die erfindung der dinge ist nichts anders als eine sinnreiche faßung aller sachen die wir vns einbilden koͤnnen / [...] / welche ein Poete jhm zue beschreiben vnd herfuͤr zue bringen vornimpt.
M. Cunitia. Ur. Prop.
179, 46
(
Öls
1650
):
die motus der planeten (welche alle in gleicher Zeit [...] beschrieben sein).
Rupprich, Dürer
3, 222, 100
(
nobd.
,
1523
/
7
):
So nun dise leng, dÿcke vnd preiten albeschriben sind.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
427, 32
(
els.
,
1362
):
Do hies er ime geben einen brief vnd dinte vnd beschreib den lŏf sines lebendes.
Ebd.
484, 11
:
Do gebot er ime hin vnd hies Arrianum sinen glŏben do beschriben vnd dar vnder beschriben den bischof von Meylon.
Ebd.
728, 27
:
des [marteler] leben vnd sterben kunde sant Martin niergent beschriben finden.
Cirurgia H. Brunschwig
21rb, 3
(
Straßb.
[
1497
]):
werde͂t die wunden gehefftet als ich hie mit kurtzem sin beschribenn wil.
Dasypodius
95v
(
Straßb.
1536
):
Hypotyposis, [...] ein außtrucke͂lich beschreiben eins dings / dz man meynet man sehe es vor augen.
Maaler
61r
(
Zürich
1561
):
Beschreyben vnnd sein eigenschafft erklaͤren außlegen vñ abmaalen. Describere.
Schorer, Sprachposaun
4, 26
(o. O.
1648
):
das ist [...] hell vnd klar an dem Tag / vnd darff nicht viel beschreibens.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
6, 23
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Euclydes der maister beschreibt uns, waz spera sei.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
2000
;
J. W. von Cube. a. a. O.
76, 4
;
85, 4
;
Ralegh. America ijv,
30
;
2, 29
;
Opitz. a. a. O.
11, 25
;
38
;
15, 17
;
M. Cunitia. a. a. O.
154, 2
;
231, 4
;
Williams, a. a. O.
129, 18
;
Reu, Süddt. Kat.
1, 386, 5
;
Chron. Augsb.
9, 84, 7
;
105, 19
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.
121
;
280
;
Maaler
61v
;
Henisch
308
;
Dietz, Wb. Luther
1, 272
;
Schweiz. Id.
9, 1521
.
Vgl. ferner s. v. , ,  7,  12.
5.
›etw. nennen, identifizieren, (ein Jahr) schreiben‹.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
99, 521
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Als man peschraib der jar da pei | virczehen hundert sechczig zwei.
6.
›etw. als etw., unter einem bestimmten Aspekt beschreiben und dadurch definieren, bestimmen, verstehen; jn. als etw. verstehen‹.
Wortbildungen:
beschreibung
4.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
30, 10
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
der eyn wolde mynne also bescryven | das mynne versagen nit enkonde.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
176r, 1
(
Leipzig
1588
):
Darnach ist in der Definition oder Beschreibung der Freundschafft zu mercken / Das gute Freundschafft nicht auff blossen worten stehet.
Gille u. a., M. Beheim
238, 4
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
furst, herr und graff | freÿ, riter, knecht, wer sich zu hoff | peschreibet wapens gnosse.
Steer, K. v. Megenberg. Sel
124
(Hs. ˹
moobd.
,
1411
˺):
Die beschreiben ettleich alt lereͣr vnd maister ettwenn als einen geist, ettwenn als ain sel.
Ebd.
137
:
Von der beschreibung erkennen wir die ersten vnd dy wirdigisten aigenschaft der sel.
Ebd.
203
:
Auch beschreibt man die sel nach der gleichnuͤz, die sy hat zü got.
Steer, a. a. O.
211
.
7.
›etw. (einen Text) verfassen, schreiben; etw. orthographisch auf eine bestimmte Weise schreiben‹; auch absolut: ›schreiben‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
beschreibung
5.

Belegblock:

Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
226r, 3
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Ich habe wille, [...] ein puchle von der kunst Surgia beschriben.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
484, 28
(
els.
,
1362
):
so beschribent einen anderen brief [...] vnd fúrburnent disen brief.
Heidegger. Mythoscopia
19, 21
(
Zürich
1698
):
was sein sie [Roman] vil anders / alß in loser Sprach beschribne Comædien.
Brandstetter, Wigoleis
235, 8
(
Augsb.
1493
):
weil jch in diser beschreybunge gewesen bin, mir vil grosser betruebnuß [...] zuogestanden sind.
Chron. Augsb.
9, 39, 9
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
die weill dis buch mer mitt ainer dapferen, burgerlichen ainfalt dan mit hocher, Rettorischer artt [...] zu beschreiben fürgenomen.
Henisch
308
(
Augsb.
1616
):
Auff deß papirs beide seitten beschreiben.
Memminger Chron. Vorr.
1, 1
(
Ulm
1660
):
Zu Beschreibung dieser Chronick / haben mich vnderschiedliche Vrsachen bewegen.
Moscouia
B 1r, 31
(
Wien
1557
):
dieweil derselb namen bey vns auch gemain ist / vnd mit dem B. beschriben wirdet.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
24, 15
(
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
ander geschickte und tëte der Römer lazz ich underwegen, wann ich der löbleichen herschafft von Österreich kroniken můzz beschreiben.
Strauch, Par. anime int.
83, 5
;
Lauater. Gespaͤnste
18r, 6
;
Heydn. maister
24r, 3
;
Turmair
4, 3, 2
;
Maaler
61v
;
Henisch
308
;
Schweiz. Id.
9, 1520
.
8.
›etw. durchlaufen, umlaufen, (eine Bahn) beschreiben‹; wohl ütr. von der geometrischen Darstellung auf die Bahn von Himmelskörpern.

