heimen,
V.
– Beinahe ausschließlich obd.; gehäuft älteres Frnhd.; vorrangig Rechtstexte.
1.
›jn. (besonders mißliebige und verdächtige Personen) in sein Haus aufnehmen, beherbergen; jm. eine Unterkunft bieten‹;
vgl. (
das
1, (Adv.) 2.
Syntagmen:
den feind / knecht, die (bösen) leute h.; hausen und heimen
.

Belegblock:

Mitzschke, UB Bürgel
387, 6
(
thür.
,
1428
):
Dornach fragete unser richter, wen er denselbigen knecht gehußet unde geheyͤmt hette.
Chron. Augsb.
1, 47, 14
(
schwäb.
, zu
1376
):
darnach haimet er bös lüt gen Wellenburg und graiff an die von Elrbach mit bösen angriffen.
Bastian u. a., Regensb. UB
434, 2
(
oobd.
,
1375
):
Ez ist auch geret, daz wir zuͦ unserer vestt Ortenberch [...] fuͤrbaz nieman haimen noch hausen wellen, di di stat [...] wider recht wolten beswaͤren und angreiffen.
UB ob der Enns
10, 431, 24
(
moobd.
,
1387
):
Wer aber, das mich mein wirt [...] zu sich vber daz haimet oder hielt, so soll er aller der pünd vnd vell veruallen sein.
Chron. baier. Städte. Mühld.
401, 28
(
moobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Swer der stat veint und dez pistums haimet [...], der sol dar umb pfant sein mit leib und mit gut.
Welti, Stadtr. Bern
675, 3
;
Müller, Nördl. Stadtr.
27, 10
;
Chron. Augsb.
2, 16, 3
;
Bastian u. a., Regensb. UB
173, 17
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
106, 19
.
Vgl. ferner s. v.  1.
2.
›sich etw. aneignen; etw. an sich nehmen / bringen‹; wohl auch: ›etw. bei sich verbergen‹.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl.  1,  1.
Syntagmen:
die habe, das amahd / gut h
.

Belegblock:

Müller, Stadtr. Ravensb.
216, 1
(
oschwäb.
,
um 1420
):
der haut den gewalt, das er sich desselben sins schuldners guͦt underziechen und haimen mag.
Ders., Nördl. Stadtr.
70, 33
(
schwäb.
,
1424
):
Wer sulchen ir habe hulfe verstecken oder die habe himet und in die behielte, der und die sullen umb solche sache und schulde anguͤlte sein.
Dirr, Münchner Stadtr.
318, 27
(
moobd.
,
1340
):
Swaz verleichaeft wirt, swer daz chauft hat, wil der daz nicht haimen und sich underwinden und loͤsen, so sol ez der do verchauft hat fuͤr recht pringen.
Auer, Stadtr. München
162, 7
(
moobd.
,
1347
):
will er sich aber des vichs underwinden und haimen als lang, daz ez gehailt, daz mag er wol tuon.
Geier, Stadtr. Überl.
182, 25
;
Mollwo, Rotes Buch Ulm
64, 20
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 167, 35
;
Hipper, Urk. St. Ulrich
278, 33
;
Müller, Stadtr. Ravensb.
101, 14
;
Rwb
5, 598
.
3.
Spezialisierung zu 2: ›Geld einnehmen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  12,  4, (V.) 19.

Belegblock:

Vock, Urk. Hochst. Augsb.
310, 6
(
schwäb.
,
1401
):
der
[Zoller]
denn den zol ze Wertachpruͦgg einnimpt und haimpt.
Ebd.
272, 29
.
4.
›jn. festnehmen, verhaften‹.
Syntagmen:
das gericht
(Subj.)
jn. h.
,
den diener / kamerknecht / man, die juden h
.

Belegblock:

Chron. Nürnb.
1, 114, 30
(
nobd.
,
1385
):
ouch sind die stet zurat worden, als alle stete ir juden uff einen genanten tag haymen werden, ob daz wer, daz dhein stat unsers bündes, die solch fremd juden haymten und troffen heten, auch gentzlichen widerkeren und wider antwurten sullen bey dem eyde.
Leisi, Thurg. UB
6, 902, 28
(
Arbon
,
1371
):
Dar umb mich och die obgenanten vesten lútte haimattent und fiengient, alz biderb lútte tuͦn solttent.
Mollwo, Rotes Buch Ulm
55, 15
(
schwäb.
, Hs.
1376
):
teͥte aber ezͥ ainer, der der fuͥnfzig p[h]und haller nit enhetti, den sol daz gericht heimen.
Chron. Nürnb.
1, 119, 32
;
Hipper, Urk. St. Ulrich
132, 25
;
Vock u. a., Urk. Nördl.
2047
.
5.
›etw. nach Hause / in die Heimat bringen‹;
vgl. (Adv.) 3.

Belegblock:

Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 299, 34
(
whalem.
,
1484
):
Wann dann die unsern mit den andern von Friburg, Soloturn und sus zuͦ úch komen, so mogen ir mit rat anslaͤg tuͦn, wohin ir ziechen, das etwas nutz und ere ingelegt, damit unser paner ere und húmbd nit also schimpflich geheimet werd.
6.
›die Ernte einbringen‹.

Belegblock:

Vorarlb. Wb.
1, 1360
(a. 
1385
).