2
abmalen,
V.;
zu nhd.
malen,
mhd.
mâlen
(Lexer
1, 2017
).
1.
›etw. zeichnerisch darstellen, im Bilde wiedergeben‹; bei Personen: ›porträtieren‹; bei Gelände: ›in Karte bringen, aufzeichnen‹; offen zu 2.
Bedeutungsverwandte:
, ,  2, ; vgl.  2,  12.

Belegblock:

Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
86, 31
(
moobd.
,
1478
/
81
):
sy solt an verziehen im sein tochter kostlich abmalen lassen.
Turmair
4, 725, 24
(
moobd.
,
1522
/
33
):
darin er solchs [den umbkrais der ganzen welt] abmaln hat lassen.
Hierher wegen der vermuteten Beschränkung von
abmalen
5 auf das Omd. wohl auch (gegen Tarvainen, Wortsch. Unrest.
1966, 71
und das Dwb Neub.
1, 577
) folgender Beleg: Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
43, 33
(oobd., 3. Dr. 15. Jh.):
der Turckhisch kayser hat inn denn landen all stett lassen abmallen und ist unterweyst worden von [...] zwain prelaten, die der Turckh heymleich ausgeschickt hat, in den lannden all stett lassen abmallen.
Maaler
4 r
;
Rot
304
;
307
.
2.
›etw. schildern, beschreiben, sprachlich oder sinnbildlich darstellen‹; Ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
 8,  1, .
Syntagmen:
das babsttum/ leiden, ein ding, die warheit/ notdurft a.

Belegblock:

Luther, WA
32, 32, 19
(
1530
):
darinn
[im Exempel]
jr fein sehen muget, wie der Christen leiden abgemalet und entworffen ist.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
4, 25
(
nobd.
,
n. 1525
):
darunder er den babst fur die rote hurn zu Babilonien, uff dem roten trachen sitzend, und fur den warn und rechten entchrist ercleret und abmalet.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 13, 5
(
halem.
,
n. 1529
):
wie der babstesel [...] das babsttům abmalet, also malet eigenlich dis muͤnchskalb die apostel und schůler des babsts.
Turmair
5, 94, 13
(
moobd.
,
1522
/
33
):
darin
[im
brief
]
er gar fein abmalet, was wir für künig die zeit gehabt haben.
Ebd.
4, 10, 15
;
Maaler
4 r
;
Dietz, Wb. Luther
23 b
.
3.
›sich geben, sich verhalten, sich hinstellen (von Menschen)‹.

Belegblock:

Luther, WA
33, 590, 2 a
(
1531
):
wen sich Christus also freundlich abmahlete, das Er spreche.
4.
›etw. herleiten von etw./jm., etw. auf etw./jn. stützen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 17.

Belegblock:

Enders, Eberlin
2, 24, 19
(o. O.
1523
):
Aber keyn verbott der Ee muͤgen sie von diesen abmalen.
5.
›etw. (vor allem Land) mit Malzeichen, Furchen o. ä. abstecken, abgrenzen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.
Vorw. omd.

Belegblock:

Opel, Spittendorf
420, 23
(
osächs.
,
um 1480
):
das etzliche gewaldigen [...] abemalten uff dem Petersberge, wie gros die neue burg dar werden solte.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
229, 17
(
thür.
,
1474
):
Darnach sy er gekomen unde habe des gutis unde agkers abegemalt met sin eygen pherden.
Dietz, Wb. Luther
23 b
;
Bauer/C.
121
.