Belegblock:

M. Cunitia. Ur. Prop.
184, 22
(
Öls
1650
):
ein etwas ablaͤnglichter Circkel / den Sonn / und Mond umb die Erde [...] herumb [...] in dem unendlichen raum gleichsam beschreiben.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
30, 10
(
noobd.
,
1347
/
50
):
wann deu sunne ist in dem ersten punct des krebs oder in dem puncte der sumerleichen sunwenden, so beschreibt si mit dem zuken dez sternhimels ainen kraiz.
Ebd.
40, 21
:
so beschreibt sie [sunne] mit dem uͤmbrukken des sternhimels hundert und zwen und ahtzig ebenverrer zwiveldig.
9.
›etw. aussprechen, mit angemessener Deutlichkeit darlegen‹.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
1. Kön. 3, 8
(
Wittenb.
1545
):
Volck / das du erwelet hast so gros / das niemand zelen noch beschreiben
[
Mentel
:
achten
;
Eck
1537:
gerechnet
]
kan / fur der menge.
Weise. Jugend-Lust
115, 4
(
Leipzig
1684
):
mit was vor [...] schimpflichen Worten mir begegnet worden / kan ich nicht beschreiben.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 152, 5
(
Nürnb.
1631
):
Kein Zung jemals außsprechen kan, | Kein Mensch beschreiben noch verstahn, | [...] | Was sey Jesum lieben allein.
10.
›jn. (meist: schriftlich) zum Kommen auffordern, herbescheiden, vorladen, jn. einladen‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 7,  1,  6,  2, (V.) 2, , , (V.) 6,
2
 4, , .
Syntagmen:
jn
. (z. B.
die amptsverwandten / gelerten / herren / prälaten / statfreunde / vorsteher / weibel
)
/ den hof, die stände b., jn. durch handgeschrift b., jn. für jn. / das gericht b., [eine stat] zu tagen b., jn. zu verscheinen b
.

Belegblock:

Chron. Mainz
1, 93, 5
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
da beschreip der rade die stetfrunde Wormß, Spiher und Frankfort und bat sie, bi die rechnuge ir frunde zu schecken.
Schmitz, Schiltb.
83, 16
(
Frankf.
1597
):
biß die Staͤnde deß Reichs / so er Beschrieben / versammlet wehren.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 80, 2
(
schles.
,
1539
):
bevelich gethan, Hansen Schlichtung zu beschreiben und vor einen berghauptmann zu bestellen.
Gille u. a., M. Beheim
327, 469
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Da liess der kung furbaz | ainn grossen hof auff treiben, | verkunden und peschreiben | zu seiner kindel taͮff.
Qu. Schweiz. Gesch.
1, 126, 28
(
halem.
,
1470
):
mit dem gebott, ich soͤlte nit heim widerkommen, biß er mich durch sin handtgschrift beschribe.
Köbler, Stattr. Fryburg
39, 31
(
Basel
1520
):
vnd er sy zům dritten mal für vns oder vnser stattgericht beschribe͂ oder citieren lassen hett.
V. Anshelm. Berner Chron.
1, 237, 21
(
halem.
,
n. 1529
):
Dass Fryburg und Solaturn allein in sachen, si berierend, zů tagen bschriben und sitzen sond.
Jörg, Salat. Reformationschr.
80, 30
(
halem.
,
1534
/
5
):
das gedacht b(aͤpstli)ch heylickeyt / Luterumm [...] ernstlich citiert / lůd / beschreib.
Rennefahrt, Statut. Saanen
197, 19
(
halem.
,
1571
):
so wir einen oder meer, umb was sachen es joch sin möchte, beschryben oder beschicken wurden.
Chron. Augsb.
7, 51, 15
(
schwäb.
, zu
1548
):
hat der bischoff [...] ain synodum zuͤ Dillingen gehalten und seine prelaten und clerisei gen Dillingen zuͤ komen beschriben.
Qu. Schweiz. Gesch.
1, 82, 15
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 151, 26
;
Meisen u. a., J. Eck
33, 8
;
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
3128
; Zorob.
131
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
317, 24
;
Anderson u. a., Flugschrr.
16, 6, 17
;
Ulner
180
;
Henisch
308
;
Schweiz. Id.
9, 1520
.
11.
›(Truppen) einberufen, zur Heeresfolge aufbieten, rekrutieren‹; Spezializierung zu 10.
Wortbildungen:
beschreibung
6 ›Konskribierung von Truppen‹.

