bekriegen,
V.;
in allen diesbezüglich interpretierbaren Belegen regelmäßig.
1.
›sich etw. aneignen, etw. gewinnen; jn. / etw. mit Anstrengung erlangen, erreichen‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Maaler
56v
(
Zürich
1561
):
Groß gůt oder reychthumb Bekriegen vñ überkommen.
Eschenloher. Medicus
51, 12
(
Augsb.
1678
):
sondern sie [...] alle erwuͤrgt / vnd auff die Haut gelegt / vnd von ihnen ein gute Beuth bekriegt.
Schwäb. Wb.
6, 1613
.
2.
›gegen jn. kämpfen, streiten, jn. bekämpfen; (ein Land o. ä.) mit Krieg überziehen‹; die Art der Auseinandersetzung reicht von dem Kampf (auch vor Gericht) gegen Einzelpersonen (seltener) bis hin zum Krieg (häufiger); auch ›(eine Schrift) bekämpfen, dagegen angehen‹.
Syntagmen:
den artikel, den keiser / könig / grafen, die ritter, das land / reich, die stat b
.
Wortbildungen:
bekriegung
(a. 1528).

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
332, 23
(
Worms
1499
):
Das niemant vmb forcht zukunfftiger kriege oder ein andern zubekriegen syn habe [...] einem andern [...] vbergebbe.
Luther. Hl. Schrifft.
5. Mose 2, 9
(
Wittenb.
1545
):
Du solt die Moabiter nicht beleidigen noch bekriegen.
Gille u. a., M. Beheim
98, 75
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
dy dann der kung von Polen | Unrechtlich wider got und er | pekrieget hat so hart.
Koller, Ref. Siegmunds
240, 36
(Hs. ˹
wobd.
,
um 1520
˺):
so verordnen wir, wer der ist, der das reich bekrieget, der ist des tods wirdig.
Bachmann, Haimonsk.
1, 5
(
halem.
,
1530
):
wie sy der keysser Karly bekriegt lange zytt.
Ebd.
232, 32
:
ir wŭssend, daz ir dis fier ritter fŭnfftzechen jăr bekriegt hand.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
171, 26
(
1438
/
9
):
ob ymand [...] unser lieb oheimen, sun und fursten ir land und leut beschedigen, angriffen, bekriegen oder dringen wolt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
126, 19
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Die Vngrischen raysten und bekryegten das lanndt Kernndten mit klaynem volckh.
Turmair
1, 249, 26
(
moobd.
,
1529
):
Mit dem [flecken] pekriegt er sich so lang und vil, piß er den gewingt und erobert.
Moscouia
B 4r, 10
(
Wien
1557
):
vmb solches abschlahen hat Volodimer den Rochuolochda bekhriegt.
Anderson u. a., Flugschrr.
14, 3, 14
;
Bachmann, a. a. O.
181, 17
;
Grossmann, a. a. O.
79, 17
;
156, 33
;
Maaler
56v
;
Henisch
271
;
Dietz, Wb. Luther
1, 250
;
Schwäb. Wb.
6, 1613
.
Vgl. ferner s. v.  2,  2.
3.
›jn. überwinden, bezwingen‹.
Syntagmen:
durch herzeleid bekriegt
.

Belegblock:

Preuss. Wb. (Z)
1, 512
(a. 
1651
).