Belegblock:

Chron. Köln
2, 50, 21
(
rib.
,
1400
):
doe was der strit zo Luitghe. doe bleif doit 36000 man ind 600 ind 5 man beschrevens volcz.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
278, 6
(
nobd.
,
n. 1525
):
Es hat auch sein furstlich gnad sein landschaft zu ross und fuß [...] bey sein furstlich gnaden im feld zu erscheinen beschriben.
Boos, UB Aarau
314, 2
(
halem.
,
1476
):
alls aber wir dahar [...] ettlich reisig besonder von inn úber ir geordnetten zal beschriben haben.
Ebd.
314, 17
:
meinen sy ouch soͤlcher sunderlicher beschribung hinfúr gůttlichen zů vertragen.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 313, 4
(
halem.
,
n. 1529
):
Beschribend ouch eins wegs ire hilf zůsamen, einen wolgeruͤsten zuͤg ze ross.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
559, 1664
.
12.
›etw. (z. B. einen Reichstag) ausrufen, zu einer Sitzung zusammenrufen‹.
Bedeutungsverwandte:
 9, .
Wortbildungen:
beschreibung
7.

Belegblock:

Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
564, 13
(
halem.
,
1537
):
beschrybung des sinodi.
Maaler
61v
(
Zürich
1561
):
Ein gemeinen tag Beschreyben vnd setzen oder ansaͤtzen.
Bernoulli, Basler Chron.
6, 150, 13
(
alem.
,
um 1536
):
[er] thet sich harusz in Tütsche land, namlich gon Augspurg, [...] und beschreib do ein rychstag.
Chron. Augsb.
8, 201, 9
(
schwäb.
, zu
1563
):
Sein may. hat auch in disem monat ainen landtag gen Costnitz beschriben.
Altmann, Wind. Denkw.
165, 23
;
Bernoulli, a. a. O.
5, 244, 15
.
13.
›jn. ausweisen, aus dem Rechtsbezirk verbannen; jn. von einem Bezugspunkt weg, wohin beordern, schicken‹.

Belegblock:

Dict. Germ.-Gall.-Lat.
78
(
Genf
1636
):
Jch hab meinen bruder auff die meß (beschrieben).
Rössler, Stadtr. Brünn
343, 16
(
mähr. inseldt.
,
1. H. 14. Jh.
):
so schol in der richter echten lazzen und bescreiben.
Ebd.
357, 10
:
Von totslegen. Wiert iemant um ein totslag beschriben, der weleib an allen underlaz iar und tag von der stat.
14.
›etw. festlegen, festsetzen; etw. vorsehen; jm. etw. bestätigen; jm. etw. auftragen, befehlen, vorschreiben‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 4.
Wortbildungen:
beschreibung
8 ›Anordnung, Gebot‹.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
124a, 35
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Swer anders kůset, wen als hi beschreůen ist, der tůt wedder got.
Ziesemer, Proph. Cranc Hes.
43, 11
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
schrib si [ordenunge] vor irin ougin, daz sy bewarin alle syne beschribunge und alle syne gebot.
Chron. Köln
1, 562
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
ind beschreiff, dat werentliche gericht | des pais gebode [...] | sulde vmmer wesen vnderdain.
Ebd.
596
:
wa myt hie dat riche verliese, | dat sal der pais eme beschriuen.
Strauch, Par. anime int.
35, 7
(
thür.
,
14. Jh.
):
he nam zu an aldere, biz daz he quam zu der groze di ume di nature bescribin hatte oder beschedin.
Küther, UB Frauensee
165, 14
(
thür.
,
1373
):
damyͤte zů zcugin zů begengniz ir jargezciid, alse yn daz besondern beschriben unde vorbrivet ist.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
104, 23
(
thür.
,
1421
):
Do qwam Darius yn das wasser uf den abint unde is was beschrebit das her obir qwam.
Jörg, Salat. Reformationschr.
155, 8
(
halem.
,
1534
/
5
):
mentags [...] kam jnen der Zürcher beschrybung ouch zů / uff jr gesprech die glerten umundumm har zevertigen.
Chron. Augsb.
8, 386,
Anm. 3 (
schwäb.
, zu
1552
):
haben die [...] weisen her Simon Imhof, her Anthoni Rudolff, [...] als geschworn stewrmaister die stewr von wegen der hilf wider den Türgken zu beschreiben angefangen.
Große, a. a. O.
48a, 2
;
228a, 10
;
Chron. Köln
1, 86
;
2062
;
2148
;
5491
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
27, 32
.
Vgl. ferner s. v.  7.